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[Reisen] 18 Stunden in Helsinki!

Mit Finnair bin ich von Delhi nach Frankfurt geflogen und hatte die Wahl zwischen einem kurzen oder einem längeren Zwischenstop in Helsinki. Natürlich muss ich da nicht lange überlegen, in Finnland war ich noch nie und ach, ich bin ein kleiner Skandinavien-Fan! Davon abgesehen war ich davon überzeugt, dass ich nach diesem kurzen Zwischenziel voller Weihnachtseuphorie in Deutschland landen würde! Das hätte besser funktioniert, wenn ich vielleicht eine Winterjacke eingepackt hätte, denn so war Finnland wunderschön. Und ganz schön kalt 😉

Vorneweg: ich bin das erste Mal mit Finnair geflogen und ganz ehrlich ich bin begeistert, was Preis/Leistung angeht. Von Frankfurt ging es bequem und geschwind nach Helsinki (und später zurück), es gab Kaffee und andere Getränke (probiert den Heidelbeer-Saft, soooo gut!) und der Flughafen HEL ist sehr leicht zu navigieren und einfach bequem. Viele Liegen, keine lauten Durchsagen, man kann gut schlafen und auch alles kaufen, was man nur irgendwie benötigen könnte. Auf dem längeren Flug Helsinki-Delhi und Delhi-Helsinki gab es viele Essensoptionen (meine veganen Sachen waren alle sehr lecker), Filme und (gegen Bezahlung) Internet, sowie genug Stauraum für Gepäck sowie Beine. Meine Flüge waren alle nur 50% ausgebucht, somit konnten wir uns alle ausbreiten und kamen ausgeruht am jeweiligen Ziel an. Da die Airline sehr viele Länder anfliegt, bin ich mit Finnair bestimmt nicht zum letzten Mal geflogen!

Jetzt aber zu Helsinki: vom Flughafen kann man bequem für 4,60€ (habt Kleingeld oder kauft das Ticket am Kiosk und nicht am Automaten) mit dem Zug in die Innenstadt fahren und das alle paar Minuten. Sehr praktisch, bequem und man kann nicht in den falschen Zug steigen, da alle Züge dorthin fahren – die Fahrt dauert bisschen über 20 Minuten. Die Innenstadt von Helsinki ist gut zu Fuß zu erkunden, klar, es gibt öffentliche Verkehrsmittel, aber ich bin einfach durch die Straßen gestapft und habe so sehr viel mehr gesehen. Man entdeckt ständig einen kleinen Laden, ein hübsches Haus oder aktuell eben viel Lichterdeko mit Weihnachtsmotiven sowie Weihnachtsmärkte mit allerlei Leckereien.

Da ich erst mittags ankam und das wenige Tageslicht (äh ja, das war nichts..) ausnutzen wollte, lief ich zunächst zur weißen Helsinki Kathedrale und zur roten Uspenski Kathedrale. Da kam ich am Marktplatz mit riesigem Weihnachtsmarkt sowie diversen sehr prachtvollen Einkaufsstraßen vorbei, wo sich die Menschen nur so gedrängt haben. Leider waren die beiden Kirchen schon zu (16.00h!) und zur Felsenkirche habe ich es nicht geschafft. Da diese von innen und nicht aussen sehenswert ist, muss ich da eben nochmal hin! Die Stadt hat enorm viele Parks, welche im Sommer bestimmt super sind, im Winter sind sie zwar sehr schön beleuchtet, der fiese Meerwind macht es aber unmöglich, sich dort hinzusetzen und sich auszuruhen!

Ich habe mir ein bisschen den Hafen mit all seinen riesigen (Kreuzfahrt-)Schiffen angesehen sowie den Outdoor-Swimmingpool kurz ins Auge gefasst. Dieser ist beheizt und direkt im Hafen, aber nein, ich konnte mich nicht überwinden. Wenn ihr euch aufwärmen wollte, es gibt eine riesige Auswahl an Saunen, von günstigen öffentlichen bis hin zu sehr teuren, traditionellen Holzsaunen. Beachtet nur, dass ihr ein Handtuch braucht (meist kann man es ausleihen) und dass sie nicht jeden Tag und sonderlich lange geöffnet sind. Wenn ihr entscheidet, in Helsinki (und nicht wie ich am Flughafen, wobei es sogar da in der Lounge zwei Saunen gibt!!) zu schlafen, sogar die meisten Hostels haben eine Sauna! Ich liebe es!

Um mich aufzuwärmen und noch etwas mehr Kultur zu tanken, habe ich mir zunächst die Nationalbibliothek (wundervolle Architektur) und dann noch das Helsinki City Museum angesehen. Beides liegt nahe beieinander, kostet keinen Eintritt und beschäftigt euch insgesamt so 90 Minuten. Im City Museum fand ich die Ausstellung über Hobos in der Stadt (mit Fotografien sowie Texten des Schriftstellers Johan Knut Harju) sehr interessant; aber auch die nachgebaute Stadtkulisse war sehenswert!

Natürlich knurrte mir mittlerweile auch etwas der Magen und ich wollte natürlich unbedingt eine Zimtschnecke. Lasst euch gesagt sein, wie der Rest Skandinaviens ist auch Helsinki nicht günstig und nachdem ich in einem Cafe einen Preisschock bekam, kaufte ich mir an einem Kiosk in einer Shoppingmall einen (erstaunlicherweise sehr guten) Kaffee und meine Zimtschnecke sowie diverse kulinarische Mitbringsel bei Lidl. Jupps, den Discounter gibt es mittlerweile wirklich überall und die noch warmen, fluffigen Zimtschnecken für 80 Cent waren ein Traum! Da ich davon kein Bild habe, hier ein Stockimage, wenn ich denn im Cafe gesessen und 10 Euro für Kaffee und Gebäck bezahlt hätte 😉

Da ich danach wirklich gut satt war, war das alles, was ich an finnischer Küche probieren konnte. Aber wirklich vegetarierfreundlich ist sie mit all ihrem Fisch und Wild auch nicht, somit kein Verlust. Mit nach Deutschland habe ich dann Pfefferkuchen sowie diverse Sorten Nougat von Fazer gebracht, was sehr gut bei den Beschenkten ankam.

Besonders gefallen hat mir die frische Luft, die gute Laufbarkeit der Stadt, die Architektur sowie die viele Kunst in öffentlichen Räumen und natürlich die Tatsache, dass man sich alle paar Meter irgendwo aufwärmen kann. Das nächste Mal würde ich aber doch mehr Tageslicht zur Verfügung haben und auch ein bisschen mehr Wärme, um die vielen Parks der Stadt zu erkunden.

Seid ihr schon einmal in Helsinki gewesen? Wenn ja, wie hat sie euch gefallen und was könnt ihr besonders empfehlen? Und wie sieht es mit dem Rest von Finnland aus – irgendwelche Tipps, wo ich mal hinfahren sollte?

[Beauty] What’s in my shower – on the road-Edition!

Wenn ich viel mit dem Rucksack unterwegs bin, nehme ich natürlich nur das Nötigste an Pflegeprodukten mit. Da ich in Indien aber länger an einzelnen Orten war und nur wenige Zug- und Busfahrten mit anschließendem Rucksack „durch die Gassen tragen“ hatte, entschied ich mich, zumindest mal Fullsize-Produkte mitzunehmen! Denn die stehen zuhause schon einige Zeit in den Regalen und werden so auch nicht besser.

Da ich eine sehr minimalistische Pflegeroutine habe, gab es also nur vier Produkte: Shampoo, Spülung, Seife und Waschgel für mein Gesicht. In Indien bekam ich dann (warum auch immer..) von einem Freund ein Nivea-Duschgel geschenkt, welches ich jetzt vermehrt nutze, da es schwer ist und ich es gerne leer hätte, bevor ich meinen Rückflug antrete. Kleiner Disclaimer: bis auf meine Seifen habe ich alle Produkte mal als Testprodukte zugeschickt bekommen.

Pantene Pro-V Volumen Pur Shampoo Nach dem ersten Ausprobieren griff ich zuhause lange nicht mehr danach, denn es macht mir einfach keine schönen Haare. Und auch kein Volumen. Ohne Spülung bekomme ich meine Haare nicht durch, sie fetten am Ansatz an Tag 2 schon gut nach und sehen einfach nicht glücklich-glänzend aus. Andere Sorten der Marke funktionieren super, aber diese hier ist nicht meines. Zeit, dass es leer wird!

GUHL Repair & Balance Nährende Sofort Maske Wird von mir als Spülung zweckentfremdet und macht einen guten Job! Man trägt sie auf dem kompletten Haar auf, was ich super finde, denn meine Haare sind durch das Färben trocken und brauchen Hilfe. Riecht gut, man muss sie nur eine Minute einwirken lassen und meine Haare lassen sich durchkämmen, sind geschmeidig und glänzen. So eine „wirklich Intensiv“-Pflege ist die Maske für mich aber nicht, sondern eher eine gute, solide Spülung!

