Kategorie: Reisen

[Reisen] Und es geht doch zurück nach Australien!

Die letzten Wochen habe ich mir sehr schwer getan, wohin meine Reise gehen soll. Mal sagte das Herz etwas, dann wieder der Verstand und so richtig rund wurde es einfach nicht. Noch immer will ich wahnsinnig gerne nach Mexiko, lerne dafür sogar Spanisch, aber die Zeit ist im Moment einfach nicht richtig. So ungern ich mir das eingestehe, da ich normalerweise zu der Fraktion „wenn du es willst, kannst du es machen“ gehöre – gerade hätte ich nicht genug Zeit, um einfach nur zu reisen, richtig einzutauchen und mich treiben zu lassen. Mich in einem neuen Land zu verlieren, was dort eben der Fall wäre. Mein Herz schreit Varanasi (Indien), der Ort, an dem ich mich so richtig wohl fühle, aber klimabedingt geht es einfach nicht. Noch viel zu heiß, dann kommt der Monsun und mein Körper ist auch noch nicht komplett erholt vom letzten Mal.

Dann gab es noch die Wahl zwischen Kanada oder Australien. Kanada habe ich ein Jahr lang dank Working Holiday kennen und lieben gelernt. Die Landschaft dort macht mich glücklich, besonders Vancouver Island fehlt mir nach wie vor und ich hätte sogar eine Bleibe dort bei herzensguten Menschen. Wo ich auch wieder hin will, aber nicht jetzt. Denn Australien verdient eine zweite Chance. Bis auf Canberra (und den Flughafen in Sydney) habe ich nichts von dem riesigen Land gesehen und einige der Dinge dort haben mich sehr erschreckt. Besonders der sehr offene Rassismus in Canberra hat mich verstört und ich muss dem Kontinent eine zweite Chance geben. Somit sehe ich mir zunächst ein paar Tage Sydney an, bevor es dann doch wieder in die Hauptstadt zu zwei weiteren Lieblingsmenschen geht, die mir fehlen. Kängurus und Wombats natürlich auch, die Natur hat mich auch Down Under absolut gekriegt und ich bin etwas traurig, dass ich meine Lieblingsjahreszeit, den Herbst verpasst habe und gleich in den Winter starte. Dafür hatte ich im Februar ja die Megahitzewelle miterlebt und ich bin neugierig, wie sich das Land nun anfühlen wird.

Wie lange ich genau in Canberra bleibe, weiß ich nicht, aber das hängt dieses Mal auch nicht nur von mir ab und somit lasse ich es einfach auf mich zukommen. Drei Monate darf man als Deutscher im Land bleiben, danach muss man ausreisen und ich denke mal, in dieser Zeit werde ich auch genug gesehen haben, um meinen ersten Eindruck zu revidieren oder zu merken, dass es nicht meine Welt ist. Auf jeden Fall werde ich euch hier in Reise-Beiträgen mitnehmen, euch Tipps zu Sydney (meine Liste, was ich sehen mag, ist lang) verraten und auch meinen Zwischenstopp in Chengdu (was bin ich aufgeregt, China ist mir so fremd) mit hoffentlich vielen Pandabildern bald veröffentlichen können. In Australien selbst will ich gerne auch Melbourne, Adelaide und einfach unbesiedeltes Land entdecken und habe mir dafür auch extra einen internationalen Führerschein geholt, dass es diesmal nicht daran scheitert.

Jetzt geht es für mich zu einem letzten Frühstück und dann schon zum Flughafen und auch wenn Fliegen nach wie vor nicht meine liebste Beschäftigung ist, die zehn Stunden bis nach Chengdu, die 17 Stunden Aufenthalt mit Stadtentdeckung und die weiteren 10 Stunden bis Sydney sind es wert. Wenn ihr günstig nach Australien wollt, ich flog jetzt beide Male mit Air China und kann sie euch empfehlen – auch wenn die englische Sprache nur bedingt vom Personal gesprochen wird, die Flugzeuge sind in Ordnung und das Essen (Hindu vegetarisch) verdammt lecker. Günstiger kommt man auf jeden Fall nicht hin und ich finde den Layover perfekt, da mir das lange Sitzen echt nicht so gut bekommt..und ich hier hoffentlich vom vielen Laufen so müde werde, dass ich dann auch im Flugzeug schlafen kann. Wer mag, auf Instagram (@leonaslalaland.de) könnt ihr täglich mitverfolgen, was ich so erlebe. Natürlich freue ich mich, wenn ihr verrückterweise einen Chengdu-Tipp oder auch etwas in Australien habt, was ihr mir empfehlen könnt!

[Beauty] Was kommt mir bei Langstreckenflügen mit ins Handgepäck?

Vor zwei Jahren habe ich schon einmal einen Beitrag zu dem Thema „Beauty – was muss mit ins Handgepäck“ für eine Serie von Wimdu geschrieben und da das Thema für mich gerade wieder aktuell ist, dachte ich mir, schaue ich doch mal, was sich da so geändert hat. Für einige von euch dürfte das bestimmt auch interessant sein, die Reisezeit steht ja schon in den Startlöchern. Wobei es gerade echt schön in Deutschland ist, aber gut, der Flug bzw die Flüge sind gebucht und ab geht es!

Geflogen werden gleich zweimal zehn Stunden, dazwischen gibt es noch 17 Stunden Aufenthalt in China und ich weiß jetzt schon, dass meine Haut auf dem letzten Feuchtigkeitslevel jappsen wird. Wobei mir das warm-schwüle chinesische Wetter hier immerhin etwas entgegenkommen dürfte und ich hoffe, dass ich mir vor Ort eine tolle Tuchmaske kaufen kann. Die fehlt in meinem aktuellen Handgepäck leider, da ich einfach keine mehr hatte und es dann schlichtweg vergessen habe. Bevor wir mit dem Pflegekram starten, packt euch unbedingt einen Schal (oder ein großes Tuch) sowie dicke Socken ein, ich zumindest erfriere in Flugzeugen immer fast und es gibt doch nichts Unangenehmeres, wie stundenlang zu frieren und nicht schlafen zu können. So, jetzt aber zum eigentlichen Thema 😉

Ganz wichtig sind natürlich zunächst mal Zahnbürste und Zahnpasta, sowohl im Flugzeug als auch am Flughafen für mich unerlässlich, damit man sich wieder wie ein richtiger Mensch fühlt. Kleine Tuben kann man sich in jeder Drogerie kaufen, ich schnappe sie mir immer beim Zahnarzt, der ständig Proben zugesteckt bekommt und sie gerne weitergibt. Eine fancy Klappzahnbürste habe ich nicht, aber genug Platz für die Standardvariante findet sich dann doch auch immer. Ebenfalls nicht zu vergessen, sind Zahnstocher bzw Zahnseide, denn was ist störender als stundenlang etwas zwischen den Zähnen zu haben und nicht jede Airline hat noch Zahnstocher auf den Serviertablett.

Da ich ein kleiner Keimfreak bin, dürfen auch Desinfektionsmittel nicht fehlen. Damit wische ich zunächst mal meine Armlehnen, das Tablett und alles ab, was vor mir bestimmt schon einige Leute angekrabbelt haben und ich bin mir da sehr unsicher, wie oft das so gereinigt wird. Meine Hände desinfiziere ich mir im Flugzeug auch ständig, man will ja nicht krank werden, wenn man verreist und hier gilt lieber einmal zu viel wie zu wenig. Da das die Haut doch sehr beansprucht, kommt natürlich auch eine pflegende Handcreme mit ins Gepäck, um ein wenig Schadensbegrenzung zu betreiben.

Die Tuchmaske fällt dieses Mal weg, die volle Feuchtigkeitsdröhnung werde ich mir aber trotzdem geben. Egal, wie viel Mühe ich mir übrigens gebe, creme und wie verrückt trinke, ich bekomme immer Pickel nach dem Fliegen. Aber damit habe ich mich mittlerweile einfach arrangiert und sehe dem gelassen entgegen, vermeiden kann ich es eh nicht. Achja, ich reise bei Langstrecken immer schon ungeschminkt an, mir ist das zu viel Aufwand, mich im Flugzeug umständlich abzuschminken und finde das auch nicht sonderlich tragisch. Unerlässlich sind aber eine intensive Augenpflege, ein Serum und eine richtig gute Feuchtigkeitscreme, wobei ich hier versuche, keine Tiegel, sondern einfach kleine Proben mitzunehmen. Ist hygienischer und man kann sie dann direkt entsorgen. Hier achte ich nicht auf die Marken wie bei meiner Alltagspflege, sondern schnappe mir, was eben da ist.

