Schlagwort: Meine Bücher

[Lesenswert] Menschensöhne – Arnaldur Indridason

Seit ich im Januar in Island war und mich Hals über Kopf in dieses Fleckchen Erde verliebt habe, ist meine Faszination für alles, was damit zu tun hat, ungebrochen. Somit habe ich mich sehr gefreut, als ich im öffentlichen Bücherschrank den bereits 2006 erschienen Krimi Menschensöhne von Arnaldur Indridason gefunden habe. Es handelt sich hierbei um das erste Buch aus der sehr erfolgreichenKommissar Erlendur Sveissons Reihe des Autoren – mittlerweile ist Band 11 daraus erschienen.

Menschensöhne

Worum geht’s Inmitten Reykjaviks wird ein pensionierter Lehrer brutal ermordet und zur gleichen Zeit bringt sich einer seiner ehemaligen Schüler in einer Psychiatrie um. Da muss es wohl einen Zusammenhang geben und Kommissar Erlendur Sveinsson beginnt mit Hilfe von Palmi, dem Bruder des Selbstmörders, zu ermitteln. Irgendetwas in der gemeinsamen Vergangenheit der beiden Personen muss zu der heutigen Tragödie geführt haben.

Wie ist’s Ein absoluter Page-Turner, so fesselnd, dass ich das Buch in zwei Tagen gelesen habe. Ich wusste vorher nicht, dass die Erlendur Sveinsson-Reihe enorm erfolgreich ist und hatte somit gar keine Erwartungen an den Krimi. Ganz großer Fehler und absolute Unterschätzung! Die Personen werden gut beschrieben, man kann sich in sie hineinversetzen und wird durch die Story immer wieder überrascht. Dachte ich zuerst, dass es bestimmt wieder „nur“ um Missbrauch geht, wurde ich hier schnell eines Besseren belehrt. Nein, ich habe so einige Wendungen wirklich nicht kommen sehen und bin von der Fantasie und Erzählgeschwindigkeit des Autors sehr begeistert. Da die Kritiken in seinem Erstling alle noch Schwächen sehen und seine nachfolgenden Bücher loben, will ich mich unbedingt nach und nach durch die Reihe lesen und selbst sehen, ob da was dran ist. Denn ich fand dieses Buch schon klasse – Island als Schauplatz passt super zum Stimmung des Buches!

Kennt ihr das Buch zufällig schon oder andere Werke aus der Erlendur-Reihe? Wenn ihr Krimis mögt, empfehle ich euch den Autoren und wenn ihr Island als Schauplatz auch noch mögt, seid ihr wirklich genau richtig. Meine höchste Empfehlung ist immer, dass ich das Buch meinem Opa zu lesen gebe und das werde ich in diesem Fall definitiv machen. Er liebt Krimis und ich denke, dass ihn die ausgefallene Handlung bei diesem Buch auch begeistern wird!

[Lesenswert] Society Girls – Plum Sykes

Bei meinem Deutschlandurlaub musste ich natürlich auch an meinem liebsten öffentlichen Bücherschrank vorbeigehen. Dieses Mal war ich auf der Suche nach einem leichten, unterhaltsamen Buch für meinen Rückflug und dachte mir, dass Society Girls von Plum Sykes dafür doch ganz passend wäre. Im Endeffekt hatte ich aber dann doch so viele andere Sachen zu lesen, dass ich gar nicht dazu kam und es mir jetzt in Montreal im Park damit gemütlich gemacht habe. Seht ihr auf dem Bild meinen flauschigen Freund?

Society Girls Plum Sykes

Worum geht’s Das Buch spielt in New York und dreht sich um das Thema Liebe. Wir haben frischverheiratete Ehefrauen, die ihrem Mann eine Affäre andichten, frisch geschiedene und betrogene Frauen, den typischen schwulen, besten Inneneinrichter-Freund und die New Yorker High Society, in der man immer sein Gesicht wahren muss. So lebt man zwischen glamourösen Reisen und sozial wichtigen Events daher und richtet seine Wohnung ein, wenn man keine andere Ablenkung mehr weiß.

