Kategorie: Reisen

[Reisen] Unterwegs in Chiang Mai!

Vom Bangkok aus, ging es fuer mich mit dem Zug nach Chiang Mai. Ich entschied mich fuer die billigste Klasse (ok, die zweitbilligste war ausgebucht und mehr wollte ich dann doch nicht ausgeben), was mich gerade einmal 270 THB (7€) fuer 14 Stunden Reisevergnuegen gekostet hat. Das Ticket koennt ihr direkt am Touristenschalter im Bahnhof kaufen und zumindest in meiner Klasse sollte immer noch etwas frei sein. Dafuer kriegt man aber weder eine Liege noch sonstige Annehmlichkeiten, man hat einfach einen Sitzplatz und wenn man Glueck hat, sitzt keiner neben einem und man kann versuchen, sich irgendwie auf die zwei Plaetze zu legen. Es sei angemerkt, dass das mit 1,76m nicht moeglich ist und die Sitze seeeeehr unbequem sind, aber hey, so reise ich eben. Nehmt am besten den Zug, der um 22.00h von Bangkok aus startet, denn so habt ihr noch den ganzen Tag in der Stadt, spart euch das Hotel und kommt morgens im Hellen durch einmalig schoene Waelder und Berge. Da waren die naechtlichen Strapazen gleich wieder vergessen! Mein Zug kam auf die Minute puenktlich in Chiang Mai an, ganz schoen verrueckt. Unterwegs verhungert ihr auch nicht, an jedem Bahnhof kommen Haendler, aber auch so gibt es Essen und Trinken im Zug – wenn man nicht ganz so low maintenance ist wie ich, da mir Wasser und Cashews vollkommen ausgereicht haben 😉

In Chiang Mai habe ich im JN Boxtel geschlafen, was ich euch auch absolut empfehlen kann. Die Lage ist super, da es zwar noch im inneren Altstadtbereich liegt, aber sehr ruhig ist und man gut schlafen kann. Jeder bekommt eine kleine Box, die zwar zuerst klaustrophobisch beklemmend aussah, dann aber doch mehr als bequem war. Drin hat man seine eigene Klimaanlage, eine harte Matratze, Ablagemoeglichkeiten und sogar einen kleinen Klapptisch. Das sehr saubere Bad teilt man sich mit den anderen Gaesten, was waehrend meines Aufenthaltes nur eine Person war, somit war das auch super. Recht gutes Internet haben sie auch und man kann sich auch unten in den grossen Aufenthaltsbereich setzen. Der Besitzer ist supernett und auch die Mitarbeiterin war sehr freundlich, nur sprach sie leider kaum Englisch (was mich echt ueberrascht, wie oft Menschen im Tourismusbereich hier kein Wort verstehen).

In Chiang Mai besucht man hauptsaechlich Tempel, davon gibt es hier naemlich ueber 200 Stueck. Die meisten kosten keinen Eintritt und sind auch absolut einsam, lediglich die touristisch gepimpten sind dann gleich etwas voller und eben mit einem kleinen Eintritt. Mir gefiel besonders gut der Wat Sri Suphan, da dieser silbern ist und somit einfach aus der Masse herausstach. Die Kunstarbeiten im Tempel sind auch absolut sehenswert, leider darf man als Frau nicht hinein, ich musste meinen Begleiter mit Foto reinschicken.

War ich dort fast alleine und konnte die Stille geniessen, so war mein zweitliebster Tempel, der Wat Chedi Luang das komplette Gegenteil. Sehr voll und laut zunaechst, somit fluechtete ich erst in den alten Teil, nutzte dann die Chance zum Monk Chat (man kann mit Moenchen ueber alles moegliche philosophieren) und ging dann zum Gebet um 18.00h. Da war ich dann ziemlich allein mit anderen Thais sowie Moenchen, man darf aber daran teilnehmen, nur eben im Hintergrund sitzen – wenn ihr die Zeit habt, nehmt das mit!

Da ich mich moralisch nicht zu einem Elefantenfarm-Besuch motivieren konnte (man weiss ja nie, ob sie die Tiere wirklich gut halten, also bin ich da raus) und nicht so fuer einen Kochkurs brenne, was viele hier machen, entschied ich mich, bei angenehm feuchten 32 Grad um 11.30h einfach mal zu einer 25km Wanderung aufzubrechen. Es ging zunaechst durch die komplette Stadt und dann den Monk’s Trail hoch zum Doi Suthep. Der Weg ist nicht sonderlich gut ausgeschildert, ich orientierte mich gut mit diesem Blogpost.

Hier wandert man ziemlich einsam quer durch den Dschungel, trifft riesige, wunderschoene Schmetterlinge, kommt an einem weiteren, sehr idyllischen Tempel vorbei und steht schliesslich oben vor all der goldenen Pracht. Es ist im zweiten Abschnitt teilweise sehr steil, nehmt genug zu trinken und vielleicht ein Shirt zum Wechsel mit, um den Tempelbesuchern oben einen Gefallen zu tun 😉 Aber absolut machbar, auch bei meiner miesen Kondition und oben kann man dann mit dem Blick ueber Chiang Mai und einem Smoothie entspannen. Da ich ein wenig dickkoepfig bin, lief ich den kompletten Weg auch wieder zurueck und kam dann doch fix und fertig und sooo hungrig wieder bei meinem Hostel an, man sieht es etwas, wuerde ich sagen:

Apropos Essen, Chiang Mai ist absolut auf Westler (Vegetarier & Veganer) eingestellt, an jeder Ecke findet ihr hier etwas leckeres. Ich war auf dem Saturday Night Market, wo ich einfach gutes Pad Thai, Morning Glory (scharfer Wasserspinat) und Gemuesewraps am Strassenstand fand, restaurantmaessig kann ich euch aber das Morning Glory sehr empfehlen. Komplett vegetarisch, auf Wunsch ist vegan auch kein Problem, kochen die sehr sympathischen Besitzer jedes Essen frisch und es schmeckt einfach wahnsinnig gut. Ich war in kurzer Zeit zweimal da, was ich eigentlich nie mache, das sagt also alles!

Ebenfalls sehr schoen, wenn auch absolut berlin-hipsterhaft ist die Seescape Gallery, wo der Smoothie nur nach Instagram schreit, aber auch verdammt lecker ist. Dass es nebenbei Kunst und einen tollen kleinen Shop gibt, erwaehne ich auch noch gerne. Ansonsten habe ich mich an Thai Ice Tea, Smoothies an Strassenstaenden und gebranntenen Nudeln sattgegessen und mir auch noch ein paar Kaffee gegoennt, die ich in Indien so dann nicht wieder kriegen werde.

Eigentlich wollte ich mir noch eine Massage goennen, da diese hier in Nordthailand weniger schmerzhaft und dafuer guenstiger sein sollen. Ausgesucht hatte ich mir das Chiang Mai’s Women Correctional Institute, wo man von Gefangenen massiert wird – eine Stunde kostet hier 200 THB. Die Frauen erhalten waehrend ihrer Haft eine umfangreiche Ausbildung, danach bekommen sie so die noetige Praxis und haben nach ihrer Entlassung eine neue Chance, einen Job im Leben zu finden. Den Ansatz finde ich absolut richtig und haette ihn gerne unterstuetzt, es war dort aber schon morgens (sie oeffnen um 8) so voll, dass ich nicht so lange warten wollte. Mal sehen. ob ich im Sueden noch eine Massage bekommen werde – in Bangkok habe ich mir ja immerhin eine Fussmassage gegoennt.

Und dann war meine Zeit in Chiang Mai leider schon wieder um, die Zeit verfliegt beim Reisen ja nur so! Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen lowbudget-Einblick geben und vielleicht ja die ein oder andere Idee, was ihr bei eurem Aufenthalt machen koennt. Ich freue mich, diesen Ort kennengelernt zu haben und bin besonders von der Natur noch immer hin und weg!

Seid ihr schon einmal in Thailand gewesen? Wenn ja, wo und wie hat es euch gefallen? Fuer mich geht es nun ueber Krabi nach Koh Jum, wobei ich diese Insel komplett wahllos ausgesucht habe, ich glaube aber, dass sie mir richtig gut gefallen wird, da ich eben nicht massentouristisch ueberlaufen, sondern eher Einsamkeit am Strand suche. Danach ist mein Thailandtrip auch schon fast vorbei und es geht zurueck nach Indien – wobei, wenn ihr noch einen Tipp fuer Bangkok habt, nur her damit, vor meinem Abflug habe ich da noch etwas Zeit!

[Reisen] Ausflug in die Löwenstadt Braunschweig #2

Gestern habe ich euch schon von meinen ersten EindrĂŒcken ĂŒber Braunschweig berichtet, heute geht es um die Neueröffnung des Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM), dem eigentlichen Grund meines Kurztrips in die Löwenstadt. Nach einem gemeinsamen FrĂŒhstĂŒck im Hotel ging es auch gleich zum Museum, wo wir zunĂ€chst in entspannter Runde plauderten und alles ĂŒber den sieben Jahren dauernden Umbau des Museums erfuhren. Diesen Blick hinter die Kulissen fand ich wahnsinnig spannend, ging ich wĂ€hrend meines Ethnologiestudiums auch stĂ€ndig im Völkerkundemuseum ein und aus. Jeder Museumsalltag ist anders, der im HAUM klang sehr spannend und abwechslungsreich!

