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[Reisen] Ich durfte mit Tapiren kuscheln!

Tapire sind meine absoluten Lieblingstiere und ich bin schon durch zig Dschungel auf diversen Kontinenten gewandert, um endlich mal einen zu treffen. Was leider nie passiert ist. Bis jetzt. Denn dank eines Freundes, der eine Tierpflegerin hier in Deutschland kennt, durfte ich doch tatsächlich mit ins Tapirgehege und habe mit einem zuckersüßen Mutter-Sohn-Duo kuscheln dürfen!

Tapire sind einfach nur wunderbar sanfte, gemächliche Tierchen, die es LIEBEN, gestreichelt und gekratzt zu werden. Dazu legen sie sich dann auch gerne auf die Seite, damit man auch gut an den Bauch und Hals drankommt. Und schlafen dann auch einfach mal ein 🙂

Das hier sind mittelamerikanische Tapire, es gibt auch noch den schwarz-weißen Schabrackentapir in Südostasien und den Flachland-, Berg- und Kabomitapir in Südamerika. Tapire lebten übrigens schon vor 14 Millionen Jahren, absolut verrückt, dass es sie noch immer gibt. Denn so niedlich sie sind, sie sind auch etwas tollpatschig, rennen gerne mal panisch weg, wenn man sie erschreckt und sie sehen auch nicht allzu gut. Dafür können sie aber gut schwimmen und es gibt lustige YT-Videos, wo sie sich erst auf den Grund sinken lassen und dann dort tauchend auf der Suche nach Nahrung entlang „spazieren“. Die beiden hier haben leider kein Schwimmbecken, aber haltet euch fest – ich darf nächsten Monat zum Tapir-Duschen wiederkommen!

Meine beiden Süßen hier brachten 160kg und 250kg auf die Waage, was man nicht unterschätzen darf. Mama legte sich nämlich beim Streicheln einfach mal auf den schlafenden Sohnemann, welcher dann panisch aufsprang und wir uns alle gleich mal in Sicherheit brachten. Denn so lieb sie sind, aus Versehen können sie einem doch mal auf den Fuß treten. Ein herausragendes Tapirmerkmal ist ganz klar der Rüssel und ach mein Herz – erst wurde ich abgeleckt, dann war mein Finger im Mund und dann der Rüssel in meinen Haaren, welche gleich mal versucht wurden, ob sie nicht doch essbar sind <3

Jupps, das war mit Abstand der beste Tag 2020 und ein richtiges Lebenshighlight für mich, denn einen Tapir treffen stand da ganz weit oben. Dass es dann zwei wurden, welche sich auch noch ewig kuscheln lassen und neugierig mit einem interagieren, ist natürlich noch besser! Wir haben dann noch einen wundervollen Blick hinter die Kulissen gekriegt, kleine Totenkopfäffchen gefüttert und diverse Tiere in Ruhe beobachten können. Für jemanden, der Zoos sehr kritisch gegenübersteht, war das für mich definitiv ein „komischer“ Besuch, aber ach, die Freude über die Tapire hat dann doch alles überschattet.

Am liebsten hätte ich sie ja mitgenommen und bei meinen Eltern einfach in den Garten gestellt, dass ich sie jetzt jeden Tag besuchen kann..aber ich habe gesehen, wie sehr sie in ihrem aktuellen Zuhause geliebt und gekuschelt werden, was sich sehr gut angefühlt hat! 🙂

[Reisen] Wandern auf dem Kungsleden in Schweden!

Ok, eigentlich ist es noch zu früh, um darüber zu schreiben, da ich nicht weiß, ob es wirklich realisierbar ist. Aber eigentlich wollte ich diesen Sommer den nördlichen und südlichen Kungsleden (insgesamt 806km) durch Schweden wandern. Mein Freund vom PCT aus Kanada wird mich leider nicht begleiten können, aber a) kann ich das auch ziemlich gut allein und b) will einer meiner Freunde aus Stockholm zumindest ein paar Kilometer mitlaufen 🙂

Somit habe ich es nun gewagt und mir den Outdoor Kungsleden Guide bestellt und fleißig durchgelesen. Natürlich sind es andere Herausforderungen, die es hier zu bewältigen gibt, aber die Basics wie „vertraue dir selbst“, „überlebe auch drei Tage Dauerregen mit einem Lächeln“ und „beherrsche, dein Zelt in jeder Wetterlage aufzubauen“ habe ich immerhin schon drauf! Der Trail wird dieses Jahr wohl ziemlich überlaufen sein, da die meisten Schweden im eigenen Land Urlaub machen, aber der südliche Abschnitt wird definitiv Einsamkeit haben. Braunbären, Elche, Vielfraße und Massen an Rentieren aber auch, also nicht nur Menschen und natürlich wahnsinnig beeindruckende Landschaft. Ich bin so ein kleiner Fan von rauer, brachialer Natur, wie ich sie in Island und auf den Faröer Inseln bisher kennenlernen durfte und bin somit sehr gespannt, was (Nord-)Schweden mir da zu bieten hat. Bisher kam ich über Stockholm noch nie hinaus, das muss geändert werden!

Eine Sache, die mich sehr überrascht hat, ist, dass man teilweise über Seen übersetzen muss. Das geht manchmal, indem man die wenige Mal am Tag fahrende Fähre erwischt, aber auch per bereitliegendem Ruderboot. Und wenn ich eines nicht habe, dann sind es Armmuskeln. 500 Meter vielleicht, aber 4 Kilometer sind glaube ich irgendwie utopisch. Mal sehen, was man sich hier einfallen lassen kann 😉

Noch habe ich natürlich nicht konkret gebucht, ich bin ja eher vorsichtig, was im Moment alles angeht (nein, ich gehe nicht ins Restaurant oder mal schnell bei H&M vorbei, da es für mich einfach unnötiges Risiko ist), aber wenn werde ich wohl nicht mit der Bahn fahren, sondern eben einfach nach Stockholm fliegen. Denn das ist aktuell definitiv sehr erschwinglich und irgendwie auch nicht mehr Risiko, wie vier Züge (und somit Bahnhöfe) zu erleben. Aber wie gesagt, noch ist das nur die Idee, bisher hat 2020 ja den meisten von uns einen dicken Strich durch diverse Pläne gemacht. Und das Letzte, was ich will, ist in Schweden stranden.