Wie ist’s Plum Sykes wird für ihren ironischen Blick auf diese Gesellschaftsgruppe gelobt, aber ganz ehrlich, ich fand das Buch einfach nur langweilig und flach. Wenn man Gossip Girl gesehen hat, kennt man all die beschriebenen Situationen schon mehrfach und die Stories waren auch alle vorhersehbar. Die Charaktere werden nicht vertiefend beschrieben, man hat keinerlei Empathie und ach, ich habe mich gequält! Es passiert so wenig, man hangelt sich durch langweilige Babyparties und Shoperöffnungen, hofft jedes Mal, dass vielleicht etwas passiert, aber nein. Das Ende wird dann so an den Haaren herbeigezogen, ich wollte gar nicht weiterlesen..

Ich kann nach der Lektüre so gar nicht verstehen, wieso Plum Sykes mit ihrem Vorgängerbuch Park Avenue Prinzessinnen so erfolgreich in den USA war. Entweder war dieses um Welten besser von der Story oder ich bin absolut nicht die Zielgruppe. Chick-Lit (nicht abwertend gemeint) ist sowieso eher weniger meins, aber dieses Buch war echt nur Zeitverschwendung, da ich nichts davon mitnehmen werde, außer der Tatsache, die weiteren Bücher der Autorin erstmal zu meiden *g* Kennt ihr das Buch oder den viel gehypten Vorgänger? Wie hat es euch gefallen?

[Lesenswert] Der rote Schrei – Mary Willis Walker

Ein neuer Tag, ein neuer Krimi – diesmal mit einem Titel, unter dem ich mir absolut nichts vorstellen konnte. Von der Autorin Mary Willis Walker hatte ich auch noch nicht gehört, aber mich machte neugierig, dass Der rote Schrei mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnet wurde. Der Name war mir immer ein positiver Begriff 😉

Der rote Schrei

Worum geht’s Die Journalistin Molly Cates hat ihr Buch über den verurteilten, geständigen Serienmörder Bronk publiziert, welcher in Kürze hingerichtet werden soll. Sie will noch einen letzten Artikel über ihn schreiben, doch es werden ihr plötzlich Steine in den Weg gelegt..und dann geschieht ein weiterer Mord, der viel zu viele Parallelen zu den Morden von Bronk hat. Gemeinsam mit ihrem Exmann, einem Polizisten, macht sich Molly daran, Licht ins Dunkle zu bringen und die Wahrheit herauszufinden.

Wie ist’s Sehr spannend, ich habe es an einem Tag gelesen! Die Charaktere werden sehr schön beschrieben, man kann sich gut in sie hineinversetzen und ich mag sehr, dass sie „nicht nur schwarz oder weiß gezeichnet“ sind. Es gibt Widersprüche, was gut ist und die Geschichte spannender macht. Die Mischung aus Spannung, harter Thematik wie der Todesstrafe und seichter Liebesgeschichte funktioniert gut, man kann das Buch leicht runterlesen, aber auch mal aus der Hand legen, wenn man etwas zu erledigen hat. Wieder hineinkommen ist absolut kein Problem!

Ein fast vollkommen rundes Buch, mir war lediglich am Ende etwas zu wenig Zeit, es endete sehr abrupt. Wobei es den Leser nicht im Regen stehen lässt, alle Unklarheiten werden aufgelöst und man kann das Werk getrost beiseite legen. Absolut eine Empfehlung von mir und ich bin immer noch kein großer Krimifan – dieses hier hat mich aber von Beginn an gefesselt und nicht mehr losgelassen!

Kennt ihr die Autorin? Sie hat von diesem Buch noch einen Fortsetzungsroman mit dem Titel „Unter des Käfer’s Keller“ geschrieben und sollte mir dieses in die Hände fallen, kann ich wohl alle Termine an diesem Tag absagen und mich auf der Couch vergraben!

[Lesenswert] Trick of the dark – Val McDermid

Krimis/Thriller sind mit Abstand die häufigsten Bücher in öffentlichen Bücherschränken und da ich in Kanada gerade auf diese angewiesen bin, bekomme ich einen guten Überblick in dieser Kategorie. Viele Autoren, wie auch Val McDermid, sind mir vom Namen her nämlich ein Begriff, gelesen hatte ich aber noch nichts von ihr. Da mich das Cover von Trick of the Dark aber sofort angesprochen hatte, habe ich es mir geschnappt und in zwei Nächten durchgelesen.

