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[Lesenswert] Life of Pi – Yann Martel

Als ich mit meinem Studium begann, wozu ich viele englische Texte lesen musste, wollte ich nebenbei auch noch unterhaltsame, englische Bücher lesen. Damals pickte ich als erstes Buch Life of Pi von Yann Martel und verzweifelte daran. Aus Lust wurde Frust und ich hob es mir für „später“ auf. Dass daraus über zehn Jahre wurden, hatte ich nicht erwartet, aber zum Glück stolperte ich in meinem Hostel in Bangkok darüber. Bücher mit Indienthematik lese ich besonders gerne in Indien und wenn dann noch Orte vorkommen, die ich schon besucht habe, bin ich absolut begeistert.

Worum geht’s Der deutsche Titel „Schiffbruch mit Tiger“ ist etwas aussagekräftiger und bringt die Story ziemlich gut auf den Punkt. Wir haben den jungen Inder Pi, der als einziger den Untergang des Schiffes überlebt, welches seine Familie und ihn nach Kanada bringen soll. Mit ihm Boot befinden sich zunächst eine Hyäne, ein Zebra und besagter Tiger. Ein Überlebenskampf bahnt sich an, welcher in einem spannenden Abenteuerroman mit vielen Details verpackt ist.

Wie ist’s Zu Beginn war ich etwas verwirrt, denn das Buch spielt auf zwei Erzähl-Ebenen und bis es zum eigentlichen Schiffbruch kommt, dauert es einige Seiten. Die aber sehr gut geschrieben sind, Einblick in das Leben in Indien geben und einfach Spaß machen und Spannung aufbauen. Das gesamte Buch ist leicht zu lesen (lustig, dass ich das jetzt einfach sagen kann), es ist witzig, grausam, berührt und man will es nicht aus der Hand legen. Man fiebert mit Pi mit, hofft auf ein Happy End, ist sich teilweise selbst nicht so ganz sicher, was Realität, was Traum ist und schwankt immer mal wieder. Insgesamt waren da einige Twists dabei, die ich nicht hab kommen sehen und ach, es ist ein großer Lesespaß und verdient all die Preise und Lobeslieder, die es bekommen hat. Schande über mein Haupt, dass ich so lange damit gewartet habe!

Auch ganz überraschend kam für mich die Beschäftigung mit verschiedenen Religionen, das Buch bietet einiges an Tiefe und kann zu spannenden Diskussionen anregen – jupps, ich habe die Erfahrung gemacht und war hin und weg. Spontan würde ich auch sagen, dass das Buch jedem gefallen wird, es ist einfach so erfrischend anders, man kann die Geschichte einfach nicht nicht mögen. Würde ich definitiv verschenken, wenn ich wüsste, dass die Person es noch nicht kennt und ich brenne jetzt, weitere Bücher des kanadischen Autoren zu lesen.

Habt ihr Life of Pi gelesen oder gesehen? Mir geht es jetzt so, dass ich das Buch so toll finde, dass ich den Film nicht sehen mag, da ich meine eigenen Vorstellungen nicht zerstören mag. Wenn euch der Film gefällt, würde ich aber doch den Griff zum Buch vorschlagen, da dieses bestimmt ausführlicher ist!

[Lesenswert] Reisemagazine: Lonely Planet & America Journal

Als ich am Flughafen unterwegs zu meinem Gate war (Air India, wo es so gar nichts gab..), kam ich bei Singapore Airlines und deren verdammt vollen Zeitschriftenregal vorbei. Mir sprangen sofort die Zeitschriften ins Auge und ich habe keine andere Entschuldigung, außer dass ein 8-Stunden-Flug inklusive Langeweile vor mir lagen..ich packte doch glatt zwei Magazine ein. Bis dato wusste ich weder, dass es ein lonely planet traveller Magazin noch ein America Journal gibt, denn auch wenn das Reisen und das Darüberschreiben meine Leidenschaft ist, selbst lese ich Reisemagazine und -reportagen selten. Was einfach daran liegt, dass ich die Sachen selbst zum ersten Mal erleben will und nicht schon mit so vielen Annahmen an den jeweiligen Ort herangehen mag. Als Inspiration reicht mir irgendwie schon eine Weltkarte, um zu sehen, wo ich als nächstes hinwill.

lonely planet Traveller (monatlich, 6€)

Als ich „Eisbären in Kanada“ auf dem Titel las, war ich hin und weg. Churchill steht seit Jahren auf meiner „wenn ich im Lotto gewinne, geht es dort sofort hin“-Reiseliste und letztes Jahr war ich in Winnipeg echt nah dran, es irgendwie möglich zu machen. Die Bilder in diesem Heft haben mich jetzt noch mehr überzeugt und ach, vielleicht ist es doch dieses Jahr irgendwie möglich, meinen ersten Eisbären zu treffen. Ansonsten ist das Heft eine Mischung aus Reisereportagen, Tipps, Leserempfehlungen und viel Werbung. Den Preis finde ich dafür zu hoch, die viele Werbung – wenn auch thematisch passend – nervt nämlich doch.

