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Lieblingsorte in Berlin (21): Langano & Naan!

Es wurde mal wieder Zeit für einen Lieblingsorte in Berlin-Beitrag und heute stelle ich euch zwei meiner liebsten Restaurants vor! Das Schöne an Berlin ist ja die schirr unendliche Auswahl an Restaurants, die für jeden Geschmack und Geldbeutel die richtige Alternative bietet und man somit nie kochen müsste. So 2-3 Mal die Woche gehe ich bestimmt auch essen und wenn es ein Ort schafft, mich erneut zu ihm zu locken, dann will das schon was heißen. Denn eigentlich bin ich eine Person, die immer neue Dinge ausprobieren mag – bei diesen beiden kulinarischen Highlights wurde ich aber zum Gewohnheitstier!

LANGANO – ÄTHIOPISCH

Das äthiopische Restaurant Langano in Kreuzberg hat mich schon seit Jahren und ich freue mich immer wahnsinnig, wenn sich einer meiner Freunde motivieren lässt, hinzugehen. Anscheinend ist schwammartige Sauerteigbrot Injera nicht Mainstream genug und viele wollen auch nicht mit den Händen essen, für mich gibt es nichts besseres! Ich brachte sogar mal ein Date mit hierher und nunja, danach wusste ich schon, dass wir eher nicht kompatibel sind. Auf jeden Fall kann ich euch die vegetarische Platte (8,50€, das war für eine Person gedacht) nur empfehlen, man bekommt eine bunte Mischung aus Gemüse- und Linsengerichten, Grünkohl, Rote Beete, Salat und eben Injera. Mit dem Brot schnappt man sich dann die verschiedenen Leckereien und ach, reinlegen könnte ich mich! Der äthiopische Kaffee ist ebenfalls nur zu empfehlen, auf ihn freue ich mich auch immer sehr! Man kann sowohl drinnen als auch draußen sitzen, die Bedienungen sind immer enorm freundlich und es schmeckt richtig gut! Von der Würze her einmal etwas ganz anderes und nichts, was ich täglich essen könnte, aber gerade läuft mir beim Tippen schon das Wasser im Munde zusammen! Da die Gerichte mit äthiopischer Butter zubereitet werden, sind sie allerdings nicht vegan, hier müsste man nachfragen, ob man sie weglassen kann.

NAAN – INDISCH

Erst vor knapp einem Monat lernte ich das Naan im Prenzlauer Berg und war seitdem jede Woche dort. Ein Inder in Deutschland, wo es annährend so schmeckt wie ich es von Indien her kenne, was habe ich danach gesucht! Hier ist immer gut voll, man sitzt nicht sonderlich toll auf Bierbänken und muss aufgrund der Menschenmenge lange auf sein Essen warten. ABER es ist es wert. Die Auswahl ist zunächst mal erschlagend, es gibt so viele unterschiedliche Kategorien auf der Speisekarte (Okragerichte, gemüsegerichte, Kartoffelgerichte, Tindagerichte etc) und man braucht einige Minuten, bis man überhaupt einen Überblick hat. Da ich hier erstmals Tinda (ein kleiner Kürbis) kennengelernt habe, esse ich jedes Mal eine Variane davon und kann euch besonders die mit Spinat empfehlen. Dazu ein großer Mangolassi und ihr habt für unter 9€ gegessen. Alle Gerichte kann man übrigens als vegane Variante enthalten, was ich super finde! Cocktails (wie überall in der Gegend) gibt es hier natürlich auch und man kann lange draußen sitzen oder die Nähe zum Mauerpark nutzen und dort noch einen Spaziergang machen. Wenn ihr danach noch Lust auf Kaffee habt, die einzige Adresse hier, wo man nach 21 Uhr (verrückt!) noch einen bekommt, ist das Kauf dich glücklich. Leckeres Eis scheint es dort aber auch zu geben, zumindest war da ständig eine Schlange an der Theke! Ich weiß jetzt schon, dass ich hier noch einige Mal essen werde, bevor es weg von Berlin geht..und es dann schmerzlich vermissen werde!

Unbedingt ausprobieren will ich noch „The Bowl“ und „Brammibal’s Donuts“, die sind nämlich vegan. Manchmal wäre ich gerne eine Kuh und hätte mehrere Mägen, so viele tolle Sachen lachen einen hier an jeder Ecke an! Habt ihr noch einen veganen/vegetarischen Geheimtipp, wo ich hier in Berlin hin muss?

Lieblingsorte in Berlin (18): Gedenkstätte Hohenschönhausen & Mies van der Rohe-Haus

Juhu, endlich kann ich meine „Lieblingsorte in Berlin“-Reihe nach fast zweijähriger Abstinenz weiterführen. Zwei weitere Posts sind schon in Bearbeitung, da es soooo viel zu entdecken gibt, was sich verändert hat, aber gleichzeitig habe ich noch immer Dinge auf meiner „Berlin-Liste“ von 2006, die ich nicht abgearbeitet habe. Jupps, die Liste ist etwas länger und nachdem ich einige Monate in Berlin lebte, wurde ich auch fauler. Dieses „alles ist neu und muss entdeckt werden“-Gefühl ist dann nämlich von dem „lass mal den Sonntag mit Game of Thrones“-Gedanken überschattet worden, aber jetzt ist die Motivation wieder hoch, meine Stadt erneut zu erkunden!

Heute stelle ich euch zwei Orte vor, die sehr unterschiedlich sind, sich aber doch irgendwie (zumindest in meinem Kopf) gut ergänzen. Was auch daran liegen könnte, dass man sie zu Fuß gut voneinander erreichen kann und sie im Osten Berlins liegen, wo ich mal wieder wohne. Mit der Tram oder dem Bus kommt man schnell auch vom Alex aus hin und wer etwas weniger Stadttrubel mag, wird die Gegend lieben!

