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Es ist 1.55h Mittwoch Nacht, ich hoere Bjork und habe Lust zu bloggen. Nicht zu schreiben, dazu bin ich noch nicht im Stande, aber tippen beruhigt mich ungemein. Und Bjork dazu ist einfach genial. Ich liebe diese Saengerin, hoere sie nur leider viel, viel zu selten. Also, jetzt ist der ideale Zeitpunkt.

Noch immer stehe ich nicht mehr in meinem Leben, sondern muss mir ein neues erschaffen. Das werde ich zwar hinkriegen, doch duerfte das noch ziemlich lange dauern. Woher soll ich wissen, was ich will, wenn ich doch nichtmal weiss, was ich nicht will. Aber gut, darueber denke und spreche ich gezwungenermassen schon mit genug Leuten, also Schluss.

Heute war ein richtig toller, regnerischer Herbsttag mit genialer Luft. So novemberlich 😉 Ich fand sogar Radfahren trotz Wind sehr angenehm. Arbeiten war heute nur wenig, dafuer gabs dann lecker mexikanisch mit einem alten, viel zu selten sehenden, Freund. Und danach wurde wieder Kuerbissuppe gesucht und ich verzweifel hier langsam. Ich war jetzt ungelogen in schon zehn Geschaeften und suche einfach nur Kuerbissuppe in der Tuete. Das ist wie vom Erdboden verschwunden. Im Oktober habe ich welche gekauft, auf der Packung stand auch ’nur fuer kurze Zeit‘ aber hallo? Drei Wochen sind doch wohl noch keine kurze Zeit. Und wieso bitte gibts diese Suppe denn nur jetzt? Als ob man die nicht auch das ganze Jahr ueber produzieren kann..irgendwo gibts doch bestimmt immer Kuerbis. Wenn mir das jemand sagen kann, oder noch besser, wo es noch so Suppe gibt, das waere genial. Ich liebe das Zeug naemlich und habe nur noch eine einzige Packung..hilfe.

Um die spannende Themenwahl zu erweitern, meine Mitbewohnerin kam aus Japan zurueck und hat mir wundervolle, spannende und sehr interessante Dinge erzaehlt. Es klingt alles ganz fantastisch, was sie erlebt hat, aber auch sehr bewegend. Sie war in Hiroshima und ist fasziniert vom heutigen Leben, traurig bezueglich der Ereignisse und ganz bewegt von diesem Ort. Ihre Erzaehlungen dazu waren wirklich sehr, sehr interessant und die Bilder sehr bewegend. Besonders dieser eine Garten..ja, also doch, dieser Ort steht nun auch auf meiner Liste. Ich denke zwar, dass ich da eigentlich zu emotional bin (wobei ja nicht betroffen..), aber doch, ich glaube, ich bin stark genug dafuer und irgendwie will ich es ja auch. Ein Konzentrationslager zu besuchen hingegen, das kann ich mir nicht vorstellen, das wuerde mich wirklich sehr, sehr mitnehmen und ich weiss auch nicht, wie ich dort vor Ort reagieren wuerde. Mir hat das Haus der Wannsee-Konferenz schon mehr als gereicht. Also das Museum ist wirklich sehr genial und ich kann es jedem nur empfehlen (und werde wohl auch mal wieder hingehen, wenn ich in Berlin wohne), aber dort in dem Raum an dem Tisch zu stehen, wo ueber die Endloesung entschieden wurde..das hat mich schon mehr als nur mitgenommen. Der ganze Tag wurde irgendwie dadurch bestimmt..an dem Tag bin ich letztes Jahr im September uebrigens nach Berlin gezogen 😉 Ich muss aber auch sagen, dass ich geschichtstraechtige Orte sehr mag, ich nur nicht immer sehr gut damit umgehen kann, wenn es negativ besetzte Orte sind. Und das wird nicht einfacher, weil man aelter wird. Erneut ein Zeichen von wegen ‚die Zeit als Allheilmittel‘. Fail.

So, nun lege ich mich mit Laptop ins Bett, gucke noch eine Folge irgendwas und schlafe dann hoffentlich endlich mal wieder vor 5 Uhr morgens..so langsam macht mich das naemlich auch fertig.