Die „Concierge-Tipps“, eine der Topstories, waren jetzt auch eher lahm, irgendwie nichts, was man nicht doch schon mal gelesen hat (und Java als Geheimtipp, nuuuunja). Aber klar, es ist lonely planet und den unbekannten „da musst du hin“-Ratschlag findet man hier nicht mehr. Mehr angesprochen haben mich da die Tipps anderer Reisender, da verlasse ich mich online bei Hotelbuchungen auch immer drauf. Kurzweilige Unterhaltung und tolle Bilder findet man aber allemal und sollte ich wieder kostenlos über das Heft stolpern, nehme ich es gerne mit. Die aktuelle Januarausgabe dreht sich übrigens um Florida, hat aber auch Portland (eines meiner Reiseziele für 2017) im Angebot!

 

AMERICA JOURNAL (zweimonatlich, 5,50€)

Beim Lesen dachte ich ständig, dass das genau was für meine Mama ist. Das Heft ist eine Mischung aus Reisereportagen, Informationen, News und Trends aus den USA. Man bekommt hier „tiefgründigere“ Stories als im lonely planet, es ist mehr Lesegenuss denn reine Aufnahme von neuen Infos. Wunderschöne Bilder, die Lust aufs Reisen machen, gibt es hier nicht zu knapp – leider aber quillt auch hier wieder enorm viel Werbung durch die gesamte Ausgabe. Wobei ich mich gerade frage, ob mir das vielleicht nur so extrem auffällt, da ich online nur mit Adblocker lebe und ja kaum noch richtige Zeitschriften lese. Ich fand es einerseits etwas nervig, andererseits kann man sich aber z.b. auch noch mehr kostenloses Infomaterial zusenden lassen, was dann ein Pluspunkt trotz Werbung ist.

Besonders passend war die Ausgabe dank dem „Oregon und Idaho“-Teil wieder für mich und ich habe ein paar spannende Infos für mich mitnehmen können. Den Hawaii-Teil fand ich ebenfalls sehr anregend, die Inseln will ich auch unbedingt noch kennenlernen, das hat aber noch ein paar Jahre Zeit. Ein bisschen Tipps von anderen Reisenden gab es auch noch, was für mich bei eigentlich keinem Reisemagazin fehlen darf. Insgesamt habe ich mich vielleicht eine Stunde mit der Zeitschrift vergnügen können, da hatte ich aber auch alles gelesen.

Mein Ausflug in die Print-Reisemagazinwelt hat mir gezeigt, dass ich in nächster Zeit kein Abo abschließen werde. Beide Magazine waren ein kurzweiliger, inspirierender Genuss, aber mit viel zu viel Werbung versehen. Wenn man online lebt und dort nach Reisereportagen auf Blogs zu bestimmten Themen sucht, bekommt man keine schlechteren Ergebnisse, ich vertraue ihnen sogar mehr als einem glänzenden Magazin. Auch sind die Hefte einfach sehr dünn und dann 5-6€ für eine Stunde Lesen, nee..da können die Eisbärenbilder noch so schön sein!

Lest ihr gerne Reisemagazine und lasst euch inspirieren oder gar Reisebücher? Hat wer vielleicht sogar eines der beiden hier im ABO oder sind sie auch eher nichts für euch, da ihr alles unvoreingenommen entdecken wollt? 

[Lesenswert] The Heir & The Crown – Kiera Cass

Passend zum Jahresende habe ich es hingekriegt und die letzten zwei Bücher aus der Selection Reihe gelesen. Vor 1-2 Jahren habe ich die ersten zwei Bücher als Hörbuch zum Einschlafen gehört, bei Buch 3 habe ich irgendwie aufgehört und als mir jetzt in Bangkok The Heir (Nr.4) und The Crown (Nr. 5) in die Hände fielen, war ich doch neugierig, wie die Autorin die Reihe beendet. Zwischen Band 3 und 4 vergeht nämlich einige Zeit und somit konnte ich prima in die „neue“ Geschichte einsteigen.

