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[Reisen] Akutes Fernweh + Reiseinspirationen!

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass ich viel und lange reise. Von zwölf Monaten dürfte ich so sechs Monate nicht in Deutschland sein und auch wenn ich erst Anfang März aus Australien zurückgekommen bin, ich bin innerlich schon wieder ganz kribbelig-unruhig und überlege schon, wo es als nächstes hingehen soll. Man kann durchaus sagen, dass ich an akutem Fernweh leide, welches es zu bekämpfen gilt.

Dazu bin ich natürlich schon online fleißig am Reise organisieren, sprich Flüge suchen, Preise vergleichen und auch so banale (aber wichtige) Dinge recherchieren, wie etwa, wo es demnächst dank Monsun viel und lange regnen wird. Denn auch wenn mein Herz laut „Asien und Australien“ schreit, wird es wohl erst einmal auf die andere Seite der Welt, nämlich nach Mittel- und/oder Südamerika gehen.


Da mir dieser Kontinent noch gänzlich unbekannt ist, bin ich bisher noch nicht weiter mit meiner Planung als, dass ich mir „Mexico Stadt“ und „Tulum“ länger ansehen mag und dann wohl Richtung Süden fahre/fliege. Auch wenn es noch nicht ganz fest ist, eine neue Sprache kann man immer mal lernen und so pauke ich seit etwas über einem Monat täglich Spanisch, was mir sehr viel Spaß macht und um Welten mehr als Französisch liegt (das hätte mir mal jemand in der Schule sagen können, wobei da gab es bei mir gar kein Spanisch, somit hatte ich sieben Jahre Latein und nur drei Jahre Französisch). Wenn also irgendwer einen „da musst du hin“-Tipp hat, würde ich mich sehr freuen und stelle euch jetzt einfach mal als Inspiration vor, wo ich mich die letzten zwölf Monate herumgetrieben habe, wenn es nicht Berlin sein sollte.

 

CANBERRA – AUSTRALIEN

Für viele bestimmt nicht der erste Ort, der einem zu Australien einfällt, dabei ist es sogar die Hauptstadt. Diese wurde komplett geplant, man fühlt sich hier wie in einer kanadischen/amerikanischen Stadt, die nur aus Vororten besteht, was etwas seltsam ist, aber mit dem Fahrrad wunderbar zu erkunden ist. Wie man auf dem Bild schon sieht, ist Canberra wahnsinnig grün, ich habe fünf Minuten zu Fuß von einem Park gewohnt, wo ich jeden Abend „meine“ Kängurus und Papageien traf. Landschaftlich ist es einfach nur unbeschreiblich, es gibt so viele Bäume/Pflanzen, die ich noch nie gesehen hatte. Herrlich! Solltet ihr ein Auto haben, fahrt von Sydney die drei Stunden mal hin (oder mit dem Bus, das tat ich) und schaut euch die (fast komplett kostenlosen) Museen der Stadt an, schlendert durch das Zentrum und lasst die Berge in der Ferne auf euch wirken – oder besteigt gleich Mount Ainslie. Da es von Deutschland aus aber schon etwas dauert, nach Australien zu fliegen, würde ich euch ja einen Zwischenstopp in Singapur/Kuala Lumpur empfehlen, da reist es sich entspannter und man bekommt noch ein bisschen Asien unterwegs. Meinen ausführlichen Bericht zu Canberra findet ihr hier, inklusive vieler toller Tipps, was man so unternehmen kann.

VARANASI – INDIEN

Für mich ist Varanasi wie eine zweite Heimat, ich war jetzt insgesamt zwei Jahre dort und liebe die nordindische Stadt direkt am Ganges. Ich kann euch nicht mit Worten beschreiben, was dieser den Hindus heilige Ort mit mir macht, aber sobald ich dort bin, bin ich einfach nur glücklich. Und entspannt. Dabei ist die Stadt hektisch, laut, dreckig und noch so viel mehr, was einen eigentlich stressen sollte. Tut sie aber null, ich sitze hier stundenlang teetrinkend an einem Ghat mit Blick aufs Wasser, unterhalte mich mit diversen Menschen (viele sind über die Zeit zu Freunden geworden, ich gehöre irgendwie mittlerweile für viele auch hier her) und forsche dann doch ab und zu noch für meine Doktorarbeit. Indien insgesamt kann ich jedem nur ans Herz legen, es verändert einen und man bekommt eine ganz andere (Welt-)Sicht zu vielen Dinge. Was so wichtig erscheint, ist auf einmal so banal. Man kann direkt nach Varanasi von Delhi aus fliegen, aber ich würde euch einen Zug empfehlen, das ist wieder so ein Erlebnis an sich.

BANGKOK, CHIANG MAI & KOH JUM – THAILAND

Komplett ungeplant (in Indien gab es im November kein Bargeld und ich floh) ging es nach Bangkok, dem einzigen internationalen Direktflug von Varanasi aus. Dort sah ich mir ein paar Tage die pulsierende, aber doch sehr ruhige Metropole an, fuhr dann mit dem Nachtzug hoch in die grünen Hügel Chiang Mais, was ich sehr schön fand und dann auf die Insel Koh Jum (mein absoluter Geheimtipp, wenn ihr auf Einsamkeit steht) im Süden. Fast einen Monat habe ich in Thailand verbracht und ich kann jetzt nachvollziehen, wieso so viele meiner Freunde gerne hierher fahren. Nicht so billig wie Indien, aber auch absolut nicht teuer und auch Vegetarier finden hier immer was..wobei ich mich auch nur von den Smoothies und Iced Thai Teas hätte ernähren können. Meine Beiträge zu der Reise könnt ihr hier noch einmal genauer nachlesen

FÄRÖER INSELN

Seit ich das erste Mal Island sah, wollte ich auch auf die Färöer Inseln und erfüllte mir endlich diesen Wunsch. Wenn man etwas außerhalb der Saison reist, keine Scheu vor Jugendherbergen hat und auch mal ein paar Tage Nudeln essen kann, ist das nämlich durchaus leistbar. Da Bilder manchmal besser als Worte wirken, habe ich euch mein kleines Video eingefügt, wo man sieht, wie rau-brachial-absolut atemraubend die Landschaft ist – und ja, da will ich wieder hin!

Ansonsten war ich noch in Malmö, eine nette, etwas verschlafene Stadt in Südschweden, im Elbsandsteingebirge (mit einem Trip quer durch die Tschechische Republik) und in Bamberg, damit ich auch noch etwas von Deutschland kennenlerne. Da das aber alles so „nah“ ist, lasse ich das mal aussen vor, wir wollen hier ja „weit“ weg. Diese drei Trips waren für mich auch enorm „kurz“ so 3-5 Tage sind eigentlich kein Zeitraum für mich, aber hier hat das doch gut ausgereicht, um die Gegend zu erkunden und aufzutanken 🙂

Jetzt bin ich aber neugierig, wo wird es euch dieses Jahr noch hinziehen? Oder seid ihr schon weggewesen und bleibt jetzt erstmal in Deutschland? Und falls wer Tipps zu Mittel- und Südamerika hat, nur her damit, ich würde mich wahnsinnig freuen! 

[Reisen] Unterwegs im entspannten Bangkok!

Heute kommt mit Bangkok endlich der finale Teil meiner Thailandreise von letztem Dezember, welche sowohl dort begonnen als auch geendet hat. Wer schon Teil 1 über Chiang Mai oder Teil 2 über Koh Jum gelesen hat, der weiß, dass dieser ganze Trip mega spontan war, da ich in Indien kein Bargeld bekam und der einzige internationale Direktflug von Varanasi eben nach Bangkok ging. Wirklich Zeit mich vorzubereiten, hatte ich nicht und meine Freunde, die schon in Bangkok gewesen sind, machen eine ganz andere Art von Urlaub (also Luxusresort am Strand ist nicht meines).

Zunächst musste ich mich daran gewöhnen, dass die Preise nicht indisch sind. Klar, es ist billig, aber besonders bei dem Thema Unterkunft wurde es schnell teurer wie meine aus Varanasi gewohnten Guesthouse-Preise. Geschlafen habe ich zunächst im 3 Howw Hostel in Sukhumvit in einem Dorm für zwanzig Leute. Das war auch erstaunlich bequem, jeder hatte seine eigene kleine Kammer und man konnte gut schlafen. Sauber war es auch und dank gutem Internet konnte ich gleich mal die Gilmore Girls Staffel schauen (jeder hat so seine anderen Prioritäten, nicht). Die Lage ist gut, wenn man mit der Metro vom Flughafen kommt, da nicht weit entfernt eine Metrostation ist. Insgesamt fand ich Sukhumvit aber aber doch etwas weit weg vom Stadtzentrum und bin dann beim zweiten Mal ins Loftel direkt am Bahnhof gezogen. Ebenfalls in ein Dorm, was kleiner und enger war, aber trotzdem habe ich mich auch dort wohl gefühlt (und konnte auf dem Dach meine Wäsche endlich mal wieder richtig waschen). In die bekannte Backpackerstraße, die Khao San Road, wollte ich übrigens bewusst nicht, dort schleppte mich ein Couchsurfer einen Abend hin und es war genau so nicht nach meinem Geschmack, wie ich es erwartet hatte.

Meinen ersten Tag in Bangkok verbrachte ich mit Herumlaufen und Staunen, ich hatte einfach nicht erwartet, dass die Stadt so westlich (amerikanisch) ist. An jeder Ecke gibt es einen Seveneleven (tollen günstigen Iced Coffee!), überall bekannte Fastfoodmarken und Shoppingmalls, wohin man sieht. Ich wurde irgendwie total an Las Vegas erinnert, nur in sehr viel entspannter. Vielleicht, weil ich aus Indien komme, aber Bangkok war wirklich ruhig und gelassen, überall freundliche Menschen und ich bin sorglos (auch nachts mutterseelenallein) durch die Gegend geschlendert. Dass man bequem mit der klimatisierten Metro fahren kann, statt sich mit Fahrern herumzustreiten, war ebenfalls super; aber bedenkt, dass die Metro nicht allzu lange fährt, ich habe eine Nacht fast die letzte Bahn verpasst.