Ist wer von euch den Kungsleden vielleicht schon gewandert und hat ein paar Tipps parat? Wie handhabt ihr es im Moment mit der Urlaubsplanung, gibt es sie überhaupt? Hat noch wer schwedischen Sommer im Auge?

[Reisen] Unterwegs auf dem Morgenbachtal-Rundweg am romantischen Rhein!

Statt Via de la Plata heißt es für mich aktuell „explore your own hood“, also entdecke Wanderwege vor deiner Haustür 😉 Mit zwei Freunden, die ebenfalls langsam Blut geleckt haben, machte ich mich also auf, nicht nur den Rhein um Bingen etwas näher kennenzulernen, sondern eben auch, den Morgenbachtal-Rundweg (14km hatten wir am Ende) entspannt zu laufen!

Rundwege sind natürlich grandios, weil man problemlos wieder am Auto ankommt und sich logistisch keinen Kopf machen muss. Gleichzeitig habe ich aber immer weniger Erwartungen an die Schönheit des Weges, da er eben „im Kreis verlaufen muss“. Hier wurde ich aber sowas von aus den Socken gehauen, ich wollte es nicht glauben!

Landschaftlich bietet uns die Natur rund um den Rhein wunderschönen alten Wald, mit Schluchten und Gebirgsbächen, bisschen was zu klettern, Hängebrücken, Naturerkundungspfade, wundervolle Panoramaaussichten und natürlichen Burgen und Schlösser. Die Region Rheinhessen ist schließlich nicht umsonst UNESCO-Weltkulturerbe und hat statistisch gesprochen alle 1.5km eine neue Burg zu bieten. Ich sage euch, mein Herz hüpfte ständig, so schön war es und gleichzeitig so ruhig und erholsam!

Ausgeschildert ist die Route super, ihr lauft auf dem Rheinburgenweg sowie dem Soonwaldsteig durch den Binger Wald und achtung, steht plötzlich auf dem Rheinhessischen Jakobsweg! Wie ich es nicht glauben wollte, da jammere ich ständig, dass ich aktuell auf keinem Jakobsweg bin und schwupps, stehe ich drauf. Dass ich das Muschellogo dieses Jahr doch noch sehen würde, habe ich wirklich nicht mehr gedacht!

Die Strecke ist nicht sehr anspruchsvoll, wir sind sie gemütlich in vier Stunden gelaufen (mit einer Mittagspause am Wasser) und konnten uns immer gut unterhalten. Es geht ein paar Mal steil hoch, aber eben nur wenige Minuten, wodurch es sich aushalten lässt. Besonders schön fand ich, dass man auch ein wenig Klamm durchwandert, irgendwie schaffe ich es nämlich immer, genau dann eine Klamm durchwandern zu wollen, wenn die Welt untergeht und mich der Regen abhält. Hier hat es endlich mal geklappt.

Natürlich könnt ihr euch Burg Rheinstein noch anschauen, wir haben das corona-bedingt ausfallen lassen, denn der gesamte Wanderweg, ach was, die Region ist eben doch ein kleiner Menschenmagnet und war sonntags dementsprechend voll. Das verläuft sich aber irgendwann im Wald wieder und wir haben bestimmt zwei Stunden keine Menschenseele mehr getroffen – leider aber auch kein Tier, wobei die vielen Hochsitze vermuten lassen, dass hier nachts der Bär steppt (oder zumindest der Hirsch). Wer es etwas historischer mag, man kann sich auch die Überreste der Villa Rustica ansehen und Informationsschilder lesen – ein römischer Gutshof, welcher sogar noch halbwegs gut erhalten ist. Und natürlich müsst ihr versuchen, alle 46 geschnitzten Baumgesichter zu finden, bevor ihr euch Steckeschlääfer-Klamm aufmacht.

Rundum ein herrlich gelungener Wanderweg, welchen ich sofort wieder laufen würde, allerdings nicht am Wochenende und nicht, wenn es zu heiß ist. Denn im Wald wurde es streckenweise ganz schön schwül und ich hatte nicht viel Wasser mit. Wobei ich dummerweise meinen Wasserfilter zuhause gelassen habe, mit dem hätte ich hier an vielen Ecken schnell meine Flasche auffüllen lassen können. Wir sind den Weg mit der Beschreibung von Outdooractive gelaufen, mein Freund hatte aber auch noch Komoot offen – falls ihr die App habt, wir fanden sie hilfreich. Ein mich sehr anlächelndes Buch, in welchem es um noch sehr viel mehr Wanderungen in der Mainz-Bingen-Worms-Region geht, ist Wanderungen für die Seele von Frank Hamm (je nachdem, ob Kungsleden im Sommer funktioniert oder nicht, darf das vielleicht bei mir einziehen *g*).

Kennt ihr diesen Rundweg schon oder habt eine andere, sehr empfehlenswerte Wanderung in der Region im Kopf? Ich suche auch immer noch etwas für Darmstadt, da Burg Frankenstein leider bisher geschlossen war und ich doch mal irgendwo „hoch“ will. Also gerne her mit euren Empfehlungen 🙂

[Reisen] Wandern in El Valle (Panama) oder wie man sich gekonnt eine Rippe bricht!

Im Februar und März habe ich mich 3 Wochen in Nueva Gorgona (eine winzige mehr oder weniger gated community expat-Gemeinde an der Pazifikküste etwa 80km von Panama City weg) aufgehalten. Das Leben direkt am Strand, mit Meeresrauschen zum Einschlafen und so vielen braunen Pelikanen, wie man sich nur wünschen kann, war definitiv traumhaft. Aber wenn ich wirklich wählen müsste, dann bin ich wohl doch Berg > Meer-Mensch. Denn auf Dauer wurde mir das doch zu langweilig.

Da Autofahren in Panama irgendwie ganz schön stressig ist (die Straßen sind teilweise katastrophal und die anderen Fahrer unberechenbar..von den ständigen Straßensperrungen mal abgesehen), wollte ich mich mit dem viel zu teuren Auto meiner Hosts hier nicht allzu weit wegbewegen. Nach ein bisschen googlen entschied ich mich dann, mir El Valle (de Anton), auch Anton Valley genannt, anzuschauen, denn der Blogpost von Jackson hierzu klang sehr verlockend. Dort im Hochland gab es einen Vulkan und viele spannend klingende Wanderwege.

