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[Reisen] New York Update – Wall Street, Staten Island, Ground Zero & Casino!

Allein der Titel gibt euch schon eine illustren Einblick, was ich in den letzten sieben Tagen New York so erlebt habe. Leider ist das Wetter nicht auf meiner Seite, es ist nass-kalt-grau, eben typischer Herbst und somit ist das „die Stadt zu Fuß erkunden“ etwas ungemütlicher geworden. Aber nicht unmöglich, hier also ein paar Sachen, die man drinnen machen kann!


Natürlich lief ich trotzdem wieder einige Male von Brooklyn rüber nach Manhattan und habe mich gut durchwehen lassen. Da ich jetzt aber Besitzer eines Thermo-Bechers bin, habe ich immer einen heißen Tee dabei und bei Starbucks bekommt man, wenn man fragt, auch gratis heißes Wasser, um sich erneut aufzuwärmen. Ziel die Woche war unter anderem die Wall Street, ein sehr sonderbarer Ort, den ich vor Jahren schon mit meinem besten Freund erkundete.

Dieses Mal bin ich nur rumgelaufen, habe mir den Raging Bull und natürlich die Fearless Girl Statue direkt nebendran angeschaut und mich anschließend im recht gut gemachten National Museum of the American Indian aufgewärmt. Da ich gerade in Mexiko war, kamen mir viele Exponate sehr bekannt vor und wenn das Museum auch nicht riesig ist, der Besuch lohnt. Man kann gemütlich eine Stunde hier verbringen, es ist kostenlos und das Gebäude an sich schon sehenswert.

Von dort ist man in wenigen Minuten zur Staten Island Ferry gelaufen, was ich natürlich gleich genutzt habe und mir kostenlos bei der Überfahrt die Freiheitsstatue aus der Ferne angesehen habe, sowie einen tollen nächtlichen Skylineblick bekam. Auf Staten Island selbst lohnt sich das Tibetan Museum, ich habe mich sofort etwas mehr Zuhause in dieser Stadt gefühlt.

Zu Ground Zero und dem 9/11 Memorial wollte ich natürlich auch und ich kann gar nicht so genau beschreiben, wie das war. Beklemmend, bedrückend, überwältigend und einen über so viel nachdenken lassen, was in der Welt geschieht und was eigentlich wichtig ist. Im Museum drin war ich noch nicht, ich habe mir nur den Park mit den beiden Brunnen (wo die Türme standen) angesehen, mehr ging nicht. Da es mittlerweile schon wieder dunkel war, war das wirklich etwas schwerer zu verdauen und ich bin immer noch sehr verwirrt, über die Shopping Mall, die direkt nebendran gebaut wurde, das passt doch nicht.

Um unsere Stimmung danach etwas anzuheben, machten wir etwas komplett konträres und flohen vor der Realität einfach mal ins Casino. Da war es warm, die Getränke umsonst und auch wenn es nicht mit der Atmosphäre in Las Vegas mithalten konnte, war das Empire City Casino eine gute Abendgestaltung. Mein Freund war noch nie in einem Casino und auch etwas überfordert, da er aber pokern kann, versuchten wir uns ein wenig und gewannen sogar ein bisschen (was gleich wieder in vegetarische Pho und Ben & Jerry’s investiert wurden). Die Casinos und Besucher sind hier sehr leger gekleidet, leider gibt es auch nur Automaten und keine wirklichen Tische, an denen man spielen kann und nein, die sind definitiv nicht zu vergleichen mit den Anbietern in Deutschland.

Ansonsten war ich noch zwei Mal bei Trader Joe’s, wo ich noch so viel einkaufen könnte, ich brauche einen größeren Magen und in diversen kleinen Parks hier in Brooklyn unterwegs. Williamsburg kenne ich mittlerweile auch recht gut und ach ja, auf einer Comic Messe war ich noch, die praktischerweise nur einen Block von meiner Wohnung entfernt war und mich so auch das Regenwetter nicht abhalten konnte. Es fühlt sich also fast ein wenig nach Alltag hier an.

Meine „to-do“-Liste ist aber noch nicht abgearbeitet und in Manhattan warten noch ein paar Museen auf mich, bevor es weitergeht. Drückt mir die Daumen, dass sich das Wetter etwas freundlicher zeigt, sodass meine Motivation höher ist, auf Entdeckungstour zu gehen und nicht nur Kaffee zu trinken und vietnamesische Suppen zu essen. Nicht, dass das nicht toll ist, aber dafür muss ich ja nicht wirklich in New York sein.

Wenn ihr noch einen Tipp habt, was ich machen soll, gerne her damit! Danke TimeOut Magazin habe ich zwar schon einige neue Anregungen bekommen, aber man ist ja trotzdem weiterhin für alles offen! Und ich hoffe sehr, dass sie bald den Tannenbaum aufstellen, dass ich den am Rockefeller Centre noch sehen werde, zumindest in meiner Straße in Brooklyn hängt schon die volle Weihnachtsbeleuchtung, was doch verrückt früh ist. 

[Reisen] Meine ersten zwei Wochen in New York!

Wie immer scheint die Zeit nur so dahinzufliegen, bin ich nun doch schon 2,5 Wochen in New York und habe so einiges erlebt. Die erste Woche wohnte ich in der Upper West Side und habe primär Manhattan unsicher gemacht und seit 1,5 Wochen lebe ich nun in einer wunderbaren WG in Brooklyn, wovon ich euch natürlich auch erzählen mag. Einige von euch sind bestimmt schon einmal hier gewesen oder haben den Traum (oder schon eine konkrete Reise gebucht), nach New York zu fliegen und ich muss gestehen, hat mich die Stadt die ersten beiden Mal, die ich hier war, nicht gekriegt, im Moment mag ich sie doch sehr. Was unter anderem an den Menschen liegt, die ich hier mittlerweile kennengelernt habe, aber auch an den vielen Sachen, die man jeden Tag unternehmen kann. Eigentlich täglich erlebe ich ein kleines Abenteuer, mit dem ich nicht gerechnet habe oder finde etwas zu unternehmen, was mich nachhaltig begeistert.

Beginnen wir also mit Manhattan, wo ich das Glück hatte, umsonst eine Woche mit diesem Blick vom Schlafzimmer aus bei einem Freund wohnen zu können und einen Einblick in das Leben in der Upper West Side bekam. Es fühlte sich ein wenig so an, wie durch das Set von Gossip Girl zu laufen und dass ich in nur zehn Minuten zum Central Park gelaufen war, war absolut großartig. Das ist auch mein erster New York Tipp, zwar kein Geheimtipp, aber dieser große Park hat mich begeistert.

Es gibt so viele Statuen, unterschiedliche Parkabschnitte, Wasserfälle, Seen und auch ruhige Ecken mit dicken Eichhörnchen, die zum Verweilen einladen, so dass man lange Zeit dort verbringen kann. Oder einfach immer wieder kommen muss, um es sich mit Kaffee und einem guten Buch gemütlich zu machen. Sich einfach mal an das John Lennon Denkmal zu setzen und Leute beobachten, ist ebenfalls interessant, da sieht man skurrile Sachen!

Nicht weit entfernt ist die 5th Avenue, die einige Museen zu bieten hat. Natürlich muss ich das Metropolitan Museum of Art, das El Museo del Barrio und auf der anderen Parkseite das Museum of Natural History sowie das ein klein wenig weiter entfernte Museum of Modern Art unbedingt erwähnen. Im Met und im Naturkundemuseum könnt ihr als Eintritt bezahlen, was ihr wollt, wenn ihr das Ticket nicht online vorher kauft, das El Museo bietet leider keinen Rabatt an, aber dafür ist das MoMa jeden Freitag ab 16.00h umsonst. Letzteres hat mich absolut umgehauen, ich verbrachte dort (ohne anzustehen) also umsonst vier Stunden und hatte einen phänomenalen Freitagabend. Nicht nur, dass ich endlich die Sternennacht von Vincent van Gogh gesehen habe, die Max Ernst Ausstellung war einfach nur großes Kino. Ich liebe den Künstler und so viele Werke von ihm zu sehen, hat mich richtig glücklich gemacht.

Natürlich muss ich auch den Broadway und den Times Square erwähnen, wobei letzteres nicht wirklich meines ist. Klar ist es imposant zu sehen und sich zu überlegen, wofür er steht, aber all das künstliche Licht und der Lärm hat mir mehr Kopfschmerzen verursacht. Somit gebe ich euch lieber noch einen Essenstipp für den etwas sparsamen Reisenden, wir haben nämlich ein tolles vietnamesisches Restaurant namens Cha Pa’s Noodles and Grill (314 W 52nd Street) in Laufnähe entdeckt, was nicht touristisch überlaufen war und man für $10 eine hervorragende Pho bekam.