Ganz wichtig sind auch eure Lippen, die trocknen mir, kaum dass wir Flughöhe erreicht haben, schon aus. Auch hier bevorzuge ich die Stiftform oder noch eine Tube, Tiegel versuche ich auch hier zu vermeiden. Falls mir die Nase zugeht, habe ich auch immer Nasenspray dabei und meist auch nur Kaugummi oder Bonbons für den Notfall. Schmerztabletten sind ebenfalls bei mir im Handgepäck und nicht in der Reiseapotheke sowie ein Vorrat meiner wichtigen Medikamente, sollte mein Gepäck mal verloren gehen. Wenn ich daran denke, habe ich noch eine Parfümprobe dabei, die ich zwar nicht im Flugzeug nutze, da dufte ich noch nach dutyfree, aber eben nach der Landung, wenn ich mich am Flughafen frischgemacht habe (was ich meist mache, während alle anderen am Gepäckband warten, wo eh noch keine Koffer kommen). Ohne eine kleine Nagelfeile, also diese, die man ins Handgepäck packen darf, verreise ich auch nie, denn natürlich bricht einem genau dann ein Nagel ab und was gibt es unangenehmeres, als ständig hängen zu bleiben.

Auf dem Bild fehlen noch mein geliebtes Thermalwasserspray (das kaufe ich diesmal erst im dutyfree. Im Flugzeug nutze ich gerne ein festes Deo, aktuell ist meines von LUSH, welches ich einfach mit wenig Wasser nutze, es kaum Platz wegnimmt und auch ausreichend wirkt. Große Deopackungen sind mir im Handgepäck nämlich zu sperrig.Bestimmt habt ihr schon gehört, dass das Essen im Flugzeug extra gesalzen ist, da unsere Geschmacksnerven weniger gut dort oben funktionieren. Auch wenn wir es nicht schmecken, ich lasse das Nach- bzw Überwürzen hier sein, da Salz dem Körper eben auch noch Feuchtigkeit entzieht und ich versuche, so viel wie nur möglich davon zu speichern. Ich bin übrigens auch die nervige Person, die nach hinten zu den Stewardessen rennt und nach Wasser fragt – denn wenn ich nicht versuche zu schlafen, trinke ich mindestens jede Stunde ein Glas Wasser und lutsche gerne Eiswürfel.

Und last, aber überhaupt nicht least habe ich immer ein Buch (ok, in Wahrheit eher drei bis fünf) sowie ein Notizbuch dabei, da ich immer was zu lesen brauche, falls ich keine Lust auf einen der Filme habe oder der Display gleich ganz ausgefallen ist. Gerne lese ich natürlich Bücher von Autoren aus dem Land, wo ich hinfliege oder eben solche, die in dem Land spielen, das macht gleich noch Vorfreude! Da ich Flugangst habe, muss ich auch immer meine Gedanken niederschreiben, aber ich schreibe unterwegs eh täglich in mein Notizbuch, somit habe ich das immer griffbereit. Man weiß nie, wann einem etwas einfällt, was man nicht nur in seinen Telefonnotizen abspeichern mag.

Bestimmt sieht das Handgepäck bei den meisten von euch genau so aus? Habt ihr noch einen speziellen Trick, den ihr anwendet, damit eure Haut das Fliegen möglichst unbeschadet überlebt? Früher hatte ich immer noch ein Lippenscrub dabei, das habe ich dann aber auch gelassen, da es mir zu unhygienisch war und irgendwie auch immer etwas auslief. Trockenshampoo oder sonstige Haarprodukte (bis auf meinen Tangle Teezer) habe ich auch nicht dabei, ich bin da eher „Mütze auf und sofort im Hotel duschen“-Typ.

[Reisen] Akutes Fernweh + Reiseinspirationen!

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass ich viel und lange reise. Von zwölf Monaten dürfte ich so sechs Monate nicht in Deutschland sein und auch wenn ich erst Anfang März aus Australien zurückgekommen bin, ich bin innerlich schon wieder ganz kribbelig-unruhig und überlege schon, wo es als nächstes hingehen soll. Man kann durchaus sagen, dass ich an akutem Fernweh leide, welches es zu bekämpfen gilt.

Dazu bin ich natürlich schon online fleißig am Reise organisieren, sprich Flüge suchen, Preise vergleichen und auch so banale (aber wichtige) Dinge recherchieren, wie etwa, wo es demnächst dank Monsun viel und lange regnen wird. Denn auch wenn mein Herz laut „Asien und Australien“ schreit, wird es wohl erst einmal auf die andere Seite der Welt, nämlich nach Mittel- und/oder Südamerika gehen.


Da mir dieser Kontinent noch gänzlich unbekannt ist, bin ich bisher noch nicht weiter mit meiner Planung als, dass ich mir „Mexico Stadt“ und „Tulum“ länger ansehen mag und dann wohl Richtung Süden fahre/fliege. Auch wenn es noch nicht ganz fest ist, eine neue Sprache kann man immer mal lernen und so pauke ich seit etwas über einem Monat täglich Spanisch, was mir sehr viel Spaß macht und um Welten mehr als Französisch liegt (das hätte mir mal jemand in der Schule sagen können, wobei da gab es bei mir gar kein Spanisch, somit hatte ich sieben Jahre Latein und nur drei Jahre Französisch). Wenn also irgendwer einen „da musst du hin“-Tipp hat, würde ich mich sehr freuen und stelle euch jetzt einfach mal als Inspiration vor, wo ich mich die letzten zwölf Monate herumgetrieben habe, wenn es nicht Berlin sein sollte.

 

CANBERRA – AUSTRALIEN

Für viele bestimmt nicht der erste Ort, der einem zu Australien einfällt, dabei ist es sogar die Hauptstadt. Diese wurde komplett geplant, man fühlt sich hier wie in einer kanadischen/amerikanischen Stadt, die nur aus Vororten besteht, was etwas seltsam ist, aber mit dem Fahrrad wunderbar zu erkunden ist. Wie man auf dem Bild schon sieht, ist Canberra wahnsinnig grün, ich habe fünf Minuten zu Fuß von einem Park gewohnt, wo ich jeden Abend „meine“ Kängurus und Papageien traf. Landschaftlich ist es einfach nur unbeschreiblich, es gibt so viele Bäume/Pflanzen, die ich noch nie gesehen hatte. Herrlich! Solltet ihr ein Auto haben, fahrt von Sydney die drei Stunden mal hin (oder mit dem Bus, das tat ich) und schaut euch die (fast komplett kostenlosen) Museen der Stadt an, schlendert durch das Zentrum und lasst die Berge in der Ferne auf euch wirken – oder besteigt gleich Mount Ainslie. Da es von Deutschland aus aber schon etwas dauert, nach Australien zu fliegen, würde ich euch ja einen Zwischenstopp in Singapur/Kuala Lumpur empfehlen, da reist es sich entspannter und man bekommt noch ein bisschen Asien unterwegs. Meinen ausführlichen Bericht zu Canberra findet ihr hier, inklusive vieler toller Tipps, was man so unternehmen kann.

VARANASI – INDIEN

Für mich ist Varanasi wie eine zweite Heimat, ich war jetzt insgesamt zwei Jahre dort und liebe die nordindische Stadt direkt am Ganges. Ich kann euch nicht mit Worten beschreiben, was dieser den Hindus heilige Ort mit mir macht, aber sobald ich dort bin, bin ich einfach nur glücklich. Und entspannt. Dabei ist die Stadt hektisch, laut, dreckig und noch so viel mehr, was einen eigentlich stressen sollte. Tut sie aber null, ich sitze hier stundenlang teetrinkend an einem Ghat mit Blick aufs Wasser, unterhalte mich mit diversen Menschen (viele sind über die Zeit zu Freunden geworden, ich gehöre irgendwie mittlerweile für viele auch hier her) und forsche dann doch ab und zu noch für meine Doktorarbeit. Indien insgesamt kann ich jedem nur ans Herz legen, es verändert einen und man bekommt eine ganz andere (Welt-)Sicht zu vielen Dinge. Was so wichtig erscheint, ist auf einmal so banal. Man kann direkt nach Varanasi von Delhi aus fliegen, aber ich würde euch einen Zug empfehlen, das ist wieder so ein Erlebnis an sich.

BANGKOK, CHIANG MAI & KOH JUM – THAILAND

Komplett ungeplant (in Indien gab es im November kein Bargeld und ich floh) ging es nach Bangkok, dem einzigen internationalen Direktflug von Varanasi aus. Dort sah ich mir ein paar Tage die pulsierende, aber doch sehr ruhige Metropole an, fuhr dann mit dem Nachtzug hoch in die grünen Hügel Chiang Mais, was ich sehr schön fand und dann auf die Insel Koh Jum (mein absoluter Geheimtipp, wenn ihr auf Einsamkeit steht) im Süden. Fast einen Monat habe ich in Thailand verbracht und ich kann jetzt nachvollziehen, wieso so viele meiner Freunde gerne hierher fahren. Nicht so billig wie Indien, aber auch absolut nicht teuer und auch Vegetarier finden hier immer was..wobei ich mich auch nur von den Smoothies und Iced Thai Teas hätte ernähren können. Meine Beiträge zu der Reise könnt ihr hier noch einmal genauer nachlesen

FÄRÖER INSELN

Seit ich das erste Mal Island sah, wollte ich auch auf die Färöer Inseln und erfüllte mir endlich diesen Wunsch. Wenn man etwas außerhalb der Saison reist, keine Scheu vor Jugendherbergen hat und auch mal ein paar Tage Nudeln essen kann, ist das nämlich durchaus leistbar. Da Bilder manchmal besser als Worte wirken, habe ich euch mein kleines Video eingefügt, wo man sieht, wie rau-brachial-absolut atemraubend die Landschaft ist – und ja, da will ich wieder hin!