GEDENKSTÄTTE BERLIN-HOHENSCHÖNHAUSEN

Das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit der DDR kann man sich täglich von 10-18.00h mit einer 90-minütigen Führung ansehen. Der Ort ist enorm bedrückend, nimmt einen mit und da die Führer meist ehemalige Gefangene sind, bekommt Geschichte hier definitiv ein Gesicht. Was alles natürlich noch intensiver erlebbar macht, wenn man einen Zeitzeugen vor sich hat. Als Privatperson (bis sechs Leute) geht man ohne Anmeldung hin und nimmt an der nächsten Führung, die stattfindet, teil, als Gruppe muss man sich rechtzeitig anmelden. Ein Rundgang gleicht nie einem anderen, da jeder Führer andere Punkte für wichtiger hält und andere Anekdoten hat, weswegen ich bestimmt noch einmal hingehen werde. Mein Führer dieses Mal war Lothar Schulz, welcher aufgrund einer Banner-Protestaktion verhaftet wurde und einfach wahnsinnig fesselnd erzählen konnte. Gleichzeitig strahlte er aus, dass die Stasi und seine Zeit hier ihn nicht gebrochen haben, was ich einfach nur bewundernswert finde, denn man weiß ja nie, wie man selbst so eine Folter durchstehen würde. Absolut empfehlenswert, nicht so „geschönt“ wie andere Museen zum Thema DDR und durch die bedrückende Kulisse definitiv eine Erfahrung, die noch Tage später in einem weiterarbeitet. Mehr Infos findet ihr auf der Homepage der Gedenkstätte.

Sehr spannend fand ich auch, dass die gesamte Gegend um das Gefängnis zu einer Art „Stasi-Stadt“, wurde, da dort andere Ministerien ansässig waren, zum Beispiel die Auslandsspionage und dass die Mitarbeiter dort auch wohnten. Viele der Gebäude stehen noch, werden benutzt und bewohnt und das war einfach sehr komisch, dort durchzulaufen und sich zu überlegen, wie das „früher“ gewesen sein muss. Nach dieser doch sehr schwer verdaulichen Kost bietet sich so ein Spaziergang zum Gedankensammeln aber definitiv an und man kann zu einer anderen, bestimmt weniger bekannten, Sehenswürdigkeit in der Nähe schlendern.

MIES VAN DER ROHE-HAUS

Mies van der Rohe lernte ich lustigerweise erst wirklich in Kanada kennen, da ich die Wohnung eines Filmemachers strich, der über den deutschen Architekten eine Doku gedreht hatte. Als ich danach durch Chicago lief, sah ich von ihm entworfene Gebäude an jeder Ecke und schwupps, wohne ich in Berlin zehn Minuten von einem seiner Kunstwerke entfernt 😉 Natürlich musste ich hin! Mies van der Rohe hat mit dem Landhaus Lemke (1932/33) große Terassenfenster und dadurch lichtdurchflutete Räume mit einer klaren Struktur geschaffen. Die Natur dringt hier in das Haus ein, lässt den Menschen sich in ihr zur Ruhe kommen und das Haus wirkt sehr stark auf einen ein.

Es wird als Ausstellungsraum für verschiedene Künstler das Jahr über genutzt, das war für mich dieses Mal aber weniger interessant. So wandelte ich einfach durchs Haus, den Garten und um das Haus herum und ließ es auf mich wirken. Was wirklich schön beruhigend war, da ich der einzige Besucher war und direkt hinter dem Haus der Obere See liegt. Somit verbrachte ich vielleicht zwanzig Minuten hier, danach machte ich noch einen Spaziergang am See und am dahinter liegenden Strandbad und ging glücklich nach Hause. Ja, in dieses minimalistische, rote Backstein-Haus würde ich sofort einziehen, auch wenn ich normalerweise Holzhäuser bevorzuge 🙂 Mehr Informationen zum Haus und den Ausstellungen findet ihr hier.

 

Welche Lieblingsorte habt ihr in Berlin, die ich noch erkunden sollte? Nächstes Wochenende geht es hoffentlich endlich zur Zirtadelle Spandau, da liegt gerade der Kopf einer Leninstatue, den ich mir gerne ansehen würde. Und natürlich alles drum herum, in Spandau war ich so wirklich bewusst nämlich auch noch nie..immer nur zum Mietwagen abholen, die sind da viel günstiger als in der Stadt drinnen *g*

[Reisen] Mein Wochenende in Island!

Als ich damals einen möglichst günstigen Flug von Frankfurt nach Vancouver suchte, fiel mir auf, dass Iceland Air ziemlich nette Angebote über Island bis Toronto hat. Somit stand quasi sofort fest, dass ich einen Stopover in Reykjavik einlegen würde und mir dieses traumhaft schöne Land etwas ansehen werde. Gedacht – gebucht, ich bin bei solchen Entscheidungen immer schnell! Somit ging es für mich dann Freitagsmittags los und der Flug nach Island verging wie nichts. Es gibt bei Iceland Air zwar nur zu bezahlenden Service (wie bei Ryan Air etc), aber immerhin war Wasser, Saft, Tee & Kaffee umsonst und ganz ehrlich, bei knapp vier Stunden Flug reicht mir das vollkommen. Zum Snacken hatte ich ein paar Nüsse und Schokolade dabei. Der erste Eindruck von oben war schon einmal Hammer, ich Flugangsthase drückte mir wirklich die Nase an der Scheibe platt!

Island

Unberührbare, einem die Sprache nehmende, Landschaft, die weder von Strassen noch von Städten gestört wird. Die Küste war beeindruckend, rau, unnahbar erscheinend und auch die Berge im Inneren haben mich einfach nur umgehauen. Ich bin großer Game of Thrones-Fan und genau so stelle ich es mir „hinter der Mauer“ vor – passenderweise wurde hier ja auch für Szene der Serie gedreht. Vom Flughafen aus geht es dann 40 Minuten mit dem Bus nach Reykjavik und holla die Waldfee, war das eine spannende Fahrt! Von wegen schnöde Strasse, man fährt hier durch erkaltete Lavalandschaft und denkt, man sei auf dem Mond. Jeder, der davon träumte, Astronaut zu werden, sollte einfach mal hierher!