Als ersten to-do Punkt hatte ich mir das Bangkokian Museum ausgesucht, welches sich in zwei alten Holzhäusern aus dem letzten Jahrhundert befindet. Wirklich viele Besucher verirren sich nicht hierher, ich war meist allein und konnte alles richtig auf mich wirken lassen. Neben alten Einrichtungsgegenständen gibt es kurze Erklärungen, dann noch eine kleine Kunstgalerie und einen riesigen Raum über die Geschichte Bangkoks. Mit Ruhe kann man hier locker eine Stunde verbringen, sich mit den sehr freundlichen Mitarbeitern noch etwas in gebrochenem Englisch unterhalten oder sich in den schönen Garten setzen und etwas lesen. Man vergisst in dieser grünen Oase, dass direkt vor der Tür Bangkok liegt. Ich lief von einer Metrostation hierher und somit sah ich auf dem Weg schon viele spannende Streetart, riesige Shoppingmalls, in deren Klimaanlagen ich zwecks Abkühlung flüchtete, abgefahrene Architektur, Straßenstände mit sehr unbekanntem Essen und ständig Marktstände, wo man einfach alles kaufen konnte. Durch die Straßen schlendern war so spannend in Bangkok, dass das doch wirklich meine Hauptbeschäftigung wurde. Man findet auch an jeder Ecke einen Tempel, den man respektvoll betreten darf und sich umsehen kann – abseits der touristischen Haupttempel ist man auch hier meist alleine.

Dann wollte ich natürlich auch mit dem Boot fahren und Bangkok aus dieser Perspektive kennenlernen. Die Idee, einen schwimmenden Markt zu sehen, musste ich allerdings schnell aufgeben, diese gibt es gar nicht direkt in Bangkok, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber wir sahen dann doch wirklich Krokodile und viel Alltagsleben an den Häusern, die direkt mit Stelzen auf das Wasser gebaut wurden, was ich superspannend fand. In der Innenstadt selbst sah ich mir den Königspalast, Tempel des Smaragd Buddhas und Wat Pho nur von außen an, denn der König war erst vor Kurzem gestorben und das Land trauerte. Wirklich fast jeder trug schwarz, womit ich schon aus der Menge stach mit meinen bunten indischen Kleidern und dann durfte man als Nicht-Thai auch nicht überall rein, da eben Staatstrauer herrschte. Was vollkommen in Ordnung ist, ich fand diesen Einblick in das Leben sehr viel interessanter.

Dann doch mal angesehen habe ich mir Wat Chakkrawat, hier wohnen nämlich auch noch drei (echt große) Krokodile, die von den Mönchen wohl aufgepäppelt wurden und jetzt eben Teil des Tempels sind. Definitiv mal was anderes und auch direkt bei Chinatown, wo es mich zum Essen und Thai Ice Tea trinken (zu gut!) immer wieder hingezogen hat. Vegan hat hier oft nicht funktioniert, ich hatte mir extra auf Thai ein paar Sätze aufs Hände getippselt, aber vegetarisch ging doch meist ohne Probleme und das Ei konnte man dann auch noch weglassen 😉 Billig ist es hier auf jeden Fall und solltet ihr Souvenirs suchen, werdet ihr hier bestimmt auch fündig – man hat zig kleine Gassen, die vollgestopft sind mit Ständen und Menschen, was mir schon zu viel war, aber ich war eben auch nicht auf der Suche nach etwas. Die Atmosphäre ist typisch Chinatown, solltet ihr das aus anderen Städten schon kennen und nur wenig Zeit haben, könnt ihr den Besuch hier auch skippen.

Das Bangkok Art and Culture Centre versteckte sich etwas inmitten einiger Shoppingmalls (MBK), doch war ich froh, es gefunden zu haben. Neben wechselnden Ausstellungen gibt es hier viele kleine Läden von thailändischen Künstlern, die ihre Sachen hier verkaufen und sich auch einfach mal gerne unterhalten. Gutes freies Wifi, Klimaanlage und diverse Cafes gibt es auch noch, womit ich hier eine kleine Sonnenpause einlegte. So sehr es auch Spaß macht, Bangkok ist ganz schön weitläufig und es zieht sich manchmal doch sehr. Wer Lust auf Natur hat, der muss in den Lumphini Park und das am besten am frühen Abend. Ich hatte so einen Spaß, das glaubt ihr nicht, denn hier wird sehr viel Sport getrieben. Nicht nur langweiliges Joggen wie bei uns, sondern Zumbagruppen, Tai Chi, Aerobic und andere Gruppen sporteln hier gemeinsam mit Trainer zu lauter 90er Jahre Musik und das zu beobachten war herrlich! Davon abgesehen, dass der Park mit seinen Seen und den vielen Tieren (Schwäne, Kois) wirklich schön ist und eine gute Abwechslung zu Downtown bietet. Zwecks Indien-Weh besuchte ich noch den Mariamman Temple (kann man vom Park laufen, ist aber ein Stück) und kann ihn euch empfehlen, wenn ihr nicht nur buddhistische Tempel entdecken wollt. Kostenlos, sehr trubelig und rund um den Tempel gibt es auch noch leckeres, indisches Essen!

Abends war ich nur einmal richtig weg, konnte mich aber nicht zu einer Skybar motivieren, was die anderen schließlich am nächsten Tag machten. Wenn man es nicht mit Höhe hat, bringt es einem aber auch nichts, teure Drinks auf einer Terrasse zu schlürfen, für alle anderen ist es bestimmt super und man kann tolle Bilder machen. Ich habe mich da lieber mit abendlichen Streifzügen zu meinem liebsten, komplett vegetarische Restaurant Suki Reh Ru Yi gemacht und mich blind durch die Karte gefuttert. Ich kann sagen, dass ich Gemüse gegessen habe, welches ich noch nie gesehen habe und es war alles mega lecker. Leider konnte kein Mensch englisch, so dass ich keine Ahnung habe, was ich da zu mir genommen habe..achja, Tee kriegt man hier anscheinend auch einfach umsonst dazu und günstig ist es auch!

Nicht geschafft habe ich es, mir den Flugzeugfriedhof anzusehen, das Metro-Forest Lab zu besuchen, Ayutthaya noch einmal richtig zu sehen (liegt 70km entfernt, man kommt spottbillig mit Zügen hin) und das Museum of Contemporary Art zu besichtigen. Aber wer weiß, da diese Thailandreise auch nicht geplant war, kann es ja sein, dass ich mal wieder in Bangkok strande und mich dann weniger planlos treiben, sondern etwas strukturierter vorgehe.

Seid ihr schon einmal in Bangkok/Thailand gewesen oder plant euren Urlaub? Wie hat es euch gefallen? Falls ihr Tipps habt, lasst sie doch gerne für die anderen (und mich) in den Kommentaren da, ich würde mich freuen!

[Reisen] Sehnsucht nach Island!

Jetzt ist es schon wieder fast ein Jahr her, dass ich erneut in Island war (zum ersten Reisebericht geht es hier) und ach, mir fehlt die mystische Atmosphäre so sehr, dass ich die Insel auch dieses Jahr wieder auf meine Reise-Liste setzen muss. Wer schon einmal da gewesen ist, wird mich verstehen, da das Land einen einfach gefangen nimmt und wer noch nicht dort war, vielleicht kann ich euch im nachfolgenden ja davon überzeugen, auch einmal hinzufliegen (wobei die letzte EM da ja schon einen ziemlich guten Job gemacht hat). Bisher kenne ich Island nur im eisigen Winter, genauer gesagt im Januar, für 2017 habe ich aber geplant, mir die herbstliche Stimmung anzusehen, in der sich die einmalige Landschaft befinden wird.

Natürlich bietet es sich an, zunächst die Hauptstadt Reykjavik zu erkunden und als Ausgangsbasis für kürzere Tagestrips zu nutzen. Recht günstig kann man von Deutschland aus mit Iceland Air fliegen und dann entweder mit dem Bus in die Stadt fahren oder sich eben gleich am Flughafen einen Mietwagen Reykjavik zu leihen. Schon diese erste Strecke wird einen in Staunen versetzen, man fährt durch erkaltete Lavalandschaft und fragt sich, auf welchem Planeten man denn gerade gelandet ist. Immer wieder blitzt der Ozean neben einem auf und man bekommt wahnsinnige Lust auf die nächsten Tage, in denen man so viel Neues entdecken wird.

Reykjavik ist keine günstige Stadt und um etwas Geld zu sparen, habe ich statt in einem Hotel im Igdlo Guesthouse geschlafen, was ziemlich zentral gelegen ist und eben auch eine Küche bietet. Denn Essengehen ist ebenfalls sehr teuer und für Vegetarier auch nur begrenzt möglich – somit habe ich mir einfach Sachen im Supermarkt gekauft und selbst gekocht. Gezahlt habe ich pro Nacht um die 30 Euro für mein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad, wo ich auch nicht meckern konnte und die Besitzer sind auch sehr freundlich.

Empfehlen kann ich euch den Besuch des Nationalmuseums und des Fotografiemuseums, wo ich viele interessante Sachen über die Geschichte Islands und auch seine gegenwärtige Kunstszene gelernt habe. Ebenfalls sehr gehyped wird das Phallusmuseum, das war mir aber irgendwie doch zu skurril und somit habe ich das bisher noch nicht besucht. Sollte das Wetter mitspielen, bietet sich auch ein Spaziergang am Meer entlang oder durch den Stadtpark an. Das Wahrzeichen Reykjaviks – die evangelische Hallgrímskirkja Kirche – sollte man auch nicht vergessen, wobei sie mir von aussen besser gefiel. Sie ist übrigens das zweithöchste Gebäude im ganzen Land! Zur besseren Orientierung empfehle ich euch, die App maps.me herunterzuladen, damit ihr immer einen Stadtplan auf dem Mobiltelefon dabeihabt, ich hatte manchmal etwas Orientierungsschwierigkeiten, wie ihr hier sehen könnt:

Als Tagestour rund um die Hauptstadt bietet sich zunächst einmal die blaue Lagune an. Bestimmt haben die meisten von euch schon Bilder von diesen natürlichen heissen Quellen gesehen, die einem zum Entspannen einladen und in eine ganz andere Welt transportieren. So toll ich auch andere Thermen finde, dieses Fleckchen Erde ist etwas ganz Besonderes und ich kann euch einen Besuch gar nicht nah genug ans Herz legen! Am besten gleich zu Beginn eurer Reise, denn wenn ihr es dort ähnlich toll findet wie ich, wollt ihr vor eurem Abflug definitiv noch einmal hin. Da sie nicht sehr weit vom Flughafen entfernt sind, kann man das sogar super verbinden und dann den Mietwagen abgeben.