Worum geht’s Ich muss ganz kurz auf die ersten drei Bücher eingehen, da man die Vorgeschichte hier braucht. Wir befinden uns in Ilea, einem  in eine Art von Kasten aufgeteilten, Königreich, dessen Herrscher sich seine zukünftige Frau durch die sogenannte Selektion aussuchen darf. Dafür werden aus dem gesamten Königreich Mädchen ausgelost, die dann mit dem Thronfolger einige Zeit im Schloss verbringen und er sich in dieser Zeit für eine Frau entscheiden muss. Die ersten drei Bände behandeln die Selektion von Prinz Maxon, der sich nach einigen turbulenten Geschehnissen für America Singer entscheidet, eine Frau, die seinem Vater so gar nicht passte. Band 4 und 5 spielen nun 18 Jahre später und Hauptperson ist ihre Tochter, Prinzessin Eadlyn, die sich nun ebenfalls durch Selektion einen zukünftigen Ehemann aussuchen muss. Eadlyn ist von dieser Idee alles andere als angetan, versucht zunächst alles zu sabotieren, bemerkt dann aber doch, dass sie Gefühle für jemanden entwickelt. Während der Selektion muss sie aber auch mit anderen Problemen kämpfen, da sie plötzlich ihren Vater als Herrscher vertreten muss und ihr Volk so gar nicht hinter ihr steht.

Wie ist’s Nett, leicht zu lesen, man weiss eigentlich schon, wie es enden wird, aber man mag es trotzdem noch in den Worten der Autorin lesen. Als Strandlektüre war es super, man muss sich nicht groß konzentrieren, kann das Buch auch mal zur Seite legen und findet leicht wieder herein. Die beiden Bände sind sehr dünn, ich war an zwei Tagen mit beiden locker durch und war ganz gut unterhalten. Liest man alle fünf Bände am Stück, dürfte es aber doch etwas langweilig werden, da es wirklich eins zu eins gleich bleibt von der Handlung. Als Hörbuch für nebenbei oder zum Einschlafen sind sie aber definitiv gut geeignet, da man sich hier nicht unnötig aufregen wird. Lest sie ruhig auf englisch, die Sprache ist leicht und man tut so nebenbei noch etwas für seine Sprachkenntnisse.

Die Hauptperson Eadlyn ist Kiera Kass sehr gut gelungen, sie macht eine große Veränderung in diesen beiden Büchern durch und hat somit für mich nicht nur einen YA, sondern auch einen coming of age Charakter. Sie ist verwöhnt, hochnäsig, nicht sehr emphatisch und kümmert sich eigentlich nur um sich. Ihr Umfeld hat sich damit arrangiert, nur wenige wie Kile, einer der „Bewerber“, sprechen ehrlich aus, was sie von ihr halten. Diese Wesenszüge verändern sich mit ihrem Kontakt zu all ihren Bewerbern, sie bekommt einen Blick über die Schlossmauern hinaus und erfährt, wie das Leben anderer Menschen so ist. Statt mit ihrer Macht zu drohen (ihr üblicher Konter) beginnt sie, zuzuhören und andere Meinungen an sich ranzulassen.

Hätte ich die beiden Bände nicht im Hostel in Bangkok gegen schon gelesene Bücher ausgetauscht, hätte ich sie bestimmt nie gelesen. Denn sie sind einfach zu identisch mit den ersten zwei Bänden, auch wenn die Hauptperson Eadlyn durch ihren Charakter heraussticht. Da ich aber eh Zeit auf meiner einsamen Insel hatte, habe ich damit ein paar Stunden verbracht und wurde jetzt auch nicht schlecht unterhalten. Noch einmal lesen oder gar weitere Fortsetzungen davon (bitte nicht Kiera!) brauche ich aber bestimmt nicht. Da ich den Schreibstil der Autorin aber ganz gerne mag, hoffe ich, dass sie mit einer neuen Reihe und einem komplett anderen Thema beginnt! 

[Lesenswert] The book of lost things – John Connolly

Manchmal wählt man nicht die Bücher sondern die Bücher wählen den Leser. So fühlte es sich zumindest an, als mir The book of lost things von John Connolly aus dem öffentlichen Bücherschrank entgegen fiel. Erst stellte ich es wieder weg, da es nicht gaaaanz so nach meinem Geschmack klang, nachdem ich aber den gesamten Schrank durchforstet hatte und nichts besser fand, schnappte ich es mir doch. Immerhin ist es auf englisch und so kann ich wenigstens noch ein paar neue Worte lernen.

Worum geht’s Der zwölfjährige David versucht den Verlust seiner Mutter zu verarbeiten und die neue Frau (und den neuen Bruder) seines Vaters in sein Leben zu integrieren. Er flieht in eine Welt der Bücher, wo Märchen Realität werden und wird innerhalb dieser Fantasiewelt mit seinen Ängsten konfrontiert. Dabei muss er diverse Abenteuer bestehen und trifft wunderliche Gestalten, die ihn vor so manche Herausforderung stellen.

