Mein Blog soll ein positiver Ort sein und somit schreibe ich hier selten über Dinge, die mich oder euch in schlechte Laune versetzen können. Mein erster Airbnb-Aufenthalt in Mexiko war eine mittlere Katastrophe und auch wenn ich schon in der Situation (anders als mein Freund, der war vielleicht genervt) darüber lachen konnte, eine angenehme Erfahrung war es einfach nicht. Ich will sie aber trotzdem mit euch teilen, so seid ihr dann vielleicht schon ein wenig vorbereitet, solltet ihr euch in solch einer Situation wiederfinden.

Ich habe die App zum ersten Mal benutzt, obwohl ich schon Jahre angemeldet bin. Während ich also lerne, dass ich mich erstmal erneut identifizieren muss, weil es meine erste Buchung ist, verfluche ich schon das mexikanische, langsame Internet. Ich muss nämlich einen Ausweis abfotografieren, hochladen und dann ein Selfie von mir zum Abgleich machen und schicken. Das dauert dann schon einmal länger, wie wenn ich einfach ein Hotel gebucht hätte, aber ok, wir wollen Airbnb ausprobieren. Danach lerne ich, dass Endpreise nicht Endpreise sind, bei uns kommt zwar keine Reinigungsgebühr, sondern die Airbnb-Gebühr hinzu, aber ihr wisst, ich hasse verdeckte Kosten. Also meckere ich etwas, buche aber trotzdem. Das geht recht unkompliziert, allerdings muss die Gastgeberin bestätigen (und uns ihre Adresse mitteilen), womit wir also erst einmal warten. Nach einer Stunde müssen wir dann aber weg und klar, nicht jeder checkt ständig seine Mails, aber etwas doof war das schon, aufzubrechen ohne zu wissen, ob man später ein Dach über dem Kopf hat. Wifi mitten in Mexiko zu finden, ist auch immer eine kleine Mission, wir hatten nachmittags in Tulum aber welches und zum Glück dann auch die Bestätigungsmail. Alles etwas zeitintensiver wie eine schnöde Hotelbuchung bisher.

Wir kommen schließlich zur vereinbarten Zeit an und zunächst ist die Gastgeberin nicht da, aber ihre spanischsprechende Angestellte. Wäre für mich jetzt ein kleines Hindernis, zum Glück kommt mein Freund aus Mexiko und kann ihr erklären, wer wir sind und was wir hier wollen. Sie guckt verwirrt, führt uns aber dann in eine Wohnung. Nun kommt auch die Gastgeberin (die im oberen Stockwerk wohnt, wie wir jetzt wissen) und begrüßt uns, fragt, ob alles in Ordnung ist und verschwindet dann schnell wieder. Wir auch, wir müssen den Mietwagen nämlich nochl wegbringen, sonst wartet auf uns die Strafgebühr. Bis wir das getan haben und wieder zurück in Puerto Morelos sind, dauert und somit kommen wir erschöpft und verschwitzt gegen Mitternacht wieder an.

Jetzt steht uns der Sinn nach einer heißen Dusche, doch wir finden gleich mal heraus, dass diese nicht geht. Beziehungsweise der Duschkopf total verkalkt ist und da kein Wasser mehr rauskommt. Also Katzenwäsche am Waschbecken und als ich das der Vermieterin am nächsten Tag mitteilte, schaut sie ganz verdutzt. Sie hätte doch gerade alles renoviert..äh nee. Ihre Lösung ist dann, den Duschkopf abzumachen und wir haben nun einen Strahl kaltes Wasser, das heiße geht anscheinend auch nicht. Sie verspricht den Duschkopf zu reinigen, bringt ihn aber bis zu unserer Abreise nicht wieder. Ok, wir haben ja irgendwie Wasser, bei dem Preis von etwa 30€ die Nacht ist das aber schon frech.

Wir haben einen tollen Blick in unseren privaten Innenhof, welcher sehr dschungelig aussieht. Gerne würden wir ihn auch nutzen, es gibt immerhin einen Stuhl und eine total durchregnete, eklige Hängematte dort. Allerdings sind die beiden Schiebetüren, um dorthin zu gelangen,  kaputt, wodurch ich mich einmal aussperre und mein Freund einige Schrammen an der Hand bekommt. Es ist ein kleiner Kampf, herein- und herauszukommen und ärgert uns erneut, denn das ist nicht „total neu renoviert“, sondern alt und kaputt. Weitere Kleinigkeiten sind, das wir am Waschbecken in der Küche kein Wasser haben, das Deckenlicht im Wohn-/Schlafzimmer nicht geht und die Kaffeemaschine (welche wir definitiv brauchen) auch nicht so will, wie wir. Sonderlich wohl fühlen wir uns nicht und würden wir nicht eh am nächsten Tag wegfliegen, wir hätten definitiv schon das Weite gesucht. Das Highlight kommt aber noch, das waren alles ja nur nervige Kleinigkeiten, die nur in der Masse zum Problem werden.