In Brooklyn wohne ich gerade in Clinton Hill und das ist ein sehr spannendes, an das so gehypte Williamsburg angrenzende Viertel mit einer Mischung aus mexikanischen Einwanderern, jüdisch-orthodoxen Bewohnern und vielen Künstlern. Eine bunte Mischung, die sich in einer lebendigen Kunstszene (so tolle Wandgemälde!), vielen leckeren, günstigen Restaurants und eben einer sehr vibrierenden, andersartigen Atmosphäre ausdrückt. Bisschen wie Berlin, aber eben doch anders. Lauft auf jeden Fall einmal über die Williamsburg Bridge sowie über die Brooklyn Bridge, so bekommt ihr wundervolle Skylineblicke, seht aber auch den ehemaligen Hafen hier in Brooklyn einmal genauer. Läuft man von hier Richtung Manhattan, kommt man schnell nach Chinatown und auch wenn ich schon in so vielen in verschiedenen Teilen der Welt war, es macht immer wieder Spaß, dort durch die Geschäfte und kleinen Märkte zu schlendern und allerhand zu entdecken. Essen kann man natürlich auch hier wieder sehr billig und eben authentischer, wobei ich als Vegetarier etwas Probleme hatte und dann bei Tee blieb. Aber eben richtig gutem Grüntee.

In Brooklyn selbst ist das BRIC (umsonst) für Kunst sehr sehenswert, hier stellen lokale, noch nicht sehr bekannte Künstler aus und auch der Botanical Garden (samstags vormittags umsonst) und das daran angrenzende Brooklyn Museum lohnen sich, wenn man etwas mehr Zeit hat. Durch Zufall stolperte ich ihn den Fort Greene Park und entdeckte dort das Prison Ship Martyrs Monument, welches über den menschlichen Überresten von 11.500 Menschen steht und mich etwas verwirrt hat bzw habe ich es einfach nicht kommen sehen (wer mehr nachlesen will, hier lang). Wenn man schon einmal hier unten ist, kann man natürlich auch noch bis nach Coney Island fahren, was ich noch nicht geschafft habe. Lieber will ich aber zum Bottle Beach, was wohl ein Strand voller ehemaliger Glasflaschen und allerlei lustigen Fundstücken ist – ich werde berichten, wenn ich es hingeschafft habe.

Brooklyn gefällt mir persönlich besser als Manhattan, weil es sich mehr nach einer Gegend zum Leben anfühlt und ich freue mich, dass ich noch ein paar Wochen hierbleiben werde. Aber auch als Tourist kann man dem Trubel und den vielen Hochhäusern etwas entfliehen und trotzdem einen tollen Skylineblick haben. Natürlich würde ich euch empfehlen, die Myrtle Avenue entlang zu laufen und in einem der vielen kleinen mexikanischen Restaurants oder Bodegas zu essen, bisher war alles verdammt lecker hier. Und eben wieder zu einem viel besseren Preis. Im Dunkeln dann über die Brooklyn Bridge zurück nach Manhattan zu laufen, ist ein Erlebnis und keine Angst, ihr werdet hier nie alleine sein.

Das ist natürlich nur ein Bruchteil dessen, was ich erlebt habe und ich denke, es wird jetzt eine wöchentliche Reihe zu New York geben, da es einfach so viel ist. Meine beiden Mitbewohner hier sind Musiker und Schriftsteller und zeigen mir viele ihrer persönlichen Ecken, welche wieder abseits der breit getretenen Pfade liegen, einen Einblick in das Leben hier geben und somit genau meines sind. Noch ein kurzes Wort zum Wohnen in New York: ja, es ist verdammt teuer. Ich bezahle für ein kleines Zimmer mehr wie für eine 1-Zimmer-Wohnung in Berlin und der Wohnungsmarkt ist hart umkämpft. Man muss Glück haben, ich schrieb zur richtigen Zeit, konnte noch am selben Tag vorbeikommen und wir haben menschlich einfach harmoniert, worauf ich nach keinen zehn Minuten die Zusagen bekam. Aber das läuft natürlich nicht immer so und solltet ihr hier wohnen wollen, kann ich euch nur empfehlen, herzukommen, euch einen Couchsurfinghost zu suchen und dann direkt loszulegen. Ich persönlich schrieb nur zwei Emails, das eine Zimmer war weg, bevor ich es mir ansehen konnte und der Rest war dann eben Schicksal. Den Artikel schreibe ich, nachdem ich den Abend mit meinen Mitbewohnern quatschend auf unserem Dach mit Blick auf die Manhattan Bridge verbrachte und ja, besser hätte ich es nicht treffen können! Einziger Nachteil, die Upper West Side und mein Freund sind zwar nur 8km weg, es dauert mit der Metro aber fast eine Stunde, da dürfte New York noch etwas dran arbeiten.

Seid ihr schon einmal in New York gewesen oder plant eine Reise? Habt ihr irgendwelche Tipps, was ich mir ansehen sollte? Gerne natürlich eher unbekannte Dinge (leckere vegetarische Restaurants?) und gerne auch etwas ausserhalb, ich habe ja genug Zeit und kann auch längere Wege in Kauf nehmen. War schon wer in Brooklyn und ist ebenfalls etwas verliebt? Ich war ja sehr gespannt auf Williamsburg, nachdem ich die Serie Younger gesehen hatte, die hier spielt und ja, es sieht hier so aus und fühlt sich auch so an, wie die Serie es transportiert hat..inklusive dem Tattoostudio mit dem sehr attraktiven Mexikaner im Haus nebenan 😉

[Reisen] ¡Viva Mexico! #3 – ab nach Akumal & Tulum!

Heute kommen wir also zum letzten Teil meines Mexiko-Urlaubes, der viel zu kurz war! Ok, für die meisten sind drei Wochen ganz schön viel, ich muss aber definitiv wieder hin. Was wir so im Yucatán unternommen haben, könnt ihr hier nachlesen und über meine erste Woche in Puerto Morelos habe ich euch hier erzählt. Gestartet sind wir wieder in Playa del Carmen, wo wir erneut den Mietwagen spottbillig über billiger-mietwagen bei Alamo für 4 statt 40€ am Tag bekommen haben. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie diese Seite es macht, aber bisher haben alle meine Buchungen einwandfrei funktioniert und so frage ich nicht nach, sondern freue mich über einen Mietwagen für 16€ für 4 Tage 😉

Zunächst fuhren wir also runter nach Akumal wo es uns mitten in den Dschungel verschlug. Zwar fuhr man nur zehn Minuten vom Highway über einen „Weg“ bis zu der Villa Duendes , aber man fühlte sich trotzdem inmitten grüner Wildnis. Ein ganz tolles Anwesen, sie haben Steindomes, in denen man sehr bequem schlafen kann, einen riesigen Pool, Ruhe und doch funktionierendes Wlan.

Nach einer kurzen Pause ging es aber dann doch direkt nach Akumal an den Strand, den Sonnenuntergang und einfach nur das Idyll genießen. Wobei mein Freund hier doch sehr traurig war, dass sich so viel verändert hat. Statt als Kind, wo er hier wild mit seiner Familie campen konnte, steht nun Hotel an Hotel den gesamten Strand entlang (und kostenlos parken kann man auch nirgends mehr). Solange man aber nur aufs Meer schaut, ist es wunderbar. Abends fuhren wir dann in die „richtige“ Stadt Akumal, mehr ein Dorf und aßen lecker unter Einheimischen an einem Foodtruck, bevor wir es uns alleine im Pool gemütlich machten.

Am nächsten Morgen kam dann eines meiner absoluten Highlights, wir fuhren zurück an den Strand und schnorchelten mit Meeresschildkröten. Diese legen in Akumal nämlich ihre Eier an den Strand und futtern sich hier dann gerne durch das Seegras. Kennt ihr das, wenn ihr einfach nur weinen könntet, weil ihr so glücklich seid? Schaut einer Schildkröte unter Wasser beim Grasfressen zu, diese Tiere sind sooooo wunderschön! Gar nicht scheu, schwimmen sie mit einem da rum, tauchen neben einem mal aus dem Wasser, gucken einen an und man sieht die kleinen Zähnchen. Wir hatten das Glück, dass es an dem Tag etwas stürmisch war und wir das Wasser (und die Schildkröten) ziemlich für uns alleine hatten. Wir verbrachten lange Zeit im Wasser, sahen uns auch das Korallenriff und die anderen Fische an, besonders die Stachelrochen waren auch absolut grandios! Mehr braucht es nicht, mich rundum glücklich zu machen und meinem Freund ging es da zum Glück ähnlich. Nachmittags ging es dann nach Tulum, wo wir erstmal auf der Hauptstraße einen Kaffee tranken.