Trick of the dark - Val McDermid

Worum geht’s Die Hauptperson Charlie Flint bekommt ein anonymes, mysteriöses Paket mit Zeitungsausschnitten über einen brutalen Mord an ihrem alten College zugeschickt. Da sie gerade in einer persönlichen Krise steckt und von ihrem Job als Psychologin suspendiert wurde, geht sie den Hinweisen nach und muss zurück in ihre eigene Vergangenheit reisen.

Wie ist’s Ganz ehrlich, hätte ich nicht mitten im Yukon ohne Internet gesessen, ich hätte das Buch nicht zu Ende gelesen. Aber da ich nichts anderes zu tun hatte, habe ich mich durchgequält. Ich verband McDermid mit großartiger, spannender Literatur, aber hier dümpelte die Geschichte so dahin, es war einfach langweilig. Man hatte viele Charaktere, die sehr schwarz-weiß gezeichnet wurden – viele Personen waren lesbisch, die andere Hälfte konnte damit gar nicht. Es wurde immer wieder das Thema Coming Out angesprochen, aber in einer so distanzierten Weise, dass es einen komplett kalt ließ.

Die gesamte Mordgeschichte wirkt sehr konstruiert und einfach total unglaubwürdig, so agieren Menschen einfach nicht. Vorhersehbar ist sie auch noch und ach, man will das Buch einfach nur fertig haben – ein Pageturner in negativer Weise quasi. Ich glaube, ich habe hier das eine schlechte Buch von ihr erwischt, andere Bücher haben so begeisterte Kritiken – schade!

Heute also absolut keine Empfehlung, dabei versuche ich in jedem Buch noch etwas Gutes zu finden. Was war euer letzter literarischer Flop?

[Lesenswert] The other side of the story – Marian Keyes

Von drei Bücher die Woche bin ich gerade auf ein Buch in drei Wochen zurückgefallen, aber zwischen arbeiten und 3000km fahren, habe ich es nicht hingekriegt. War es während meines Sommer-Roadtrips möglich, die Nacht durchzulesen, wird es jetzt schon um 20.00h stockdunkel und mit Taschenlampe im Auto liest es sich nur bedingt gut. Aber ich habe es geschafft und The Other Side of the Story von Marian Keyes endlich fertiggelesen. Gespendet habe ich es auch gleich, es gibt in den Bau einer neuen Gans-Statue in Wawa *g*

the other side of the story

Worum geht’s Das Buch dreht sich um die (Liebes-)Geschichte von drei Frauen, deren Leben mehr oder weniger bewusst miteinander verknüpft ist. Es spielt im Kontext „Autoren und Publisher“, welcher sehr spannend beschrieben wird und einige Blicke hinter die Fassade gewährt. Jojo, die Publisherin, hat eine Affäre mit ihrem Boss, der jedoch seine Frau für sie verlassen will. Gleichzeitig betreut sie die Autorinnen Gemma und Lily, welche Freundinnen waren, bis die eine der anderen den Mann wegschnappte. Zwischen literarischem Konkurrenzkampf ist natürlich auch im Liebesleben der Drei einiges los!

Wie ist’s The other side of the story wird aus den drei Perspektiven der Frauen erzählt, wodurch man alle Charaktere näher kennenlernt, sowohl durch die eigene Geschichte wie auch durch die der anderen. Die Stories verlaufen parallel, man sollte allerdings immer ein Kapitel/eine Frau zu Ende lesen, sonst kann es verwirrend werden. Als „Pageturner“ würde ich das Buch nicht beschreiben, man liest es eher so runter, lacht mal dort, kann sich gut in diesen Moment hineinversetzen etc. Gefesselt hat es mich nicht, die letzten 100 Seiten habe ich glaube ich über eine Woche liegen gelassen, bis ich sie gelesen habe. Das Buch ist in einfachem Englisch geschrieben, ich würde es euch also empfehlen, wenn ihr zum Beispiel „wieder in die Sprache reinkommen wollt“ oder eure Kenntnis mit ein paar umgangssprachlichen Ausdrücken vergrößern wollt.