Wie ist’s Für jemanden, der Märchen liebt, ist dieses Buch genau das Richtige. Ich persönlich fand es etwas langatmig und zäh, habe oftmals ein paar Seiten überblättert und es hat mich einfach nicht gefesselt. Angefangen habe ich das Buch am Flughafen, habe es dann im Flugzeug aber schnell aus der Hand gelegt und dann erst einen Monat später wieder ausgepackt – ich wollte es nicht weiter durch die Gegend schleppen und habe es durchgelesen. Ich hatte einen psychologisch spannenderen Roman erwartet, der besser auf die Entwicklung von David eingeht, aber hier bekommt man einfach eine Heldengeschichte mit Märchen, die nur wenig an der Oberfläche kratzt. Die Hauptperson streift durch die Fantasiewelt und trifft eine Märchenfigur nach der anderen, was nicht gerade neu ist, wenn man die Märchen schon kennt.

Thematisch haben wir neben Wut, Eifersucht, Trauer und Missmut aber auch Freundschaft, Loyalität und Liebe und somit eigentlich die perfekte Mischung für einen coming of age Roman. Leider nutzt der Autor dies aber nicht aus und stellt die Märchen ständig in den Vordergrund, dabei wäre David’s Entwicklung so viel spannender, hach! Die Beziehung zu seinem Vater und der Stiefmutter wird am Ende etwas mehr thematisiert, was ich super fand, hier hätte es gerne noch mehr sein dürfen!

Noch ein Pluspunkt ist, dass der Autor am Ende des Buches sehr ausführlich beschreibt, warum er welches Märchen benutzt hat und wie sich das Buch entwickelt hat. Das gab eine interessante Insiderperspektive, die ich mir bei vielen anderen Büchern wünschen würde! Oftmals fragt man sich ja, was genau sich der Autor hierbei gedacht hat und das wurde einem dieses Mal beantwortet. Schade, dass es kein Buch ist, welches ich großartig finde, dann wäre dieser Abschluss noch besser gewesen.

Erwachsene Märchenfreunde, das dürfte was für euch sein, dem Rest würde ich eher abraten, da ich mich schon sehr dazu durchringen musste, das Buch wieder in die Hand zu legen und zu beenden. Wäre ich nicht buchstäblich auf einer einsamen Insel ohne andere Bücher gewesen, ich bezweifle, dass ich es in Deutschland beendet hätte. Hoffentlich gefällt es dem nächsten Leser besser! Für mich eines der schwächsten Werke, welches ich dieses Jahr gelesen habe.

[Lesenswert] ABC-Challenge – mein Endstand!

Dieses Jahr versuche ich mich an der ABC Challenge, bei welcher es darum geht, Buchtitel mit allen Buchstaben des Alphabets in einem Jahr zu lesen. Da ich einen großen Stapel an ungelesenen Büchern habe, die mehr oder weniger jeden Buchstaben abdecken sollten, wollte ich da definitiv mitmachen. Ganz geschafft habe ich die Challenge leider nicht, was daran lag, dass ich nicht zu jedem Buchstaben schon einen Buchtitel hatte und auch keinen bei Freunden und im oeffentlichen Buecherschrank/in diversen Hostel keine mich interessierenden Buecher mit dem richtigen Buchstaben gefunden habe. Extra irgendwelche kaufen wollte ich auch nicht, ich denke mal, ich mach die Challenge erneut (und notiere auch mal, was ich noch so alles lese, denn ich habe z.b. 7 Buecher mit N nur so verschlungen).

ENDSTAND:  von sechsundzwanzig Buchstaben sind  dreiundzwanzig „gelesen“

Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen – Nikolai Gogol
Bitterfotze – Maria Sveland
Camphor Flame, The – C.J. Fuller
Drop, The – Michael Connelly
Euphoria – Lilly King
Foreign Body – Robyn Cook
Gone Girl – Gillian Flynn
High Fidelity – Nick Hornby
I want it that way – Ann Aguirre
Just listen – Sarah Dessen
Kuss und Kuss gesellt sich gern – Susan Mallery
Litigators, The – John Grisham
Mein erster Selbstmord – Carola Wolff
Not that kind of girl – Lena Dunham
O
Populärmusik aus Vittula – Mikael Niemi
Q
Ruhm – Daniel Kehlmann
Summons, The – John Grisham
Todeswächter – Veit Etzold
Undank ist der Väter Lohn – Elizabeth George
Verbrechen – Ferdinand von Schirach
Wo die wilden Maden graben – Nagel
X
Yukon-River-Saga – Andreas Kieling Irena Bischoff
Zero Day – David Baldacci