Wohl jeder Islandbesucher wird sich aufmachen und die Golden-Circle-Tour besichtigen wollen, welche man mit einem Mietwagen Reykjavik oder einer der vielen Bustouren gut an einem Tag schaffen kann und trotzdem genug Zeit hat, sich alles in Ruhe anzusehen. Da dies sehr touristisch ist, werdet ihr hier nicht alleine sein, doch das mindert euer Erlebnis nicht. Die Natur Islands ist so roh, rau, brachial, lebendig und einfach anders, dass man von ihr überwältigt und gefangengenommen wird, selbst wenn man in einer Menschengruppe steht. Irgendwie fühlt man sich dort wie am Ende der Welt, nämlich ganz klein und unbedeutend und so vergisst man auch die Menge um sich herum. Mir gefiel besonders der Gulfoss Wasserfall, der Thingvellir Nationalpark (Game of Thrones Fans, das ist euers!) und die geothermalen Springquellen Geysir und Strokkur.

Viele nutzen Island nur als kurzen Zwischenstop, ich kann euch einen längeren Aufenthalt von zwei oder sogar drei Wochen aber nur ans Herz legen, um dieses Land richtig kennenzulernen. Dank guter Infrastruktur kann man sich mit einem Mietwagen gut fortbewegen, wobei man ständig gezwungen wird, anzuhalten. Manchmal sind es die zuckersüßen Islandponys am Wegesrand, dann wieder eine spektakuläre Aussicht oder ein kleines, verschlafenes Dorf, wo man für einen Kaffee einkehrt und mit den Einheimischen über allerlei philosophieren kann. Fragt auf jeden Fall nach Elfen, das wird ein spannendes Gespräch!

Wenn ihr euch gerne sportlich betätigt, es gibt mehr als genug Wanderwege (ich liebäugele mit einer Gletschertour am Sólheimajökull) und Höhlen (am Vatnajökull) zu entdecken und man kann sogar tauchen gehen, was ganz oben auf meiner Liste steht. Habe ich bisher nur in tropischen Gebieten gemacht, aber das Wasser soll so klar und voller einzigartiger Blautöne sein, dass die Silfra Spalte für mich Aktivität Nummer 1 für den nächsten Trip ist. Ebenfalls sehr schön stelle ich mir einen Ausritt durch die unberührte Natur vor, da habe ich einige andere Touristen von schwärmen hören.

Auf meinem persönlichen Platz zwei steht übrigens eine Walbeobachtung, welche von verschiedensten Anbieter offeriert wird, hier muss ich mich mal schlau machen, wann man wo am besten Wale sehen kann. Habe ich schon auf Vancouver Island gemacht und diese faszinierenden Tiere von ganz nahe zu sehen, war unbeschreiblich. Das muss ich wieder haben! Für viele tierisch interessant, sind auch die Vögel, die man auf Island beobachten kann und besonders die Papageientaucher sind sehr putzig anzusehen!

Wenn ihr mobil seid, bietet es sich natürlich an, die eher unbekannten Ecken Islands anzufahren und unterwegs in kleinen Bed & Breakfasts zu schlafen. Freunde von mir haben gezeltet, was wiederum die günstigere Alternative ist und sollte das Wetter mitspielen, werde ich das genau so machen. Mit dem richtigen Equipment kann man auch kühlere Tage überstehen und wer weiß, vielleicht habe ich ja Glück und kann erneut Polarlichter sehen und dabei natürlich Björk hören!

Seid ihr schon einmal in Island gewesen oder steht es auf eurer Reiseliste? Wenn nicht, wo geht es für euch denn dieses Jahr hin?

Der Artikel entstand in Kooperation mit Avis

[Reisen] Oh, was ist es hier teuer – Australien #1

Dass es ein finanzieller Schock werden würde, von Indien direkt nach Australien zu fliegen, war mir zwar irgendwie bewusst, dass es jedoch so ein krasser preislicher Unterschied sein würde, habe ich nicht erwartet. Die erste Cola, die ich mir in Perth am Flughafen kaufte, hat mich gleich mal $5 (3,70€) gekostet und mir ziemlich gut gezeigt, was mich im Weiteren erwarten wird. Zwar muss ich noch keinen Kleinkredit aufnehmen, da ich zum Glück in Canberra bei meinem Freund wohnen kann, aber mein typischer, billiger Backpacker-Urlaub ist das hier nicht.

Seit etwas über einer Woche bin ich nun schon in Canberra und habe einige Dinge entdeckt, die man hier kostenlos unternehmen kann. Canberra ist nicht nur die Hauptstadt Australiens, sondern auch die reichste Stadt des Landes und das merkt man echt an jeder Ecke. Heute war ich z.b. bei einem öffentlichen Vortrag an der Uni und ach, von der Ausstattung dieses banalen Saales können wir in Heidelberg echt nur träumen. Klar, die „normalen“ Studenten müssen hier enorm viel Studiengebühren bezahlen (ich wollte selbst nach Adelaide und konnte es mir damals einfach nicht leisten), aber zu den öffentlichen Talks kann jeder gehen, man muss nur googlen, was gerade stattfindet. Aber auch über den Campus der ANU zu spazieren, kann ich empfehlen, da er wunderbar grün ist und viele interessante Gebäude zu bieten hat. Plus ist man vielleicht auch neugierig, wie sich das australische Studentenleben so anfühlt.

Für mich absolut atemberaubend ist die einmalige Landschaft Australiens. Hier gibt es so viele Pflanzen und Bäume, die ich noch nie im Leben gesehen habe und ich bin ständig am Stehenbleiben und Staunen. Parks gibt es viele in der Stadt bzw am Rand oder man macht sich auf, einen der nahen Berge zu erklimmen. Mir gefällt es besonders gut am West Lake (tolle Sonnenuntergänge), im National Rockgarden und National Arboretum sowie im Bruce Ridge Nature Reserve. Alles gut mit dem Rad oder zu Fuß zu erreichen und man hat nicht mehr das Gefühl, in der Stadt zu sein.

Die tierischen Bewohner muss ich natürlich auch erwähnen, ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich meine ersten wilden Kängurus (vor einer unkrainischen Kirche statt in einem der Parks) gesehen habe. Sie schauen einen zwar skeptisch an, richten sich auf und schütteln den Kopf, wenn an sich ihnen nähert, aber weghüpfen tun sie nicht und so kann man sie in aller Ruhe beim Fressen beobachten. Die Kakadus hatte ich gar nicht erwartet, ihre lauten Schreie hört man aber überall und ich mag sie sehr! Viele weiße Papageien, schwarze Schwäne, kleine Hasen und diverse bunte Papageien (die Vogelwelt hier ist gigantisch) sieht man auch an jeder Ecke. Mit anderen Bewohnern a la Spinnen, Ameisen und Schlangen habe ich auch schon Bekanntschaft gemacht, das müsste ich aber nicht unbedingt wieder. Da wünsche ich mir doch stattdessen einen Wombat!

Das National Museum ist – genau wie die anderen hier aufgeführten Museen – kostenlos zu besuchen und definitiv sehenswert. Mich hat erst einmal das Gebäude an sich gekriegt, sehr spannende, organische Architektur und dann natürlich die Abteilung über die indigene Bevölkerung Australiens und der Torres Strait Inseln. Ich war jetzt schon zweimal dort und werde bestimmt noch ein weiteres Mal hingehen, da ich noch immer nicht alles richtig gesehen habe (die Aborigines-Kunst ist so grossartig!) und auch die Umgebung am See sehr mag.

Die National Portrait Gallery (erstes Bild) ist für einen kurzen Besuch gut geeignet, sie befindet sich im Regierungsviertel, wo man sich dann auch noch die National Gallery of Art (die weiteren Bilder) und das Parliament ansehen kann. Persönlich finde ich Portraits sehr spannend und fand die sehr unterschiedlichen Interpretationen sehenswert – besonders beeindruckt hat mich allerdings die momentane Ausstellung von digitalen Portraits, also Filmen mit ein wenig Sound, aber ohne Sprache.

In der NGA dann war ich einfach nur noch überfordert, an jeder Ecke fand ich einen bekannten Künstler (hier wurde mir wieder bewusst, wie reich Canberra ist) und ach, mit Monet, Jackson Pollock, Andy Warhol, Anselm Kiefer (Twilight ist eines meiner liebsten Bilder überhaupt) und Henry Matisse war ich irgendwann überfordert. Dass es dann auch noch eine große Abteilung mit indigener und hier besonders spannend contemporary art gibt, war für mich wie der 6er im Lotto. Ich war einige Stunden dort, aber auch hier muss ich erneut hin! Dass diese Museen umsonst sind, finde ich richtig, da sich so jeder etwas Kunst und Kultur gönnen kann und das sollte auch in Deutschland (zumindest an einem Tag der Woche oder so) sein.

Jetzt werde ich noch ein wenig mein Vorstadtleben hier in Lynham (wir haben nicht die schlechteste Aussicht) genießen, bevor wir noch ein wenig Australien erkunden werden. Unser „Campen am Strand“-Wochenendplan wurde leider dadurch verhindert, dass man hier nicht wild zelten darf und alles schon ausgebucht war, bei aktuellen 34 Grad und Sonnenschein aber keine Überraschung. Somit werden wir wohl einen der Berge hier besteigen und hoffentlich noch viele weitere Kängurus sehen.

Besonders schön ist in Australien, ich muss es erwähnen, aber auch der Himmel. Tagsüber meist knallblau, zaubert er gigantische Sonnenuntergänge und nachts erschlagen einen die Sterne sogar hier in der Stadt. Auch wenn mich hier vieles an Kanada und die USA erinnert, die Natur holt sich die Stadt hier doch noch etwas zurück und das gefällt mir sehr gut. Nicht gut genug, um hier leben zu wollen, aber doch so sehr, dass ich sagen würde, solltet ihr an Canberra vorbeikommen, schaut euch die Stadt 2-3 Tage an (mit dem Bus kann man für unter 30€ von Sydney aus in 3,5 Stunden hinfahren).