Not good, not allright but better.

Berlin hilft. Natuerlich heilt es nicht alle Wunden, genausowenig wie das uebrigens die Zeit tut. Das ist doch Schwachsinn. Nur weil etwas laenger her ist, isses doch nicht weniger schlimm. Nur weniger praesent. Und ich muss sagen, ich bin wirklich eien Meisterin im Verdraengen. Ich vergesse die Dinge wirklich. Und zwar nicht nur in dem Sinne, dass ich das sage. Nein, ich vergesse sie wirklich und kann mich auch nicht mehr dran erinnern. Die meisten Menschen wuerden sagen, hey das ist doch toll, aber ich will meine schlechten Erinnerungen eigentlich behalten. Sie machen mich doch zu der Person, die ich bin. Oder?

Auf jeden Fall habe ich in Berlin endlich wieder schlafen koennen. Nicht genug, bei weitem nicht gut oder erholsam. Aber ich konnte schlafen. Das war schon Gold wert. Dann wurde ich super abgelenkt. Mein guter Freund dort ist umgezogen und war total verplant. Er hat Hilfe gebraucht, ich Ablenkung und voila..ein Dreamteam entstand. Stupides Kistenpacken war eine tolle Ablenkung, Kisten und Moebel schleppen auch genauso wie ewig viel Muell und altes Zeug wegwerfen. Er zieht in ein Wohnprojekt, ein ehemaliges Lagerhaus umgebaut in 44 Zimmer auf vier Etagen und ganz viel drumherum. Vor drei Wochen habe ich es mir schon angeguckt, in 10 Tagen werde ich es wieder tun. Und ich bin sehr gespannt, wie sich das alles entwickeln wird. Auch sehr gluecklich fuer ihn, da es genau das ist, was er machen wollte, es aber nicht alleine auf die Beine stellen konnte.

Sonst habe ich in Berlin meine beiden liebsten Doener besucht- Mustafas am Mehringdamm (vegetarischer Duerum ftw!) und die klasse Falafel in der Rigaer Str. in F-hain (sind ausserordentlich interessant gewuerzt und werden u.a. mit Gewuerzgurke und roter Beete serviert), habe mich von meinem besten Freund zum Lottospielen animieren lassen, bin ziellos durch die Strassen gelaufen und habe mich abgelenkt. Nachgedacht habe ich natuerlich auch- noch immer weiss ich nicht, wie ich mich verhalten soll, was ich tun soll, was meine Zukunft sein soll. Morgen habe ich ein Gespraech, was da moeglicherweise Klarheit hineinbringt, wobei ich da noch sehr unsicher bin, was ich sagen soll..was ich denn nun tun will..und dann habe ich eigentlich noch ein vierstuendiges Seminar..wozu ich gar keine Lust habe, da ich ja nun nicht mehr weiss, was mir das denn ueberhaupt noch bringt. Ich bin blockiert im Leben. Anders kann ich diesen komischen Zustand einfach nicht beschreiben.

Heute habe ich mich spontan mit einem guten Freund getroffen, den ich viel zu selten sehe. Wir wohnen nicht weit weg voneinander (30 min mit der Bahn?), ich denke sogar recht haeufig an ihn (irgendwas erinnert mich an ihn), aber zuhause habe ich es vergessen und melde mich nicht bei ihm. Was ein Fehler ist. Mit ihm zusammenzusein, ist so wunderbar leicht. Es fuehlt sich so vertraut an, wir kennen uns ja nun auch schon seit 6 Jahren (er sass beim Psychoeignungstest in HD neben mir) und hach, dieser Kontakt darf einfach nicht nur so sporadisch sein. Mit ihm laesst es sich wieder ueber ganz andere Dinge sprechen. Alle meine Freunde geben sich solche Muehe mit mir, sie sind besorgt, ich weiss es und wollen helfen, wissen aber nicht, wie..ich weiss es ja selbst nicht..morgen Abend werde ich beim Quizzen wieder abgelenkt und Mittwoch gehe ich mit einem guten Freund in Da essen. Donnerstag werde ich dann wohl zu meinen Eltern fahren und vllt weiss ich ja bis dahin schon, was ich tun soll..nee, ziemlich sicher nicht. Aber ich kann mich so wenigstens ablenken.