HAUM Braunschweig

Rembrandt Familie

Im Anschluss bekamen wir eine HintergrundfĂŒhrung im Museum, wo uns die einzelnen Raumkonzepte erlĂ€utert und einige der ĂŒber 4000 Kunstwerke detailliert erklĂ€rt wurden. Ich hĂ€tte unserer sympathischen FĂŒhrerin ewig zuhören können, man bekommt durch ein wenig Hintergrundwissen einen ganz anderen Blick auf das jeweilige Kunstwerk – so ging es ĂŒbrigens nicht nur mir, wo immer wir stoppten, bildete sich eine Menschentraube, da auch die anderen Besucher zuhören wollten. Zur Eröffnung war das Museum eine Woche eintrittsfrei (sonst 9€/7€), was sehr gerne von der Bevölkerung aufgenommen wurde – ich werde definitiv noch einmal kommen, wenn es wieder leerer ist!

HAUM Braunschweig

HAUM Braunschweig

Nach der FĂŒhrung hatten wir noch etwas Zeit, die drei Etagen mit insgesamt 38 AusstellungsrĂ€umen zu bewundern, ich war nur irgendwann gar nicht mehr aufnahmefĂ€hig. Die einzelnen RĂ€ume sind mit farblich passenden WĂ€nden gestaltet, was man mag oder eben nicht. Mir persönlich gefĂ€llt diese Abwechslung sehr gut, da wird man immer wieder neu stimuliert und schaltet nicht ab und gleichzeitig unterstreichen die Farben die Stimmung der einzelnen Themen.

HAUM Braunschweig

Noch ist das Museumsbistro geschlossen, ab 2017 wird man sich dort aber eine Pause gönnen können, bevor man sich weiter auf Erkundungstour macht. Im oberen Stockwerk gibt es viele Skulpturen und Angewandte Kunst, man wird mit der Masse einiger SammlungsbestĂ€nde (Email, Majolika, FĂŒrstenberg-Porzellan) fast schon erschlagen, so viel gibt es. FĂŒr mich von Interesse waren auch die ostasiatischen und ethnologischen Objekte, die ich gar nicht erwartet hatte, richtig umgehauen hat mich aber der Raum fĂŒr junge Kunst. Diese Intervention mitten zwischen den Sammlungen sieht man nicht kommen, man betritt durch die TĂŒr eine vollkommen andere Welt und die im Moment gezeigten Installationen von Wolfgang Petrick sind genau mein Ding! Grotesk, morbide, aber irgendwie doch schön, haben sie mich sehr an der Heidelberg Project in Detroit erinnert.

HAUM Braunschweig

HAUM Braunschweig

Unsere Gruppe war nach dem Besuch gemĂ€ĂŸ des Museumsmottos „frisch verfĂŒhrt“ und einfach nur begeistert. Dass es solch eine beeindruckende Sammlung in Braunschweig gibt, ich hĂ€tte es nie erwartet und fĂŒhle mich wie ein Banause. Auch meine Familie und Freunde, denen ich allen schon davon erzĂ€hlt habe, sind ganz erstaunt, nie hatte jemand von dem Museum gehört. Das muss schleunigst geĂ€ndert werden und vielleicht kann ich ja auch einen von euch mit diesem Beitrag motivieren – da können sich einige Museen in Berlin, die viel mehr gehyped werden, nĂ€mlich mal eine Scheibe abschneiden!

HAUM Blogger

Leider hatten wir alle noch ein enges Tagesprogramm, weswegen wir uns nur noch schnell fĂŒr ein Gruppenbild in der Sonne versammelten und uns dann trennten. Mit dabei waren Alexandra & Matthias, Anna, Eva, Jessica, Melanie, Ulrike und Maria und ich habe mich besonders darĂŒber gefreut, dass auch Bloggerinnen aus Braunschweig direkt dabei waren, so konnte man noch ein paar Insidertipps erhalten.

Braunschweig

Braunschweig Kloster

FĂŒr mich ging es dann zunĂ€chst mit Eva in das Kloster St. Aegidien, worin sich auch das JĂŒdische Museum befindet. Erneut ging ich ohne wirkliches Vorwissen dorthin und wir hatten so eine spannende FĂŒhrung, ich bin begeistert, man merkt, dass auch hier einiges an Herzblut drinnen steckt. Davon abgesehen beeindruckt das GebĂ€ude an sich natĂŒrlich schon und man fĂŒhlte sich in eine andere Zeit versetzt; wer dem Trubel der Stadt etwas entfliehen mag, kann das hier in kĂŒrzester Zeit zu Fuß tun. Danach huschte ich zur Touristinfo und schnappte mir meinen Audioguide „Fokus Mittelalter“. Leider hatte ich nicht mehr allzu viel Zeit und musste mich auf einige SehenswĂŒrdigkeiten beschrĂ€nken – schön gemacht ist er aber und wer keine Lust auf eine FĂŒhrung mit Guide hat, kann hier getrost auf eigene Faust losziehen!

Braunschweig Audiotour

York Schmitz

FĂŒr mich ging es dann noch zum Handelsweg, wo ein paar kleine Galerien, das sehr schöne Cafe (mit Plattenladen & Ausstellungen) Riptide sowie ein paar nette Interior Design LĂ€den sind. Im ein Raum entdeckte ich eine Ausstellung von York Schmitz, die ich ganz fĂŒr mich alleine hatte, was nach dem Andrang im Museum eine willkommene Abwechslung war. Bevor mein Zug fuhr, traf ich mich noch einmal mit Melanie und Anna beim Happy Rizzi Haus, was ein nunja sehr speziell aussehendes Haus ist (die Modekette New Yorker hat hier ihre BĂŒros). Danach verzweifelten wir ein wenig bei dem Besuch, ein Cafe mit noch drei PlĂ€tzen zu finden und schlussendlich landeten Melanie und ich irgendwo am Kornmarkt.

Happy Rizzi Haus

Ihr merkt es, ich bin von Braunschweig absolut begeistert und schÀme mich fast ein wenig, noch nie zuvor mal aus dem Zug ausgestiegen zu sein. Ich habe zwar schon einiges gesehen, aber im Sommer muss ich doch noch einmal wiederkommen, das Museum alleine in Ruhe besuchen und mich bei schönem Wetter durch die Stadt treiben lassen. Vielleicht gefÀllt mir die Stadt so gut, da es irgendwie (wenn man meinen Vornamen mal nimmt) eben auch meine Stadt ist und es wirklich an jeder Ecke Löwen gibt!

Braunschweig

Seid ihr schon einmal in Braunschweig gewesen? Vielleicht ja sogar schon im neu eröffneten HAUM? FĂŒr Kunstliebhaber kann ich es nur empfehlen und von Berlin aus ist es auch wirklich nicht weit weg. HĂ€tte ich mehr Zeit gehabt, rund um Braunschweig gibt es auch noch viele Wanderwege, die laut Internet sehr schön sein sollen..aber das macht im Sommer auch mehr Spaß! 🙂

Vielen liebe Dank an das Herzog Anton Ulrich-Museum sowie das supernette Team vom Stadtmarketing Braunschweig!

[Reisen] Ausflug in die Löwenstadt Braunschweig #1

Was Kurztrips in deutsche StĂ€dte angeht, so bin ich eine echte Niete. Zwar kann ich die meisten Orte geographisch recht gut auf der Karte einordnen, mehr als den Bahnhof habe ich aber selten gesehen. So ging es mir auch mit Braunschweig. Seit Jahren schon stoppe ich mit dem ICE dort auf dem Weg nach Berlin, ausgestiegen bin ich nie. Einmal fuhren wir mit einem Sprinter runter nach Darmstadt und nahmen kurz vor Braunschweig am Flughafen zwei Hasen (jupps, das Leben ist manchmal komisch) fĂŒr eine Familie mit, die ihnen in SĂŒdhessen ein neues Zuhause gegeben haben. Doch auch damals konnten wir uns leider nicht motivieren, mal in die Stadt zu fahren. Was ein absoluter Fehler war, denn ich bin soooo begeistert von der Löwenstadt, die ich nun dank dem lieben Team vom Stadtmarketing erleben durfte! Tausend Dank noch einmal fĂŒr diesen tollen Aufenthalt in „eurer“ Stadt, ich verstehe mittlerweile, wieso ihr hier so gerne lebt! Der Name „Löwenstadt“ ist hier ĂŒbrigens echt Programm, ich habe zu Beginn meines Aufenthaltes noch jeden Löwen fotografiert, das wurde aber schnell zu viel, denn sie sind ĂŒberall!

Braunschweig

Fokus unserer Bloggerreise lag auf der Neueröffnung des Herzog Anton Ulrich-Museums, darauf gehe ich im morgigen Beitrag ein. Heute will ich euch ein paar EindrĂŒcke von der Stadt geben und was wir dort noch so gemeinsam als Gruppe getan haben. Von Frankfurt aus fuhr ich mit dem ICE schon sehr frĂŒh los und hatte somit noch den gesamten Nachmittag zur VerfĂŒgung, bevor es zum gemeinsamen Kennenlern-Abendessen ging. Vom Bahnhof aus kann man schnell in die Stadt laufen, wo ich an einem schönen Park mit Fluß (die Ocker geht einmal um die Stadt herum) vorbeikam und erstmal eine Pause an der frischen Luft machte. Untergebracht wurden wir im Best Western City Hotel, welches ich euch nicht unbedingt empfehlen wĂŒrde, die Mitarbeiter sind allerdings alle enorm freundlich und ließen mich mein GepĂ€ck schon mal dort lagern.