Seid ihr schon in Australien und vielleicht sogar Canberra gewesen und könnt mir etwas empfehlen? Oder steht eure Reise noch bevor? Für Tipps, was man in Sydney gemacht haben muss, bisher habe ich nur ganz klassisch das Opernhaus und Bondi Beach auf dem Plan.

[Reisen] Insel-Leben auf Koh Jum – Thailand #2

Jetzt ist es schon einen Monat her, dass ich den Süden Thailands erkundet habe, dringend Zeit, darüber zu bloggen. Mein gesamter Thailand-Trip war ja nur eine Notlösung, da ich in Indien kein Bargeld bekam und somit war ich komplett unvorbereitet. Ich kam in Bangkok an (der Bericht folgt noch) und machte mich dann erstmal in den Norden nach Chiang Mai (Bericht) auf. Von den wunderbar grünen Hügeln war ich sehr begeistert, solche Erhebungen hatte ich absolut nicht erwartet und das Leben dort war definitiv angenehm..ich wollte aber doch noch mehr sehen und machte mich von Bangkok aus mit dem Bus über Nacht auf nach Krabi (16€).

Ich habe mein Ticket vorher online gebucht und kann euch das auch nur raten, denn so kann man sich den Sitzplatz aussuchen; in der ersten Reihe hat man viel mehr Platz und Abstellfläche, was super war. Busfahren in Thailand hat definitiv was von Indien, man bekommt einen kreischenden Actionfilm auf Thai, der dank der vielen Schlaglöcher aber irgendwann aufgibt (die DVD sprang zu sehr), simultan noch Radiobeschallung, rauchende Busfahrer und insgesamt ein paar Vollbremsungen, die einen kurz innehalten lassen. Ein Lunchpaket gibt es auch, mein „Bohnenbrötchen“ hält laut Packung bis 2027 und mitten in der Nacht geht es raus aus dem Bus und in eine Halle zum Abendessen, was im Preis inbegriffen ist. Da es da leider nichts veganes gab, wurde mir eine große Sojamilch in die Hand gedrückt, was gar nicht schlecht war. Mit nur knapp 2 Stunden Verspätung kamen wir dann alle wohlbehalten an und auch das Gepäck fehlte nicht, hier wurden mir vorher echt gruselige Geschichten anderer Reisender erzählt. Den einzigen anderen Ausländer setzte man neben mich und so hatte ich gute Unterhaltung (er kam nämlich ebenfalls aus Berlin, wenn er auch kein Wort Deutsch sprach *g*).

Krabi selbst wollte ich nun aber gar nicht wirklich sehen, mich zog es gleich auf eine Insel, genauer gesagt nach Koh Jum (der Insel der Krabben). Ganz fachmännisch habe ich diese übrigens ausgesucht, indem ich „Insel, Thailand, einsam, billig“ gegoogelt habe, ich absoluter Reiseprofi. Zum Glück entschied ich mich gegen das überlaufene Koh Samui, zu der Zeit ging dort nämlich die Welt unter und Koh Lanta war mir schlichtweg zu teuer. Nach Koh Jum kommen nicht wirklich viele Menschen, wer eine einsame Insel sucht, hier habt ihr sie (noch). Man fährt mit der Fähre von Krabi nach Koh Lanta, springt unterwegs aber raus. Und zwar wortwörtlich, die Fähre hält nach circa einer Stunde und man springt (mit Gepäck) von Board in kleine Boote. Ich war zunächst noch irritiert, warum mich meine Unterkunft mehrfach nach meiner Ankunftszeit fragte, bis ich verstand, dass sie ja ein Boot schicken müssen..die Alternative, an Land zu schwimmen, war nicht wirklich optimal.

Gewohnt habe ich in der Good Morning Bungalow Anlage, einer kleinen Ansammlung von einfachen Hütten auf einem Hügel direkt über dem Strand. Die Besitzer sind sehr nett, sprechen gut Englisch, das Internet funktioniert anständig und das Essen ist auch lecker. Das Moskitonetz hatte ein paar Löcher, man spült die Toilette mit einem Wassereimer und es gibt nur kaltes Wasser zum Duschen – aber all das ist es wert, wenn man in der Hängematte liegt und vor sich hin träumt. Der Aufstieg bzw Abstieg waren zwar ganz schön steil, aber in weniger als fünf Minuten zu machen und so konnte ich Wellenrauschen auch nachts genießen, nicht aber die komplette Tsunamipanik haben. Den Strand unten hatte ich meist für mich alleine, ab und zu kam mal ein anderes Urlauber vorbeigelaufen. So einsam war es selbst auf den Andamanen nicht! Das mit dem grandiosen Panorama von weiteren Inseln in der Ferne (Kho Phi Phi)hat sich echt surreal angefühlt, richtig gephotoshopt. Die Farben in Thailand sind eine ganz andere Nummer wie hier im versmogten Indien. Man kann an dem kleinen Strand im Meer schwimmen, muss allerdings etwas aufpassen, da es viele Felsen gibt, die man erst bei Ebbe so richtig sieht. Ich marschierte für einen besseren Schwimmgenuss einfach ein paar Kilometer (ich glaube 3) am Strand entlang, kam an etwas turbulenteren (also so 15 Menschen) Hotels vorbei und fand mir immer eine neue tolle Ecke. Wer etwas luxuriöser wohnen mag, die Koh Jum Beach Villas, an denen ich vorbei lief, sahen traumhaft aus!

Neben die Seele baumeln lassen und viele Bücher lesen, kann man auf Koh Jum auch wandern. Nicht, dass ich das bei der Hitze ausgiebig gemacht habe, aber es gibt einen Berg, den man besteigen kann. Ich lief immer nur am Strand oder der Strasse entlang. Von meiner Anlage runter zur Straße gleich links gab es mit den besten Iced Thai Tea, den ich in Thailand getrunken habe und besonders gut gegessen habe ich bei Ban Ban (allerdings wie überall nur Pad Thai, zum Fisch kann ich nichts sagen). Alles auf der Insel ist etwas teurer wie auf dem Festland und Sachen wie Cola light etc sollte man das vielleicht mitbringen, denn die kleinen Läden sind jetzt nicht sonderlich umfangreich ausgestattet. Um sich auf der Insel fortzubewegen, kann man sich überall einen Roller mieten, ich bin einfach nur gelaufen, wurde aber oft angesprochen und mitgenommen. Die Leute (ganze 1000 leben hier) auf Koh Jum sind alle wahnsinnig herzlich, oftmals scheitert man zwar an der Sprache, aber gemeinsam lachen klappt trotzdem prima. Was ich vorher nicht wusste, ist, dass die meisten Bewohner Muslime sind und ich war enorm verwirrt, als ich zum ersten Mal den Muezzin habe rufen hören.

Von Koh Jum aus kann man Halb- oder Tagestouren mit dem Boot zu anderen Inseln unternehmen, zwischendurch noch Schnorcheln oder Tauchen und jeder (also alle drei Touristen, mit denen ich so sprach) erzählte mir begeistert davon. Mein Budget war leider am Ende, sonst hätte ich das gerne auch getan. Ich überlegte kurz, meinen Aufenthalt hier zu verringen (wie laut die Stille doch sein kann!) und noch zwei Tage Koh Lanta dranzuhängen, aber irgendwie war ich dann so im Nichtstun drin, dass ich mich nicht mehr aufraffen konnte. Dafür war ich nach den paar Tagen (und grandiosen Sonnenuntergängen!) aber auch wirklich tiefenentspannt und konnte mich selbst nich mehr darüber ärgern, dass eine Maus meine Sneakers angefressen hat..die Gefahren der Wildnis 😉 Apropros, natürlich könnt ihr euch auch hier überall am Strand oder in den schattigeren Palmenwäldern eine Massage gönnen, die werden hier einfach an jeder Ecke angeboten.

Von Koh Jum fährt die Fähre mittags zurück, mir war das aber zu unsicher wegen dem Bus und so legte ich noch eine Nacht in Krabi ein. Den Nachmittag erlief ich mir die Stadt, sah mir einen Tempel (Wat Kaewkorawaram) an, futterte mich durch zwei Märkte und trank natürlich noch einige Iced Thai Teas. Für mehr hatte ich ehrlich gesagt weder Zeit noch Geld, mir schwärmten aber alle vom Tiger Cave Tempel vor, solltet ihr mehr Zeit haben. Geschlafen habe ich in der Unterkunft Baan Nisarine, die primär günstig und gut gelegen war. Man muss im ganzen Haus Schuhe ausziehen und wird auf zig Zetteln belehrt, was einen etwas unschönen Charakter hat, aber für eine Nacht war’s ok. Am nächsten Tag ging es dann wieder Richtung Busbahnhof und mit nur einer Stunde Verspätung fuhren wir schließlich zurück nach Bangkok.

Dafür, dass das alles komplett ungeplant war, hatte ich auch im Süden Thailands eine tolle Zeit und kann Koh Jum jedem nur empfehlen, der mal wirklich weg von allem will (aber notfalls doch Internet haben mag *g*). Das „einsame Insel“-Feeling kann man hier noch sehr gut bekommen, besonders meine Anlage war wunderbar weg von allem und ich würde fast sagen, dass ich dort noch einmal hinfahren würde. Ich muss jetzt nicht, wie es bei Varanasi der Fall ist, aber ich würde jetzt auch nicht entrüstet aufschreien, wenn man mich da noch einmal hinbringen würde.

Seid ihr schon einmal in Thailand gewesen? Wenn ja, wo und wie hat es euch gefallen? Habt ihr eine Lieblingsinsel? Verratet sie mir doch 🙂

[Reisen] Indien & das Bargeld-Chaos

Da ich ein paar Fragen zu dem Thema „wie ist die aktuelle Geldsituation in Indien“ bekommen habe, dachte ich mir, ich schreibe mal ein paar Worte dazu. Bestimmt haben die meisten von euch am Rande mitbekommen, dass am 9. November letzten Jahres mitten in der Nacht eine Erklärung von Premierminister Narendra Modi verlesen wurde, in der alle 500 und 1000 Rupienscheine als ungültig erklärt wurden. Jupps, die Nacht, wo jeder den CNN-Livestream mit den schlimmen US-Wahlen sah 😉 Ich war zu diesem Zeitpunkt zum Glück noch in Deutschland und hatte 6 Tage Zeit, mich diesem Chaos zu stellen.