In Tulum schliefen wir zwei Nächte in einen traumhaft schönen Appartement, nämlich im Loto Tulum. Das liegt nicht in Strandnähe, sondern abseits in der Stadt, wodurch es sehr ruhig ist und da wir ein Auto hatten, war das auch kein Problem. Da es schon langsam dunkel wurde, machten wir uns schnell wieder auf Richtung Strand. Hier ist es allerdings echt schwierig, einen Parkplatz zu finden, da die einzige Straße vollgebaut ist und man entweder bezahlen oder eben einen Restaurant/Hotelparkplatz nutzen muss. Wir tranken dann im Endeffekt überteuert etwas und machten uns dann auf an den Strand. So voll die Straßen und Restaurants auch waren, hier hatten wir wieder unsere Einsamkeit. Da es uns aber insgesamt zu teuer war, fuhren wir zurück in die Stadt und schnappten uns leckere Tacos.


Für den nächsten Tag stand der Nationalpark Sian Ka’an auf dem Programm, durch den wir erst mit dem Auto fuhren, dann etwas am Strand blieben und schließlich mit einem Boot zwei Stunden durch die Mangroven fuhren. Wir hatten einen sehr netten Guide dabei, sahen Seekühe (und Babyseekühe) sowie Krokodile und viele ausgefallene Vögel. Die Mangroven selbst waren etwas enttäuschend, wir fanden dann aber heraus, dass sie vor einigen Jahren durch einen Hurricane stark zerstört wurden und somit erst wieder am Wachsen sind. Eine schöne Ruhepause war es aber trotzdem und solltet ihr Zeit haben, schaut euch Sian Ka’an einmal an.

Die Mayaruinen in Tulum standen seit Jahren auf meiner Reiselist und ich musste mich echt kneifen, als ich endlich davor stand. Sie sind direkt am Meer und das ist eine phänomenale Kulisse, die einen umhaut. Wieder waren wenig Leute unterwegs, wir trafen einen Nasenbären und eine Schlange, sowie enorm viele Iguanas, die sich sonnten. Nach bestimmt zwei Stunden hatten wir uns alles genug angesehen und fuhren nicht weit weg an den öffentlichen Strand, noch einmal das Meer genießen. Von Strandseite aus könnt ihr auch umsonst an den Ruinen parken (und nicht bei den überteuerten Parkplätzen von Seiten des Highways). An dem Strand gibt es einen Zeltplatz, wo man mitten im Dschungel sitzen kann und wieder nicht so viel Geld für die Getränke bezahlen muss; mein Kaffee dort war auch typisch mexikanisch mit Zimt und anderen Gewürzen, was ich ganz lecker fand. Zwar zu weihnachtlich für 36 Grad, jetzt gerade hätte ich ihn aber gerne wieder! Uxmal bleibt meine liebste Mayaruine, aber Tulum kommt direkt dahinter und ich kann es jedem nur ans Herz legen, hier einen Stop einzuplanen!


Von Tulum fuhren wir dann abends geschwind nach Puerto Morelos zurück, wo wir eine AirBnB-Wohnung (meine erste) gebucht hatten. Das wurde eine kleinere Katastrophe, was ich euch hier schon erzählt habe und dann verbrachten wir nur noch ein paar ruhige Tage mit der Familie meines Freundes, bevor es dann für mich mit Interjet (superbillig!) von Cancun nach Montreal ging.

Ja, noch immer bin ich schwer verliebt in Mexiko und würde am liebsten direkt zurück, aber jetzt gibt es erst einmal ein wenig USA. Seid ihr schon einmal dort gewesen? Wenn ja, wo denn und wie hat es euch gefallen? Als nächstes muss es für mich Mexico City und Oaxaca werden, 2018 soll mir das irgendwie ermöglichen 🙂

[Reisen] New York City, here I come!

Das Schöne am Leben ist ja, dass man nie so genau weiß, wo es einen hintreibt. So habe ich dieses Jahr weder erwartet, dass ich zweimal in Australien sein werde, noch dass ich es endlich nach Mexiko schaffe. Passiert ist beides trotzdem und das ist einfach nur toll. Die letzten 3,5 Wochen war ich nun in meiner ehemaligen Heimat Montreal und habe den Herbst mit all seinen Farben bestaunt. Und ein weißes Eichhörnchen gesehen! Quasi das Einhorn unter den Hörnchen oder so 😉 Da ich bei der Einreise einen etwas schlecht gelaunten Grenzbeamten hatte, bekam ich nur ein Visum für einen Monat und somit geht es heute Nacht von hier mit dem Bus in wohl 8 Stunden nach NYC.

Wie lange ich bleibe, weiß ich noch nicht, denn New York ist verdammt teuer (Lottogewinn, du darfst gerne eintreffen). Aber ich muss der Stadt, die irgendwie jeder außer mir liebt, noch eine Chance geben. Bisher war ich zweimal dort und jedes Mal doch wieder froh, wenn ich mit dem Mietwagen flüchten konnte. Somit gibt es noch eine dritte Chance, mich vielleicht doch noch in ihren Bann zu ziehen, jetzt, wo ich alt bin 😉

Die Serie „Younger“, die ich letztes Jahr aufgrund akuten Seriennotstandes angefangen habe, hat mir auf jeden Fall ein wenig Lust auf Brooklyn und Williamsburg gemacht, hier werde ich bestimmt ein paar Stunden durch die Gegend streifen. Auch der Centralpark fehlt mir noch, bisher war ich nämlich immer nur im Winter in NYC und habe mich somit primär drinnen aufgehalten – hoffen wir, ich bekomme noch ein paar schöne Tage ab! Und wenn nicht, wird es wohl weiter südlich gehen, so richtig Lust auf Winter habe ich nämlich noch nicht.

NYC-Tipps, die vielleicht etwas ausgefallener sind (oder sich um vegetarisches Essen drehen), wären absolut genial, ich bin mir sicher, dass einige von euch schon da waren! Wenn ja, seid ihr auch so vernarrt in die Stadt wie gefühlt jeder? Oder ist noch jemand da draußen, der sich dachte „naja, ist halt ne große Stadt“ 😉

[Reisen] Meine erste Airbnb-Erfahrung oder auch ‚Hallo kleine Katastrophe‘

Mein Blog soll ein positiver Ort sein und somit schreibe ich hier selten über Dinge, die mich oder euch in schlechte Laune versetzen können. Mein erster Airbnb-Aufenthalt in Mexiko war eine mittlere Katastrophe und auch wenn ich schon in der Situation (anders als mein Freund, der war vielleicht genervt) darüber lachen konnte, eine angenehme Erfahrung war es einfach nicht. Ich will sie aber trotzdem mit euch teilen, so seid ihr dann vielleicht schon ein wenig vorbereitet, solltet ihr euch in solch einer Situation wiederfinden.

Ich habe die App zum ersten Mal benutzt, obwohl ich schon Jahre angemeldet bin. Während ich also lerne, dass ich mich erstmal erneut identifizieren muss, weil es meine erste Buchung ist, verfluche ich schon das mexikanische, langsame Internet. Ich muss nämlich einen Ausweis abfotografieren, hochladen und dann ein Selfie von mir zum Abgleich machen und schicken. Das dauert dann schon einmal länger, wie wenn ich einfach ein Hotel gebucht hätte, aber ok, wir wollen Airbnb ausprobieren. Danach lerne ich, dass Endpreise nicht Endpreise sind, bei uns kommt zwar keine Reinigungsgebühr, sondern die Airbnb-Gebühr hinzu, aber ihr wisst, ich hasse verdeckte Kosten. Also meckere ich etwas, buche aber trotzdem. Das geht recht unkompliziert, allerdings muss die Gastgeberin bestätigen (und uns ihre Adresse mitteilen), womit wir also erst einmal warten. Nach einer Stunde müssen wir dann aber weg und klar, nicht jeder checkt ständig seine Mails, aber etwas doof war das schon, aufzubrechen ohne zu wissen, ob man später ein Dach über dem Kopf hat. Wifi mitten in Mexiko zu finden, ist auch immer eine kleine Mission, wir hatten nachmittags in Tulum aber welches und zum Glück dann auch die Bestätigungsmail. Alles etwas zeitintensiver wie eine schnöde Hotelbuchung bisher.

Wir kommen schließlich zur vereinbarten Zeit an und zunächst ist die Gastgeberin nicht da, aber ihre spanischsprechende Angestellte. Wäre für mich jetzt ein kleines Hindernis, zum Glück kommt mein Freund aus Mexiko und kann ihr erklären, wer wir sind und was wir hier wollen. Sie guckt verwirrt, führt uns aber dann in eine Wohnung. Nun kommt auch die Gastgeberin (die im oberen Stockwerk wohnt, wie wir jetzt wissen) und begrüßt uns, fragt, ob alles in Ordnung ist und verschwindet dann schnell wieder. Wir auch, wir müssen den Mietwagen nämlich nochl wegbringen, sonst wartet auf uns die Strafgebühr. Bis wir das getan haben und wieder zurück in Puerto Morelos sind, dauert und somit kommen wir erschöpft und verschwitzt gegen Mitternacht wieder an.

