Tag: 22. Februar 2011

Geplante Obsoleszenz!

Schon jetzt mein Unwort des Jahres- und das gerade mal Ende Februar. Eine wirklich mehr als sehenswerte (Pflicht!) Reportage lief die Woche auf Arte und ist noch unter

http://videos.arte.tv/de/videos/kaufen_fuer_die_muellhalde-3700234.html

anzusehen.
Natuerlich mag ich gar nicht sagen, dass ich total naiv und weltfremd bin, aber das..nunja, hat mich doch schon wieder geschockt und erneut wachgeruettelt. Es kann doch einfach nicht angehen, dass wir Produkte ’schlechter‘ machen, um mehr an ihnen zu verdienen und somit nach und nach unsere Umwelt um soviel mehr zerstoeren als ’notwendig‘. Pah, notwendig! Das letzte Wochenende war also im Allgemeinen sehr ruettelintensiv, morgen schreib ich hier noch meinen Beitrag zu Cradle to Cradle.

Schonmal ein kleiner Ausblick:

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Diese Ausstellung bzw das Cradle to Cradle Festival hier im Aedes am Pfefferberg lohnt! Besonders, wenn ihr euch noch die kurze, aber wunderbare Einfuehrung in die Thematik gebt (Vortrag glaube ich zweimal taeglich). Link hierzu:

http://www.aedes-arc.de/sixcms/detail.php?template=det_aedes_ausstellung_artikel_2007&id=1779167&aktuell=1&menu_id=1

Naeheres zu dem Gesamtkonzept dann morgen..und ich kann schonmal sagen, ich bin ein grosser Fan!

Neonchocolate Gallery- Affen und Hunde!

Affen verfolgen mich jetzt schon die ganze Woche, sie tauchen ueberall auf..sogar als Stofftiere in Apotheken oder als arme Testopfer in Berichten der New York Times, wo man sie verfetten laesst und dann Diabetis untersucht..

So dann auch Samstag bei der Vernissage von Philipp Zurmöhle mit der Ausstellung: Happiness and other Monkeys. Noch zu bewundern bis 25.02. also nix wie hin Leute. Ist klein, kuschelig und wirklich einen Augenblick eurer Zeit wert. Ich stehe ja eh auf Affen und diese Zeichnungen..genial! Er faengt Emotionen sehr gut ein und wir hatten Spass dabei zu raten, welcher Affee welche Emotion darstellt..easy! 😉

http://www.neonchocolate.de/index.php?/austellungen/sa-190211-philipp-zurmoehle/

Es gab noch eine zweite Ausstellung (ich weiss leider nicht von wem) mit Fotokonstruktionen und Lichtinstallation, welche mir sehr zusagten, meiner Begleitung aber eher weniger..besonders toll, auf einem Bild war eben der Hund, welcher durch die Gallery flitzte. Gute Musik gabs bei der Vernissage abends um halb 1 auch noch..von daher alles super!

Tipp: Museum fuer Kommunikation

Am vergangenen Wochenende schaffte ich es endlich mal in diese tolle Institution, nachdem ich schon haeufig mit dem Fahrrad dran vorbeigefahren war, aber nie die Zeit und Muse hatte, hineinzugehen. Besonders toll: man bekommt einen Aufkleber als Eintrittskarte, welchen man anschliessend an die aussenstehenden Ampeln klebt..juhu! 🙂 Genug der Spielerei, in dem Museum sind zur Zeit zwei sehr tolle temporaere Ausstellungen, welche ich wirklich weiterempfehlen kann:

[1] Papier hat viele Seiten: verlaengert bis 17.04. geht man hier durch eine Reise der Welt des Papiers und es werden diverse Dinge gezeigt, die sich mit Papier herstellen lassen. Die Konzeption der Ausstellung ist sehr schoen stimmig und vielseitig, es hat Spass gemacht, diesen Raum zu erkunden. Leider etwas sehr klein. Wobei die Frage ist, ob mehr hier wirklich mehr gewesen ist..nunja, also auf jeden Fall sehenswert, wenn auch in 30 Minuten locker durchschritten.

[2] Geruechte: verlaengert bis 3.07. sehr schoen gestaltet, viele verschiedene Praesentationsformen, macht wieder viel Spass und langweilt nicht durch die Abwechslung. Haette natuerlich auch wieder etwas groesser sein koennen, aber auch hier sind 30 Minuten die Obergrenze (wir haben den Geruechtetest nicht gemacht..kann also auch etwas laenger dauern).