Neutrogena Visibly Clear Anti-Pickel Ölfreies Waschgel Ich hatte es in Deutschland angetestet, fand es aber nicht allzu berauschend, sondern eher etwas zu stark für meine Haut. Im Moment nutze ich es meist morgens und abends, manchmal nur einmal am Tag – und habe viele Hautunreinheiten. Plus viele kleine Pickelchen unter der Haut, was sich nicht gut anfühlt. Meine Haut wird in Indien immer schlechter (muss am Wasser liegen oder an der vielen Milch in all dem Chai, welche ich normalerweise nicht konsumiere) und ich habe auch meine Clarisonic-Bürste nicht dabei, aber das Waschgel spielt dabei bestimmt auch eine Rolle. Ich werde es zurück in Deutschland noch 2-3 Wochen ausprobieren, aber wenn meine Haut in diesem Zustand bleibt, wird es weggegeben.

Feste Seifen (in meiner schicken The Body Shop Dose) Gefühlt habe ich noch 100 kleine Seifen aus diversen Hotels zuhause und da ich sie sehr gerne unterwegs nutze, habe ich einfach drei Stück in meine Dose gequetscht. Das Tolle an festen Seifen ist, dass sie einem im Rucksack nicht auslaufen können, sie kaum Platz wegnehmen und enorm ergiebig sind. Wäsche wasche ich damit auch gerne und die meisten Seifen riecht nicht allzu stark, was mir ebenfalls gefällt, da sie so nicht mit meinem Parfum konkurrieren.

Ihr merkt, ich nutze Reisen auch immer dazu, mich zum Aufbrauchen von Produkten zu zwingen, die ich normalerweise einfach stehenlassen würde (Shampoo und Waschgel) und irgendwann wegwerfen müsste. Mache ich mit Kleidung übrigens auch so: wirklich nicht mehr schöne Unterwäsche, Socken mit Löchern oder totale verwaschene T-Shirts dürfen mit und werden dann nicht mehr mit nach Hause genommen. Meist finden die Oberteile doch noch glückliche Abnehmer oder werden zu Lappen umfunktioniert und das finde ich super 🙂

Wie sieht es bei euch unter der Dusche aus? Ähnlich minimalistisch? Früher hatte ich immer zig Produkte gleichzeitig in Gebrauch, das mache ich mittlerweile (ok, ich bin immer unterwegs..) kaum noch und vermisse es auch nicht sonderlich.

[Reisen] Unterwegs in Myanmar – Mandalay!

Bevor ich mich mit Myanmar beschäftigte, kannte ich den Namen Mandalay nur von einem Buchcover aus dem Bücherregal meiner Eltern – und dachte irgendwie, dass das eine Fantasie-Stadt sei (ich habe auch meine hellen Moment, aber das war definitiv keiner *g*). Dass Mandalay mit etwas über 1,2 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Myanmars ist und 1857 als Königsstadt von König Mindon gegründet wurde, weiß ich jetzt. Leider wurde die Stadt während des 2. Weltkrieges von den Japanern massiv zerstört und durch die Fokussierung auf Yangon als neues Zentrum auch etwas vernachlässigt. Wer sich vielleicht vor seinem Myanmar-Urlaub einlesen und nicht unbedingt nur einen Reiseführer inhalieren mag, ich fand „Der Glaspalast“ von Amitav Ghosh grandios!

Zum Glück sind noch Teile des ehemaligen Königspalastes, welcher sich von Wasser umschloßen in der Stadtmitte befindet. erhalten. Bevor ihr hinlauft, erkundigt euch, welche Brücke für Touristen geöffnet ist (ist nur eine von vier), ich habe mir den Palast nur von außen angesehen, da ich nicht genug Zeit hatte – das Areal ist riesig und man braucht einige Zeit, es zu Fuß zu erkunden!

Geschlafen habe ich in Mandalay sehr zentral, nahe des Bahnhofes, aber trotzdem ruhig im ABC Backpacker Hostel. Mehrbettzimmer, nichts besonderes, aber es gab eine Klimaanlage und leckeres Frühstück auf der Dachterasse. Normalerweise erlaufe ich mir meine Städte, das habe ich hier meist getan, ab und an musste ich aber doch auf die App Grab (wie Uber) zurückgreifen, da das ohne zu Handeln immer billiger als Rikscha mit Verhandeln war. Die App kann ich euch generell für ganz Asien empfehlen und man kann z.b. auch einfach auf Rollern mitfahren, was mir zumindest Spaß macht!

Begonnen habe ich meine Erkundungstour (mit einem ganz lieben israelischen Paar) dann am Fuße des Mandalay Hills. Eigentlich braucht man hier ein Ticket (gilt für sechs Sehenswürdigkeiten und kostet 10 Dollar), da wir aber außerhalb der Saison waren und man wohl Mitleid mit uns hatte, dass wir uns bei diesen Temperaturen den Berg hoch schleppen, bezahlten wir nichts. Und dann ging es hoch und hoch und noch höher, bis man eine grandiose Aussicht über die Stadt hatte. Einen Tempel (nein mehrere) schöne Tempel gibt es hier ebenfalls und man kann auch einiges kaufen – besonders diese Bilder hatten es mir schwer angetan:

Ist man wieder unten, fällt man quasi in die Kuthodaw Paya (und hier musste ich ständig rennen, da mir der Boden die Fußsohlen weggebrannt hat und man keine Socken tragen durfte). Hier seht ihr die kleinen weißen Häuschen, in welchen sich die einzelnen Seiten des Tripitaka befinden – je Seite, ein Tempelchen, womit wir insgesamt bei 729 sind. Ich konnte mir das vorher nicht vorstellen und war auch nicht darauf vorbereitet, wie toll ich es fand! Nicht weit entfernt ist die Sandamuni Paya, in welcher sich der weltgrößte Bronze-Buddha befindet (wenn ihr noch nicht genug habt).

Oben seht ihr den zweitheiligsten Tempel des Landes, Maha Myat Muni Paya. Dieser vier Meter hohe Buddha wird von Männern (Frauen ist der Zutritt nicht erlaubt) mit noch mehr Blattgold versehen und das wird auf Fernseher übertragen. Ich schaute mir das einige Zeit an, der restliche Tempel ist ebenfalls „nett“ mit teilweise sehr alten Wandmalereien und wollte dann eigentlich weiter, aber da macht mir der Monsun irgendwie einen Strich durch die Rechnung. Wenn ihr zwischen 4.30-5.00h kommt, könnt ihr dazu zusehen, wie sein Gesicht gewaschen wird (checkt die Zeiten aber lieber nochmal).

Man sieht es auf dem Bild nicht gut, aber der Tempel wurde überflutet und es hörte einfach nicht mehr auf zu schütten. Nach vielleicht einer halben Stunde habe ich mich mit meinem Schicksal abgefunden, mein Handy in eine Plastiktüte gesteckt und bin einfach losgelaufen. Statt 46 Grad war es jetzt eher 40 Grad und schwül..plus stand das graue Wasser knöcheltief auf der Strasse und wir denken nicht darüber nach, was da alles drin war! Gut, dass ich eh Flipflops anhatte bzw irgendwann barfuß lief.

Kurz stellte ich mich in dieser Werkstatt unter, was toll war. Denn schwupps war ich mittendrin und mir wurde gleich mal erklärt, dass jeder Buddha einzigartig aussieht und wie man sie genau schleift. Da schaute ich dann verschiedenen Künstlern einige Zeit zu und hätte es am liebsten auch einmal ausprobiert!

Kulinarisch blieb ich erneut meiner indischen Küche (ich fand die Restaurants Pan Cherry Indian und Myoma Indian lecker) treu und habe sie mit vielen, frischen Mangos gepimpt. Soooooo süß, soooooo perfekt, ich hätte mich nur von meinem Lieblingsobst ernähren können – und natürlich sehr billig, aber handelt trotzdem, es macht Spaß 😉 Mangosaison ist definitiv meine favorisierte Jahreszeit! Wirklich Streetfood habe ich sonst nicht gegessen, das war leider meist tierlastig, aber ich hatte verdammt gute Veggie Thalis beim Inder (einmal kam ein halber Kopfsalat am Stück auf einer Extraplatte *g*) und in meinem Hostel ein leckeres Frühstück mit meinen Shan Nudeln. Ich lief noch in den Zay Cho Market, da ich mir Essen erhoffte, aber sagen wir so, da gibt es primär Stoffe, viele, viele Stoffe (ich verlief mich prompt und musste dreimal nach dem Ausgang fragen)!

Zur U-Bein-Brücke habe ich es leider nicht mehr gepackt, die soll bei Sonnenuntergang aber atemberaubend sein! Das Shwenandaw Kloster konnte ich nur von außen bewundern (hier wollte sie mein nichtvorhandenes $10-Ticket sehen), aber das Teakholz mit seinen Schnitzereien war auch so beeindruckend! Innen sah es eher dunkel aus, wenn ich mal ehrlich bin. Die Kyauk Taw Gyi Pagoda habe ich zeitlich auslassen müssen, wobei ich den riesigen Marmorbuddha und seine 80 Schüler gerne noch gesehen hätte, schade! Aber man kann einfach nicht alles bei einem kurzen Besuch sehen und das ist auch ok so. Ich lasse mir lieber Zeit an den einzelnen Orten, schaue mir das Treiben an, gebe mir Verschnauf- und Denkpausen und unterhalte mich einfach gerne mit den Menschen.