Braunschweig

Vom Hotel aus stolperte ich direkt ans Hauptpostamt (ein herrliches GebĂ€ude), lief ein paar Meter und stand auf einem großen Platz, der mir signalisierte, hier bist du in der FußgĂ€ngerzone. Diese ist ĂŒbrigens riesig, ich verlief mich auch gleich mal, aber zum GlĂŒck stehen immer wieder Orientierungsschilder an der Seite. Von der Architektur her die Altstadt eine schöne Mischung aus historischen HĂ€usern, einige noch mit Fachwerk und neueren GeschĂ€ftsfassaden, was aber gut funktioniert. Fachwerk kenne ich aus dem Odenwald zwar zur GenĂŒge, aber immer nur in kleineren Dörfern, nie so sehr in einer Stadt und davon musste ich (trotz Regen) einige Fotos machen.

Braunschweig

Erste Anlaufstelle waren der Dom und die Burg Dankwarderode, wobei ich ersteren gleich besichtigte. Kostet keinen Eintritt und man bekommt noch einen ehrenamtlichen Guide dazu, super! Heinrich der Löwe ließ den Dom mit seinen romanischen Kunstwerken fĂŒr seine Frau Mathilde und sich errichten und man kann hier ihr Grabmahl besichtigen. Besonders interessant fand ich den siebenarmigen Leuchter, der ĂŒber dem Marienaltar thront und etwas fehl am Platz wirkt. Die Burg Dankwarderode bietet mit dem gesamten Domplatz ein hervorragendes Motiv fĂŒr Bilder und ich wĂŒsste jetzt schon, dass all meine nordamerikanischen Freunde vor Begeisterung juchzen wĂŒrden!

Braunschweig

FĂŒr mich ging es weiter ins Schlossmuseum, denn dieses wollte ich mir unbedingt angesehen. Genauer gesagt, hat Christo vor dem Museum die Installation Package on a hunt stehen, die ich sehen musste. Normalerweise ist seine Kunst zeitlich beschrĂ€nkt, dieses Werk wird allerdings nicht wieder ausgepackt und ach, ich stand dĂŒmmlich grinsend auf diesem trubeligen Platz, wo der Wagen stand und sonst von niemandem beachtet wurde. „Hallo, sie laufen hier an grandioser Kunst vorbei“, kam mir ein paar Mal leise ĂŒber die Lippen!

Das Schlossmuseum selbst ist auch ein kleiner Geheimtipp von mir, bei 3€ Eintritt waren meine Erwartungen nicht sehr hoch, wurden aber um einiges ĂŒbertroffen. Noch recht neu, ist das Museum sehr interaktiv gestaltet, man erhĂ€lt einen Audioguide und kann sich selbst durch die Ausstellung fĂŒhren. Es gibt viele Informationen, Geschichten, Musik und man kann z.b. im weißen Saal an einer gedeckten Tafel Platz nehmen, wĂ€hrend man dem Guide zuhört. Eine herrliche Spielerei, mit der ich etwas ĂŒber eine Stunde Spaß hatte. Viel besucht war das Museum nicht, ich fĂŒhlte mich ein wenig, als wĂŒrde ich in meinem neuen, sehr schönen Schloss herumspazieren.

Braunschweig

Braunschweig

Braunschweig

Apropos Schloss, hier fiel ich doch wirklich meiner Unwissenheit zum Opfer und hĂ€tte unsere gemeinsame StadtfĂŒhrung echt frĂŒher gebraucht. Wenn ich Schloss denke, dann sehe ich ein altes, imposantes GebĂ€ude vor mir. Ich komme also zum Schlossplatz, sehe die Quadriga und gehe durch die großen Tore des GebĂ€udes – und stehe mitten in einem gigantischen Einkaufszentrum. Was war ich verwirrt! Statt meines Museums sah ich nur Rolltreppen, GeschĂ€fte und herumwuselnde Menschen mit Taschen. Das „neue“ Schloss steht aber noch gar nicht mal so lange, davor war es ein Park und davor stand das Schloss schon einmal. Damit es möglichst historisch korrekt aussieht, wurden beim Neubau viele original Teile verwendet und als Kompromiss wurde nicht nur Schloss, sondern auch Einkaufszentrum daraus. Absolut verrĂŒckt, wenn man ĂŒberlegt, dass man mal kurz zu DM will und dafĂŒr ins Schloss muss. Klingt nicht ganz nach meinem normalen Lebensstandard, nach dem ersten Schock hatte ich aber Spaß darin und nutze diese skurrile Situation fĂŒr eine kurze Pause aus (gutes, kostenloses WLAN gibt’s natĂŒrlich auch).

Apotheke Braunschweig

Nun wurde es Zeit fĂŒr das Kennenlernen der anderen Blogger, wir bekamen nĂ€mlich eine StadtfĂŒhrung. Leider regnete es etwas und wurde auch schon dunkel, aber ich mag solche gefĂŒhrten Entdeckungen sehr und unserer FĂŒhrerin, Frau Billmann, brachte uns die Geschichte der Stadt amĂŒsant nĂ€her. Man kann diese FĂŒhrung (und noch viele mehr) im TourismusbĂŒro der Stadt buchen – oder sich dort einfach informieren lassen, was man so machen kann. Insgesamt bekam ich zu den meisten Orten, an denen ich den Tag ĂŒber schon vorbeilief, nun ein paar SĂ€tze und konnte alles besser einordnen – Braunschweig hat spannende Ecken! Im Anschluss ging es in die Apotheke, die wann immer ich davor/danach dran vorbeilief, enorm gut besucht war. Dort verbrachten wir einen schönen Abend mit gutem Essen (probiert unbedingt die hausgemachten Limonaden) und noch besseren GesprĂ€chen und ich freute mich schon darauf, den nĂ€chsten Tag mit diesen lieben Bloggern verbringen zu dĂŒrfen. Unser Highlight – der Besuch des HAUM – stand ja noch auf und so ging es nicht allzu spĂ€t ins Bett!

[Reisen] 3 Monate Indien!

Es ist mal wieder Zeit, meinen Rucksack zu schultern, den Dreamliner von Air India zu besteigen (wenn er denn nicht wieder einfach gestrichen wird, ohne dass einem Bescheid gesagt wird) und nach Indien, genauer gesagt nach Varanasi, zu fliegen. Nach dem zwar wunderschönen, aber wirklich verflucht kalten kanadischem Winter letztes Jahr, zieht es mich dieses Mal in wĂ€rmere Gefilde. War eigentlich Madagaskar (und ein Zwischenstop auf einer griechischen Insel, wobei ich davon nicht wirklich angetan war) geplant, kommt das Leben meist doch anders als geplant und so sitze ich heute Abend eben wieder im Flieger gen Osten 🙂

FĂŒr mich ist es jetzt das vierte Mal Indien, hĂ€tte man mir das mal vor zehn Jahren erzĂ€hlt, ich hĂ€tte es nicht geglaubt. Damals war ich noch im Grundstudium (Ethnologie) mit Schwerpunkt Australien, wollte dorthin und nach Papua-Neuguinea. Aber nach 3x sechs Monaten Indien davon (sechs Monate in Delhi und 12 Monate in Varanasi) fĂŒhle ich mich dort schon fast zuhause und ja, vermisse es. So beschwerlich das Leben manchmal ist (kein Strom, Wasser, Internet), so atemberaubend ist es gleichzeitig und ich freue mich schon so sehr darauf, den ersten Affen und den ersten WasserbĂŒffel zu treffen – von all meinen Freunden dort erst zu schweigen, mit denen ich trotz fast drei Jahren ohne Besuch noch Kontakt habe. Wer etwas ĂŒber meine vorherigen Besuche lesen mag, auf Viva Varanasi habe ich ein wenig geschrieben.

Diesmal werde ich aber auch hier von meinen Erlebnissen berichten, so oft es nur geht und versuchen, möglichst viele meiner EindrĂŒcke zu teilen. Bei Fragen zum Reisen durch Indien (z.b. alleine als Frau, das bekomme ich recht oft) könnt ihr mich gerne anschreiben – oder solltet ihr zufĂ€llig in den nĂ€chsten Wochen durch Nordindien reisen, kommt doch mal vorbei! Varanasi ist die Stadt, die ich jedem Indienreisenden ans Herz leben wĂŒrde, an so einem atmosphĂ€risch aufgeladenen, historisch sich so bedeutsam anfĂŒhlenden Ort war ich in meinem Leben sonst noch nie. Die Menschen, die man hier trifft – sowohl Einheimische als auch Reisende – sind so herzlich und offen, ich kann die guten, tiefgrĂŒndigen GesprĂ€che gar nicht mehr aufzĂ€hlen, die ich hier gefĂŒhrt habe und mit so vielen noch immer eine Verbindung (und seien es nur drei FB-Nachrichten im Jahr) habe. Dieses Mal wird wohl auch das erste Indienjahr sein, wo ich keinen Besuch bekomme, also entweder alleine reisen oder jemanden vor Ort kennenlernen werde!

