Hallo zu meiner Israel-Themenwoche! Zwar war ich „nur“ drei Wochen in dem mir bis dato sehr fremden Land unterwegs, doch habe ich dabei so viel gesehen, dass ich es einfach nicht in einen Blogpost packen kann. Somit gibt es jetzt die nächsten Tage Beiträge zu Jerusalem, dann einmal zum Reisen in Israel nach Nazareth, See Genezareth, den Golanhöhen, Wüste Negev und dem Toten Meer und noch einen Beitrag zu Palästina, da ich mir Ramallah angeschaut habe.

Heute beginnen wir jedoch mit Tel Aviv, wo ich gestartet bin und die ersten Tage dank Trustedhousesitters auf einen süßen Hund (Ozzie, du fehlst mir!) direkt im Zentrum der Stadt aufgepasst habe. Schon veröffentlicht habe ich einen Beitrag mit 10 Dingen, die mich in Tel Aviv überrascht haben, heute nun zu den Dingen, die ich so getan habe. Vom Flughafen kommt ihr sehr bequem (auch nachts, da jedoch nur stündlich) und günstig mit dem Zug in die Innenstadt, was ich auch getan habe. Die Ein- und Ausreise nach Israel ist etwas zeitintensiver, ihr werdet definitiv ein paar mehr Fragen gestellt bekommen, was ihr so vor habt, also bereitet euch darauf vor und habt auch Adressen parat, wo ihr während eures Aufenthaltes sein wollt. Bei Ausreise sind Stempel von Ländern wie Malaysia, der Türkei und den VAE definitiv hinderlich und es werden euch einige Fragen gestellt – aber am Ende durfte ich dann doch zu meinem Flugzeug.

Besonders begeistert hat mich, dass Tel Aviv wirklich direkt am Mittelmeer liegt, man von der Straße (und den Häuserschluchten) auf die Strandpromenade fällt und dann ewig in beide Richtungen auf ihr spazieren kann. Ich laufe gerne, besonders mit Sand unter den Füßen und bin somit einige Male nach Jaffa, der alten Hafenstadt (ca. 5 Kilometer) zum Mittagessen gelaufen. Dabei kommt ihr an diversen Stränden vorbei, welche alle zum Verweilen einladen, somit nehmt euch immer ein Buch mit. Mir gefiel der Jerusalem Beach besonders gut und die mich an Baywatch erinnernden Rettungsschwimmerhütten. Apropos Schwimmen, das Meer ist ziemlich kalt und obwohl es verdammt windig ist, hat man durch vorgelagerte Wellenbrecher nur wenige Wellen, wodurch Surfen etwas langweilig ist. Aber Paddleboarding wird gerne und viel betrieben. Besonders voll ist der Strand von Freitagmittag bis Samstagabend, wenn ihr es etwas ruhiger mögt, meidet diesen Zeitraum. Den Hafen fand ich wiederum etwas langweilig, aber der Independence Park ist nett anzusehen.

Parks hat Tel Aviv sehr viele, ebenso viele wunderschöne Alleen, welche zum Verweilen einladen. Grünflächen zu Sitzen findet ihr ständig, häufig mit kleinen Cafes, öffentlichen Bücherschränken und anderen lustigen Dingen wie Decken zum Draufsitzen ausgestattet. Wenn ihr euch für Bauhaus-Architektur interessiert – Tel Aviv wird auch die „White City“ genannt (ihr könnt euch im kostenlosen Bauhaus Center ein wenig genauer informieren), lauft auf jeden Fall einmal den Rothschild Boulevard entlang, ein Träumchen! Dort kommt ihr auch an der Independence Hall vorbei, welche ihr besuchen könnt.

Da ich direkt am Habima Square gewohnt habe, empfehle ich euch architektonisch gesehen diesen eben auch sowie das sich in Laufnähe befindende Kunstmuseum. Dort gibt es – vor dem Museum – Architektur, Aussicht und spannende Skulpturen zu bestaunen; ebenfalls umsonst ist der Helena Rubinstein Pavillon. In der Nachbarschaft findet ihr dann noch Sarona, eine sehr alte Siedlung, deren Grundriß beibehalten, aber leider in eine Art Shoppingmall umgestaltet wurde. Kann man mögen, ich fand es eher doof – aber die sehr moderne Azrieli Mall war architektonisch wieder genau meines. Gebäude können durchaus sexy sein, man kann es nicht anders sagen.

