Schlagwort: Gelesen

[Lesenswert] Menschensöhne – Arnaldur Indridason

Seit ich im Januar in Island war und mich Hals über Kopf in dieses Fleckchen Erde verliebt habe, ist meine Faszination für alles, was damit zu tun hat, ungebrochen. Somit habe ich mich sehr gefreut, als ich im öffentlichen Bücherschrank den bereits 2006 erschienen Krimi Menschensöhne von Arnaldur Indridason gefunden habe. Es handelt sich hierbei um das erste Buch aus der sehr erfolgreichenKommissar Erlendur Sveissons Reihe des Autoren – mittlerweile ist Band 11 daraus erschienen.

Menschensöhne

Worum geht’s Inmitten Reykjaviks wird ein pensionierter Lehrer brutal ermordet und zur gleichen Zeit bringt sich einer seiner ehemaligen Schüler in einer Psychiatrie um. Da muss es wohl einen Zusammenhang geben und Kommissar Erlendur Sveinsson beginnt mit Hilfe von Palmi, dem Bruder des Selbstmörders, zu ermitteln. Irgendetwas in der gemeinsamen Vergangenheit der beiden Personen muss zu der heutigen Tragödie geführt haben.

Wie ist’s Ein absoluter Page-Turner, so fesselnd, dass ich das Buch in zwei Tagen gelesen habe. Ich wusste vorher nicht, dass die Erlendur Sveinsson-Reihe enorm erfolgreich ist und hatte somit gar keine Erwartungen an den Krimi. Ganz großer Fehler und absolute Unterschätzung! Die Personen werden gut beschrieben, man kann sich in sie hineinversetzen und wird durch die Story immer wieder überrascht. Dachte ich zuerst, dass es bestimmt wieder „nur“ um Missbrauch geht, wurde ich hier schnell eines Besseren belehrt. Nein, ich habe so einige Wendungen wirklich nicht kommen sehen und bin von der Fantasie und Erzählgeschwindigkeit des Autors sehr begeistert. Da die Kritiken in seinem Erstling alle noch Schwächen sehen und seine nachfolgenden Bücher loben, will ich mich unbedingt nach und nach durch die Reihe lesen und selbst sehen, ob da was dran ist. Denn ich fand dieses Buch schon klasse – Island als Schauplatz passt super zum Stimmung des Buches!

Kennt ihr das Buch zufällig schon oder andere Werke aus der Erlendur-Reihe? Wenn ihr Krimis mögt, empfehle ich euch den Autoren und wenn ihr Island als Schauplatz auch noch mögt, seid ihr wirklich genau richtig. Meine höchste Empfehlung ist immer, dass ich das Buch meinem Opa zu lesen gebe und das werde ich in diesem Fall definitiv machen. Er liebt Krimis und ich denke, dass ihn die ausgefallene Handlung bei diesem Buch auch begeistern wird!

[Lesenswert] Society Girls – Plum Sykes

Bei meinem Deutschlandurlaub musste ich natürlich auch an meinem liebsten öffentlichen Bücherschrank vorbeigehen. Dieses Mal war ich auf der Suche nach einem leichten, unterhaltsamen Buch für meinen Rückflug und dachte mir, dass Society Girls von Plum Sykes dafür doch ganz passend wäre. Im Endeffekt hatte ich aber dann doch so viele andere Sachen zu lesen, dass ich gar nicht dazu kam und es mir jetzt in Montreal im Park damit gemütlich gemacht habe. Seht ihr auf dem Bild meinen flauschigen Freund?

Society Girls Plum Sykes

Worum geht’s Das Buch spielt in New York und dreht sich um das Thema Liebe. Wir haben frischverheiratete Ehefrauen, die ihrem Mann eine Affäre andichten, frisch geschiedene und betrogene Frauen, den typischen schwulen, besten Inneneinrichter-Freund und die New Yorker High Society, in der man immer sein Gesicht wahren muss. So lebt man zwischen glamourösen Reisen und sozial wichtigen Events daher und richtet seine Wohnung ein, wenn man keine andere Ablenkung mehr weiß.