Definitiv kein „must-read“ für mich, aber das waren die Bücher von Marian Keyes bisher alle nicht. Sie sind, was man erwartet, seichte Kost für’s Herz, welche sich gut als Strandlektüre machen oder wenn man nur wenig Zeit pro Tag hat. Ein netter Zeitvertreib, welcher sich für mich primär während der Sprache gelohnt hat.

[Lesenswert] The Iron King – Julie Kawaga

In einem öffentlichen Bücherschrank in Prince George fand ich The Iron King (deutsch: Plötzlich Fee: Sommernacht) von Julie Kawaga, welches der erste Teil ihrer Iron Fey-Trilogie ist. Als Hörbuch hätte ich das Buch sofort ausprobiert,ich muss ja gestehen, dass ich gerne Young-Adult-Realitäts-Fantasy-Mischungen zum Einschlafen höre. Vorm Lesen habe ich mich jetzt ziemlich lange gedrückt, aber da ich a) nicht mehr allzu viele Bücher habe und b) es ein Bookcrossing-Buch ist und somit wieder weitergegeben werden sollte, habe ich mich daran versucht.

The Iron King

Worum geht’s Ganz klassisch haben wir die Hauptperson Meghan, die ein ganz normales Teenagerleben führt und nach ihrem 16. Geburtstag plötzlich seltsame Dinge in ihrer Umgebung wahrnimmt. Ihr bester Freund verhält sich merkwürdig und sie sieht Gestalten, die so eigentlich nicht existieren dürften. Sie findet heraus, dass ihr verstorbener Vater wohl mehr Geheimnisse hatte als gedacht und sie in Wahrheit eine Fee in einer Parallelwelt ist, in welche sie nun gehen und ihren entführten Bruder retten muss.

Wie ist’s Die Story und das Drumherum sind sehr konstruiert in meinen Augen, es ist das typische „Mädchen zwischen zwei Jungs“-Szenario, welches in einer Welt voller wundersamer Gestalten spielt. Diese kann man sich dank der Beschreibung der Autorin gut vorstellen, ab und zu fand ich es aber etwas zu ausufernd und habe definitiv einige Seiten übersprungen. Es passieren viele „actionreiche“ Dinge, die aber irgendwie die Gesamtstory nicht weiterbringen und man sich fragt, wieso sie überhaupt geschrieben werden. Die Liebesgeschichte, nunja, hat mich nicht sehr gefesselt, da fand ich andere Bücher besser nachvollziehbar (wobei das als Hörbuch wirklich wieder anders sein kann). Schön fand ich, dass das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, das gab dem Ganzen etwas mehr „Nähe“, aber nicht unbedingt mehr Verständnis für „wen liebt sie jetzt“.

Nach dem ersten Buch muss ich allerdings gestehen, dass ich nicht nach Teil 2 und 3 giere..sollte ich über das Hörbuch stolpern, würde ich zumindest den zweiten Teil mal anhören, da ich die Autorin sehr sympathisch finde. Solltet dieser aber ähnlich sein, wäre dies meine erste Trilogie, die ich nicht beende.

Kennt ihr die Reihe zufällig? Wie hat sie euch gefallen?

[Lesenswert] Twenties Girl – Sophie Kinsella

Auch wenn das Sprichwort „don’t judge a book by its cover“ lautet, manchmal macht man eben genau das. Auf den ersten Blick hatte ich eine recht genaue Vorstellung, was mich bei Twenties Girl von Sophie Kinsella (7,50€) erwarten würde. Eine leichte, lustige Sommerlektüre, natürlich fürs Herz und aus dem Bereich „chic lit“ (nicht abwertend gemeint) hatte ich vermutet und lag damit auch genau richtig. Da ich im Moment viel freie Zeit habe, habe ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen und schon wieder zurück in den öffentlichen Bücherschrank hier in Yellowknife gestellt.

 Sophie Kinsella Twenties Girl

Worum geht’s Die Romane von Sophie Kinsella haben häufiger Frauen im Mittelpunkt, die mit ihrem aktuellen Leben unzufrieden sind. Das ist auch hier der Fall, denn Lara wurde vor kurzem von ihrem Freund Josh verlassen und ist auch mit ihrem Job als Headhunterin unzufrieden. Es läuft einfach nicht so, wie es soll und dann muss sie auch noch zur Beerdigung ihrer 105-jährigen Großtante Sadie, die sie nie getroffen hat. Dort erscheint ihr plötzlich der Geist der Großtante, jedoch als 23-jährige Version und fleht Lara an, ihre Lieblingskette zu finden. Nach kurzem Schock und Infragestellen ihrer geistigen Verfassung beschließt Lara, Sadie zu helfen und macht sich auf die Suche..