Igdlo Guesthouse Iceland

Vom Busbahnhof konnte ich gemütlich zu meinem Ho(s)tel laufen, ich hatte mich für das Igdlo Guesthouse entschieden. Trotz Nebensaison sind die Preise in Island nämlich gewaltig und somit habe ich hier für ein Zimmer für 3 Nächte 99€ bezahlt. Was in Ordnung ist, aber erwartet kein tolles Hotel, sondern ein sauberes, aber eben in die Jahre gekommenes Hostel. Ich hatte ein Waschbecken und Spiegel im Zimmer, ebenso einen großen Schrank und einen Tisch, das Bad mit Dusche war auf dem Gang. Vollkommen in Ordnung für die kurze Zeit und das Personal war so unsagbar nett, das hat meinen Aufenthalt sehr angenehm gemacht. Es gibt auch eine große Küche, in der ihr kochen könnt, was ich auch getan habe, da wie gesagt alles sehr teuer dort ist und somit sparte ich mir das Essengehen (ich finde Supermärkte im Ausland eh immer spannender als Restaurants). Die Isländer stehen übrigens wahnsinnig auf Fastfood, es gibt überall Burger und Hotdogs, aber nicht in der vegetarischen Variante und somit war es für mich eh uninteressant!

ReykjavikReykjavik ist eine Stadt, wie sie auch in jedem anderen skandinavischen Land stehen könnte und hat mich jetzt nicht sonderlich umgehauen. Es war aber auch nass-kalt-grau und stürmig (hübsch mit 70kmh-Winden) und somit streifte ich nur kurz durch die Stadt. Ich sah mir das Nationalmuseum und das Fotografiemuseum (letzteres ist umsonst) an und fand beide sehr gut. Eigentlich wollte ich auch noch ins Phallusmusem (japps, ein Museum, gewidmet dem Penis), aber das hatte zu. Somit lief ich stattdessen durch den Stadtpark, an der Kirche vorbei und zum Supermarkt.

Reykjavik KircheAm nächsten Tag kam dann mein Highlight, meine Golden-Circle-Tour. Wohl jeder Tourist wird sich diese Route geben, da man sie in 8-9 Stunden befahren kann und abends wieder in sein Hotel fallen kann. Ich habe meine über Get your guide gebucht, was problemlos geklappt hat und wurde morgens vom Hostel abgeholt. Im Minibus ging es dann durch die atemberaubende Landschaft Islands, wo es an jeder Ecke etwas Neues zu sehen gibt. Viele glücklich aussehende Islandpferde, überall Schnee, Berge und Dampf, der aus der Erde kommt. Bei der Tour stoppten wir auch diverse Male, z.b. bei dem Gullfoss Wasserfall, den geothermalen Springquellen Geysir & Strokkur und dem Thingvellir Nationalpark. Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie beeindruckend ich es fand, dass man dort merken konnte, dass die Erde, auf der wir leben, wirklich „lebt“ und arbeitet. Besonders das Stück Land zwischen europäischer und amerikanischer tektonischer Platte fand ich einfach nur verrückt, mehr im Niemandsland kann man ja nicht stehen. Dass links und rechts tiefe Risse in der Erde waren, weil sie sich eben auseinanderbewegt, ach einmalig!

Gullfoss IslandGeysir IslandIslandThingvellir IslandThingvellir IslandDie Bilder kommen bei weitem nicht daran ran, wie es wirklich aussieht und sich anfühlt. In Kombination mit der eisig-klaren Luft, dem Wind und der beeindruckenden Stille fühlt man sich dort wie am Ende der Welt. Normalerweise ist Busfahren überhaupt nicht mein Ding, hier konnte ich aber nicht anders, als die komplette Fahrt über aus dem Fenster zu starren, da ich keine Sekunde verpassen wollte.

Ich will unbedingt noch mehr von Island sehen und werde versuchen, wenn ich von Kanada wieder nach Deutschland fliege, einen etwas längeren Zwischenstopp einzulegen. Denn das war nur ein Bruchteil der Insel, die ich erkunden durfte und selbst diese hat mich von ihrer Vielfalt her schon umgehauen. Wie wird es dann erst im Norden, Osten und Süden sein? Die Isländer selbst sind übrigens ein lustiges Völkchen, so glaubt man z.b. daran, dass Elfen in großen Steinen wohnen und baut dann Strassen um große Felsbrocken, die da herum liegen, drum herum, man will ja niemanden stören. Die isländische Sprache klingt sehr lustig, aber auch recht unaussprechbar – toll finde ich aber, dass sie keine englischen Worte hineinbringen, sondern für jedes englische, neue Wort dann ein isländisches Wort aus mehreren Worten erschaffen. In Kontakt mit Einheimischen kommt man spielend – da ich nicht wie die restlichen Touris angezogen war, als würde ich demnächst den Mount Everest besteigen, dachte jeder in Reykjavik, ich sei wohl aus einem Dorf in die Hauptstadt gezogen und sprach mich sofort an. Man kennt sich bei 300.000 Menschen wohl doch noch mehr oder weniger 😉 War auf jeden Fall sehr spannend! Auf meiner Liste fehlte die blaue Lagune, die werde ich dann beim nächsten Mal nachholen! Wenn wer Fragen hat, nur her damit, ich könnte noch ewig weiter tippen, ich glaube nur, das liest hier eh keiner mehr *g*

Auf wessen Reiseliste findet sich Island noch? Ich hatte zwar eigentlich Grönland auf meiner Liste, aber das war definitiv ein guter Kompromiss. Wenn ihr zufällig plant nach Kanada zu fliegen, vielleicht wäre so ein Stopover ja auch etwas für euch. Ich hatte eine wahnsinnig tolle Zeit und bin noch immer ganz platt, wenn ich an dieses Gefühl denke, dass ich in dieser Landschaft hatte 🙂 Einen ersten Bericht aus meiner neuen Wahlheimat Vancouver gibt es dann nächste Woche!