Für die knapp 60km brauchte ich zwei Stunden (Stau und Schlaglöcher deluxe) und kam morgens kurz vor 9 an. Teilweise hatte der Weg schon wahnsinnig schöne Aussichten und diverse Echsen, die mir über die Straße rannten. Die kleinen Dörfer, durch die man kam, waren ebenfalls spannend anzusehen und ständig winkte mir jemand zu 🙂 Ich parkte in El Valle einfach auf der Hauptstraße und lief dann gen Start des La India Dormida Trails. Am Eingang bezahlt man $3, bekommt ein Armband und dann geht es los. Der – wie ich finde absolut katastrophal angelegte – Trail geht an ein paar wenig spektakulären Wasserfällen sowie Steininschriften unbekannter Herkunft vorbei. Da er matschig-nass und voller wackeliger Steine war, habe ich es hier in den ersten fünf Minuten hingekriegt, so dumm hinzufallen, dass ich mir eine Rippe brach (und später noch ins Krankenhaus musste) und diverse blaue Flecken einfing, also seid vorsichtig!

Zunächst geht es durch dichten Regenwald und es begann sogar, richtig doll zu regnen. Ich hatte mir für meine Tasche einen Müllbeutel mitgenommen, was wirklich gut war, denn der Rest von mir war klatsch-nass nach etwa einer Stunde durch diesen Dauerregen laufen. Hat der Luftfeuchtigkeit übrigens keinen Abbruch getan und das Grün des Waldes nur umso mehr strahlen lassen. Da man sich (passt auf, ich habe einmal eine Abzweigung verpasst und lief circa 10 Minuten einen falschen Trail, wie mir ein Mann mit Machete mitteilte *g*) ständig bergauf bewegt, kommt man dann aber plötzlich an die Regen-/Dschungelgrenze und steht vor grasig-kahlen Gipfeln, wo kein Baum mehr steht. Man übrigens auch nicht lang, der Wind hier oben war so stark, dass er mich erstmal nach hinten umgeworfen hat.

Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man dann die schlafende Silhouette der Häuptlingstochter, welche sich der Legende nach unglücklich verliebt umgebracht haben soll. Nun kann man entweder umdrehen und den Trail wieder zurückgehen (oder einen Rundweg nutzen); ich entschied mich jedoch auf einem weniger ausgetretenen Pfad erst zu einem Gipfelkreuz zu laufen, welches ich in der Ferne sah und dann quer durch den Dschungel wieder runter nach El Valle; da es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen, sah ich hier wunderbar viele Vögel, sogar ein Tukan flog an mir vorbei! Im Grunde kann man einfach so lange am Kraterrand entlanglaufen, bis man keine Lust mehr hat, Wege nach unten gibt es ständig. Seid euch nur bewusst, dass es wirklich windig und rutschig ist, mit Kindern würde ich diese Wanderung nicht empfehlen.

In El Valle gibt es noch weitere Wanderwege, aber ich hatte mittlerweile doch recht starke Schmerzen und die Landschaft hätte sich nicht so enorm verändert. Wer mag, kann aber noch zu „besonders schönen“ Wasserfällen (Pozo Azul Waterfalls sowie Chorro El Macho) und zu heißen Quellen (Pozos Termales) laufen, sich die Nationalblume Panamas in der La Orquideria ansehen oder die goldenen Frösche, welche leider nicht mehr in der Natur anzutreffen sind, im Golden Frog Refuge am Hotel Campestre (inklusive kurzer Wanderung zu „quadratischen“ Bäumen) besuchen. Wer Schmetterlinge mag, es gibt auch noch eine Schmetterlingsfarm oder das Serpentario, wenn euch eher nach Schlangen der Sinn steht.

Öffnungszeiten und mehr Infos zu allen Attraktionen findet ihr hier, ich wollte mir die Schlangen und Frösche ansehen, konnte das aufgrund der Schmerzen dann leider aber nicht. Da meine Hosts hier den Lonely Planet Panama rumliegen hatten, hatte ich den als Vorbereitung mal durchgeblättert, aber aktuelle Infos findet ihr meiner Meinung nach besser online!

Es gibt eine große Markthalle in El Valle und an einem großes Markt unter freiem Himmel kam ich auch noch vorbei; am Ende gab es für mich aber nur was vom Bäcker sowie frische Ananas. Aber wer mag, es gab viele Stände mit Kunsthandwerk aus der Gegend, was definitiv nett anzusehen war und einfach jeder hat für euch ein Lächeln übrig und ist an euch interessiert! Super zum Spanisch-Üben! 🙂

Insgesamt hatte ich einen schönen Tag im Hochland von Panama, welches mich sehr positiv überrascht hat – und hätte ich mir nicht die Rippe gebrochen und mich somit selbst etwas außer Gefecht gesetzt, wäre ich wohl noch ein zweites Mal hingefahren, um einen oder zwei andere Wanderwege auszuprobieren. Also solltet ihr mit dem Gedanken spielen, in Panama abseits stark touristischer Pfade zu wandern, das dürfte eures sein!

[Reisen] Quo vadis, 2020.

Wie bei vielen von euch, sind auch meine Reisepläne für 2020 im Moment erst einmal auf Eis gelegt. Meine Travel Bucket List für dieses Jahr mit zehn Ländern und sechs Städten ist schon unmöglich zu realisieren und ich bin im Moment echt sehr glücklich, dass ich schon sechs Wochen Panama erleben durfte, bevor es in die häusliche Quarantäne und dieses komische Stillstand-Leben ging.

Aktuell sollte ich eigentlich gerade auf der Via de la Plata in Spanien unterwegs sein und von Sevilla bis ans (mittelalterliche) Ende der Welt laufen. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass das demnächst wieder möglich sein wird und mir irgendwann das (kühler werdende) Wetter einen Strich durch die Rechnung machen wird, beginne ich nun, etwas in die fernere Zukunft zu planen. Denn ich habe das Gefühl, dass ich meine Reisepläne mit Juli durch Schweden wandern, September nach Indien reisen und Dezember für neun Monate nach Neuseeland gehen auch canceln kann.