Diese Suche gestaltet sich turbulenter als erwartet, Lara muss häufiger über ihren Schatten springen und lernt viel über das Leben ihrer Großtante. Die beiden doch sehr unterschiedlichen Charaktere müssen immer wieder Kompromisse finden, da sie die Hilfe des jeweils anderen benötigen – Sadie will die Kette, Lara den Geist zum Ausspionieren des Exfreundes. Die Overall-Story ist spannend dank einiger Familienintrigen, die Liebesgeschichte fand ich leider etwas flach und langweilig, der Amerikaner Ed hätte ein bisschen mehr Charakter bekommen dürfen.

Wie ist’s Ich hatte etwas Mühe, mich in das Buch einzufinden, habe am Anfang und auch mittendrin immer mal wieder ein paar Seiten überflogen, da es teilweise etwas langatmig war. Die Geister-Idee des Romans ist ausgefallen und man lernt viel über das Leben in den 20er Jahren, was mir gut gefallen hat. Ebenfalls gut finde ich, dass die Geschichte (wie glaube ich jede von Kinsella) in London spielt, eine Stadt, die ich einfach mag und atmosphärisch wurde sie gut im Buch erfasst. Die alte und neue Liebesgeschichte ist ebenfalls ganz schön, aber nicht sehr außergewöhnlich, beschrieben und es geschehen einige unvorhersehbare Sachen in dem Roman, wobei das Ende wiederum sehr erahnbar ist 😉 Das geht aber bestimmt nicht nur mir mit Romanen von Kinsella so, aber man liest sie eben, weil man ein Happyend haben mag.

Der Sprachstil ist einfach gehalten, somit traut euch und lest es im Original. Man kann so quasi „nebenbei“ sein Englisch auffrischen, neue Vokabeln und Ausdrücke lernen und wird trotzdem gut unterhalten. Es ist eine leichte Lektüre, man findet schnell wieder hinein, wenn man das Buch aus der Hand legen muss und ich würde sagen, Twenties Girl ist ideal für den Urlaub! Es wird mir jetzt nicht unbedingt für immer im Gedächtnis bleiben, aber ich war gut unterhalten über das Wochenende.

Mögt ihr Bücher von Sophie Kinsella? Bald müsste ich sie alle durchhaben, man findet sie zumindest in Kanada ständig in öffentlichen Bücherschränken 😉 Obwohl ich zunächst von der Geister-Thematik etwas abgeschreckt war, kann ich es euch trotzdem empfehlen, wenn ihr etwas fürs Herz sucht und nebenbei vielleicht noch ein wenig aus der Zeit des Charleston lernen wollt.

[Lesenswert] Die Wahrheit über jene Nacht – Charity Norman

So langsam habe ich mehr Glück, was die unerwarteten Funde in öffentlichen Bücherschränken angeht. Den Roman Die Wahrheit über jene Nacht von Charity Norman habe ich im kleinen Städtchen Atlin in BC gefunden und alleine die Tatsache, dass es in meiner Muttersprache ist, hat mich schon neugierig gemacht. Und was soll ich sagen, ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einer Nacht durchgelesen!

Die Wahrheit über jene Nacht

Worum geht’s Finn, der fünfjährige Sohn von Martha, ist mitten in der Nacht vom Balkon ihres Hauses in Neuseeland gestürzt und muss mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Dort kämpfen die Ärzte um das Leben des kleinen Jungen, welcher überlebt, aber zunächst im Koma liegt. Martha sagt, dass alles ein Unfall war und ihr Sohn ein Schlafwandler sei, aber schon bald kommen Ungereimtheiten ans Licht und sowohl der Leser als auch die Polizei vor Ort rätseln, was wirklich geschehen ist und wieso die Mutter von einem Unfall spricht..