Jetzt steht uns der Sinn nach einer heißen Dusche, doch wir finden gleich mal heraus, dass diese nicht geht. Beziehungsweise der Duschkopf total verkalkt ist und da kein Wasser mehr rauskommt. Also Katzenwäsche am Waschbecken und als ich das der Vermieterin am nächsten Tag mitteilte, schaut sie ganz verdutzt. Sie hätte doch gerade alles renoviert..äh nee. Ihre Lösung ist dann, den Duschkopf abzumachen und wir haben nun einen Strahl kaltes Wasser, das heiße geht anscheinend auch nicht. Sie verspricht den Duschkopf zu reinigen, bringt ihn aber bis zu unserer Abreise nicht wieder. Ok, wir haben ja irgendwie Wasser, bei dem Preis von etwa 30€ die Nacht ist das aber schon frech.

Wir haben einen tollen Blick in unseren privaten Innenhof, welcher sehr dschungelig aussieht. Gerne würden wir ihn auch nutzen, es gibt immerhin einen Stuhl und eine total durchregnete, eklige Hängematte dort. Allerdings sind die beiden Schiebetüren, um dorthin zu gelangen,  kaputt, wodurch ich mich einmal aussperre und mein Freund einige Schrammen an der Hand bekommt. Es ist ein kleiner Kampf, herein- und herauszukommen und ärgert uns erneut, denn das ist nicht „total neu renoviert“, sondern alt und kaputt. Weitere Kleinigkeiten sind, das wir am Waschbecken in der Küche kein Wasser haben, das Deckenlicht im Wohn-/Schlafzimmer nicht geht und die Kaffeemaschine (welche wir definitiv brauchen) auch nicht so will, wie wir. Sonderlich wohl fühlen wir uns nicht und würden wir nicht eh am nächsten Tag wegfliegen, wir hätten definitiv schon das Weite gesucht. Das Highlight kommt aber noch, das waren alles ja nur nervige Kleinigkeiten, die nur in der Masse zum Problem werden.

Wir haben gerade Hurricane-Saison in Mexiko und das heißt auch, dass es hier gerne und viel regnet. Was an unserem letzten Abend beginnt und dann die Nacht durchregnet. Das Regenrohr vom Dach endet direkt vor unserer Tür in den Innenhof, wodurch es auch noch Stunden später gut plätschert und den Innenhof unbetretbar macht, aber unser Hauptproblem ist, dass das die Wohnung ebenerdig ist und so schlecht gebaut ist, dass sie komplett geflutet wird. Ich spreche nicht von 2,3 Pfützen, das Wasser lief nur so unter der Tür hindurch und auch durch die Fenster (wtf?) kam es herein. Wir schliefen, sahen diese Bescherung also erst am Morgen und da lagen dann natürlich unsere gepackten Koffer in so 3 cm Wasser. War super, die haben sich natürlich vollgesogen und wir flutschten durch das Dreckwasser in der Wohnung herum. Wir mussten zum Flughafen, ich wollte aber doch noch mit der Vermieterin reden, weil so geht es doch einfach nicht – über die Laune meines Freundes fange ich mal nicht an, zum Glück haben die beiden sich nicht gesehen 😉

Ich sage ihr also, dass die Wohnung unter Wasser steht und dass das doch etwas ärgerlich ist und dass ich sie nicht als Menschen hier angreife, aber damit doch sehr unglücklich bin und mich bei Airbnb (mit den gemachten Fotos) beschweren werde, wenn wir keine Lösung finden. Sie sagt nur, es tue ihr leid, aber gegen den Regen könne sie auch nichts tun. Stimmt, außer die Wohnung richtig bauen, so dass das Wasser von aussen nicht reinläuft. Da ich weder Zeit noch Nerv für weitere Diskussionen habe, stapfen wir durch die überschwemmte Straße (dank Schlaglöcher versinke ich bis zum Knie während ich meinen Koffer trage) und lassen uns den letzten Morgen nicht versauen. Abends bekomme ich dann aber eine Mail, sie will uns unser Geld fast komplett wiedererstatten und spendiert uns noch zwei Nächte, sollten wir wiederkommen, WENN ich denn nichts zu Airbnb sage. Aha, so läuft das also, bisher hatte die Wohnung nämlich noch gar keine Reviews, nur Bilder, auf denen sie toll aussah. Hier überlegt man dann natürlich, was man tut, wir haben uns dann im Endeffekt das Geld wiedergeben lassen, ihr gesagt, sie soll die Sachen reparieren, die nicht gehen und mein Freund wird im Dezember erneut zwei Tage dort sein und danach gibt es dann die (hoffentlich) gute Review oder eben eine schlechte. Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings.

Dank zwei Jahren Indien bringen mich die wenigsten Dinge noch auf die Palme, auch das hier war eher ärgerlich, weil es eben so teuer war für das, was man kriegt – die Überflutung hat es dann im wahrsten Sinne des Wortes zum Überlaufen gebracht und somit fiel meine erste Airbnb-Übernachtung mehr oder weniger ins Wasser. Insgesamt mag ich das Konzept aber weiterhin und kann mir auch vorstellen, es in Zukunft zu nutzen, dann aber vielleicht eine Wohnung, die schon ein paar Bewertungen hat. Solltet ihr Airbnb einmal ausprobieren wollen, ich bekam nach meiner ersten Buchung einen Link, womit ihr $35 Rabatt bekommt, wenn ihr für über $77 bucht – ich hatte selbst erfolglos nach diesen Rabatten gesucht, somit hier eure Chance (solltet ihr das machen, bekomme ich von Airbnb aber auch $18).

Benutzt ihr Airbnb? Wie sind eure Erfahrungen damit so? Hat jemand etwas ähnlich turbulentes erlebt? 

[Reisen] ¡Viva Mexico! #1

Ziemlich spontan ging es für mich am 10.9. nach Mexiko, genauer gesagt flog ich nach Cancun (geht ziemlich billig mit Condor) und fuhr von dort direkt weiter nach Puerto Morelos. Dieses kleine, vom Tourismus noch ziemlich verschonte Dorf liegt auf halbem Weg zwischen Cancun und Playa Del Carmen und bietet einem recht leere Strände und eben etwas mehr als nur riesige Hotels und Pizzerien mit dröhnender Musik. Ich besuchte dort einen meiner Lieblingsmenschen, dessen Familie in Puerto wohnt und so hatte ich gleich mal einen guten Einblick, was Familie in Mexiko bedeutet, sehr spannend und unterhaltsam sage ich euch!

Wir blieben erstmal eine Woche in Puerto, genossen den Strand und die Mangroven, unsere sehr günstige Ferienwohnung (dank liebem kanadischen Vermieter) hatte auch noch einen Pool und so erlebte ich einfach ein wenig mexikanischen Alltag. Wir schauten uns Playa Del Carmen und Cancun an, zwei touristisch doch ziemlich zerstörte Orte, an denen man aber auch noch ein paar feine, etwas unberührtere und leistbare Ecken findet. Und wenn man einfach nur auf das unsagbar blaue Meer und nicht hinter sich schaut, ist es traumhaft schön!

In Puerto Morelos selbst gibt es nicht allzu viel zu tun und so waren wir meist am Strand, sind herumspaziert und haben lecker an günstigen Straßenständen gegessen. Wann immer ich mein Soy vegetariana herausstammelte, sah man mich allerdings verstört an und sagte dann, dass man nichts für mich zum Essen hätte. Was aber gar nicht stimmt, Mexikaner sehen vegetarische Gerichte nur nicht unbedingt als vollwertige Mahlzeit an. So durfte mein Freund hier immer dolmetschen und dann gemeinsam mit dem jeweiligen Koch etwas für mich zusammenwürfeln – ich bin übrigens ganz vernarrt in gegrillten Kaktus! Was ausnahmslos immer gut geschmeckt hat und ach, was läuft mir jetzt beim Tippen schon das Wasser im Mund zusammen. Über das frische Obst (und die Säfte sowie Sorbets!) kann ich gar nicht genug lobende Worte schreiben, soooo perfekt reif waren die Mangos, ich konnte nicht genug davon essen. Hier muss man wieder schnell sein, sonst wird einem Chili und Limette drübergeschüttet, was jetzt weniger mein Geschmack ist. Sehr lecker sind auch die sogenannten „Fruchtwasser“, die es überall gibt – da wird gerne Jamaika (eine Blume) oder auch Zitrone und Gurke reingemixt und das erfrischt wunderbar!


Ein ganz besonderes Erlebnis war mein erster Besuch in einer Cenote, ich musste erst einmal googlen, wo wir da denn jetzt hinfahren. Die ganze Quintana Roo und auch Teile von der Yucatan Region sind voll von diesen unterirdischen Höhlen, welche mit Süßwasser gefüllt sind, worin man schwimmen kann. Das ist eine ganz besondere Umgebung, über einem flattern die Fledermäuse, um einen herum hat man interessante, nicht von dieser Welt erscheinende, Kalksteinformationen und man selbst ist in erfrischend kaltem, klaren Wasser, in welchem kleine Fische umherschwimmen. Meist gibt es ein, zwei Löcher in der Decke, also im Erdboden, durch die man Licht und Sonne bekommt, was das Ganze noch unwirklicher erscheinen lässt. Insgesamt waren wir leider nur zweimal in einer Cenote, ich weiß aber schon, dass ich das noch einmal erleben werde, irgendwie! Kann ich euch absolut nur ans Herz legen, solltet ihr die Gelegenheit haben..und wer mutig ist, springt einfach durch das Loch in das kalte Wasser!