Doch vielleicht wird es uns möglich sein, nicht nur innerdeutsch, sondern vielleicht sogar wieder innerhalb Europas zu reisen und somit wäre es doch gar keine schlechte Idee, wenn es kälter wird, in den Süden zu ziehen. Die Kanarischen Inseln (dieser link) kenne ich nicht wirklich, ich war mal als Kind auf Gran Canaria, aber sonst fahren da eher meine Eltern hin. Wobei man dort auch sehr schön wandern können soll und sie sind ja recht schnell zu erreichen. Ich habe definitiv schon wieder Meer-Bedarf, mir fehlt es, mit dem Meeresrauschen aufzuwachen und den ersten Kaffee zu trinken, während ich den Pelikanen beim Formationsfliegen zuschaue, hach!

Spontan sprechen mich besonders Fuerteventura und Lanzarote aufgrund ihrer verrückten Landschaft an und auf den Teide will ich schon ziemlich lange steigen (ok, auf die Zugspitze auch, vielleicht kriege ich das durch den diesjährigen Heimatzwangsurlaub ja hin). Und am besten wird der Inselaufenthalt dann noch mit einem Stopover in Madrid verbunden, denn ganz ehrlich, meine Laune kann dringend ein paar Stunden Prado und Reina Sofia vertragen! Seit ich 2018 das erste Mal in der Stadt war, will ich nämlich unbedingt wieder hin (hier ein paar meiner Madrid Tipps, wie man möglichst günstig dort überlebt und trotzdem jede Attraktion mitnehmen kann).

2020, keiner hat dich so kommen sehen und auch vor Corona hast du mir schon ein paar richtige Brocken in den Weg geworfen, statt mich sacht in diese Dekade gleiten zu lassen. Aber das ist ok – statt meinen zehn Ländern und sechs Städten, was eh ziemlich exzessiv ist, nehme ich jetzt eben „vielleicht geht ja Spanien im Winter“ als groben Plan und ansonsten..schauen wir einfach, was das Leben bringt. Geht es euch ähnlich?

[Reisen] Wo geht’s denn hier nach Panama?

Panama ist so ein Land, welches eigentlich jeder dank Tigerente oder Panama-Kanal zumindest namentlich kennt. Aber damit hört es bei mir dann auch so ziemlich auf..ok, ich kann es auf der Landkarte finden, weiß, dass man nicht versuchen sollte, zu Fuß nach Kolumbien zu laufen und dass die Amerikaner es gerne mal einnehmen. Und da ich kein großer Fan von Halbwissen bin, wird es somit dringend Zeit, einmal selbst hinzufahren und mich in Ruhe umzuschauen! Dass es wunderbar warm ist, viele Strände zum Entspannen und Dschungel zum Wandern hat und ich gleich noch mein Spanisch aufbessern kann, waren dann die mich restlich überzeugenden Argumente!

Beginnen werde ich in Panama City (da sitze ich gerade im Flieger von Air Europa via Madrid drin und bin schon gespannt, da die Bewertungen eher durchwachsen waren..aber ach, so günstig!), wo ich mir natürlich den Kanal, die Altstadt und gleich mal ein paar Museen anschauen werde. Danach geht es aber gleich weiter gen Süden an die Pazifikseite, wo ich erstmal etwas auf Haus und Katze aufpassen werde und ein Gespür für das Land bekommen mag! Und viel Kaffee trinken werde, denn dieser muss hier paradiesisch sein!

Panama bietet eine unglaublich reiche Flora und Fauna, worauf ich mich sehr freue. Verrückt aussehende Vögel habe ich schon gegoogelt und es gibt viele Wanderwege, die ich erkunden mag! Einen Vulkan gibt es auch und ich hoffe natürlich, endlich mein absolutes Lieblingstier, einen Tapir, zu sehen. Alle Länder, in denen ich bisher war, wo es auch Tapire gibt, waren nicht von Erfolg gekrönt und ich hoffe sehr, dass ich diesmal mehr Glück habe! Falls wer einen Tapir-Tipp hat, her damit, ein Sanctuary etc konnte ich nicht finden.

Die Unterwasserwelt will ich mir natürlich auch anschauen, wenn ich keine Wale treffe, so doch bestimmt die ein oder andere Meeresschildkröte und viele bunte Fische beim Schnorcheln/Tauchen. Da es einige Inseln gibt, weiß ich noch nicht, wohin es mich verschlagen wird, aber das ergibt sich dann während der insgesamt sechs Wochen, die ich mir in diesem Land gönnen kann 🙂 Hach, die Vorfreude ist ganz groß gerade, ich brauche Sonne!!!

Über Tipps von euch freue ich mich auf jeden Fall, in meinem Freundeskreis war irgendwie noch niemand da und natürlich werde ich dann auch meine Erlebnisse hier mit euch teilen. Arriba!

[Reisen] 18 Stunden in Helsinki!

Mit Finnair bin ich von Delhi nach Frankfurt geflogen und hatte die Wahl zwischen einem kurzen oder einem längeren Zwischenstop in Helsinki. Natürlich muss ich da nicht lange überlegen, in Finnland war ich noch nie und ach, ich bin ein kleiner Skandinavien-Fan! Davon abgesehen war ich davon überzeugt, dass ich nach diesem kurzen Zwischenziel voller Weihnachtseuphorie in Deutschland landen würde! Das hätte besser funktioniert, wenn ich vielleicht eine Winterjacke eingepackt hätte, denn so war Finnland wunderschön. Und ganz schön kalt 😉

Vorneweg: ich bin das erste Mal mit Finnair geflogen und ganz ehrlich ich bin begeistert, was Preis/Leistung angeht. Von Frankfurt ging es bequem und geschwind nach Helsinki (und später zurück), es gab Kaffee und andere Getränke (probiert den Heidelbeer-Saft, soooo gut!) und der Flughafen HEL ist sehr leicht zu navigieren und einfach bequem. Viele Liegen, keine lauten Durchsagen, man kann gut schlafen und auch alles kaufen, was man nur irgendwie benötigen könnte. Auf dem längeren Flug Helsinki-Delhi und Delhi-Helsinki gab es viele Essensoptionen (meine veganen Sachen waren alle sehr lecker), Filme und (gegen Bezahlung) Internet, sowie genug Stauraum für Gepäck sowie Beine. Meine Flüge waren alle nur 50% ausgebucht, somit konnten wir uns alle ausbreiten und kamen ausgeruht am jeweiligen Ziel an. Da die Airline sehr viele Länder anfliegt, bin ich mit Finnair bestimmt nicht zum letzten Mal geflogen!