Ansonsten war ich noch in Malmö, eine nette, etwas verschlafene Stadt in Südschweden, im Elbsandsteingebirge (mit einem Trip quer durch die Tschechische Republik) und in Bamberg, damit ich auch noch etwas von Deutschland kennenlerne. Da das aber alles so „nah“ ist, lasse ich das mal aussen vor, wir wollen hier ja „weit“ weg. Diese drei Trips waren für mich auch enorm „kurz“ so 3-5 Tage sind eigentlich kein Zeitraum für mich, aber hier hat das doch gut ausgereicht, um die Gegend zu erkunden und aufzutanken 🙂

Jetzt bin ich aber neugierig, wo wird es euch dieses Jahr noch hinziehen? Oder seid ihr schon weggewesen und bleibt jetzt erstmal in Deutschland? Und falls wer Tipps zu Mittel- und Südamerika hat, nur her damit, ich würde mich wahnsinnig freuen! 

[Reisen] Unterwegs im entspannten Bangkok!

Heute kommt mit Bangkok endlich der finale Teil meiner Thailandreise von letztem Dezember, welche sowohl dort begonnen als auch geendet hat. Wer schon Teil 1 über Chiang Mai oder Teil 2 über Koh Jum gelesen hat, der weiß, dass dieser ganze Trip mega spontan war, da ich in Indien kein Bargeld bekam und der einzige internationale Direktflug von Varanasi eben nach Bangkok ging. Wirklich Zeit mich vorzubereiten, hatte ich nicht und meine Freunde, die schon in Bangkok gewesen sind, machen eine ganz andere Art von Urlaub (also Luxusresort am Strand ist nicht meines).

Zunächst musste ich mich daran gewöhnen, dass die Preise nicht indisch sind. Klar, es ist billig, aber besonders bei dem Thema Unterkunft wurde es schnell teurer wie meine aus Varanasi gewohnten Guesthouse-Preise. Geschlafen habe ich zunächst im 3 Howw Hostel in Sukhumvit in einem Dorm für zwanzig Leute. Das war auch erstaunlich bequem, jeder hatte seine eigene kleine Kammer und man konnte gut schlafen. Sauber war es auch und dank gutem Internet konnte ich gleich mal die Gilmore Girls Staffel schauen (jeder hat so seine anderen Prioritäten, nicht). Die Lage ist gut, wenn man mit der Metro vom Flughafen kommt, da nicht weit entfernt eine Metrostation ist. Insgesamt fand ich Sukhumvit aber aber doch etwas weit weg vom Stadtzentrum und bin dann beim zweiten Mal ins Loftel direkt am Bahnhof gezogen. Ebenfalls in ein Dorm, was kleiner und enger war, aber trotzdem habe ich mich auch dort wohl gefühlt (und konnte auf dem Dach meine Wäsche endlich mal wieder richtig waschen). In die bekannte Backpackerstraße, die Khao San Road, wollte ich übrigens bewusst nicht, dort schleppte mich ein Couchsurfer einen Abend hin und es war genau so nicht nach meinem Geschmack, wie ich es erwartet hatte.

Meinen ersten Tag in Bangkok verbrachte ich mit Herumlaufen und Staunen, ich hatte einfach nicht erwartet, dass die Stadt so westlich (amerikanisch) ist. An jeder Ecke gibt es einen Seveneleven (tollen günstigen Iced Coffee!), überall bekannte Fastfoodmarken und Shoppingmalls, wohin man sieht. Ich wurde irgendwie total an Las Vegas erinnert, nur in sehr viel entspannter. Vielleicht, weil ich aus Indien komme, aber Bangkok war wirklich ruhig und gelassen, überall freundliche Menschen und ich bin sorglos (auch nachts mutterseelenallein) durch die Gegend geschlendert. Dass man bequem mit der klimatisierten Metro fahren kann, statt sich mit Fahrern herumzustreiten, war ebenfalls super; aber bedenkt, dass die Metro nicht allzu lange fährt, ich habe eine Nacht fast die letzte Bahn verpasst.

Als ersten to-do Punkt hatte ich mir das Bangkokian Museum ausgesucht, welches sich in zwei alten Holzhäusern aus dem letzten Jahrhundert befindet. Wirklich viele Besucher verirren sich nicht hierher, ich war meist allein und konnte alles richtig auf mich wirken lassen. Neben alten Einrichtungsgegenständen gibt es kurze Erklärungen, dann noch eine kleine Kunstgalerie und einen riesigen Raum über die Geschichte Bangkoks. Mit Ruhe kann man hier locker eine Stunde verbringen, sich mit den sehr freundlichen Mitarbeitern noch etwas in gebrochenem Englisch unterhalten oder sich in den schönen Garten setzen und etwas lesen. Man vergisst in dieser grünen Oase, dass direkt vor der Tür Bangkok liegt. Ich lief von einer Metrostation hierher und somit sah ich auf dem Weg schon viele spannende Streetart, riesige Shoppingmalls, in deren Klimaanlagen ich zwecks Abkühlung flüchtete, abgefahrene Architektur, Straßenstände mit sehr unbekanntem Essen und ständig Marktstände, wo man einfach alles kaufen konnte. Durch die Straßen schlendern war so spannend in Bangkok, dass das doch wirklich meine Hauptbeschäftigung wurde. Man findet auch an jeder Ecke einen Tempel, den man respektvoll betreten darf und sich umsehen kann – abseits der touristischen Haupttempel ist man auch hier meist alleine.

Dann wollte ich natürlich auch mit dem Boot fahren und Bangkok aus dieser Perspektive kennenlernen. Die Idee, einen schwimmenden Markt zu sehen, musste ich allerdings schnell aufgeben, diese gibt es gar nicht direkt in Bangkok, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber wir sahen dann doch wirklich Krokodile und viel Alltagsleben an den Häusern, die direkt mit Stelzen auf das Wasser gebaut wurden, was ich superspannend fand. In der Innenstadt selbst sah ich mir den Königspalast, Tempel des Smaragd Buddhas und Wat Pho nur von außen an, denn der König war erst vor Kurzem gestorben und das Land trauerte. Wirklich fast jeder trug schwarz, womit ich schon aus der Menge stach mit meinen bunten indischen Kleidern und dann durfte man als Nicht-Thai auch nicht überall rein, da eben Staatstrauer herrschte. Was vollkommen in Ordnung ist, ich fand diesen Einblick in das Leben sehr viel interessanter.

Dann doch mal angesehen habe ich mir Wat Chakkrawat, hier wohnen nämlich auch noch drei (echt große) Krokodile, die von den Mönchen wohl aufgepäppelt wurden und jetzt eben Teil des Tempels sind. Definitiv mal was anderes und auch direkt bei Chinatown, wo es mich zum Essen und Thai Ice Tea trinken (zu gut!) immer wieder hingezogen hat. Vegan hat hier oft nicht funktioniert, ich hatte mir extra auf Thai ein paar Sätze aufs Hände getippselt, aber vegetarisch ging doch meist ohne Probleme und das Ei konnte man dann auch noch weglassen 😉 Billig ist es hier auf jeden Fall und solltet ihr Souvenirs suchen, werdet ihr hier bestimmt auch fündig – man hat zig kleine Gassen, die vollgestopft sind mit Ständen und Menschen, was mir schon zu viel war, aber ich war eben auch nicht auf der Suche nach etwas. Die Atmosphäre ist typisch Chinatown, solltet ihr das aus anderen Städten schon kennen und nur wenig Zeit haben, könnt ihr den Besuch hier auch skippen.

Das Bangkok Art and Culture Centre versteckte sich etwas inmitten einiger Shoppingmalls (MBK), doch war ich froh, es gefunden zu haben. Neben wechselnden Ausstellungen gibt es hier viele kleine Läden von thailändischen Künstlern, die ihre Sachen hier verkaufen und sich auch einfach mal gerne unterhalten. Gutes freies Wifi, Klimaanlage und diverse Cafes gibt es auch noch, womit ich hier eine kleine Sonnenpause einlegte. So sehr es auch Spaß macht, Bangkok ist ganz schön weitläufig und es zieht sich manchmal doch sehr. Wer Lust auf Natur hat, der muss in den Lumphini Park und das am besten am frühen Abend. Ich hatte so einen Spaß, das glaubt ihr nicht, denn hier wird sehr viel Sport getrieben. Nicht nur langweiliges Joggen wie bei uns, sondern Zumbagruppen, Tai Chi, Aerobic und andere Gruppen sporteln hier gemeinsam mit Trainer zu lauter 90er Jahre Musik und das zu beobachten war herrlich! Davon abgesehen, dass der Park mit seinen Seen und den vielen Tieren (Schwäne, Kois) wirklich schön ist und eine gute Abwechslung zu Downtown bietet. Zwecks Indien-Weh besuchte ich noch den Mariamman Temple (kann man vom Park laufen, ist aber ein Stück) und kann ihn euch empfehlen, wenn ihr nicht nur buddhistische Tempel entdecken wollt. Kostenlos, sehr trubelig und rund um den Tempel gibt es auch noch leckeres, indisches Essen!

