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[Reisen] Zurück nach Nord-Indien!

In etwa drei Stunden werde ich endlich – ENDLICH – wieder indischen Boden betreten. Fast drei Jahre ist es her, dass ich zuletzt in Varanasi gewohnt habe und ach, mir fehlen meine Freunde, das Essen und die besondere Atmosphäre, die ich nur an diesem Ort der Welt bisher gespürt habe, einfach wahnsinnig. Da Indien aber auch nicht das einfachste und entspannendste Land ist und ich nicht nur mal „schnell“ drei Wochen hinfliegen wollte, hatte es vorher einfach nicht gepasst.

Dies war am 28.12.2016 meine letzte Sicht über Varanasi, bevor es mit einem Freund damals noch drei Wochen durch die Bundesstaaten Uttar Pradesh und Rajasthan ging. Dieses Mal fliege ich mit Finnair (fragt mich nicht wieso, aber Frankfurt-Helsinki-Delhi muss wohl eine sehr beliebte und dadurch auch günstige Route sein) und schaue mir zunächst ein bisschen Natur in Uttarakhand an und gehe wandern, bevor es dann 19 Stunden mit dem Zug von Hardiwar nach Varanasi (pünktlich um Dev Deepavali zu feiern) geht! Dort kann ich dann entweder gleich vier Wochen bleiben oder je nach Lust und Laune noch ein bisschen den Osten Indiens erkunden! Nach Kolkata würde ich auch sofort wieder, die Stadt gefiel mir enorm gut beim letzten Besuch. Aber ich plane da nicht, denn es passieren eh immer Dinge, die meine Pläne wieder umwerfen würden.

Da ich nun etwas über sechs Wochen (absolut nicht genug, aber dann kommt Weihnachten) in Indien bleiben werde, habe ich kein e-Visum, sondern mir ein ganz normales 1-Jahres-Visum mit mehreren Einreisen geholt, sodass ich sogar nächstes Jahr einfach wieder hinfliegen kann, wenn ich Lust habe und den bürokratischen, etwas zeitraubenden Einreise-Stress nicht habe. Mal schauen, ob das passieren wird, noch weiß ich so gar nicht, wie ich das Jahr 2020 (krass, 2020!) gestalten werde. Das Visum kann man in Frankfurt ganz leicht beim IGCS, beantragen, solltet ihr das auch machen wollen – in dem Büro kriegt man auch schon einen ersten Eindruck von Indien 😉 Es gibt sogar ein bis fünf Jahre gültiges Touristenvisum und ich habe schon sehr damit geliebäugelt..vielleicht beim nächsten Mal!

Seid ihr schon einmal in Indien gewesen oder wollt ihr demnächst einmal hin? Ist zufällig wer Mitte November in Varanasi unterwegs? Wenn ihr Tipps für Nordindien haben wollt oder Fragen habt, gerne her damit – ich versuche jeden davon zu überzeugen, dass man mindestens einmal im Leben dagewesen sein sollte!

[Fashion] Mein neuer Achat-Ring als Urlaubserinnerung!

Die letzten drei Wochen war ich mit Mama in den USA unterwegs und es ging quer durch Washington, Idaho, Wyoming, Montana und Oregon. Immer dabei war auch Achat, da man dieses Quarz-Variante hier überall finden kann. Nicht, dass wir das in der Natur getan haben, aber dafür haben wir es zuerst in diversen Museen bewundert und dann auch in Geschäften, wo man wunderschönen Schmuck daraus kaufen konnte. Da ich Steine liebe, war es somit absolut kein Nachdenken, als meine Mama einen Ring als Urlaubserinnerung wollte – da musste ich mir doch auch gleich noch einen kaufen 😉 Übrigens genau an dem Ort, wo ich meinen allerersten Grauwal gesehen habe, besser geht es doch nicht!

Das Besondere am Achat ist, dass er solch spannende, unterschiedlich bunte Streifenmuster bietet und ich mag die Kombination mit Türkis, welches mich an das Meer erinnert, sehr gerne! Bisschen bunter wie mein üblicher, sehr reduzierter Silberschmuck, aber er macht gute Laune und ist eben ein Souvenir und kein täglich zu tragender Ring.

Laut Hildegard von Bingen soll der Stein übrigens auch bei giftigen Schlangen- und Spinnenbissen helfen und sogar bei Schlaflosigkeit, somit war das vielleicht gar nicht die verkehrteste Wahl bei meinem Lebenswandel 😉 Ich erfreue mich gerade auf jeden Fall sehr an ihm, habe ich doch beim Wandern auf dem PCT überhaupt keinen Schmuck getragen und denke, dass er auch mit mir nach Indien fliegen darf Ende des Monats. Dort kann es dann ja gar nicht genug Farbe sein!

Ringe aus natürlichem Edelstein sind erstaunlicherweise sehr günstig, wir haben für unsere Ringe je 2,50€ gezahlt, bei Amazon bekommt ihr sie paketeweise (z.b. 10 Stück für 7,50€). Da ich etwas Bedenken habe, dass er mir irgendwann „brechen wird“, kann man das notfalls auch verschmerzen, aber jetzt wird er erst einmal mit einem dicken Grinsen angestarrt und an den letzten Tagen in Oregon noch ausgeführt!

Bringt ihr euch auch gerne Schmuck als Urlaubserinnerung mit (ist so klein und leicht, passt immer noch irgendwie in den Koffer)? Trägt noch wer gerne Ringe aus natürlichem Edelstein, vielleicht ja sogar aus Achat? 🙂

[Reisen] Die letzten Kilometer auf dem Pacific Crest Trail!

Ich muss diesen Beitrag vorbloggen, da ich aktuell weder Internet noch Zeit habe. Seit dem 11.9. bin ich auf meinen letzten Pacific Crest Trail Kilometern unterwegs und zwar auf dem Stück von Santiam Pass (bei Bend) hoch an die Grenze zu Washington. Dieses verrücke Abenteuer, welches ich am 17. Mai letzten Jahres an der mexikanischen Grenze gestartet habe (und dieses Jahr dann am 18. Juli erneut in Angriff genommen habe, dieses Mal von der kanadischen Grenze aus) ist fast vorbei. Morgen werde ich in Cascade Locks ankommen und mich per Anhalter auf nach Portland machen.

Ich bin es nicht durchgehend von A nach B gelaufen, aber ich bin es gelaufen. 2650 Meilen voller Freude, Lachen, sprachlosmachender, überwältigender Natur, stillen Momenten, Tränen und Wut. Keine Minute, keinen Schritt will ich missen oder vergessen. Zu wissen, dass diese Tage, an denen man nichts anderes tun muss, als aufzustehen und zu laufen, fast vorbei sind, macht mich traurig. Dieses „wow, was habe ich da geleistet, ich muss stolz sein“-Gefuehl habe ich nicht, sondern eher dieses „ich muss eines meiner selbstgewählten Zuhause verlassen“-Denken.