Durch diesen Hauruck-Schritt war von einem Tag auf den anderen nun 85% allen Bargeldes in Indien ungültig. Um diesen Schritt nicht vorher „durchsickern“ zu lassen, waren die neuen 500er und 2000er Scheine noch nicht gedruckt worden und somit stand ganz Indien jetzt vor dem Problem, dass es nicht genug Geld gab. Das resultierte in ewig langen Schlangen vor den Banken, Chaos, Gewalt, sogar Toten und alles ging drunter und drüber. Die alten Geldscheine konnte man zu einem gewissen Tageslimit umtauschen (wenn es denn Wechselgeld gegeben hätte, aber so viele 100er Scheine sind einfach nicht im Umlauf) oder auf sein Bankkonto einzahlen. Als Tourist war man hier total aufgeschmissen, man hatte kein oder ungültiges Bargeld.

Ich landete am 16.11 morgens komplett ohne indisches Bargeld in Delhiin Deutschland kann man seine Euro nämlich nicht in Rupien eintauschen. Weder bei der Bank noch bei Wechselstuben bekommt man es und somit war mir doch etwas ungut zumute (als ich das letzte Mal in Indien war, durfte man das Geld auch nicht ausführen, somit hatte ich keine Reste mehr, zumindest ein paar kleine Scheine wären tröstlich gewesen). Ich lief zunächst an zwei Wechselstuben im internationalen Bereich vorbei, die Schilder aufgestellt hatten, dass sie kein Geld hatten. Dann probierte ich diverse Geldautomaten, die aber alle leer waren oder einfach nicht funktionierten. Um meinen Weiterflug nach Varanasi zu kriegen, musste ich das Terminal wechseln und dort gab es dann zwei Wechselstuben, die ein wenig Bargeld hatten. Man durfte pro Person aber nur 50€ maximal umtauschen, die Schlangen waren ewig, ständig stürzte das System ab und die Mitarbeiter mussten ständig weg und neues Geld holen. Ich hatte vier Stunden bis zum Weiterflug und diese verbrachte ich dort in einer sehr gestressten Menschenmenge.

Wenn man jetzt denkt, ach dann bezahle ich mit Kreditkarte, der war man noch nicht in Indien. Denn so sehr das einem von allen Seiten nahegelegt wird, es ist oftmals schlicht unmöglich (die Regierung wirbt mit bargeldlosem Bezahlen via App, die aber an ein indisches Konto gebunden ist). Die Rikscha, das Trinkwasser am Kiosk, das Obst vom Markt oder das Essen im Restaurant kann man nicht mit Karte bezahlen und somit kommt man im worst case scenario nicht einmal vom Flughafen weg. Mich holte zum Glück ein Freund ab, da musste ich meine umgetauschten 50€ (zu einem so miserablen Kurs übrigens, dass sie noch 34€ wert waren) noch nicht anbrechen. In Varanasi erwartete mich dann im Hostel die Tatsache, dass man nicht mit Kreditkarte zahlen kann, da das System komplett überlastet ist und somit nicht mehr funktionierte. Da wollte ich mich schon mit den 5% mehr anfreunden, wenn ich mit Karte bezahle, konnte es dann aber nicht tun.

Die ersten Tage vor Ort waren echt nicht schön, man kann zwar ein paar Tage von 34€ leben, es fühlt sich aber echt nicht gut an, wenn man nicht weiß, ob/wann man an Bargeld kommt. Mitte November waren die meisten Geldautomaten im Inneren von Varanasi geschlossen oder funktionierten nicht und die wenigen, die gingen, hatten wirklich enorm lange Schlangen. Dass man auch nur 2000 Rupien am Tag (also 28€) als Tageslimit pro Karte abheben konnte, hat die Sache nicht besser gemacht. Denn man hat teilweise 2-3 Stunden dort gewartet (in absolut schlimmer Atmosphäre, die sehr aggressiv-angespannt war, da das Geld aus dem Automaten ja jederzeit alle sein konnte) und bekam dann so wenig Geld. Normalerweise sind viele Touristen zu dieser Zeit in Varanasi, jetzt allerdings sah man kaum jemanden. Die meisten hatten ihre Flüge gecancelt und ganz ehrlich, ich konnte sie verstehen. Da keine Verbesserung in Sicht war, buchte ich mir schließlich zehn Tage später den einzigen Direktflug ins Ausland und verbrachte ein wenig über drei Wochen in Thailand.

Ich hoffte, dass sich die Lage bis zu meiner Rückkehr vor Weihnachten entspannen würde, zumindest Modi hatte angekündigt, dass bis zum Ende des Jahres alles überstanden sei. Mittlerweile muss ich sagen, dass das nicht so ist. Noch immer laufe ich an mehr nichtfunktionierenden wie funktionierenden Automaten vorbei. Aber man kann wieder auf Wechselstuben (mit schlechten Kursen) oder Western Union zurückgreifen, denn zumindest diese haben wieder genug Bargeld. Ich hatte die Woche Glück, ich fand einen komplett menschenleeren ATM und einen unmotivierten Sicherheitsbeamten, wodurch ich meine Karte fünf Mal hintereinander nutzen konnte. Das momentane Tageslimit von 4500 Rupien (man kriegt nur 4000, da kein Automat 500er Scheine zu haben scheint) wäre aber auch sonst schon um einiges besser. Zum Glück bezahle ich bei der DKB mit meiner Karte keine Abhebungsgebühr, das wäre sonst nämlich auf Dauer auch teuer geworden.

Ein wenig mehr Touristen sind jetzt zwar unterwegs, aber es ist trotzdem noch gähnend leer überall. Wenn man nicht weiß, wann man wieder an Bargeld kommt, hat man auch keine große Lust, Dinge zu kaufen und darunter leiden die Leute hier sehr. Egal ob Schmuckverkäufer oder Rikschafahrer, alle haben die letzten Woche nicht genug Geld verdient und so wird man jetzt noch häufiger angesprochen. Ebenso in den Restaurants, es sind nicht viele Menschen da und man isst eher das Nötigste, denn das man sich mal etwas gönnt. Besonders die Farmer haben riesige Verluste gemacht, konnte ihre Ernten teilweise nicht verkaufen und ach..man trifft verdammt viele Menschen, denen diese ganze Aktion schwer zugesetzt hat. Sinn davon war übrigens, das viele Schwarzgeld, was herumliegt, aufzuspüren, Steuerhinterzieher zu finden..irgendwelche „Erfolge“ diesbezüglich wurden von Modi in seiner Neujahrsrede allerdings nicht präsentiert. Verlierer sind wie so oft die armen Menschen, die kein Bargeld hatten in den letzten Wochen (und ewig zur Bank unterwegs waren), die ihre Jobs verloren, da sie nicht bar bezahlt werden konnten und auch für den Tourismus war das absolut keine gute Idee. Wurde die Demonetarisierung von vielen Indern zunächst noch sehr positiv angenommen, hat sich das mittlerweile geändert und sehr viele sind unglücklich mit dem gesamten Ablauf und hoffen, dass bis Ende Januar endlich wieder überall Bargeld verfügbar ist. Ich bin ja sehr gespannt, wie sich dieser Schritt auf die Wahlen auswirken wird.

Persönlich habe ich jetzt zwar genug Bargeld für den letzten Monat, wenn ich sparsam lebe, aber das kleine Problem, dass ich fast nur 2000er Rupienscheine habe, mit denen ich noch immer kein Wasser für 20 Rupien oder mein Mittagessen für 100 Rupien bezahlen kann. Man muss immer etwas teureres erwerben, um den Schein kleinzukriegen (wenn es denn genug Wechselgeld gibt), was nervt und auch wieder umständlich ist – aber ich höre auf zu meckern, ich habe immerhin Geld.

Als Tipp würde ich euch geben, dass ihr zunächst am Flughafen probiert, so viel Geld aus dem Automaten zu kriegen wie geht, das müsste mittlerweile wieder funktionieren. Wenn nicht, lasst euch dort (auch zu dem miesen Kurs, nicht bei Thomas Cook, sondern der anderen Wechselstube, die weniger Kommission nimmt) etwas Geld umtauschen, denn man will den Urlaub ja nicht auf der Suche nach Geldautomaten verbringen. Zur Lage in Delhi kann ich nämlich leider nichts sagen, da ich noch nicht dort war, aber hier in Varanasi muss man noch immer nach offenen, funktionierenden und mit Geld bestückten Automaten suchen. Solltet ihr die Tage herkommen, kann ich euch gerne meinen (hoffentlich noch immer intakten) Glücksgriff zeigen, keine Schlange kann ich allerdings nicht versprechen.

Insgesamt eine sehr interessante Erfahrung, die ich nie im Leben erwartet hätte und jetzt auch nicht noch einmal bräuchte. Kaum Geld zu haben und keine Ahnung, wann man wieder welches kriegt, ist nämlich wirklich keine angenehme Situation und ich bin sehr dankbar, dass ich so privilegiert bin, dass ich mir einfach ein Flugticket aus der Misere kaufen konnte. Es hat zwar mein gesamtes Budget gesprengt, aber dafür habe ich jetzt auch einmal Thailand gesehen und mir dort immerhin keine Gedanken um Bargeldnachschub machen müssen. Seid ihr schon einmal in solche einer Situation oder sogar in letzter Zeit in Indien gewesen? Sind eure Erfahrungen ähnlich der meinen aus Varanasi?