Abends war ich nur einmal richtig weg, konnte mich aber nicht zu einer Skybar motivieren, was die anderen schließlich am nächsten Tag machten. Wenn man es nicht mit Höhe hat, bringt es einem aber auch nichts, teure Drinks auf einer Terrasse zu schlürfen, für alle anderen ist es bestimmt super und man kann tolle Bilder machen. Ich habe mich da lieber mit abendlichen Streifzügen zu meinem liebsten, komplett vegetarische Restaurant Suki Reh Ru Yi gemacht und mich blind durch die Karte gefuttert. Ich kann sagen, dass ich Gemüse gegessen habe, welches ich noch nie gesehen habe und es war alles mega lecker. Leider konnte kein Mensch englisch, so dass ich keine Ahnung habe, was ich da zu mir genommen habe..achja, Tee kriegt man hier anscheinend auch einfach umsonst dazu und günstig ist es auch!

Nicht geschafft habe ich es, mir den Flugzeugfriedhof anzusehen, das Metro-Forest Lab zu besuchen, Ayutthaya noch einmal richtig zu sehen (liegt 70km entfernt, man kommt spottbillig mit Zügen hin) und das Museum of Contemporary Art zu besichtigen. Aber wer weiß, da diese Thailandreise auch nicht geplant war, kann es ja sein, dass ich mal wieder in Bangkok strande und mich dann weniger planlos treiben, sondern etwas strukturierter vorgehe.

Seid ihr schon einmal in Bangkok/Thailand gewesen oder plant euren Urlaub? Wie hat es euch gefallen? Falls ihr Tipps habt, lasst sie doch gerne für die anderen (und mich) in den Kommentaren da, ich würde mich freuen!

[Reisen] Sehnsucht nach Island!

Jetzt ist es schon wieder fast ein Jahr her, dass ich erneut in Island war (zum ersten Reisebericht geht es hier) und ach, mir fehlt die mystische Atmosphäre so sehr, dass ich die Insel auch dieses Jahr wieder auf meine Reise-Liste setzen muss. Wer schon einmal da gewesen ist, wird mich verstehen, da das Land einen einfach gefangen nimmt und wer noch nicht dort war, vielleicht kann ich euch im nachfolgenden ja davon überzeugen, auch einmal hinzufliegen (wobei die letzte EM da ja schon einen ziemlich guten Job gemacht hat). Bisher kenne ich Island nur im eisigen Winter, genauer gesagt im Januar, für 2017 habe ich aber geplant, mir die herbstliche Stimmung anzusehen, in der sich die einmalige Landschaft befinden wird.

Natürlich bietet es sich an, zunächst die Hauptstadt Reykjavik zu erkunden und als Ausgangsbasis für kürzere Tagestrips zu nutzen. Recht günstig kann man von Deutschland aus mit Iceland Air fliegen und dann entweder mit dem Bus in die Stadt fahren oder sich eben gleich am Flughafen einen Mietwagen Reykjavik zu leihen. Schon diese erste Strecke wird einen in Staunen versetzen, man fährt durch erkaltete Lavalandschaft und fragt sich, auf welchem Planeten man denn gerade gelandet ist. Immer wieder blitzt der Ozean neben einem auf und man bekommt wahnsinnige Lust auf die nächsten Tage, in denen man so viel Neues entdecken wird.

Reykjavik ist keine günstige Stadt und um etwas Geld zu sparen, habe ich statt in einem Hotel im Igdlo Guesthouse geschlafen, was ziemlich zentral gelegen ist und eben auch eine Küche bietet. Denn Essengehen ist ebenfalls sehr teuer und für Vegetarier auch nur begrenzt möglich – somit habe ich mir einfach Sachen im Supermarkt gekauft und selbst gekocht. Gezahlt habe ich pro Nacht um die 30 Euro für mein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad, wo ich auch nicht meckern konnte und die Besitzer sind auch sehr freundlich.

Empfehlen kann ich euch den Besuch des Nationalmuseums und des Fotografiemuseums, wo ich viele interessante Sachen über die Geschichte Islands und auch seine gegenwärtige Kunstszene gelernt habe. Ebenfalls sehr gehyped wird das Phallusmuseum, das war mir aber irgendwie doch zu skurril und somit habe ich das bisher noch nicht besucht. Sollte das Wetter mitspielen, bietet sich auch ein Spaziergang am Meer entlang oder durch den Stadtpark an. Das Wahrzeichen Reykjaviks – die evangelische Hallgrímskirkja Kirche – sollte man auch nicht vergessen, wobei sie mir von aussen besser gefiel. Sie ist übrigens das zweithöchste Gebäude im ganzen Land! Zur besseren Orientierung empfehle ich euch, die App maps.me herunterzuladen, damit ihr immer einen Stadtplan auf dem Mobiltelefon dabeihabt, ich hatte manchmal etwas Orientierungsschwierigkeiten, wie ihr hier sehen könnt:

Als Tagestour rund um die Hauptstadt bietet sich zunächst einmal die blaue Lagune an. Bestimmt haben die meisten von euch schon Bilder von diesen natürlichen heissen Quellen gesehen, die einem zum Entspannen einladen und in eine ganz andere Welt transportieren. So toll ich auch andere Thermen finde, dieses Fleckchen Erde ist etwas ganz Besonderes und ich kann euch einen Besuch gar nicht nah genug ans Herz legen! Am besten gleich zu Beginn eurer Reise, denn wenn ihr es dort ähnlich toll findet wie ich, wollt ihr vor eurem Abflug definitiv noch einmal hin. Da sie nicht sehr weit vom Flughafen entfernt sind, kann man das sogar super verbinden und dann den Mietwagen abgeben.

Wohl jeder Islandbesucher wird sich aufmachen und die Golden-Circle-Tour besichtigen wollen, welche man mit einem Mietwagen Reykjavik oder einer der vielen Bustouren gut an einem Tag schaffen kann und trotzdem genug Zeit hat, sich alles in Ruhe anzusehen. Da dies sehr touristisch ist, werdet ihr hier nicht alleine sein, doch das mindert euer Erlebnis nicht. Die Natur Islands ist so roh, rau, brachial, lebendig und einfach anders, dass man von ihr überwältigt und gefangengenommen wird, selbst wenn man in einer Menschengruppe steht. Irgendwie fühlt man sich dort wie am Ende der Welt, nämlich ganz klein und unbedeutend und so vergisst man auch die Menge um sich herum. Mir gefiel besonders der Gulfoss Wasserfall, der Thingvellir Nationalpark (Game of Thrones Fans, das ist euers!) und die geothermalen Springquellen Geysir und Strokkur.

Viele nutzen Island nur als kurzen Zwischenstop, ich kann euch einen längeren Aufenthalt von zwei oder sogar drei Wochen aber nur ans Herz legen, um dieses Land richtig kennenzulernen. Dank guter Infrastruktur kann man sich mit einem Mietwagen gut fortbewegen, wobei man ständig gezwungen wird, anzuhalten. Manchmal sind es die zuckersüßen Islandponys am Wegesrand, dann wieder eine spektakuläre Aussicht oder ein kleines, verschlafenes Dorf, wo man für einen Kaffee einkehrt und mit den Einheimischen über allerlei philosophieren kann. Fragt auf jeden Fall nach Elfen, das wird ein spannendes Gespräch!

Wenn ihr euch gerne sportlich betätigt, es gibt mehr als genug Wanderwege (ich liebäugele mit einer Gletschertour am Sólheimajökull) und Höhlen (am Vatnajökull) zu entdecken und man kann sogar tauchen gehen, was ganz oben auf meiner Liste steht. Habe ich bisher nur in tropischen Gebieten gemacht, aber das Wasser soll so klar und voller einzigartiger Blautöne sein, dass die Silfra Spalte für mich Aktivität Nummer 1 für den nächsten Trip ist. Ebenfalls sehr schön stelle ich mir einen Ausritt durch die unberührte Natur vor, da habe ich einige andere Touristen von schwärmen hören.

Auf meinem persönlichen Platz zwei steht übrigens eine Walbeobachtung, welche von verschiedensten Anbieter offeriert wird, hier muss ich mich mal schlau machen, wann man wo am besten Wale sehen kann. Habe ich schon auf Vancouver Island gemacht und diese faszinierenden Tiere von ganz nahe zu sehen, war unbeschreiblich. Das muss ich wieder haben! Für viele tierisch interessant, sind auch die Vögel, die man auf Island beobachten kann und besonders die Papageientaucher sind sehr putzig anzusehen!

Wenn ihr mobil seid, bietet es sich natürlich an, die eher unbekannten Ecken Islands anzufahren und unterwegs in kleinen Bed & Breakfasts zu schlafen. Freunde von mir haben gezeltet, was wiederum die günstigere Alternative ist und sollte das Wetter mitspielen, werde ich das genau so machen. Mit dem richtigen Equipment kann man auch kühlere Tage überstehen und wer weiß, vielleicht habe ich ja Glück und kann erneut Polarlichter sehen und dabei natürlich Björk hören!