Jetzt aber zu Helsinki: vom Flughafen kann man bequem für 4,60€ (habt Kleingeld oder kauft das Ticket am Kiosk und nicht am Automaten) mit dem Zug in die Innenstadt fahren und das alle paar Minuten. Sehr praktisch, bequem und man kann nicht in den falschen Zug steigen, da alle Züge dorthin fahren – die Fahrt dauert bisschen über 20 Minuten. Die Innenstadt von Helsinki ist gut zu Fuß zu erkunden, klar, es gibt öffentliche Verkehrsmittel, aber ich bin einfach durch die Straßen gestapft und habe so sehr viel mehr gesehen. Man entdeckt ständig einen kleinen Laden, ein hübsches Haus oder aktuell eben viel Lichterdeko mit Weihnachtsmotiven sowie Weihnachtsmärkte mit allerlei Leckereien.

Da ich erst mittags ankam und das wenige Tageslicht (äh ja, das war nichts..) ausnutzen wollte, lief ich zunächst zur weißen Helsinki Kathedrale und zur roten Uspenski Kathedrale. Da kam ich am Marktplatz mit riesigem Weihnachtsmarkt sowie diversen sehr prachtvollen Einkaufsstraßen vorbei, wo sich die Menschen nur so gedrängt haben. Leider waren die beiden Kirchen schon zu (16.00h!) und zur Felsenkirche habe ich es nicht geschafft. Da diese von innen und nicht aussen sehenswert ist, muss ich da eben nochmal hin! Die Stadt hat enorm viele Parks, welche im Sommer bestimmt super sind, im Winter sind sie zwar sehr schön beleuchtet, der fiese Meerwind macht es aber unmöglich, sich dort hinzusetzen und sich auszuruhen!

Ich habe mir ein bisschen den Hafen mit all seinen riesigen (Kreuzfahrt-)Schiffen angesehen sowie den Outdoor-Swimmingpool kurz ins Auge gefasst. Dieser ist beheizt und direkt im Hafen, aber nein, ich konnte mich nicht überwinden. Wenn ihr euch aufwärmen wollte, es gibt eine riesige Auswahl an Saunen, von günstigen öffentlichen bis hin zu sehr teuren, traditionellen Holzsaunen. Beachtet nur, dass ihr ein Handtuch braucht (meist kann man es ausleihen) und dass sie nicht jeden Tag und sonderlich lange geöffnet sind. Wenn ihr entscheidet, in Helsinki (und nicht wie ich am Flughafen, wobei es sogar da in der Lounge zwei Saunen gibt!!) zu schlafen, sogar die meisten Hostels haben eine Sauna! Ich liebe es!

Um mich aufzuwärmen und noch etwas mehr Kultur zu tanken, habe ich mir zunächst die Nationalbibliothek (wundervolle Architektur) und dann noch das Helsinki City Museum angesehen. Beides liegt nahe beieinander, kostet keinen Eintritt und beschäftigt euch insgesamt so 90 Minuten. Im City Museum fand ich die Ausstellung über Hobos in der Stadt (mit Fotografien sowie Texten des Schriftstellers Johan Knut Harju) sehr interessant; aber auch die nachgebaute Stadtkulisse war sehenswert!

Natürlich knurrte mir mittlerweile auch etwas der Magen und ich wollte natürlich unbedingt eine Zimtschnecke. Lasst euch gesagt sein, wie der Rest Skandinaviens ist auch Helsinki nicht günstig und nachdem ich in einem Cafe einen Preisschock bekam, kaufte ich mir an einem Kiosk in einer Shoppingmall einen (erstaunlicherweise sehr guten) Kaffee und meine Zimtschnecke sowie diverse kulinarische Mitbringsel bei Lidl. Jupps, den Discounter gibt es mittlerweile wirklich überall und die noch warmen, fluffigen Zimtschnecken für 80 Cent waren ein Traum! Da ich davon kein Bild habe, hier ein Stockimage, wenn ich denn im Cafe gesessen und 10 Euro für Kaffee und Gebäck bezahlt hätte 😉

Da ich danach wirklich gut satt war, war das alles, was ich an finnischer Küche probieren konnte. Aber wirklich vegetarierfreundlich ist sie mit all ihrem Fisch und Wild auch nicht, somit kein Verlust. Mit nach Deutschland habe ich dann Pfefferkuchen sowie diverse Sorten Nougat von Fazer gebracht, was sehr gut bei den Beschenkten ankam.

Besonders gefallen hat mir die frische Luft, die gute Laufbarkeit der Stadt, die Architektur sowie die viele Kunst in öffentlichen Räumen und natürlich die Tatsache, dass man sich alle paar Meter irgendwo aufwärmen kann. Das nächste Mal würde ich aber doch mehr Tageslicht zur Verfügung haben und auch ein bisschen mehr Wärme, um die vielen Parks der Stadt zu erkunden.

Seid ihr schon einmal in Helsinki gewesen? Wenn ja, wie hat sie euch gefallen und was könnt ihr besonders empfehlen? Und wie sieht es mit dem Rest von Finnland aus – irgendwelche Tipps, wo ich mal hinfahren sollte?

[Reisen] Phir Milenge, Indien!

Die letzten sechseinhalb Wochen vergingen echt wie nichts und jetzt heißt es schon wieder, Abschied von Indien zu nehmen. Da ich bei vorherigen Aufenthalten immer 4-6 Monate geblieben bin, fühlt es sich aber echt ein wenig zu kurz an; besonders bei dem langen Fliegen. Wobei ich aber mich aber auch sehr freue, mir auf dem Rückflug noch Helsinki anzusehen und dann Weihnachten in Deutschland zu feiern 🙂

Begonnen habe ich mein Abenteuer (wie fast immer) in Delhi und dort ist es heute auch geendet. Dazwischen war ich in den Bergen in Rishikesh, habe meine alte Heimat Varanasi für drei Wochen besucht, mich kurz in Lucknow umgeschaut und dann noch zehn Tage Vipassana-Meditation in Shravasti (an der Grenze zu Nepal, wo Buddha gerne die Monsunzeit verbrachte) erfahren. Zu allem kommt natürlich noch ein bisschen mehr, beim Reisen selbst fehlt mir aber meist einfach die Zeit zum Schreiben, da bin ich lieber draußen und erlebe, treffe Freunde und lerne neue Menschen kennen.