Wie ist’s Plum Sykes wird für ihren ironischen Blick auf diese Gesellschaftsgruppe gelobt, aber ganz ehrlich, ich fand das Buch einfach nur langweilig und flach. Wenn man Gossip Girl gesehen hat, kennt man all die beschriebenen Situationen schon mehrfach und die Stories waren auch alle vorhersehbar. Die Charaktere werden nicht vertiefend beschrieben, man hat keinerlei Empathie und ach, ich habe mich gequält! Es passiert so wenig, man hangelt sich durch langweilige Babyparties und Shoperöffnungen, hofft jedes Mal, dass vielleicht etwas passiert, aber nein. Das Ende wird dann so an den Haaren herbeigezogen, ich wollte gar nicht weiterlesen..

Ich kann nach der Lektüre so gar nicht verstehen, wieso Plum Sykes mit ihrem Vorgängerbuch Park Avenue Prinzessinnen so erfolgreich in den USA war. Entweder war dieses um Welten besser von der Story oder ich bin absolut nicht die Zielgruppe. Chick-Lit (nicht abwertend gemeint) ist sowieso eher weniger meins, aber dieses Buch war echt nur Zeitverschwendung, da ich nichts davon mitnehmen werde, außer der Tatsache, die weiteren Bücher der Autorin erstmal zu meiden *g* Kennt ihr das Buch oder den viel gehypten Vorgänger? Wie hat es euch gefallen?

[Lesenswert] Stern Crime Magazin

Da ich dieses Jahr unter einem Stein in Kanada verbracht habe, war das Stern Crime Magazin für mich absolutes Neuland letzten Monat. Bei Opa entdeckt und gestern einfach mal dreist mit zum Flughafen genommen. Dort habe ich diese erste Ausgabe dann in knapp einer Stunde verschlungen und war sehr angetan! Gut, dass ich mich doch immer wieder gerne vom Gegenteil überzeugen lasse, mein erster Gedanke war nämlich „wahre Verbrechen, wie gruselig“ und ich wollte die Zeitschrift eigentlich gar nicht lesen.

Stern Crime Magazin

Das Magazin hat ein sehr schönes, etwas aus der Masse herausstechendes Layout und mir hat besonders die vielfältige Themenauswahl gefallen. Es geht um Verbrechen weltweit, aufgeklärt oder nicht, es gibt Hintergrundberichte, Interviews, aber auch Erklärungen, mit welchen (Ermittlungs-)Methoden vorgegangen wurde etc. Eine illustre Mischung, die sehr abwechslungsreich und spannend ist! Der Preis für das  alle zwei Monate erscheinende Einzelheft liegt allerdings bei fast 5€, das ist etwas happig. Opa hat es jetzt dank bestehendem Sternabo für 30% weniger bekommen, das lohnt sich dann doch.

Besonders interessant war für mich die Titelstory „Spurlos – Ein Highway in Kanada. 43 Frauen sind hier verschwunden. Und es hört nicht auf“, da ich den Highway of tears im Mai selbst gefahren bin. Es war schon sehr verstörend, entlang der Straße eigentlich nur Natur, winzige Örtchen und sehr viele Plakate mit vermissten Frauen zu sehen. Ein ganz seltsamer Ort, an dem ich mir nur dachte, dass ich dort nie trampen würde. Alleine dort im verriegelten Auto zu fahren, war schon gänsehautfördernd genug. Der Artikel war super aufbereitet, es gab Interviews mit den Hinterbliebenen, viele Bilder, die die Atmosphere gut transportierten und die harten Fakten der verschwundenen Frauen, von denen man weiß. Die Dunkelziffer dürfte sehr viel höher sein, bis man in den Wäldern eine Leiche findet, dauert.

Ansonsten hatte ich zum Glück keine persönliche Verbindung zu einem der Artikel, besonders nahe ging mir aber der Bericht einer Frau, die wegen versuchtem Mordes an ihrer autistischen Tochter im Gefängnis saß. So sehr man immer sagt, dass man nie jemanden umbringen würde, man konnte sich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Verzweiflung nachvollziehen.