Am Ende fuhr ich von Mandalay mit dem „Nachtzug“ (es dauert insgesamt fast zwanzig Stunden und war selbst in der ersten Klasse wirklich nicht pralle, aber ja, definitiv ein Erlebnis bei 46 Grad) zurück nach Yangon, von wo es dann weiter nach Singapur ging 🙂 Diesen kann – und sollte man, wenn man wie ich ein paar Tage in der Stadt ist – vorbuchen, das geht problemlos am Bahnhof und garantiert euch, dass ihr einen Platz habt. Aber ich würde euch empfehlen, einen klimatisierten Bus zu nehmen, ihr seht mein Dahinschmilzen auf dem Bild ganz gut und das war, bevor ich fast einen Tag (ohne Fahrtwind, da zu langsam und ständiges Anhalten) in diesem Abteil verbrachte. Plus hätte ich da „auf dem Weg“ noch der Hauptstadt Naypyitaw einen Besuch abstatten können, welche recht sonderlich sein soll!

Wer noch ein bisschen mehr über meine Myanmar-Reise lesen mag, ich habe noch Blogposts zur allgemeinen Vorbereitung, Visum & Yangon, zu Bagan und zu Hsipaw getippt! Und wenn schon wer da war, würde ich mich natürlich wahnsinnig über eure Eindrücke freuen! Ich will unbedingt wieder hin und dann eine der Einladungen annehmen, für ein paar Tage in einem Kloster zu wohnen und zu meditieren!

[Reisen] Unterwegs in Myanmar – Hsipaw!

Nachdem ich mir Yangon und Bagan angesehen hatte, wollte ich doch noch etwas mehr unberührte Natur entdecken und entschied mich, nach Hsipaw, im Shan-Staat im Norden von Myanmar, zu fahren. Dies kann man von Mandalay aus sehr einfach mit dem Bus oder Zug (oder via Anhalter auf einer LKW-Ladefläche) tun, die Anreise an sich ist schon ein kleines Abenteuer und die Natur gewaltig! Endlich mal wieder ein paar Berge und Schluchten sowie enorm serpentinenreiche Straßen für ein wenig Höhenangst! 🙂

Wie ich von Bagan nach Mandalay gekommen und was ich dort unternommen habe, erzähle ich euch morgen genauer, heute geht es nun um meine viel zu kurze Zeit in Hsipaw. Einige Gebiete im Norden sind (u.a. aufgrund des an den Rohinga stattfindenden Genozid) für Touristen nicht zugänglich, ihr werdet hier auch ein wenig mehr Militär sehen, da es zu Aufständen kommen kann. Als unbeteiligte Person an allen Konflikten habe ich mich aber immer sicher gefühlt und wurde von jedem sehr freundlich empfangen. Da ich vorhatte, alleine durch den Dschungel zu wandern, war mir das durchaus wichtig.

Hsipaw selbst ist ein kleiner, etwas verschlafener Ort, welcher gerne aus Ausgangsbasis für Wanderungen genommen wird. Geführte Einzel- und Gruppentouren kann man überall direkt vor Ort buchen, in meinem Hostel Mr Charles Guest House wäre das auch problemlos möglich gewesen. Die Unterkunft ist ruhig, hat einen grandiosen Balkon zum Entspannen (und eines der Bücher aus der riesigen Bücherei lesen) und war erstaunlich gemütlich, sauber und modern. Da sie sich einige Räumlichkeiten mit dem viel teureren Hotel nebenan teilen, bekommt ihr hier grandioses Frühstück und könnt euch auch in die klimatisierten Räume flüchten, denn AC hatte mein Zimmer nicht.

Meinen ersten Tag begann ich recht früh mit einer Wanderung zu den Nam Tok Wasserfällen (nach dieser Quelle), wobei ich ein paar Mal vom Wege abkam und durch Reisfelder kletterte. Was allerdings sehr lustig war, ich überraschte einige Bauern mit meiner Anwesenheit, die sich sehr freuten, sah das Leben am/im Fluss, welcher sowohl als Waschmaschine als auch Badewanne für Mensch und Tier genutzt wurde und sah meine ersten Wasserbüffel. Wer mich kennt, weiß, wie sehr ich mich über alles kuh-ähnliche Getier freue und diese kleinen Schnuckelchen haben mich sehr, sehr glücklich gemacht.

Die Wasserfälle selbst fand ich dann eher unspektakulär (es war aber aufgrund der Trockenzeit kaum Wasser da), aber ich genoß es, meine Beine im kalten Nass zu haben. Dass mir Kinder einfach so eine Mango schenkten, hat es noch besser gemacht und wir hatten Spaß an unseren Kommunikationsversuchen, während wir gemeinsam durch den Fluß kletterten 🙂 Sehr nett war, dass jemand ein paar Flipflops am Ufer stehen ließ, mit denen ich dann schmerzlos auf die andere Seite waten konnte und sie später einfach wieder zurückstellte.

Ich entschied mich, einen anderen Rückweg zu nehmen und lief zunächst durch ein paar kleine Dörfchen, die wohl sehr selten Touristen sehen. Ich fand die Einblicke in das Leben in den „Stelzenhäusern“ sehr spannend, die Armut aber definitiv ins Herz treffend. Alles, was ich von Indien als Armut zu kennen schien, wird hier noch einmal verstärkt aufgezeigt. Die Menschen haben – besonders im Kontrast zum Militär – wirklich kaum etwas in diesem Land. Umso erstaunlicher war es, dass jeder immer lächelte, ich ständig zum Gucken herangewunken wurde und man das Wenige mit mir das teilen wollte, was man hatte. Einfach etwas geben, durfte ich nicht, somit hatte ich immer genug Obst dabei, um immerhin zu „tauschen“ und mich nicht allzu schlecht zu fühlen.

Erneut hatten wir Probleme, uns mit Worten zu verständigen, aber mit Händen und Füßen hat immer irgendwie geklappt und ach, ich habe an diesem Tag wahnsinnig viel gelacht, mit Menschen, von denen ich nichts außer dem Vornamen wusste. Mir wurde u.a. gezeigt, wie man den Wasserbüffel badet und vor den Pflug spannt, aber auch wie man eine Mango richtig schneidet.

Auf meinem Weg kam ich am Shan Palast vorbei, wo ich leider vor verschlossenem Tor stand (beachtet, man hat hier erst am späteren Nachmittag auf). Während des Militärcoups 1962 verschwand der letzte Sawbwa (Sao Kya Seng) von hier und das Gebäude wird seither von der Familie seines Neffen instand gehalten. Dieser war aufgrund regierungskritischer Äußerungen ebenfalls einige Jahre im Gefängnis und wenn das noch nicht interessant genug klingt, die österreichische Frau des letzten Sawbwa hat auch noch ein Buch (Dämmerung über Burma – Inge Sargent) geschrieben.

Natürlich gibt es in Hsipaw viele Tempel, die größte Pagode ist Mahamyatmuni (hat eine Buddhastatue mit Bronze-Gesicht), dann gibt es noch die Central Pagoda, zwei wunderschöne Kloster mit Gebäuden aus Teakholz (und einem Lotus-Teich), einen sehr „alten“ Teil, der sich nach Bagan anfühlt mit halbverfallenen, aber trotzdem noch besuchten Pagoden und von hier ist es nur wenige Minuten bis zum Bayan Baum Nat Schrein (mehr Infos zu Natsgöttern hat Wiki).

Alle Sehenswürdigkeiten kann man bequem zu Fuß erreichen, man kommt dabei immer wieder an sehr spannenden Szenen vorbei, zumindest ich fand die Einblicke in das alltägliche Leben super. Bei einer Gruppe Bauarbeiter (also eine Familie, die sich ein zweites Stockwerk baute) machte ich Pause und wir hatten alle einen Tee. Besser als im westlichen Restaurant 😉

Apropos Essen, man kann hier – wieder viel mit Fleisch finden, ich hatte es an den Straßenständen etwas schwerer, es gibt aber an auf den touristischen Magen angepasste Restaurants. Am Ende gab es meist Reis mit Gemüse und zum Frühstück Shah-Nudeln, was nicht langweilig wurde, da es immer anders gewürzt war und mich einmal gut an meine Schmerzgrenze brachte. Namen kann ich euch leider keine nennen, es war aber immer auf der „Hauptstraße“ oder der Straße direkt vom Bahnhof in die Stadt gehend.

Es gibt neben vielen kleinen Shops auch einen Markt, wo ich allerlei Essen und Kunsthandwerk sowie andere Souvenirs erwerben könnte. Mich haben besonders die Umhängetaschen angesprochen, die haben hier sehr auffällige Muster und wären definitiv das perfekte Mitbringsel gewesen (wenn ich nicht noch zwei Monate mit dem Rucksack unterwegs gewesen wäre..). Solltet ihr also ein bisschen einkaufen wollen, ist Hsipaw euer Ort (und es ist weniger aufdringlich wie in Yangon).