Ich glaube nicht, dass ich den PCT noch einmal laufen werde, Teile davon vielleicht, aber ich bin jemand, der eigentlich lieber neue Ecken erkundet statt an altbekannte Orte zurueckkehrt. Aber es gibt zum Glück ja noch den ein oder anderen langen Wanderweg auf unserem Planeten..und in Neuseeland war ich auch noch nie!

Da wir aktuell 22.00h in Bend haben (morgen früh geht es dann zurück auf den Trail) und ich noch packen, waschen und mich organisieren muss, höre ich jetzt auf zu tippen und melde mich dann erst wieder aus Portland, wenn mich die „reale“ Welt wieder hat. Drückt mir die Daumen, dass die letzten Tage nicht schrecklich kalt und nass waren, sondern ich sie noch so richtig geniessen konnte – besonders auf Mount Hood freue ich mich! 🙂

[Reisen] Berlin und seine Seen – einfach perfekt zum Relaxen!

Die Hauptstadt Deutschlands hat einiges in petto. Nicht ohne Grund zieht es hier Jahr für Jahr Touristen aus aller Welt her. Ein Highlight sind ohne Frage die Berliner Seen. Berlin hat einige schöne Seen und für jeden Reisetyp dürfte etwas dabei sein. Ob in der Sonne liegen und baden, frisches Bier im Biergarten genießen oder mit einem Boot die Schönheit der Umgebung erleben – es wird einiges geboten. Und aus dem Grund wollen wir uns nun die schönsten Seen Deutschlands anschauen.

Weißer See
Dieser Landsee in Pankow ist vor allem wegen seines Freizeitangebots beliebt. Besucher finden hier schöne Cafés, ein Strandbad und eine Umgebung, die einfach nur zum Verweilen einlädt. Hausboot mieten Berlin? Auch das gehört zu den Dingen, die hier möglich sind. Vor Ort gibt es nämlich einen Bootsverleih. Wer lieber über das Internet bucht und die Angebote erst einmal vergleichen möchte, sollte sich ein Bootsvermietungsportal anschauen. Es gibt einige seriöse Anbieter mit guten Angeboten.

Tegeler See
Der zweitgrößte See Berlins lockt Besucher mit einer Minigolfanlage, gemütlichen Cafés, Spielplätzen, Inseln und ausreichend Möglichkeiten zum Baden. Keine Frage also, dass der Tegeler See perfekt für Familien ist. Doch auch wer einfach nur Entspannung sucht, dürfte hierfür ein geeignetes Plätzchen finden.


Schlachtensee
Badegäste gibt es am Schlachtensee reichlich. Mit einer Fläche von mehr als 40 Hektar ist ja auch genug Platz zum Baden da. Der Schlachtensee ist der größte der Grunewaldseenkette und bietet auch ein Restaurant mit Biergarten sowie einen Bootsverleih. Beliebt ist der See aber vor allem wegen seines sieben Kilometer langen Uferwegs. Dieser ist von Wald umgeben und ein Hotspot für Spaziergänger, Jogger und Nordic Walker.


Lietzensee
Leider ist nicht in jedem See Berlins das Baden möglich. Dazu gehört auch der Lietzensee, da es keine flachen Uferstellen (mehr) gibt. Dafür ist der See mit seinen Liegewiesen ein idealer Ort, wenn es um Entspannung und Ruhe geht. Sogar Künstler kommen hierher, um Inspiration zu finden. Mit seinem Park bietet der Lietzensee ja auch die besten Voraussetzungen. Außerdem gibt es Cafés, Bars und sogar Restaurants. Es gibt also auch kulinarisch was zu entdecken.


Krumme Lanke

Angler wissen die Krumme Lanke zu schätzen. Hier finden sich viele gute Spots zum Angeln, achtzehn verschiedene Fischarten und die Landschaft ist einfach ideal für etwas Entspannung. Wer FKK mag – an der Krummen Lanke ist Freikörperkultur überall erlaubt. Man könnte praktisch sagen, dass sie zum See dazugehört. Hinzukommen Sandstrände und eine Badewiese. Ein echter Geheimtipp!


Plötzensee
Der Plötzensee befindet sich in der Nähe des Volksparks Rehberge und kann unter anderem mit seinen Sportangeboten punkten. Es gibt mehrere gut ausgestattete Sportplätze. Egal ob Tischtennis, Volleyball oder Fußball – es gibt ausreichend Möglichkeiten, um sich fit zu halten. Baden ist erlaubt. Dasselbe gilt für FKK. Allerdings nur an den hierfür vorgesehenen Bereichen. Das Eingangsgebäude des Freibads am Plötzensee steht übrigens unter Denkmalschutz. Wer Kultur mag und sich für Monumente interessiert, kann hier ein paar gute Fotos machen.

Auch wenn der Sommer sich verabschiedet hat, all diese Seen laden zu wunderbaren Herbstspaziergängen ein, wenn euch die Stadt zu hektisch wird. Welches ist ehemaligen euer liebster See rund um Berlin?

[Reisen] Tschüss Deutschland, Hallo Südostasien!

Wenn alles geklappt hat, sollte ich nun so langsam in Yangon aus dem Flieger stolpern und meine zwei Wochen Myanmar beginnen! Oh, was freue ich mich, dieses mir bisher so unbekannte Land zu entdecken, hoffentlich viel über den Buddhismus zu lernen und einige unberührte Ecken zu finden. Aber solange ich es nach Bagan (Bild oben) schaffe und mir im Bus/Zug nicht vollends schlecht wird; und ich all diese Tempel mit dem Fahrrad in Ruhe erkunden kann, bin ich schon vollkommen zufrieden!

Danach geht es weiter nach Singapur, wo ich einige Wochen bleiben und auf Wohnung/Hund aufpassen sowie viel mit Freunden machen wollte. Das wird jetzt kurzfristig leider nichts, da die Frau ihren Arbeitstrip nach Sri Lanka abgesagt hat – so schlafe ich 2-3 Nächte bei einem Freund auf der Couch und werde mir danach wohl Malaysia etwas genauer angucken. Ein Land, dessen Flughafen ich mittlerweile zweimal besucht habe, aber das war es dann auch schon. Die Landschaft sieht auf jeden Fall atemberaubend aus und hier kann ich mich schon durch den Dschungel streifen und am Strand liegen sehen. Wenn alles klappt, kann ich dann noch eine Woche in Kuala Lumpur auf eine andere Wohnung und ein kleines Katzentier aufpassen, aber hier plane ich jetzt einfach mal nur lose mit. KL werde ich mir aber definitiv ansehen! Meine erste Brieffreunden – als ich zwölf war – kam vom hier, schade, dass wir keinen Kontakt mehr haben, das wäre definitiv lustig geworden!