Ich habe mich dazu entschieden, sowohl englische als auch deutsche Titel für die Challenge zu nutzen, da es in meinem Bücherschrank von beidem wimmelt. Hörbücher lasse ich außen vor, wobei ich sie zwar liebe, sie aber nicht sichtbar in meinem Bücherregal stehen und darauf warten, dass ich sie endlich in die Hand nehme und danach entweder behalte, einem lieben Menschen gebe, verkaufe oder in den öffentlichen Bücherschrank stelle. Das habe ich auch bei diesen Büchern brav durchgehalten, bis auf wenige Exemplare wurden sie an Freunde weitergegeben oder in den öffentlichen Bücherschrank gestellt. Zwar haette ich gerne meine eigene Buecherei, aber das duerfte noch ein wenig dauern und bis dahin reicht der Platz leider doch nicht aus.

Hat noch jemand diese schoene Challenge gemacht? Seid ihr erfolgreicher gewesen? Wenn wer ein gutes Buch mit den fehlenden Buchstaben als Titelanfang kennt, schreibt mir das doch in die Kommentare, dann bin ich fuer naechstes Jahr besser vorbereitet!

[Lesenswert] 3 Wishes – Liane Moriarty

Über den Debütroman 3 Wishes bzw Drei Wünsche frei der australischen Schriftstellerin Liane Moriarty stolperte ich in meinem Hostel in Bangkok eher zufällig. Ich suchte seichte Strandlektüre und der Einband sah definitiv danach aus. Ohne mich näher mit dem Umschlag oder gar der Kurzbeschreibung zu befassen, nahm ich es mit und fing an, es auf Koh Jum zu lesen. Wie ihr erkennen könnt, waren meine Erwartungen nicht allzu hoch 😉

Worum geht’s Der Roman dreht sich um das Leben der Kettle-Schwestern Lyn, Cat und Gemma, welche als Drillinge ihre jungen Eltern überraschten und seitdem ihr Leben in Australien mal mehr und mal weniger gemeinsam meistern. Das Buch beginnt an ihrem 34. Geburtstag, welchen sie standesgemäss im Restaurant mit einer Torte für jeden feiern – dieses Mal gibt es aber die Überraschung, dass sie Briefe bekommen, die sie an sich selbst vor 20 Jahren geschrieben haben. Was ihre damaligen Ichs für Ideen für ihre Lebensziele hatten und wie die Realität aussieht, ist nur ein Thema des Buches.

Wie ist’s Erstaunlich unkitschiger als erwartet! Zwar trotzdem ein kurzweiliger Roman, aber fesselnd, da der Schreibstil der Autorin etwas unter die Oberfläche geht und sie ihren Personen wunderbar Leben einhaucht. Sehr schön finde ich die Zeitsprünge und besonders die Mischung zwischen Kapiteln mit den sehr real gezeichneten Schwestern und dann kurze Episoden von Fremden, die die Drillinge irgendwann mal gesehen/getroffen/erlebt haben. Habe ich so selten gelesen und fand ich gut gemacht! Die Themen sind nicht neu, wir haben Liebe, Trauer, Verlust, eine Scheidung und den (unerfüllten) Kinderwunsch – dadurch, dass sie sich aber auf drei sehr unterschiedliche Schwestern verteilen, bekommt das Ganze mehr Spannung. Wer gerne Bücher mit viel Familiendynamik und unterschiedlichen Beziehungskonstellationen liest, das ist bestimmt eures. Ebenfalls schön fand ich, dass der Roman in Australien spielt, da lese ich leider viel zu wenige Bücher von.

Man kann das Buch locker in zwei Tagen lesen, aber auch ohne Probleme eine Pause machen und leicht wieder einsteigen. Die Kapitel sind kurz, es passiert nicht zu viel in kurzer Zeit, was das Lesen angenehm leicht und unanstrengend macht. Ein wenig langatmig wird es dadurch aber auch. Ein paar Mal laut aufgelacht habe ich aber doch, teilweise war mir der Humor aber auch zu flach – hier hat ja jeder einen anderen Geschmack! Insgesamt ein Buch, welches ich als Strandlektüre weiterempfehlen würde, mehr aber dann doch auch nicht.

Kennt ihr die Autorin und vielleicht ein anderes gutes Buch von ihr? Was war eure letzte Strandlektüre?