Zum letzten Mal werde ich bestimmt nicht in Indien gewesen sein (ich habe ein gültiges Visum bis nächsten Oktober..), dafür hängt mein Herz einfach zu sehr an dem Subkontinent und seinen vielen, so unterschiedlich und spannenden, Ecken. Noch weiß ich so gar nicht, was ich 2020 machen werde, aber jetzt gerade (nach meinem letzten leckeren Thali) bin ich mir sehr sicher, dass ich bald wieder in Delhi herum stolpern werde!

Seid ihr schon einmal dort gewesen? Für mich war es jetzt das fünfte Mal, aber ich lerne jedes Mal noch immer dazu 🙂

[Reisen] Unterwegs in Myanmar – Mandalay!

Bevor ich mich mit Myanmar beschäftigte, kannte ich den Namen Mandalay nur von einem Buchcover aus dem Bücherregal meiner Eltern – und dachte irgendwie, dass das eine Fantasie-Stadt sei (ich habe auch meine hellen Moment, aber das war definitiv keiner *g*). Dass Mandalay mit etwas über 1,2 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Myanmars ist und 1857 als Königsstadt von König Mindon gegründet wurde, weiß ich jetzt. Leider wurde die Stadt während des 2. Weltkrieges von den Japanern massiv zerstört und durch die Fokussierung auf Yangon als neues Zentrum auch etwas vernachlässigt. Wer sich vielleicht vor seinem Myanmar-Urlaub einlesen und nicht unbedingt nur einen Reiseführer inhalieren mag, ich fand „Der Glaspalast“ von Amitav Ghosh grandios!

Zum Glück sind noch Teile des ehemaligen Königspalastes, welcher sich von Wasser umschloßen in der Stadtmitte befindet. erhalten. Bevor ihr hinlauft, erkundigt euch, welche Brücke für Touristen geöffnet ist (ist nur eine von vier), ich habe mir den Palast nur von außen angesehen, da ich nicht genug Zeit hatte – das Areal ist riesig und man braucht einige Zeit, es zu Fuß zu erkunden!

Geschlafen habe ich in Mandalay sehr zentral, nahe des Bahnhofes, aber trotzdem ruhig im ABC Backpacker Hostel. Mehrbettzimmer, nichts besonderes, aber es gab eine Klimaanlage und leckeres Frühstück auf der Dachterasse. Normalerweise erlaufe ich mir meine Städte, das habe ich hier meist getan, ab und an musste ich aber doch auf die App Grab (wie Uber) zurückgreifen, da das ohne zu Handeln immer billiger als Rikscha mit Verhandeln war. Die App kann ich euch generell für ganz Asien empfehlen und man kann z.b. auch einfach auf Rollern mitfahren, was mir zumindest Spaß macht!

Begonnen habe ich meine Erkundungstour (mit einem ganz lieben israelischen Paar) dann am Fuße des Mandalay Hills. Eigentlich braucht man hier ein Ticket (gilt für sechs Sehenswürdigkeiten und kostet 10 Dollar), da wir aber außerhalb der Saison waren und man wohl Mitleid mit uns hatte, dass wir uns bei diesen Temperaturen den Berg hoch schleppen, bezahlten wir nichts. Und dann ging es hoch und hoch und noch höher, bis man eine grandiose Aussicht über die Stadt hatte. Einen Tempel (nein mehrere) schöne Tempel gibt es hier ebenfalls und man kann auch einiges kaufen – besonders diese Bilder hatten es mir schwer angetan:

Ist man wieder unten, fällt man quasi in die Kuthodaw Paya (und hier musste ich ständig rennen, da mir der Boden die Fußsohlen weggebrannt hat und man keine Socken tragen durfte). Hier seht ihr die kleinen weißen Häuschen, in welchen sich die einzelnen Seiten des Tripitaka befinden – je Seite, ein Tempelchen, womit wir insgesamt bei 729 sind. Ich konnte mir das vorher nicht vorstellen und war auch nicht darauf vorbereitet, wie toll ich es fand! Nicht weit entfernt ist die Sandamuni Paya, in welcher sich der weltgrößte Bronze-Buddha befindet (wenn ihr noch nicht genug habt).

Oben seht ihr den zweitheiligsten Tempel des Landes, Maha Myat Muni Paya. Dieser vier Meter hohe Buddha wird von Männern (Frauen ist der Zutritt nicht erlaubt) mit noch mehr Blattgold versehen und das wird auf Fernseher übertragen. Ich schaute mir das einige Zeit an, der restliche Tempel ist ebenfalls „nett“ mit teilweise sehr alten Wandmalereien und wollte dann eigentlich weiter, aber da macht mir der Monsun irgendwie einen Strich durch die Rechnung. Wenn ihr zwischen 4.30-5.00h kommt, könnt ihr dazu zusehen, wie sein Gesicht gewaschen wird (checkt die Zeiten aber lieber nochmal).

Man sieht es auf dem Bild nicht gut, aber der Tempel wurde überflutet und es hörte einfach nicht mehr auf zu schütten. Nach vielleicht einer halben Stunde habe ich mich mit meinem Schicksal abgefunden, mein Handy in eine Plastiktüte gesteckt und bin einfach losgelaufen. Statt 46 Grad war es jetzt eher 40 Grad und schwül..plus stand das graue Wasser knöcheltief auf der Strasse und wir denken nicht darüber nach, was da alles drin war! Gut, dass ich eh Flipflops anhatte bzw irgendwann barfuß lief.

Kurz stellte ich mich in dieser Werkstatt unter, was toll war. Denn schwupps war ich mittendrin und mir wurde gleich mal erklärt, dass jeder Buddha einzigartig aussieht und wie man sie genau schleift. Da schaute ich dann verschiedenen Künstlern einige Zeit zu und hätte es am liebsten auch einmal ausprobiert!