Dieses Mal sind es jetzt „nur“ drei Monate, die wahrscheinlich nur so verfliegen werden, aber mittlerweile kenne ich meinen Körper und weiß, dass er ab Monat 5 in Indien einfach nicht mehr kann, nur noch auf Reserve lĂ€uft und wenn dann die falsche MĂŒcke zusticht, wird es echt nicht mehr schön. Dann kriegt man noch vom Arzt auf der Straße ein Medikament, ohne Verpackung etc und findet heraus, dass man auf das Antibiotika allergisch ist..insgesamt wĂŒrde ich sagen, hat mein Überlebenswille dieses Mal bei der Flugbuchung dominiert und gesagt, das reicht!

Sehr freue ich mich ĂŒbrigens darĂŒber, dass ich dieses Mal mein iPhone mitnehme und so halbwegs gute Bilder machen kann (sonst hatte ich nur ein „wird dir nicht geklaut“-uralt Handy dabei, was gar nichts konnte) und wenn ich genug Platz habe, darf sogar noch meine „richtige“ Kamera mit. So oft erzĂ€hle ich nĂ€mlich von Momenten in Indien, die mir einfach keiner glauben will..und so kann ich sie dann einfach mal zeigen und auch mit euch teilen. So normal Indien fĂŒr mich ist, so exotisch ist es ja fĂŒr viele andere immer noch..dabei wĂ€re ich z.b. auf Mallorca verloren, fĂŒr mich absolut unbekanntes Terrain 😉

Neben unendliche Mengen an leckerstem vegetarischen Essen in mich stopfen, werde ich natĂŒrlich auch die Orte meiner Forschung fĂŒr die Doktorarbeit besuchen und schauen, wie Varanasi sich sonst so verĂ€ndert hat. Bevor es zurĂŒck nach Deutschland geht, werde ich auch noch einmal fĂŒr ca eine Woche nach Delhi, Freunde vom Goethe-Institut (da war ich mal Praktikantin) treffen, die Stadt neu entdecken und viel Kram einkaufen (das Tolle bei Air India ist nĂ€mlich, dass man 2x 23kg frei hat, wenn man es nur irgendwie zum Flughafen bekommt *g*). Wenn ich dann vielleicht noch jemanden fĂŒr einen Kurztrip finde und die Straßen frei sind, soll es ĂŒber Weihnachten herum noch nach Kathmandu gehen (so viel zu ich entfliehe der KĂ€lte, ab in den Himalaya) und nach Kalkutta zu einer Hochzeit..aber das wird nicht geplant, sondern einfach getan!

Ich hoffe, ihr habt Lust auf dieses Indien-Abenteuer mit mir, natĂŒrlich gibt es auch andere BeitrĂ€ge, ich bloggte auch noch einiges vor, sollte das Internet wirklich noch so crappy wie vor drei Jahren sein..ab 16.2. ist dann wieder alles beim Alten bzw ich zumindest wieder in Deutschland. FĂŒr wie lange, wer weiß! 🙂 Seid ihr schon einmal in Indien gewesen oder steht es auf eurer Reise-Liste? Dann nur zu!

[Reisen] Mein Urlaub auf den FÀröer-Inseln!

„Wo fĂ€hrst du hin?“ war wohl so ziemlich die hĂ€ufigste Reaktion, als ich erzĂ€hlte, dass ich auf die FĂ€röer-Inseln fahren werde. Haben die meisten zwar schon mal gehört, aber wo diese Inseln so genau liegen, war dann schon eher unbekannt. Sie befinden sich grob gesagt zwischen Island und Schottland und sind autonom, gehören aber zur dĂ€nischen Krone. Hin kommt man auch sehr gut von Kopenhagen aus mit der eigenen Airline Atlantic Airways, die Strecke fliegen sie einmal tĂ€glich. Ich persönlich wollte hin, seit ich in Island war, da mich besonders die Landschaft dort wahnsinnig neugierig gemacht hat. Ein paar Tage Ruhe von der Welt fand ich aber auch ganz gut. Normalerweise sind die FĂ€röer-Inseln verdammt teuer, ich bin aber gerade nach der Saison geflogen, habe in gĂŒnstigen Hostels gewohnt und eben von Nudeln gelebt – dann kann man sich das auch mal leisten.

Bevor ich euch in einem weiteren Beitrag alles ĂŒber meine Erlebnisse erzĂ€hlen, Tipps und Tricks verraten werde und was sich vielleicht nicht so sehr lohnt, habe ich aber erst einmal ein kleines Video zusammengeschnitten, einfach um zu zeigen, wie es dort so aussieht. Vielleicht hat ja der ein oder andere Lust, sich ein paar Minuten an diesen doch eher unbekannten Flecken Erde zu begeben:

Verraten kann ich euch schon einmal, dass ich unbedingt wieder hin will, die Landschaft hat mich in ihren Bann gezogen und ich wĂŒrde sie sehr gerne noch einmal im FrĂŒhling oder Sommer erleben. Dann aber vielleicht doch mit jemandem, denn es war sehr schwierig, Leute vor Ort kennenzulernen. Nicht, dass sie unfreundlich waren, oftmals scheiterte es aber doch an der Sprache oder auch daran, dass einfach niemand da war. War jetzt der kleine Kontrast zu Indien, wo ich in zwei Wochen endlich wieder bin.

Ich hoffe, euch hat das Video gefallen – seid ihr denn auch schon einmal dort gewesen? Oder wollt ihr auch einmal hin? 

[Reisen] Kurzurlaub in der Eifel!

Mein konstanter Reisedrang zieht mich meist ganz schön weit weg, dabei gibt es auch in der NĂ€he so viele sehenswerte Flecken zu entdecken. Da kam der Urlaub meiner Mama gerade recht, um mal wieder ins Auto zu springen und eine Ecke in Deutschland zu besuchen, die wir noch nicht kannten. Diesmal wollten wir nicht lange im Auto sitzen und entschieden uns, einmal durch HunsrĂŒck & Eifel zu fahren, etwas Natur, Kultur und Wellness zu bekommen und erholter zurĂŒck nach Hause zu kommen. Meine Vorstellung von der Vulkaneifel bestand eigentlich nur aus Maaren, Bergen und Weinbergen am Fluss, somit war ich gespannt, wie es in der RealitĂ€t aussehen wĂŒrde.

Eifel Wandern

Am Montag frĂŒh ging es von Frankfurt/Main aus los und da es stark regnete, stoppten wir erstmal im Fashion Outlet in Montabaur. Bei Nike und The Body Shop wurden wir auch gleich fĂŒndig und nach einem Kaffee ging es weiter Richtung Bad Bertrich – wer etwas mehr Zeit hat, von dem kostenfreien Parpkaltz (fĂŒr 4 Stunden) dort, kann man auch gemĂŒtlich bei schönem Wetter in die Altstadt schlendern, das fiel bei uns nur leider ins Wasser.

Direkt im fĂŒr sein Heilwasser bekannten Kurort Bad Bertrich schliefen wir allerdings nicht, wir suchten uns ĂŒber booking.com (keine bezahlte Werbung, ich buche 99% meiner Hotels dort) eine Bleibe in der NĂ€he. FĂŒr nur 35€/Nacht fĂŒr uns beide kamen wir im Ferienhaus Lenarzt in Kliding unter und bis auf die Tatsache, dass die Heizung einfach nicht heiß werden wollte, war es dort auch sehr schön. Die Besitzerin ist superlieb und man merkt, dass ihr es einfach Freude bereitet, andere Menschen von ihrer Heimat zu begeistern und so zogen wir mit enorm vielen Tipps ab. Da das Wetter aber nicht mitspielen wollten, machten wir nur eine einstĂŒndige Rundwanderung in der NĂ€he, nĂ€mlich den Erlebnisweg Achterhöhe. Er hat eine sehr leichte Schwierigkeit, ist angenehm in einer Stunde durch Wald und Feld zu laufen und man hat einen tollen Blick ĂŒber die Eifel (bei uns gab es mystischen Nebel, das hatte auch was). Eichhörnchen und Reh trafen wir auch, der Naturteil war also fast schon abgehakt.

Eifel Wandern

Schalkenmehrener Maar

Schalkenmehrener Maar

Da ich aber Maare erleben wollte, ging es noch zum Pulvermaar, was direkt neben dem Holzmaar liegt, wenn man noch ein anderes Maar sehen mag. FĂŒr mich war es etwas enttĂ€uschend, da es im Grunde nur ein runder See ist, der zwar schön klares und tiefes Wasser hat, ich habe aber irgendwie noch abfallende Felsen am Ufer erwartet. Naja, die Felsen gab es sonst aber stĂ€ndig beim Autofahren, da man eigentlich immer bergauf oder bergab fĂ€hrt und das in teilweise ganz schön abenteuerlichen Kurven 😉 Wir liefen dann noch etwas am Maar entlang, bis es dunkel wurde. Das Schalkenmehrener Maar sahen wir uns am nĂ€chsten Tag noch an, man kann um die meisten Maare herumlaufen und wĂ€re schöneres Wetter gewesen, hĂ€tten wir das auch getan. So waren unsere Maar-Besuche nur recht kurz – einatmen, ausatmen, Foto machen und weiter. Im Sommer kann man hier ĂŒbrigens sehr gut schwimmen gehen und das hĂ€tte ich schon gerne getan, aber das Wasser war leider schon viel zu kalt (und ich viel zu verweichlicht).