Insgesamt ein spannendes Magazin, auf dessen weitere Ausgaben ich mich schon freue. Da die meisten Artikel kurz sind, kann man sie gut unterwegs lesen, wobei einige Bilder eher nicht S-Bahntauglich sind *g* Habt ihr Stern Crime zufällig auch schon gelesen? Wie gefällt euch das Konzept?

[Lesenswert] Der rote Schrei – Mary Willis Walker

Ein neuer Tag, ein neuer Krimi – diesmal mit einem Titel, unter dem ich mir absolut nichts vorstellen konnte. Von der Autorin Mary Willis Walker hatte ich auch noch nicht gehört, aber mich machte neugierig, dass Der rote Schrei mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnet wurde. Der Name war mir immer ein positiver Begriff 😉

Der rote Schrei

Worum geht’s Die Journalistin Molly Cates hat ihr Buch über den verurteilten, geständigen Serienmörder Bronk publiziert, welcher in Kürze hingerichtet werden soll. Sie will noch einen letzten Artikel über ihn schreiben, doch es werden ihr plötzlich Steine in den Weg gelegt..und dann geschieht ein weiterer Mord, der viel zu viele Parallelen zu den Morden von Bronk hat. Gemeinsam mit ihrem Exmann, einem Polizisten, macht sich Molly daran, Licht ins Dunkle zu bringen und die Wahrheit herauszufinden.

Wie ist’s Sehr spannend, ich habe es an einem Tag gelesen! Die Charaktere werden sehr schön beschrieben, man kann sich gut in sie hineinversetzen und ich mag sehr, dass sie „nicht nur schwarz oder weiß gezeichnet“ sind. Es gibt Widersprüche, was gut ist und die Geschichte spannender macht. Die Mischung aus Spannung, harter Thematik wie der Todesstrafe und seichter Liebesgeschichte funktioniert gut, man kann das Buch leicht runterlesen, aber auch mal aus der Hand legen, wenn man etwas zu erledigen hat. Wieder hineinkommen ist absolut kein Problem!

Ein fast vollkommen rundes Buch, mir war lediglich am Ende etwas zu wenig Zeit, es endete sehr abrupt. Wobei es den Leser nicht im Regen stehen lässt, alle Unklarheiten werden aufgelöst und man kann das Werk getrost beiseite legen. Absolut eine Empfehlung von mir und ich bin immer noch kein großer Krimifan – dieses hier hat mich aber von Beginn an gefesselt und nicht mehr losgelassen!

Kennt ihr die Autorin? Sie hat von diesem Buch noch einen Fortsetzungsroman mit dem Titel „Unter des Käfer’s Keller“ geschrieben und sollte mir dieses in die Hände fallen, kann ich wohl alle Termine an diesem Tag absagen und mich auf der Couch vergraben!

[Lesenswert] Trick of the dark – Val McDermid

Krimis/Thriller sind mit Abstand die häufigsten Bücher in öffentlichen Bücherschränken und da ich in Kanada gerade auf diese angewiesen bin, bekomme ich einen guten Überblick in dieser Kategorie. Viele Autoren, wie auch Val McDermid, sind mir vom Namen her nämlich ein Begriff, gelesen hatte ich aber noch nichts von ihr. Da mich das Cover von Trick of the Dark aber sofort angesprochen hatte, habe ich es mir geschnappt und in zwei Nächten durchgelesen.

Trick of the dark - Val McDermid

Worum geht’s Die Hauptperson Charlie Flint bekommt ein anonymes, mysteriöses Paket mit Zeitungsausschnitten über einen brutalen Mord an ihrem alten College zugeschickt. Da sie gerade in einer persönlichen Krise steckt und von ihrem Job als Psychologin suspendiert wurde, geht sie den Hinweisen nach und muss zurück in ihre eigene Vergangenheit reisen.

