Vor einigen Tagen hatte ich ja geschrieben, dass ich mein unendlich rudimentaeres Filmwissen aufbessern mag und habe ja auch von einigen von euch ganz tolle Filmtipps bekommen. Die Filme nun in Indien [mal nicht illegal] zu bekommen, ist allerdings gar nicht so einfach. Die meisten haben zwar Bollywood in unendlicher Auswahl, aber nichts von dem, was ich suchte. Am Ende nahm ich ganz dankbar die einzige nicht-bollywood DVD mit und dies war zufaellig The Bang Bang Club. Zunaechst dachte ich mir nur, was ein unsagbar bescheuerter Name, aber es ging um Fotographie und Krieg und Afrika und somit hatten sie mich dann doch. Der Trailer:

Der Film stammt aus suedafrikaner-kanadischer Produktion und obwohl Ryan Phillippe mitspielt, finde ich ihn nicht enorm ‚hollywoodblockbustermaessig‘. Er beruht auf wahren Begebenheiten, jedoch keine Ahnung in welcher Detailtreue.

Die Story:
4 Fotojournalisten sind waehrend der Apartheid von 1990-1994 in suedafrikansichen Townships unterwegs und versuchen, die Lage durch ihre Bilder in die Welt zu bringen. Man bekommt so einen Einblick, was es heisst, diesen Beruf zu haben und wie man kaempfen muss, um an all dem, was man sieht und nur dokumentiert, ohne zu helfen, nicht zerbricht. Die Distanz zu bewahren ist quasi unmoeglich, wenn einem vor der Kamera Menschen abgeschlachtet werden und man ’nur‘ daran denken soll, welche Brennweite etc man einstellt, damit man das beste Foto davon bekommt. Zwei der Fotographen haben fuer ihre Arbeiten den Pulitzerpreis erhalten. Dass auch sie nicht isoliert von den Geschehnissen sind, wird auch im Film gezeigt. Tod und Verzweiflung sind allgegenwaertig.

Meine Meinung:
Der Film regt enorm zum Nachdenken an. Ist es richtig, dass man das Geschehen nur dokumentiert und somit der ganzen Masse der Menschen hilft, nicht aber dem einzelnen, der vor der Linse um sein Leben kaempft oder es verliert. Ist dies Fotojournalismus oder sind das „Kriegspaparazzi“, diese Frage wird hier auch aufgeworfen, verdienen sie mit ihren Fotos ja Geld und sogar Preise..inwieweit ist das bitte richtig.

Einige Szenen im Film sind unnoetig, finde ich [ich spoilere hier mal nicht welche]. Auch muessen doch nicht immer und ueberall auch Liebesgeschichten mit involviert sein oder? Aber nungut, das ist mein Geschmack. Der Film bekam bei IMDB 6.7 und ich wuerde ihm dank des ‚Denkanstosses‘ sogar mehr geben. Teilweise ist er mir doch zu ‚hollywood‘, aber gut, er soll ja moeglichst viele Menschen in die Kinos locken..und wenn die dann alle nachdenklich herauskommen, war es diese uebertriebenen Heldenstilisierungen auch wert.

Also wenn einer von euch mal Zeit hat..ich wuerde den Film meinen Freunden und somit auch euch empfehlen [auch wenn er nicht auf der IMDB-Liste der 250 besten Filme steht, die ja auch auf mich wartet]

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