Kulinarisch blieb ich erneut meiner indischen Küche (ich fand die Restaurants Pan Cherry Indian und Myoma Indian lecker) treu und habe sie mit vielen, frischen Mangos gepimpt. Soooooo süß, soooooo perfekt, ich hätte mich nur von meinem Lieblingsobst ernähren können – und natürlich sehr billig, aber handelt trotzdem, es macht Spaß 😉 Mangosaison ist definitiv meine favorisierte Jahreszeit! Wirklich Streetfood habe ich sonst nicht gegessen, das war leider meist tierlastig, aber ich hatte verdammt gute Veggie Thalis beim Inder (einmal kam ein halber Kopfsalat am Stück auf einer Extraplatte *g*) und in meinem Hostel ein leckeres Frühstück mit meinen Shan Nudeln. Ich lief noch in den Zay Cho Market, da ich mir Essen erhoffte, aber sagen wir so, da gibt es primär Stoffe, viele, viele Stoffe (ich verlief mich prompt und musste dreimal nach dem Ausgang fragen)!

Zur U-Bein-Brücke habe ich es leider nicht mehr gepackt, die soll bei Sonnenuntergang aber atemberaubend sein! Das Shwenandaw Kloster konnte ich nur von außen bewundern (hier wollte sie mein nichtvorhandenes $10-Ticket sehen), aber das Teakholz mit seinen Schnitzereien war auch so beeindruckend! Innen sah es eher dunkel aus, wenn ich mal ehrlich bin. Die Kyauk Taw Gyi Pagoda habe ich zeitlich auslassen müssen, wobei ich den riesigen Marmorbuddha und seine 80 Schüler gerne noch gesehen hätte, schade! Aber man kann einfach nicht alles bei einem kurzen Besuch sehen und das ist auch ok so. Ich lasse mir lieber Zeit an den einzelnen Orten, schaue mir das Treiben an, gebe mir Verschnauf- und Denkpausen und unterhalte mich einfach gerne mit den Menschen.

Am Ende fuhr ich von Mandalay mit dem „Nachtzug“ (es dauert insgesamt fast zwanzig Stunden und war selbst in der ersten Klasse wirklich nicht pralle, aber ja, definitiv ein Erlebnis bei 46 Grad) zurück nach Yangon, von wo es dann weiter nach Singapur ging 🙂 Diesen kann – und sollte man, wenn man wie ich ein paar Tage in der Stadt ist – vorbuchen, das geht problemlos am Bahnhof und garantiert euch, dass ihr einen Platz habt. Aber ich würde euch empfehlen, einen klimatisierten Bus zu nehmen, ihr seht mein Dahinschmilzen auf dem Bild ganz gut und das war, bevor ich fast einen Tag (ohne Fahrtwind, da zu langsam und ständiges Anhalten) in diesem Abteil verbrachte. Plus hätte ich da „auf dem Weg“ noch der Hauptstadt Naypyitaw einen Besuch abstatten können, welche recht sonderlich sein soll!

Wer noch ein bisschen mehr über meine Myanmar-Reise lesen mag, ich habe noch Blogposts zur allgemeinen Vorbereitung, Visum & Yangon, zu Bagan und zu Hsipaw getippt! Und wenn schon wer da war, würde ich mich natürlich wahnsinnig über eure Eindrücke freuen! Ich will unbedingt wieder hin und dann eine der Einladungen annehmen, für ein paar Tage in einem Kloster zu wohnen und zu meditieren!

[Reisen] Unterwegs in Myanmar – Hsipaw!

Nachdem ich mir Yangon und Bagan angesehen hatte, wollte ich doch noch etwas mehr unberührte Natur entdecken und entschied mich, nach Hsipaw, im Shan-Staat im Norden von Myanmar, zu fahren. Dies kann man von Mandalay aus sehr einfach mit dem Bus oder Zug (oder via Anhalter auf einer LKW-Ladefläche) tun, die Anreise an sich ist schon ein kleines Abenteuer und die Natur gewaltig! Endlich mal wieder ein paar Berge und Schluchten sowie enorm serpentinenreiche Straßen für ein wenig Höhenangst! 🙂

Wie ich von Bagan nach Mandalay gekommen und was ich dort unternommen habe, erzähle ich euch morgen genauer, heute geht es nun um meine viel zu kurze Zeit in Hsipaw. Einige Gebiete im Norden sind (u.a. aufgrund des an den Rohinga stattfindenden Genozid) für Touristen nicht zugänglich, ihr werdet hier auch ein wenig mehr Militär sehen, da es zu Aufständen kommen kann. Als unbeteiligte Person an allen Konflikten habe ich mich aber immer sicher gefühlt und wurde von jedem sehr freundlich empfangen. Da ich vorhatte, alleine durch den Dschungel zu wandern, war mir das durchaus wichtig.

Hsipaw selbst ist ein kleiner, etwas verschlafener Ort, welcher gerne aus Ausgangsbasis für Wanderungen genommen wird. Geführte Einzel- und Gruppentouren kann man überall direkt vor Ort buchen, in meinem Hostel Mr Charles Guest House wäre das auch problemlos möglich gewesen. Die Unterkunft ist ruhig, hat einen grandiosen Balkon zum Entspannen (und eines der Bücher aus der riesigen Bücherei lesen) und war erstaunlich gemütlich, sauber und modern. Da sie sich einige Räumlichkeiten mit dem viel teureren Hotel nebenan teilen, bekommt ihr hier grandioses Frühstück und könnt euch auch in die klimatisierten Räume flüchten, denn AC hatte mein Zimmer nicht.

Meinen ersten Tag begann ich recht früh mit einer Wanderung zu den Nam Tok Wasserfällen (nach dieser Quelle), wobei ich ein paar Mal vom Wege abkam und durch Reisfelder kletterte. Was allerdings sehr lustig war, ich überraschte einige Bauern mit meiner Anwesenheit, die sich sehr freuten, sah das Leben am/im Fluss, welcher sowohl als Waschmaschine als auch Badewanne für Mensch und Tier genutzt wurde und sah meine ersten Wasserbüffel. Wer mich kennt, weiß, wie sehr ich mich über alles kuh-ähnliche Getier freue und diese kleinen Schnuckelchen haben mich sehr, sehr glücklich gemacht.