Wie ist’s Großartig, spannend, der Schreibstil rührt zu Tränen und nimmt einen richtig mit. Das Buch ist mit vielen Rückblenden geschrieben, durch diese man erfährt, wieso die britische, fünfköpfige Familie eigentlich nach Neuseeland gekommen ist und ihr Leben dort aufbaut. Nach und nach sieht man hinter die glückliche Familien-Fassade und kommt der Wahrheit über jene Nacht immer näher. Man rätselt, hat immer wieder einen anderen Verdächtigen, sodass es etwas dauert, bis man weiß, was Sache ist und dann wird es richtig schlimm. Man leidet mit, versteht die Mutter, den Vater, die Tochter..und will einfach nur ein Happyend. Weswegen man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag, bis es durchgelesen ist. Thematisch will ich nicht verraten, worum es genau geht, das würde zu viel Story vorneweg nehmen – aber es ist großartig recherchiert und so geschrieben, dass man die Handlung jeder Person irgendwie nachvollziehen kann.

Wenn ihr ein wirklich wunderbar geschriebenes Buch mit einer härteren Thematik lesen mögt, was eine Mischung Familiendrama und Krimi ist, kann ich euch dieses hier sehr empfehlen. Da mich besonders der Schreibstil gekriegt hat, freue ich mich schon, wenn das zweite Buch von Charity Norman auf den Markt kommt. Ein großartiges, vielversprechendes Debüt! 

[Lesenswert] Can you keep a secret – Sophie Kinsella

Sophie Kinsella ist mir zwar schon lange ein Begriff, gelesen hatte ich von ihr aber noch nichts. Somit habe ich mir das Buch Can You Keep A Secret? gleich geschnappt, als ich es im öffentlichen Bücherschrank in Prince George gefunden habe. Es fällt in die klassische „Chick-Lit“-Sparte, womit ich das nicht abwertend meine, sondern es ist leichte Unterhaltung fürs Herz, die man super im Urlaub lesen kann! Die deutsche Version findet ihr unter dem Titel „Sag’s nicht weiter, Liebling“, welcher für mich jetzt nicht soooo unbedingt passt.

Sophie Kinsella Can You keep a secret

Worum geht’s Wir befinden uns im Leben von Emma Corrigan, wo gerade alles schief läuft. Beziehung, Job – irgendwie scheint gerade der Wurm drin zu sein und auch mit ihrer Familie läuft es nicht rund. Nach einem schlimmen Arbeitstag befindet sie sich leicht angetrunken in einem Flugzeug, denkt, dass ihr Leben gleich vorbei ist und beichtet ihrem Sitznachbar all ihre Geheimnisse und Lügen. Abgestürzt wird natürlich nicht und der geheimnisvolle Fremde entpuppt sich als Emmas oberster Boss..

Wie ist’s Vorhersehbar, absolut, aber sehr lustig! Das Buch unterhält gut, es baut sogar Spannung auf, so dass man ständig weiter lesen mag. Es ist einfach geschrieben, auch für Leute, deren Englisch nicht 100% ist, ist es gut verständlich und vielleicht ja eine Lektüre, um den Wortschatz zu erweitern. Die Kapitel sind nicht zu lang und man kommt immer wieder schnell in die Geschichte rein, sollte man das Buch doch mal aus der Hand legen.

Die Liebesgeschichte ist nett, aber es hätte gerne noch etwas verwobener sein dürfen – dieses Buch könnte ich mir als Film aber auch gut vorstellen. Die Charaktere werden gut gemalt, man kann sich in sie hineinversetzen und mitfühlen, besonders natürlich in die Hauptperson Emma. Einige der Situationen hat man selbst auch schon erlebt und weiß, wie es sich anfühlt. Ab und zu musste ich einfach laut loslachen und da ich mir das von diesem Buch erhofft habe, kann ich es zur leichten Urlaubslektüre absolut empfehlen!

