Schlagwort: amerikanische Serie

[Sehenswert] Love (a netflix serie)

Mittlerweile muss ich sagen, dass ich mit Netflix doch ganz gut meine Abende verbringen kann 😉 Wollte ich eigentlich die neue Staffel Orange is the new black und endlich auch Narcos schauen, bin ich jedoch an der 2016 erschienenen Netflix-Eigenproduktion LOVE hĂ€ngengeblieben. Wobei mich die erste Folge nicht gleich gekriegt hat, ich bin allerdings froh, doch durchgehalten zu haben, denn am Ende habe ich die 10 Folgen in zwei Tagen durchgesuchtet 😉

Worum geht’s Wir haben die Hauptpersonen Mickey (arbeitet beim Radio) und Gus (Lehrer von Kinderstars am Filmset), die sich zufĂ€llig an einer Tankstelle kennenlernen, einen chaotischen Tag miteinander verbringen und schließlich Nummern tauschen. Daraus entsteht dann eine alltagsromantische Dramaserie, die sich um Beziehungen, Kennenlernen, Verlieben aber auch um das Leben mit 30 in Los Angeles dreht.

Wie ist’s Einfach nur großartig, wobei die Serie bei mir echt Anlaufschwierigkeiten hatte. Ich finde sowohl Gus als auch Mickey wunderbar besetzt, die Darsteller spielen brilliant und man bekommt eine wunderbare zweigeteilte Sicht auf die jeweiligen Ereignisse. Beide sind nicht einfach nur „sympathisch“, sie haben Ecken und Kanten, die sie menschlich machen und manchmal mag man sie dann auch nicht. Der Humor der Serie ist großartig trocken, oftmals sarkastisch, also genau wie ich es mag und eben nicht klischee-romantisch. Sondern eher so, wie man sich in Wirklichkeit kennenlernt, wobei man hier dann noch diverse Drogen und exzentrische (Ex-)Freunde der beiden nicht vergessen darf. Man kann die Folgen hervorragend hintereinander wegschauen, Suchtpotential gibt es definitiv, da man wissen mag, wie es weitergeht. Das Ende der ersten Staffel ist dann auch recht offen, eine zweite Staffel ist aber schon auf dem Weg!

Wer eine kleine nette Serie fĂŒr zwischendurch sucht und gerade auch Netflix ausprobiert (kann man ja mit dem Gratis-Monat jederzeit tun), dem kann ich LOVE definitiv empfehlen. Es ist mal eine andere Dramaserie, in dem eben nicht in jeder Folge drei Leute sterben, ein Flugzeug abstĂŒrzt und die Welt quasi vor dem Untergang steht 😉 FĂŒr etwas LA-AtmosphĂ€re eignet sich die Serie ebenfalls und es gibt natĂŒrlich noch Einblick in das Leben am Filmset und beim Radio!

[Sehenswert] Bloodline (a netflix series)

Seit zehn Tagen habe ich einen kostenlosen Probeaccount bei Netflix und somit dort auch endlich in den ersten Genuss meiner von Netflix produzierten Serie gekommen. Bisher habe ich dank House of Cards und Orange is the new black auch eine sehr gute Meinung von diesen Produktionen und musste mich jetzt entscheiden, ob ich mit Narcos oder Bloodline beginnen soll. Dem Titel könnt ihr ja schon entnehmen, was es geworden ist und ich dachte mir, ich stelle euch die Serie mal kurz vor. Vielleicht lebe ich wieder mal unter einem Stein, aber bisher habe ich nur wenig von ihr gehört.

Worum geht’s Wir haben die Familie Rayburn, welche seit einem halben Jahrhundert ein Hotel in Florida betreibt. Der Familienbetrieb wird von den alternden Eltern in dieser etwas trĂŒgerischen Idylle gefĂŒhrt und drei der vier erwachsenen Kinder leben ebenfalls noch in der NĂ€he. Alle scheinen ein recht problemloses Leben zu fĂŒhren, wĂ€re da nicht die Vergangenheit und der Tod der anderen Schwester in deren Jugend. Das „schwarze Schaf“ der Familie, Danny, ist weggezogen, scheint sein Leben nicht sonderlich im Griff zu haben und kommt nun zurĂŒck, um an einer Familienfeier teilzunehmen. Er bringt die funktionierende Balance der Familie durcheinander und es entfalten sich immer mehr Geheimnisse, die wohl besser im Verborgenen geblieben wĂ€ren. Ganz langsam geht es abwĂ€rts, dafĂŒr aber gleich ĂŒbertrieben weit nach unten, bis alles eskaliert.