Lieblingsorte in Berlin (17): Das Veganz in F-hain

Aufgrund meines Heidelbergumzugs hatte die Reihe „Lieblingsorte in Berlin“ eine Sommerpause, jetzt geht es aber definitiv weiter. In zehn Tagen bin ich nämlich wieder in Berlin, um neue Ecken zu entdecken und auch zu alten Lieblingsorten zurückzukehren. Einen Zwischenstop werde ich definitiv bei Veganz, einem veganen Supermarkt in Friedrichshain direkt an der S-Warschauer Straße machen!

Veganz BerlinEmpfehlen kann ich euch dort auch das kleine Restaurant, wo man eine kurze Pause machen kann und sich etwas leckeres gönnen kann! Vorneweg, Einkaufen bei Veganz ist großartig, da ich mir keine Gedanken machen muss (bzw alle kleingedruckten Inhaltsstoffe lesen muss), ob etwas auch wirklich vegan ist. Man kann also einfach getrost in die Regale greifen!

Die Produktauswahl ist riesig, es gibt unglaublich tolle Produkte, die ich sonst nur im Internet finden konnte. Der Laden ist gut organisiert, man findet ohne Probleme alles und selbst wenn nicht, sind die Mitarbeiter alle enorm freundlich und hilfsbereit. Man hat hier definitiv keinen Stress beim Einkaufen, sondern kann in Ruhe schlendern und sich einfach alles ansehen. Highlight für mich sind die losen Produkte wie Müsli & Nüsse, die man sich einfach abfüllen kann. Kenne ich aus den USA und liebe ich!

Veganz BerlinNachteil sind ganz klar die Preise, man kann bei Veganz ein kleines Vermögen loswerden und Standardsachen wie Tofu kaufe ich dort z.b. nicht (den gibt’s genau so gut in anderen Läden). Ich vergleiche im Kopf einfach immer mit den amerikanischen Whole Foods-Preisen und da kann Veganz definitiv nicht mithalten. Einen Kompletteinkauf mache ich hier nie, ich gönne mir lieber 2-3 Sachen, die ich so noch nie gesehen habe und spontan spannend finde. Das letzte Mal durften diese Gemüse Burger von Demeter mit, die es bestimmt auch anderswo gibt, ich sie aber noch nie entdeckt hatte. Davon machte ich mir enorm leckere Burger, die ich natürlich vergessen habe, zu fotografieren 😉

Wenn ihr also einfach mal ein bisschen im veganen Sortiment stöbern wollt oder eine Kleinigkeit essen wollt, schaut mal bei Veganz vorbei – und wer weiß, vielleicht seht ihr mich ja auch durch die Gänge streifen. Wenn Interesse an meinen liebsten veganen Restaurants in Berlin besteht, kann ich da gerne auch noch etwas drüber tippseln!

Lieblingsorte in Heidelberg (1): Der Botanische Garten

Auch in meinem neuen, kurzweiligen Wohnort Heidelberg will ich meine Lieblingsorte-Reihe fortsetzen, wobei sie hier etwas kürzer ausfallen dürfte 😉 Versteht mich nicht falsch, Heidelberg ist fast schon schmerzlich idyllisch und wirklich schön. Wenn man sich aber nicht durch die touristenverstopften Straßen der Altstadt kämpfen will, muss man durchaus etwas nach den anderen Orten mit Lieblingspotenzial suchen 😉 Den Botanischen Garten habe ich während meines Studiums schon lieben gelernt; er befindet sich nämlich mitten im Campus Neuenheim und ist noch ein kleiner Geheimtipp, wenn ihr etwas Ruhe wollt. Und natürlich Pflanzen mögt!

Botanischer Garten HeidelbergDer Botanische Garten ist für jeden zugänglich und kostenlos. Ihr könnt durch einen Farnwald laufen, durch enorm hohen Bambus und es stehen sehr viele Bänke herum, wo man in Ruhe ein Buch lesen kann. Mein Highlight sind aber ganz klar die Gewächshäuser, welche gegen eine Spende zugänglich sind (Öffnungszeiten seht ihr oben). Sehr schön ist auch, dass man dort gegen Spende Pflanzen erwerben kann – hier muss ich mich immer sehr zusammenreißen!

Botanischer Garten HeidelbergDie Gewächshäuser sind in unterschiedliche Klimazonen eingeteilt und besonders wenn es draußen kühl ist, kann man hier einen Kurzurlaub machen 😉 Auch drinnen gibt es Bänke, auf die man sich ungestört setzen kann. Es gibt einige spannende Tafeln, die einem Informationen bieten und auch „verschlungene, halbbewachsene“ Wege, die mir auch als Erwachsener noch viel Spaß machen! Kleine Wasserlandschaften haben wir auch noch und hach, ich mag es einfach! Ich kann zwar mir Blumen nicht sehr viel anfangen, aber wenn es richtig „grün“ ist, bin ich glücklich. Und dann gibt es auch noch meine kleine Kakteen-Obsession!

Botanischer Garten HeidelbergMan kann hier nämlich auch immer wieder einen Blick in die Aufzuchthäuser werfen und ich hätte gerne einmal alle bitte! Sollte ich jemals ein Haus mit Garten haben, er wäre voller Kakteen *g* Einen grünen Daumen habe ich wirklich nicht, aber ich glaube, Kakteen merken einfach, wie sehr ich sie mag und blühen deswegen bei mir auch ab und zu 😉 Gewächshäuser eignen sich übrigens auch super zum Fotografieren, da zeige ich euch einfach noch drei, die ich machen konnte, bevor meine Speicherkarte voll war (Notiz an mich selbst: Speicherkarten sollte man ab und an mal aufräumen):

Botanischer Garten Heidelberg

Botanischer Garten Heidelberg

Botanischer Garten Heidelberg

Verrückt, was es in der Natur alles gibt! Irgendwie sehr inspirierend, wenn man mal wieder etwas Neues sieht. Besonders angetan hat es mir dieser Baum mit Stacheln, der ein Bauchiger Samenwollbaum (Chorisia insignis) ist und in Argentinien/Peru beheimatet ist. Hoffentlich sehe ich ihn irgendwann mal in der Natur!