[Yummi] Thailändische Teller-Einblicke #2

Nachdem ich es recht schnell aufgegeben habe (trotz Beschreibung in Thai, was ein Veganer nicht essen darf) vegan zu essen, komme ich vegetarisch in Thailand gut zurecht. Es ist zwar keine so grandiose Auswahl wie in Indien und einige der Gerüche auf den Märkten sind jenseits von gut und böse für mich, aber man kann sich trotzdem gut sattessen. Wenn man ein wenig googlet, findet man dann auch rein vegetarische Restaurants, wo man einfach wahllos auf irgendein Bild oder eine Nummer zeigt – ich weiss zwar nicht unbedingt, was ich gegessen habe, aber lecker war’s (siehe weiter unten). Obwohl ich übrigens immer scharf sage, wird mir das Essen meist doch westlich lasch präsentiert, selbst in absolut untouristischen Orten..aber da würze ich dann selbst nach, eingelegte Chilis findet man nämlich auf so ziemlich jedem Tisch! Zwischen Nord- (Chiang Mai), Süd- (Koh Jum) und Hauptstadtthailand konnte ich übrigens keinen wirklichen Unterschied merken, aber das liegt wahrscheinlich am fehlenden Fischgenuss!?

Ich liebe Sachen mit grünem Tee und somit musste dieser Matcha Donut als gesunder Snack einfach mit, ich habe ihn inhaliert und war glücklich, der größte Donutfan werde ich aber nie. In Chiang Mai stolperte ich über diesen Gemüsewrap und ach herrlich war er, am liebsten hätte ich noch einen verputzt; mittags gab es Kürbis mit Reis, was verdammt und unerwartet süß war. Die thailändische Küche „würzt“ aber eh sehr viel mit Zucker, woran ich mich erstmal gewöhnen musste. In Fruchtform finde ich das ja super und einen Passionsfruchtsaft gibt es eigentlich jeden Tag als Erfrischung zwischendurch.

Wenn es richtig heiß ist, habe ich meist wenig Lust auf etwas „richtiges“ und somit sind Smoothies (hier in Banana Berry in der Seescape Gallery in Chiang Mai) genau meins – abends darf es dann gerne vegetarisches Pad Thai sein, was als Streetfood verdammt günstig und sattmachend ist. Da ich meinen Auslandsaufenthalt ohne Flug (und Leben in Thailand) geplant habe, musste ich ein bisschen auf’s Geld achten, Thailand ist definitiv nicht Indien, was das angeht. Gegönnt habe ich mir aber doch einen Kit Kat Blizzard von Dairy Queen, wenn ich es schon einmal kann. Das war die Überraschung für mich, was in Thailand an amerikanischen Fastfood-Ketten vertreten ist. Einen Erdbeer Slurpee von Seveneleven musste ich auch probieren, aber nee, das ist nicht wirklich meines!

Im Morning Glory (ebenfalls in Chiang Mai) habe ich mein liebstes Gemüse-Tofu-Curry in Thailand gegessen. Das war so aussergewöhnlich gut gewürzt und knackig-frisch, in vier Tagen musste ich hier zweimal essen und wäre am liebsten noch mal hin! Hat wer Getränke statt Mittagessen gesagt? Hier haben wir einen Passionsfruchtsmoothie, grünen Tee mit Zitrone und einfach nur einen Eistee. Solche Getränke gibt es günstig an jeder Ecke und ich muss mich immer stark zusammennehmen, nicht ständig Nachschub zu holen! Mein Plastikgewissen weint etwas, hier hat man alles in Plastikverpackung und dann kommt nochmal Plastik drum und eine Tüten drüber und ach, schlimm!

Mein erstes Morning Glory (Wasserspinat und anderes Gemüse) war bisher das schärfste Gericht und ich habe es sehr genossen. Wasserspinat schmeckt jetzt nicht sonderlich anders wie regulärer Spinat, aber optisch gefiel’s mir sehr gut. Hier seht ihr einen Passionsfruchtsmootie und einen Matcha Latte mit Bubbles, bei beidem misslang die Kommunikation und ich bekam den doofen Plastiktragegriff. Lecker waren sie aber beide, die erste Bubble spuckt ich nur aus, da ich gar nicht sah, dass die dabei waren und dachte, ich hätte gerade einen Käfer im Mund. Einen kurzen Schock später habe ich mich dann mit ihnen arrangiert. Ganz weihnachtlich (wieso auch immer) kamen diese Schokokekse daher, die mein Abendessen auf der 14-Stunden-Zugfahrt waren. Müsste ich jetzt nicht nochmal haben, aber hey, weihnachtlicher wird es wohl nicht mehr!

Oben haben wir wieder Pad Thai, dieses Mal aber mit winzigen Garnelen, die ich raussortieren musste, die ältere Verkäuferin und ich waren wieder lost in communication und wegwerfen wollte ich es auch nicht. Oben rechts ist so ein „deute einfach drauf“-Gericht und ich habe keine Ahnung, was das grüne, runde Gemüse ist, aber lecker war’s. Am Busbahnhof habe ich mir Reis mit zwei Gerichten ausgesucht, man mag hier Ei und auch wenn ich das normalerweise nicht esse, hier hat es der Hunger reingetrieben (nächste Woche in Indien ist das dann wieder vorbei). Im Bus bekamen wir als Verpflegung dieses Brötchen mit Mungbohnenfüllung, was geschmacklich einfach bedeutungslos war, aber ich bin mehr als nur fasziniert, dass es bis zum 12.12.59 (!!!) haltbar ist, was zur Hölle ist da denn drin?!

Ich hatte Lust auf Pommes und das Veggiesandwich dazu war auch nicht verkehrt; natürlich gab es dazu noch eine große Menge Ketchup. Iced Coffee und Passionsfruchtsmoothie, wer hätte es gedacht, ich übertreibe echt nicht, was meinen Konsum in den letzten Wochen angeht, aber das kriege ich in Indien dann eben nicht mehr. Ab und an gab es auf der Karte nichts vegetarisches bis auf Fried Rice mit Gemüse und dann habe ich das eben gegessen, nicht mein Lieblingsessen, aber auch nicht schlecht, nur meist bisschen langweilig.

Um den Beitrag abzuschließen, hier noch einmal zwei Pad Thai Varianten (man beachte bitte die fast identische Salatgurkendeko), die ich so an zwei Tagen ass und beide sehr lecker fand, langsam reicht es jetzt aber auch. Ganz gesund gab es auch zweimal Lays Chips zum Abendessen, die originale Sorte mag ich, die Sweet Basil Chili Sorte war eher fragwürdig. Ebenso werde ich leider nicht mit Drachenfrucht warm, so sehr ich es auch will. Denn es ist so ein einfacher Snack, einfach nur aufschneiden und loslöffeln, aber der Geschmack in Kombi mit der Konsistenz ist irgendwie nicht meines – den Thai Ice Tea dabei fand ich um Welten besser und hätte mir lieber noch einen holen sollen statt der gesunden Frucht.

Ihr seht, verhungert bin ich absolut nicht, Thailand war gut zu mir. Die letzten Tage in Bangkok werde ich noch mein restliches Geld verfuttern und bestimmt noch ein, zwei Blizzards sowie Thai Ice Teas zu mir nehmen. Wenn ihr ehrlich bin, freue ich mich aber schon wieder wahnsinnig auf Indien und all meine Lieblingsgerichte, die ich die nächsten zwei Monate verputzen kann. Indien > Thailand, wenn ich eine kulinarische Gleichung aufstellen müsste..was sagt ihr, mögt ihr die thailändische Küche? Könnt ihr mir noch ein vegetarisches Gericht verraten, was ich unbedingt probieren müsste? Oder habt einen Essenstipp für Bangkok parat? 

[Reisen] Unterwegs in Chiang Mai!

Vom Bangkok aus, ging es fuer mich mit dem Zug nach Chiang Mai. Ich entschied mich fuer die billigste Klasse (ok, die zweitbilligste war ausgebucht und mehr wollte ich dann doch nicht ausgeben), was mich gerade einmal 270 THB (7€) fuer 14 Stunden Reisevergnuegen gekostet hat. Das Ticket koennt ihr direkt am Touristenschalter im Bahnhof kaufen und zumindest in meiner Klasse sollte immer noch etwas frei sein. Dafuer kriegt man aber weder eine Liege noch sonstige Annehmlichkeiten, man hat einfach einen Sitzplatz und wenn man Glueck hat, sitzt keiner neben einem und man kann versuchen, sich irgendwie auf die zwei Plaetze zu legen. Es sei angemerkt, dass das mit 1,76m nicht moeglich ist und die Sitze seeeeehr unbequem sind, aber hey, so reise ich eben. Nehmt am besten den Zug, der um 22.00h von Bangkok aus startet, denn so habt ihr noch den ganzen Tag in der Stadt, spart euch das Hotel und kommt morgens im Hellen durch einmalig schoene Waelder und Berge. Da waren die naechtlichen Strapazen gleich wieder vergessen! Mein Zug kam auf die Minute puenktlich in Chiang Mai an, ganz schoen verrueckt. Unterwegs verhungert ihr auch nicht, an jedem Bahnhof kommen Haendler, aber auch so gibt es Essen und Trinken im Zug – wenn man nicht ganz so low maintenance ist wie ich, da mir Wasser und Cashews vollkommen ausgereicht haben 😉

In Chiang Mai habe ich im JN Boxtel geschlafen, was ich euch auch absolut empfehlen kann. Die Lage ist super, da es zwar noch im inneren Altstadtbereich liegt, aber sehr ruhig ist und man gut schlafen kann. Jeder bekommt eine kleine Box, die zwar zuerst klaustrophobisch beklemmend aussah, dann aber doch mehr als bequem war. Drin hat man seine eigene Klimaanlage, eine harte Matratze, Ablagemoeglichkeiten und sogar einen kleinen Klapptisch. Das sehr saubere Bad teilt man sich mit den anderen Gaesten, was waehrend meines Aufenthaltes nur eine Person war, somit war das auch super. Recht gutes Internet haben sie auch und man kann sich auch unten in den grossen Aufenthaltsbereich setzen. Der Besitzer ist supernett und auch die Mitarbeiterin war sehr freundlich, nur sprach sie leider kaum Englisch (was mich echt ueberrascht, wie oft Menschen im Tourismusbereich hier kein Wort verstehen).

In Chiang Mai besucht man hauptsaechlich Tempel, davon gibt es hier naemlich ueber 200 Stueck. Die meisten kosten keinen Eintritt und sind auch absolut einsam, lediglich die touristisch gepimpten sind dann gleich etwas voller und eben mit einem kleinen Eintritt. Mir gefiel besonders gut der Wat Sri Suphan, da dieser silbern ist und somit einfach aus der Masse herausstach. Die Kunstarbeiten im Tempel sind auch absolut sehenswert, leider darf man als Frau nicht hinein, ich musste meinen Begleiter mit Foto reinschicken.

