Vor einem Jahr tippte ich den letzten Blogpost 2015 in Montreal, seitdem habe ich Kanada verlassen, die USA bereist, sechs Monate in meiner liebsten deutschen Wahlheimat Berlin verbracht, zwischendurch Dänemark, Schweden, die Färöer Inseln und ein paar neue, deutsche Ecken entdeckt, Thailand mit dem Rucksack durchreist und bin in Indien gelandet. Reisemäßig war 2016 definitiv turbulent und zum Ende hin wurde ich auch etwas müde. Besonders Indien ist nämlich anstrengend, so banale Dinge wie Wasser und Strom sind nicht selbstverständlich und manchmal mag man einfach nicht mehr..nichtsdestotrotz freue ich mich aber schon auf das nächste Jahr, wo ich ebenfalls wieder einiges vorhabe. Ich will zurück nach Kanada (hoch nach Churchill Eisbären gucken), am liebsten nach Grönland, Dubrovnik und Jersey, um ein paar Ziele zu nennen..aber geplant wird noch nicht..bis Mitte Februar bin ich nämlich noch in Varanasi und diese Zeit wird nicht mit Planen verschwendet, sondern genossen so gut es eben geht! 🙂

Vor einem Jahr habe ich am letzten Tag des Jahres fünf Dinge aufgeschrieben, die ich 2015 gelernt habe und ich finde, dass ist eine fortsetzungswürdige Sache, denn Vorsätze sind weiterhin nicht my cup of tea. Als ich jetzt so überlegt, was ich dieses Jahr gelernt habe, kam mir zunächst „nicht viel“ in den Sinn, aber das stimmt nicht. Oft sind es eben nur Dinge, die man eigentlich schon weiß, sie wurden einem nur noch einmal bewusst gemacht. Kurz und knackig, hier ist meine Liste:

1. Nicht jeder mag dich. Und das ist ok. Man muss sich selbst mögen und das tue ich. Ob virtuelle Kritik oder reale Konfrontation (alles schon gehabt), statt versuchen zu gefallen, drehe ich mich einfach um und gehe. Denn ich muss auch nicht jeden mögen, so sehr ich es mir wünschen würde. Doch dieses Bauchgefühl, was wir alle kennen, ist meist schon ziemlich akkurat und ich höre auf diese innere Stimme.

2. Einseitig kann man Freundschaften nicht halten. Ich habe diesen einen Freund schon seit 14/15 Jahren und ich schätze ihn. Sehr sogar. Was ich ihm zeige, dadurch, dass ich mich immer wieder melde, wenn ich in der Stadt bin, ihn treffen mag etc. Doch von seiner Seite kommt einfach nichts und ach, so sehr man die Freundschaft behalten will, es funktioniert durch diese Einseitigkeit nicht. Was sehr schade ist, aber noch mehr mich traurig macht und somit habe ich für mich beschlossen, es jetzt auch zu lassen. Sollte er Interesse haben, jederzeit wieder gerne, aber ich habe meine Kapazitäten an aufdringlichen Nachrichten aufgebraucht.

3. Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Auch wenn es mich manchmal noch juckt, hier werde ich echt besser. Statt etwas zu sagen, was mir nichts bringt und eine andere Person höchstens verletzt, schlucke ich die Sache einfach runter, rege mich vielleicht in mir drinnen noch kurz auf und vergesse es dann. Man kann mit seiner Zeit nämlich so viel schönere Dinge anstellen.

4. Die Vergangenheit ist vergangen, grübeln bringt auch nichts mehr. Früher konnte ich stundenlang damit verbringen, über bereits geschehene Dinge nachzudenken, was man hätte besser/anders machen können, was das dann geändert hätte, was man bereut hat etc etc. Vielleicht bin ich mittlerweile an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich einfach „genug“ gegrübelt habt und die Vergangenheit jetzt endlich mal gut ist. Da sie eh nicht zu ändern ist und ich meine Gedanken viel mehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren mag. Mit dem „für die Zukunft planen“ bin ich immer noch nicht sehr gut, vielleicht kriege ich dieses „Planen“ ja 2017 besser auf die Reihe. Aber total im Moment sein, funktioniert schon einmal gut und das ist mir auch wichtig, da ich dieses Moment nie wiederkriege und ich ihn so lieber bewusst erleben mag.

5. Orte verändern sich. Orte verändern dich. Seit mittlerweile zehn Jahren zieht es mich immer wieder zurück nach Berlin. Zu Beginn war es Faszination und dieses „ich kann hier frei atmen“-Gefühl, dann waren es Freunde und Erlebnisse und als ich jetzt im April zurück nach Berlin kam, war ich zunächst wahnsinnig glücklich. Doch die Stadt fesselte mich plötzlich nicht mehr, sie ist immer noch meine „liebste und einzige deutsche Stadt, in der ich leben mag“, aber ich mag nicht unbedingt gleich wieder in ihr leben. Sie hat das aufregende Momentum verloren, die Neuheit ist weg, ich kenne mich (fast zu) gut in ihr aus und viele Freunde sind mittlerweile weitergezogen. Mal sehen, was das mit Berlin und mir noch wird!

Was habt ihr dieses Jahr (mal wieder) gelernt oder wurde euch bewusst? Ich wünsche euch einen grandiosen Start ins neue Jahr! 

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