Gestern, als wir nachts wieder in Da angekommen sind, ist mir aufgefallen, dass ich schon wieder meinen Schluessel in der Wohnung vergessen hatte. Das ist mir auch frueher nie passiert und seit ich hier wohne, nun zum zweiten Mal. Ich werde unachtsam..dabei habe ich sogar extra dran gedacht..nunja.

Nun sollte ich aber endlich schlafen, morgen wird lang und anstrengend..und ich habe keine Lust. Nein. Gar keine.

Time to escape.

Es gibt Momente im Leben, in denen man einfach nicht mehr weiter weiss. So einer ist gerade eingetroffen, vollkommen ueberraschend und nichtmal eigenverschuldet. Ich weiss absolut nicht, wie mein Leben weiter gehen soll, in welche Richtung ich mich entscheiden werde, weil es eigentlich keine Loesung, sondern nur zwei miserable Kompromisse gibt. Da ich das Gefuehl habe, hier durchzudrehen, nehme ich erstmal die einfachste Loesung und fliehe. Wohin? Natuerlich nach Berlin..zwar nur fuer 2,5 Tage, aber besser als nix. Nur wird das Zurueckkommen diesmal schlimm werden, da ich absolut nicht will..

Jetzt muss ich nochmal halbwegs funktionieren und Nachhilfe geben, das war gestern schon eher miserabel..mein Koerper reagiert naemlich wundervoll psychosomatisch und so gehts mir natuerlich auch noch richtig doll beschissen mit Kopfweh, Bauchweh, Ohrenschmerzen, Halsweh etc..einfach alles in Kombination. Grossartig.

Nix wie weg.

Wall Street 2: Geld schlaeft nicht.

So, ich kenne zwar das Original nicht, aber dafuer nun dieses Remake. Und ja, ganz nett..aber hm, irgendwie nicht sonderlich berauschend, dafuer, dass es so gehypt wird 😉 Michael Douglas zuzugucken macht Spass, ebenso Carey Mulligan. Und das wars dann schon. Wobei ich die letzten fuenf Minuten nocht nicht kenne, wer weiss, ob die mich nicht total umhauen 😉

Heute hatte ich meine erste beiden Seminare und das eine wurde gleich mal geblockt anstatt woechentlich stattzufinden, kommt mir sehr gelegen 🙂 Das Zweite..hm, ich weiss noch nicht, ob das so wirklich das Wahre ist..muss ich mir mal ueberlegen bis in zwei Wochen. Hermeneutik..Gadamer..Wahrheit und Methode..nunja 😉

Morgen wirds bestimmt spannend nach HD zu kommen, da ja im Regionalbahnbereich gestreikt wird..das wird bestimmt aetzend voll werden in den uebrigen hoffentlich fahrenden Zuegen 😉 Aber ich sollte meine Prof mal besuchen und einen ’state of art‘ oder aehnliches fabrizieren. Gestern und heute habe ich auch endlich mal diverse Mails geschickt, vor denen ich mich ewig gedrueckt habe (was gar keinen Sinn hatte, weil schlimm wars ja nich oder so..). Aber irgendwas muss man ja auch vor sich herschieben, waere ja bloed, immer alles gleich zu erledigen und gar kein schlechtes Gewissen zu haben, nix getan zu haben. Richtig? 😉

Ganz multimedial hab ich mich heute auch gefuehlt..und zuerst etwas befremdlich. Unser eines Seminar fand naemlich mit Beamer, Leinwand und Skype statt. Und zwar sass die Professorin in New York rum (und schluerfte gerade ihren ersten Kaffee zum Wachwerden) und wir sassen vor der Webcam und das klappte alles erstaunlich gut 🙂 Also es wurde verdammt viel zu schnell normal und irgendwie lustig. Ich sollte skype haeufiger nutzen, nach Indien habe ich das vllt dreimal verwendet. Und dabei isses doch eigentlich genial mit gut funktionierendem, stabilen Internet.