War ich dort fast alleine und konnte die Stille geniessen, so war mein zweitliebster Tempel, der Wat Chedi Luang das komplette Gegenteil. Sehr voll und laut zunaechst, somit fluechtete ich erst in den alten Teil, nutzte dann die Chance zum Monk Chat (man kann mit Moenchen ueber alles moegliche philosophieren) und ging dann zum Gebet um 18.00h. Da war ich dann ziemlich allein mit anderen Thais sowie Moenchen, man darf aber daran teilnehmen, nur eben im Hintergrund sitzen – wenn ihr die Zeit habt, nehmt das mit!

Da ich mich moralisch nicht zu einem Elefantenfarm-Besuch motivieren konnte (man weiss ja nie, ob sie die Tiere wirklich gut halten, also bin ich da raus) und nicht so fuer einen Kochkurs brenne, was viele hier machen, entschied ich mich, bei angenehm feuchten 32 Grad um 11.30h einfach mal zu einer 25km Wanderung aufzubrechen. Es ging zunaechst durch die komplette Stadt und dann den Monk’s Trail hoch zum Doi Suthep. Der Weg ist nicht sonderlich gut ausgeschildert, ich orientierte mich gut mit diesem Blogpost.

Hier wandert man ziemlich einsam quer durch den Dschungel, trifft riesige, wunderschoene Schmetterlinge, kommt an einem weiteren, sehr idyllischen Tempel vorbei und steht schliesslich oben vor all der goldenen Pracht. Es ist im zweiten Abschnitt teilweise sehr steil, nehmt genug zu trinken und vielleicht ein Shirt zum Wechsel mit, um den Tempelbesuchern oben einen Gefallen zu tun 😉 Aber absolut machbar, auch bei meiner miesen Kondition und oben kann man dann mit dem Blick ueber Chiang Mai und einem Smoothie entspannen. Da ich ein wenig dickkoepfig bin, lief ich den kompletten Weg auch wieder zurueck und kam dann doch fix und fertig und sooo hungrig wieder bei meinem Hostel an, man sieht es etwas, wuerde ich sagen:

Apropos Essen, Chiang Mai ist absolut auf Westler (Vegetarier & Veganer) eingestellt, an jeder Ecke findet ihr hier etwas leckeres. Ich war auf dem Saturday Night Market, wo ich einfach gutes Pad Thai, Morning Glory (scharfer Wasserspinat) und Gemuesewraps am Strassenstand fand, restaurantmaessig kann ich euch aber das Morning Glory sehr empfehlen. Komplett vegetarisch, auf Wunsch ist vegan auch kein Problem, kochen die sehr sympathischen Besitzer jedes Essen frisch und es schmeckt einfach wahnsinnig gut. Ich war in kurzer Zeit zweimal da, was ich eigentlich nie mache, das sagt also alles!

Ebenfalls sehr schoen, wenn auch absolut berlin-hipsterhaft ist die Seescape Gallery, wo der Smoothie nur nach Instagram schreit, aber auch verdammt lecker ist. Dass es nebenbei Kunst und einen tollen kleinen Shop gibt, erwaehne ich auch noch gerne. Ansonsten habe ich mich an Thai Ice Tea, Smoothies an Strassenstaenden und gebranntenen Nudeln sattgegessen und mir auch noch ein paar Kaffee gegoennt, die ich in Indien so dann nicht wieder kriegen werde.

Eigentlich wollte ich mir noch eine Massage goennen, da diese hier in Nordthailand weniger schmerzhaft und dafuer guenstiger sein sollen. Ausgesucht hatte ich mir das Chiang Mai’s Women Correctional Institute, wo man von Gefangenen massiert wird – eine Stunde kostet hier 200 THB. Die Frauen erhalten waehrend ihrer Haft eine umfangreiche Ausbildung, danach bekommen sie so die noetige Praxis und haben nach ihrer Entlassung eine neue Chance, einen Job im Leben zu finden. Den Ansatz finde ich absolut richtig und haette ihn gerne unterstuetzt, es war dort aber schon morgens (sie oeffnen um 8) so voll, dass ich nicht so lange warten wollte. Mal sehen. ob ich im Sueden noch eine Massage bekommen werde – in Bangkok habe ich mir ja immerhin eine Fussmassage gegoennt.

Und dann war meine Zeit in Chiang Mai leider schon wieder um, die Zeit verfliegt beim Reisen ja nur so! Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen lowbudget-Einblick geben und vielleicht ja die ein oder andere Idee, was ihr bei eurem Aufenthalt machen koennt. Ich freue mich, diesen Ort kennengelernt zu haben und bin besonders von der Natur noch immer hin und weg!

Seid ihr schon einmal in Thailand gewesen? Wenn ja, wo und wie hat es euch gefallen? Fuer mich geht es nun ueber Krabi nach Koh Jum, wobei ich diese Insel komplett wahllos ausgesucht habe, ich glaube aber, dass sie mir richtig gut gefallen wird, da ich eben nicht massentouristisch ueberlaufen, sondern eher Einsamkeit am Strand suche. Danach ist mein Thailandtrip auch schon fast vorbei und es geht zurueck nach Indien – wobei, wenn ihr noch einen Tipp fuer Bangkok habt, nur her damit, vor meinem Abflug habe ich da noch etwas Zeit!

[Reisen] Ausflug in die Löwenstadt Braunschweig #2

Gestern habe ich euch schon von meinen ersten Eindrücken über Braunschweig berichtet, heute geht es um die Neueröffnung des Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM), dem eigentlichen Grund meines Kurztrips in die Löwenstadt. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel ging es auch gleich zum Museum, wo wir zunächst in entspannter Runde plauderten und alles über den sieben Jahren dauernden Umbau des Museums erfuhren. Diesen Blick hinter die Kulissen fand ich wahnsinnig spannend, ging ich während meines Ethnologiestudiums auch ständig im Völkerkundemuseum ein und aus. Jeder Museumsalltag ist anders, der im HAUM klang sehr spannend und abwechslungsreich!

HAUM Braunschweig

Rembrandt Familie

Im Anschluss bekamen wir eine Hintergrundführung im Museum, wo uns die einzelnen Raumkonzepte erläutert und einige der über 4000 Kunstwerke detailliert erklärt wurden. Ich hätte unserer sympathischen Führerin ewig zuhören können, man bekommt durch ein wenig Hintergrundwissen einen ganz anderen Blick auf das jeweilige Kunstwerk – so ging es übrigens nicht nur mir, wo immer wir stoppten, bildete sich eine Menschentraube, da auch die anderen Besucher zuhören wollten. Zur Eröffnung war das Museum eine Woche eintrittsfrei (sonst 9€/7€), was sehr gerne von der Bevölkerung aufgenommen wurde – ich werde definitiv noch einmal kommen, wenn es wieder leerer ist!

HAUM Braunschweig

HAUM Braunschweig

Nach der Führung hatten wir noch etwas Zeit, die drei Etagen mit insgesamt 38 Ausstellungsräumen zu bewundern, ich war nur irgendwann gar nicht mehr aufnahmefähig. Die einzelnen Räume sind mit farblich passenden Wänden gestaltet, was man mag oder eben nicht. Mir persönlich gefällt diese Abwechslung sehr gut, da wird man immer wieder neu stimuliert und schaltet nicht ab und gleichzeitig unterstreichen die Farben die Stimmung der einzelnen Themen.

HAUM Braunschweig

Noch ist das Museumsbistro geschlossen, ab 2017 wird man sich dort aber eine Pause gönnen können, bevor man sich weiter auf Erkundungstour macht. Im oberen Stockwerk gibt es viele Skulpturen und Angewandte Kunst, man wird mit der Masse einiger Sammlungsbestände (Email, Majolika, Fürstenberg-Porzellan) fast schon erschlagen, so viel gibt es. Für mich von Interesse waren auch die ostasiatischen und ethnologischen Objekte, die ich gar nicht erwartet hatte, richtig umgehauen hat mich aber der Raum für junge Kunst. Diese Intervention mitten zwischen den Sammlungen sieht man nicht kommen, man betritt durch die Tür eine vollkommen andere Welt und die im Moment gezeigten Installationen von Wolfgang Petrick sind genau mein Ding! Grotesk, morbide, aber irgendwie doch schön, haben sie mich sehr an der Heidelberg Project in Detroit erinnert.

HAUM Braunschweig

HAUM Braunschweig

Unsere Gruppe war nach dem Besuch gemäß des Museumsmottos „frisch verführt“ und einfach nur begeistert. Dass es solch eine beeindruckende Sammlung in Braunschweig gibt, ich hätte es nie erwartet und fühle mich wie ein Banause. Auch meine Familie und Freunde, denen ich allen schon davon erzählt habe, sind ganz erstaunt, nie hatte jemand von dem Museum gehört. Das muss schleunigst geändert werden und vielleicht kann ich ja auch einen von euch mit diesem Beitrag motivieren – da können sich einige Museen in Berlin, die viel mehr gehyped werden, nämlich mal eine Scheibe abschneiden!

HAUM Blogger

Leider hatten wir alle noch ein enges Tagesprogramm, weswegen wir uns nur noch schnell für ein Gruppenbild in der Sonne versammelten und uns dann trennten. Mit dabei waren Alexandra & Matthias, Anna, Eva, Jessica, Melanie, Ulrike und Maria und ich habe mich besonders darüber gefreut, dass auch Bloggerinnen aus Braunschweig direkt dabei waren, so konnte man noch ein paar Insidertipps erhalten.

Braunschweig

Braunschweig Kloster

Für mich ging es dann zunächst mit Eva in das Kloster St. Aegidien, worin sich auch das Jüdische Museum befindet. Erneut ging ich ohne wirkliches Vorwissen dorthin und wir hatten so eine spannende Führung, ich bin begeistert, man merkt, dass auch hier einiges an Herzblut drinnen steckt. Davon abgesehen beeindruckt das Gebäude an sich natürlich schon und man fühlte sich in eine andere Zeit versetzt; wer dem Trubel der Stadt etwas entfliehen mag, kann das hier in kürzester Zeit zu Fuß tun. Danach huschte ich zur Touristinfo und schnappte mir meinen Audioguide „Fokus Mittelalter“. Leider hatte ich nicht mehr allzu viel Zeit und musste mich auf einige Sehenswürdigkeiten beschränken – schön gemacht ist er aber und wer keine Lust auf eine Führung mit Guide hat, kann hier getrost auf eigene Faust losziehen!