Von Hsipaw aus wollte ich dann mit dem Zug zurück nach Mandalay fahren, was zwar ewig dauert (10-15 Stunden für die 200km lange Strecke), aber es wert ist! Züge in Myanmar sind langsam, alt, die Streckennetze sind ebenfalls schon ein bisschen länger in Benutzung und man hält ewig. Es ist heiß, unbequem und trotzdem großartig! Man kann das Ticket erst am Tag der Abfahrt am Bahnhof kaufen und dann wartet man einfach, dass der Zug irgendwann kommt. Ich lernte eine liebe Reisende aus Amsterdam kennen und zusammen brachten wir diese Strecke dann hinter uns.

Highlight ist ganz klar das Goteik Viadukt, über welches man mit dem Zug fährt. Die höchste Brücke Myanmars ist 689 Meter lang und wirklich nur ein Biest, welches mir enormen Respekt eingeflösst hat. Dass man das damals bauen konnte! Am Boden wird es mit Mienen vor Anschlägen geschützt, oben stehen ebenfalls bewaffnete Soldaten und das ist schon eine komische Atmosphäre. Man gleitet dann seeeeehr langsam über die Brücke, der Zug schwankt gut hin und her und das ist nicht der Moment, sich aus der Tür zu hängen. Denn es geht 102 Meter runter.

Was ich noch in Mandalay gemacht habe, erzähle ich euch dann morgen! Ist wer von euch schon in Hsipaw gewesen? Gerne hätte ich ja eine mehrtätige Wanderung gemacht, denn die Berge waren trotz Hitze einfach nur wunderschön. Das nächste Mal werde ich definitiv mehr Zeit im Norden verbringen und mit vielen, vielen Menschen lachen!

[Reisen] Unterwegs in Myanmar – Bagan!

Gestern habe ich euch schon ein wenig von meiner Myanmar-Reisevorbereitung (Stichpunkt: Visum!) sowie den ersten Eindrücken aus Yangon berichtet, heute geht es aber gleich mit einem Highlight meiner Reise weiter, nämlich mit Bagan!

Sobald man sich mit Myanmar zu befassen beginnt, wird man über Bagan stolpern. Berühmt sind vor allem die Bilder mit den vielen Heißluftballons, welche über die Tempelruinen schweben. Da ich ein wenig off-sasion unterwegs war, konnte ich mir dieses Erlebnis nicht mehr „gönnen“; meine Höhenangst hätte da aber eh nicht sonderlich gut mitgespielt.

Bagan kann mit dem Bus, Zug oder via Boot erreicht werden und ich habe mich für einen Nachtbus von Yangon aus entschieden. Diesen habe ich online bei easybook im Angebot für 9€ gebucht und mein ausgedrucktes Ticket dann einfach zum Busbahnhof mitgenommen. Der Bahnhof liegt außerhalb der Stadt, plant ausreichend Zeit ein, um hinzukommen und dort euer Terminal zu finden, denn er ist mehr ein kleines, schlecht ausgeschildertes Dorf und nicht eine klar erkennbare Abfahrtshalle. Mein Bus fuhr gegen 21.00h los und am nächsten Tag waren wir gegen 10.00h am Busbahnhof in Bagan. Der Bus war klimatisiert (also sehr kalt, nehmt euch eine Decke und einen Schal mit), hielt einmal zum Essen/auf Toilette gehen und holperte sonst mit vielleicht 50km/h durch die Nacht. Da es stockdunkel war, konnte man kaum etwas erkennen, was schade war, denn ich wüsste gerne, wie Myanmar in der Ecke ausgesehen hat!

Wenn ihr die horrenden Taxpreise am Bahnhof nicht bezahlen wollt, lauft einfach an der Schranke vorbei und stellt euch an die Straße. Ich musste keine Minute warten und hatte eine Riksha für 1/5 des Preises. Um Bagan zu betreten, müsst ihr an einem der Häuschen ein 5-Tages-Ticket für 25.000Kyat (knapp 15€) kaufen, welches zwar nicht einmal bei mir kontrolliert wurde, aber ich gebe das Geld gerne, wenn es denn den Tempeln zugute kommt.

Geschlafen habe ich in Bagan im Royal Rose Motel, welches das luxuriöseste Zimmer war, das ich in ganz Myanmar hatte. Ein gigantisches Frühstück auf der tollen Terasse (welches ich als Lunch immer noch einpackte), riesiges, bequemes Bett, funktionierende Klimaanlage und Ruhe direkt neben den ersten Tempeln – hier will ich definitiv noch einmal hin! Ich entschied mich bewusst dafür, in Nyaung Oo zu schlafen, da es dort weniger trubbelig als in New Bagan und billiger als in Old Bagan war, ich alles aber gut erreichen konnte.

Bagan war die ehemalige Königsstadt des birmanischen Reiches und soll um 850 herum entstanden sein. Ihre unzähligen Tempel (um die 5000) sind heutzutage nicht mehr allzu gut erhalten, etwa 1000 kann man noch betreten, viele sind als (zugewachsene, halbverfallene) Ruinen nur noch von außen zu bewundern. Bitte klettert nicht hoch, um den Sonnenauf-/untergang zu bewundern, das gehört sich einfach nicht.

Insgesamt macht es wahnsinnig Spaß, das sehr große und weitläufige Areal zu Fuß/mit dem Fahrrad zu erkunden. Denn man fühlt sich wie Indiana Jones, welcher vielleicht doch noch einen Schatz findet, zumindest aber Spinnen, Skorpione und Schlangen. Da es kaum noch Touristen hier gab und die wenigstens bei 46 Grad in der prallen Sonne herumlaufen wollten, hatte ich diesen riesigen Abenteuerspielplatz wieder ziemlich für mich! Ein paar Kühe gab es ab und zu noch sowie vereinzelte Bewohner, mit denen ich mich so gut es ging unterhielt.

Der am besten konservierte Ananda-Tempel sticht mit seiner Größe schon etwas aus der Masse heraus. Er ist mit seinem verzierten, weißen Tor und seinem 55m hohen Turm auch definitiv einen Besuch wert; im Endeffekt haben mir meine kleinen, nicht einmal ausgeleuchteten Tempel, welche ich mit meiner Taschenlampenapp erkundete und mich dann in Ruhe vor einem der vielen Buddhas zum Nachdenken niederließ, aber besser gefallen! In den weniger besuchten Tempeln fühlte es sich einfach „realer“ an, mal stolperte ich über einen schlafenden Menschen oder eine Maus und hatte nicht das Gefühl, wie am Ananda-Tempel, dass es doch wieder nur um Geld geht.

Einige Tempel hatten Schilder in englischer Sprache, daher weiß ich, dass ich u.a. noch im Shwesandaw, Shwezigon, Manuhar und Dhamma Ynagyi Tempel war. Wer genauere Infos über die einzelnen Tempel mag, sollte sich aber doch vielleicht eine Tour mit Guide gönnen, ich hatte mich nur vorher ein bisschen eingelesen und dann lieber direkt vor Ort erkundet. Mit ein paar Mönchen kam ich ins Gespräch und als ich dann ein Altenheim fand (mein wissenschaftliches Steckenpferd) bin ich natürlich gleich noch da rein und habe mich mal unterhalten 😉

Kulinarisch kann ich euch das Moon Vegetarian Restaurant (nahe des Ananda Tempels) für mittags empfehlen, sie hatten sehr leckere Eistees & Säfte und abends war ich immer beim Bibo Bar & Restaurant, das Curry war zum Niederknien gut! Danach fiel ich nur noch ins Bett, denn das viele Laufen in der Sonne war anstrengend und mein Körper wollte nur noch in das kühle Zimmer und ein paar Liter Wasser bekommen; wirklich viel kann man abends aber auch nicht tun, außer in den Hostels, wo es ein paar Pools gibt, das kühle Nass genießen.

Bagan hat mich sehr, sehr glücklich gemacht; das Laufen und Erkunden unzähliger Tempel, die netten Menschen, die sich nur unterhalten und mir nichts verkaufen wollten, die vielen Katzen, die sich kuscheln ließen, die Ruhe, die mir sehr gut getan hat und die Momente, „alleine mit Buddha“ in diversen dunklen Grotten, welche ich nicht so schnell vergessen werde. Gerne wäre ich noch 1-2 Tage länger geblieben (oder hätte ein Fahrrad ausgeliehen, aber die meisten Verleiher hatten schon zu wegen der off saison), um noch mehr zu sehen, bis zum Fluss habe ich es z.b. nicht geschafft. Aber somit ist das doch schon ein guter Grund, noch einmal zu kommen und dann das 5-Tages-Ticket komplett auszunutzen!

Von Bagan aus ging es dann mittags mit dem Bus weiter nach Mandalay und ach, was war ich gespannt! Haltet mich für dumm, aber bevor ich mich mit Myanmar beschäftigt habe, dachte ich ernsthaft, dass Mandalay ein Phantasie-Ort sei 😉 Hätte ich vielleicht doch mal den ein oder anderen Reiseführer lesen sollen *g*

[Reisen] Unterwegs in Myanmar – Reisevorbereitung, Visum und 1. Stop: Yangon!