Wie ist’s Genau meine Serie, wĂŒrde ich sagen. Sie hat ein langsames ErzĂ€hltempo, in den einzelnen Episoden geschieht nicht sonderlich viel, aber die Beziehungen der Personen werden immer besser dargelegt und man beginnt zu verstehen, wer sich wann wieso wie verhĂ€lt. Durch Vor- und RĂŒckblenden kommt neuer Schwung und etwas „RĂ€tselfreude“ hinein, man beginnt die „große, ganze“ Geschichte zu entschlĂŒsseln. Man weiß recht frĂŒh, wie es ausgehen wird, wirkliche Cliffhanger von Folge zu Folge gibt es irgendwie kaum, ich habe die Staffel aber trotzdem in drei Tagen durchschauen mĂŒssen. Es gibt noch eine zweite Staffel, die ich mir auch ansehen werde, da es noch einige Dinge gibt, die aufgeklĂ€rt werden sollten.

Besonders gut gefallen mir bei Bloodline die Charaktere, so richtig sympathisch ist einem irgendwie doch keiner und man fiebert somit in allen Lagern mit. Gut finde ich auch, dass sie eben nicht schwart-weiß in gut-böse eingeteilt werden, sondern jede Person zwischen beiden Polen immer hin- und herschwebt. Ebenfalls betonen mag ich noch die Landschaft, in der gedreht wurde, die so wundervoll zum Verfall der Familie passt. Florida hat so viel tolle KĂŒste, die mit Naturgewalt trotz und das viele Szenen am/auf dem Meer und in den Mangroven stattfinden, fand ich sehr gut gemacht. Die Musik und teilweise kurze Sequenzen, in denen nichts passiert, gefiel mir gut – und hat mich definitiv motiviert, auch mal auf die Keys zu fahren.

Kennt ihr Bloodline? Wie hat euch die erste Staffel gefallen? Ich hoffe ja, dass die zweite Staffel mithalten kann und werde heute bestimmt noch ein bis zwei Folgen anschauen – der Probemonat Netflix muss ja genutzt werden 😉 Wenn ihr noch eine Serienempfehlung habt, nur her damit! Ich bin ja immer auf der Suche nach neuem Material!

[Sehenswert] „Younger“ & „Finding Carter“

Da ich mich noch fĂŒnf Folgen gedulden muss, bis ich endlich die neue Staffel Game of Thrones komplett runterschauen kann, lenke ich mich gerade mit etwas leichterer Kost ab. Die beiden Serien Younger und Finding Carter stelle ich euch heute mal vor, da sie (zumindest mir) bis vor kurzem komplett unbekannt waren und vielleicht geht das dem ein oder anderen auch so.

YOUNGER (2015)

Die Serie dreht sich um die 40-jĂ€hrige Liza (eine grandios gespielte Rolle von Sutton Foster), die nach ihrer Scheidung merkt, dass es als alleinerziehende Mutter nicht allzu einfach ist, wieder Fuß in der Arbeitswelt zu fassen. Nach diversen Absagen ist sie so verzweifelt, dass sie sich von nun an als 26-jĂ€hrige ausgibt, einen Job bekommt und nun ihre Rolle perfekt spielen muss. Eine lustige, kurzweilige Serie, die man gut zwischendurch schauen kann, da sie pro Folge nur 20 Minuten dauert.

Bisher befindet sich die Serie noch in der ersten Staffel (zwölf Folgen), wurde aber schon fĂŒr eine zweite Staffel verlĂ€ngert, da die Resonanz durchweg positiv war. Da die Serie aber auf einem Buch beruht, werde ich dieses auch noch lesen, wenn es in die Serienpause geht und hoffen, dass es genau so gut oder noch besser ist.