Eifel

Vegetarisch und nicht gut bĂŒrgerlich essen, ist etwas schwieriger – montags hatte alles entweder zu, es gab in den kleinen Ortschaften nichts, wo ich etwas zu essen fand und in den „schicki-micki“-Kurhotelrestaurants wollten wir nicht essen. In Lutzerath wurden wir dann aber doch noch beim Döner fĂŒndig, da gab es vegetarische Döner (u.a. mit Cocktailsoße, sehr kurios) und verdammt gute Pommes. Solltet ihr abends was suchen, in diesem Ort gibt es auch noch ein paar LebensmittelgeschĂ€fte und im Norma einen guten BĂ€cker, wo wir dann auch mal frĂŒhstĂŒckten. Die umliegenden Ortschaften sind aber recht tot, man muss dann schon nach Bad Bertrich oder nach Cochem an die Mosel runterfahren, ohne Auto ist man hier auch recht verloren.

Cochem

Runter an die Mosel wollten wir natĂŒrlich auch und so fuhren wir nach Cochem, was eine schöne Altstadt mit kleinen GĂ€sschen und alten GebĂ€uden hat. Highlight hier ist ganz klar die Reichsburg, die wir aus der Ferne bestaunten, nicht jedoch besichtigten. Uns stand der Sinn nach Wellness und Entspannung und wir flohen vor dem grauen Wetter in die Vulkaneifel-Therme. Wir gönnten uns eine Tageskarte fĂŒr Bad und Sauna (18,50€) und ich ließ mich noch massieren, was mir sehr gut gefiel. Die Therme ist nicht die grĂ¶ĂŸte ihrer Art, noch sind die AufgĂŒsse enorm ausgefallen, aber es waren nur wenige Menschen dort und das Heilwasser, was dort in jedem Becken war, tat meiner Haut auch gut. WĂŒrde ich definitiv wieder hingehen! Wir blieben bis zum Schluss dort und fuhren danach fix und fertig, aber tiefenentspannt in unsere Ferienwohnung.

Vulkaneifel Therme

Am nĂ€chsten Tag war schon unser Abreisetag, wir entschieden uns, bis nach Koblenz an der Mosel entlangzufahren und hatten endlich auch etwas Sonnenschein. Einen Zwischenstopp legten wir an der Burg Eltz ein, zu der wir eine kurze Wanderung (20-25 Minuten) machten. Waren wir auf dem Weg fast alleine, wurde es auf der Burg ganz schön voll und so genoßen wir sie nur von außen und sahen uns nicht die InnenrĂ€ume an. Bei mehr Zeit wĂŒrde ich das bei einem zukĂŒnftigen Besuch aber definitiv tun, da die FĂŒhrungen sehr gut sein sollen.

Burg Eltz

Burg eltz

Burg Eltz

Auf dem Weg entlang der Mosel kommen einem aber stĂ€ndig links und rechts Burgen und Schlösser in den Weg, wer mag, kann hier eine ganze Reihe besichtigen und viel Zeit verbringen. Die vielen kleinen Ortschaften habe auch sehr schöne historische Ortskerne, wir bewunderten einige sehr alte Kirchen auf unserem Weg. Ganz klar ist die Strecke auch fĂŒr Weinliebhaber ein El Dorado, man kommt stĂ€ndig an einem Weingut vorbei, wo das Schild „Weinprobe“ aushĂ€ngt; leider sind weder meine Mama noch ich Wein-Menschen und somit war das nichts fĂŒr uns. Wir bestaunten lieber die herbstlich eingefĂ€rbten BĂ€ume und Weinberge und stoppten erst wieder in Koblenz.

Deutsches Eck Koblenz

Wieder eine Stadt, die ich nur vom Namen her kannte und außer dem „Deutschen Eck“ auch nichts damit assoziieren konnte. Direkt dort parkten wir dann auch, ließen den Ort etwas auf uns wirken und spazierten dann einfach mal durch die Innenstadt. Mein Herz hĂŒpfte beim Anblick des Forum Confluentes, ein absolut grandioses GebĂ€ude und hĂ€tten wir mehr Zeit gehabt, hĂ€tte ich mich gerne auch in der sich darin befindenden Bibliothek umgesehen. Da Koblenz aber nur 150km entfernt ist, werde ich da bestimmt noch einmal hinfahren.

Forum Confluentes

Auch wenn unser Ausflug etwas vom schlechten Oktoberwetter ĂŒberschattet war, habe ich wieder einen schönen Flecken Deutschlands entdecken können, der mir besonders von seinen waldreichen HĂŒgeln, dem stimmungsvollen Nebel und den steilen, schroffen Bergen her gefiel. Hat man davon die Nase voll, kann man dann aber gemĂŒtlich direkt an der Mosel entlangfahren, was bestimmt im Sommer mit den FahrrĂ€dern eine schöne Sache ist. Wir trafen ĂŒbrigens verdammt viele Wohnwagen, bei denen die Saison wohl noch lange nicht vorbei ist. Wenn ihr Einsamkeit sucht, die findet ihr hier oben bestimmt, besonders in den kleinen Dörfern sahen wir so gut wie keine Menschen. Praktisch ist auf jeden Fall ein Navi, ohne mein Smartphone wĂ€ren wir teilweise ganz schön aufgeschmissen gewesen, da Ortsschilder eher Mangelware sind und auch die SehenswĂŒrdigkeiten und Wanderwege nicht wirklich gut gekennzeichnet sind („alle Wege fĂŒhren nach Lutzerath“). Vorherige Recherche im Internet lohnt auch, wobei die Menschen sehr offen und hilfsbereit sind – ein Ă€lterer Mann in der Sauna hörte gar nicht mehr auf, mir Tipps zu geben, die wir dann auch umsetzten. Von unseren Ausgaben her wĂŒrde ich die Region auch als sehr gĂŒnstig einordnen, wobei wir aber eben auch nicht in schickeren Restaurants unterwegs waren – eher FrĂŒhstĂŒck beim BĂ€cker und abends was beim Döner bzw eben unterwegs..aber so reise ich nun mal viel lieber. In der Ferienwohnung hatten wir auch eine vollausgestattete KĂŒche, aber nee..dafĂŒr fĂ€hrt man ja nicht in den Urlaub.

Seid ihr schon einmal in der Eifel gewesen? Wenn ja, was könnt ihr besonders empfehlen? Und welchen Flecken Deutschlands muss ich mir noch ansehen? Heute geht es fĂŒr mich erst einmal nach Braunschweig, da war ich bisher auch nur am Bahnhof und ich bin schon sehr gespannt, wie mir die Löwenstadt gefallen wird. Tipps hierfĂŒr nehme ich natĂŒrlich auch sehr gerne!

[Reisen] Mein Besuch auf der Frankfurter Buchmesse!

Wie eigentlich jedes Jahr – außer ich bin im Ausland – ging es auch letzte Woche wieder auf die Frankfurter Buchmesse. Schon als kleines Kind habe ich es geliebt, dort BĂŒcher zu entdecken, Lesungen und Diskussionen zu lauschen und sich einfach inspirieren zu lassen. Wenn einem Lesen, Schreiben und der Austausch darĂŒber so eine Freude machen, gibt es auch kaum bessere Orte, um Gleichgesinnte zu treffen. Dieses Jahr war Flandern & die Niederlande Gastland, was ich zunĂ€chst ein bisschen langweilig fand, ich werde das im nĂ€chsten Abschnitt aber noch revidieren! Im Nachfolgenden gibt es jetzt ein paar Impressionen und Erlebnisse von meinem Besuch, an dem ich verrĂŒckte 15 Kilometer durch die Hallen lief!

Buchmesse Frankfurt 2016

Um mein Presseticket auszunutzen und den Menschenmassen etwas zuvorzukommen, besuchte ich die Messe schon letzten Freitag, wo sie zum GlĂŒck noch nicht fĂŒr jeden zugĂ€nglich war. Aber auch da ist sie schon gut gefĂŒllt und teilweise war es schwierig, bei den jeweiligen Lesungen/Diskussionen noch einen Platz zu bekommen. Gut organisiert wie ich bin, schaue ich vorher nie ins Programm, sondern lasse mich einfach treiben und mich ĂŒberraschen, wen/was ich an dem Tag alles erlebe.

