Seitdem ich vor einigen Jahren The Queen’s Gambit gesehen habe, wollte ich etwas von Walter Tevis lesen, auf dessen Buch die Serie nämlich beruht. Geworden ist es nun endlich (!) sein Debüt von 1959 und ich war wirklich sehr gespannt, wie es mir gefallen wird! Ich kann nun verkünden, dass ich The Hustler von Walter Tevis (Amazon-Partnerlink) nur so verschlungen habe und lediglich eine Pause machte, da ich dringend schlafen musste 😉
Worum geht’s
Wir folgen in dieser Geschichte dem talentierten, aber arroganten Billardspieler Eddie Felson, der in Bars Geld mit seinem Können verdient. Er will der Beste sein und fordert schließlich den legendären Spieler Minnesota Fats heraus. Nach einer sich über viele Stunden hinziehenden Niederlage beginnt Eddie eine persönliche und emotionale Reise, auf der er lernen muss, was es bedeutet, ein Gewinner zu sein. Das Buch dreht sich um Stolz, Selbstzerstörung, Ehrgeiz und die Suche nach Identität, aber auch um (romantische) Beziehungen und Sucht.
Wie ist’s
Eddie will gewinnen und lässt sich von diesem Gedanken immer wieder in Situationen ziehen, die nicht wirklich gut für ihn sind. Auch der Leser wird mitgerissen, einerseits fiebert man mit Eddie mit und will, dass er Erfolg hat. Andererseits scheint er aber kein sonderlich netter Mensch zu sein, wodurch sich das Mitgefühl dann wieder in Grenzen hält, wenn ein Spiel nicht so gut für ihn verläuft. Persönlich war ich zunächst irritiert, da etwas in der Geschichte sehr früh passierte und ich dies eigentlich am Ende erwartet habe. Fand ich aber gut gemacht und im Nachhinein sogar besser, denn so war das Ende für mich überraschender.
Wir tauchen mit Eddie recht tief und realistisch in die menschliche Psyche ein und in Themen wie Ehrgeiz, Selbstzweifel und die Frage, was Erfolg und Scheitern eigentlich bedeuten. Also alles Dinge, über die man selbst bestimmt auch schon häufiger nachgedacht und für sich passende Definitionen gefunden hat.
Walter Tevis schreibt direkt, da sind keine unnötigen Sätze, um die Atmosphäre weiter aufzubauen, aber das braucht man auch nicht. Die Story ist spannend, man bekommt genug Charakterentwicklung und wie auch “The Queen’s Gambit” ist das ein hervorragendes Werk, um verfilmt zu werden. Was natürlich schon 1961 mit Paul Newman in der Hauptrolle geschehen ist und ich überlege, ob ich mir den Film irgendwann einmal anschauen werde. Für mich war das Buch mit knapp über 200 Seiten nur recht kurz, aber die Geschichte ist ausreichend erzählt und so kann ich nicht meckern. Es gibt allerdings noch ein weiteres Buch “The Color of Money”, was die Fortsetzung dieser Geschichte sein soll und das zu wissen, macht mich glücklich!
Kennt ihr dieses oder ein anderes der Werke von Walter Tevis? Wie hat es euch gefallen?