Wie ist’s Ganz ehrlich, hätte ich nicht mitten im Yukon ohne Internet gesessen, ich hätte das Buch nicht zu Ende gelesen. Aber da ich nichts anderes zu tun hatte, habe ich mich durchgequält. Ich verband McDermid mit großartiger, spannender Literatur, aber hier dümpelte die Geschichte so dahin, es war einfach langweilig. Man hatte viele Charaktere, die sehr schwarz-weiß gezeichnet wurden – viele Personen waren lesbisch, die andere Hälfte konnte damit gar nicht. Es wurde immer wieder das Thema Coming Out angesprochen, aber in einer so distanzierten Weise, dass es einen komplett kalt ließ.

Die gesamte Mordgeschichte wirkt sehr konstruiert und einfach total unglaubwürdig, so agieren Menschen einfach nicht. Vorhersehbar ist sie auch noch und ach, man will das Buch einfach nur fertig haben – ein Pageturner in negativer Weise quasi. Ich glaube, ich habe hier das eine schlechte Buch von ihr erwischt, andere Bücher haben so begeisterte Kritiken – schade!

Heute also absolut keine Empfehlung, dabei versuche ich in jedem Buch noch etwas Gutes zu finden. Was war euer letzter literarischer Flop?

[Lesenswert] The other side of the story – Marian Keyes

Von drei Bücher die Woche bin ich gerade auf ein Buch in drei Wochen zurückgefallen, aber zwischen arbeiten und 3000km fahren, habe ich es nicht hingekriegt. War es während meines Sommer-Roadtrips möglich, die Nacht durchzulesen, wird es jetzt schon um 20.00h stockdunkel und mit Taschenlampe im Auto liest es sich nur bedingt gut. Aber ich habe es geschafft und The Other Side of the Story von Marian Keyes endlich fertiggelesen. Gespendet habe ich es auch gleich, es gibt in den Bau einer neuen Gans-Statue in Wawa *g*

the other side of the story

Worum geht’s Das Buch dreht sich um die (Liebes-)Geschichte von drei Frauen, deren Leben mehr oder weniger bewusst miteinander verknüpft ist. Es spielt im Kontext „Autoren und Publisher“, welcher sehr spannend beschrieben wird und einige Blicke hinter die Fassade gewährt. Jojo, die Publisherin, hat eine Affäre mit ihrem Boss, der jedoch seine Frau für sie verlassen will. Gleichzeitig betreut sie die Autorinnen Gemma und Lily, welche Freundinnen waren, bis die eine der anderen den Mann wegschnappte. Zwischen literarischem Konkurrenzkampf ist natürlich auch im Liebesleben der Drei einiges los!

Wie ist’s The other side of the story wird aus den drei Perspektiven der Frauen erzählt, wodurch man alle Charaktere näher kennenlernt, sowohl durch die eigene Geschichte wie auch durch die der anderen. Die Stories verlaufen parallel, man sollte allerdings immer ein Kapitel/eine Frau zu Ende lesen, sonst kann es verwirrend werden. Als „Pageturner“ würde ich das Buch nicht beschreiben, man liest es eher so runter, lacht mal dort, kann sich gut in diesen Moment hineinversetzen etc. Gefesselt hat es mich nicht, die letzten 100 Seiten habe ich glaube ich über eine Woche liegen gelassen, bis ich sie gelesen habe. Das Buch ist in einfachem Englisch geschrieben, ich würde es euch also empfehlen, wenn ihr zum Beispiel „wieder in die Sprache reinkommen wollt“ oder eure Kenntnis mit ein paar umgangssprachlichen Ausdrücken vergrößern wollt.

Definitiv kein „must-read“ für mich, aber das waren die Bücher von Marian Keyes bisher alle nicht. Sie sind, was man erwartet, seichte Kost für’s Herz, welche sich gut als Strandlektüre machen oder wenn man nur wenig Zeit pro Tag hat. Ein netter Zeitvertreib, welcher sich für mich primär während der Sprache gelohnt hat.