Ende Juni geht es dann aber doch noch mal für 2,5 Wochen nach Singapur, wo ich dann all die Treffen, die für vorher geplant waren, nachhole, Haus/Hund hüte und die Korrekturen an meine Doktorarbeit auch noch irgendwie reinquetsche. Da ich jetzt aber davor doch noch so 2-3 Wochen freie Zeit habe, meine Frage an euch: wo würdet ihr denn von Singapur/Kuala Lumpur aus hinfahren/fliegen? Gibt es ein Ziel, welches ihr mir empfehlen könnt? Ich bin von der Auswahl eher überfordert, habe jetzt schon meine Freunde vor Ort gefragt, aber die fliegen gleich wieder ihre 5-6 Stunden und ich will doch lieber „in der Nähe“ bleiben (ganze 2,5 Sekunden habe ich auch mit Darwin in Australien geliebäugelt, da mir das Outback noch fehlt *hust*)..und meinen Tauchschein finden, dass ich endlich mal wieder zum Tauchen komme, da kann ich notfalls auch geschwind nach Thailand hochfahren, wenn mir sonst nichts einfällt 😉

[Reisen] Unterwegs in Heidelberg!

Die letzten 1,5 Wochen war ich in Heidelberg, meiner ehemaligen Universitätsstadt, unterwegs und hatte das große Glück, eine Bleibe direkt an den Neckarwiesen zu haben. So konnte ich das phänomenal gute Wetter nutzen und viel in der Sonne liegen und den Blick auf das Heidelberger Schloss genießen. Zwar bin ich jetzt nicht mehr sehr touristisch in der Stadt unterwegs, aber ich dachte mir, ich gebe euch mal kurz ein paar Ideen, was man in der Stadt so unternehmen kann!

Natürlich muss ich mit dem Heidelberger Schloss beginnen, welches immer einen Besuch wert ist. Es thront über der Altstadt, bietet einen wunderschönen Blick über die Stadt und lässt einen – wenn man ein wenig von den Massen wegläuft – zur Ruhe kommen. Man kann den Königsstuhl entweder hinaufsteigen oder die Bergbahn nehmen, je nachdem, wie man Lust und Zeit hat. Das Apothekermuseum, welches sich im Schloss befindet, kann besucht werden, ich fand es damals aber eher unspektakulär.

Anschließend bietet sich ein Spaziergang durch die Altstadt geradezu an. Hier kommt ihr an einigen Kirchen (Heiliggeistkirche und Jesuitenkirche) vorbei, habt eine schön erhaltene Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster (Haus Zum Ritter und alles rund um den Marktplatz), ein paar Museen (Völkerkundemuseum, Kurpfälzisches Museum, Heidelberger Kunstverein) und Universitätsgebäude. Ein Besuch in der Universitätsbibliothek lohnt definitiv, da das Gebäude an sich schon spannend ist, meist aber auch in den Fluren eine Ausstellung zu finden ist. Der Studentenkarzer sollte auch angeschaut werden, er befindet sich in Laufnähe von der Bibliothek und ist der Ort, wo früher Studenten „inhaftiert“ wurden, die sich schlecht benommen haben.

Die Alte Brücke ist ebenfalls ein Touristenmagnet und ich muss zugeben, sie ist aber auch einfach schön! Einen netten Neckarblick gibt es dazu, berührt den „Brückenaffen“, das bringt Glück und lauft auf die andere Flussseite gen Philosophenweg. Hier kann man schöne Spaziergänge machen, wenn ihr etwas Zeit habt, ist der Aufstieg zur Thingstätte meine Empfehlung. Hier war ich zwar nur einmal zu einer 1. Mai Feier, was einen unschönen Beigeschmack hatte, aber alleine bei Tageslicht würde ich hier erneut hinlaufen.

Die „andere“ Neckarseite, wo ich wohnte, hat einiges zu bieten. Zunächst einmal die Neckarwiesen, wo man entspannt in der Sonne sitzen kann und viel Fußgänger- und Radwege, die zum Schlendern einladen. Wenn ihr wollt, könnt ihr bis ins Neuenheimer Feld auf den Uni-Campus laufen und beim Zoo einmarschieren oder meinen persönlichen Lieblingsort, den Botanischen Garten kostenlos besuchen. Hier sind weniger Touristen unterwegs, man findet immer einen Sitzplatz im Cafe und am Platz der St. Johann der Täufer Kirche gibt es einige nette Geschäfte und Läden (wenn ihr in der seeeeehr langen Fußgängerzone voller Geschäfte noch nichts gefunden habt). Wem hier immer noch zu viel los ist, macht doch eine Schifffahrt nach Neckarsteinach oder fahrt mit dem Auto ein Stück raus, ich habe mal in Neckargemünd gewohnt, wo es wunderbar beschaulich ist.

Wenn es um’s Essen geht, kann ich euch nur wenige Tipps geben, ich finde nämlich, dass viele Restaurants hier nicht sonderlich gut, aber aufgrund der Touristen ziemlich überteuert sind. Authentisch, günstig und sehr studentisch geht es im Vater Rhein zu, die Mensa im Marstall bietet auch Nicht-Studenten leckere Gerichte an, bei Raja Rani findet ihr indische Küche, bei Mahmoud’s die besten Falafel der Stadt und bei der alteingesessenen Bäckerei Gundel solltet ihr einen Heidelberger Pflasterstein probieren. Ein Besuch im Heidelberger Zuckerladen sollte nicht vergessen werden, aber geht hier am Besten hin, nachdem ihr gegessen habt und nur noch einen Nachtisch braucht, sonst kann es böse enden 😉

Solltet ihr eine günstige, zentrale Übernachtungsmöglichkeit suchen, ich habe schon ein paar Mal in Steffis Hostel geschlafen und mag es dort sehr. Man ist mittendrin, aber es ist dennoch ruhig, die Betten bequem und die Zimmer sowie Gemeinschaftsräume wunderschön eingerichtet. Wobei ich sagen würde, dass ein Tagesausflug reicht, um die Stadt zu erkunden, wenn ihr nicht noch eine Wanderung oder Schifffahrt unternehmen wollt.