FINDING CARTER (2014)

Ich weiß auch nicht, was es mit mir und den MTV-Serien auf sich hat, aber als Teenager konnte ich den Sender absolut nicht leiden, mittlerweile schaue ich aber sehr gerne Serien, die dort laufen. Eigentlich hĂ€tte ich die doch als Teenager und nicht jetzt erst mögen mĂŒssen, oder *g* Meine Entwicklung scheint da irgendwie anders zu verlaufen, aber Finding Carter ist gerade genau mein Ding. Gefunden habe ich die Serie durch die Hauptdarstellerin Kathryn Prescott als Carter, die ich in Skins herausragend fand!

Die Serie dreht sich um Carter, die als Kind entfĂŒhrt wurde und das durch einen blöden Zufall herausfindet. Ihre „Mutter“ ist also gar nicht ihre Mutter, ihr Leben mehr oder weniger eine LĂŒge und sie wird an ihre „richtige“ Familie zurĂŒckgegeben, womit sie verstĂ€ndlicherweise gar nicht klar kommt. Sehr spannende, teils enorm intensive Dramaserie, die oftmals sehr unerwartete Wendungen hat. Wer am Wochenende Langeweile hat, wir befinden uns mittlerweile in der 2. Staffel mittendrin, ihr könnt also einige Folgen schauen. Ebenfalls super fĂŒr mich ist, dass eine Folge 40 Minuten geht, was einfach die perfekte LĂ€nge fĂŒr eine Pause zwischendurch ist.

Definitiv zwei sehr unterschiedliche Serien, wobei es wieder weibliche Hauptrollen sind, deren Entwicklung behandelt wird, was gerade wohl genau meines zu sein scheint. Vielleicht spricht euch ja eine der beiden an und/oder ihr kennt sie schon? Wenn ja, wie gefĂ€llt sie euch und habt ihr noch eine Serienempfehlung fĂŒr mich? 

[Sehenswert] Shameless (2011-)

Da ist doch seit drei Jahren diese grandiose Serie an mir vorbeigezogen und hĂ€tte ich mich nicht mit einem Freund ĂŒber das Thema „US-Adaption von UK-Serien“ unterhalten, wĂŒrde ich Shameless bis jetzt noch nicht kennen. Seit knapp zwei Wochen schaue ich die Serie nun wie nichts runter, das Kranksein hat dabei definitiv mitgeholfen und bin mit den bisherigen vier Staffeln wohl bis Ende des Jahres fertig. Passenderweise beginnt im Januar die 5. Staffel und ich freue mich schon wie Bolle!

Die Dramaserie dreht sich um die Familie Gallagher, die aus dem alkoholabhĂ€ngigen Vater Frank und seinen sechs Kindern besteht. Die Mutter ist nicht wirklich existent und die Ă€lteste Tochter Fiona muss die Elternrolle ĂŒbernehmen und fĂŒr ihre fĂŒnf Geschwister sorgen. Sie leben in einer nicht geraden guten Gegend, mĂŒssen sich mit allerlei (finanziellen) Problemen herumschlagen und kĂ€mpfen, um nicht unterzugehen.

Shameless ist enorm fesselnd, es spielen sich immer viele HandlungsstrĂ€nge gleichzeitig ab und die einzelnen Charaktere sind sehr komplex. Die Besetzung ist großartig, viele (zumindest fĂŒr mich) unbekannte Schauspieler, denen man abnimmt, was sie spielen sowie eine beeindruckende Emmy Rossum, die ich zwar namentlich kannte, aber noch nie in Aktion gesehen habe. Wir haben viele skurrile Situationen, Liebe, Gewalt, Sex, Probleme und man fiebert einfach mit jedem einzelnen Schicksal mit.

Besonders gut finde ich, dass die Charaktere nicht in Gut vs Böse eingeteilt sind, sondern man die Person mal bemitleidet, mal absolut nicht hingucken mag und ihr manchmal das Verhalten einfach nicht verzeihen bzw es nachvollziehen kann. Es ist definitiv keine leichte Serie und nichts, was man sonntagnachmittags mal so nebenbei gucken sollte. Zumindest ich fĂ€nde die Serie dafĂŒr zu schade!