Nach Playa del Carmen und Cancun fuhren wir jeweils mit Sammeltaxis (Collectivos), was ziemlich günstig ist und mich sehr überrascht hat. Statt heiß und vollgequetscht, waren das nämlich bequeme, vollklimatisierte Kleinbusse, in denen nur so viele Menschen saßen wie es auch Plätze gab. Das kenne ich von Indien doch ein wenig anders. Auch im öffentlichen Bus ging es sehr geordnet zu, aber immerhin war es hier heiß 😉 Also sich ohne Auto fortzubewegen, ist kein Problem und man muss auch auf ein privates Taxi nie lange warten. Wir haben uns dann aber doch einen Mietwagen für ganze 4€ pro Tag geleistet und ich weiß nicht, ob da ein Buchungsfehler im System war, aber ich habe es zweimal hintereinander geschafft, bei Alamo ein Auto für je 4 Tage und insgesamt 16€ zu buchen. Der Mietarbeiter war auch sichtlich irritiert und wollte wissen, wie ich das bitte gemacht habe (über billiger-mietwagen übrigens und nein, das ist nicht gesponsert).


Die Stadtzentren beider Städte fand ich noch ganz in Ordnung, hier ist mexikanisches Leben, man kann günstig essen und sieht etwas Alltag(sleben). An den Stränden hat es aber Ballermann-Atmosphäre und das ist einfach nicht meines. Es reiht sich Hotel an Hotel, die Musik ist dröhnend laut und es gibt kaum einen öffentlichen Platz am Strand, wo man sich einfach mit seinem Handtuch hinlegen kann. Stattdessen reihen sich die Liegen aneinander und man wird verscheucht, wenn man nicht Hotelgast ist. Wir hatten dann doch wieder Glück, fanden nette Mitarbeiter, die uns einfach mal eine Stunde umsonst auf einer Liege sitzen ließen. Die Mittagssonne ist nämlich doch ganz schön stark und so ganz ohne Schatten nicht aushaltbar. Das Meer macht dann aber alles wieder gut, die Farben sind einmalig, so so türkis-grün, wunderschön! Da konnte ich einfach nicht genug von bekommen, also von den Farben in Mexiko im Allgemeinen, die sind so strahlend, da ist Photoshop nichts dagegen!

Dann wurde es auch schon Zeit für unseren ersten Roadtrip, der uns nach Mérida, Uxmal, Chichen Itzah, Tizimin und Las Coloradas geführt hat, dazu dann aber mehr im zweiten Teil. Als kleinen Teaser kann ich allerdings schon anmerken, dass Autofahren in Mexiko ein Erlebnis für sich ist, da Straßenregeln eher Anregungen als Regeln sind und ich noch immer fasziniert bin, keinen Unfall gehabt zu haben..mal sehen, ob noch ein Strafzettel kommt 😉

Mexiko hat mein Herz im Sturm erobert, so viel erinnert mich an Indien und all die herzlichen, lächelnden und entspannten Menschen, dazu noch diese unbeschreibliche Natur, die Farben, die Geschichte und all die tollen Mayaruinen, die ich erleben durfte..hachja! Seid ihr schon einmal in Mexiko gewesen oder steht es (wie bei mir seit Jahren) auch auf eurer „travel-list“? 

[Reisen] Bonjour Montréal!

Vor etwas über zwei Jahren kam ich während meines Working Holiday Jahres nach Montréal und da mein Auto mir hier verendete, blieb ich schließlich fast vier Monate in dieser sich sehr europäisch anfühlenden Metropole. Sonntagabend bin ich von Mexiko aus hier angekommen und ach, was fühlt es sich gerade seltsam an! Irgendwie nach Zeitreisen, da sich gefühlt so wenig verändert hat, ich wieder in „meinem“ Zimmer sitze, welches mir ein guter Freund abgetreten hat und irgendwie darauf warte, dass ich morgens durch den Schnee zur Arbeit stapfen muss.

Was ich natürlich nicht muss, auch wenn ich den sehr unfreundlichen Grenzbeamten bei der Einreise nicht davon überzeugen konnte, dass ich nicht illegal in meinem schlecht bezahlten, ehemaligen Job arbeiten mag. Ich habe mich nämlich erdreistet und wollte ein Visum für 3 Monate (bis 6 kann man als deutscher Tourist) und der freundliche Mann gab mir trotz Nachweis von ausreichend finanziellen Mitteln, Krankenversicherung etc blabla jetzt vier Wochen. Was meine Reisepläne jetzt auf jeden Fall etwas konkreter werden lässt, wenn ich am 31.10. wieder ausreisen muss und ich wohl einfach nur etwas südlicher in die USA flüchten werde. Lustig, dass ist doch eigentlich andersherum!

Alle Nationalparks in Kanada feiern dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen mit kostenlosem Eintritt und ich hoffe, dass ich hier noch ein wenig sehen kann, bevor der Schnee wieder zuschlägt. Winter in Montréal kenne ich ja schon und ganz so schlimm ist es auch nicht, dass ich das nicht erneut erleben werde. Gerade ist es allerdings wunderschön, blauer Himmel, Sonnenschein und die frische, klare Luft, die ich so vermisst habe. Dass ich vorhin auf dem Weg zum Einkaufen einen Mann traf, der sein Schwein Gassi führt, hat meine Laune auch um einiges gehoben und somit wird sich jetzt nicht mehr geärgert, sondern das Beste aus der wenigen Zeit gemacht.

Ansonsten plane ich, viele Lieblingsorte erneut in der Stadt zu erkunden, besonders die Kunstmuseen sind großartig, neue Stellen zu entdecken und einfach viel zu laufen sowie ein paar meiner Freunde zu treffen. Das Laufen macht hier nämlich richtig Spaß, da es so viele niedliche Häuser zu entdecken gibt und gleichzeitig viel Natur in Form von Parks zum Verweilen einlädt. Zeitlich werde ich es jetzt zwar nicht bis an die Ostküste schaffen, aber zumindest Québec City dürfte für 1-2 Tage drin sein. Dahin war ich damals unterwegs, als mein Auto vor Montréal auf der Autobahn einfach starb und sich nicht wiederbeleben lassen wollte. Im zweiten Anlauf klappt das doch hoffentlich.

Einen Kaffee bei Tim Hortons habe ich mir vorhin schon geschnappt, aber nein, den Hype um „Timmys“ werde ich einfach nie verstehen..meine kanadische Obsession sind und bleiben da doch die Dill Pickle Chips von Lays, aber die Idee von Gurken-Chips geht für viele andere wiederum mal gar nicht 😉 Und ja, genau die futtere ich gerade beim Tippen und grinse dümmlich vor mich hin – wobei das leckere mexikanische Essen schon gut fehlt!

Das wäre es dann erstmal mit meinem „wo bin ich und wo will ich hin“-Update und es wird in den nächsten vier Wochen also bestimmt den ein oder anderen kaandarelevanten Beitrag geben. Doch erstmal muss ich noch meine Mexiko-Eindrücke mit euch teilen, was bin ich verliebt in dieses Land! Wenn wer von euch gerade in Montréal ist und Lust auf Kaffee hat, meldet euch doch – und für einen Tipp, was ich mir denn unbedingt ansehen muss, bin ich natürlich auch immer mehr als nur dankbar!

[Reisen] 4 Tage in Singapur! Oder auch 75km zu Fuß!

Mitte August musste ich Australien Lebewohl sagen und da ich keine Lust auf 1,5 Tage im Flugzeug und an Flughäfen hatte, buchte ich mir einfach nur einen Flug nach Singapur und legte dort einen kurzen Stopp ein. Ich war vor ewigen Zeit zwar schon einmal in dieser verrückten Stadt, aber so wirklich viel Erinnerung hatte ich nicht mehr. Somit war ich gespannt, wie es mir dieses Mal gefallen würde und ob ich mich doch an irgendwelche Sachen erinnern würde.