Solltet ihr Heidelberg besuchen und nachmittags nach dem üblichen Touriprogramm etwas genervt sein, kommt doch auf die andere Seite des Flusses und schaut euch etwas im Botanischen Garten um. Direkt daneben ist auch die Mensa (das Cafe Botanik), wo ihr sehr günstig sehr lecker essen könnt (Vegetarierherzen werden glücklich sein!). Habt ihr auch Geheimtipps für Heidelberg, die ihr mit mir teilen wollt? Darüber würde ich mich sehr freuen, denn noch habe ich sechs Wochen hier und es ist doch etwas langweilig *g*

Lieblingsorte in Berlin (14) : Museum Neukölln & Gutspark Britz

Das Museum Neukölln stand schon lange auf meiner „to do“-Liste, aber irgendwie konnte ich nie jemanden motivieren, mich dorthin zu begleiten. Jetzt habe ich mich einfach alleine auf den Weg gemacht und es war auch gar nicht so schlimm 😉 Geöffnet ist es Di-So von 10-18.00h und der Eintritt ist kostenlos. Nur für das Museum lohnt sich der Besuch jetzt nicht unbedingt, aber es ist in den Gutshof Britz mit seinem wunderschönen Park und einigen Tiergehegen eingebettet und somit kann man hier gut 1-2 Stunden verbringen (und vielleicht noch ein leckeres Stück Kuchen im Cafe nebenan genießen).

Gutspark Britz

Oben links seht ihr den Gutspark Britz, rechts oben ist das schöne Backsteingebäude, in dem das Museum zu finden ist, unten links ein paar Ziegen und Schautafeln gab es natürlich auch. Das hier ist aber kein Streichelzoo, die Tiere sind wirklich nur zum Anschauen gedacht 🙂 Es ist recht idyllisch, ruhig und es gibt wirklich sehr viele Bänke, auf denen man sich ausruhen und einfach in seine Gedanken abtauchen kann!

Das Museum Neukölln besteht aus zwei Räumen, in einem befindet sich die Daueraustellung, im anderen finden immer wechselnde Austellungen statt. Die Dauerausstellung „99x Neukölln“ zeigt 99 Exponate aus Neukölln, anhand deren dann viel über die Geschichte des Bezirks erzählt wird, aber auch über die damalige Zeit. Es kommen viele Einzelschicksale zur Sprache und es ist durchaus interessant zu sehen, was ein Objekt alles erzählen kann. Die Ausstellung ist medial aufbereitet, es gibt eigentlich keine Schautafeln etc, sondern nur Computerbildschirme, an denen man sich dann die jeweiligen Objekte näher ansehen kann, etwas darüber erzählt bekommt, weiterführendes Material sichten kann und sich durch die Gegend klicken 😉 Ich war samstags bei tollem Wetter da und es war kaum etwas los; bei vielen Menschen könnte es etwas stressig sein, wenn es pro Computer nur zwei Kopfhörer gibt.

Museum Neukölln

Museum Neukölln

Mich hatte besonders die leider am 20.4. endende Ausstellung interessiert (ich war am letztmöglichen Tag da *g*), die sich „All Ladies. Kühe in Europa“ nannte und Fotografien von Ursula Böhmer zeigte. Alle, die ich fragte, ob sie sich mit mir Bilder von Kühen ansehen wollten, gaben mir sehr komische Blicke, aber ganz ehrlich, ich fand sie grandios! So ausdrucksstark, so vielseitig, ich fand es wirklich sehr interessant und machte mein eigenes Ratespiel a la „wo kommt denn diese Kuh wohl her“ 😉

All Ladies Kühe in Europa

All Ladies Kühe in Europa

Entschuldigt die schlechte Lichtverhältnisse, aber das hat wirklich gespiegelt ohne Ende in diesem Raum, was mich selbst sehr genervt hat *g* Aber ansonsten fand ich die Auswahl der Bilder, ihre Komposition und auch die „Scheune“ an sich einen tollen Ort; man hätte die Bilder nur vielleicht ohne Glas zeigen sollen oder die Fenster abdecken, so ging etwas Genuss verloren. Empfehlenswert war es aber sehr und sollte wer mal über die Künstlerin stolpern, schaut euch ihre Sachen an!

Da das Museum wirklich nicht allzu groß ist, schlenderte ich dann noch etwas durch den Gutspark und schaute mir u.a. das Schloss Britz von außen an. Leider konnte man das nicht besichtigen, es hatte aber wohl auch ein Restaurant, in das ich hätte gehen können. Aber da alleine ins Restaurant nicht unbedingt meines ist, habe ich mich stattdessen mit einem Buch in den Park gesetzt und den Schlossblick genossen.

Schloss Britz

Ich würde das Museum Neukölln und den Gutspark jetzt nicht auf die „to do“-Liste setzen, wenn ihr zwei Tage in Berlin seid und alles sehen wollt, so atemberaubend ist es nicht. Wenn ihr Berlin aber schon etwas kennt, euch vielleicht für Neukölln interessiert oder ein wenig „Landlluft“ nicht weit entfernt von der U-Bahn schnuppern wollt, kann ich euch diesen grünen Flecken empfehlen. Mich hat es gefreut, dass ich mich endlich aufgerafft habe und es mir angesehen habe 🙂 Da die Kühe nun wieder auf der Weide stehen, eröffnet ab dem 16.5. die neue Ausstellung „Mythos Vinyl. Die Ära der Schallplatte“, was für den ein oder anderen bestimmt auch interessant ist!