Beeindruckend wird gezeigt, wie Menschen nach einer Niederlage immer wieder aufstehen, wie sie verzweifeln, aber trotzdem weitermachen und genau deswegen muss man weiterschauen. Nicht immer gibt es eine Lösung oder gar ein happy end, aber genau diese Unberechenbarkeit hat ihren Reiz. Nicht ganz so unberechenbar wie Homeland und House of Cards, aber trotzdem mehr als sehenswert! Die Serie ist trotz ihrer Thematik nĂ€mlich fĂŒr mich als Sarkasmus-Liebhaber sehr, sehr witzig, wobei ich mir vorstellen kann, dass viele Leute diese Art Humor nicht teilen werden. Manchmal kann man aber nicht anders und muss ĂŒber die makabren Situationen lachen und sich gleich danach wieder (fremd-)schĂ€men 😉

FĂŒr schwache Nerven ist die Serie nichts, die Sprache ist teilweise sehr hart und auch die Gewaltszenen sind nicht ohne. Ich habe wieder einige neue englische KraftausdrĂŒcke gelernt, aber wer weiß, wann man die mal brauchen wird. Wer die Serie lieber auf deutsch schauen mag, die ersten drei Staffel sind schon synchronisiert erschienen, wobei ich jeden nur ermutigen kann, es doch mal mit Englisch zu versuchen. Auch wenn man nicht jedes Wort versteht, man lernt dabei wirklich viel! Die 1. Staffel Shameless kostet z.b. nur 9,97€ und auch bei Amazon findet sie gute Kritiken. Wie konnte ich nur so lange unter einem Stein leben und nicht auf diese Serie stoßen, hach!

Wer genug weihnachtliche Idylle die letzten Tage hatte, wie wĂ€re es mit ein paar Folgen „Shameless“ ĂŒber die Feiertage?! Wenn das Wetter nicht unbedingt zum Rausgehen einlĂ€dt und man noch so viele Leckereien zuhause hat, gibt es fĂŒr mich im Moment auf jeden Fall nichts besseres zu tun, als ein paar Folgen am StĂŒck zu schauen. Ich muss ja bis zum Start der 5. Staffel bereit sein *g* Kennt wer die Serie und feiert sie ebenso sehr?

[Sehenswert] Chasing Life (2014)

Normalerweise starte ich Serien nicht, wenn sie noch in der ersten Staffel sind. Aus dem ganz banalen Grund, dass ich Serien sehr schnell runterschaue, wenn sie mich interessieren und bei einer Staffel mit bisher nur 13 Folgen geschieht das verdammt schnell. Trotzdem muss ich euch heute die amerikanische Serie Chasing Life ans Herz legen, welche wohl im Januar 2015 auch im deutschen TV erscheinen wird – also schön vormerken!

Hauptfigur ist die 24jĂ€hrige April, bei der durch einen Zufall herausgefunden wird, dass sie LeukĂ€mie hat. Diese Diagnose kollidiert stark mit ihrem bisherigen Leben, ihrem neuen Job, ihrem neuen Freund und dann ihrer Familie, die gerade erst ein traumatisches Ereignis verarbeitet hat. Die Serie zeigt, wie sich die junge Frau ihrer Krankheit stellt und wie sie damit umgeht, ihrem Umfeld davon zu berichten. Die Serie spielt in Boston und ich mag sehr, dass man immer wieder den Hafen als Schauplatz gewĂ€hlt hat 🙂

Leute, die Dramaserien wie Parenthood & Grey’s Anatomy mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Die Serie ist unterhaltsam, trotz der schweren Thematik muss man immer wieder lachen und man leidet mit. Nicht nur mit April, auch mit ihrer Familie, ihren Freunden und Kollegen, die alle unterschiedlich mit der Diagnose umgehen.