Wir haben gerade Hurricane-Saison in Mexiko und das heißt auch, dass es hier gerne und viel regnet. Was an unserem letzten Abend beginnt und dann die Nacht durchregnet. Das Regenrohr vom Dach endet direkt vor unserer Tür in den Innenhof, wodurch es auch noch Stunden später gut plätschert und den Innenhof unbetretbar macht, aber unser Hauptproblem ist, dass das die Wohnung ebenerdig ist und so schlecht gebaut ist, dass sie komplett geflutet wird. Ich spreche nicht von 2,3 Pfützen, das Wasser lief nur so unter der Tür hindurch und auch durch die Fenster (wtf?) kam es herein. Wir schliefen, sahen diese Bescherung also erst am Morgen und da lagen dann natürlich unsere gepackten Koffer in so 3 cm Wasser. War super, die haben sich natürlich vollgesogen und wir flutschten durch das Dreckwasser in der Wohnung herum. Wir mussten zum Flughafen, ich wollte aber doch noch mit der Vermieterin reden, weil so geht es doch einfach nicht – über die Laune meines Freundes fange ich mal nicht an, zum Glück haben die beiden sich nicht gesehen 😉

Ich sage ihr also, dass die Wohnung unter Wasser steht und dass das doch etwas ärgerlich ist und dass ich sie nicht als Menschen hier angreife, aber damit doch sehr unglücklich bin und mich bei Airbnb (mit den gemachten Fotos) beschweren werde, wenn wir keine Lösung finden. Sie sagt nur, es tue ihr leid, aber gegen den Regen könne sie auch nichts tun. Stimmt, außer die Wohnung richtig bauen, so dass das Wasser von aussen nicht reinläuft. Da ich weder Zeit noch Nerv für weitere Diskussionen habe, stapfen wir durch die überschwemmte Straße (dank Schlaglöcher versinke ich bis zum Knie während ich meinen Koffer trage) und lassen uns den letzten Morgen nicht versauen. Abends bekomme ich dann aber eine Mail, sie will uns unser Geld fast komplett wiedererstatten und spendiert uns noch zwei Nächte, sollten wir wiederkommen, WENN ich denn nichts zu Airbnb sage. Aha, so läuft das also, bisher hatte die Wohnung nämlich noch gar keine Reviews, nur Bilder, auf denen sie toll aussah. Hier überlegt man dann natürlich, was man tut, wir haben uns dann im Endeffekt das Geld wiedergeben lassen, ihr gesagt, sie soll die Sachen reparieren, die nicht gehen und mein Freund wird im Dezember erneut zwei Tage dort sein und danach gibt es dann die (hoffentlich) gute Review oder eben eine schlechte. Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings.

Dank zwei Jahren Indien bringen mich die wenigsten Dinge noch auf die Palme, auch das hier war eher ärgerlich, weil es eben so teuer war für das, was man kriegt – die Überflutung hat es dann im wahrsten Sinne des Wortes zum Überlaufen gebracht und somit fiel meine erste Airbnb-Übernachtung mehr oder weniger ins Wasser. Insgesamt mag ich das Konzept aber weiterhin und kann mir auch vorstellen, es in Zukunft zu nutzen, dann aber vielleicht eine Wohnung, die schon ein paar Bewertungen hat. Solltet ihr Airbnb einmal ausprobieren wollen, ich bekam nach meiner ersten Buchung einen Link, womit ihr $35 Rabatt bekommt, wenn ihr für über $77 bucht – ich hatte selbst erfolglos nach diesen Rabatten gesucht, somit hier eure Chance (solltet ihr das machen, bekomme ich von Airbnb aber auch $18).

Benutzt ihr Airbnb? Wie sind eure Erfahrungen damit so? Hat jemand etwas ähnlich turbulentes erlebt? 

1 comment on “[Reisen] Meine erste Airbnb-Erfahrung oder auch ‚Hallo kleine Katastrophe‘”

  1. Schon beim ersten Bild kriege ich Gänsehaut. Das klingt so gruslig. Ich würde vermutlich stundenlang weinen, mein Freund würde die Gastgeberin anbrüllen. xD Gut, dass ihr euer Geld zurück bekommen habt, aber das ist ja echt schrecklich. In ein paar Jahren könnt ihr hoffentlich drüber lachen, wenn ihr die Geschichte erzählt. ^^
    Ich hab‘ keine Erfahrungen mit der Plattform und ehrlich gesagt hab‘ ich auch wirklich kein Bedürfnis danach. Ich höre zwar sehr viel Positives, aber ich will genau SOWAS nicht erleben.

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