Myanmar (bzw Burma/Birma, wie es früher hieß) stand schon sehr, SEHR lange auf meiner Reiseliste. Irgendwie habe ich es dann aber nie hingekriegt, mich wirklich damit zu befassen, wie ich überhaupt ein Visum bekomme und wie leicht/schwierig es ist, dort alleine mit dem Rucksack herumzureisen. Also geriet es ein wenig in Vergessenheit, bis ich diesen Mai dann gedacht habe, es soll kein zweites Kuba werden. Äh was? Ich habe es verpasst, irgendwann im letzten Jahrzehnt mal nach Kuba zu fahren, was ich ebenfalls immer wollte. Und nun ist Kuba einfach nicht mehr das Kuba, welches ich besuchen wollte..und bevor mir das mit Myanmar geschieht, los jetzt!

RECHERCHE 1: FLUG UND VISUM

Wie immer habe ich damit begonnen, mir Flüge zu suchen. Da ich nicht nur nach Myanmar wollte, habe ich den Trip einfach mit einer Runde Malaysia und Singapur verbunden und bin im Endeffekt mit Condor von Frankfurt nach Malaysia und von Kuala Lumpur weiter nach Yangon (ehemals Rangoon) mit Malaysia Airlines geflogen. So sehr ich auch (unbegründete) Angst vor dem letzten Flug hatte, ich war absolut begeistert, Malaysia Airlines hat mir mit das beste Flugzeugessen serviert, welches ich je hatte! Würde ich sogar im Restaurant erneut bestellen, so lecker war es! Ich entschied mich, auch von Yangon wieder auszureisen, geflogen bin ich mit Jetstar (einer australischen low cost airline) nach Singapur und auch das hat problemlos geklappt! Man hätte auch von Mandalay aus fliegen können – das ist der andere internationale Flughafen in Myanmar – aber die Flüge waren einfach dreimal so teuer.

Man benötigt ein Visum für Myanmar, welches es nicht on arrival gibt. Es kann aber einfach online als eVisa bei der Botschaft beantragen, was ich dann auch getan habe. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich es dann schon und habe 40€ für ein Touristenvisum mit einmaliger Einreise und 30 Tage Aufenthaltsdauer gezahlt. Das habe ich dann als Ausdruck mitgenommen und die Einreise in Yangon hat keine fünf Minuten gedauert. Der Grenzbeamte dort hat aber auch kein eines Wort English gesprochen, somit hätte er mich auch nichts fragen können.

RECHERCHE 2: WOHIN UND WIE?

Mit googlemaps habe ich dann einfach mal genauer geschaut, wo Yangon eigentlich liegt und welche Straßen/Zugverbindungen es so gibt 😉 Man kann Myanmar auf vier Wegen bereisen: per Flugzeug, Zug, Bus oder per Anhalter. Mietwagen gibt es wohl auch ein paar ganz wenige, aber ich sage euch, die Straßen sind wirklich schlecht und viele Verkehrsteilnehmer fahren nicht unbedingt nach Regeln, also ich würde das nicht unbedingt empfehlen. Am Ende bin ich meist mit dem Nachtbus gefahren, was machmal ganz bequem und ein Mal die Hölle war, aber sehr günstig und man hat sich das Hotel und Zeit gespart. Mit dem Zug fuhr ich von Mandalay nach Yangon, da ich die Erfahrung machen wollte, aber nach über 20 Stunden hatte ich da auch kaum noch Lust (dazu dann im Blogpost über Mandalay mehr). Wenn man einfach nur verwirrt an der Straße steht, halten die wenigen Autos, die es gibt, aber eigentlich auch sofort an und nehmen einen mit. Geht auch ohne Sprachkenntnisse und auf LKW-Ladeflächen mit diversen Arbeitern zu sitzen, macht mir leider immer noch verdammt viel Spaß! 😉

Da ich nur mit einem gaaaaanz groben Plan reise, sah dieser am Ende folgendermaßen aus: Yangon – Bagan – Mandalay – Hsipaw – Mandalay – Yangon. Ich wollte mich nicht hetzen, sondern lieber wenige Orte intensiver sehen und hatte schon viel Reisezeit eingeplant; im Endeffekt hat es aber dann doch noch einiges länger gedauert, von A nach B und C zu kommen. Also, wenn ihr es euch zeitlich leisten könnt, nutzt die 30 Tage Visum komplett aus! 🙂 Wer sich etwas professioneller vorbereiten mag, es gibt natürlich sowohl von Lonely Planet als auch von Stefan Loose sehr ausführliche Reiseführer!

RECHERCHE 3: REIN NACH YANGON!

Am Flughafen angekommen, habe ich zunächst mal Geld abgehoben in der Landeswährung Kyat (1000Kyat sind etwa 75 Cent), mir ein Wasser gekauft, um einen Schein klein zu kriegen und mich dann bei den sehr motivierten Taxifahrern zur Bushaltestelle durchgefragt. Denn es gibt einen Bus, der vom Flughafen in die Innenstadt fährt und das 24 Stunden am Tag für 500 Kyat (und klimatisiert!). Somit bekam ich schon einen schönen ersten Eindruck von Myanmar, welches enorm vom Buddhismus dominiert wird, fühlte mich gleich an Indien, aber irgendwie auch Thailand erinnert und war froh, dass die 46 Grad von draußen gerade nicht in den Bus eindrungen. Mit meiner maps.me App verfolgte ich ein wenig auf der Karte, wo wir gerade waren und stieg dann nahe meiner ersten Unterkunft, nicht weit vom Fluss, aus. Englisch sprach hier ebenfalls keiner, aber ich wurde unentwegt angestarrt und angelächelt, denn seit Betreten des Flugzeuges in KL hatte ich keinen anderen, europäisch aussehenden, Touristen mehr in meiner Nähe gehabt. Man sticht in Myanmar definitiv aus der Masse heraus, aber ich fand es großartig, in meiner gesamten Aufenthaltszeit vielleicht fünfzehn andere Touristen getroffen zu haben!

Geschlafen habe ich in insgesamt zwei Unterkünften, beide SEHR budgetfreundlich, aber vollkommen in Ordnung. Man kann in Myanmar entweder sehr teuer oder sehr billig reisen, viele „Mittelklasseunterkünfte“ habe ich nicht gesehen, war aber auch nicht mein Such-Schwerpunkt. Da ich zentral schlafen wollte und mir die Stadt erlaufen wollte, entschied ich mich am Ende für das BaobaBed Hostel (8€/Nacht) und das Shwe Yo Vintage Hostel (5€/Nacht). Beide kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen, sie waren sauber, das Wifi ging, das Frühstück war vorhanden und ja, es gab Stromausfälle, aber die gibt es in der gesamten Stadt ab und zu (zu viele Klimaanlagen..).

RECHERCHE 4: THINGS TO DO!

Meinen ersten Tag in einer fremden Stadt beginne ich mit Herumstreifen, wobei ich immer schon so 1-2 Sehenswürdigkeiten im Kopf habe, die ich sehen mag. Yangon hat gefühlt an jeder Ecke einen Tempel/Pagoda, ich wollte natürlich zunächst einmal die Shwedagon Pagoda besichtigen und lief somit gen Norden. Die Stadt hat einige große Straßen, aber auch viele kleinere Gassen, in denen es von Straßenhändlern, Garküchen und Menschen nur so wimmelt. Man bekommt gleich einen Eindruck von der spannenden Mischung aus portugiesischem, britischen, indischen, chinesischen, niederländischen Erbe der Burmesen und ach, ich konnte mich gar nicht sattsehen! Die Pagoda selbst sieht man schon von weitem, ihr Gold strahlt über die Stadt und ist einfach nur beeindruckend. Selten bleibe ich stehen und muss wirklich laut „Wow“ sagen, aber hier war das der Fall! Besuchen kann man sie von 5-22.00h, der Eintrittspreis liegt aktuell bei 10.000Kyat und ihr solltet respektvoll gekleidet sein (keine kurzen Sachen, keine Leggings) und eure Schuhe & Socken ausziehen; ansonsten bekommt ihr gegen Pfand ein Tuch, welches ihr euch umwickeln dürft. Das Gelände der Pagoda ist riesig, man kann so viel ansehen und sich einfach mal hinsetzen und die Atmosphäre genießen, ist zu empfehlen. Man wird ebenfalls häufig angesprochen, die Menschen wollen ihr Englisch üben oder einfach nur mal kurz neben euch sitzen 🙂

Ebenfalls angesehen habe ich mir in Yangon die Sule Pagoda und die St. Mary’s Kirche (ich bin der Mittagshitze kurzfristig entflohen), sowie den People’s Park, das Aung San’s Haus und das Nationalmuseum. Letzteres kann ich leider nicht empfehlen, es war so, so dunkel darin, man konnte überhaupt nicht sehen, schade! Ansonsten bin ich wie gesagt einfach durch die Straßen geschlendert, habe mir einige kleine, meist namenlose, Kunstgalerien angesehen, auch mal eine fancy Shoppingmall im westlichen Stil (die haben immerhin öffentliche Toiletten!), sowie viele lokale Märkte. Es war gerade Mango-Saison, was mich sehr glücklich gemacht hat.