Wenn ihr auch Lieblingsorte in Berlin habt, könnt ihr mir die sehr gerne verraten, dann schaue ich mir die auch mal an. Oder aktuell suche ich tolle Sachen in Zürich, da fahre ich Ende Mai nämlich hin und weiß so gar nicht, was ich da machen soll 😉

Lieblingsorte in Berlin (12): Das Stasi-Museum

Von August bis Februar wohnte ich nur knapp 10 Minuten zu Fuß vom Stasi-Museum entfernt, was natürlich hervorragend war, um ihm endlich einmal einen Besuch abzustatten. Es liegt zwar weder extrem außerhalb noch ist es schlecht mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln (die U5 hält direkt davor) zu erreichen, aber irgendwie gerät es etwas in Vergessenheit, da es eben nicht inmitten von Museen liegt. Es ist eben im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit beheimatet und dieses Gebäude stand nun einmal nicht mitten in Berlin, sondern eben im Osten 😉

Geöffnet ist es wochentags von 10-18.00h und am Wochenende von 12-18.00h. Ich habe mir alle Räume angesehen und so ziemlich jedes Plakat aufmerksam durchgelesen und war circa 2 Stunden unterwegs. Es gibt allerdings auch noch ein Cafe im Haus, wo man verweilen könnte..aber so alleine wollte ich das nicht (plus hatte ich Joghurt in der Tasche, den ich dummerweise davor gekauft hatte und nun durch die Gegend trug. Die „Garderobe“ im Haus ist nämlich einfach nur ein öffentlich zugänglicher Raum ohne Aufsicht und da wollte ich meine Einkäufe dann nicht stehen lassen). Der Eintritt kostet 5 Euro, 4 wenn ihr Student seid und ist somit sehr im unteren Drittel der Berliner Museumspreise angesiedelt.

Stasimuseum BerlinUnten rechts seht ihr das Gebäude, ich lief erst einmal dran vorbei..sah eben aus, wie eines der vielen Häuser hier, das nicht mehr benutzt wird *g* Ist aber das Museum 😉 Oben rechts ist auch der Raum, der für mich am spannendsten war: das Büro (und die Privaträume) von Erich Mielke. Ich bin ein großer Fan, wenn ein Museum in einem thematisch passenden Gebäude ist und hier hat man das! Es herrschte eine ganz komische Stimmung, man hat die Geschichte eingeatmet und sie angefasst. Auch alle anderen Möbel waren Original, ebenso die (scheußlichen) Teppiche und es sah einfach so aus, wie ich es mir aus meinem Geschichtsbuch her abgeleitet habe, verblüffend! Da nur wenige Besucher hier sind, stand ich teilweise ewig lang alleine in den Räumen und konnte sie auf mich wirken lassen.

StasimuseumEin Großteil der ausgestellten Exponate hat sich natürlich mit dem Spionage-Hilfsmitteln befasst..unten links seht ihr z.b. eine Jacke, die eine eingebaute Kamera hatte. Ich war ganz überrascht, wo man überall Kameras versteckt hat (Briefkästen, Mülltonnen, Vogelhäuser). Stark thematisiert wurde natürlich auch, was mit den Verfolgten geschehen ist und es gibt viele Einzelschicksale, die aufbereitet werden und einen einfach fassungslos zurücklassen. Unten rechts die Casio-Uhren hätte ich am liebsten eingesteckt..aber dafür wird das Museum dann doch zu gut überwacht. Die Kameras überall lassen die Stasi noch ein klein wenig lebendig erscheinen.

Stasi-MuseumDie großen „Aktenschränke“ waren auch beeindruckend, die in vielen Räumen standen und einmal gut gefüllt gewesen sein müssen. Es bleibt einfach doch unvorstellbar, dass dies vor nicht allzu langer Zeit hier Wirklichkeit gewesen ist, wo ich jetzt wohne und frei durch die Gegend laufen kann (NSA ignorieren wir jetzt alle mal *g*). Ebenfalls wurde viel auf das Leben in der DDR eingegangen, auf die Erziehung und die Verbreitung der Ideologie und des Fremdenhasses. Unten rechts z.b. war ein Kartenspiel für Kinder, was sie „richtig“ erziehen sollte. Auch Zeugnisse mit Fach „Kommunistische Erziehung“ konnte man sich ansehen, aber auch viel zum Thema Widerstand. Die Ausstellung ist wirklich gut aufbereitet und bietet mehrere Perspektiven, die man einnehmen kann, um das „große Ganze“ zu erfassen. In Kombination mit den Originalräumen und Originaleinrichtung wirklich gut; zwar museologisch bei Weitem nicht aufgearbeitet, wie ich es in meinem Studium gelernt habe, aber hier passt es einfach und macht den Charme des Museums aus.

Stasi-MuseumIch habe hier einige Dinge gelernt, die mir im Geschichtsunterricht wohl entgangen sein mussten. So z.b. die Tatsache, dass die Zeugen Jehovas auch in der DDR verboten waren und verfolgt wurden (ich dachte, das wäre nur im 3. Reich der Fall gewesen), sie sich aber mit geheimen Treffen über Wasser hielten. Hierzu gab es einige Ausstellungsräume und es war mir wirklich vollkommen neu (ich habe aber ehrlich gesagt, noch nie darüber nachgedacht, da ich mich nicht sonderlich mit Sekten befasse). Es gibt wohl auch ein extra Museum zu dieser Thematik in Berlin..mal sehen, ob ich dazu noch motiviert genug bin.

Alles in allem kann ich den Besuch nur empfehlen, es ist nicht sonderlich zeitraubend, man kann es sich also „zwischendurch“ ansehen und anschließend in Friedrichshain was leckeres essen gehen (vegane Falafeln bei Nil würde ich spontan empfehlen). Es ist ein wenig wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, da es durch den Original-Ort einfach einen ganz spannende Atmosphäre schafft. Von meinen Freunden hier wollte keiner mit, die sind alle noch mit/in der DDR aufgewachsen, aber ich kannte das bisher nur aus Schulbüchern und Filmen, weswegen es ein absolutes „Muss“ gewesen ist. Das Museum wird gerade noch erweitert, erzählte mir der berlin-charmante Ticketveräufer und so werde ich es mir in einigen Jahren definitiv noch einmal ansehen. Auch interessant fand ich, dass die oberen Etagen von Vereinen genutzt werden und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, mich mit meiner „Tanzgruppe“ im ehemaligen Stasi-Ministerium zu treffen..