Geflogen bin ich günstig mit Scoot Airlines (die jetzt mit Tigerair zusammengelegt wurden) und der Flug war ok. Man bekommt nichts an Bord, wenn man nicht dafür bezahlt, somit habe ich mir einfach Essen und Wasser mitgenommen. Man darf zwar offiziell keine Lebensmittel von draußen konsumieren, aber wenn man sich nicht ganz dumm anstellt, geht es eben doch. 9 Stunden so ganz ohne wollte ich nämlich dann doch nicht erleben. Ansonsten kann ich aber nicht meckern, wir kamen pünktlich an und ich hatte was zum Lesen dabei (Entertainment in Form von iPads mit Filmen kostet nämlich auch wieder). Der Flughafen in Singapur ist enorm effizient, ich war quasi sofort im Land und hatte mein Gepäck. Praktischerweise ist er auch super an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, solltet ihr kein Geld für ein Taxi ausgeben wollen. Mein Couchsurfinghost holte mich ab und zeigte mir gleich mal eine ganz andere Welt, er war nämlich reich. So richtig reich und so sah ich mich kurze Zeit später in einem Penthouse mit eigenem Pool und solchen Annehmlichkeiten wieder. Doch, durchaus mal eine nette Abwechslung 😉

Da ich spät abends ankam, unterhielten wir uns einfach, bestellten leckeres indisches Essen und ließen den Abend dann ausklingen. Dank Jetlag war ich dann sehr früh wach, mein Host auch und eine Freundin kam noch vorbei, mit der es dann erstmal frühstücken ging. Keiner der beiden kommt aus Singapur, somit war es auch für sie etwas Neuland, aber wir saßen am Ende in einer unter Einheimischen gut bekannten Bäckerei, wo wir länger warten mussten, bis es dann verschiedene Kaffeespezialitäten und Brötchen mit Kaya-Butter gibt. War jetzt nicht unbedingt meines, irgendwie hatte das nicht so viel Eigengeschmack, aber man konnte es schon essen. Von dort liefen wir dann einfach mal zum East Coast Park und schauten uns ein wenig sonntägliches Strandleben an. Hier war echt einiges los und die Rollschuhbahn auf der „My heart will go on“ lief, war definitiv sehenswert. Da Singapur wundervoll heiß ist, gab es wieder kalten Tee zur Erfrischung und dann ging es in mein erstes Hawker Center. Das sind quasi eine Vielzahl von verschiedenen, günstigen Restaurants, wo man sich an verschiedenen Orten seine Sachen zusammensuchen und dann gemeinsam essen kann – also wie ein Mallfoodcourt, nur eben meist im Freien. Natürlich landeten wir beim Inder und natürlich war es ebenfalls ganz ausgezeichnet. Am frühen Nachmittag machte ich mich dann auf nach Little India, wo mein Hostel für die nächste Nacht war.

Hier begannen dann auch schon die Flashbacks, waren wir 2006 ebenfalls in dieser Gegend untergebracht. Wie der Name schon verrät, leben hier viele Inder, aber es ist sehr viel weniger trubelig, was mich schon fast enttäuscht hat. Mein Hostel war das The InnCrowd Backpackers‘ Hostel, welches auch vollkommen in Ordnung war. Ich schlief in einem 12-Schlafsaal, die Matratze war ok, das Wlan ebenfalls und es gab sogar heißes Wasser in der Dusche. Das im Preis inbegriffene Frühstück kann man allerdings getrost weglassen. Ich warf meine Sachen also auf mein Bett/in meinen Spind und machte mich zu Fuß einmal quer durch die Stadt, um mich mit einer ganz lieben Couchsurferin zu treffen.

Hada kommt aus Singapur und wir begannen unsere abendliche Tour mit einem Besuch in der National Gallery, wo sie bis vor kurzem gearbeitet hatte und wir somit nicht nur umsonst reinkamen, sondern eben auch hinter die Kulissen schauen konnten. Wahnsinnig spannend und da wir von Sekunde Eins einen Draht zueinander hatten, lachten wir die nächsten Stunden einfach mal durch. Von dort ging es dann Richtung Gardens by the Bay, wo wir uns natürlich die Lightshow ansehen mussten. Das war so ziemlich die Attraktion, die mir wirklich jeder nahelegte. Insgesamt ist Singapur schon sehr künstlich und surreal und als ich mich jetzt nachts mit zig Menschen im Regen auf dem Boden liegend wiederfand und beleuchtete Bäume, die mit Musik unterschiedlich angestrahlt wurden, ansah, musste ich mich doch kurz fragen, was ich hier eigentlich mache 😉

Danach trafen wir noch eine andere Couchsurferin von den Philippinen und marschierten eisessend (Rote Bohnen Eis in Toastbrot war auch mal eine Erfahrung) durch diverse Shoppingmalls, um noch eine zweite Lichtershow anzusehen. Am Ende saßen wir einfach lange Zeit noch an der Marina Bay, unterhielten uns und danach lief (!) ich durch die sehr leere, ruhige Stadt zurück zu meinem Hostel.

Tag 2 war ebenfalls sehr vollgepackt, aber ich wollte a) möglichst viel aus der Zeit machen, b) hatte ich mir mal richtig „frei“ genommen und somit auch genug Zeit und c) musste ich auf niemanden Rücksicht nehmen, der vielleicht lieber schlafen oder weniger laufen mag. Somit wurde das auch voll ausgekostet, mein Körper hasste mich am Ende zwar, das war doch etwas zu viel Bewegung und zu wenig Schlaf. Ich startete am Botanischen Garten, den ich dann auch in seiner Gänze erlief, ein paar Pausen machte und die vielen unterschiedlichen Bäume und Pflanzen bewunderte.

Von dort marschierte ich dann zur bekannten Orchard Road, wo ich durch ein paar der Shoppingmalls lief, aber das ist einfach nicht mehr meine Welt. Ich wollte auf ein Skydeck fahren, welches dann aber aufgrund Renovierungen geschlossen war und somit lief ich einfach zum Fort Canning Park und sah mir das Nationalmuseum an. Letzteres war durchaus beeindruckend, wenn ihr aber nicht genug Zeit habt, würde ich euch die National Gallery mehr ans Herz legen. Anschließend ging es nach Chinatown, wo ich diese superleckere Kaffee-Tee-Mischung trank und mir den südindischen Sri Mariamman Tempel ansah.

Bei Clarke Quay kam ich auch vorbei, das fand ich aber tagsüber schon sehr mallorca-haft und flüchtete Richtung Telok Ayer Markt. Von dort lief ich dann wieder auf anderen Pfaden zurück nach Little India und entdeckte unterwegs noch das neu eröffnete Parkview Museum, welches mit „On sharks & humanity“ eine verdammt gute Ausstellung bot. Dazu noch umsonst und in einem enorm beeindruckenden Gebäude, welches mich immer noch an Batman erinnert. Einen ganz kurzen Abstecher zur Haji Lane und zur Moschee musste ich auch noch machen – und während ich die Straße mit ihren vielen Restaurants und Shops eher weniger mochte, war die Moschee genau mein Ding und eine absolute Empfehlung von mir!

Abends traf ich mich wieder mit meiner lieben CS-Freundin und noch einem anderen Couchsurfer, der mir zig Mal sein Penthouse (direkt bei Clarke Quay) anbot, sodass ich irgendwann annahm. Zunächst gingen wir wieder enorm lecker indisch essen, danach machten wir uns zu dritt auf in seine Wohnung, wo wir den Abend mit einer spektakulären Aussicht und Gesprächen wie unter alten Freunden ausklingen ließen. Wenn ihr es noch nicht gemerkt habt, ich liebe Couchsurfing, weil man wirklich mit Menschen „connected“ und nicht mit anderen Reisenden dieselben Smalltalk-Themen durchkaut.

Am nächsten Morgen ging es früh wieder raus, ich wollte unbedingt zum MacRichie Reservoir und den dortigen Trail zur 250m-hohen Hängebrücke laufen. Da es kurz vorher regnete, war das eine sehr schwüle und matschige Angelegenheit, aber hey, ich war mitten im Dschungel, da schrien Affen und ich traf einen netten Griechen, der mit mir wanderte. Die 14km (so in etwa) sind durchaus machbar, nehmt nur genug Wasser mit und die Hängebrücke war eine riesige Herausforderung für meine Höhenangst. Aber so über den Bäumen war schon wunderschön. Bisschen doof ist, dass die Brücke schwankt und sie recht schmal ist – an den Seiten sitzen dann auch noch Affen, die einen durchaus angehen und versuchen, die Tasche zu klauen. Zum Glück hatte ich griechische Unterstützung, alleine wäre das noch einmal eine andere Nummer gewesen.

Von dort lief ich dann ewig an einer Autobahn entlang, traf erneut eine andere umherwandernde Touristin, mit welcher ich kurz in einem Hawker Center stoppte. Danach fand ich mich an der Metrostation vom Botanischen Garten wieder und machte mich schnell auf zu Haw Par Villa, einem ganz verrückter Ort. Von den Tiger-Balm-Erfindern gegründet, ist es eine Art Themenpark über chinesische Mythologie, in welchem verschiedene Geschichten nachgebaut wurden. Man kann durch die zehn Stufen der Hölle laufen, was ich dann auch getan habe und danach meine eigene hatte: ich kam auf die dumme Idee, meine Schuhe kurz auszuziehen und mich auf eine Bank zu setzen. Als ich sie wieder anziehen wollte, waren sie voller Ameisen, die ich dann erstmal zehn Minuten ausschütteln und mich dabei anpinkeln lassen durfte. Nunja, man lernt nie aus.