RECHERCHE 5: ESSEN, ESSEN, ESSEN!

Man denkt zwar immer, Südostasien ist ein Paradies für Vegetarier, aber dem ist nicht wirklich so. Wirklich lokale Küche konnte ich kaum essen, da immer Fleisch/Fisch drinnen aber, aber dank der vielen Inder, die noch immer in Myanmar leben, gibt es viele und sehr gute indische Restaurants, an denen ich mich laben konnte. In Kombination mit gutem heißen/kalten Kaffee von Straßenständen, viel frischer Mango und leckeren (Eis-)Kaffees sowie -tees habe ich es mir gutgehen lassen. Besonders gut fand ich es im Neapli & Indian Food (648 Merchant Road) sowie insgesamt in Little India um die Anawratha Road, wo beim Thali immer wieder nachgekippt wurde) herum. Einen südindischen Tempel könnt ihr dort ebenfalls bewundern! Ansonsten gibt es viel Fisch an Nachtmärkten, wo ich zwar drüberlief, aber dann meist nur noch einen süßen Nachtisch fand.

Am Ende meines Aufenthalts wollte ich eigentlich noch ein wenig mein Bargeld auf zwei Märkten loswerden, doch da beide geschlossen hatten, ging ich schließlich zu einer Fußmassage bei Health Blessing und die war richtig, richtig gut!

Insgesamt reichen drei Tage in Yangon locker, man kann auch nach zwei Tagen schon weiterreisen, was ich getan habe, da ich noch den letzten Tag vorm Abflug wieder in der Stadt sein wollte. Denn „so viel zu besichtigen“ gibt es nicht, viele Tempel könnt ihr euch anschauen und auch mit den Mönchen/Nonnen ins Gespräch kommen, aber viel Erklärung gibt es nicht zur z.b. Architektur & Geschichte. Nach dem echt langen Flug und dem kleinen Hitzeschock habe ich mir für alles Zeit gelassen und mich dann für einen Nachtbus nach Bagan entschieden, worüber ich euch morgen mehr berichte!

Ist wer von euch schon einmal in Myanmar gewesen? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Ich würde ja sofort wieder für einen kompletten Monat hin (ich wurde von diversen Mönchen eingeladen, doch längere Zeit in einem Kloster dort zu verbringen), wenn es nicht noch so viele andere Orte geben würde, die ich auch noch sehen mag.

[Reisen] Unterwegs in Heidelberg!

Die letzten 1,5 Wochen war ich in Heidelberg, meiner ehemaligen Universitätsstadt, unterwegs und hatte das große Glück, eine Bleibe direkt an den Neckarwiesen zu haben. So konnte ich das phänomenal gute Wetter nutzen und viel in der Sonne liegen und den Blick auf das Heidelberger Schloss genießen. Zwar bin ich jetzt nicht mehr sehr touristisch in der Stadt unterwegs, aber ich dachte mir, ich gebe euch mal kurz ein paar Ideen, was man in der Stadt so unternehmen kann!

Natürlich muss ich mit dem Heidelberger Schloss beginnen, welches immer einen Besuch wert ist. Es thront über der Altstadt, bietet einen wunderschönen Blick über die Stadt und lässt einen – wenn man ein wenig von den Massen wegläuft – zur Ruhe kommen. Man kann den Königsstuhl entweder hinaufsteigen oder die Bergbahn nehmen, je nachdem, wie man Lust und Zeit hat. Das Apothekermuseum, welches sich im Schloss befindet, kann besucht werden, ich fand es damals aber eher unspektakulär.

Anschließend bietet sich ein Spaziergang durch die Altstadt geradezu an. Hier kommt ihr an einigen Kirchen (Heiliggeistkirche und Jesuitenkirche) vorbei, habt eine schön erhaltene Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster (Haus Zum Ritter und alles rund um den Marktplatz), ein paar Museen (Völkerkundemuseum, Kurpfälzisches Museum, Heidelberger Kunstverein) und Universitätsgebäude. Ein Besuch in der Universitätsbibliothek lohnt definitiv, da das Gebäude an sich schon spannend ist, meist aber auch in den Fluren eine Ausstellung zu finden ist. Der Studentenkarzer sollte auch angeschaut werden, er befindet sich in Laufnähe von der Bibliothek und ist der Ort, wo früher Studenten „inhaftiert“ wurden, die sich schlecht benommen haben.

Die Alte Brücke ist ebenfalls ein Touristenmagnet und ich muss zugeben, sie ist aber auch einfach schön! Einen netten Neckarblick gibt es dazu, berührt den „Brückenaffen“, das bringt Glück und lauft auf die andere Flussseite gen Philosophenweg. Hier kann man schöne Spaziergänge machen, wenn ihr etwas Zeit habt, ist der Aufstieg zur Thingstätte meine Empfehlung. Hier war ich zwar nur einmal zu einer 1. Mai Feier, was einen unschönen Beigeschmack hatte, aber alleine bei Tageslicht würde ich hier erneut hinlaufen.

Die „andere“ Neckarseite, wo ich wohnte, hat einiges zu bieten. Zunächst einmal die Neckarwiesen, wo man entspannt in der Sonne sitzen kann und viel Fußgänger- und Radwege, die zum Schlendern einladen. Wenn ihr wollt, könnt ihr bis ins Neuenheimer Feld auf den Uni-Campus laufen und beim Zoo einmarschieren oder meinen persönlichen Lieblingsort, den Botanischen Garten kostenlos besuchen. Hier sind weniger Touristen unterwegs, man findet immer einen Sitzplatz im Cafe und am Platz der St. Johann der Täufer Kirche gibt es einige nette Geschäfte und Läden (wenn ihr in der seeeeehr langen Fußgängerzone voller Geschäfte noch nichts gefunden habt). Wem hier immer noch zu viel los ist, macht doch eine Schifffahrt nach Neckarsteinach oder fahrt mit dem Auto ein Stück raus, ich habe mal in Neckargemünd gewohnt, wo es wunderbar beschaulich ist.

Wenn es um’s Essen geht, kann ich euch nur wenige Tipps geben, ich finde nämlich, dass viele Restaurants hier nicht sonderlich gut, aber aufgrund der Touristen ziemlich überteuert sind. Authentisch, günstig und sehr studentisch geht es im Vater Rhein zu, die Mensa im Marstall bietet auch Nicht-Studenten leckere Gerichte an, bei Raja Rani findet ihr indische Küche, bei Mahmoud’s die besten Falafel der Stadt und bei der alteingesessenen Bäckerei Gundel solltet ihr einen Heidelberger Pflasterstein probieren. Ein Besuch im Heidelberger Zuckerladen sollte nicht vergessen werden, aber geht hier am Besten hin, nachdem ihr gegessen habt und nur noch einen Nachtisch braucht, sonst kann es böse enden 😉

Solltet ihr eine günstige, zentrale Übernachtungsmöglichkeit suchen, ich habe schon ein paar Mal in Steffis Hostel geschlafen und mag es dort sehr. Man ist mittendrin, aber es ist dennoch ruhig, die Betten bequem und die Zimmer sowie Gemeinschaftsräume wunderschön eingerichtet. Wobei ich sagen würde, dass ein Tagesausflug reicht, um die Stadt zu erkunden, wenn ihr nicht noch eine Wanderung oder Schifffahrt unternehmen wollt.

Habt ihr noch ein paar Tipps, was man in Heidelberg getan haben sollte? Wie gefällt euch meine Uni-Stadt? 🙂

[Reisen] Thailand – das perfekte Reiseland für Asien-„Einsteiger“!

Ich werde häufig gefragt, welches Land ich denn empfehlen würde, wenn es nach Asien gehen soll, die Person aber noch nicht da gewesen ist. Natürlich würde mein Herz da am liebsten sofort „Indien“ schreien, aber Indien kann sehr überwältigend sein. Ein asiatisches, aber eben doch sehr einfach zu bereisendes Land ist für mich Thailand und heute will ich euch einmal erzählen wieso. Zunächst einmal gibt es ein überwältigendes Angebot an Pauschalreisen nach Thailand, wenn ihr euch noch nicht traut, alles auf eigene Faust zu organisieren. Ob die Berge im Norden (mein Beitrag zu Chiang Mai), eine der vielen wunderschönen Inseln (mein Geheimtipp bleibt Koh Jum) oder einfach ein erster Städtetrip ins aufregende Bangkok, für jeden gibt es das passende Angebot!

1. Die Anreise & Einreise ist spielend einfach.

Man kann von eigentlich jedem größeren Flughafen (teilweise verrückt günstig) nach Bangkok fliegen und das meist nonstop. Somit müsst ihr euch keine Gedanken darum machen, Anschlussflüge er erwischen oder ob euer Gepäck auch mit umsteigt 😉 Die Einreise ist ebenfalls einfach (ihr dürft nur keine buddhistischen Tattoos haben, die der Einreisebeamte sehen kann, das ist nämlich verboten und wird euch daran hindern, einzureisen). Mit einem deutschen Reisepass bekommt man ein kostenloses Visum on arrival und ich musste auch keinen Rückflug vorweisen.