Seid ihr schon einmal in Island gewesen oder steht es auf eurer Reiseliste? Wenn nicht, wo geht es für euch denn dieses Jahr hin?

Der Artikel entstand in Kooperation mit Avis

[Reisen] Oh, was ist es hier teuer – Australien #1

Dass es ein finanzieller Schock werden würde, von Indien direkt nach Australien zu fliegen, war mir zwar irgendwie bewusst, dass es jedoch so ein krasser preislicher Unterschied sein würde, habe ich nicht erwartet. Die erste Cola, die ich mir in Perth am Flughafen kaufte, hat mich gleich mal $5 (3,70€) gekostet und mir ziemlich gut gezeigt, was mich im Weiteren erwarten wird. Zwar muss ich noch keinen Kleinkredit aufnehmen, da ich zum Glück in Canberra bei meinem Freund wohnen kann, aber mein typischer, billiger Backpacker-Urlaub ist das hier nicht.

Seit etwas über einer Woche bin ich nun schon in Canberra und habe einige Dinge entdeckt, die man hier kostenlos unternehmen kann. Canberra ist nicht nur die Hauptstadt Australiens, sondern auch die reichste Stadt des Landes und das merkt man echt an jeder Ecke. Heute war ich z.b. bei einem öffentlichen Vortrag an der Uni und ach, von der Ausstattung dieses banalen Saales können wir in Heidelberg echt nur träumen. Klar, die „normalen“ Studenten müssen hier enorm viel Studiengebühren bezahlen (ich wollte selbst nach Adelaide und konnte es mir damals einfach nicht leisten), aber zu den öffentlichen Talks kann jeder gehen, man muss nur googlen, was gerade stattfindet. Aber auch über den Campus der ANU zu spazieren, kann ich empfehlen, da er wunderbar grün ist und viele interessante Gebäude zu bieten hat. Plus ist man vielleicht auch neugierig, wie sich das australische Studentenleben so anfühlt.

Für mich absolut atemberaubend ist die einmalige Landschaft Australiens. Hier gibt es so viele Pflanzen und Bäume, die ich noch nie im Leben gesehen habe und ich bin ständig am Stehenbleiben und Staunen. Parks gibt es viele in der Stadt bzw am Rand oder man macht sich auf, einen der nahen Berge zu erklimmen. Mir gefällt es besonders gut am West Lake (tolle Sonnenuntergänge), im National Rockgarden und National Arboretum sowie im Bruce Ridge Nature Reserve. Alles gut mit dem Rad oder zu Fuß zu erreichen und man hat nicht mehr das Gefühl, in der Stadt zu sein.

Die tierischen Bewohner muss ich natürlich auch erwähnen, ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich meine ersten wilden Kängurus (vor einer unkrainischen Kirche statt in einem der Parks) gesehen habe. Sie schauen einen zwar skeptisch an, richten sich auf und schütteln den Kopf, wenn an sich ihnen nähert, aber weghüpfen tun sie nicht und so kann man sie in aller Ruhe beim Fressen beobachten. Die Kakadus hatte ich gar nicht erwartet, ihre lauten Schreie hört man aber überall und ich mag sie sehr! Viele weiße Papageien, schwarze Schwäne, kleine Hasen und diverse bunte Papageien (die Vogelwelt hier ist gigantisch) sieht man auch an jeder Ecke. Mit anderen Bewohnern a la Spinnen, Ameisen und Schlangen habe ich auch schon Bekanntschaft gemacht, das müsste ich aber nicht unbedingt wieder. Da wünsche ich mir doch stattdessen einen Wombat!

Das National Museum ist – genau wie die anderen hier aufgeführten Museen – kostenlos zu besuchen und definitiv sehenswert. Mich hat erst einmal das Gebäude an sich gekriegt, sehr spannende, organische Architektur und dann natürlich die Abteilung über die indigene Bevölkerung Australiens und der Torres Strait Inseln. Ich war jetzt schon zweimal dort und werde bestimmt noch ein weiteres Mal hingehen, da ich noch immer nicht alles richtig gesehen habe (die Aborigines-Kunst ist so grossartig!) und auch die Umgebung am See sehr mag.

Die National Portrait Gallery (erstes Bild) ist für einen kurzen Besuch gut geeignet, sie befindet sich im Regierungsviertel, wo man sich dann auch noch die National Gallery of Art (die weiteren Bilder) und das Parliament ansehen kann. Persönlich finde ich Portraits sehr spannend und fand die sehr unterschiedlichen Interpretationen sehenswert – besonders beeindruckt hat mich allerdings die momentane Ausstellung von digitalen Portraits, also Filmen mit ein wenig Sound, aber ohne Sprache.

In der NGA dann war ich einfach nur noch überfordert, an jeder Ecke fand ich einen bekannten Künstler (hier wurde mir wieder bewusst, wie reich Canberra ist) und ach, mit Monet, Jackson Pollock, Andy Warhol, Anselm Kiefer (Twilight ist eines meiner liebsten Bilder überhaupt) und Henry Matisse war ich irgendwann überfordert. Dass es dann auch noch eine große Abteilung mit indigener und hier besonders spannend contemporary art gibt, war für mich wie der 6er im Lotto. Ich war einige Stunden dort, aber auch hier muss ich erneut hin! Dass diese Museen umsonst sind, finde ich richtig, da sich so jeder etwas Kunst und Kultur gönnen kann und das sollte auch in Deutschland (zumindest an einem Tag der Woche oder so) sein.

Jetzt werde ich noch ein wenig mein Vorstadtleben hier in Lynham (wir haben nicht die schlechteste Aussicht) genießen, bevor wir noch ein wenig Australien erkunden werden. Unser „Campen am Strand“-Wochenendplan wurde leider dadurch verhindert, dass man hier nicht wild zelten darf und alles schon ausgebucht war, bei aktuellen 34 Grad und Sonnenschein aber keine Überraschung. Somit werden wir wohl einen der Berge hier besteigen und hoffentlich noch viele weitere Kängurus sehen.

Besonders schön ist in Australien, ich muss es erwähnen, aber auch der Himmel. Tagsüber meist knallblau, zaubert er gigantische Sonnenuntergänge und nachts erschlagen einen die Sterne sogar hier in der Stadt. Auch wenn mich hier vieles an Kanada und die USA erinnert, die Natur holt sich die Stadt hier doch noch etwas zurück und das gefällt mir sehr gut. Nicht gut genug, um hier leben zu wollen, aber doch so sehr, dass ich sagen würde, solltet ihr an Canberra vorbeikommen, schaut euch die Stadt 2-3 Tage an (mit dem Bus kann man für unter 30€ von Sydney aus in 3,5 Stunden hinfahren).

Seid ihr schon in Australien und vielleicht sogar Canberra gewesen und könnt mir etwas empfehlen? Oder steht eure Reise noch bevor? Für Tipps, was man in Sydney gemacht haben muss, bisher habe ich nur ganz klassisch das Opernhaus und Bondi Beach auf dem Plan.

[Reisen] Ausflug zu den Lakhaniya Dari Wasserfällen (nahe Varanasi)

Noch habe ich nichts über meine Zeit in Varanasi geschrieben, dabei passiert hier so viel und jeder Tag fühlt sich wie mehrere Tag an, aber ich drücke mich noch..denn das alles hier in Worte zu fassen, ist nicht einfach. Somit beginnen wir die Indien-Reihe dieses Mal mit meinem ersten Tagesausflug zu den Lakhaniya Dari Wasserfällen. Alleine kann ich in Uttar Pradesh leider nicht einfach aus der Stadt raus und durch die Natur marschieren, aber ein Freund von mir ist gerade mit seinem Motorrad hier und nahm mich mit. Was auch immer etwas risky ist, denn indisches Fahrverhalten ist einfach mörderisch (alle vier Minuten ein Unfall..). Wir haben es mit nur einem Todesfall (der Vogel flog gegen das Bike) und zwei kleinen Zusammenstössen geschafft, die etwa 100 Kilometer zu bewältigen.

Zunächst war es gar nicht so einfach, die Wasserfälle zu finden, wir haben uns mit Tripadvisor und der Beschreibung geholfen. Man fährt über Autobahn und Landstrasse bis zu einer Brücke, von wo aus man schon einen anderen Wasserfall sieht. Da parkt man dann sein Bike, kann sich was zu trinken schnappen und los geht es. Zunächst hat man noch einen Weg, danach wird über Steine und durch den Fluss geklettert, was mir zumindest richtig viel Spaß macht. Als Dorfkind haben wir früher im Wald gespielt und so fühlte sich das an. Einen Weg gibt es nicht, man sucht sich einfach seine Steine und irgendwann kommt man dann ans Ziel, den echt ziemlich hohen Wasserfall.

Zunächst waren wir einmal von der Stille beeindruckt, für Indien ist es hier enorm ruhig. Es sind auch nur wenige Menschen unterwegs, die einen zwar natürlich alle anquatschen und ein Bild wollen, aber auf eine nette Art. Später wurde uns von einem Polizisten übrigens dringendst abgeraten, zu den Wasserfällen zu gehen, da es viel zu gefährlich sei, wir hatten aber keine Sekunde ein ungutes Gefühl dort. Wir waren allerdings auch mittags da, abends im Dunkeln müsste es dann doch nicht sein.