[Lesenswert] The Iron King – Julie Kawaga

In einem öffentlichen Bücherschrank in Prince George fand ich The Iron King (deutsch: Plötzlich Fee: Sommernacht) von Julie Kawaga, welches der erste Teil ihrer Iron Fey-Trilogie ist. Als Hörbuch hätte ich das Buch sofort ausprobiert,ich muss ja gestehen, dass ich gerne Young-Adult-Realitäts-Fantasy-Mischungen zum Einschlafen höre. Vorm Lesen habe ich mich jetzt ziemlich lange gedrückt, aber da ich a) nicht mehr allzu viele Bücher habe und b) es ein Bookcrossing-Buch ist und somit wieder weitergegeben werden sollte, habe ich mich daran versucht.

The Iron King

Worum geht’s Ganz klassisch haben wir die Hauptperson Meghan, die ein ganz normales Teenagerleben führt und nach ihrem 16. Geburtstag plötzlich seltsame Dinge in ihrer Umgebung wahrnimmt. Ihr bester Freund verhält sich merkwürdig und sie sieht Gestalten, die so eigentlich nicht existieren dürften. Sie findet heraus, dass ihr verstorbener Vater wohl mehr Geheimnisse hatte als gedacht und sie in Wahrheit eine Fee in einer Parallelwelt ist, in welche sie nun gehen und ihren entführten Bruder retten muss.

Wie ist’s Die Story und das Drumherum sind sehr konstruiert in meinen Augen, es ist das typische „Mädchen zwischen zwei Jungs“-Szenario, welches in einer Welt voller wundersamer Gestalten spielt. Diese kann man sich dank der Beschreibung der Autorin gut vorstellen, ab und zu fand ich es aber etwas zu ausufernd und habe definitiv einige Seiten übersprungen. Es passieren viele „actionreiche“ Dinge, die aber irgendwie die Gesamtstory nicht weiterbringen und man sich fragt, wieso sie überhaupt geschrieben werden. Die Liebesgeschichte, nunja, hat mich nicht sehr gefesselt, da fand ich andere Bücher besser nachvollziehbar (wobei das als Hörbuch wirklich wieder anders sein kann). Schön fand ich, dass das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, das gab dem Ganzen etwas mehr „Nähe“, aber nicht unbedingt mehr Verständnis für „wen liebt sie jetzt“.

Nach dem ersten Buch muss ich allerdings gestehen, dass ich nicht nach Teil 2 und 3 giere..sollte ich über das Hörbuch stolpern, würde ich zumindest den zweiten Teil mal anhören, da ich die Autorin sehr sympathisch finde. Solltet dieser aber ähnlich sein, wäre dies meine erste Trilogie, die ich nicht beende.

Kennt ihr die Reihe zufällig? Wie hat sie euch gefallen?

[Lesenswert] I’ll walk alone – Mary Higgings Clark

Bücher von Mary Higgings Clark stehen für mich für eine durchgelesene Nacht, da ihre Bücher immer so fesselnd sind, dass man einfach nicht aufhören mag. Mit I’ll Walk Alone ist es mir nicht anders ergangen und ich freue mich schon, wenn ich ein weiteres Buch von ihr in einem öffentlichen Bücherschrank finden werde! Zum Glück ist sie eine sehr fleißige Autorin und so gibt es noch einige Bücher von ihr, die ich nicht kenne!

I'll walk alone Mary Higgings Clark

Worum geht’s Hauptperson ist Zan Moreland, deren Sohn vor zwei Jahren entführt und trotz intensiver Suche nicht gefunden wurde. Ihre Ehe zerbrach, sie musste sich ein neues Leben aufbauen und hat dies als Innenarchitektin ziemlich erfolgreich getan. Zum Jahrestag der Entführung tauchen plötzlich Bilder auf, die sie als Entführerin ihres Sohnes zeigen und jemand treibt ein übles Spiel mit ihr. Die Presse zerreißt sie, der Ehemann beschuldigt sie, ihre Freunde wissen nicht mehr, was sie glauben sollen. Gleichzeitig ist da eine andere Frau, die einem Pfarrer beichtet, dass sie an einem Mord beteiligt sein wird..und es scheint eine Verbindung zwischen den beiden Frauen zu geben.