2. Günstig, aber angenehm.

Thailand ist im Vergleich mit Deutschland natürlich viel günstiger, wenn es um Übernachtung und Lebenskosten vor Ort geht, im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern aber natürlich etwas teurer. Dafür bekommt man aber auch mehr für sein Geld, die Hotels sind meist in einem sehr guten, sauberen Zustand, man hat hier kein Problem mit Duschen, die kein heißes Wasser haben oder Kakerlaken, die einen besuchen. Womit ich persönlich mittlerweile zu leben weiß, aber als Einsteiger freut man sich bestimmt, wenn man es etwas komfortabler hat. Besonders günstig sind hier 4-Sternehotels, die ich mir sonst nicht leisten könnte. Gleichzeitig bekommt man auch alles, was man sich nur wünschen kann. Bangkok ist zum Beispiel sehr westlich orientiert und wenn ihr keine Lust mehr auf Essen von den vielen lokalen Märkten habt, könnt ihr euch auch in eine der vielen Shopping Malls zurückziehen und eine gute Pizza essen oder zu anderem Fast Food flüchten. Mir persönlich hängt Reis nach ein paar Wochen noch nicht zu Hals heraus, aber ich habe mich doch sehr gefreut, dass ich mir einen Blizzard bei Dairy Queen gönnen konnte!

3. Herumreisen ist leicht – auch ohne Thai-Sprachkenntnisse.

Angenommen, ihr habt eine Pauschalreise ins JW Marriott Phuket Resort gebucht, wollt euer Luxushotel am Strand aber doch einmal verlassen. Dann könnt ihr euch entweder mit einem Tuktuk günstig fortbewegen oder euch einfach einen Roller mieten. Klar, man fährt hier ein wenig anders, aber ich habe es nicht als sehr gefährlich empfunden, sondern hatte meinen Spaß. In den größeren Städten wie Bangkok kann man sich auch super mit der Metro oder den öffentlichen Bussen fortbewegen, man muss nur bedenken, dass sie nachts irgendwann aufhören (oder man verpasst wie ich die letzte Bahn und läuft dann zwei Stunden durch das sehr spannende nächtliche Bangkok zurück zum Hostel *g*). Wenn ihr etwas mehr vom Land sehen wollt, kann ich euch sowohl die Überlandbusse (wo man sogar wie im Flugzeug Essen serviert bekommt) oder die Züge empfehlen, die alle erstaunlich pünktlich sowie natürlich günstig waren. Kann man mittlerweile alles vorher online auf Englisch buchen, am Bahn-/Busbahnhof sprechen sie aber gut Englisch.

4. Stereotyp „jeder ist enorm freundlich“ stimmt. Fast.

Thailänder sind wirklich enorm freundlich, lächeln und versuchen einem zu helfen. Natürlich gibt es auch den ein oder anderen schlecht gelaunten Zeitgenossen, aber im Großen und Ganzen hatte ich in meinen vier Wochen Aufenthalt Glück. Nicht jeder spricht super Englisch, aber man will sich unterhalten und versucht dies mit Händen und Füßen.Also denkt nicht, dass euch jeder nur als laufenden Geldschein sieht und euch etwas andrehen will, das Interesse an euch ist meist aufrichtig und oft endet es damit, dass man bei jemandem Fremdem plötzlich zuhause sitzt und Tee trinkt 😉

5. Strand, Berge, Stadt und Tempel.

Sehr schön ist, dass ihr in Thailand „alles“ auf einmal bekommt. Und das nicht sehr weit voneinander entfernt, besonders wenn man sich einen Inlandsflug gönnt. Ob ihr lieber Lust auf entspannten Badeurlaub mit Tauchen habt, im Norden die Berge bewandern wollt, eher Bangkok erkunden wollt oder euch mit den kulturellen und historischen Begebenheiten des Landes näher auseinandersetzen wollt, Thailand hat einfach alles. Und viele sehr talentierte Tattoo-Artists, wobei mich immer noch die Tattoos, welche von Mönchen auf traditionelle Weise gestochen werden, sehr, sehr reizen. Und egal, wohin es euch verschlägt, eine Massage werdet ihr euch leider auch gönnen müssen, denn die sind wirklich gut und natürlich ebenfalls sehr preiswert. Nach einem langen Erkundungstag durch Bangkok den Abend mit einer Fußmassage auf offener Straße ausklingen zu lassen, was gibt es besseres!

Seid ihr schon einmal in Thailand gewesen oder steht es auf eurer Reiseliste? Wenn ja, würdet ihr dem denn zustimmen, dass es ein gutes Einsteiger-Land ist? Was würdet ihr jedem Thailand-Reisenden empfehlen?

[Reisen] 10 Dinge, die mich in Tel Aviv überrascht haben!

Aktuell reise ich noch durch Israel (laaaaanger Blogpost kommt Ende Februar), aber ich dachte mir, ich schreibe mal zehn Dinge auf, die mich in Tel Aviv überrascht haben. Vorneweg muss ich aber sagen, dass ich mich wie immer nicht vorher schlau gelesen habe, wenn ich in ein neues Land reise, sondern alle Eindrücke unvoreingenommen aufsaugen will. Da gibt es dann natürlich immer wieder ein paar „Aha“-Erlebnisse und die teile ich nun mit euch!

1. Wow, ist hier grün!

In meiner Vorstellung lag Tel Aviv zwar am Meer, war aber irgendwie sandig und trocken. Was es so absolut nicht ist! Die Stadt besteht nur so aus Parks und Alleen, es wachsen die wundervollsten Pflanzen, Bäume und auch Kakteen, es blüht und fühlt sich irgendwie fast tropisch an. Dazu kommen dann noch angelegte Parks und man kann keine zehn Minuten laufen, bis man an irgendeiner Grünfläche vorbeikommt.

2. Hund & Katze kann jede Stadt, hier regieren Fledermäuse!

Tel Aviv ist die Hauptstadt der Hunde(besitzer), in keiner anderen Stadt leben so viele Hunde! Straßenhunde habe ich dafür noch gar keine getroffen, aber viele, viele Katzen. Welche jedoch alle gut genährt sind, keine Angst. Was mich aber sofort fasziniert hat, ist, dass mitten in der Stadt (ich wohnte am Habima Platz) riesige Fledermäuse leben. Und zwar nicht 1-2 Stück, nein ganze Schwärme bevölkern die riesigen Bäume und ach, hier hätte ich so gerne eine richtige Kamera gehabt, mein Handy konnte da keine gute Aufnahme hinkriegen. Zwar habe ich gehörigen Respekt vor Fledermäusen, aber wenn ich meine Haare zusammen habe, sehe ich ihnen gerne beim Herumflattern zu.

3. Nee, geboren bin ich hier nicht!

Natürlich kam ich während meines Aufenthaltes mit vielen Menschen ins Gespräch, aber lustigerweise war nur einer in Tel Aviv geboren. Die meisten kommen nicht einmal aus Israel, haben zwei Pässe und leben mal hier und mal in der ehemaligen Heimat (gerne UK und Australien). Mit meiner deutschen Nationalität konnten einige Menschen (leider, verständlicherweise) so gar nichts anfangen, somit sagte ich meist, mein Akzent stamme aus den Niederlanden oder der Schweiz. Es waren sehr spannende Lebensgeschichten, die ich zu hören bekam und die Gründe, wieso man nun in Tel Aviv lebte.

4. Vegan? Gar kein Problem!

Oftmals habe ich es beim Reisen schwer, etwas veganes zu finden. Tel Aviv ist neben der Hunde, auch noch die Hauptstadt der Veganer. Wobei viele Gerichte per se schon vegan sind (Falafel! Hummus!) und gar nicht groß geändert werden müssen. Aber meist gibt es eine vegane Alternative, wenn das eigentliche Gericht Tier in irgendeiner Form enthält. Im Grunde findet man hier aber auch alles, was das Herz begehrt, von der argentinischen Bäckerei bis hin zur koreanischen Café.

5. Boah, ist das teuer hier.

Warum ich mir einredete, dass Israel preislich irgendwie in Asien liegt..gute Frage. Nein, hier ist alles, wirklich alles verdammt teuer. Ob im Supermarkt, am Straßenstand (Falafel für 7€), ein Zugticket oder im Hostel (Mehrbettzimmer ab 20€), mein Geldbeutel wimmerte hier täglich. Dabei war ich doch letzten Monat erst in London und fast an das Preisniveau gewöhnt, aber ich dachte, wenn ich hier auf den Markt gehe, kann ich handeln und bekomme günstig Obst und Gemüse, Fehlanzeige.

6. Museum umsonst? Wo gibt es das denn!

Hier war ich ebenfalls von den letzten Ländern verwöhnt, wo die Museen umsonst, manchmal umsonst oder eben günstig waren. Hier legt man locker seine 10€ hin, wenn man z.b. ins Kunstmuseum will und ich finde leider, dass hier das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt. Umsonst gesehen habe ich lediglich das Ben Gurion Haus und somit waren meine Entertainment-Ausgaben definitiv höher wie in London und Mexiko City.