Danach ging es noch ins NTU Centre for contemporary art, wo ich mir verschiedenste kleine Ausstellungen anschaute und den gesamten Campus sehr genoss. Verschwitzt, abgehetzt und absolut underdressed marschierte ich dann die lange Auffahrt entlang ins Ritz Carlton und wurde sogar eingelassen. Hier hängt nämlich einfach so, recht unbeachtet verdammt spannende Kunst herum und man kann sich einen kleinen Guide geben lassen und diese dann erkunden. Wenn man dreist genug ist, kann man sich auch einfach an den Pool legen und das luxuriöse Leben genießen 😉

Danach musste ich schon wieder weiter, ich traf mich mit meiner Couchsurferin-mittlerweile-Freundin an der Harbour Front und wir liefen nach Sentosa. was auch ein ganz seltsamer Ort ist. Eine Insel bestehend aus Hotelkomplex, Freizeitpark und Golfanlage, aber man hatte eine schöne Aussicht auf das Meer und es fühlte sich ganz kurz nach Urlaub an, nur eben in künstlich hoch zehn. Hier zu übernachten soll sehr teuer sein, ich persönlich würde das absolut nicht wollen, aber Geschmäcker sind zum Glück ja verschieden! Danach liefen wir einfach eine Weile durch die Stadt, schnappten uns einen Bus zu meinem Hostel, gingen nochmal lecker südindisch essen und dann bemalte sie mir meine Hand noch mit Henna, was ihr Hobby ist. Mit der noch nassen Paste an der Hand liefen wir dann zur Metro und ich erwischte zum Glück noch die letzte Bahn zum Flughafen (das sollte man vorher lieber mal checken, die Bahnen hören nämlich recht früh auf). Hier schlief ich dann ein paar unbequeme Stunden, da ich mein Gepäck nicht abgeben und somit nicht in den „bequemen“ Bereich konnte und dann ging es schon weiter nach Delhi.

Singapur ist definitiv eine Erfahrung und für ein paar Tage auch spannend, aber vorstellen hier zu leben, kann ich mir irgendwie so gar nicht. Alles hatte dieses „playground for rich adults with too much time“-Feeling und da ich da nicht dazugehören mag und weniger Künstlichkeit in meinem Leben will, dürfen jetzt doch noch ein paar Jahre vergehen, bis ich wieder hin komme. Wobei alle Menschen, die ich dort kennengelernt habe, die Stadt für mich besonders gemacht haben, da ich einfach eine tolle Zeit mit wunderbaren Gesprächen und viel Lachen hatte. Noch sind wir auch alle miteinander in Kontakt und ich hoffe sehr, alle mal wieder, gerne an anderen Orten, wiederzusehen.

Seid ihr schon einmal in Singapur gewesen? Wenn ja, was hat euch besonders gut gefallen? 🙂 Ich glaube, ich habe bei meinem Bericht auch noch ein paar Sachen vergessen, aber ich streife einfach gerne nur halbwegs geplant durch die Gegend und entdecke dann unterwegs noch so viele Sachen, die mich begeistern. 

[Reisen] Auf nach Mexiko!

Manchmal bin ich mir fast selbst zu spontan – aber so habe ich vor einer Woche meinen Flug nach Cancún gebucht, wo ich ungefähr jetzt landen dürfte (ein Hoch auf mein mal funktionierendes Vorbloggen). Eigentlich „muss“ ich nach Kanada, ein paar Dinge von meinem Working Holiday Jahr regeln, aber ich wollte auch noch etwas Sommer haben, da ich die letzten Monate im winterlichen Canberra verbracht habe. Nach ein paar Flugsuchen und Überlegen habe ich mir dann gedacht, dass ich doch zwei Wochen in Mexiko machen und dann erst nach Montreal fliegen werde und genau das liegt jetzt vor mir. Nach Cancún kommt man übrigens sehr günstig von uns aus mit Condor, ob ich das empfehlen kann, weiß ich jetzt allerdings noch nicht.

Ebenfalls kann ich auch noch nicht sagen, was ich genau machen werde, außer dass ich mit einem meiner Lieblingsmenschen Zeit verbringen werde, der mir sein Land etwas zeigen will. In Cancún selbst werden wir uns wohl kaum aufhalten (außer ihr habt Tipps, was man dort machen sollte), es wird gleich weiter südlich nach Puerto Morelos und Tulum sowie noch nach Mérida gehen, quasi einmal Yucatán im Schnelldurchlauf. Bisschen blöd bei Mexiko ist, dass man schon bei der Einreise ein Formular ausfüllen muss, wo man seine Abreisedaten angeben muss, sonst wären wir da noch etwas flexibler. So bekomme ich jetzt aber mal einen ersten Mexiko-Eindruck und ich habe das Gefühl, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, Mexico City will ich nämlich auch unbedingt sehen!

Spannend wird auch, wie weit ich mit meinem Spanisch so komme, seit ein paar Monaten lerne ich da mit einer App täglich ein wenig. Insgesamt vielleicht nur 15 Minuten, aber auch so baut man einen Wortschatz auf und die Grammatik ist (zumindest am Anfang) nicht allzu fordern. Dass ich Latein hatte, hilft hier definitiv auch. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, meine paar Brocken am lebenden Objekt auszuprobieren und Reaktionen zu bekommen. „Soy vegetariana“ war so einer der ersten „Sätze“, den ich mir gemerkt habe, was dann bei meinem mexikanischen Freund nur Lachen erntete. Seine Reaktion war, dass wir dann lieber eine Wohnung mit Küche mieten sollten und ach, wenn sie nicht zu weit vom Meer entfernt ist, bin ich da sowas von dabei.

Apropos Meer, was freue ich mich! Zwar war ich erst letzten Dezember in Thailand ausgiebig am/im Meer, aber mir fehlt das Wasser einfach. Ich glaube ja auch noch, dass ich irgendwann mal am Meer wohnen werde und zwar für länger als ein paar Wochen, das zählt nicht 😉 Den Ganges zähle ich hier mal nicht mit, auch wenn es Wasser ist. Und komplett unabhängig, aber ich hätte sehr Lust, mich mal an Salsa zu versuchen, ich kann nämlich nicht auf mir sitzen lassen, dass „wir Europäer“ nicht tanzen könnten. Zwar weiß ich nicht, ob ich meine Hüfte so bewegen kann, wie man das in meiner Vorstellung schaffen soll, aber komplett ohne Taktgefühl bin ich nun auch wieder nicht geboren. Am besten natürlich abends am Strand, wenn schon Klischee, dann aber richtig. Und eine Schildkröte will ich auch treffen, so 🙂

Natürlich versuche ich, dass es hier weiter täglich was zu lesen gibt, Wifi scheint allerdings eine nicht unkomplizierte Angelegenheit zu sein, also seht es mir nach. Einen Reisebericht wird es Ende September aber auf jeden Fall geben! Wenn also wer Yucatán-Tipps hat, gerne auch vegetarische Restaurants oder tolle Wanderungen, nur her damit, ich würde mich sehr darüber freuen!

[Reisen] Roadtrip durch New South Wales (Australien)

Nach langen neun Wochen in Canberra, die zwar dank toller Gesellschaft und spannenden Aktivitäten gut auszuhalten waren, ging es endlich mit dem Auto los. Ohne funktioniert in Australien nämlich kaum etwas und somit fühlte ich mich etwas „gefangen“ und immer auf andere angewiesen. Wir haben uns einen Toyota Tarago (bei Lucky Rentals ein sogenannter Lucky Rookie) gemietet, welcher perfekt für zwei Leute und eben mehr Auto und weniger Schlachtschiff ist. Ließ sich gut fahren, auch wenn ich zu Beginn erst mal ein paar Linksverkehrprobleme hatte und mein Begleiter ein paar kleine Todeserfahrungen (ok, nicht wirklich, aber so reagierte er).

Dieser Camper war mit Abstand die billigste Möglichkeit, die wir finden konnten und im Grunde perfekt für uns. Ich werde nicht von Lucky Rentals bezahlt, ich fand das schon ziemlich angeschrammte, angerostete Auto aber einfach super, da man nicht ganz so aufpassen musste, wenn es eben noch einen Kratzer bekam und es mich an meinen eigenen Van erinnerte, mit dem ich durch Kanada gefahren bin. Wir bezahlten für 10 Tage um die $300 und hatten nur die Standardversicherung (und zum Glück auch keinen Unfall). Drinnen hatten wir Sitzbänke (mit Stauraum für das dazugehörige Geschirr etc), die man zu einem bequemen Bett umfunktionieren konnte, Waschbecken und Campinggrill und insgesamt waren wir beide super zufrieden mit dem Auto. Der Benzinverbrauch hielt sich zum Glück auch in Grenzen und dank AUX-Kabel hatten wir auch immer gute Musik (Radioempfang ist nämlich in Australien auch eher Glückssache).

