Zuerst faellt mir auf (bei der Suche nach einem Bild), dass es das Buch nicht bei Amazon gibt. Nur warum?Ok, es gibt es nur auf englisch, aber bei Amazon gibts ja auch massig englische Buecher..und spannend ist die Thematik allemal.

So sieht es also aus 😉 Kaufen kann man es zum Beispiel hier fuer 6 Dollar plus 3 Dollar Versand..somit durchaus sehr guenstig. Was mich faszinierte: beim Lesen dachte ich mir, hey das ist bestimmt schon einige Jahre her..und dann sehe ich, nein das Buch kam 2011 raus..somit schreiben wir hier nicht in einer laengst vergangenen Zeit, sondern quasi in den letzten fuenf Jahren, was total krass ist.

Worum es nun geht: der Autor ist Inder, seine Familie kommt aber urspruenglich aus Pakistan und er will sich dieses Land somit gerne einmal ansehen. Jetzt muss man aber wissen, dass es nicht das Einfachste ist, von Pakistan nach Indien oder umgekehrt herumzureisen..da gibt es buerokratische Schikanen ohne Ende und oftmals wird einem schlichtweg das Visum verweigert. Kurzinfo fuer alle: Pakistan und Indien waren ja bis 1947 eines..dann kam die sehr blutige, traumatische Teilung und seitdem steht es hier echt nicht zum Besten. Ja, wird natuerlich oftmals totgeschwiegen, aber ich sage euch, man merkt in Indien an jeder Ecke, dass hier einiges im Argen ist. Wie Muslime behandelt werden, muslimische Inder und dann hinduistische Pakistanis..also eine sehr spannende Thematik!

Das Buch ist sehr gut verstaendlich geschrieben, es erklaert, es unterstuetzt durch Zeichnungen, es nimmt den Leser mit durch seine persoenliche Art. Der Autor beschreibt zwei Reisen nach Pakistan und erzaehlt von den Menschen, die er dort traf. Besonders Dalits (also Kastenlose in Pakistan) sind ein Thema, gibt es ueber diese Menschen naemlich quasi keine Literatur und werden sie auch von der pakistanischen Seite total ignoriert und totgeschwiegen!

Ich habe das Buch absichtlich im Zug gelesen und kam so in den Genuss von spannenden Diskussionen mit Indern. Denn klar will eh immer jeder mit dem „Westler“ im Zug sprechen (wir fahren nur billigste Klasse) und dann hat das Buch so ein tolles Cover, was Blicke auf sich zieht. Und so habe ich viel ueber die Teilung Indiens sprechen koennen, ueber die Sicht der Leute auf Pakistan etc..habe persoenliche Geschichten gehoert, wahnsinnig spannend einfach nur. Das Buch hat sich hier wirklich sowas von bezahlt gemacht. Aber auch ohne diesen Zusatzfaktor kann ich es einfach nur empfehlen. Klar, es ist kein Standard „Ich will was ueber Indien lernen, ich lese den Lonely Planet“-Mist, aber es bietet wirklich enorm viel Potential und oeffnet die Augen fuer kaum thematisierte Dinge in der heutigen pakistanischen Gesellschaft.

 

0 comments on Lesenswert: Beyond the Border

  1. Soweit ich weiss werden die Dalits auch Parias oder mit dem Àlteren Ausdruck Tschandala bezeichnet. Alle drei jedoch bezeichnen die Kastenlosen als elende und schmutzige Menschen.

    • Huhu 🙂
      Tschandala habe ich so noch nie gehoert, Dalits und Parias hingegen sind die gelauefigen Namen..oder wenn man es mit Gandhi sagen will, Harijans (Kinder Gottes)..soviele Bezeichnungen..und leider auch soviele Vorurteile, die man alltaeglich in Indien erlebt.

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