[Lesenswert] House of Night Reihe von P.C. & Kristin Cast

Ich freue mich immer besonders, wenn ich eine gesamte (oder zumindest ein paar Teile von einer) Reihe im oeffentlichen Buecherschrank finde und so kam ich auch an die House of Night Reihe des Mutter-Tochter-Duos P.C. & Kristin Cast. Da ich seichte Kost erwartete, nahm ich die Buecher als Reiselektuere nach Indien mit – ohne schlauerweise vorher noch einmal zu googlen, denn erstens fehlt der erste Band, was schon einmal etwas ungut war und dann ist die Serie nicht mit meinem letzten Band abgeschlossen, sondern ist fast doppelt so umfangreich. Bis ich da wieder mal ein Buch finde, habe ich wahrscheinlich schon wieder vergessen, was genau passiert ist.

House of Night Reihe

Worum geht’s In Band 1, Marked, bekommt die 16-jaehrige Zoey ploetzlich eine Mondsichel auf der Stirn, was bedeutet, dass sie von der Vampirgoettin Nyx gezeichnet wurde. Fortan muss sie im Internat House of Night leben und sich auf ihr spaeteres Leben als Vampir neben den Menschen vorbereiten. Nicht jeder kann diesen Uebergang schaffen, doch Zoey scheint besondere Faehigkeiten zu haben. Im Internat lernt sie ihre neuen Freunde, ebenfalls „Gezeichnete“ kennen und es kommen die Themen Freundschaft, Liebe & Leidenschaft, Machtintrigen aber auch viel zum Thema Vampire in den Buechern vor. Spannend sind die Konflikte, die sie zwischen ihrem alten und neuen Leben austragen muss und auch ihre Cherokee-Herkunft bildet eine recht interessante Komponente fuer die Story. Nyx scheint mit Zoey und ihren Freunden, die auch alle besondere Faehigkeiten bekommen, einiges vor zu haben!

Wie ist’s Anscheinend wird es als Mischung zwischen Harry Potter und Twilight angepriesen, das wusste ich vorher nicht. Wer Vampirromane liebt und vielleicht etwas juenger ist, wird diese Reihe bestimmt moegen und auch die Tatsache, dass es so viele Baende gibt. Ich habe sie gelesen, da ich nichts anderes hatte, aber in Deutschland haette ich die Reihe wohl nach dem ersten Buch wieder zurueck in den Buecherschrank gestellt. Die Autorinnen geben sich Muehe, mich lassen die Charaktere aber irgendwie kalt und auch die Story hat keinen „ich muss das Buch heute Nacht noch fertiglesen“-Effekt. Vielleicht bin ich aber langsam auch zu alt 😉 Irgendwie baut sich dann doch etwas Spannung auf, doch dann gibt es so eine einfache, schnelle Loesung, das ich damit nie wirklich gluecklich war. Sonderliche Ueberraschungsmomente gibt es auch nicht, es plaetschert eben so daher und gibt einem eine Auszeit von der Realitaet.

Man muss die Serie uebrigens weder chronologisch noch komplett lesen, es wird so viel wiederholt, dass man der Story ohne Probleme folgen kann. Was teilweise etwas nervend war und ich dann ein paar Absaetze ueberflog, wenn nur erzaehlt wurde, was schon passiert ist – so kann man auch auf seine Wortanzahl kommen. Insgesamt war das keine Liebe zwischen uns, wobei ich die Tatsache, dass Mutter und Tochter gemeinsam schreiben, sehr schoen finde. Vielleicht kommen sie ja mit einem etwas erwachseneren Buch mit mehr Tiefe raus, da wuerde ich sofort reinlesen!

Lest ihr gerne solche langen (13 Baende!) Serien? Meine Lieblingsserie ist nach wie vor Outlander von Diana Gabaldon, wo ich nichts tun kann, ausser sofort das neueste Buch kaufen und den Rest des Tages lesen und lesen und lesen..das hat Suchtcharakter fuer mich – fuer noch jemanden? 

[Lesenswert] Stadt – Land – Überfluss von Jörg Schindler

Über das Buch Stadt – Land – Überfluss: Warum wir weniger brauchen als wir haben von Jörg Schindler stolperte ich das erste Mal direkt nach seinem Erscheinen im Dussmann, schaut rein, fand es interessant, kaufte es aber nicht (da Buchkaufstop). Jetzt fand ich es zufällig bei einem Freund im Regal und lieh es mir gleich mal aus 🙂

Stadt Land Überfluss

Worum geht’s Der Titel verrät es schon, es geht um den Überfluss in unserer Gesellschaft und das beleuchtet der Autor anhand diverser Themen. Sei es Essen, Medizin, Körperkult, Reisen, Arbeit, Fußball, Autos, Shopping, Kommunikation oder unser Zeitmangel im Alltag, zu jedem der Bereich hat er locker-leichte Geschichten parat. Aufgelockert wird alles noch durch passende Zitate und eben Gegenbeispiele von Menschen, die sich nicht diesem Überfluss-Leistungs-„Druck“ beugen, sondern ihr eigenes Ding machen. Statt „so viel wie nur möglich“ geht es hier um das bewusste Konsumieren, über den Gewinn an Lebensqualität, Zeit und Zufriedenheit durch eben diesen Lebensstil.