Besonders angetan bin ich natĂŒrlich von der Besetzung, Italia Ricci war mir bis dahin unbekannt, aber ich finde sie perfekt als April. Und natĂŒrlich hat mein Herz gehupft, als ich Scott Michael Foster wiedergesehen habe. Er spielt einen ebenfalls kranken Politikersohn, dem April nĂ€her kommt. Der Schauspieler war mal ein Teeniecrush von mir (in der College-Serie Greek) und auch in erwachsen und mit kurzen Haaren sieht er noch immer gut aus 😉 Ich finde es eh sehr lustig, wie viele Schauspieler immer wieder in Serien auftauchen, oftmals freue ich mich dann ganz unerwartet!

Wer dieses Wochenende noch nichts vorhat, vielleicht kann ich euch ja zu ein paar Folgen Chasing Life motivieren 🙂 Ich werde mich heute oder morgen mit dem Finale von Gracepoint beschĂ€ftigen, wobei ich gar nicht wissen will, wer jetzt der Mörder ist, da es dann ja vorbei ist. Noch so eine Serie, die nur eine Staffel hat! Chasing Life hat zum GlĂŒck schon eine zweite Staffel in Auftrag bekommen! 

[Sehenswert] Catfish – Film & Serie zum Thema „Onlinedating“

Aufgrund einer Twitter-Nachricht (die in etwa ging „ich schreie seit 40 Minuten meinen Fernseher an, da ich zum ersten Mal Catfish sehe“) musste ich natĂŒrlich auch gleich mal schauen, worum es da bitte geht. Catfish sagt mir nĂ€mlich absolut nichts, außer der Tatsache, dass es ĂŒbersetzt „Wels“ bedeutet und eine meiner Lieblingsfischarten ist. Aber ich nahm mal nicht an, dass eine Fischdoku einen Menschen zu solch einem Tweet veranlassen wĂŒrde 😉

Bei Catfish handelt es sich um einen Film (von 2010), der so erfolgreich war, dass MTV daraufhin eine mittlerweile aus mehreren Staffeln bestehende Dokumentation entwickelt hat. Es geht um das Thema Onlinedating in den USA und zeigt Menschen, die teilweise schon jahrelang mit einer Person schreiben, die sie aber noch nie gesehen oder gar getroffen haben. Da kommen wirklich die kuriosesten Dinge zusammen und selbst wenn es immer nach Schema A ablĂ€uft, macht die Serie doch ein wenig sĂŒchtig.

In dem Film lernen wir Nev kennen, den Bruder des Regisseurs, der eine Onlinebeziehung via Facebook mit „Megan“ beginnt. Sie texten sich, telefonieren, bauen so etwas wie eine Beziehung auf. Teilweise ist die Story etwas verwirrend, es geht aber schlichtweg darum, die Wahrheit ĂŒber Megan herauszubekommen. Es ist sehr schockierend, wie wenig Menschen teilweise nachdenken, was sie an Informationen ĂŒber das Internet verbreiten, aber noch viel erschreckender, was andere Menschen machen, die sich z.b. falsche IdentitĂ€ten zulegen. Der Film war in Ordnung, viel besser jedoch finde ich die daraus entstandene Catfish Serie. Hier geht nun Nev (der im Film belogen wurde) mit seinem Kameramann/Freund Max auf die Suche nach Personen. Er wurde aufgrund des Filmes so oft angeschrieben und um Hilfe gebeten, dass er jetzt zu Personen reist, deren Gesichten anhört und ihnen hilft, ihre Onlinebeziehung im realen Leben zu treffen.

Es gibt im Moment drei Staffeln, ich bin schon in der zweiten (pro Folge sind das 40 Minuten) und es ist einfach nur verrĂŒckt, was man da fĂŒr Geschichten hört. Man ist teilweise schon froh, wenn die Person nicht beim Geschlecht gelogen hat und ganz ehrlich, was man da fĂŒr Storys erfĂ€hrt, macht einem echt Angst. Selten geht es gut aus (bzw entspricht die Person der RealitĂ€t), meist sind es Menschen, die Bilder/Namen nutzen, da sie sich selbst nicht genug mögen oder aber auch einfach nur jemanden verarschen wollen, um ein besseres SelbstwertgefĂŒhl zu bekommen.