Diesmal fing der Tag grandios im Flandern-Pavillon an, den ich eigentlich „nur so im Vorbeigehen“ abhaken wollte, ich Banause! Da lag nĂ€mlich einfach so das neue Werk von Herman Koch, dessen BĂŒcher ich wahnsinnig gerne lese, nur irgendwie dachte, dass er Schwede sei. Dann nahm ich das Buch in die Hand und wurde fluggs von einer Mitarbeiterin angesprochen, wenn mich das Buch interessieren wĂŒrde, der Autor sĂ€ĂŸe da gerade auf der BĂŒhne. Hallo Karma, danke, dass wir uns gerade wieder so gut verstehen, da konnte ich doch noch die letzten 15 Minuten diesem großartigen Schriftsteller lauschen. Dass er im Anschluss auch noch die BĂŒcher signierte, hach, ich war ja hin und weg – bis ich mich erinnerte, dass ich gar kein Bargeld habe und somit auch nicht zuschlagen kann..nunja, irgendwann lese ich es auch noch ohne seine Unterschrift darin 😉

Buchmesse Frankfurt 2016

Ganz oben links sitzt u.a. Herman Koch; danach stolperte ich ĂŒber ein GesprĂ€ch mit Katja Lange-MĂŒller, die ĂŒber ihr neues Buch DrehtĂŒr (klick) und die Thematik des Helfens sprach. Klang wahnsinnig spannend und landete jetzt auch auf meiner To-Read-Liste. WettermĂ€ĂŸig war es jetzt nicht allzu schön, die AbkĂŒhlung draußen tat aber immer wieder ganz gut, in den Hallen war es stickig-warm. Im Lesezelt schaute ich auch vorbei und hörte begeistert drei mir unbekannten Fantasy-Autoren zu, wie sie ihre Welten entwerfen und wie sie im Allgemeinen so arbeiten. Dann stolpert man natĂŒrlich stĂ€ndig ĂŒber spannende BĂŒcher – von Aravind Adiga habe ich White Tiger geliebt und kann es gar nicht abwarten, Golden Boy (klick) zu lesen. Das kaufe ich mir aber erst nĂ€chsten Monat, wenn ich eh wieder in Indien bin und es in der passenden Umgebung lesen kann.

Buchmesse Frankfurt 2016

In einem Raum voller wunderbar illustrierter Postkarten an WĂ€nden konnte man sich seine liebste Karte abreißen; ich war damit aber am Ende der Messe so ĂŒberfordert, dass ich einfach keine Karte mitnahm, mich aber mit den zwei Standbetreuern unterhielt. Unbedingt ansehen wollte ich mir den neuen Bildband von David Hockney, dessen Bilder ich sehr mag und ihn auch als Menschen einfach nur sympathisch finde. Hier wurde ich auch nicht enttĂ€uscht und blĂ€tterte lange darin herum. Highlight fĂŒr mich war auch die Indiecom, wo unabhĂ€ngige Magazine vorgestellt wurden und eben deren Herausgeber. Wahnsinnig spannend und ich habe mich sehr in das Magazin Das Wetter verliebt – hier werde ich mir ein paar alte Ausgaben bestellen mĂŒssen, denn ach..ich war schon beim ersten Artikel gefesselt. Jedes Jahr steht vor der Buchmesse ein Stand mit Stempel und jedes Mal will ich mir einen kaufen, den ich quasi als Siegel auf meine Briefe drĂŒcken könnte. Jedes Jahr komme ich aber dann zu dem Schluß, dass ich keine Briefe schreibe und es somit sinnfrei ist..aber schön anzusehen sind sie trotzdem!

Buchmesse Frankfurt 2016

Das Magazin Froh! gefiel mir ebenfalls wahnsinnig gut und es kam auf die „irgendwann mal“-Liste. Die beiden Ladys da oben waren grandios, sie hatten BackbĂŒcher, die sich um Rezepte mit nur vier Zutaten drehten und wahnsinnig gute Laune und Energie! BedrĂŒckend ging es bei einer Kiste zu, in die man sich symbolisch 15 Minuten einschließen lassen konnte, um all den Journalisten zu gedenken, die gerade weltweit eingesperrt sind. Bei Davert stolperte ich ĂŒber ein Kochbuch mit veganen/vegetarischen Gerichten, die ich alle wahnsinnig gut fand. Die Produkte der Marke mag ich und wĂŒrde ich noch KochbĂŒcher kaufen (statt nur Blogs zu lesen), das wĂ€re bei mir eingezogen, denn es ist sehr schön gestaltet.

Buchmesse Frankfurt 2016

Das Buch Mann und Frau auf Weltreise (gibts auch bei Amazon) fand ich vom Konzept her toll, da das Buch aus beiden Perspektiven geschrieben ist. Als ich mich so am Einlesen war, sprach mich dann ein Mann an und nach kurzem Nachdenken merkte ich, dass es der Mann vom Cover war. Mit Karsten quatschte ich dann kurz und fand sehr sympathisch, was er mir so erzĂ€hlte. Da ich Reiseberichte wahnsinnig gerne lese und ihr Projekt unterstĂŒtzenswert finde, kommt das Buch bestimmt auch bald zu mir. Über Wigald Boning und sein Buch „Im Zelt“ (gibts hier) stolperte ich zufĂ€llig, fand sein Interview aber wahnsinnig lustig und auch das Konzept des „Irgendwo-Schlafens“ war mir sehr bekannt. Ich hatte in Kanada zwar ein Auto statt ein Zelt, doch sonst hatten wir durchaus Ă€hnliche Erlebnisse. Bestimmt ein lustiges, kurzweiliges Buch, welches ich auch lesen wĂŒrde, sollte es meinen Weg kreuzen. Das Gegenteil von Einsamkeit von Marina Keegan kannte ich schon durch diverse Zeitungsartikel; die 22-JĂ€hrige starb wenige Tage nach ihrem Abschluss in Yale bei einem Autounfall, wurde schon als neues literarisches Ausnahmetalent gefeiert und ihre Texte jetzt nach ihrem Tod von ihren Eltern veröffentlicht. Ich kenne nur ihre Abschlussrede, die noch immer online bei der Yale Daily News steht und blĂ€tterte jetzt etwas in diesem Buch herum. Aber ach, irgendwie hat es fĂŒr mich etwas von „Kapital herausschlagen“ statt „sie zu wĂŒrdigen“ und somit weiß ich nicht, ob ich es lesen mag. Schwierige Sache!

Insgesamt hatte ich, wie immer, einen tollen Tag, der mich mit vielen Ideen versorgt hat und mich auch motiviert hat, denn irgendwann mag ich doch auch mal mein Buch auf der Buchmesse vorstellen 🙂 War jemand von euch auch da? Was hat euch besonders gut gefallen? Ich habe es bisher noch nie nach Leipzig auf die Buchmesse geschafft, was echt peinlich ist, aber irgendwie habe ich dort nie Zeit..vielleicht ja nĂ€chstes Jahr!

Lieblingsorte in Berlin (22): BinnendĂŒnenlandschaft Baumberge & Tegeler See

Vor lĂ€ngerem stolperte ich ĂŒber einen Beitrag von einem Paar, welches am Wochenende immer zu einer anderen Endhaltestelle der Berliner U- und S-Bahnen fuhr und von dort loswanderte ins Abenteuer. Da wurde zwar gleich das ganze Wochenende gezeltet, was ich nicht ganz so prickelnd fand, aber die Idee an sich schon. Denn auch wenn ich jetzt schon lange immer wieder in Berlin wohne, die Gegend außerhalb des Rings ist mir fremd. Von Endhaltestellen fange ich da gar nicht an, wenn Potsdam nicht zĂ€hlt, war ich wohl bei keiner 😉 Somit nahm ich meinen komplett freien Mittwoch als Anlass, mich doch einmal rauszuwagen. In den Norden sollte es gehen und nach ein wenig googlen entschied ich mich fĂŒr die S-Bahn-Haltestelle Heiligensee, was nicht ganz der letzte Halt, aber eben noch in meinem gĂŒltigen Tarifbereich B liegt. Das „See“ im Namen gefiel mir bei 30 Grad natĂŒrlich auch gleich doppelt gut! Als ich so im Internet recherchierte, stieß ich auf die BinnendĂŒnenlandschaft Baumberge und war mehr als nur verwirrt. Es gibt eine DĂŒne bei Berlin und ich hatte noch nie davon gehört? VerrĂŒckt! Nix wie hin. Von der S-Bahn-Station lief ich durch wunderbar idyllisch-verschlafenes Wohngebiet, mit tollen HĂ€usern, noch tolleren BĂ€umen in den verwunschenen VorgĂ€rten und nichts außer Vogelgezwitscher. Da fahre ich gerade mal zwanzig Minuten Bahn und fĂŒhle mich nicht, als ob ich noch in Berlin bin. Genau, was ich nach all dem Stress gebraucht habe!

BinnendĂŒnenlandschaft Baumberge

Navigiert habe ich mich mit Google Maps und das hat auch gut funktioniert, ein Schild a la „Richtung DĂŒne“ fand ich nĂ€mlich nirgends und so lief ich quer durch Wald und Feld (und Kleingartenanlage, wo ich Ă€ußert unfreundlich angestarrt wurde..was will denn diese Fremde hier?!). Dass ich in den ĂŒber 10.000 Jahre alten Baumbergen war, merkte ich primĂ€r daran, dass der Untergrund sandig war und es durchaus etwas auf und ab ging. Es gab einige ausgetretene Pfade, denen ich folgte und dann auch ein paar Eidechsen sah. Total lustig, dass es das hier gibt. Zwar nicht so spektakulĂ€r, wie ich es in Kanada erlebt habe, doch absolut besuchenswert, wenn man in der NĂ€he ist oder die Nase voll von Berlin hat 😉 Über noch ein paar mehr Schilder mit weiterfĂŒhrenden ErklĂ€rungen hĂ€tte ich mich gefreut, aber die gab es nur sehr sporadisch. Andere Menschen aber auch, ich war fast die ganze Zeit komplett alleine.

