Aktuell bin ich ein wenig auf dem Krimi-Trip, um die Realität auszublenden und kam somit endlich dazu, Tote Spur: Verschollen in den Wäldern Kanadas von Barbara Fradkin zu lesen. Ich habe das Buch vor Jahren mal meinem Opa zum Geburtstag geschenkt (da ich gerade in Kanada war und etwas themenbezogenes wollte..makaber? vielleicht ein bisschen) und es nachdem er damit durch war, bekommen. Circa sechs Jahre später habe ich es nun innerhalb von 1,5 Tagen durchgelesen!

Worum geht’s Hannah, die Tochter von Inspektor Green, ist mit ihrem neuen Freund und zwei weiteren Bekannten zu einer Kanu- und Trekkingtour im Nahanni-Nationalpark aufgebrochen. Scott, ihr Freund, benimmt sich dabei allerdings seltsam, irgendwie getrieben und ändert die Pläne der Gruppe spontan. Nachdem sich Hannah nicht bei ihrem Vater meldet, macht dieser sich um sein Stadtkind Sorgen und ruft bei der Parkbehörde an – welche überhaupt nichts von der Gruppe wissen, allerdings ein gestrandetes Kanu gefunden haben und keinen Hinweis darauf haben, wem dieses gehört. Green beschliesst, sofort mit einem Kollegen hoch in den Yukon zu fliegen und auf eigene Spuren zu ermitteln, da es schließlich um seine Tochter geht.

Wie ist’s Mir hat das Buch persönlich sehr gut gefallen, was gar nicht so sehr an der Story lag. Denn diese war recht leicht vorhersehbar, die Charaktere auch nicht unbedingt sehr komplex beschrieben und hätte dieser Roman in Schweden gespielt..hätte ich ihn hier nicht mal besprochen. Aber für mich ist die Beschreibung der kanadischen Wildnis, der unterschiedlichen Landschaften, der Orte und Personen vor Ort das klare Highlight des Buches. Denn an vielen Plätzen bin ich selbst gewesen, habe mich daran erinnert, quasi die fantastisch klare Luft in der Nase gehabt, und musste durchaus schmunzeln, wenn da mal wieder die freundlichen, aber bürokratieliebenden Kanadier beschrieben wurden. Oder die etwas verschrobenen Menschen, die in und mit dieser rauen Natur leben und einfach spannende Lebensläufe haben.

Für Outdoor-Liebhaber ist das Buch ebenfalls was, da man z.b. genauer erfährt, wie man einen Fluss mit dem Kanu richtig befährt, wie man sich richtig in der Natur verhält (Stichwort: Leave no Trace) und auch die tierischen Begegnungen, die beschrieben wurden, freuten mich. Somit war das weniger Krimi (wobei da durchaus auch spannende Stellen dabei waren, ich die Perspektivenwechsel mochte und auch die Tatsache, dass man über 200 Seiten auf die erste Leiche warten muss), sondern eher Kanada-Wildnis-Bericht mit ein bisschen Fesselungsgefahr.

Die kanadische Autorin hat – wie mir Amazon sagt – eine ganze Reihe von Krimis, die vor Ort spielen, geschrieben. Sollte ich mal wieder einen von einem mir bekannten Schauplatz sehen, würde ich ihn mir wohl ebenfalls schnappen..und wahrscheinlich wieder sechs Jahre rumstehen haben, bis ich ihn zur Hand nehme 😉

Was lest ihr aktuell so? Zufällig auch Krimis? Wenn ja, was könnt ihr da denn so empfehlen?

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