Nachdem ich mich durch ein paar eher mäßig gut geschriebene Bücher gequält habe, konnte ich es gar nicht abwarten, mit Für Polina von Takis Würger anzufangen. Obwohl ich bisher noch nichts von ihm gelesen habe, sprach mich der Klappentext so an, dass es einfach kein schlechtes Buch sein konnte – und wie richtig ich damit lag! In einem Schwung habe ich Für Polina durchgelesen und hätte da auch locker noch 100 weitere Seiten verschlingen können. Leseflaute dank Takis Würger vermieden, vielen Dank!


Hannes ist ein stiller, sensibler und musikalisch hochbegabter Junge, der mit seiner Mutter Fritzi, einer Kämpfernatur, in einer verfallenen Villa in einem Moor aufwächst. Dort lebt auch noch der ältere Mann Heinrich, der zu einer sehr wichtigen Bezugsperson der beiden wird, ebenso wie Günnes, Arbeitskollegin und Freundin von Fritzi, welche ihre Tochter Polina mitbringt. Polina und Hannes werden Freunde, ihre Beziehung verändert sich mit der Zeit und dann kommt es zu einem Bruch – welchen Hannes Jahre später durch von ihm komponierte Musik am Klavier zu kitten versucht.


Hannes gibt Menschen, die ihm wichtig sind, eine Melodie und nimmt die Welt auf eine ganz besondere Weise wahr. Das wird in diesem Buch wunderbar beschrieben, man kann mitfühlen und versuchen, die Welt durch Hannes Augen zu erfahren. Die verschiedenen Hauptcharaktere sind sympathisch, gut und glaubhaft beschrieben und dümpeln nicht nur an der Oberfläche herum, ein paar der Nebencharaktere gleiten aber doch ein bisschen ins Klischee ab. Was nicht tragisch ist und den Lesegenuss in keinster Weise schmälert, sondern einen die Geschichte hierdurch leicht und schnell lesen lässt. Das Buch spielt viel in Hamburg und auch das fühlt sich für mich authentisch erzählt an.

Musik weckt Gefühle, dieser Roman weckt sie bei mir durch seine emotionalen Charaktere, die zwischen dem Suchen und Finden, dem Sein und Lassen, der Nähe und der Trennung ihre Leben bestreiten, in welchen besagte Musik dank Hannes eine Rolle spielt. Wir haben ein bisschen Coming of Age, aber auch alle anderen Personen machen Entwicklungen durch, welche manchmal sehr überraschend, aber doch immer schlüssig sind.

Für Polina hat mich berührt, ohne es zu erzwingen. Ich wollte nicht aufhören zu lesen, einerseits weil ich gespannt auf das Ende war, aber andererseits auch, weil es einfach Spaß gemacht hat. Teilweise wurde es traurig, manchmal habe ich beim Lesen die auf der jeweiligen Seite angesprochene Komposition gehört, was allem noch mehr Atmosphäre verliehen hat und am Ende hätte ich soooo gerne Polina’s Melodie gehört – denn wie bestimmt jeder andere Lesende habe ich davon nun eine Idee im Kopf.



Danke für diesen absoluten Lesegenuss, ich kann es gar nicht abwarten, ein weiteres Werk von Takis Würger zu lesen! Habt ihr dieses oder ein anderes Buch von ihm schon gelesen? Wenn ja, was sagt ihr?

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