Habt ihr noch ein paar Tipps, was man in Heidelberg getan haben sollte? Wie gefällt euch meine Uni-Stadt? 🙂

[Reisen] Kurztrip in den Schwarzwald!

Mitte März musste ich für einen Termin nach Freiburg und dachte mir, dass ich das doch gleich mit einem Kurztrip in den Schwarzwald verbinden kann, wenn ich schon einmal da bin! Gerne wäre ich noch rüber nach Colmar gefahren, das hat zeitlich aber leider nicht mehr geklappt, das kommt dann eben beim nächsten Mal dran 🙂

In Freiburg selbst habe ich erstmal recht weit von der Innenstadt entfernt auf einem P+R Parkplatz an der Bissierstraße geparkt. Von da läuft man etwa 20 Minuten (recht schön durch einen Park und an der Herz-Jesu-Kirche vorbei) bis zur Altstadt, was bei den etwas übertriebenen Parkpreisen für mich definitiv die sinnvollere Variante war. Die Altstadt wird vom Münster Unserer Lieben Frau dominiert und somit steuerten wir die gotische Kathedrale direkt an. Wirklich beeindruckend und absolut sehenswert – wer mag, kann noch auf den 166m hohen Turm hinaufsteigen. Auf dem umliegenden Marktplatz fand samstags ein riesiger Markt statt, wo es allerlei lecker aussehendes zu erwerben gab. Danach liefen wir erst einmal ein wenig durch die Altstadt, sahen uns die kleinen Gassen, alten Häuser (Altes Rathaus, Historisches Kaufhaus, Schwaben- und Martinstor, Colombischlössle und Augustinermuseum) und natürlich die vielen kleinen Bächle, die sich durch die Fußgängerzone ziehen.

Obwohl es Freitagnachmittag war, war die Stadt nicht allzu voll, man konnte gemütlich schlendern und stand auch für ein Eis in der Sonne (Eis Cafe Quo Vadis) nicht allzu lange an. Wer Lust auf Einkaufen hat, Freiburg hat enorm viele Geschäfte, besonders Outdoor-Läden fand man an jeder Ecke! Meine Termin hatte ich in der Unibibliothek, welche ich architektonisch großartig fand und jeder kann – also auch ohne Ausweis – mit dem Aufzug nach ganz oben fahren, wo man eine tolle Aussicht über Freiburg hat (und der große Kaffee nur 1,50€ kostet). Da wir noch etwas Natur wollten, fuhren wir zum Mundenhof und sahen uns Kamele, Bambuswald, Alpakas, Affen und wunderschön eingerichtete Aquarien an. Toll ist, dass das Gelände kostenlos 24 Stunden lang zugänglich ist und man nur einmal 5€ bezahlt, wenn man sein Auto parken will.

Wir schliefen etwas außerhalb in Schallstatt in dem ehemaligen Gutshof Hotel Ochsen von 1548 (oder so), welchen meine Mama buchte. Ich guckte nicht schlecht, als unser Zimmer weder Bad noch Heizung hatte, aber gut, für eine Nacht geht das ja irgendwie..und immerhin gab es einen mobilen Heizkörper, der etwas gegen die Kälte half. Am nächsten Morgen gab es ein großes Frühstücksbuffet und somit war Mama glücklich und ich hatte auch genug Kaffee. Wir fanden abends noch zufällig ein leckeres indisches Restaurant im Nachbarort Norsingen, solltet ihr keine Lust auf lokale Küche haben, die eher weniger vegetarierfreundlich ist.

Den nächsten Vormittag verbrachten wir im Höllental und ach, was habe ich mich gefreut. Wir sind eine kleine „Wanderung“ von 3 Kilometern entlang der Ravennaschlucht gelaufen, haben den Hirsch gesehen, standen vor einer riesigen Kuckucksuhr und fuhren am Titisee entlang, wo ebenfalls Alpakas standen. Man bekommt hier – minus die Kühe – genau das Schwarzwaldidyll, welches ich im Kopf hatte! Das Wetter war nicht ganz auf unserer Seite, es war grau und nass, aber immerhin regnete es nicht. Mittags ging es dann in Freiburg noch auf den Schlossberg (& -turm) und in den Schwarzen Kater für eine kleine Stärkung.

Da ich meine Kühe wollte, fuhren wir für die Nacht auf den Haberhof bei Elzach, so richtig mitten in die Pampa 🙂 Ich fühlte mich wie bei meiner Oma im Odenwald, aber es war landschaftlich super schön und soooo ruhig! Hier bekamen wir am nächsten Tag ebenfalls ein tolles Frühstück (mit u.a. selbstgebackenem Kuchen) und die Gastgeberin war einfach nur toll. Sollte ich Einsamkeit wollen, hier würde ich definitiv wieder hinfahren!

Da es leider regnete (und Sturm Eberhard im Anflug war), fuhren wir am nächsten Morgen nur noch durch den nassen Schwarzwald und hatten bei Speyer Glück, denn dort hatten wir lustigerweise strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Den Dom wollte ich mir seit über zehn Jahren einmal anschauen, was wir dann auch taten und gleich noch die Innenstadt erliefen und noch über die Gedächtniskirche und St. Joseph stolperten. Nach einem absolut überteuerten Kaffee am ehemaligen Westtor ging es dann zurück nach Hause. Wenn ihr aber mehr Zeit habt, schaut euch das Technikmuseum an, da war ich letztes Jahr schon (Bericht hier).

Gerne wäre ich noch etwas mehr gewandert, aber da hat das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Was aber nur bedeutet, dass ich eben noch einmal in den Schwarzwald (und dann auch in die Vogesen) fahren werde – wenn ihr also Tipps habt, wo man besonders schön wandern kann oder was man sich noch ansehen sollte, gerne her damit!

[Reisen] Unterwegs in Israel – Jerusalem

Jerusalem habe ich mir als letzten Stop für meinen Israel-Urlaub ausgesucht und ach, die knapp drei Tage, die ich in der Stadt hatte, haben so gar nicht ausgereicht! Man kommt super mit dem öffentlichen Bus hin (ich fuhr knapp eine Stunde vom Busbahnhof in Tel Aviv aus) und ganz bequem zum Flughafen (ebenfalls mit dem Bus und etwa eine Stunde) am Ende meines Aufenthaltes. Seid euch bewusst, dass die Stadt sehr viel höher liegt und es ganz schön kalt sein kann! Mitte Februar hatten wir nachts null Grad und starken Wind, was es teilweise ganz schön ungemütlich gemacht hat! Übernachtet habe ich einmal bei einer Couchsurferin etwas abseits am Waldrand und dann im sehr modern und spannend eingerichteten Cinema Hostel direkt an der Altstadt, die perfekte Ausgangsbasis!