[3] Die staendige Ausstellung: Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kommunikation. Ist sehr schoen vom Gestalterischen her; man kann sehen, hoeren, fuehlen, es wird nicht langweilig, obwohl es jetzt nicht unbedingt mein Interessensschwerpunkt ist. Hier haben sich kluge Koepfe sehr viel Muehe gegeben bei der Gestaltung: z.b. wurde eine Postkutsche in viele Teile zerteilt und aufgehangen anstatt banal hingestellt. Ausstellung ist auf drei Etagen und somit riesig..wir hatten nicht mehr genug Zeit, durchzukommen. Besonders schade: im Erdgeschoss gibt es noch eine Schatzkammer, welche wir auch nicht mehr schafften und nun habe ich absolut keine Ahnung, was dort zu finden ist. Wer es weiss, bitte einmal sagen! 🙂

Also ein sehr tolles Gebaeude sowohl von aussen als auch von innen, was wirklich sehr viel zu bieten hat und besonders zur Zeit sehr gut besucht werden kann (denn wer braucht schon Kaelte und Dunkelheit, wenn er ein warmes, helles Museum haben kann?).

Ich war auch schon im Museum fuer Kommunikation in Frankfurt (die beiden gehoeren irgendwie zusammen), doch muss ich sagen, dass dieses hier wirklich sehr viel ansprechender gestaltet wurde..1:0 Berlin 😉 Naehere Infos findet man unter: http://www.mfk-berlin.de/nc/ausstellung/aktuelle-ausstellungen.html und achja, Doktorandenausweise gelten natuerlich mal wieder nicht. Deutschland, hoer endlich auf, auf deinen akademischen Nachwuchs zu scheissen, es gibt schon ein paar Gruende, wieso man sich spaeter verpisst! 😉

Tea Time ‚Die Zukunft des Wassers‘

Bei ebendieser Veranstaltung im Rahmen des Kulinarischen Kinos der Berlinale war ich zu finden (und zwar gluecklicherweise ganz vorne dran am Geschehen). Leider war Michael Braungart (Cradle to Cradle! dazu naeheres in einem weiteren Post) verhindert, doch schickte er eine wuerdige Vertretung vorbei. Weiter waren Ludwig Pawlowski (ehemals Vorstand der Berliner Wasserbetriebe), Benjamin Adrion (irgendein Exfussballer, der nun auf dem Sektor Wasser eine NGO unterstuetzt), Thomas Rudek (den nun jeder vom Berliner Wassertisch kennt) und als Moderator Peter Twiehaus anwesend. Die Diskussion spitzte sich ziemlich schnell zwischen Rudek und Palwowski zu, besonders nach dem positiven Volksentscheid am Sonntag bezueglich der Offenlegung der Teilprivatisierungsvertraege bei den Berliner Wasserbetrieben. Jedoch fand ich, dass diese Diskussion von Seitens her Rudek leider sehr viel persoenlicher und ‚haesslicher‘ gefuehrt wurde, als es haette sein muessen. Nur weil man verschiedener Meinung ist, muss man nicht seine Manieren und seinen Anstand verlieren und seinen ‚Gegner‘ verhoehnen und ihm nur ins Wort fallen. Fand ich leider sehr negativ, wenn ich rein von der Ansicht her auf seiner Seite war. Im Grunde war es seichtes Geplaenkel, welches durch das vorgestellte Crade to Cradle-Konzept fuer mich sehr interessant und neuartig wurde und auch den Film ‚We feed the world‚ wieder in mein Bewusstsein rief. Er steht schon ewig auf meiner ‚to watch-Liste‘ und endlich habe ich ihn gestern abgehakt. Und sehenswert ohnesgleichen! Also bitte, alle anschauen. Der Film endet- genau wie die Tea Time- mit der Frage, ob Wasser ein oeffentliches Gut ist oder ein Lebensmittel, genauer gesagt, ob Wasser einen Preis haben soll. Pawlowski vertrat hierbei genau wie der Chef von Nestle im Film die Meinung, dass Wasser einen Preis haben muss, da Menschen den Wert sonst nicht zu schaetzen wissen. Alle anderen Diskussionsteilnehmer einschliesslich mir waren und sind jedoch der Meinung, dass Wasser etwas ist, was jedem zur Verfuegung stehen muss und eben keinen Preis haben darf. Wobei man hier noch spezifizieren muss: ich persoenlich sehe sehr wohl ein, etwas fuer die Bereitstellung (sprich die Rohre, die Pflege, die Reparatur, die Abwasserentsorgung etc) zu bezahlen, doch Wasser an sich sollte umsonst und fuer jeden zugaenglich sein.

Hier muss man sich auch immer wieder ins Gedaechtnis rufen, auf was fuer einem Niveau wir hier in Berlin eigentlich diskutieren. Das ist doch wirklich ein Luxusproblem, da wir ja zunaechst einmal den Zugang zu Wasser haben und diesen doch gar nicht zu schaetzen wissen. Menschen muss viel mehr bewusst werden, was fuer ein ‚Luxus‘ es doch ist, dass man einfach den Wasserhahn aufdreht und Trinkwasser erhaelt! Ich meine, ganz ehrlich, das ist doch mehr als ausreichend (ich kaufe z.B. ueberhaupt kein anderes Wasser zum Trinken).

Mehr Berlinale gabs nicht fuer mich, das war aber auch vollkommen in Ordnung. Stattdessen lieh ich mir in der Stabi noch zwei tolle Hindilehrbuecher aus und habe mich brav damit vergnuegt.