Tegeler Forst

Da mir das dann doch nicht genug war fĂŒr meinen Halbtagesausflug, marschierte ich einfach quer durch den Tegeler Forst mit Ziel Tegeler See. Durch Zufall stolperte ich hier an dem Ă€ltesten sowie dem höchsten (siehe Bild unten) Baum Berlins vorbei, sah Rehe und fand weitere Naturpfade, wo mir Eigenheiten des Waldes erklĂ€rt wurden. Es gibt hier zig kleine Wege, aber auch gut asphaltierte Fahrradwege, je nachdem, wo man lieber lĂ€uft. Menschen trifft man auch hier selten und hĂ€tte man nicht ab und zu mal StrassenlĂ€rm gehört, wĂŒrde man sich wirklich komplett in der Natur und nicht mehr in StadtnĂ€he wĂ€gen.

Höchster Baum Berlins

Bis ich am See ankam, war ich wirklich tiefenentspannt, aber auch etwas fertig, denn es war doch etwas heiß, um genau an diesem Tage dann 18km zu wandern *g* Am Tegeler See angekommen, musste ich dann erst an einigen Segelclubs vorbei, bis ich eine Bank mit Seeblick fand. Dort verbrachte ich dann einige Zeit in der NĂ€he des Ă€ltesten Baumes, welchem schon Goethe einen Besuch abgestattet hat..der war aber auch ĂŒberall, der gute Mann 😉 Lesend in völliger Ruhe verbrachte ich hier den restlichen Nachmittag, bevor ich mich weiter nach Alt-Tegel aufmachte.

Tegeler See

Auf dem See waren einige Segler, Tretbootfahrer und auch Schwimmer unterwegs, doch das hat nicht weiter gestört. Laut wurde es erst an den Tegeler Promenaden, wo man Minigolf spielen oder Eisessen kann. Hier war gefĂŒhlt halb Berlin bei diesem tollen Wetter unterwegs und der Weg bis zur U-Bahn-Station Alt-Tegel war auch etwas stressig. In der Strasse reihte sich Eiscafe an Souvenirshop an BĂ€ckerei und alles war voller Mensch. Der komplette Kontrast zu meiner vorherigen Waldruhe und hĂ€tte ich gekonnt, ich wĂ€re umgedreht. Ging aber nicht, ich musste ja zurĂŒck in die Wohnung, von wo aus ich aber schon das nĂ€chste Ziel plane. Ab morgen schlafe ich auf der Couch von einem Freund in Neukölln, die optimale Ausgangslage um den SĂŒden zu erkunden! Da ich Dienstag/Mittwoch ebenfalls frei habe, werde ich mich da definitiv aufmachen und vielleicht sogar noch die Kamera mitnehmen 🙂

Wenn ihr einen tollen Tipp fĂŒr das Berliner Umland habt, lasst es mich doch sehr gerne wissen, 13 Tage habe ich ja noch, um auf Entdeckungsjagd zu gehen. Bisher war ich immer großer Spreewald-Fan und wollte immer nur dort hin, wenn ich einmal „raus“ musste. Das mag ich jetzt aber doch etwas Ă€ndern und nĂ€here Ziele finden, wenn man eben nur einen halben Tag Urlaub von der Stadt braucht und nicht gleich ein Wochenende zur VerfĂŒgung hat! 

[Reisen] Follow me around-Video Malmö & Kopenhagen!

In Vorbereitung auf meinen FĂ€röer-Trip im Oktober (und hoffentlich Madagaskar im November) habe ich auf meinem Kurztrip nach Malmö und Kopenhagen immer mal wieder ein bisschen mit dem iPhone gefilmt. Nicht die beste QualitĂ€t, aber doch ganz annehmbar, um ich finde. Zu Kopenhagen habe ich auch schon einen Reisebericht geschrieben, heute erzĂ€hle ich euch noch ein wenig ĂŒber Malmö. Aber zunĂ€chst schaut euch doch mein kleines Video an, in dem ich euch ein paar EindrĂŒcke vermittele sowie euch zeige, was wir so getan haben (nicht unbedingt das klassische Touristenprogramm):

Im Malmö gehe ich sehr gerne in die Kunsthalle und das Moderne Museum. Beide haben immer interessante Ausstellungen und ich lerne meist komplett unbekannte KĂŒnstler kennen. Eintritt kosten sie beide nicht und nette BuchlĂ€den & Cafes sind auch noch drin. Das Forum Design Center  habe ich beim letzten Besuch schon geliebt, hier stolpert man ĂŒber tolle skandinavische EinrichtungsgegenstĂ€nde, die ich am liebsten alle erwerben wĂŒrde. Noch eine Galerie, die ich dieses Mal kennenlernen durfte und absolut nach meinem Geschmack fand (man fĂ€hrt mit einem Aufzug runter in den Keller *g*) ist die Galleri Vasli Souza – wer Fotografie mag, sollte hier vorbei!

IMG_5306

IMG_5155

Neben Kunst und Design, hat Malmö natĂŒrlich auch noch eine riesige Innenstadt mit vielen FußgĂ€ngerzonen, GeschĂ€ften, PlĂ€tzen und GrĂŒnflĂ€chen (Pildammsparken ist besonders schön) zu bieten. Schnappt euch eine Zimtschnecke oder Falafel (beides gibt es an jeder Ecke und auch in vegan zu finden), dazu noch einen halbwegs guten Kaffee (hier suche ich noch etwas) und genießt ein grĂŒnes PlĂ€tzchen am Kanal, der einmal quer um die Innenstadt fĂŒhrt. Oder aber geht gleich zum Meer, dort war ich quasi allein, setze mich mit Buch auf den Steg und genoß den Augenblick! Man kann dann entweder nach links hingehend die Öresund-BrĂŒcke oder nach rechts den Turning Torso bewundern. Je nachdem, was einem besser gefĂ€llt. Am/Auf dem Wasser gibt es auch ein Badehaus mit Sauna, leider war es bei uns sehr kalt/verregnet, denn eigentlich wollte ich doch im glasklaren Meer schwimmen gehen. Nunja, ich habe das GefĂŒhl, ich bin eh nicht zum letzten Mal in dieser entspannten, schwedischen Kleinstadt gewesen!

IMG_5268

Nicht hingeschafft habe ich es ins Emporia Einkaufszentrum, was ich von der futuristischen Architektur her sehr spannend finde. Zum GlĂŒck gibt es aber auch so genug moderne, aussergewöhnliche GebĂ€ude,z.b. rund um den Bahnhof herum. DafĂŒr haben wir aber den JUMP Trampolinpark besucht und eine Stunde hĂŒpfend verbracht – hĂ€tte ich keine Mutter, die Turnlehrerin ist, wĂ€re ich zwar begeisterter gewesen, da es unbekannt wĂ€re, aber Spaß macht es trotzdem jedes Mal! Da er außerhalb im Industriegebiet liegt, habe ich jetzt noch eine andere Ecke Malmös kennengelernt, die mich sehr an Marzahn erinnerte. Wer ein Auto hat, fahrt hoch nach Kullaberg, das steht ganz weit oben auf meiner Schwedenliste – auf Bildern sieht der Nationalpark auf jeden Fall wunderschön aus.

IMG_5276

IMG_5284

Da Malmö recht klein ist, kann man alles ganz wunderbar erlaufen. Wir haben uns einmal FahrrĂ€der gemietet und ach, was ist es angenehm, hier zu fahren. Man muss nicht stĂ€ndig um sein Leben fĂŒrchten, wie es in Berlin der Fall ist, sondern hat eigene Fahrradstraßen – paradiesische ZustĂ€nde! Ich habe einen Freund und seine Freundin besucht, es war auch gerade noch ein Musikfestival, somit gab es genug zu tun – rein als Urlaubsort ist Malmö aber ab Tag 3 nicht mehr so spektakulĂ€r, da zieht es mich doch eher nach Kopenhagen. Wobei es im Sommer schon um Welten angenehmer ist wie im Winter (da war es einfach nur deprimierend dunkel-kalt) und ich mir doch gerne noch ein Kanu gemietet und durch die Gegend gepaddelt wĂ€re..nĂ€chstes Mal!

IMG_5269

(mein Herz hat mehr als nur gejappst, ich wollte ich unbedingt mitnehmen;  eines Tages ziehst du bei mir ein!)

Seid ihr schon einmal in Malmö gewesen? Wie hat es euch gefallen? Einer meiner Freunde vergleicht es immer mit Berlin, aber Ă€h neeee, das ist in meinen Augen nicht zutreffend *g* War das Video interessant fĂŒr euch, wĂŒrdet ihr euch gerne weitere Reisevideos ansehen? Oder ist Textform besser bei Reiseberichten? Ich schwanke hier stark! 

[Reisen] 10 Stunden in Kopenhagen, again!