Ansonsten habe ich endlich wieder ein Fahrradschloss und dementsprechend auch neue Mobilitaet. Freiheit! Das alte Schloss war in abgeschlossenem Zustand eingerostet und echt kein Zuckerschlecken, das wieder aufzukriegen. Heute bei dem kalten zum Bahnhof fahren, war aber toll. Weil mir wurde warm, aber es war eigentlich saukalt *g* Morgen mache ich das gleich wieder 🙂 Solange es nicht regnet oder alles glatt ist, ist das noch drinne 🙂

Da ich irrsinnig muede bin und mich grade selbst langweile mit diesem stumpfsinnigen Getippe, hoere ich auf und gehe ins Bett 😉 Gute Nacht.

I try.

Letzte Woche war ich ja im Zeitmanagement-Seminar, wo ich ganz geschockt abgeguckt wurde auf die Offenbarung hin, dass ich keinen detaillierten Wochenplan (Monatsplan) habe, was ich wann wie mache. Ich brauche auch Ordner, merke ich gerade. Also auf eine der vielen, verteilten digitalen und handschriftlichen to-do Listen: Ordner. Kaufen. Beschriften. Befuellen. Jetzt habe ich zwar noch keinen Arbeitsplan, aber ich habe immerhin mal eine Art Stundenplan gemacht. Wann ich nach HD in die Seminare muss, wann ich zur Nachhilfe muss, wann ich feste Freizeittermine habe. Wann ich frei habe (haha..). Dann soll da noch Sport rein, aber ich kann doch nicht planen, wann ich Lust habe, Sport zu machen. Also irgendwie. Nee.

Ein erster Schritt ist getan, das genaue Planen, was ich wann mache, werde ich jedoch lassen. Da bin ich einfach nicht der Mensch fuer. Ich mache und gucke dann weiter. So soll das sein. Es gibt massig Dinge zu tun, aber alles nacheinander. Da lass ich mich nicht hetzen. Jetzt guck ich vllt doch noch den neuen Wallstreetfilm..wobei nach Plan muss ich ja bald schon wieder aufstehen. Morgen gehts dann mit zwei Seminaren los, ich bin ja mal gespannt wie das so wird.

Liebe und so <3

Diese Kette..endlich ausgetragen 🙂 Gekauft im Forever 21 in Dubai (der Laden, wo ich zig Accessoires gekauft habe..ich sag nur Doppelringe!). Ich stehe endlos auf all den Schmuck von ihnen, besonders weils auch noch so guenstig ist. Und ausgefallen wie ich finde, man kriegts ja zumindest hier nicht 😉 Tweety kommt nun ins Koerbchen und ich ins Bett. Ellen Allien war vielleicht gut, aber die Anlage im 603 unter aller Sau. Leute, so machts einfach keinen Spass. Nein, nein.

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Stress, Stress, Stress..

und morgen gibts dann gleich noch ein achtstuendiges Seminar ueber dieses Thema. Ein verpflichtendes Blockseminar von der Graduiertenschule, an der ich ab morgen offiziell starte. Dass mir genau das Stress macht, bedenken die lieben Leutchen anscheinend nicht 😉 Das faengt offiziell um 9.30h an, was ja toll klingt. Jedoch muss ich dann mit dem Zug fahren, der um 8.30h in HD ist, was dann bedeutet 7.30h von HBF hier, 7.00h aus meiner Wohnung raus..und Aufstehen..omg, daran will ich gerade nicht denken. Weit entfernt isses ja nicht mehr. Nach diesem ewig langen Stressding gibts dann noch die feierliche Eroeffnungsfeier, wo ich schon enorm motiviert bin..so nen Prestigemist braucht doch keiner. Da dann noch kurz mich vorstellen und dann noch bissi mit meiner Begleitung was machen und dann auch schon wieder zurueck ins Bett fallen. Fr gehts naemlich genauso weiter..nur das Thema ist ein anderes..aber wirklich aufnahmefaehig werde ich da bestimmt nicht mehr sein. Zwei Tage nun, an denen ich rein gar nix fuer die Promotion machen kann..na super, das ist genau das richtige fuer ein Promotionskolleg..naja.