Also wenn ihr einen Berlinbesuch plant oder hier wohnt und noch nicht genug von der DDR habt, kann ich euch das Museum wirklich empfehlen. Es hat mir viel besser als das DDR-Museum direkt in Mitte gefallen, was irgendwie nach Möbelhaus ausschaut 😉

Lieblingsorte in Berlin (10) Fundusverkauf & Jean et Lili

Auf meinem alten Blog hatte ich die unregelmäßige Reihe „Lieblingsorte in Berlin„, wo ich euch immer mal wieder ein paar eher unbekanntere Ecken meiner Wahlheimat vorgestellt habe. Das will ich hier nun weiterführen und hoffe, dass es der ein oder andere vielleicht interessant findet. Ich persönliche lese nämlich sehr gerne private Tipps, bevor ich eine Stadt unsicher mache. Und auch nach nun bald 5 Jahren (mit vielen Pausen) Berlin, gibt es hier immer noch soooooo viel zu entdecken, es ist verrückt!

Fundusverkauf

FundusverkaufMitten im Touri-Hochgebiet (nahe des Checkpoint Charlies) gibt es den Fundusverkauf der komischen Oper. Früher war er direkt im Foyer der Oper, wurde nun aber hier in eine wenig bevölkerte Seitenstraße verlegt. Alle Sachen, die man sich nur in einer Opernaufführung vorstellen kann, kann man hier kaufen, nachdem sie nicht mehr benötigt werden. Das Spannende ist aber diese ganz besondere Atmosphäre hier..irgendwie als wäre man in verschiedenen Zeitepochen und die Zeit sei auch noch stehengeblieben. Ich bin hier jedes Mal enorm lange, obwohl die Räumlichkeiten nicht riesig sind. Es gibt aber einfach sehr viel anzusehen und man kann sich auch einfach mal hinsetzen und alles auf sich wirken lassen. Alle Mitarbeiter, die ich je traf, waren auch sehr nett und entspannt, was sich dann überträgt. Für mich ganz klar ein Zufluchts- und Gute-Laune-Ort, wenn es mal nötig ist. Preislich sind die Sachen allerdings nicht ganz ohne, wobei ich hier auch schon tolle Schnäppchen gemacht habe. Das Stöbern lohnt sich und macht einfach Spaß (wenn ihr auch so begeisterte Seconhand-Shopper seid wie ich). Wenn ihr die Kugel unten links seht, seid ihr quasi da..einfach auf die andere Straßenseite durch den Hof und voila..ich traf auf meinem Weg dorthin noch dieses „No Limits“ Poster, welches mir natürlich sofort einen Ohrwurm bescherte (na, wem jetzt auch)..no no no no no no no no no no no no there’s no limit!

Jean et Lili

Jean et LiliJean et Lili gibt es dreimal in Berlin, ich bin jedoch in das Geschäft im Prenzlauer Berg verliebt. Beim Gassigehen komme ich hier oft vorbei und entdecke immer zuckersüße Sachen, die mein Herz höher springen lassen. Man findet hier definitiv für jeden ein Geschenk und es ist eine tolle Mischung zwischen Einrichtungsgegenständen, Besteck, Kleidung, Accessoires, Beautysachen und diverser Dinge, die einem den Alltag einfach ein wenig schöner machen!

Jean et Lili BerlinBesonders gefällt mir, dass der Laden wie eine Wohnung eingerichtet ist, das gibt dem Ganzen Atmosphäre. Auch hier wieder sehr unaufdringliche, aber nette Mitarbeiter, die einen in Ruhe gucken lassen und auch mal eine Tasse Tee trinken 😉 Ich persönlich könnte mich hier wirklich totkaufen, da einfach 90% genau meines sind..aber ich habe mich gut beherrscht und für Weihnachten wirklich nur eine Sache in dem Laden gekauft. Was aber primär daran lag, dass ich eigentlich schon alle Geschenke hatte. Wenn ich also in der Nähe bin (spätestens aber einmal im Monat) schaue ich gerne kurz herein und hole mir meist nur Inspiration 🙂 Mich erinnert der Laden auch jedes Mal an einen Kurzurlaub in Stockholm, fragt mich nicht wieso, aber ein Besuch hier entspannt mich genauso!

Diesmal nix mit Kultur, nix mit Natur..dafür zwei sehr spezielle, atmosphärische aufgeladene Orte, die ich durchaus als Rückzug nutze, wenn das Leben einfach einmal wieder blöd ist und man zu gar nix Lust hat. Solltet ihr also in Berlin sein und etwas anderes sehen wollen, vielleicht ist das ja eine Option für euch. Wenn ja, gebt mir Bescheid, wie euch meine Lieblingsorte gefallen haben. Natürlich bin ich auf für Lieblingsorte in anderen Städten immer zu haben – es gibt einfach noch so viel, was ich mit meinen eigenen Augen sehen mag 🙂

Lieblingsorte in Berlin (9): Martin Gropius Bau & Topographie des Terrors

Lieblingsort und Terror in einem Satz? Und wie das geht, auch wenn es natürlich auf den ersten Blick etwas seltsam anmutet. Aber fangen wir erstmal mit der Gegend an. Wir befinden uns nämlich nahe des Potsdamer Platz mit Sony Center und hier mag ich es eher weniger. Ich finde das Sony Center eher verstörend als beeindruckend und dann leider immer überlaufen. Klar, wollen alle Touristen das sehen, ich mag aber nunmal keine Menschenmassen. Somit kann man mich auch mit dem riesigen (und oftmals auch so vollen) Einkaufscenter direkt nebendran nicht glücklich machen. Aber nur ein paar wenige Gehminuten entfernt..

befindet sich das Martin Gropius Bau. In diesem mehr wie nur sehenswerten Gebäude gibt es immer sehr spannende Ausstellungen. Da die Preise sich aber auch gesalzen haben, gehen wir meist „nur“ in eine, die uns besonders interessiert und verbringen die restliche Zeit lieber im Museumsshop. Wer sich für Kunst und Bücher interessiert, der wird hier wirklich einige Stunden verbringen und auch das ein oder andere Schnäppchen machen können. Die Preise im angegliederten Kaffee sind auch in Ordnung, hier kann man durchaus mal etwas verweilen und alles auf sich wirken lassen. Wenn ich schlechte Laune habe, ist der Gropius-Bau oder die Gemäldegalerie (ebenfalls einen Katzensprung vom Potsdamer Platz entfernt) meine erste Anlaufstelle.