Die Stadt wird vom Jerusalem Wald im Nordwesten eingerahmt, welchen man bequem durchwandern kann. Ich hatte das Glück, eine dort lebende Biologin zu treffen, welche mich mitnahm und mir viel über die lokalen Pflanzen und Tiere erzählen konnte. Wir liefen nach Ein Kerem, ein optisch sehr ansprechender Stadtteil, kamen in einen Hagelschauer und schließlich am Yad Vashem vorbei. Letzteres ist eines der beeindruckendsten Museen, welches ich je besucht habe. Es ist dem Holocaust gewidmet und definitiv keine leichte Freizeitbeschäftigung. So viel Böses an einem Ort zu sehen, geht unter die Haut und ich hatte mehrmals nicht mir mit Übelkeit, sondern mit Tränen zu kämpfen. Nach dem Besuch lief ich allein im Dunkeln noch etwas über das Gelände und ging dann ins Bett, da das Museum definitiv nachwirken wird. Aber ich finde, dass jeder es besuchen sollte – Eintritt kostet es keinen und man kommt bequem und schnell mit der Metro von der Innenstadt aus hin.

Am nächsten Tag ging es in die Altstadt, zunächst etwas planlos durch die engen Gassen, in welchen man so ziemlich alles kaufen kann, was man sich wünscht. Ich unterhalte mich lieber, somit saß ich kurze Zeit später schon kaffeetrinkend hinter einem der Stände und erfuhr von meinem Gesprächspartner, wie es sich anfühlt in der Stadt zu leben. Ein paar Magneten an andere Touristen sowie Granatapfelsaft verkaufte ich auch noch schnell und dann ging es zum Felsendom.

Das Gelände am Tempelberg kann man als Nicht-Muslim nur zu bestimmten Zeiten betreten, was sich saisonal ändert, googelt hier vorher oder fragt. Aktuell kann man morgens von 8.30-10.30h hinein und man muss über den sich rechts von der Klagemauer befindenden Holzsteg laufen. In den Felsendom hinein darf man leider auch nicht, aber auch von aussen ist er einfach absolut fesselnd. Die Details sind unfassbar präzise gearbeitet und ach, wir haben uns einfach eine halbe Stunde angestarrt, bis der Sicherheitsmann alle zum Ausgang gebracht hat.

Direkt nebenan ist die Klagemauer, wo ich mir einen der vielen Plastikstühle schnappte und einfach mal meine Umgebung beobachtete. Männer und Frauen haben getrennte Bereiche zum Beten, wobei der Frauenteil sehr viel besuchter war. Man kann sich aus einem Bücherschrank religiöse Schriften ausleihen, viele bringen jedoch ihre eigenen mit und gehen dann direkt zur Wand. Diese wird im Gebet mit der Hand und Stirn berührt und viele Frauen stecken Danksagungen, Wünsche und Gebete – geschrieben auf Zettel – in die Wand. Die Ritzen sind am Überquellen, viele liegen schon auf dem Boden. Trotz der Sicherheitsvorkehrungen (Gepäck wird durchsucht, man muss durch einen Metalldetektor) ist dies ein sehr ruhiger Ort – obwohl er direkt am Rand des trubeligen Markttreibens liegt.

Vieles an der Altstadt – wo man enge Kopfsteinpflasterstraßen und keine Autos hat – erinnert mich an Indien und ich habe es genossen, nicht zu wissen, was hinter der nächsten Biegung passieren wird. Aber keine Angst, es befinden sich überall Schilder, die ich zu den wichtigsten Stationen bringen. Besonders bedeutsam ist die Via Dolorosa, welche Jesus mit dem Kreuz entlanggelaufen sein sollte. An den unterschiedlichsten Stationen findet man eine Plakette, die sagt, was dort passiert ist, aber meist auch einen vorbeieilenden Einheimischen, der gerne weiterhilft.

Natürlich sah ich mir auch die Grabeskirche an, wobei ich vorher nicht wusste, dass sich diese hier befindet (ja, da macht sich der fehlende Religionsunterricht doch bemerkbar). Von außen ist sie eher unauffällig, lediglich die Massen an Menschen lassen erkennen, dass dieser Ort besonders ist. Am Ende steht man dann im Inneren knapp zwei Stunden Schlange, um mit drei anderen Menschen in einer winzigen Kammer, wo das Grab Jesu vermutet wird. Nach zehn Sekunden muss man hier wieder raus, aber kann sich noch den Rest der Kirchen anschauen wie Salbungsstein, Golgotafelsen, Adamskapelle und Katholikon (hier befand sich nach nach mittelalterlicher christlicher Auffassung der Nabel der Welt).

Von außen her lockte mich die Dormitio-Kirche auf dem Zionsberg zu sich, nachdem ich etwas an der Stadtmauer entlang spazierte. Dieser Ort ist mit enorm viel Bedeutung aufgeladen: Maria soll hier im Kreise der Jünger Jesu gestorben sein, im Gebäude nebenan soll das Letzte Abendmahl stattgefunden haben (den Saal kann man besichtigen) und das Davidsgrab befindet sich ebenfalls nebenan. Im Vergleich zur Grabeskirche war es hier richtig leer am Nachmittag, aber leider war die Krypta wegen Renovierungsarbeiten nicht zugänglich.

Natürlich gibt es auch ein „neueres“ Jerusalem, welches direkt an die Altstadt grenzt und euch mit Geschäften und Restaurants lockt. Für mich am Spannendsten waren hier die äthiopischen Restaurants, von denen es eine ganze Menge gibt und ich stolperte eher zufällig in zwei hinein, einmal in das Havash, den anderen Namen erinnere ich leider nicht und googlemaps findet es mir nicht. Aber es gibt eine ganze Menge von ihnen in der Ecke zwischen Jaffa und Agripas Street, falls ihr euch einen leckere Platte voller Gemüse und Injera gönnen wollt. Im Vergleich zu allem anderen in Israel ist das Essen sehr günstig, gerade einmal 7€ für solch eine Platte, die auch zwei Personen satt machen würde 😉

Jetzt hätte ich fast vergessen, dass ich am Knesset, dem Obersten Gerichtshof und den sie umschließenden Parks vorbeigelaufen bin. Leider ist das Parlament (normalerweise kann man kostenlose Führungen buchen) aktuell nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, somit sah ich mir nur die Rosen im Park an und für das Israel Museum fehlte mir leider die Zeit, welches aber sehr sehenswert sein soll! Da sich hier das Jerusalem Bird Observatory befindet, seht ihr hier ausgefallene Vögel, welche sehr zutraulich sind und – auch wenn ich nicht der größte Fan bin – fand ich das einen lohnenswerten Zwischenstopp. Wenn ihr noch mehr Grün wollt, der Botanische Garten ist direkt nebenan am Unicampus.