Ansonsten bin ich im Moment irgendwie staendig unterwegs und selten zuhause..es wird wieder Zeit, mich hier zu verkriechen 😉 Ich mag mein Bett doch und sehe es so selten..Samstag werde ich mich mit viel gerontologischer Literatur und literweise Tee dorthin verziehen und sonst nicht viel machen. Abends gehts dann zu Ellen Alien, endlich mal wieder was tolles hier in Darmstadt. Letztes Mal wars genial, so hoffe ich, dass es das wieder wird..wenn ich auch hoffentlich nicht wieder diesen Typen treffe..wobei, erinnern so an sein Aussehen kann ich mich eh weniger *g*

Jetzt gucke ich noch ne Folge Big Love, die 4.Staffel gibts endlich und dann muss ich schon irgendwie versuchen, einzuschlafen..morgen wird lang und langweilig..das muss ich irgendwie halbwegs fit in Angriff nehmen.

Moechtegerntreffen in Goettingen ;)

Da fahr ich naemlich jetzt hin, zum Doktorandenworkshop von Ethnologiestudierenden aus ganz Deutschland. Ich bin ja ma gespannt, das Programm klingt nunja..viel zu viel Selbstdarstellung, wenig Themenarbeit..vielleicht kann man das vor Ort ja noch transformieren. Der Vortrag steht so halb..also ich hab was ausgedruckt und zweimal durchgelesen 😉 Morgen Nacht bin ich dann wieder irgendwann hier, nen Freund von mir hat Geb und das muss ich wenigstens ein bisschen mitfeiern 🙂

So, und nur ganz kurz, in 9 Min werde ich abgeholt: neuen, gelben Nagellack von MNY ausprobiert (weil sooooooo schoen in der Flasche). Nummer 749 (?). Deckt nicht 🙁 Nach drei Schichten schimmert immer noch mein weisser Nagel durch. Trocknen tut er auch mehr als maessig..nach einer Stunde hatte ich keine Lust mehr, mein kleiner Fingernagel is jetzt noch gelb..das sollte ich bis zum Vortrag morgen noch aendern. Ich glaube, ich muss zurueck zu Clay-ton gehen..Catrice hat es nagellackmaessig im Drogeriebereich einfach am Meisten drauf. Kann man nicht anders sagen.

Es klingelt..zu frueh wie immer.. 😉

Tsuess!

Kopfschmerz.

Es gibt diese Tage, an denen man einfach nichts erlebt. Man sitzt eigentlich nur im seinem Zimmer rum und wechselt zwischen Bett und Schreibtisch. Irgendwann kommen dann Kopfschmerzen dazu, man oeffnet mal kurz das Fenster, doch kennt man die Hauptursache. Der Laptop sollte weniger frequentiert werden, doch bietet er an diesem Tag die einzige Form der Kommunikation mit anderen und reine, pure Ablenkung. Nur wovon will man ueberhaupt distracted werden ausser von sich? Kann man nicht einmal einen einzigen Tag nur mit sich verbringen? Die Frage ist hier weniger die eines Koennens, man hat einfach nur die Moeglichkeit, es zu versuchen. Wann schon spricht man einen ganzen Tag mit niemandem? Nichtmal laut mit sich selbst? Heute war so ein Tag. Ich habe nicht gesprochen. Also laut. Gechattet habe ich wie ueblich, aber auch das nicht im ‚normalen’ Umfang. Gelangweilt vom Leben, deprimiert, man hatte keine Lust mehr, mitzumachen. Und so habe ich diesen Raum hier kaum verlassen – mal ins Bad, mal in die Kueche und einmal sogar bis in den Innenhof zur Papiertonne. Aber das wars. Jetzt sitze ich hier und will raus. Doch es gibt kein Ziel, was ich draussen tun koennte und es ist extrem kalt. Somit sind das zwei zu gewichtige Gruende, als dass sie uebergangen werden koennten.
Nur habe ich jetzt immer noch Kopfweh und werde wohl eine Runde lesen..oder schlafen..oder Musik hoeren..Laptop guck ich jedenfalls nicht mehr lange an, das bringt nix.

Kurzgeschichte?!