Ich habe selbst meinen ersten „richtigen“, langjĂ€hrigen Freund (Dara, ein verspĂ€tetes „Happy Birthday“) ĂŒber das Internet kennengelernt, da er mit meinen Freunden aus der Schule online zockte. Wir chatteten wirklich die NĂ€chte durch, irgendwann telefonierten wir und tauschten Bilder aus. Aber ob er das wirklich war, wusste ich nicht – allerdings habe ich es damals auch ĂŒberhaupt nicht hinterfragt. Denn wieso sollte mich denn eine Person anlĂŒgen? GlĂŒcklicherweise kannte ich die Doku damals noch nicht, ich wĂ€re ja fast schon paranoid gewesen, was ĂŒberhaupt stimmen könnte 😉 Im Endeffekt haben meine Freunde ihn dann die 200km, die uns trennten, als Geburtstagsgeschenk fĂŒr mich kommen lassen und alles war toll und er war genau der, als der er sich ausgegeben hat. Nee, eigentlich war er sogar noch besser! Bei mir ist es also gut gegangen und ich habe von damals noch viele andere Freunde, die ich nur online kannte und spĂ€ter erst in der RealitĂ€t getroffen habe. Man hat sich aber wirklich keine Gedanken gemacht, dass jemand einem etwas vorlĂŒgen wĂŒrde..also klar, beim Chatten mit Fremden hat man einen anderen Namen benutzt, aber eben auch nur, bis man sich etwas nĂ€her kannte. Aber was in dieser Serie passiert, lĂ€sst einen teilweise echt vom Glauben an die Menschheit abfallen!

Das Internet verĂ€ndert sich stetig, an dieser Doku merke ich das wirklich enorm und auch, wie leichtglĂ€ubig ich selbst noch immer bin. Ich wĂŒrde einem Menschen immer erst einmal glauben, was er mir erzĂ€hlt, wobei ich mich schon dabei ertappe, Leute mittlerweile via Google oder Facebook zu checken, wenn ich sie kennenlerne. Darauf wĂ€re ich frĂŒher nie gekommen, also einen Namen im Internet zu suchen.

Passend zu seinem Fernsehformat veröffentlich Nev auch ein Buch mit dem Titel In Real Life: Love, Lies & Identity in the Digital Age welches am 2. September erscheinen wird und von mir gleich mal auf meine „to read“-Liste geschrieben wurde. Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde. Erst letzt sprach ich mit einer anderen Doktorandin, die ĂŒber Liebe auf Online-Partnerschaftsbörsen schreibt und das war sehr interessant! Auch wenn ich bisher noch nie auf die Idee gekommen bin, mich bei so etwas anzumelden und dort aktiv nach einem Partner zu suchen, sich zufĂ€llig im Internet kennenzulernen, wĂŒrde ich nie ausschließen. Hoffentlich ĂŒberlebe ich da nicht eine Ă€hnlich schlimme Überraschung, wie die Protagonisten in der Serie (die sich teilweise verlobten, ohne die Person gesehen zu haben, verrĂŒckt, ich muss es wiederholen *g*).

Wie steht ihr zum Thema Onlinedating bzw online jemanden kennenzulernen? Ist euch das schon passiert? Durch einen Blog kommt man ja auch immer mit anderen Bloggern in Kontakt, da wiederum kĂ€me ich auch nie auf die Idee zu hinterfragen, ob das stimmt, was sie mir erzĂ€hlen. Wobei das natĂŒrlich auch wieder eine ganz andere Sache ist. Hach, schaut euch mal eine Folge an (auf Youtube findet man da einiges) 🙂

[Sehenswert] Rectify (2013)

Die Frage „Film oder Serie?“ beantworte ich immer ganz klar mit „Serie“. Mir sind Filme nĂ€mlich gleichzeitig zu lang und zu kurz; zu lang, da ich +/-90 Minuten mit einem Film verbringen muss und zu kurz, da die Story danach vorbei ist (abgesehen von Filmfortsetzungen natĂŒrlich). Serien hingegen kann ich „bingewatchen“, wie man jetzt sagt *g* Also durchaus mehrere Folgen davon am Tag schauen und nachts geht auch immer noch eine Folge mehr, selbst wenn man schon sehr mĂŒde ist und in 6 Stunden wieder aufstehen muss 😉