Ich habe das Gefühl, immer noch so viel nicht genannt zu haben, was ich gesehen habe, aber Jerusalem erschlägt einen wirklich mit Kirchen, Gräbern und bedeutsamen Orten aus mindestens drei Religionen, sodass man etwas überfordert wird von all den Eindrücken. Ich hätte hier definitiv noch 2-3 Tage verbringen können, ohne dass mir langweilig geworden wäre, aber leider musste ich meinen Rückflug erwischen. Achja, plant wirklich Zeit ein, wenn ihr wieder ausreist, man wird gut befragt und durchsucht – ich war drei Stunden vor Abflug (nur mit Handgepäck) da und habe diese Zeit auch gebraucht, bis ich im Flugzeug saß.

Seid ihr schon einmal in Jerusalem gewesen? Was war euer Lieblingsort? Ich werde bestimmt noch einmal hinfliegen und dann mehr Zeit dort und in Palästina verbringen! Der Israel National Wanderweg finde ich auch reizvoll, ich kann es nicht verleugnen, denn soooo lang ist der gar nicht 😉

[Reisen] Unterwegs in Palästina – Ramallah

Natürlich wollte ich mir nicht nur Israel, sondern auch Palästina anschauen. Dies kann man mittlerweile problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen, bedenkt nur bei eurer Planung, dass an Sabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) kaum öffentliche Busse fahren. Ich entschied mich, sonntags von Jerusalem nach Ramallah zu fahren. Einen genauen Abfahrtsplan konnte ich jetzt nicht finden, aber so lief ich einfach mal zum Damascus Gate, wo die Busse abfahren sollten. Hier stand ich erst einmal am HaNevi’im Terminal, wo zwar die Busse nach Bethlehem abfahren, nicht aber die nach Ramallah. Was mir dann aber der dritte Mensch, den ich fragte beantworten und mich zum richtigen Busterminal „um die Ecke“ zum Derekh Schem Terminal schickte. Hier fand ich sogar die richtige Busnummer 218/219 an eine Haltestelle geschrieben, der Bus hielt dann aber doch an einer anderen 😉 Von so etwas sollte man sich gar nicht mehr irritieren lassen, ich folgte einfach der Menschenmenge und der Busfahrer verstand, wo ich hin wollte. Gekostet hat mich die einfache Fahrt – soweit ich mich erinnere – 7 Schekel, also etwa 1,50€ und man braucht etwa eine Stunde, da es doch recht viel Verkehr am Grenzübergang gibt.

Der Bus selbst ist absolut in Ordnung und man bleibt einfach sitzen, wenn man von Israel nach Palästina fährt. Als EU-Bürger kann man problemlos ein- und ausreisen, das wird auch nirgends festgehalten. Auf der Einreise wollte niemand meine Papiere sehen, auf der Rückreise wurden wir zweimal gestoppt und ich musste meinen Pass und meinen Israel-Einreisezettel zeigen. Mittlerweile war ich daran gewöhnt, dass einen ständig schwer bewaffnete Soldaten überprüfen, aber immerhin schaut hier niemand durch den Pass und fragt dann, was man in Ländern wie der Türkei, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten (das kommt dann bei der Israel-Ausreise am Ende) getrieben hat. Selbst habe ich nicht in Ramallah geschlafen, sondern in Jerusalem gecouchsurft, aber booking.com hat einige Ho(s)tels im Angebot – achtet nur darauf, von wem sie betrieben werden.

Kaum hat man die Grenzmauer durchfahren, fühlt man sich ein wenig wie in einer anderen Welt. Die Straßen sind plötzlich sehr schlecht, es ist voll und eng, laut und stickig und mittendrin steht noch jemand und will einem Erdbeeren verkaufen, die den ganzen Tag in den Abgasen liegen. Zunächst bleibt der Blick natürlich auf der Mauer hängen – ist sie von israelischer Seite stark gesichert und makellos, ist sie von palästinischer Seite aus mit Graffitis bemalt, welche nach Freiheit verlangen. Zwischendrin findet man Ruinen von Häusern, es liegt sehr viel Müll herum und viele Geschäfte sind verlassen. Fährt man etwas weiter, kommt man an einem Flüchtlingscamp vorbei, welches mittlerweile nicht mehr temporär ist und der Bus quält sich durch die vollen Straßen bis nach Ramallah. Es ist ein schwer zu beschreibendes, emotional mitnehmendes Bild, was sich einem bietet. Aber ich kann nicht genug betonen, wie wichtig ich es finde, nach Palästina (nicht im Katastrophentourismus-Sinn zu einem Protest oder was da alles angeboten wird) zu fahren und mit eigenen Augen zu sehen, wie die Menschen dort leben und mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Der Bus hält mitten in der Stadt und ich steige zunächst einmal ziellos aus. Ich lasse mich durch die Altstadt treiben, welche voll mit Läden und Marktständen ist. Es scheint, dass jeder am Einkaufen ist und so nehme ich Gerüche von frischem Brot, süßen Datteln, Granatapfelsaft und gebratenem Fleisch wahr. Ich wandere eher zufällig zum christlichen Friedhof, welcher halbverfallen ist, aber trotzdem noch zwei Friedhofswärter hat und unterhalte mich mit ihnen. Am Ende verbringen wir ihre kurze Pause miteinander und trinken Tee. Kein geplanter Zwischenstop, aber definitiv ein sehr spannender!

Danach laufe ich zu meinem eigentlichen Ziel weiter, dem Mahmoud Darwish Museum. Dieses liegt auf einem (und Ramallah insgesamt auf ganz schön vielen!) Hügel, bietet einen tolle Panoramasicht auf Stadt sowie Grenzmauer und ist ein interessant angelegtes Gelände. Das Museum des Dichters (5 Schekel Eintritt, ca. 1,10€) ist in einem kleinen Raum, welchen ich mir mehr angesehen habe, um das Museum zu unterstützen. Denn man sieht eigentlich nur ein paar Besitztümer von ihm, ein paar in arabisch geschriebene Notizen und das war es schon. Der Rest des Geländes wie sein Grab ist frei zugänglich – mehr als 30 Minuten braucht man aber wirklich nicht, um alles in Ruhe gesehen zu haben. Hier funktioniert das freie Wlan übrigens super! 🙂

Von dort wandere ich weiter zum Dar Zahran Heritage Building, welches jedoch geschlossen ist – schade! Aber auch von außen ist es schön anzusehen, drinnen ist ein Museum und man kann lokales Kunsthandwerk bestaunen und erwerben. Somit gönne ich mir in einer Bäckerei erst einmal einen Sesamkringel und einen Kaffee bevor es weiter zum Yasser Arafat Museum auf dem Gelände der West Bank Headquarters of the Palestine Authority geht, dem Highlight meines Besuches.