Man kann hinter den Wasserfall klettern, was einfach nur grandios war! Man wird zwar nass (und das Wasser ist gut kalt), die Steine sind ziemlich rutschig, aber ach, man fühlt sich wunderbar frei und zumindest ich war sehr glücklich. Mir fehlt es, einfach alleine durch die Natur zu streifen, das hier war dringend nötig! Man könnte auch schwimmen gehen, das taten einige andere Besucher, aber a) war mir das zu kalt und b) trage ich in Indien keinen Bikini. Wir haben uns einfach nur an den Rand gesetzt und die Füße ins Wasser gehalten.

Beliebt ist der Ort zum Picknicken bei Studenten, die uns auch erzählten, dass der Wasserfall besonders während der Monsunzeit sehenswert ist. Dann trägt er verständlicherweise viel mehr Wasser und auch die Gegend ist noch viel grüner, jetzt hatte es teilweise eher etwas von afrikanischer Steppe. Nicht, dass ich mich beschwere, ich fand auch das toll! Man sollte für die knapp 2 Kilometer bis zum Wasserfall circa eine halbe Stunde einplanen, da man eben nicht nur laufen, sondern klettern muss und das etwas Zeit schluckt. Wenn ihr ihn besuchen wollt, kommt also nicht zu spät, wir fuhren um 11.30h in Varanasi los und das passte – bis auf die Tatsache, dass die Sonne natürlich so stand, dass Bilder vom Wasserfall nicht zu machen waren.

Ein kleiner, ruhiger und versteckter Ort, wenn man dem indischen Trubel mal für einige Stunden entfliehen und die Natur genießen will. Trotz der Tatsache, dass ich zum vierten Mal in Varanasi bin, kannte ich ihn noch nicht, da ich eben nicht einfach mal irgendwohin fahren kann, sondern immer auf die Begleitung anderer (und ihrer Transportmittel) angewiesen bin. Es gibt noch einen größeren, bekannteren Wasserfall hier, den Devdari Wasserfall und wir planen, dort mit meinem kanadischen Freund und der Familie meines Freundes hier hinzufahren. Da wir dafür aber ein Auto (und einen Fahrer, wtf) mieten müssen, sehe ich die Chancen, da auch wirklich anzukommen, als eher gering an.

Definitiv ein anderes Uttar Pradesh wie das, was ich von Varanasi gewohnt bin. Mit mehr Energie geht es jetzt in die letzten Tage Varanasi (nur noch 10!) und dann quer durch Rajasthan, wo ich dann wieder mehr Natur bekomme..hoffe ich zumindest! Kennt wer zufällig diese Wasserfälle oder war auch schon da? 🙂

[Reisen] Insel-Leben auf Koh Jum – Thailand #2

Jetzt ist es schon einen Monat her, dass ich den Süden Thailands erkundet habe, dringend Zeit, darüber zu bloggen. Mein gesamter Thailand-Trip war ja nur eine Notlösung, da ich in Indien kein Bargeld bekam und somit war ich komplett unvorbereitet. Ich kam in Bangkok an (der Bericht folgt noch) und machte mich dann erstmal in den Norden nach Chiang Mai (Bericht) auf. Von den wunderbar grünen Hügeln war ich sehr begeistert, solche Erhebungen hatte ich absolut nicht erwartet und das Leben dort war definitiv angenehm..ich wollte aber doch noch mehr sehen und machte mich von Bangkok aus mit dem Bus über Nacht auf nach Krabi (16€).

Ich habe mein Ticket vorher online gebucht und kann euch das auch nur raten, denn so kann man sich den Sitzplatz aussuchen; in der ersten Reihe hat man viel mehr Platz und Abstellfläche, was super war. Busfahren in Thailand hat definitiv was von Indien, man bekommt einen kreischenden Actionfilm auf Thai, der dank der vielen Schlaglöcher aber irgendwann aufgibt (die DVD sprang zu sehr), simultan noch Radiobeschallung, rauchende Busfahrer und insgesamt ein paar Vollbremsungen, die einen kurz innehalten lassen. Ein Lunchpaket gibt es auch, mein „Bohnenbrötchen“ hält laut Packung bis 2027 und mitten in der Nacht geht es raus aus dem Bus und in eine Halle zum Abendessen, was im Preis inbegriffen ist. Da es da leider nichts veganes gab, wurde mir eine große Sojamilch in die Hand gedrückt, was gar nicht schlecht war. Mit nur knapp 2 Stunden Verspätung kamen wir dann alle wohlbehalten an und auch das Gepäck fehlte nicht, hier wurden mir vorher echt gruselige Geschichten anderer Reisender erzählt. Den einzigen anderen Ausländer setzte man neben mich und so hatte ich gute Unterhaltung (er kam nämlich ebenfalls aus Berlin, wenn er auch kein Wort Deutsch sprach *g*).

Krabi selbst wollte ich nun aber gar nicht wirklich sehen, mich zog es gleich auf eine Insel, genauer gesagt nach Koh Jum (der Insel der Krabben). Ganz fachmännisch habe ich diese übrigens ausgesucht, indem ich „Insel, Thailand, einsam, billig“ gegoogelt habe, ich absoluter Reiseprofi. Zum Glück entschied ich mich gegen das überlaufene Koh Samui, zu der Zeit ging dort nämlich die Welt unter und Koh Lanta war mir schlichtweg zu teuer. Nach Koh Jum kommen nicht wirklich viele Menschen, wer eine einsame Insel sucht, hier habt ihr sie (noch). Man fährt mit der Fähre von Krabi nach Koh Lanta, springt unterwegs aber raus. Und zwar wortwörtlich, die Fähre hält nach circa einer Stunde und man springt (mit Gepäck) von Board in kleine Boote. Ich war zunächst noch irritiert, warum mich meine Unterkunft mehrfach nach meiner Ankunftszeit fragte, bis ich verstand, dass sie ja ein Boot schicken müssen..die Alternative, an Land zu schwimmen, war nicht wirklich optimal.

Gewohnt habe ich in der Good Morning Bungalow Anlage, einer kleinen Ansammlung von einfachen Hütten auf einem Hügel direkt über dem Strand. Die Besitzer sind sehr nett, sprechen gut Englisch, das Internet funktioniert anständig und das Essen ist auch lecker. Das Moskitonetz hatte ein paar Löcher, man spült die Toilette mit einem Wassereimer und es gibt nur kaltes Wasser zum Duschen – aber all das ist es wert, wenn man in der Hängematte liegt und vor sich hin träumt. Der Aufstieg bzw Abstieg waren zwar ganz schön steil, aber in weniger als fünf Minuten zu machen und so konnte ich Wellenrauschen auch nachts genießen, nicht aber die komplette Tsunamipanik haben. Den Strand unten hatte ich meist für mich alleine, ab und zu kam mal ein anderes Urlauber vorbeigelaufen. So einsam war es selbst auf den Andamanen nicht! Das mit dem grandiosen Panorama von weiteren Inseln in der Ferne (Kho Phi Phi)hat sich echt surreal angefühlt, richtig gephotoshopt. Die Farben in Thailand sind eine ganz andere Nummer wie hier im versmogten Indien. Man kann an dem kleinen Strand im Meer schwimmen, muss allerdings etwas aufpassen, da es viele Felsen gibt, die man erst bei Ebbe so richtig sieht. Ich marschierte für einen besseren Schwimmgenuss einfach ein paar Kilometer (ich glaube 3) am Strand entlang, kam an etwas turbulenteren (also so 15 Menschen) Hotels vorbei und fand mir immer eine neue tolle Ecke. Wer etwas luxuriöser wohnen mag, die Koh Jum Beach Villas, an denen ich vorbei lief, sahen traumhaft aus!

Neben die Seele baumeln lassen und viele Bücher lesen, kann man auf Koh Jum auch wandern. Nicht, dass ich das bei der Hitze ausgiebig gemacht habe, aber es gibt einen Berg, den man besteigen kann. Ich lief immer nur am Strand oder der Strasse entlang. Von meiner Anlage runter zur Straße gleich links gab es mit den besten Iced Thai Tea, den ich in Thailand getrunken habe und besonders gut gegessen habe ich bei Ban Ban (allerdings wie überall nur Pad Thai, zum Fisch kann ich nichts sagen). Alles auf der Insel ist etwas teurer wie auf dem Festland und Sachen wie Cola light etc sollte man das vielleicht mitbringen, denn die kleinen Läden sind jetzt nicht sonderlich umfangreich ausgestattet. Um sich auf der Insel fortzubewegen, kann man sich überall einen Roller mieten, ich bin einfach nur gelaufen, wurde aber oft angesprochen und mitgenommen. Die Leute (ganze 1000 leben hier) auf Koh Jum sind alle wahnsinnig herzlich, oftmals scheitert man zwar an der Sprache, aber gemeinsam lachen klappt trotzdem prima. Was ich vorher nicht wusste, ist, dass die meisten Bewohner Muslime sind und ich war enorm verwirrt, als ich zum ersten Mal den Muezzin habe rufen hören.