Wie ist’s Nett. Kein mein Leben veränderndes Buch, kein „must du unbedingt gelesen haben“-Kandidat, aber man kann es schnell runterlesen, zwischendrin aufhören und doch wieder gut reinfinden. Die Kapitel sind nicht allzu lang, durch die Themenvielfalt ist es sehr abwechslungsreich und ich hatte es schnell durchgelesen. Einige Stories klingen sehr klischeehaft, aber hey, die muss es ja auch geben. Man bekommt hier aber nicht nur private Aussteiger-Stories erzählt, sondern auch z.b. die (negative) Entwicklung von Medizin und Autoindustrie verdeutlicht.

Wer sich mit dem Thema Selbstverwirklichung (wo ist der Sinn bzw Nutzen? Bin ich/Muss ich höher/schneller/weiter?) beschäftigt oder neu im Bereich Minimalismus und Entschleunigung ist, wird hier bestimmt einige spannende Sachen erfahren. Für schon in diesen Themen belesene Menschen ist das Werk aber nicht mehr allzu „neu“, das meiste weiß man dann schon. Schön aufbereitet ist es aber trotzdem und ich denke, besonders als Geschenk für Menschen, die sich über ihr Leben beklagen, genau das Richtige! Zum Nachdenken regt es nämlich allemal an!

Da hat es mich zwei Jahre gebraucht, dieses Buch zu lesen, ich würde sagen, das passt ja auch..statt „muss ich sofort haben“ eben „mal sehen, wann sich unsere Wege wieder kreuzen“. Solltet ihr es finden und vom Thema her spannend findet, lest doch mal ein wenig rein..apropros in bisschen über einem Monat ist schon wieder Buchmesse in Frankfurt, ich freue mich! 🙂

[Lesenswert] Zero Day – David Baldacci

So langsam habe ich mich durch meinen Stapel „Bücher, die ich auf der Müllkippe in Yellowknife mitgenommen habe“ durchgelesen und gerade Zero Day von David Baldacci beendet. Das Buch bildet den Auftakt der „John Puller“-Reihe, die man aber nicht unbedingt chronologisch lesen muss..zumindest ich habe das nicht getan und schon spätere Bände gelesen, die man auch ohne Vorwissen verstehen kann.

Zero Day David Baldacci

(hinten links im Bild seht ihr übrigens die „Kleine Meerjungfrau“ in Kopenhagen)

Worum geht’s Wir haben den Mitdreißiger John Puller, welcher aus der Armee ausgeschieden und jetzt für die Militärpolizei aus Spezialermittler tätig ist. Er bekommt die Auftrag, den brutalen Mord an einem Armeeangehörigen und seiner Familie in einem kleinen Örtchen in Virginia aufzuklären. Zu Beginn seiner Ermittlungen lernt er die einheimische Polizistin Samantha Cole kennen, mit der er sich nach kurzen Rangeleien verbündet.

Wie ist’s Der Beginn ist sehr spannend, man wird in der Leben John Puller’s eingeführt (der geistig-verwirrte Vater, der wegen Staatsverrat im Gefängnis sitzende Bruder, die eigenen PTBS) und kann sich gut in die Figur und ihr Denken hineinversetzen. Manchmal kommt der us-militärische Pathos etwas zu stark rüber, aber das ist man von anderen Büchern von Baldacci schon gewohnt und man kann einfach drüber lesen. Die ersten Ermittlungen in Virginia sind verwirrend, es scheint zunächst keinen und dann zu viele Verdächtige zu geben und man beginnt, sich selbst Theorien zusammenzuspinnen. Interessant fand ich das Setting in einem Ort, der vom Kohleabbau lebt und somit ganz andere Probleme als die Durchschnittskleinstadt hat.

Der Schreibstil ist einfach gehalten, keine Bandurmsätze, die unnötig verschachtelt sind und die Sprache ist ebenfalls gut verständlich. Ich empfehle immer Bücher im Original zu lesen, hier wird bei der deutschen Übersetzung auf Amazon aber auch wirklich gemeckert – somit, wenn ihr B1 oder so seid, das Buch kriegt ihr locker ohne viel Vokabelnachschlagen hin! 2/3 des Buches haben mich gefesselt, danach wurde es aber irgendwie abstrus, zu konstruiert und das Ende war dann auch leider sehr schwach. Nicht soooo enttäuschend, dass ich kein weiteres Buch aus der Reihe lesen würde (habe ich ja schon), aber für Baldacci’s eigentliches Können doch etwas mau. Hier hätte er gerne noch 50 Seiten mehr schreiben dürfen, um das Buch zu einem guten Abschluss zu bringen.