Die Wasserfälle selbst fand ich dann eher unspektakulär (es war aber aufgrund der Trockenzeit kaum Wasser da), aber ich genoß es, meine Beine im kalten Nass zu haben. Dass mir Kinder einfach so eine Mango schenkten, hat es noch besser gemacht und wir hatten Spaß an unseren Kommunikationsversuchen, während wir gemeinsam durch den Fluß kletterten 🙂 Sehr nett war, dass jemand ein paar Flipflops am Ufer stehen ließ, mit denen ich dann schmerzlos auf die andere Seite waten konnte und sie später einfach wieder zurückstellte.

Ich entschied mich, einen anderen Rückweg zu nehmen und lief zunächst durch ein paar kleine Dörfchen, die wohl sehr selten Touristen sehen. Ich fand die Einblicke in das Leben in den „Stelzenhäusern“ sehr spannend, die Armut aber definitiv ins Herz treffend. Alles, was ich von Indien als Armut zu kennen schien, wird hier noch einmal verstärkt aufgezeigt. Die Menschen haben – besonders im Kontrast zum Militär – wirklich kaum etwas in diesem Land. Umso erstaunlicher war es, dass jeder immer lächelte, ich ständig zum Gucken herangewunken wurde und man das Wenige mit mir das teilen wollte, was man hatte. Einfach etwas geben, durfte ich nicht, somit hatte ich immer genug Obst dabei, um immerhin zu „tauschen“ und mich nicht allzu schlecht zu fühlen.

Erneut hatten wir Probleme, uns mit Worten zu verständigen, aber mit Händen und Füßen hat immer irgendwie geklappt und ach, ich habe an diesem Tag wahnsinnig viel gelacht, mit Menschen, von denen ich nichts außer dem Vornamen wusste. Mir wurde u.a. gezeigt, wie man den Wasserbüffel badet und vor den Pflug spannt, aber auch wie man eine Mango richtig schneidet.

Auf meinem Weg kam ich am Shan Palast vorbei, wo ich leider vor verschlossenem Tor stand (beachtet, man hat hier erst am späteren Nachmittag auf). Während des Militärcoups 1962 verschwand der letzte Sawbwa (Sao Kya Seng) von hier und das Gebäude wird seither von der Familie seines Neffen instand gehalten. Dieser war aufgrund regierungskritischer Äußerungen ebenfalls einige Jahre im Gefängnis und wenn das noch nicht interessant genug klingt, die österreichische Frau des letzten Sawbwa hat auch noch ein Buch (Dämmerung über Burma – Inge Sargent) geschrieben.

Natürlich gibt es in Hsipaw viele Tempel, die größte Pagode ist Mahamyatmuni (hat eine Buddhastatue mit Bronze-Gesicht), dann gibt es noch die Central Pagoda, zwei wunderschöne Kloster mit Gebäuden aus Teakholz (und einem Lotus-Teich), einen sehr „alten“ Teil, der sich nach Bagan anfühlt mit halbverfallenen, aber trotzdem noch besuchten Pagoden und von hier ist es nur wenige Minuten bis zum Bayan Baum Nat Schrein (mehr Infos zu Natsgöttern hat Wiki).

Alle Sehenswürdigkeiten kann man bequem zu Fuß erreichen, man kommt dabei immer wieder an sehr spannenden Szenen vorbei, zumindest ich fand die Einblicke in das alltägliche Leben super. Bei einer Gruppe Bauarbeiter (also eine Familie, die sich ein zweites Stockwerk baute) machte ich Pause und wir hatten alle einen Tee. Besser als im westlichen Restaurant 😉

Apropos Essen, man kann hier – wieder viel mit Fleisch finden, ich hatte es an den Straßenständen etwas schwerer, es gibt aber an auf den touristischen Magen angepasste Restaurants. Am Ende gab es meist Reis mit Gemüse und zum Frühstück Shah-Nudeln, was nicht langweilig wurde, da es immer anders gewürzt war und mich einmal gut an meine Schmerzgrenze brachte. Namen kann ich euch leider keine nennen, es war aber immer auf der „Hauptstraße“ oder der Straße direkt vom Bahnhof in die Stadt gehend.

Es gibt neben vielen kleinen Shops auch einen Markt, wo ich allerlei Essen und Kunsthandwerk sowie andere Souvenirs erwerben könnte. Mich haben besonders die Umhängetaschen angesprochen, die haben hier sehr auffällige Muster und wären definitiv das perfekte Mitbringsel gewesen (wenn ich nicht noch zwei Monate mit dem Rucksack unterwegs gewesen wäre..). Solltet ihr also ein bisschen einkaufen wollen, ist Hsipaw euer Ort (und es ist weniger aufdringlich wie in Yangon).

Von Hsipaw aus wollte ich dann mit dem Zug zurück nach Mandalay fahren, was zwar ewig dauert (10-15 Stunden für die 200km lange Strecke), aber es wert ist! Züge in Myanmar sind langsam, alt, die Streckennetze sind ebenfalls schon ein bisschen länger in Benutzung und man hält ewig. Es ist heiß, unbequem und trotzdem großartig! Man kann das Ticket erst am Tag der Abfahrt am Bahnhof kaufen und dann wartet man einfach, dass der Zug irgendwann kommt. Ich lernte eine liebe Reisende aus Amsterdam kennen und zusammen brachten wir diese Strecke dann hinter uns.

Highlight ist ganz klar das Goteik Viadukt, über welches man mit dem Zug fährt. Die höchste Brücke Myanmars ist 689 Meter lang und wirklich nur ein Biest, welches mir enormen Respekt eingeflösst hat. Dass man das damals bauen konnte! Am Boden wird es mit Mienen vor Anschlägen geschützt, oben stehen ebenfalls bewaffnete Soldaten und das ist schon eine komische Atmosphäre. Man gleitet dann seeeeehr langsam über die Brücke, der Zug schwankt gut hin und her und das ist nicht der Moment, sich aus der Tür zu hängen. Denn es geht 102 Meter runter.

Was ich noch in Mandalay gemacht habe, erzähle ich euch dann morgen! Ist wer von euch schon in Hsipaw gewesen? Gerne hätte ich ja eine mehrtätige Wanderung gemacht, denn die Berge waren trotz Hitze einfach nur wunderschön. Das nächste Mal werde ich definitiv mehr Zeit im Norden verbringen und mit vielen, vielen Menschen lachen!