Letztes Jahr war ich schon einmal fĂŒr kurze Zeit in der dĂ€nischen Hauptstadt und auch am Montag war es wieder so weit. Was keinesfalls daran liegt, dass ich Kopenhagen nicht mag, ganz im Gegenteil, ich finde die Stadt mit dem vielen Wasser traumhaft! Nur leider wohnt mein Freund, den ich besuche, nicht dort, sondern auf der anderen Seite des Öresund, in Malmö. Die kleine Stadt direkt am Meer ist ebenfalls entspannend und nett (Bericht folgt), kann aber fĂŒr mich nicht mit ihrer Nachbarin mithalten, wo es einfach so viel mehr zu entdecken gibt. FlĂŒge nach Kopenhagen bekommt man recht gĂŒnstig, ich habe mit Easyjet von Berlin aus knapp 100€ bezahlt. Und weiß jetzt, dass ich fĂŒr fĂŒnf Tage notfalls nur mit HandgepĂ€ck verreisen kann, wenn es hart auf hart kommt! In 50 Minuten ist man dann schon dort und vom Flughafen in Kopenhagen kann man bequem mit der Metro in die Stadt oder dem Zug rĂŒber nach Malmö fahren. Der DĂ€ne bzw Schwede liebt ĂŒbrigens Kreditkarten, ich scheiterte schon daran, mit Bargeld am Automaten ein Ticket zu lösen, das geht nĂ€mlich einfach nicht *g*

Kopenhagen

Dieses Mal war ich an einem Montag in Kopenhagen, was erstmal ziemlich unwichtig klingt, leider haben aber die meisten Museen zu. Zum GlĂŒck habe ich beim letzten Besuch schon die fĂŒr mich am interessantesten (Ny Carlsberg Glyptotek, Statens Museum for Kunst, DĂ€nisches Nationalmuseum) Institutionen besichtigen können. Somit startete ich dieses Mal zu Fuß am Hauptbahnhof, marschierte direkt am Tivoli vorbei (Achterbahn, Freefall Tower und Ă€hnliche FahrgeschĂ€fte kann man dabei bewundern) und marschierte Richtung Kobenhavns Havn direkt am Wasser entlang. Dass ich strahlenden Sonnenschein und klaren, blauen Himmel hatte, machte die Sache natĂŒrlich gleich besser. Obwohl es die Hauptstadt ist, ist Kopenhagen wahnsinnig entspannt (wenig Verkehr und wenige FußgĂ€nger) und bis auf die Masse an Radfahrern kann man getrost in Gedanken versunken durch die Gegend schlendern.

Mein erster To-Do-Punkt war ein Tipp meines Freundes (danke Sebi!), die Det Kongelige Bibliothek, welche mein kleines, architekturliebendes Herz gleich höher hĂŒpfen ließ. Direkt am Wasser hat die königliche Bibliothek einen neuen Anbau, den „schwarzen Diamanten“, bekommen und dieser ist absolut sehenswert! Drinnen sind auch neben der Bibliothek immer noch Ausstellungen, ich sah mir skandinavische Comics, historische BĂŒcher und die aktuellen, preisgekrönten dĂ€nischen BĂŒcher an. Klingt lahm, wer mich kennt, weiß aber, wie viel Spaß ich dabei hatte! Wer Zeit und Lust hat, kann seine Sachen einschließen und sich auch noch in die Bibliothek stĂŒrzen, darauf musste ich verzichten. Stattdessen machte ich in einem der sehr bequemen LiegestĂŒhle direkt am Wasser eine Pause und nutzte das kostenlose WIFI. Schweden und DĂ€nemark sind hier so viel weiter, an jeder Ecke kann man sich einloggen und z.b. checken, wie man zu seinem nĂ€chsten Sightseeingpunkt kommt (danke googlemaps, ich mag dich sehr!).

Königliche Bibliothek Kopenhagen

Von der Bibliothek aus ging es ĂŒber die BrĂŒcke und Richtung Christiania. Ganz Christianshavn ist wunderschön, man hat Boote im Kanal liegen, ĂŒberall kleine Cafes und BĂ€ckereien und man kommt an einer Zimtschnecke einfach nicht vorbei. Wer sich fĂŒr Kirchen begeistern kann, sollte an der Vor Frelsers Kirke vorbeigehen. Christiania selbst wurde mir als „Kreuzberg mit einem gespielten Hauch von IllegalitĂ€t“ beschrieben und das kommt ganz gut hin. Die staatlich geduldete, autonome Gemeinde hatte fĂŒr mich etwas von dauerhaftem FestivalgelĂ€nde und roch auch so..diese Mischung aus Gras und Menschen, die unbeschwert in die Tag hineinleben. Es gibt einige interessante, selbstgebaute HĂ€user und Kunstsachen zu sehen, aber primĂ€r hat man diese komischen vermummten GrasverkĂ€ufer, die ach so Ă€h „böse“ sind und Touristengruppen, die in schnellen Schritten hindurchhetzen. Ich setzte mich zum Lesen auf eine Wiese, auf der gerade Hulla Hoop geĂŒbt wurde und versuchte, mich in das frĂŒhere Christiania hineinzuversetzen, aber das existiert ja leider nicht mehr. Somit ging es dann schon recht schnell weiter zum Copenhagen Street Food und Copenhagen Contemporary Art Center auf Paper Island.

Paper Island Kopenhagen

Street Food Kopenhagen

Wer Food Trucks mag, wird diese Markthalle mit all ihren verschiedenen StĂ€nden lieben. Es war sehr voll und die Schlangen enorm lang, weswegen ich mich gegen alles entschied (ich hatte aber auch erst gegessen), obwohl die Sachen verdammt gut aussahen. Ob dĂ€nisch, mexikanisch, vietnamesisch..hier findet bestimmt jeder etwas, ich sah auch einige vegane Alternativen. Ich stillte dann lieber meinen Kunsthunger und ging in das Art Center, wo ich eine unglaublich tolle Installation von Carsten Nicolai (unidisplay) sah – absolut fesselnd und meditativ!

Unidisplay

Copenhagen Street Food

Danach ging es immer am Wasser entlang bis zur kleinen Meerjungfrau, was ein ganz schöner Fußmarsch war (insgesamt lief ich an dem Tag 18km). Dort angekommen war ich wie jeder enttĂ€uscht von der geringen GrĂ¶ĂŸe der Statue und der umso grĂ¶ĂŸeren Menschenmasse drumherum, die – wie ich – natĂŒrlich nur ein Foto davon wollte. Haben wir das also auch abgehakt; ich setzte mich etwas abseits und sah mir das Spektakel einige Zeit an. Dann ging es am Kastell, dem Gefionspringvandet (sehr schöner, römisch anmutender Brunnen) und der wahnsinnig englisch aussehenden St. Alban Church in den Rosenborg Schlossgarten. Das Schloß ist von außen schon beeindruckend, wer Zeit hat, sollte es sich auch von innen ansehen. Der gesamte Park ist wiederum wunderbar entspannend, obwohl er direkt in der Stadt liegt – ich kaufte mir unterwegs eine Kleinigkeit und picknickte hier – man kommt auch an so vielen tollen EinrichtungslĂ€den vorbei, ich musste mir immer wieder mein „du hast nur HandgepĂ€ck frei“-Mantra aufsagen *g*

Kleine Meerjungfrau

Copenhagen

Direkt gegenĂŒber befindet sich der Botanische Garten, welchen ich ebenfalls sehr sehenswert finde – besonders die GewĂ€chshĂ€user, denn im höchsten „Palmenhaus“ kann man auf einer Wendeltreppe bis direkt unters Dach klettern. FĂŒr mich Höhenangsthase eine absolute Überwindung, aber der Perspektivenwechsel war wunderbar. Draußen gibt es auch viele BĂ€nke und GrĂŒnflĂ€chen, wo man sich einfach mal entspannen kann. Danach ging es fĂŒr mich leider zu einem VorstellungsgesprĂ€ch und zum Flughafen (Easyjet fliegt erst abends um 21.30h zurĂŒck, das war super), aber nicht, ohne bei Nicecream zu halten – ihre organic vegan icecream ist einfach nur ein Traum!

Botanical Garden Copenhagen

Im Oktober fliege ich zwar wieder nach Kopenhagen, habe aber leider nicht genug Umsteigezeigt (es geht auf die FĂ€röer Inseln *hupf*), um in die Stadt hineinzufahren. Zum letzten Mal werde ich aber bestimmt nicht dort gewesen sein, hier könnte ich mir gut vorstellen, im Sommer einmal lĂ€ngere Zeit zu bleiben. Bei meinem vorherigen Besuch im Januar fror ich mich nĂ€mlich fast zu Tode, das war jetzt im August doch angenehmer. Leben könnte ich dort aber auch nicht, der stĂ€ndige Wind nervte mich dann doch zu sehr, aber so ein paar Wochen..mal sehen 🙂

Seid ihr schon einmal in Kopenhagen gewesen? Wie hat es euch dort gefallen, was habt ihr unternommen? Erlauft ihr euch auch gerne fremde StĂ€dte? Seid ihr auch nach Malmö rĂŒber und habt euch die Stadt angesehen? So langsam werde ich ja zum kleinen Skandinavienfan, das Ă€h „Kanada Europas“ quasi, wobei mir das richtige Kanada doch noch besser gefĂ€llt..und ich es gerade ganz schön doll vermisse!