Braunschweig Audiotour

York Schmitz

Für mich ging es dann noch zum Handelsweg, wo ein paar kleine Galerien, das sehr schöne Cafe (mit Plattenladen & Ausstellungen) Riptide sowie ein paar nette Interior Design Läden sind. Im ein Raum entdeckte ich eine Ausstellung von York Schmitz, die ich ganz für mich alleine hatte, was nach dem Andrang im Museum eine willkommene Abwechslung war. Bevor mein Zug fuhr, traf ich mich noch einmal mit Melanie und Anna beim Happy Rizzi Haus, was ein nunja sehr speziell aussehendes Haus ist (die Modekette New Yorker hat hier ihre Büros). Danach verzweifelten wir ein wenig bei dem Besuch, ein Cafe mit noch drei Plätzen zu finden und schlussendlich landeten Melanie und ich irgendwo am Kornmarkt.

Happy Rizzi Haus

Ihr merkt es, ich bin von Braunschweig absolut begeistert und schäme mich fast ein wenig, noch nie zuvor mal aus dem Zug ausgestiegen zu sein. Ich habe zwar schon einiges gesehen, aber im Sommer muss ich doch noch einmal wiederkommen, das Museum alleine in Ruhe besuchen und mich bei schönem Wetter durch die Stadt treiben lassen. Vielleicht gefällt mir die Stadt so gut, da es irgendwie (wenn man meinen Vornamen mal nimmt) eben auch meine Stadt ist und es wirklich an jeder Ecke Löwen gibt!

Braunschweig

Seid ihr schon einmal in Braunschweig gewesen? Vielleicht ja sogar schon im neu eröffneten HAUM? Für Kunstliebhaber kann ich es nur empfehlen und von Berlin aus ist es auch wirklich nicht weit weg. Hätte ich mehr Zeit gehabt, rund um Braunschweig gibt es auch noch viele Wanderwege, die laut Internet sehr schön sein sollen..aber das macht im Sommer auch mehr Spaß! 🙂

Vielen liebe Dank an das Herzog Anton Ulrich-Museum sowie das supernette Team vom Stadtmarketing Braunschweig!

[Reisen] Ausflug in die Löwenstadt Braunschweig #1

Was Kurztrips in deutsche Städte angeht, so bin ich eine echte Niete. Zwar kann ich die meisten Orte geographisch recht gut auf der Karte einordnen, mehr als den Bahnhof habe ich aber selten gesehen. So ging es mir auch mit Braunschweig. Seit Jahren schon stoppe ich mit dem ICE dort auf dem Weg nach Berlin, ausgestiegen bin ich nie. Einmal fuhren wir mit einem Sprinter runter nach Darmstadt und nahmen kurz vor Braunschweig am Flughafen zwei Hasen (jupps, das Leben ist manchmal komisch) für eine Familie mit, die ihnen in Südhessen ein neues Zuhause gegeben haben. Doch auch damals konnten wir uns leider nicht motivieren, mal in die Stadt zu fahren. Was ein absoluter Fehler war, denn ich bin soooo begeistert von der Löwenstadt, die ich nun dank dem lieben Team vom Stadtmarketing erleben durfte! Tausend Dank noch einmal für diesen tollen Aufenthalt in „eurer“ Stadt, ich verstehe mittlerweile, wieso ihr hier so gerne lebt! Der Name „Löwenstadt“ ist hier übrigens echt Programm, ich habe zu Beginn meines Aufenthaltes noch jeden Löwen fotografiert, das wurde aber schnell zu viel, denn sie sind überall!

Braunschweig

Fokus unserer Bloggerreise lag auf der Neueröffnung des Herzog Anton Ulrich-Museums, darauf gehe ich im morgigen Beitrag ein. Heute will ich euch ein paar Eindrücke von der Stadt geben und was wir dort noch so gemeinsam als Gruppe getan haben. Von Frankfurt aus fuhr ich mit dem ICE schon sehr früh los und hatte somit noch den gesamten Nachmittag zur Verfügung, bevor es zum gemeinsamen Kennenlern-Abendessen ging. Vom Bahnhof aus kann man schnell in die Stadt laufen, wo ich an einem schönen Park mit Fluß (die Ocker geht einmal um die Stadt herum) vorbeikam und erstmal eine Pause an der frischen Luft machte. Untergebracht wurden wir im Best Western City Hotel, welches ich euch nicht unbedingt empfehlen würde, die Mitarbeiter sind allerdings alle enorm freundlich und ließen mich mein Gepäck schon mal dort lagern.

Braunschweig

Vom Hotel aus stolperte ich direkt ans Hauptpostamt (ein herrliches Gebäude), lief ein paar Meter und stand auf einem großen Platz, der mir signalisierte, hier bist du in der Fußgängerzone. Diese ist übrigens riesig, ich verlief mich auch gleich mal, aber zum Glück stehen immer wieder Orientierungsschilder an der Seite. Von der Architektur her die Altstadt eine schöne Mischung aus historischen Häusern, einige noch mit Fachwerk und neueren Geschäftsfassaden, was aber gut funktioniert. Fachwerk kenne ich aus dem Odenwald zwar zur Genüge, aber immer nur in kleineren Dörfern, nie so sehr in einer Stadt und davon musste ich (trotz Regen) einige Fotos machen.

Braunschweig

Erste Anlaufstelle waren der Dom und die Burg Dankwarderode, wobei ich ersteren gleich besichtigte. Kostet keinen Eintritt und man bekommt noch einen ehrenamtlichen Guide dazu, super! Heinrich der Löwe ließ den Dom mit seinen romanischen Kunstwerken für seine Frau Mathilde und sich errichten und man kann hier ihr Grabmahl besichtigen. Besonders interessant fand ich den siebenarmigen Leuchter, der über dem Marienaltar thront und etwas fehl am Platz wirkt. Die Burg Dankwarderode bietet mit dem gesamten Domplatz ein hervorragendes Motiv für Bilder und ich wüsste jetzt schon, dass all meine nordamerikanischen Freunde vor Begeisterung juchzen würden!

Braunschweig

Für mich ging es weiter ins Schlossmuseum, denn dieses wollte ich mir unbedingt angesehen. Genauer gesagt, hat Christo vor dem Museum die Installation Package on a hunt stehen, die ich sehen musste. Normalerweise ist seine Kunst zeitlich beschränkt, dieses Werk wird allerdings nicht wieder ausgepackt und ach, ich stand dümmlich grinsend auf diesem trubeligen Platz, wo der Wagen stand und sonst von niemandem beachtet wurde. „Hallo, sie laufen hier an grandioser Kunst vorbei“, kam mir ein paar Mal leise über die Lippen!

Das Schlossmuseum selbst ist auch ein kleiner Geheimtipp von mir, bei 3€ Eintritt waren meine Erwartungen nicht sehr hoch, wurden aber um einiges übertroffen. Noch recht neu, ist das Museum sehr interaktiv gestaltet, man erhält einen Audioguide und kann sich selbst durch die Ausstellung führen. Es gibt viele Informationen, Geschichten, Musik und man kann z.b. im weißen Saal an einer gedeckten Tafel Platz nehmen, während man dem Guide zuhört. Eine herrliche Spielerei, mit der ich etwas über eine Stunde Spaß hatte. Viel besucht war das Museum nicht, ich fühlte mich ein wenig, als würde ich in meinem neuen, sehr schönen Schloss herumspazieren.

Braunschweig

Braunschweig

Braunschweig

Apropos Schloss, hier fiel ich doch wirklich meiner Unwissenheit zum Opfer und hätte unsere gemeinsame Stadtführung echt früher gebraucht. Wenn ich Schloss denke, dann sehe ich ein altes, imposantes Gebäude vor mir. Ich komme also zum Schlossplatz, sehe die Quadriga und gehe durch die großen Tore des Gebäudes – und stehe mitten in einem gigantischen Einkaufszentrum. Was war ich verwirrt! Statt meines Museums sah ich nur Rolltreppen, Geschäfte und herumwuselnde Menschen mit Taschen. Das „neue“ Schloss steht aber noch gar nicht mal so lange, davor war es ein Park und davor stand das Schloss schon einmal. Damit es möglichst historisch korrekt aussieht, wurden beim Neubau viele original Teile verwendet und als Kompromiss wurde nicht nur Schloss, sondern auch Einkaufszentrum daraus. Absolut verrückt, wenn man überlegt, dass man mal kurz zu DM will und dafür ins Schloss muss. Klingt nicht ganz nach meinem normalen Lebensstandard, nach dem ersten Schock hatte ich aber Spaß darin und nutze diese skurrile Situation für eine kurze Pause aus (gutes, kostenloses WLAN gibt’s natürlich auch).

Apotheke Braunschweig

Nun wurde es Zeit für das Kennenlernen der anderen Blogger, wir bekamen nämlich eine Stadtführung. Leider regnete es etwas und wurde auch schon dunkel, aber ich mag solche geführten Entdeckungen sehr und unserer Führerin, Frau Billmann, brachte uns die Geschichte der Stadt amüsant näher. Man kann diese Führung (und noch viele mehr) im Tourismusbüro der Stadt buchen – oder sich dort einfach informieren lassen, was man so machen kann. Insgesamt bekam ich zu den meisten Orten, an denen ich den Tag über schon vorbeilief, nun ein paar Sätze und konnte alles besser einordnen – Braunschweig hat spannende Ecken! Im Anschluss ging es in die Apotheke, die wann immer ich davor/danach dran vorbeilief, enorm gut besucht war. Dort verbrachten wir einen schönen Abend mit gutem Essen (probiert unbedingt die hausgemachten Limonaden) und noch besseren Gesprächen und ich freute mich schon darauf, den nächsten Tag mit diesen lieben Bloggern verbringen zu dürfen. Unser Highlight – der Besuch des HAUM – stand ja noch auf und so ging es nicht allzu spät ins Bett!