Wie ist’s Einfach nur ein Pageturner, den man in einer Nacht liest. Dank Perspektivenwechsel ist das Buch enorm spannend, es wird dank den abrupten Wechseln nie langweilig und die unterschiedlichen Stories in Gegenwart und Vergangenheit sind gut miteinander in Einklang gebracht. Zur Mitte des Buches wird es etwas vorhersehbar, aber man liest trotzdem weiter, da man wissen mag, ob man auch wirklich recht hat. Es ist jetzt keine „Weltliteratur“, aber eben sehr unterhaltsam und ein einfacher Weg, wenn man die Realität für ein paar Stunden ausblenden mag. Die Personen werden sehr gut beschrieben, besonders mit Zan kann man richtig mitfühlen und ihre Handlungen nachvollziehen.

Tolles Buch, traut euch an die englische Version ran, sie ist gut verständlich geschrieben und die Sätze sind nicht verschachtelt. Für Krimifans absolut zu empfehlen! Der deutsche Titel lautet „Ich folge deinem Schatten“, solltet ihr es lieber in der Übersetzung lesen! Könnt ihr mir einen anderen Titel von ihr empfehlen?

[Lesenswert] Twenties Girl – Sophie Kinsella

Auch wenn das Sprichwort „don’t judge a book by its cover“ lautet, manchmal macht man eben genau das. Auf den ersten Blick hatte ich eine recht genaue Vorstellung, was mich bei Twenties Girl von Sophie Kinsella (7,50€) erwarten würde. Eine leichte, lustige Sommerlektüre, natürlich fürs Herz und aus dem Bereich „chic lit“ (nicht abwertend gemeint) hatte ich vermutet und lag damit auch genau richtig. Da ich im Moment viel freie Zeit habe, habe ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen und schon wieder zurück in den öffentlichen Bücherschrank hier in Yellowknife gestellt.

 Sophie Kinsella Twenties Girl

Worum geht’s Die Romane von Sophie Kinsella haben häufiger Frauen im Mittelpunkt, die mit ihrem aktuellen Leben unzufrieden sind. Das ist auch hier der Fall, denn Lara wurde vor kurzem von ihrem Freund Josh verlassen und ist auch mit ihrem Job als Headhunterin unzufrieden. Es läuft einfach nicht so, wie es soll und dann muss sie auch noch zur Beerdigung ihrer 105-jährigen Großtante Sadie, die sie nie getroffen hat. Dort erscheint ihr plötzlich der Geist der Großtante, jedoch als 23-jährige Version und fleht Lara an, ihre Lieblingskette zu finden. Nach kurzem Schock und Infragestellen ihrer geistigen Verfassung beschließt Lara, Sadie zu helfen und macht sich auf die Suche..

Diese Suche gestaltet sich turbulenter als erwartet, Lara muss häufiger über ihren Schatten springen und lernt viel über das Leben ihrer Großtante. Die beiden doch sehr unterschiedlichen Charaktere müssen immer wieder Kompromisse finden, da sie die Hilfe des jeweils anderen benötigen – Sadie will die Kette, Lara den Geist zum Ausspionieren des Exfreundes. Die Overall-Story ist spannend dank einiger Familienintrigen, die Liebesgeschichte fand ich leider etwas flach und langweilig, der Amerikaner Ed hätte ein bisschen mehr Charakter bekommen dürfen.

Wie ist’s Ich hatte etwas Mühe, mich in das Buch einzufinden, habe am Anfang und auch mittendrin immer mal wieder ein paar Seiten überflogen, da es teilweise etwas langatmig war. Die Geister-Idee des Romans ist ausgefallen und man lernt viel über das Leben in den 20er Jahren, was mir gut gefallen hat. Ebenfalls gut finde ich, dass die Geschichte (wie glaube ich jede von Kinsella) in London spielt, eine Stadt, die ich einfach mag und atmosphärisch wurde sie gut im Buch erfasst. Die alte und neue Liebesgeschichte ist ebenfalls ganz schön, aber nicht sehr außergewöhnlich, beschrieben und es geschehen einige unvorhersehbare Sachen in dem Roman, wobei das Ende wiederum sehr erahnbar ist 😉 Das geht aber bestimmt nicht nur mir mit Romanen von Kinsella so, aber man liest sie eben, weil man ein Happyend haben mag.