Im Moment stellt u.a. Anish Kapoor aus..ein wirklich verstörend guter Künstler, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Ich zeige euch eine kurze Preview des „Kanonenschlages“..und ja, die Kanone (unten rechts) wird wirklich abgefeuert 😉

Anish Kapoor

Direkt neben dem Martin Gropius Bau fällt man einfach nur in die „Topographie des Terrors“ und das ist eine enorm gute Ausstellung. Das Gebäude war der Ausgangspunkt zahlreicher NS-Verbrechen, die hier geplant und gelenkt wurden. Das hier ist keine leichte Unterhaltungskost, das ist Geschichte, die einfach immer noch schockiert, wütend und unsagbar traurig macht. Aber die Informationen sind sehr gut aufbereitet, es wird anschaulich gemacht, sogar zum Anfassen mit Zeitungen aus der Zeit, mit Originalfilmen und Höraufnahmen. Es geht so sehr ins Detail, dass ich die gesamte Ausstellung nicht am Stück ansehen konnte, sondern mehrfach hingehen und immer etwas in mich aufnehmen musste. Es waren einfach zu viele, zu schreckliche Dinge. Aber ich kann es jedem Berlinbesucher und auch Berliner nur ans Herz legen. Und wer das Kostenargument dagegen bringt, die Ausstellung ist umsonst 😉

Vielleicht habe ich den ein oder anderen jetzt ja auf eine Idee gebracht..keine unbekannten, aber doch irgendwie etwas vernachlässigten Orte meiner Meinung nach..doofe Museumsinsel 😉

Lieblingsorte in Berlin (7): Das Knoblauchhaus

Nein, hier handelt es sich nicht um ein Haus rund um Draculas groessten Feind, sondern um ein Berliner Buergerhaus, welches noch aus dem 18. Jahrhundert stammt (klar, aussen und innen wurde restauriert..aber es steht noch immer dort, wo es schon immer stand). Viele laufen an diesem Haus achtlos vorbei, wollen sie doch zur nebenan gelegenen Nikolaikirche, aber ich kann einen Besuch hier wirklich nur empfehlen! 🙂

Knoblauchhaus Berlin

Ich finde die Biedermeierzeit sehr spannend und dieses Haus ist einfach ihr reiner Inbegriff..da hier nur wenig Besucher sind (ich war komplett alleine) und das Haus richtig wohnlich eingerichtet ist..fuehlt man sich wirklich in die Zeit zurueckversetzt (dazu beigetragen hat auch noch, als ich wieder rausging, fuhr gerade eine Pferdekutsche an mir vorbei *g*). Leider kann man sich nirgends hinsetzen und die Atmosphaere komplett wirken lassen..besonders in der Bibliothek (welche auch als Debattierzimmer verwendet wurde) haette ich mich sofort in einen Sessel fallen lassen koennen und mir ein Buch aus dem Regal schnappen koennen. Das ganze Haus ist sehr interessant gestaltet, man bekommt einen kleinen Fahrplan an die Hand, sodass man ueber jedes kleine Detail etwas erfahren kann (und wenn einem die Infos nicht reichen, sind ja auch noch viele Mitarbeiter da, die eher wenig zu tun haben und gerne Auskunft geben). Man kann zwei Stockwerke besichtigen, es wird aber noch an weiteren Zimmer gearbeitet. In einem Raum konnte man zeitgenoessische Musik von damals hoeren (total toll!) und dann dazu herumgehen und das Quietschen der Diehlen..hach! 🙂

Neben der Familie Knoblauch stehen ganz klar Moebel und Alltagsgegenstaende aus dem 18. Jahrhundert im Fokus der Ausstellung, man bekommt ein Gefuehl, wie es frueher gewesen sein muss. Gleichzeitig kann man aus dem trubeligen Berlin MItte fliehen und hier kurz verschnaufen. Eintritt kostet es keinen, man kann gerne spenden oder das kleine (aber durchaus informative) Buechlein fuer 7,90 Euro ueber das Haus und die Mitglieder der Familie Knoblauch erstehen. Mich hat besonders das Familienleben in der Biedermeierzeit interessiert und hierzu habe ich jetzt einen guten Eindruck erhalten (plus das Wissen, was eine Nacht-Erna ist und dass die Kuechen frueher keine Fenster hatten *g*).

Laenger wie eine Stunde braucht man nicht, selbst wenn man sich jeden Raum ganz genau anschaut und auf sich wirken laesst..somit perfekt fuer eine kurze Alltagsflucht (und etwas Wissen ueber die Geschichte gibt es gleich noch mit plus tolle alte Bilder sowohl von dem Haus und seiner Umgebung wie auch schoene Malereien aus der Zeit). Da das von mir mit dem Rad nur knapp 10 Minuten weg ist..werde ich bestimmt nochmal wiederkommen..denn besser kriegt man eine Reise durch die Zeit doch nicht hin.

Mehr Infos & auch Fotos von offizieller Seite gibt es hier! Wenn wer noch mehr solcher Haeuser in Berlin oder Frankfurt/Main kennt, her mit euren Tipps, ich bin da sehr empfaenglich fuer 🙂