Ich soll fuer eine befreundete Autorin eine Kurzgeschichte schreiben, tue mir damit aber mehr als schwer. Sie soll um Indien gehen, um Veraenderung, aber ich mag kein esoterisches blabla ich habe mich gefunden Zeug schreiben, sondern irgendetwas anderes..und da ich nun schon seit fast einer Woche dumm auf ein leeres Blatt, naja gut, ein leeres Worddokument starre, habe ich nun einfach mal irgendetwas indienrelevantes angefangen (sind gerade mal 1000 Worte und in keinster Weise ausgereift) und einfach mal kurz runtergeschrieben. Die Schreibblockade soll durchbrochen werden. Nur ist jetzt 3 Uhr, ich bin muede und werde somit heute nicht mehr weitermachen 😉

Wie lange diese Mauer hier wohl schon steht? Und wie lange sie wohl noch stehen bleiben wird bezieht man die beachtlichen Risse in diese Überlegung mit ein, welche an der gesamten Wand entlang laufen. Sie bilden ein feines, Bewegung bringendes Muster und lassen meine Gedanken an ihnen entlang wandern. Einem bereits vorgezeichneten Weg zu folgen, ist ja doch immer einfacher, als einen neuen zu erschaffen. Man muss ihn immer wieder gehen und mit Kraft und Willen auf ihn eintreten, um der Natur einen Stempel zu verpassen. Wobei, gerade habe ich Lust, dieser Wand meinen eigenen Weg aufzudrĂŒcken, einen Hammer zu nehmen und einen Riss oder sogar ein kleines Loch hinein zu schlagen. Doch im Grunde kann dieses nicht gerade majestĂ€tische Bauwerk indischer Handwerker nichts fĂŒr die Gesamtsituation, nein, hier bin ich ganz allein die Schuldige. Oder ich und die Außenwelt – ich gebe doch gerne etwas Schuld ab, wenn ich auch nicht an Schicksal, FĂŒgung oder dergleichen glaube. Aber dennoch wĂ€re dies der einfachere Weg mit allem hier klar zu kommen. Um meine wirren Gedanken zu betĂ€uben oder wenigstens etwas zu besĂ€nftigen, zĂŒnde ich mir eine weitere Bidi an und inhaliere bewusst. Der StraßenlĂ€rm – primĂ€r enorm nervendes Hupen der Rikschas – dringt erneut in dieses Innenhof, in meinen kleinen KĂ€fig ein. Der Plastikstuhl unter mir verschmilzt langsam mit mir; auch in dieser lauen Nacht sind es noch ĂŒber 30 Grad und der Schweiß lĂ€uft mir gemĂ€chlich an der Wade entlang. Es gibt diesen einen Moment, in dem man aufhört, daran zu denken, dass man immer schwitzt. Es wird einfach normal. Alltag. Wie so vieles andere auch. Aber anstatt dies einfach zu akzeptieren, liegt es doch in der menschlichen Natur dagegen anzukĂ€mpfen und den Ist-Zustand wieder in den Soll-Zustand zu transformieren. Wer will – banal gesprochen – schwitzen, wenn er es auch nicht tun kann. Ebend! Also machen wir alles nur Mögliche, um unser Soll zu erreichen. Und doch versuche ich, die Situation zu akzeptieren, mich nicht zu bewegen, alles einfach geschehen zu lassen. Ich will aussteigen, existieren ohne wirklich partizipieren zu mĂŒssen und doch, irgendwann muss ich den Tropfen mit meinem Fuß stoppen. Da eine Bewegung diesen Zustand des Nichtexistierens zerstört, nutze ich den Moment, um mir eine weitere Bidi anzustecken und wieder abzutauchen.