Von Koh Jum aus kann man Halb- oder Tagestouren mit dem Boot zu anderen Inseln unternehmen, zwischendurch noch Schnorcheln oder Tauchen und jeder (also alle drei Touristen, mit denen ich so sprach) erzählte mir begeistert davon. Mein Budget war leider am Ende, sonst hätte ich das gerne auch getan. Ich überlegte kurz, meinen Aufenthalt hier zu verringen (wie laut die Stille doch sein kann!) und noch zwei Tage Koh Lanta dranzuhängen, aber irgendwie war ich dann so im Nichtstun drin, dass ich mich nicht mehr aufraffen konnte. Dafür war ich nach den paar Tagen (und grandiosen Sonnenuntergängen!) aber auch wirklich tiefenentspannt und konnte mich selbst nich mehr darüber ärgern, dass eine Maus meine Sneakers angefressen hat..die Gefahren der Wildnis 😉 Apropros, natürlich könnt ihr euch auch hier überall am Strand oder in den schattigeren Palmenwäldern eine Massage gönnen, die werden hier einfach an jeder Ecke angeboten.

Von Koh Jum fährt die Fähre mittags zurück, mir war das aber zu unsicher wegen dem Bus und so legte ich noch eine Nacht in Krabi ein. Den Nachmittag erlief ich mir die Stadt, sah mir einen Tempel (Wat Kaewkorawaram) an, futterte mich durch zwei Märkte und trank natürlich noch einige Iced Thai Teas. Für mehr hatte ich ehrlich gesagt weder Zeit noch Geld, mir schwärmten aber alle vom Tiger Cave Tempel vor, solltet ihr mehr Zeit haben. Geschlafen habe ich in der Unterkunft Baan Nisarine, die primär günstig und gut gelegen war. Man muss im ganzen Haus Schuhe ausziehen und wird auf zig Zetteln belehrt, was einen etwas unschönen Charakter hat, aber für eine Nacht war’s ok. Am nächsten Tag ging es dann wieder Richtung Busbahnhof und mit nur einer Stunde Verspätung fuhren wir schließlich zurück nach Bangkok.

Dafür, dass das alles komplett ungeplant war, hatte ich auch im Süden Thailands eine tolle Zeit und kann Koh Jum jedem nur empfehlen, der mal wirklich weg von allem will (aber notfalls doch Internet haben mag *g*). Das „einsame Insel“-Feeling kann man hier noch sehr gut bekommen, besonders meine Anlage war wunderbar weg von allem und ich würde fast sagen, dass ich dort noch einmal hinfahren würde. Ich muss jetzt nicht, wie es bei Varanasi der Fall ist, aber ich würde jetzt auch nicht entrüstet aufschreien, wenn man mich da noch einmal hinbringen würde.

Seid ihr schon einmal in Thailand gewesen? Wenn ja, wo und wie hat es euch gefallen? Habt ihr eine Lieblingsinsel? Verratet sie mir doch 🙂

[Reisen] Indien & das Bargeld-Chaos

Da ich ein paar Fragen zu dem Thema „wie ist die aktuelle Geldsituation in Indien“ bekommen habe, dachte ich mir, ich schreibe mal ein paar Worte dazu. Bestimmt haben die meisten von euch am Rande mitbekommen, dass am 9. November letzten Jahres mitten in der Nacht eine Erklärung von Premierminister Narendra Modi verlesen wurde, in der alle 500 und 1000 Rupienscheine als ungültig erklärt wurden. Jupps, die Nacht, wo jeder den CNN-Livestream mit den schlimmen US-Wahlen sah 😉 Ich war zu diesem Zeitpunkt zum Glück noch in Deutschland und hatte 6 Tage Zeit, mich diesem Chaos zu stellen.

Durch diesen Hauruck-Schritt war von einem Tag auf den anderen nun 85% allen Bargeldes in Indien ungültig. Um diesen Schritt nicht vorher „durchsickern“ zu lassen, waren die neuen 500er und 2000er Scheine noch nicht gedruckt worden und somit stand ganz Indien jetzt vor dem Problem, dass es nicht genug Geld gab. Das resultierte in ewig langen Schlangen vor den Banken, Chaos, Gewalt, sogar Toten und alles ging drunter und drüber. Die alten Geldscheine konnte man zu einem gewissen Tageslimit umtauschen (wenn es denn Wechselgeld gegeben hätte, aber so viele 100er Scheine sind einfach nicht im Umlauf) oder auf sein Bankkonto einzahlen. Als Tourist war man hier total aufgeschmissen, man hatte kein oder ungültiges Bargeld.

Ich landete am 16.11 morgens komplett ohne indisches Bargeld in Delhiin Deutschland kann man seine Euro nämlich nicht in Rupien eintauschen. Weder bei der Bank noch bei Wechselstuben bekommt man es und somit war mir doch etwas ungut zumute (als ich das letzte Mal in Indien war, durfte man das Geld auch nicht ausführen, somit hatte ich keine Reste mehr, zumindest ein paar kleine Scheine wären tröstlich gewesen). Ich lief zunächst an zwei Wechselstuben im internationalen Bereich vorbei, die Schilder aufgestellt hatten, dass sie kein Geld hatten. Dann probierte ich diverse Geldautomaten, die aber alle leer waren oder einfach nicht funktionierten. Um meinen Weiterflug nach Varanasi zu kriegen, musste ich das Terminal wechseln und dort gab es dann zwei Wechselstuben, die ein wenig Bargeld hatten. Man durfte pro Person aber nur 50€ maximal umtauschen, die Schlangen waren ewig, ständig stürzte das System ab und die Mitarbeiter mussten ständig weg und neues Geld holen. Ich hatte vier Stunden bis zum Weiterflug und diese verbrachte ich dort in einer sehr gestressten Menschenmenge.

Wenn man jetzt denkt, ach dann bezahle ich mit Kreditkarte, der war man noch nicht in Indien. Denn so sehr das einem von allen Seiten nahegelegt wird, es ist oftmals schlicht unmöglich (die Regierung wirbt mit bargeldlosem Bezahlen via App, die aber an ein indisches Konto gebunden ist). Die Rikscha, das Trinkwasser am Kiosk, das Obst vom Markt oder das Essen im Restaurant kann man nicht mit Karte bezahlen und somit kommt man im worst case scenario nicht einmal vom Flughafen weg. Mich holte zum Glück ein Freund ab, da musste ich meine umgetauschten 50€ (zu einem so miserablen Kurs übrigens, dass sie noch 34€ wert waren) noch nicht anbrechen. In Varanasi erwartete mich dann im Hostel die Tatsache, dass man nicht mit Kreditkarte zahlen kann, da das System komplett überlastet ist und somit nicht mehr funktionierte. Da wollte ich mich schon mit den 5% mehr anfreunden, wenn ich mit Karte bezahle, konnte es dann aber nicht tun.

Die ersten Tage vor Ort waren echt nicht schön, man kann zwar ein paar Tage von 34€ leben, es fühlt sich aber echt nicht gut an, wenn man nicht weiß, ob/wann man an Bargeld kommt. Mitte November waren die meisten Geldautomaten im Inneren von Varanasi geschlossen oder funktionierten nicht und die wenigen, die gingen, hatten wirklich enorm lange Schlangen. Dass man auch nur 2000 Rupien am Tag (also 28€) als Tageslimit pro Karte abheben konnte, hat die Sache nicht besser gemacht. Denn man hat teilweise 2-3 Stunden dort gewartet (in absolut schlimmer Atmosphäre, die sehr aggressiv-angespannt war, da das Geld aus dem Automaten ja jederzeit alle sein konnte) und bekam dann so wenig Geld. Normalerweise sind viele Touristen zu dieser Zeit in Varanasi, jetzt allerdings sah man kaum jemanden. Die meisten hatten ihre Flüge gecancelt und ganz ehrlich, ich konnte sie verstehen. Da keine Verbesserung in Sicht war, buchte ich mir schließlich zehn Tage später den einzigen Direktflug ins Ausland und verbrachte ein wenig über drei Wochen in Thailand.

Ich hoffte, dass sich die Lage bis zu meiner Rückkehr vor Weihnachten entspannen würde, zumindest Modi hatte angekündigt, dass bis zum Ende des Jahres alles überstanden sei. Mittlerweile muss ich sagen, dass das nicht so ist. Noch immer laufe ich an mehr nichtfunktionierenden wie funktionierenden Automaten vorbei. Aber man kann wieder auf Wechselstuben (mit schlechten Kursen) oder Western Union zurückgreifen, denn zumindest diese haben wieder genug Bargeld. Ich hatte die Woche Glück, ich fand einen komplett menschenleeren ATM und einen unmotivierten Sicherheitsbeamten, wodurch ich meine Karte fünf Mal hintereinander nutzen konnte. Das momentane Tageslimit von 4500 Rupien (man kriegt nur 4000, da kein Automat 500er Scheine zu haben scheint) wäre aber auch sonst schon um einiges besser. Zum Glück bezahle ich bei der DKB mit meiner Karte keine Abhebungsgebühr, das wäre sonst nämlich auf Dauer auch teuer geworden.