Bevor ihr das gut bewachte Gelände betreten könnt, gebt ihr kostenlos euren Rucksack zur Aufbewahrung ab. Nehmt Geld und Ausweis mit und lauft nun geradewegs auf das Mausoleum zu. Ich wollte dieses nicht direkt fotografieren, da dies für mich respektlos ist, aber es ist sehr beeindruckend. Ein Viereck aus Mauer und Stein, in welchem der Steinsarg steht und immer von zwei schwer bewaffneten Leibwächtern bewacht wird. Von dort geht es weiter ins das eigentliche Museum (Eintritt 5 Schekel aka 1.10€) und ach, was sind die Mitarbeiter dort toll! Ihr bekommt gegen euren Ausweis einen Audioguide auf Englisch, welcher euch durch die Ausstellung führt, zunächst aber einen persönlichen Guide, der euch im Orientierungsraum sämtliche Fragen beantwortet. Man merkt, dass die Menschen hier sehr daran interessiert sind, ihre Sicht der Geschichte zu teilen und das ist spannend, da es eben auch im Widerspruch zu der eigenen Meinung stehen kann. Von dort kommt man nun durch einen „chronologischen“ Abriß des Nahostkonfliktes, welcher mit Bedacht zu genießen ist, mit Schwerpunkt auf Yasser Arafat.

Im Anschluss kommt man in einen Bau, welcher die unveränderten Privatgemächer Arafats darstellen soll. In diesen soll er 2002 während der israelischen Belagerung mit seinen Soldaten gelebt haben. Es gibt viel Spekulation, ob diese Darstellung der Wahrheit entspricht oder „weniger luxuriös“ neu erfunden wurde, um Arafat volksnäher darzustellen – ich kenne die Wahrheit nicht. Unabhängig davon finde ich einen Besuch hier sehr empfehlenswert, da er eben der eigenen Meinungsbildung hilft und man an einem Ort steht, der für die neuere Geschichte bedeutsam war/noch immer ist.

Da das Palestine Museum noch nicht geöffnet war, ging es von dort für mich noch ein wenig durch Ramallah, vorbei an Schafen und Eseln, die direkt neben einem Parkplatz grasten.Eher zufällig fand ich zurück zum Busbahnhof und nach etwas mehr als einer Stunde stand ich dann wieder in Jerusalem. Für mich war Ramallah ein spannender Tagesausflug, am liebsten wäre ich von dort mit dem Bus nach Bethlehem gefahren, aber das ist leider unmöglich. Man muss zurück nach Jerusalem, dann nach Bethlehem und wieder über die Grenze, was zeitmässig dann doch zu eng geworden wäre. Aber ich habe das Gefühl, nicht zum letzten Mal hier gewesen zu sein!

Seid ihr schon einmal in Palästina bzw. sogar in Ramallah gewesen? Wie sind eure Eindrücke und habt ihr noch einen Tipp, was man sich ansehen kann? Für mich waren die vielen Gespräche, die ich den Tag über führte, am bedeutendsten, da man eben viele neue Perspektiven kennenlernt. Achja, da ich es einige Male gefragt wurde, nein, ich habe mich absolut nicht unsicher gefühlt.

[Reisen] Unterwegs in Israel – Nazareth, See Genezareth, Negev Wüste & Totes Meer

Sich Israel auf eigene Faust anzuschauen, ist absolut kein Problem und um Welten günstiger wie eine Pauschal-Busreise. Hätte ich vorher mal geschaut, wie günstig Mietwagen sind (ich buche normalerweise hier), hätte ich wohl meinen Führerschein mitgenommen und das getan. An der Verwendung des Konjunktivs merkt ihr schon, ich bin mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen. Praktisch ist, dass man online herausfinden kann, wann welcher Bus wo abfährt und die Zeiten sind ziemlich genau – seid lieber ein paar Minuten eher da, ein paar meiner Busse kamen nämlich zu früh. Die Busse selbst sind recht modern, verfügen meist über Wlan und ihr könnt immer ein großes Gepäckstück unten in den Bus packen und dann noch – was ihr so tragen könnt – mit in den Bus schleppen. Ich hatte nie Probleme mit übervollen Bussen, sondern immer einen Platz bekommen. Die Tickets selbst habe ich jeweils beim Fahrer gekauft und nicht unbedingt mit passendem Kleingeld bezahlt – war aber auch kein Problem!

Von Tel Aviv aus entschied ich mich zunächst gen Norden zu fahren, genauer gesagt über Nazareth nach Tiberias an den See Genezareth. Diese Fahrt dauert insgesamt etwas über drei Stunden, ihr könnt auch direkt durchfahren, wenn ihr euch Nazareth sparen wollt. Ich muss hier anmerken, ich wurde nicht katholisch erzogen und habe mehr so ein Halbwissen, was genau wo passierte, aber mit Nazareth verband ich spontan den Wohnort von Maria und Josef sowie den Erzengel Gabriel und seine Verkündung von der Geburt Jesu. Als ich dort ankam (der Bus hielt nicht wie im Internet beschrieben, am „Hauptbahnhof“, sondern irgendwo ausserhalb, doch der sehr nette nicht-englischsprachige Busfahrer fuhr mich schließlich außerplanmässig einfach dorthin *g*), lief ich zunächst zur katholischen Verkündigungsbasilika. Diese wurde über die Grotte gebaut, in welcher der Erzengel erschienen sein soll und diese Grotte könnt ihr euch heute noch durch eine Glasscheibe ansehen. Ich war am frühen Vormittag (gegen halb 11) dort und da war kaum etwas los. Das dreistöckige Gebäude mit seiner alles dominierenden Kuppel ist insgesamt aber auch sehenswert, geht auf jeden Fall noch oben, wo ihr viele Mosaike zu bestaunen habt sowie viele bunte Glasfenster. Auf dem Gelände gibt es dann noch weitere ehemalige Gebäudemauern zu sehen sowie die St. Joseph’s Kirche (hatte leider wegen Renovierung geschlossen) und das Museum of Ancient Nazareth (welches ich mir nicht angesehen habe).