7. Schönes, kaltes Meer.

Ok, das liegt an der Jahreszeit und an meiner Empfindlichkeit, somit meckere ich gar nicht, aber hui ist das Mittelmeer aktuell noch kalt. Dazu geht hier ein stetig rauer Wind und somit ist statt schwimmen lieber surfen angesagt. Wobei an den Stränden überall Warnschilder wegen gefährlichen Strömungen sind und jedes Jahr Menschen verunglücken – somit saß ich nach einem einzigen Wasserkontakt lieber mit Buch am Strand.

8. Tel Aviv liebt Bücher!

Mein Herz hupfte, als ich ständig an öffentlichen Bücherschränken vorbeilief. Zwar ist der Großteil auf hebräisch, aber man findet auch einige englischsprachige Bücher. Schön gemacht ist, dass es immer noch bequeme Sitzgelegenheiten gibt, sodass man sich gleich eine Auszeit gönnen kann. Buchgeschäfte gibt es ebenfalls sehr viele und besonders der Flohmarkt in Jaffa hat mich zum Stöbern gebracht.

9. Sieht ja aus wie Dubai..und Dessau!

Dass Tel Aviv modern ist und Hochhäuser hat, das habe ich mir gedacht. Dass diese aber so fancy und außergewöhnlich vom Design her sind, hat mich umgehauen. Teilweise kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus und wurde sehr an Dubai erinnert. Dies kollidiert dann mit der „White City“, wie der Stadtteil voller Bauhaus-Architektur genannt wird. Ich mag den Stil sehr gerne, zum Ansehen, nicht zum Drin-Leben und hatte auch dort meine Freude..aber das ist doch ein starker Kontrast und hatte mit meinem Tel Aviv Bild (welches ich eher in Jaffa und im Bezirk Florentin fand) nicht viel zu tun.

10. Die Sache mit dem Sabbat.

Was war ich gespannt, wie genau ein gelebter Sabbat aussah. Ich habe das zwar in Brooklyn schon etwas kennengelernt, aber in Tel Aviv ist das natürlich etwas ganz anderes. Dachte ich. Erwartet habe ich, dass die Stadt freitags absolut verrückt ist und jeder alles bis nachmittags erledigt und dann „ruht“. Sabbataufzüge habe ich sofort kennengelernt, aber sonst ist eher wenig mit Ruhe. Viele Geschäfte schließen am Nachmittag, aber nicht gerade wenige sind durchgehend geöffnet und somit „ruht“ die Stadt nicht wirklich. Man bevölkert den Strand und genießt das Leben, kann notfalls aber auch samstags noch einkaufen. Am Sabbat isst man gerne Barches, geflochtenes Brot, und oh ist das lecker; hier muss ich sagen, dass ich wirklich traurig war, dass ich dies nicht auch unter der Woche gefunden habe.

Wenn ihr wollt, könnt ihr auf Instagram genau verfolgen, wo ich gerade in Israel unterwegs bin und vielleicht habt ihr ja noch einen Reise- oder Essenstipp für mich, was ich unbedingt erlebt haben muss? Seid ihr schon einmal in Tel Aviv gewesen? Wie hat es euch gefallen?

[Reisen] Stopover in Amsterdam!

Amsterdam ist eine Stadt, die ich seit Urzeiten schon erleben mag. Aber irgendwie ist immer der Wurm drin und wir kommen nicht zusammen. Normalerweise wäre ich auch jetzt im Winter nicht auf die Idee gekommen, doch während ich nach Flügen nach Tel Aviv suchte, stolperte ich über eine sehr günstige Variante mit KLM. Von Frankfurt nach Amsterdam, 10 Stunden tagsüber Aufenthalt in Amsterdam und dann abends entspannt weiter nach Tel Aviv. Für insgesamt 80€. Das war für mich dann doch etwas zu schicksalhaft, um es auszuschlagen und somit habe ich es endlich in die niederländische Metropole geschafft. Die verdammt kalte und regnerische, aber wir meckern nicht, denn ich habe endlich Amsterdam gesehen, wooohooo!

Von Schipol kommt man geschwind mit dem Zug zum Hauptbahnhof und somit habe ich dies auch getan. Ich kaufte mir gleich ein Hin- und Rückticket für 9€ und war keine 20 Minuten später mitten in der Stadt. Da ich einen Rucksack und Handgepäckskoffer hatte, habe ich diesen direkt im Hauptbahnhof in einem Schließfach eingeschlossen. Was mich noch einmal 7€ gekostet hat, leider gibt es hier keine Stunden-, sondern nur Tagestarife. Aber gut, für insgesamt 16€ hatte ich nun Hin- und Rückfahrt sowie mein Gepäck los 🙂 Der Bahnhof an und für sich ist schon ein sehr sehenswertes Gebäude und kaum verlässt man ihn, sieht man schon ein wunderbar klischeehaftes Stadtbild mit Grachten und Kirchen 🙂

Ich lief die sehr bekannte und somit gut bevölkerte Damrak entlang und musste natürlich gleich mal die vielgelobten Fritten von Manneken Pis probieren. Welche absolut in Ordnung, aber nicht unsagbar gut waren, die vielen verschiedenen Soßen hingegen waren ein kleiner Traum und ich habe mich etwas durchprobiert. Futternd lief ich durch die Fußgängerzone und ließ mich etwas treiben – in der Gegend gibt es aber eigentlich nur wohlbekannte Shops sowie viel zu essen. Da ich kein Interesse am Einkaufen hatte, ging es nun weiter zum Königlichen Palast, den ich mir jedoch nur von außen ansah. Auf dem Platz steht ebenfalls noch die neue Kirche, ein National Monument und Madame Tussauds. Da es anfing zu regnen, lief ich zum Stadtarchiv, welches eine kostenlose Ausstellung über Amsterdam hat. Das Gebäude an sich ist schon sehenswert, die Geschichte der Stadt gut aufbereitet und sie haben sogar ein Kino, wo ich mir einen Film mit Zeitzeugen ansah. Ein nettes Cafe gab es ebenfalls und somit wartete ich hier, bis der Regen etwas nachließ.

Hauptaktivität für mich war, die Stadt etwas zu „fühlen“ und somit lief ich an vielen Grachten entlang, sah in die kleinen Seitenstraßen und entschied mich gegen jedes große Museum. Denn das hätte mich einfach zu viel Zeit gekostet und hetzen will ich mich nicht – zum Glück sah ich einige tolle Werke von Van Gogh vor Kurzem in London. Am Anne Frank sowie Rembrandt Haus lief ich ebenfalls vorbei und nach etwa 17 Kilometern brauchte ich doch eine Stärkung. Ein Freund empfiehl mir die Kekse von Van Stapele und diesen Tipp muss ich euch weitergeben. Allein der Geruch! Da lief einem schon das Wasser im Mund zusammen, obwohl man noch nicht einmal im Laden, sondern in der Schlange auf der Straße stand. Achja, kauft auf jeden Fall mehr als ein oder zwei Kekse, das erspart euch, noch einmal vorbeizulaufen! Ansonsten könnt ihr – wenn ihr denn wollt – in vielen Geschäften auch eine kleine Käseprobe machen und herausfinden, welcher euch besonders gut schmeckt.

Nicht weit entfernt vom Bahnhof befindet sich die Basilika des Heiligen Nikolas, die ich mir von innen anschaute und mich dann auf den Weg zur öffentlichen Bibliothek machte. Von deren Panorama-Restaurant soll man einen tollen Blick auf die Stadt haben, aber leider ist die Terrasse im Winter geschlossen und die Fenster eher schmutzig. Aber ein wenig Aussicht konnte ich doch noch genießen und ein wenig in der Bibliothek stöbern. Man braucht keinen Ausweis, sondern kann sich einfach so darin aufhalten, es gibt wieder ein Cafe und sogar gutes Wifi. Leider wollte das Wetter wirklich nicht, denn mein Plan war, noch eine der kostenlosen Fähren vom Hauptbahnhof nach Overhoeks zu nehmen, mir das Filmmuseum anzusehen sowie einen schönen Blick auf die Stadt zu erhaschen. Aber all das bestätigt mich nur darin, dass ich vielleicht zur Tulpensaison noch einmal kommen muss!

Das sind jetzt vielleicht nicht die typischen Tipps, was man an einem halben Tag in Amsterdam machen sollte, aber ich hatte Spaß. Und weiß jetzt, dass die Stadt neben Rembrandt noch von booking.com beherrscht wird, die hatten irgendwie überall ihre Büros. Bevor es zurück zum Flughafen ging, war ich noch beim niederländischen Aldi und kaufte mir ein paar Snacks, aber die hätte es gar nicht gebraucht, denn KLM hatte bei dem billigen Flugpreis sogar noch Essen an Bord dabei und so genoß ich kurz nach 22 Uhr noch Gemüse-Pasta, Salat und Karottenkuchen. So kann die Anreise nach Tel Aviv doch ablaufen, oder? Und was habe ich mich gefreut, als ich dort dann morgens um 3 endlich meinen Wintermantel öffnen (nicht ausziehen) konnte 🙂

Seid ihr schon einmal in Amsterdam gewesen oder wollt ihr demnächst hin? Habt ihr einen Tipp, was man unbedingt erleben sollte?