Ein wenig mehr Touristen sind jetzt zwar unterwegs, aber es ist trotzdem noch gähnend leer überall. Wenn man nicht weiß, wann man wieder an Bargeld kommt, hat man auch keine große Lust, Dinge zu kaufen und darunter leiden die Leute hier sehr. Egal ob Schmuckverkäufer oder Rikschafahrer, alle haben die letzten Woche nicht genug Geld verdient und so wird man jetzt noch häufiger angesprochen. Ebenso in den Restaurants, es sind nicht viele Menschen da und man isst eher das Nötigste, denn das man sich mal etwas gönnt. Besonders die Farmer haben riesige Verluste gemacht, konnte ihre Ernten teilweise nicht verkaufen und ach..man trifft verdammt viele Menschen, denen diese ganze Aktion schwer zugesetzt hat. Sinn davon war übrigens, das viele Schwarzgeld, was herumliegt, aufzuspüren, Steuerhinterzieher zu finden..irgendwelche „Erfolge“ diesbezüglich wurden von Modi in seiner Neujahrsrede allerdings nicht präsentiert. Verlierer sind wie so oft die armen Menschen, die kein Bargeld hatten in den letzten Wochen (und ewig zur Bank unterwegs waren), die ihre Jobs verloren, da sie nicht bar bezahlt werden konnten und auch für den Tourismus war das absolut keine gute Idee. Wurde die Demonetarisierung von vielen Indern zunächst noch sehr positiv angenommen, hat sich das mittlerweile geändert und sehr viele sind unglücklich mit dem gesamten Ablauf und hoffen, dass bis Ende Januar endlich wieder überall Bargeld verfügbar ist. Ich bin ja sehr gespannt, wie sich dieser Schritt auf die Wahlen auswirken wird.

Persönlich habe ich jetzt zwar genug Bargeld für den letzten Monat, wenn ich sparsam lebe, aber das kleine Problem, dass ich fast nur 2000er Rupienscheine habe, mit denen ich noch immer kein Wasser für 20 Rupien oder mein Mittagessen für 100 Rupien bezahlen kann. Man muss immer etwas teureres erwerben, um den Schein kleinzukriegen (wenn es denn genug Wechselgeld gibt), was nervt und auch wieder umständlich ist – aber ich höre auf zu meckern, ich habe immerhin Geld.

Als Tipp würde ich euch geben, dass ihr zunächst am Flughafen probiert, so viel Geld aus dem Automaten zu kriegen wie geht, das müsste mittlerweile wieder funktionieren. Wenn nicht, lasst euch dort (auch zu dem miesen Kurs, nicht bei Thomas Cook, sondern der anderen Wechselstube, die weniger Kommission nimmt) etwas Geld umtauschen, denn man will den Urlaub ja nicht auf der Suche nach Geldautomaten verbringen. Zur Lage in Delhi kann ich nämlich leider nichts sagen, da ich noch nicht dort war, aber hier in Varanasi muss man noch immer nach offenen, funktionierenden und mit Geld bestückten Automaten suchen. Solltet ihr die Tage herkommen, kann ich euch gerne meinen (hoffentlich noch immer intakten) Glücksgriff zeigen, keine Schlange kann ich allerdings nicht versprechen.

Insgesamt eine sehr interessante Erfahrung, die ich nie im Leben erwartet hätte und jetzt auch nicht noch einmal bräuchte. Kaum Geld zu haben und keine Ahnung, wann man wieder welches kriegt, ist nämlich wirklich keine angenehme Situation und ich bin sehr dankbar, dass ich so privilegiert bin, dass ich mir einfach ein Flugticket aus der Misere kaufen konnte. Es hat zwar mein gesamtes Budget gesprengt, aber dafür habe ich jetzt auch einmal Thailand gesehen und mir dort immerhin keine Gedanken um Bargeldnachschub machen müssen. Seid ihr schon einmal in solche einer Situation oder sogar in letzter Zeit in Indien gewesen? Sind eure Erfahrungen ähnlich der meinen aus Varanasi?

[Lesenswert] Reisemagazine: Lonely Planet & America Journal

Als ich am Flughafen unterwegs zu meinem Gate war (Air India, wo es so gar nichts gab..), kam ich bei Singapore Airlines und deren verdammt vollen Zeitschriftenregal vorbei. Mir sprangen sofort die Zeitschriften ins Auge und ich habe keine andere Entschuldigung, außer dass ein 8-Stunden-Flug inklusive Langeweile vor mir lagen..ich packte doch glatt zwei Magazine ein. Bis dato wusste ich weder, dass es ein lonely planet traveller Magazin noch ein America Journal gibt, denn auch wenn das Reisen und das Darüberschreiben meine Leidenschaft ist, selbst lese ich Reisemagazine und -reportagen selten. Was einfach daran liegt, dass ich die Sachen selbst zum ersten Mal erleben will und nicht schon mit so vielen Annahmen an den jeweiligen Ort herangehen mag. Als Inspiration reicht mir irgendwie schon eine Weltkarte, um zu sehen, wo ich als nächstes hinwill.

lonely planet Traveller (monatlich, 6€)

Als ich „Eisbären in Kanada“ auf dem Titel las, war ich hin und weg. Churchill steht seit Jahren auf meiner „wenn ich im Lotto gewinne, geht es dort sofort hin“-Reiseliste und letztes Jahr war ich in Winnipeg echt nah dran, es irgendwie möglich zu machen. Die Bilder in diesem Heft haben mich jetzt noch mehr überzeugt und ach, vielleicht ist es doch dieses Jahr irgendwie möglich, meinen ersten Eisbären zu treffen. Ansonsten ist das Heft eine Mischung aus Reisereportagen, Tipps, Leserempfehlungen und viel Werbung. Den Preis finde ich dafür zu hoch, die viele Werbung – wenn auch thematisch passend – nervt nämlich doch.

Die „Concierge-Tipps“, eine der Topstories, waren jetzt auch eher lahm, irgendwie nichts, was man nicht doch schon mal gelesen hat (und Java als Geheimtipp, nuuuunja). Aber klar, es ist lonely planet und den unbekannten „da musst du hin“-Ratschlag findet man hier nicht mehr. Mehr angesprochen haben mich da die Tipps anderer Reisender, da verlasse ich mich online bei Hotelbuchungen auch immer drauf. Kurzweilige Unterhaltung und tolle Bilder findet man aber allemal und sollte ich wieder kostenlos über das Heft stolpern, nehme ich es gerne mit. Die aktuelle Januarausgabe dreht sich übrigens um Florida, hat aber auch Portland (eines meiner Reiseziele für 2017) im Angebot!

 

AMERICA JOURNAL (zweimonatlich, 5,50€)

Beim Lesen dachte ich ständig, dass das genau was für meine Mama ist. Das Heft ist eine Mischung aus Reisereportagen, Informationen, News und Trends aus den USA. Man bekommt hier „tiefgründigere“ Stories als im lonely planet, es ist mehr Lesegenuss denn reine Aufnahme von neuen Infos. Wunderschöne Bilder, die Lust aufs Reisen machen, gibt es hier nicht zu knapp – leider aber quillt auch hier wieder enorm viel Werbung durch die gesamte Ausgabe. Wobei ich mich gerade frage, ob mir das vielleicht nur so extrem auffällt, da ich online nur mit Adblocker lebe und ja kaum noch richtige Zeitschriften lese. Ich fand es einerseits etwas nervig, andererseits kann man sich aber z.b. auch noch mehr kostenloses Infomaterial zusenden lassen, was dann ein Pluspunkt trotz Werbung ist.

Besonders passend war die Ausgabe dank dem „Oregon und Idaho“-Teil wieder für mich und ich habe ein paar spannende Infos für mich mitnehmen können. Den Hawaii-Teil fand ich ebenfalls sehr anregend, die Inseln will ich auch unbedingt noch kennenlernen, das hat aber noch ein paar Jahre Zeit. Ein bisschen Tipps von anderen Reisenden gab es auch noch, was für mich bei eigentlich keinem Reisemagazin fehlen darf. Insgesamt habe ich mich vielleicht eine Stunde mit der Zeitschrift vergnügen können, da hatte ich aber auch alles gelesen.

Mein Ausflug in die Print-Reisemagazinwelt hat mir gezeigt, dass ich in nächster Zeit kein Abo abschließen werde. Beide Magazine waren ein kurzweiliger, inspirierender Genuss, aber mit viel zu viel Werbung versehen. Wenn man online lebt und dort nach Reisereportagen auf Blogs zu bestimmten Themen sucht, bekommt man keine schlechteren Ergebnisse, ich vertraue ihnen sogar mehr als einem glänzenden Magazin. Auch sind die Hefte einfach sehr dünn und dann 5-6€ für eine Stunde Lesen, nee..da können die Eisbärenbilder noch so schön sein!

Lest ihr gerne Reisemagazine und lasst euch inspirieren oder gar Reisebücher? Hat wer vielleicht sogar eines der beiden hier im ABO oder sind sie auch eher nichts für euch, da ihr alles unvoreingenommen entdecken wollt?