Morgen geht das Buch jetzt hier in Berlin in den öffentlichen Bücherschrank, was verrückt ist, da das via Luftlinie locker-flockige 6500km von seinem Ursprungsort sind. Hoffentlich mache ich jemandem damit noch eine Freude, über zu viele englische Bücher stolpere ich hier nämlich nicht und freue mich persönlich immer sehr, wenn ich eines entdecke 🙂 Habt ihr schon ein Buch von Baldacci gelesen? 

[Lesenswert] ABC-Challenge – Halbzeit-Update!

Dieses Jahr versuche ich mich an der ABC Challenge, bei welcher es darum geht, Buchtitel mit allen Buchstaben des Alphabets in einem Jahr zu lesen. Da ich einen großen Stapel an ungelesenen Büchern habe, die mehr oder weniger jeden Buchstaben abdecken sollten, wollte ich da definitiv mitmachen. Im Februar gab es einen ersten Zwischenstand, da hatte ich aber erst sechs Buchstaben abgearbeitet und schon gemerkt, dass ich einige Titel mit z.b. dem Buchstaben „G“ gelesen habe, anscheinend ist der häufiger bei mir vertreten 😉 Zwei Monate später waren es dann schon fünfzehn Buchstaben, die ich „gelesen“ hatte und heute nach sechs Monat gibt es ein weiteres Update!

Momentaner Stand: achtzehn von sechsundzwanzig Buchstaben sind „gelesen“:

A
Bitterfotze – Maria Sveland
C
Drop, The – Michael Connelly
Euphoria – Lilly King
Foreign Body – Robyn Cook
Gone Girl – Gillian Flynn
High Fidelity – Nick Hornby
I want it that way – Ann Aguirre
Just listen – Sarah Dessen
Kuss und Kuss gesellt sich gern – Susan Mallery
Litigators, The – John Grisham
Mein erster Selbstmord – Carola Wolff
Not that kind of girl – Lena Dunham
O
P
Q
Ruhm – Daniel Kehlmann
Summons, The – John Grisham
Todeswächter – Veit Etzold
Undank ist der Väter Lohn – Elizabeth George
V
Wo die wilden Maden graben – Nagel
X
Y
Zero Day – David Baldacci

Wirklich großen Fortschritt habe ich (an der Anzahl gemessen), nicht gemacht, wobei ich jede Woche mindestens ein Buch gelesen habe. Mittlerweile doppeln/verdrei- und vierfachen sich aber einige Anfangsbuchstaben, wohingegen andere doch etwas schwieriger zu finden sind. Besonders zum Ende des Alphabets hin (V, X, Y) werde ich etwas auf die Suche gehen müssen..aber da ich ja noch immer sechs Monate Zeit für die fehlenden acht Bücher habe, wird das doch hinzukriegen sein! Wenn ihr für einen meiner ungelesenen Buchstaben eine Empfehlung habt, nur her damit!

Ich habe mich dazu entschieden, sowohl englische als auch deutsche Titel für die Challenge zu nutzen, da es in meinem Bücherschrank von beidem wimmelt. Hörbücher lasse ich außen vor, wobei ich sie zwar liebe, sie aber nicht sichtbar in meinem Bücherregal stehen und darauf warten, dass ich sie endlich in die Hand nehme und danach entweder behalte, einem lieben Menschen gebe, verkaufe oder in den öffentlichen Bücherschrank stelle. Das habe ich auch bei diesen Büchern brav durchgehalten, entweder wurden sie an Freunde weitergegeben oder in den öffentlichen Bücherschrank gestellt. Lediglich „Not that kind of girl“ habe ich behalten, das muss ich nämlich irgendwann nochmal lesen. Bis zum Ende des Jahres wird es hoffentlich noch etwas leerer in den Regalen sein, denn wer weiß, wo ich bis dahin schon wieder bin 😉 

Seid ihr auch solche Buchsammelkäufer und habt zig ungelesene Werke im Regal, die ihr aber eigentlich unbedingt lesen wollt? Dann macht doch auch bei dieser schönen Challenge mit oder setzt euch eine eigene, z.b. ein Buch pro Monat! Ich bin sehr gespannt, wie ich weiter vorankomme und ob ich alle Buchstaben „lesen“ kann. Für „J“ habe ich noch ein Buch, bei X wird es etwas schwieriger 😉 Über Mitleser/ -streiter würde ich mich aber sehr freuen!