Der Sprachstil ist einfach gehalten, somit traut euch und lest es im Original. Man kann so quasi „nebenbei“ sein Englisch auffrischen, neue Vokabeln und Ausdrücke lernen und wird trotzdem gut unterhalten. Es ist eine leichte Lektüre, man findet schnell wieder hinein, wenn man das Buch aus der Hand legen muss und ich würde sagen, Twenties Girl ist ideal für den Urlaub! Es wird mir jetzt nicht unbedingt für immer im Gedächtnis bleiben, aber ich war gut unterhalten über das Wochenende.

Mögt ihr Bücher von Sophie Kinsella? Bald müsste ich sie alle durchhaben, man findet sie zumindest in Kanada ständig in öffentlichen Bücherschränken 😉 Obwohl ich zunächst von der Geister-Thematik etwas abgeschreckt war, kann ich es euch trotzdem empfehlen, wenn ihr etwas fürs Herz sucht und nebenbei vielleicht noch ein wenig aus der Zeit des Charleston lernen wollt.

[Lesenswert] Die Wahrheit über jene Nacht – Charity Norman

So langsam habe ich mehr Glück, was die unerwarteten Funde in öffentlichen Bücherschränken angeht. Den Roman Die Wahrheit über jene Nacht von Charity Norman habe ich im kleinen Städtchen Atlin in BC gefunden und alleine die Tatsache, dass es in meiner Muttersprache ist, hat mich schon neugierig gemacht. Und was soll ich sagen, ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einer Nacht durchgelesen!

Die Wahrheit über jene Nacht

Worum geht’s Finn, der fünfjährige Sohn von Martha, ist mitten in der Nacht vom Balkon ihres Hauses in Neuseeland gestürzt und muss mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Dort kämpfen die Ärzte um das Leben des kleinen Jungen, welcher überlebt, aber zunächst im Koma liegt. Martha sagt, dass alles ein Unfall war und ihr Sohn ein Schlafwandler sei, aber schon bald kommen Ungereimtheiten ans Licht und sowohl der Leser als auch die Polizei vor Ort rätseln, was wirklich geschehen ist und wieso die Mutter von einem Unfall spricht..

Wie ist’s Großartig, spannend, der Schreibstil rührt zu Tränen und nimmt einen richtig mit. Das Buch ist mit vielen Rückblenden geschrieben, durch diese man erfährt, wieso die britische, fünfköpfige Familie eigentlich nach Neuseeland gekommen ist und ihr Leben dort aufbaut. Nach und nach sieht man hinter die glückliche Familien-Fassade und kommt der Wahrheit über jene Nacht immer näher. Man rätselt, hat immer wieder einen anderen Verdächtigen, sodass es etwas dauert, bis man weiß, was Sache ist und dann wird es richtig schlimm. Man leidet mit, versteht die Mutter, den Vater, die Tochter..und will einfach nur ein Happyend. Weswegen man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag, bis es durchgelesen ist. Thematisch will ich nicht verraten, worum es genau geht, das würde zu viel Story vorneweg nehmen – aber es ist großartig recherchiert und so geschrieben, dass man die Handlung jeder Person irgendwie nachvollziehen kann.

Wenn ihr ein wirklich wunderbar geschriebenes Buch mit einer härteren Thematik lesen mögt, was eine Mischung Familiendrama und Krimi ist, kann ich euch dieses hier sehr empfehlen. Da mich besonders der Schreibstil gekriegt hat, freue ich mich schon, wenn das zweite Buch von Charity Norman auf den Markt kommt. Ein großartiges, vielversprechendes Debüt!