Von der Basilika aus lief ich durch die Altstadt, welche durch ihre überdachten Marktstraßen charakterisiert ist. Hier findet ihr diverse lokale Spezialitäten und Kunsthandwerk, die Händler sind alle nett und wie ich finde, überhaupt nicht aufdringlich. Ich trank mit ein paar alten Männern einen Tee und wir tauschten die wenigen Worte aus, die wir gegenseitig verstehen konnten. In die Weiße Moschee schaute ich kurz hinein, fand sie von außen allerdings schöner. Nazareth hat die größte Gemeinschaft arabischer Israelis im Land und das merkt man auch am Stadtbild. Die Maqam al-Nabi Saeen Moschee bestaunte ich ebenfalls von außen. Dann wollte ich natürlich noch unbedingt zu Maria’s Quelle, aber der Ort, wo sie ein kleines Häuschen dafür gebaut haben, ist deprimierend. Wasser fliesst dort nämlich nicht mehr, stattdessen liegt überall Dreck herum. Aber ich folgte mal wieder den Menschen und landete so in der Griechisch-Orthodoxen Verkündungskirche, welche einen erstmal mit Gold und Prunk erschlägt. Aber die Malereien sind sehr schön und – wenn man sich brav in der Schlange eingereiht hat – kommt man auch zu dem Wasserhahn (und hat einen Blick auf die dahinter fließende Quelle), an welchem man sich mit dem Wasser Hände und Gesicht waschen kann. Taten viele, einige füllten sich Wasser ab und da ich eh Durst hatte (man soll das bestimmt nicht), füllte ich mir 0,33l heiliges, kaltes und etwas muffig schmeckendes Wasser ab 😉

Mit dem Bus ging es dann weiter nach Tiberias an den See Genezareth und das war doch etwas lustig. Ich musste nämlich umsteigen und die Bushaltestellen in Israel sind einfach mal direkt auf der Autobahn. Also stieg ich an der Autobahn aus, lief an ihr entlang, eine Unterführung hindurch und dann einen Trampelpfad hoch zur anderen Schnellstraße. Wo ich dann 30 Minuten stand und jedem LKW-Fahrer winken konnte 😉 Aber mein Bus kam pünktlich und hielt auf mein Winken hin sogar brav an. Die Landschaft im Norden des Landes ist wunderbar grün und hügelig und bevor man runter nach Tiberias fährt, hat man einen phänomenalen Blick über den See Genezareth bis in die Golanhöhen.

Ich schlief eine Nacht im Tiberias Hostel und kann euch dieses uneingeschränkt weiterempfehlen. Sehr nettes Personal, bequeme Betten, große Zimmer, super Lage und dann noch eine Dachterrasse. Die Küche, welche euch zur Verfügung steht, ist ebenfalls riesig, das Wlan überall super und es gibt rund um die Uhr Kaffee und Tee. Ich habe aber natürlich verdammt leckere Falafel keine 50 Meter weit weg am Shim’on Garden Ecke Ha-Yarden Street und HaGalil Street gegessen. Besonders berühmt ist Tiberias für seinen Hammath Nationalpark, wo man in heißen Quellen baden kann. Ich muss gestehen, ich habe mir einen Nachmittag einfach die Stadt mit ihren archäologischen Ausgrabungen, dem alten Friedhof und den Mausoleen angesehen und den nächsten Tag mit Wandern verbracht. Zunächst direkt am See entlang in nördlicher Richtung auf dem Israel National Trail, später dann stieg ich südlich auf den Berg Berenice, wo man es sich zwischen den Ruinen eines byzantinischen Klosters mit genialen Seeblick bequem machen kann. Hier traf ich absolut keine Menschenseele, aber ein paar liebe Kühe. Keine anstrengende Wanderung, aber definitiv empfehlenswert, wenn ihr 1-2 Stunden Zeit habt. Abends fuhr ich dann wieder zurück nach Tel Aviv.

Am nächsten Morgen ging es dann nämlich gen Süden, genauer gesagt in die Negev-Wüste. Dank Couchsurfing habe ich nämlich einen anderen Wanderbegeisterten Menschen gefunden, welcher ein Auto und Motivation hatte, einmal durch den Wadi Tamar zu laufen. Eran kam aus Israel, kannte sich gut aus und so parkten wir an einer Tankstelle, fuhren per Anhalter bis zum Wanderweg und liefen los. In der Wüste wird es gut heiß, nehmt also genug zu trinken mit und die wunderbare Canyonlandschaft ist atemberaubend! Wir liefen insgesamt 14 Kilometer in etwas über fünf Stunden mit ein paar Pausen und trafen kaum Menschen. Am Ende dann ging es einige Leitern aus dem Canyon herab und hier wurde es etwas chaotisch, da gerade mehrere Busladungen Mädchen mit ihrer Schule kamen und den Canyon erklimmen wollten. Bis dahin war es aber super entspannend und ruhig und auch wenn ihr nicht sehr große Wanderfreunde seid, die Fahrt durch die Wüste und die sich hier befindenden Beduinensiedlungen sind spannend anzusehen.

Von hier ging es ans Tote Meer, wo wir uns bis zum Sonnenuntergang mit Blick auf Jordanien treiben ließen und ach, es ist wirklich einmalig in diesem Wasser. Es ist schwerer, also man hat mehr Widerstand, wenn man hineinläuft, gleichzeitig muss man allerdings auch aufpassen, da das Salz am Boden enorm scharfkantig ist. Wer kann, sollte Schuhe anziehen. Danach muss man sich auf jeden Fall abduschen und auch den Bikini gut auswaschen – dafür gibt es Duschen direkt am enorm orangenen Strand sowie Umkleiden.

Da wir nun großen Hunger hatten, ging es nach Be’er Sheva, wo wir zufällig bei Tahini’s Hummus den besten Kichererbsenbrei serviert bekamen, den ich je im Leben hatte. Dazu noch soviel kostenlosen Nachschlag wie man wollte und gratis Kaffee am Ende 🙂

Das waren meine Kurzausflüge von Tel Aviv aus, bevor es nach Jerusalem ging. Es ist wirklich sehr einfach mit dem Bus durch Israel zu reisen, wenn man in der Wüste wandern mag, braucht man aber doch einen eigenen Wagen oder einen motivierten Taxifahrer, da es dort keine nahen Bushaltestellen gab. Das Tote Meer ist wirklich einmalig und sollte in keinem Israel-Urlaub fehlen. Meine Haut hat sich Tage danach noch wunderbar weich angefühlt und sollte ich in einigen Jahren mal wieder Lust auf Israel (oder Jordanien) haben, würde ich definitiv ein paar mehr Tage vor Ort einplanen und mich auch mit dem „Schlamm“ einreiben, wie es alle Touristen um uns herum getan haben.