Gestartet sind wir mit dem groben Ziel „Jervis Bay“ von Canberra aus und fuhren statt Highway eine kleinere Straße durch unberührte Natur und kleinen Städtchen, die alle irgendwie nach Filmkulisse aussahen und kaum Bewohner hatten. Die Idee nach einem Kaffee für die Strecke mussten wir dann auch schnell aufgeben. Wenn man in Australien Auto fährt, sieht man übrigens ständig tote Kängurus und Wombats neben der Straße liegen, was mir a) das Herz brach und b) Angst machte, dass ich auch eines der vielen Tierchen treffen könnte. Sie hüpfen aber auch gerne neben der Straße herum und besonders abends musste ich gut aufpassen und sehr langsam fahren. Passiert ist uns aber nichts und das hat mich doch sehr froh gemacht – muss man eben nur bei seiner Streckenplanung mit einbeziehen, dass es dann eben etwas länger dauert.

Unser erster Stop war dann die Stadt Nowra, wo wir unterwegs noch Rast an einem Wasserfall machen, der allerdings dank der langen Dürre nicht mehr allzu imposant war. In Nowra selbst kauften wir erst einmal diverse Lebensmittel ein, da wir die nächsten Tage eigentlich nicht in der Zivilisation sein wollten und machten uns dann auf Richtung Meer. Hier gibt es diverse Parkplätze mit Toiletten und Picknicktischen und da es erlaubt ist, in NSW im Auto zu schlafen, haben wir das dann dort auch umsonst getan. Die Plätze sind meist etwas versteckt, man trifft selten einen anderen Menschen dort und somit hatten wir unsere unberührte Natur. Dass man innerhalb von 2 Minuten ans Meer gelaufen ist und somit Meeresrauschen beim Einschlafen hört, ist natürlich auch nicht zu verachten. Wir verbrachten die ersten zwei Tage um Currarong, wo wir zur Honeymoon Bay und zum Leuchtturm (die Outer Tubs sind ein Traum) fuhren und dort ein wenig herumwanderten. Im Abrahams Bosom Reserve wanderten wir eine tolle Strecke entlang an verschiedenen Stränden, über Klippen, an denen noch ein Schiffswrack zu sehen war und dann quer durch meterhohes Gras, vorbei an vielen „Bottle Brush Trees“ und wunderschöne Blumen. 

Die Strände an der Ostküste sind allesamt traumhaft schön, oft sehr unberührt und wenig bis gar nicht besucht. Meist hatten wir sie für uns alleine und konnten den morgendlichen Kaffee gleich doppelt genießen! Gefunden haben wir unsere Übernachtungsmöglichkeiten einfach per App (also googlemaps bzw maps.me) und das hat super geklappt. Nur einmal mussten wir – da wir nachts einfach nichts fanden und irgendwann keine Lust mehr hatten – auf einen Campingplatz fahren, was dann aber auch zu verkraften war und wir immerhin heiße Duschen und Billard sowie einen Wasserkocher und Strom dafür geboten bekamen. Auf unserem weiteren Weg ging es zunächst nach Hyams Beach, welcher laut Guinessbuch der Rekorde der „weißeste Strand der Welt“ ist. Er ist auf jeden Fall verdammt weiß, sehr fein, quietscht beim Laufen und auch sonntags noch menschenleer, ich habe es nicht fassen können. Wie üblich hatten wir unsere Decke dabei, machten ein Picknick, liefen entspannt eine Weile durch die Sonne und tauchten die Füße in den immer noch recht kalten Ozean. 

Da wir dann aber für zwei Tage im Booderee-Nationalpark bleiben wollten, haben wir uns dort für $21/Nacht einen Campingplatz sowie den Parkeintritt gekauft und das war absolut genial. Wir hatten auch hier den Campingplatz Greenpatch für uns allein und konnten dort sogar ein richtiges Feuer entfachen. Grillmöglichkeiten gab es dort mehr als genug und halbwegs trockenes Feuerholz auch – BBQ abends, nachdem wir erst den Sonnenuntergang allein am Strand genossen hatten, war also Pflicht. Im Park selbst braucht man dann aber doch das Auto, um zu den unterschiedlichen Wanderungen zu kommen.

Dank gutem Infomaterial (gibt es am Eingang) hatten wir genug Wanderungen (besonders schön ist Cave Beach, am Leuchtturm und die lange Wanderung, wo man Bowen Island gut sieht, wenn auch die Pinguine nicht erkennbar waren) zur Auswahl und haben sowohl die längeren Trips wie auch die kurzen Spaziergänge gemacht. Wale sahen wir leider nicht mehr, wir waren ein paar Tage zu spät, aber dafür gab es Delfine und Kängurus in Massen. Und die Opossums, die einem abends versucht haben, das Essen vom Picknicktisch zu stehlen (und unser Brot erfolgreich erbeuteten), gab es auch dazu. Wunderschöne grüne und rote Papageien sowie andere Vögel sah man auch ständig und keines der Tiere war sonderlich scheu. Auch der Botanische Garten im Park ist sehenswert und wir verbrachten bestimmt zwei Stunden dort, bevor wir uns schweren Herzens schließlich wieder zurück in die reale Welt wagten.

Wir wären gerne noch länger geblieben, hatten aber leider doch einen recht engen Zeitplan und mussten uns in Richtung Süden aufmachen. Wir fuhren also zunächst bis nach Batemans Bay, wollten dort aber dann doch nicht bleiben und stiegen erneut ins Auto und erst in Mystery Bay (noch hinter Narooma) wieder aus. Dort hatten wir einen traumhaft tollen, kostenlosen Parkplatz wieder direkt am Meer, aber auf steilen Klippen mit einem Vollmond, der unbeschreiblich schön war. Von hier aus erkundeten wir vormittags Narooma, aber mehr als Kaffee wollten wir dann doch nicht und machten uns auf in den Eurobodalla Nationalpark. Hier gibt es wieder zig Wanderungen in der Umgebung, wir entschieden uns für einen Rundweg quer durch den Regenwald, vorbei an einem riesigen See und die Landschaft war wirklich komplett anders als die, welche wir die letzten Tage hatten. Aber keine 10km später gab es wieder die traumhaft schönen Strände, die wir mittlerweile „fast“ über hatten. Ok, nicht wirklich, es ist immer noch schmerzlich-schön, wir wollten nur etwas anderes sehen.

Wohl mit mein Highlight war Guerilla Bay, welche wahnsinnig spannende Felsformationen hat, auf die wir dann auch geklettert und den Sonnenuntergang angesehen haben. Diese Steine sahen aus wie ein Drachen, waren sehr alt und so unterschiedlich, so etwas habe ich noch nicht gesehen! Wir fuhren schließlich doch hoch bis nach Batemans Bay, wo wir überraschend gut thailändisch zu Abend gegessen haben und uns dann noch ein paar Lebensmittel einkauften. Übernachten wollten wir im Deua Nationalpark, genauer gesagt auf dem Berlang Campingplatz.

Auch hier waren wir wieder mal alleine und am nächsten Morgen machten wir uns früh zu unserer Wanderung auf, die erst durch einen verdammt kalten Fluss führte, dann vorbei an einem riesigen Loch, dem „The Big Hole“ und schließlich in eine Schlucht, in welcher wir viel Marmor sahen, den „Marble Arch„. Diese Wanderung wird unter den Top 10 aufgeführt und sie ist wirklich sehr spannend und mit knapp 16 Kilometern auch gut machbar. Es gibt viel zu sehen, die Landschaft wechselt zwischendurch und wir haben einen Wombat gesehen. Was mein Ziel für Australien war und am letzten Natur-Tag klappte es dann doch noch. Wir verbrachten den Vormittag mit Wandern und Erkunden, machten dann Klarschiff und fuhren zurück nach Canberra, wo wir noch ein paar Dinge zu erledigen hatten, bevor es nach leckerem Pho (bei IPHO natürlich) zur letzten Nacht nach Sydney ging.

Solltet ihr euch überlegen, diese Gegend zu erkunden, ich kann es euch nur wärmstens empfehlen, wir hatten eine grandiose Zeit und die Natur ist einfach unbeschreiblich schön. Je nach Gusto kann man kurze und lange Wanderungen unternehmen, einfach nur am Strand relaxen oder sich die kleinen Städtchen ansehen, wir wollten der Zivilisation möglichst entfliehen, was uns auch gut gelungen ist.

Ich würde definitiv erneut einen Roadtrip in der Ecke, besonders in Jervis Bay, unternehmen, sollte ich wieder dort sein – wobei, wenn wieder Australien, dann muss es das nächste Mal nach Alice Springs gehen (hätten wir eine Woche mehr Zeit gehabt, das wäre unser Traumziel gewesen). Seid ihr schon einmal in Australien gewesen oder plant einen Urlaub? 🙂