Der erste Lesemonat in diesem Jahr ohne ABC-Challenge ist vorbei und trotzdem wurde ich etwas beeinflusst. Wollte ich eigentlich nur lesen, worauf ich gerade Lust habe, so musste ich einmal ein deutsches Buch aus meinem Schrank lesen, da ich es an jemanden Mitte Januar weitergeben wollte und dann gab es noch die Bibliothek mit ihren Leihfristen, die ich berücksichtigen musste 😉
Also das war noch nicht dieses zu 100% Lesen nach Lust und Laune, aber trotzdem hatte ich einen interessanten Januar! Gelesen habe ich insgesamt 8,5 Bücher, welche ich euch nun (mit Amazon-Partnerlink, falls ihr sie euch ansehen mögt) ein bisschen genauer vorstellen will.
The Covenant of Water – Abraham Verghese WOW! Ich bin zwar erst bei der Hälfte, aber das ist mal wieder ein richtig guter mehrere Generationen umfassender, südindischer Roman, welcher zu einer spannenden Zeit im Umbruch spielt. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und wenn man erst mal reingekommen ist, fiebert man mit! Jemand hatte es in der Bücherei vorgemerkt, weswegen ich es leider zurückgeben musste, bevor ich fertig war, aber ich habe es schon wieder bestellt und hoffe, es im Februar beenden zu können
Epic Train Trips of the World von Lonely Planet Ich hatte mir ehrlich gesagt irgendwie mehr davon erwartet, aber so habe ich das Buch nur durchgeblättert und ein bisschen quer gelesen. Eine Strecke, die ich nun machen will, war leider auch nicht dabei, dafür waren es einfach zu viele „Luxus-Züge“, die ich mir nicht leisten kann. Qualitativ hat ich das Buch auch enttäuscht, früher waren das dickere, besser bedruckte Seiten und diese Version hier wirkte irgendwie lieblos und billig, schade.
Ihr werdet sie nicht finden von Andreas Winkelmann Bisher kannte ich Andreas Winkelmann noch gar nicht und war neugierig, einen Thriller von ihm zu lesen. Hier ermittelt ein sehr ungleiches Paar in einem Fall, der sowohl einen Cold Case beinhaltet als auch das aktuelle Verschwinden einer jungen Frau. Der Schreibstil war fesselnd, einfach zu lesen und ich hatte das Buch an einem Tag durch, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. Also alles, was ich von einem Thriller haben mag, habe ich hier bekommen. Aber empfehlen oder lange in Erinnerung behalten werde ich das Buch wahrscheinlich nicht, dazu war es nicht aussergewöhnlich genug.
Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada stand schon ewig auf meiner Lese-Liste, aber die 700 Seiten haben mich immer ein wenig abgeschreckt (dass Hans Fallada die in einem Monat unter beschwerten Bedingungen runtergeschrieben hat, ist auch verrückt). Hätte ich das Buch mal gelesen, bevor ich nach Berlin gezogen bin! Lose auf einer Gestapo-Akte basierend, erzählt es vom unorganisierten, privaten Widerstand während des 2. Weltkrieges in Berlin gegen das NS-Regime, welchen ein Ehepaar durch Postkarten-Verteilen mit kritischem Inhalt ausübte. Keine leichte Kost, aber ein Buch, welches jeder gelesen haben sollte.
Kind Nr. 95 von Lucia Engombe Ich hatte keine Ahnung und war total überrascht, dass damals namibische Kinder aus Flüchtlingslager in die DDR gebracht wurden, um dort zur neuen, zukünftigen Elite Namibias herangezogen zu werden. Wir werden hier von Lucia Engombe mitgenommen, die ihr Leben in der DDR und später in Namibia eindrücklich schildert und auch wenn es etwas „kindlich“ geschrieben ist, fand ich das Buch sehr interessant und dieses gesamte Kapitel in der Geschichte, welches mir bis dato unbekannt war. Jetzt darf es einer meiner Deutschschüler lesen, denn es ist einfach geschrieben und nutzt viele, hilfreiche Alltagsworte wie picobello! 😉
Magnolia Parks von Jessa Hastings Ab und zu versuche ich mich an sehr populären „Internet“-Büchern, die also auf Youtube, Instagram etc. gehyped werden und in jedem Video zu finden sind. Für Magnolia Parks bin ich absolut nicht (mehr) Zielgruppe, also das war eine Art geschriebenes Gossip Girl, nur ohne viel Handlung und dafür gab es eine toxische Beziehung aus zwei Perspektiven erzählt und ständig lange Outfit-Bezeichnungen, die mich langweilten. Die Reihe ist enorm erfolgreich und ich will sie gar nicht schlecht reden, aber so gar nichts für mich – was super ist, so kann ich mir die weiteren 4(?) Bücher sparen.
Olga von Bernhard Schlink Meine Erwartungen an Bernhard Schlink sind hoch und wurden hier wieder einmal mehr als erfüllt! Auch wenn ich mehr „Abenteuer“ erwartet hätte, aber im Grunde war das Buch mit Fokus auf Olga und ihr Leben genau richtig und nicht weniger spannend. Das Leben einer Frau vor, während und nach des 1. und 2. Weltkrieges, die ihrer Zeit so sehr voraus ist und sich nicht anpassen will, wunderbarst! Meine einzige Kritik bei Schlink ist, dass er Worte benutzt, die man damals nutzte, um wohl historisch „korrekt“ zu bleiben, die ich aber nicht lesen mag.
So thrilled for you von Holly Bourne Zufällig stolperte ich über diesen Roman und hach, was war er gut! Vier Freundinnen, eine Babyparty mit dramatischem Ende und viele Fragen rund um das Thema Kinder bekommen (oder nicht), was einen einerseits zum Nachdenken und andererseits zum Mitfiebern bringt. Wie es ausgeht, wollte ich auch dringend wissen und so habe ich dieses Buch in nur einem Rutsch durchgelesen und will definitiv noch mehr von Holly Bourne lesen. Wobei sie wohl viel im YA- und Liebesroman-Bereich schreibt, aber irgendetwas für meinen Geschmack finde ich bestimmt auch noch.
The Shadow of the Northern Lights von Satu Rämö Der dritte Teil aus ihrer Hildur-Reihe, welche für mich einfache typische Island-Krimis (aber bisher zumindest mit weniger Inzest) sind und perfekt für zwischendurch. Spannend geschrieben, man will wissen, wie der/die Fälle gelöst werden und bekommt trotzdem auch eine „große“ Geschichte über die einzelnen Bände hinweg.
Das Jahr hat literarisch etwas düster angefangen, aber ich hatte Lust auf einen Thriller oder Krimi und historische Romane mit ebenfalls nicht sehr leichten Themen. Aktuell lese ich „One day, everyone will have always been against this“ von Omar El Akkad sowie „Katabasis“ von R.F. Kuang, also zwei ebenfalls sehr populäre Bücher und finde beide bisher sehr lesenswert. Bis Ende Januar bekomme ich sie aber nicht mehr fertig, da ich krank und konzentrationslos im Bett liege, aber ich stelle sie euch dann Ende Februar genauer vor!
Was habt ihr diesen Monat gelesen, was ihr dringend weiterempfehlen wollt? Und kennt ihr eines dieser Bücher? Wie hat es euch gefallen? Mein Learning aus dem Januar ist, dass ich mich nicht von dicken Büchern abschrecken lassen darf, sie sind die investierte Zeit meist mehr als wert! Als Jugendlich konnten mir Bücher echt nicht dick genug sein, da will ich wieder hin 🙂

