Vor einigen Monaten hörte ich einen Podcast zum Thema Housesitting und war sofort sehr angefixt. Wie ihr wisst, reise ich sehr viel, bleibe aber gerne länger an einem Ort und wohne mittlerweile auch lieber in AirBnB-Wohnungen statt Hosteln, um mich etwas mehr „zuhause“ zu fühlen. In meiner Wahlheimat Berlin habe ich auch schon ein paar Haus- und Tiersitting-Erfahrungen gemacht und es geliebt; mein Leben lässt mir leider keinen Platz für einen eigenen Hund, aber ein paar Tage oder Wochen als Hundemama finde ich immer super! Diese Housesitting-Gigs fand ich aber immer über private Kontakte, bei einer speziellen Plattform war ich noch nie angemeldet und irgendwie hat es sich in mir auch immer gesträubt, so viel Geld auszugeben.

Jetzt war ich aber gerade fertig mit meiner Pacific-Crest-Trail-Wanderung, hatte einen Couchsurfinghost für ein paar Nächte und danach noch ein paar freie Tage, aber keine Ahnung, wie/wo ich sie verbringen sollte. Da ich etwas Einsamkeit wollte, war ein Hostel keine Option und so meldete ich mich nach einigem Überlegen bei Trusted Housesitters an. Das war dann spielend leicht, ich habe die $120 (aktuell 105€) per Kreditkarte bezahlt und konnte sofort mit dem Profil-Erstellen loslegen. Da gebt ihr ein paar Randdaten an, beschreibt euch, ladet ein Profilbild hoch und erzählt, wieso ihr Sitter sein wollt und könnt Referenzen hochladen sowie euch durch das Hochladen von Ausweisdokumenten überprüfen lassen. Insgesamt hat mich das keine halbe Stunde gedauert.

Danach kommt der spannende Teil, das Durchforsten der Datenbank an offenen Stellen. Ihr könnt entweder nach Land suchen, wenn ihr sehr flexibel seid oder nach Region/Stadt, was ich dann mit Portland getan habe. Drei Stellen sprachen mich an, sie passten in meinen Zeitrahmen und ich schrieb die Personen sofort an. Bei einer Stelle bekam ich leider bis heute keine Rückmeldung (eine kurze Absage wäre ja nett), bei einer Person war ich zu spät und die Stelle schon besetzt und Linda schrieb mir zurück, dass ich sehr gerne auf ihr Haus und ihren Kater Whistle in Vancouver aufpassen könne. Mit einer Zusage in weniger als 24 Stunden hatte ich jetzt wirklich nicht gerechnet, verrückt! 

Wir schrieben ein wenig hin und her, es war gleich eine Sympathie da und ich freute mich einfach sehr, dass das so reibungslos geklappt hat. Da ich die Tage vorher in Portland verbrachte und das öffentliche Verkehrsnetz so schlecht ist, holte mich Linda dann sogar mit dem Auto ab, wir fuhren nach Vancouver, ich lernte ihren supernetten Mann kennen, der mir gleich eine Führung durch das Haus gab. Ich wurde wie ein Gast willkommen geheißen und fühlte mich sofort sehr wohl. Danach kochten wir zusammen etwas zum Abendessen, ich lernte noch eine ihrer Töchter und deren Familie kennen und fuhr die beiden am nächsten Morgen noch zum Flughafen. Ja, sie ließen mir sogar ihr Auto da, welches ich sehr gut gebrauchen konnte und verabschiedeten sich mit „fühl dich wie zuhause, iss bitte den Kühlschrank leer und hier ist unser Netflix-Account“. Äh, hallo, besser geht es nicht 😉

Da es in Vancouver viel regnet, verbrachte ich meine vier House-Sitting Tage primär im Haus, kuschelte mit dem Kater, nutze den Netflix-Account und hatte nicht viel an Aufgaben zu erledigen. Den Garten musste ich nicht gießen, stattdessen probierte ich auf Anraten Bernies mal aus, wie es ist, den Tag mit einem Bad im Outdoor-Whirlpool zu starten und hatte einfach eine tolle Zeit alleine mit mir – ich klinge echt nicht sehr sozial 😉 Besser wie ein trubeliges Hostel und um Welten günstiger als ein Hotel am Wochenende in den USA. Doch, alleine mit diesem einen Housesitting habe ich quasi die Anmeldegebühr schon raus. Und die Möglichkeit gehabt, ein superliebes und kuschelbedürftiges Katzentier ein paar Tage zu hegen und pflegen.

Am Ende fuhr ich mich selbst mit dem Auto zum Flughafen, wo meine „Gasteltern“ es dann mitnahmen, da sie abends wieder dort landeten und war einfach nur entspannt und glücklich. Das war wohl das leichteste Housesitting, was ich bisher hatte, so problemlos und in einem wunderschönen Haus, wo ich mich sehr wohlgefühlt habe. Um aber nicht nur zu schwärmen, mein zweites Housesitting (wäre in San Diego gewesen) wurde mir den Tag vorher abgesagt und da ist leider nichts, was ihr tun könnt. Somit stand ich dort etwas überrumpelt vor der Tatsache, dass ich einen Plan B brauche, wo ich die nächste Nacht schlafen werde. Aber da ich flexibel und nicht sonderlich leicht aus der Ruhe zu bringen bin, bin ich einfach schon ein paar Tage früher nach Mexiko gefahren und das war auch gut.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf meine zukünftigen House-Sitting-Gigs, die ich 2019 definitiv machen werde. Die beste Art zu reisen, wenn man offen ist, wann genau und wohin genau, ich werde wohl eher nach Land statt Stadt suchen und mich einfach von den Angeboten leiten lassen. Noch habe ich mich nicht um weitere gekümmert, ich kann euch auch nicht direkt sagen, wie weit im Voraus man das machen soll, da ich noch nicht genug Erfahrung habe. Sobald ich ein paar mehr hinter mir habe, wird es aber definitiv eine Liste mit Tipps und Tricks geben, wie man ein erfolgreicher House- und Petsitter wird (ich gehe mal davon aus, dass ich erfolgreich in dem Sinn werde, dass mich noch ein paar mehr Leute auswählen werden, auf ihr Haus/Tier aufzupassen).

Ist House-/Petsitting etwas, womit ihr auch schon gedanklich gespielt habt? Für mich war eigentlich nur die jährliche Gebühr das Hindernis, da sie eben nicht günstig ist. Wenn ihr euch über diesen Link anmeldet oder den Code RAF233424 bei der Anmeldung eingebt, spart ihr allerdings 20% und ich bekomme zwei weitere Monate gratis, worüber ich mich sehr freuen würde). Oder wenn ihr schon als Sitter tätig seid, habt ihr vielleicht ein paar Tipps, wie man das erfolgreich(er) machen kann? Lasst sie doch gerne in den Kommentaren für alle da!

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