Skurrile Gedanken, welche mir durch den Kopf schwirren in der fĂŒr indische VerhĂ€ltnisse klaren Delhier Nacht. Akzeptieren oder KĂ€mpfen. Wieso gibt es nur ein entweder oder. Und wieso habe ich aufgegeben. Allerdings aufgegeben ohne zu akzeptieren. Aber kĂ€mpfen kostet Wille, und ja – mein Wille ist einfach verloren gegangen auf dieser Reise zu mir selbst. Wobei es das gar nicht werden sollte. Indien sollte mir keine Erleuchtung bringen, kein Finden meines wahren Selbsts – nein, ich wollte einfach nur wissen, wie es ist. In einem anderen Land zu leben mit dem Mann, von dem ich dachte, ‚hey, das isser. Der soll mein Leben begleiten’. Stattdessen hat Indien mir sehr viel ĂŒber mich gezeigt, es hat mich verĂ€ndert, wobei ich nicht sagen mag, ob positiv oder negativ. Wohl beides irgendwie. Leben in Indien ist anstrengender als in Deutschland. Woran genau das liegt, kann ich nicht an ein, zwei Faktoren festmachen. Auch nicht an zehn oder dreißig. Aber der Innenhof hier hat mich definitiv geĂ€ndert. Er wurde zu meinem Zufluchtsort. Nicht wegen Indien. Sondern, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe in der Wohnung. Denn da war er. Genau wie in Indien. Und das sollte so nicht sein. Nein, mein Plan sah ganz anders aus und es tat weh, sehr sogar, diese PlĂ€ne aufzugeben und in Indien zu sein. Aber nun gut, man kann sich ja nicht aussuchen, wann man sich wo trennen muss. Und wer weiß, vielleicht hĂ€tte ich anderswo nie gemerkt, dass das alles nicht funktioniert. Indien war und ist somit nicht nur anstrengend – nein, es ist verantwortlich fĂŒr eine enorme VerĂ€nderung nicht nur in mir, sondern in meinem ganzen weiteren Leben. Ich bereue es nicht, ich werfe es Indien nicht vor, ich akzeptiere es und denke, dass es im Grunde das Richtige war. Wobei all das nur aus einer spontanen Idee heraus kam.
SpontaneitĂ€t ist eine meiner ‚core values’ wĂŒrde ich sagen. Zum GlĂŒck, denn in Indien muss man dies sein. Und geduldig sowie nicht bedacht darauf, dass alles zum genau vereinbarten Zeitpunkt gemacht wird. Das ist halt so. Accha hai. Nachdem mein Ethnologiestudium fast fertig war und ich mich hauptsĂ€chlich mit Indien beschĂ€ftigt hatte, wurde es Zeit, dass ich das Land selbst auch mal sehen wĂŒrde. Ich wollte nicht mehr darĂŒber lesen, ich wollte hinfliegen und alles sehen, riechen, schmecken, fĂŒhlen. Die Andersartigkeit war mir bewusst, einen Kulturschock hielt ich fĂŒr ausgeschlossen und nach den ersten drei Wochen fĂŒhlte ich mich assimiliert. Fehler: Goa ist nicht Indien. Ok, jeder andere einzelnen indische Bundesstaat ist auch nicht Indien, die Gesamtheit macht es aus – aber Goa ist schon etwas sehr spezielles, was vor allem an der schon frĂŒhen portugiesischen Eroberung liegt. Die Menschen hier waren sehr gewohnt an Touristen, alles war auf ebendiese ausgelegt und naja, es fĂŒhlte sich mehr nach Urlaub als nach Dort-Leben an. Delhi war nun etwas ganz anderes. Es kostete mich wirklichen Willen, das Haus zu verlassen. Alleine war unmöglich. Zumindest vorerst. SpĂ€ter (nach so zwei Monaten) ging das tagsĂŒber problemlos, nur abends war weiterhin tabu. Und so begann das Dilemma: ein Teil meiner UnabhĂ€ngigkeit, auf die ich soviel Wert legte, ging verloren. Ich musste sie abtreten an mein Gewissen, welches mir sagte, wie unsicher und schwachsinnig es doch sei, alleine nachts durch Delhis Strassen zu schleichen. Und, obgleich ich eine recht unvernĂŒnftige Person bin, dies leuchtete mir ein. So saß ich abhĂ€ngig im Zimmer herum und hatte ein Problem. Meine Exekutive wollte nicht. GlĂŒcklich von billigem Bier, billigen Zigaretten und noch billigerem Haschisch lungerte sie vor dem PC und tat dasselbe wie in Deutschland. Doch genau das wollte ich doch nicht. Unser Wohnzimmer war nicht Indien. Es war nur ein Raum, welcher auch in jedem anderen Teil der Erde existieren könnte.