Die Serie Rectify wurde mir schon von mehreren Personen empfohlen, ich wollte sie aber zunĂ€chst nicht beginnen, da sie erst eine Staffel hat und diese auch „nur“ 6 Folgen hat. Man ist damit also auch schnell durch, obwohl jede Folge um die 45 Minuten geht. Gerade ist die 2. Staffel allerdings in den USA angelaufen und somit habe ich mich dann doch mal durchgerungen.

Hauptfigur der Serie ist der mittlerweile 37-jĂ€hrige Daniel Holden, der nach 19 Jahren Todeszelle freikommt. Man erlebt mit ihm, was es bedeutet, in eine Welt zu kommen, die man nicht mehr kennt. Alle modernen Errungenschaften sind ihm mehr oder weniger fremd, alles ist ĂŒberfordernd und natĂŒrlich haben die Jahre in Gefangenschaft auch ihre Spuren hinterlassen. Erschwert wird ihm die Eingliederung in die Gesellschaft auch von der Tatsache, dass ihn außerhalb seiner Familie fast alle als schuldig ansehen und sich dementsprechend verhalten (er soll seine Highschoolfreundin vergewaltigt und ermordet haben).

Mir gefallen an der Serie zwei Dinge besonders: zunĂ€chst einmal sind die Schauspieler wirklich grandios und spielen einfach wahnsinnig gut. GĂ€nsehaut, TrĂ€nen und besonders Wut wecken sie erstaunlich intensiv bei der Betrachtung und ich war wie hypnotisiert. Nach der ersten Folge musste ich sofort die zweite Folge sehen, da ich wissen musste, wie es weitergeht. Nicht, weil ein enormer Cliffhanger am Ende war, sondern weil die einzelnen Figuren so interessant waren und sich teilweise sehr ĂŒberraschend verhalten haben. Zweitens hat die Serie eine sehr langsame ErzĂ€hlart; es gibt Pausen, RĂŒckblenden, manchmal passiert fĂŒr einige Sekunden einfach nichts. Aber genau dieses Nichts ist immer mit einer bestimmten Emotion ausgefĂŒllt, die wahnsinnig zum Nachdenken anregt. Davon einmal abgesehen, dass diese Situation einfach unvorstellbar ist, gelingt es der Serie sehr gut, einen in die Rolle von Daniel zu transportieren. Betonenswert ist auch der Umstand, dass die Musik in der Serie einfach immer perfekt passend ist und ich schon einige tolle Lieder hierdurch entdeckt habe (das ging mir das letzte Mal bei „Girls“ so, seitdem war Serienmusik irgendwie uninteressant).

Die Serie lĂ€sst einen nicht los, man denkt stĂ€ndig darĂŒber nach und alle in meinem Freundeskreis mussten sich jetzt auch schon etwas darĂŒber anhören. Es geht gar nicht so viel um die Handlungen, die man beobachtet, sondern eben um die Reaktionen der Menschen, auf ihr „reagieren statt agieren“. Wie mit Wut, Verzweiflung, UnverstĂ€ndnis und blindem Hass umgegangen wird. Nachdem ich die erste Staffel innerhalb von drei Tagen inhaliert habe, beginne ich jetzt gleich mit der zweiten Staffel und bin schon sehr gespannt, wohin die Reise gehen wird. Den dazugehörigen Trailer habe ich mir soeben angesehen (ich war zu neugierig!) und binde ihn euch auch noch ein (also Achtung, Spoiler):

PrĂ€dikat „absolut sehenswert und fesselnd“ bekommt diese noch sehr unbekannte Serie von mir und ich kann sie euch wirklich nur ans Herz legen. Keine seichte Kost, sondern tiefgehende Unterhaltung bekommt ihr hier, die euch nicht so einfach loslassen wird. Vielleicht ja ein gutes Alternativprogramm zur WM 😉 Kennt wer die Serie zufĂ€llig schon? 🙂