Ein bisschen mehr Geschichte habe ich mir kostenlos im Ben Gurion Haus angesehen, wo ihr euch einen Audioguide ausleihen könnt. Da das Gelände nicht groß ist, seid ihr da allerdings nach etwa 30 Minuten fertig – gut, dass es in Laufnähe superleckere Falafel (bei HaKosem) und Hummus (Hummus Abu Dubi) gibt.

Bäckereien hat Tel Aviv an jeder Ecke, besonders gerne mochte ich das vor Sabbat verkaufte Sabbatbrot und meine Lieblingsbäckerei befindet sich direkt am Habima Square auf der Tarsat Avenue neben der Wäscherei. Wird von denselben Leuten betrieben, welche supernett waren – direkt gegenüber habt ihr noch den besten Kaffee der Stadt im Loveat und einen netten kleinen Garten. Wobei der „tiefergelegte“ Garten auf dem Platz noch spannender ist, dort werdet ihr nämlich mit klassischer Musik beschallt und er ist wahnsinnig schön gestaltet! Veganer haben in Israel so überhaupt keine Probleme, probiert unbedingt auch einmal die veganen Varianten von Majadera (sooo gut im Cafe Puaa in Jaffa) und Schakshuka!

An Museen hat Tel Aviv einiges zu bieten, allen voran empfehle ich euch das Beit Hatfutsot (The Museum of the Jewish People). Dies liegt auf dem Campus der Uni, wo ihr noch einen schönen Botanischen Garten besuchen könnt. Dann habt ihr noch das archäologische Eretz Israel Museum, das Bauhaus Museum, das Museum des Künstlers Reuven Rubin sowie nebenan das des Dichters Haim Nachman Bialik, das Museum of History of Tel Aviv, das Design Museum Holon und das sehr spannende Herzliya Museum of contemporary art.

Am Diezengoff Turm & der darunterliegenden Shoppingmall werdet ihr nicht vorbeikommen, aber geht Freitagmittag mal hinein, denn dann ist dort Markt und ihr bekommt verdammt leckere Gerichte! Märkte gibt es in der Stadt natürlich ebenfalls einige, mir gefiel der HaCarmel Market am besten. Sabbat merkt man zwar auch in Tel Aviv, aber es ist nicht mit Jerusalem zu vergleichen. Die meisten kleinen Geschäfte (häufig sind sie rund um die Uhr offen) sind weiterhin geöffnet und auch viele Restaurants und Cafes sind verfügbar. Die meisten Museen haben zu, somit würde ich auch empfehlen, den Samstag mit dem Rest der Stadt am Strand zu verbringen oder nach Jaffa zu laufen. Für mich ließ sich Tel Aviv insgesamt gut erlaufen, es gibt aber auch ein gutes Bus- und Zugnetz sowie Sheruts (Sammeltaxis, die mir heranwinkt), welche euch günstig durch die Gegend fahren.

Wenn ihr ähnlich Streetart-begeistert seid, empfehle ich euch einen Spaziergang durch den Stadtteil Florentin, wo ihr wundervolle Graffitis bewundern und recht häufig sogar bei der Entstehung zusehen könnt. Ein leerstehendes Hotel (bisschen sketchy, aber traut euch, die obdachlosen Bewohner beißen nicht) direkt am Strand hat ebenfalls einige spannende Kunstwerke zu bieten und einen etwas anderen Blick auf das Meer im Angebot – ich weiß leider nicht, wie das Hotel heißt, aber fragt einfach, jeder weiß, was ihr meint!

Insgesamt ist Tel Aviv eine sehr komfortable Stadt, die auch in Westeuropa sein könnte. Was euch besonders preislich bewusst sein sollte, denn alles hier ist teuer, häufig teurer wie in Deutschland. Das soll definitiv niemanden davon abhalten, sich Israel generell anzusehen, aber macht euch bewusst, dass auch ein Hostel die Nacht im Gemeinschaftssaal locker um die 20€ kosten wird und die Falafel auf die Hand leider nicht nur 3, sondern eher 6€ kostet.

Seid ihr schon in Israel allgemein und Tel Aviv im speziellen gewesen? Dann lasst doch gerne noch weitere Tipps für meine Leser da, was man in der Stadt/dem Land getan haben muss. Morgen geht es dann weiter mit Teil 2!

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