Mögt ihr Bücher von Sophie Kinsella? Kennt ihr dieses zufällig schon? Was lest ihr gerne im Urlaub? 🙂

[Lesenswert] „Cold Blooded“ von Lisa Jackson

Hach, da habe ich gestern doch wirklich den Welttag des Buches verschlafen, ich Schussel. Dabei liebe ich den Tag und will unbedingt auch einmal bei der Blogger schenken Lesefreude-Aktion mitmachen (zum Glück gibt es diese Gelegenheit in 364 Tagen erneut). Somit stelle ich euch stattdessen ein Buch meiner Neuentdeckung Lisa Jackson vor, wobei Neuentdeckung hier echt das falsche Wort ist. Die Autorin schrieb schon Bücher, bevor ich überhaupt das Licht der Welt erblickt hatte – es musste aber erst ein öffentlicher Bücherschrank kommen, damit ich von ihr Notiz nehme. Wobei Krimis nicht ganz mein Metier sind, somit verzeihe ich mir das jetzt einfach mal.

Cold Blooded Lisa JacksonDas Buch Cold Blooded ist der 2. Band aus der sogenannten Bentz/Montoya-Reihe, aber auch ohne dass man das vorherige Werk gelesen hat, kann man problemlos folgen. Zumindest mir ist erst mitten im Buch durch die Rückblenden aufgefallen, dass es wohl schon einen Vorgänger gegeben haben muss *g* Primär hatte ich mir das Buch ausgesucht, da es in einer meiner Lieblingsstädte, nämlich New Orleans, angesiedelt ist und ich mir dachte, selbst wenn die Handlung doof ist, kommt vielleicht tolles Südstaatenfeeling rüber.

Worum geht’s Ein grausamer, anscheinend religiös motivierter Serienmörder macht New Orleans unsicher und ist auf der Jagd nach Studentinnen. Die Hauptperson Olivia hat das „Talent“, durch die Augen des Killers zu sehen und die Morde so in Bruchstücken mitzuerleben. Was natürlich zunächst total verrückt klingt und sie somit auch von der Polizei nach Hause geschickt wird, als sie dort mit ihrer Geschichte über einen gerade begangenen Mord anrückt. Nachdem ihre „Vision“ sich aber zu 100% bestätigt und eine Leiche gefunden wird, beginnen die beiden Ermittler Bentz und Montoya mit ihr gemeinsam den sehr aktiven Mörder zu jagen. Mehr von der Story mag ich nicht vorwegnehmen, aber natürlich spielt die Olivia’s Vergangenheit eine große Rolle und auch Liebe wird wieder hineingequetscht.

Wie ist’s Meine Südstaaten-Hoffnung wurde voll und ganz erfüllt, man hat immer wieder tolle, atmosphärische Beschreibungen, die für mich das Buch besonders machen. Der Schreibstil von Lisa Jackson ist enorm spannend, die Handlung verzwickter als angenommen und man weiß lange Zeit nicht, wer der Mörder ist. Das gefällt mir an dem Buch richtig gut, auch die Idee mit den „Visionen“ konnte ich irgendwie annehmen, aber die aufgezwungene, sehr unrealistische Liebesgeschichte hätte man einfach lassen können. Das war teilweise wirklich zu skurril und äh nee, hätte die Story auch einfach nicht gebraucht. Aber anscheinend bin ich einfach nur unromantisch und es gehört mittlerweile zu jedem Thriller auch noch Liebe 😉

Den ersten Teil der Bentz/Montoya-Reihe muss man nach diesem Buch nicht mehr lesen, da man alles erfährt. Aber ich habe Blut geleckt und werde definitiv noch etwas von Lisa Jackson lesen. Dank diesem Buch bin ich nämlich einfach länger im Zug sitzen geblieben, da ich es fertig lesen wollte und das heißt schon etwas. Ich hatte es in knapp 3 Tagen durch und bin froh, dass ich es nicht die halbe Nacht lesen „musste“, sondern schon nachmittags damit durch war 😉 Notfalls hätte ich das aber auf jeden Fall getan. Von Lisa Jackson gibt es natürlich auch zig Bücher auf Deutsch und somit überlege ich, meinem krimiverrückten Opa einfach eines ganz uneigennützig zu Weihnachten zu schenken und dann einmal auszuborgen.

Habt ihr schon etwas von Lisa Jackson gelesen – vielleicht könnt ihr mir eines ihrer Werke ja besonders empfehlen? Mögt ihr Krimis oder ist das gar nicht eures? Und wer hat schon bei der „Blogger schenken Lesefreude“-Aktion mitgemacht? 🙂