Der März war ein sehr leseintensiver Monat und das nicht ganz freiwillig. Aber wenn man zu viele Bücher aus der Bibliothek auslieht und dann zwei Wochen in den Urlaub fährt und kein Buch mitnehmen kann, sammeln die Fristen sich an und plötzlich muss man viel lesen und die Bücher schon wieder abgeben. Somit sind es diesen Monat insgesamt 13,5 Bücher geworden. Komma 5, da ich mit den Buddenbrooks schon im Februar angefangen habe und so gut das Buch ist, ich habe ganz schön lange dafür gebraucht, da ich auch ständig etwas nachlesen wollte, was dort beschrieben wurde 😉 Wie immer stelle ich euch nun kurz alle von mir gelesenen Bücher vor und verlinke sie euch zusätzlich mit Partnerlink zu Amazon, falls ihr sie genauer anschauen wollt.
Buddenbrooks von Thomas Mann Endlich habe ich diesen Klassiker gelesen und auch wenn ich mich manchmal an den laaaangen (und für mich nicht gerade spannenden), detaillierten, nebensächlichen Personenbeschreibungen abmühte, insgesamt ein Werk, welches zu Recht u.a. den Nobelpreis gewonnen hat. Ich will definitiv mehr von Mann lesen und nach Lübeck, um selbst zu spüren, wo diese Geschichte gespielt hat.
The Compound von Aisling Rawle Vielleicht wäre das mehr mein Buch gewesen, wenn ich die Serie „Big Brother“ spannend finden würde. Aber hier haben wir 20 Kandidaten, die in einem Compound irgendwo in der Wüste (über-)leben müssen und dabei Aufgaben erfüllen. Es wird als sehr spannend beworben, für mich war die Thematik aber langweilig und somit habe ich mich hier mehr durch gequält, aber hey, ich habe es bis zum Ende gelesen.
Ducks von Kate Beaton Eine dicke, autobiographische Graphic Novel, die eine junge Frau zu den Alberta Oil Sands begleitet und ihr dortiges Arbeits- und Sozialleben zeigt. Keine sehr seichte Kost, denn das Leben dort ist alles andere als leicht und insgesamt wird hier vieles kritisch hinterfragt – sehr lesenswert!
Die Holländerinnen von Dorothee Elmiger Meine Erwartungen waren so hoch und gleichzeitig so falsch, denn die Geschichte ging in eine ganz andere Richtung. Leider in keine nach meinem Geschmack und ja, das Buch hat letztes Jahr den Deutschen Buchpreis gewonnen, aber für mich war das ein Schreibstil al la „ich will möglichst intellektuell klingen und mache hier Namedropping ohne Ende“, aber Substanz fehlte mir sehr. Zum Glück waren das nur 150 Seiten, sonst hätte ich wohl vorher abgebrochen, denn das war nichts für mich. Schade!
Honeybee von Dawn O’Porter Renée und Flo, zwei junge Frauen versuchen ihr Leben in der Arbeits- und Liebeswelt auf Guernsey zu navigieren und eine Tante in der Perimenopause (was ich mit am spannendsten fand) gibt es als Randfigur auch noch. Gewählt habe ich das Buch aufgrund seinem Setting auf einer der Kanalinseln, wo ich unbedingt mal hin will, aber irgendwie hat mich die Geschichte und ihre Charaktere nicht gekriegt. Es war nicht schrecklich geschrieben, aber ich konnte keine Empathie aufbauen und mir war im Grunde recht egal, was hier wem passiert. Somit war das leider nicht mein Buch.
Monstrilio von Gerardo Sámano Córdova Sooooo gut, mein erstes 5 Sterne Buch für dieses Jahr und diese „Horrorgeschichte“ dreht sich um so viel mehr. Eine Mama entnimmt ihrem elfjährigen, verstorbenen Sohn ein Stück Lunge und fängt an, diese zu füttern. Das Gewebe verwandelt sich zunächst in ein haariges-animalisches Geschöpft, wird dann jedoch ihrem verstorbenen Sohn Santiago äußerlich immer ähnlicher. Wenn da nur nicht der Hunger nach Blut wäre – ausführliche Review hier!
Not quite dead yet von Holly Jackson Eine junge Frau wird durch Schläge auf den Kopf von einem unbekannten Menschen so schwer verletzt, dass sie innerhalb einer Woche daran sterben wird. Bis dahin geht es ihr aber noch halbwegs gut und sie will versuchen, ihren eigenen Mord aufzuklären. Klingt nach einer spannenden Story, aber man kann doch recht schnell erahnen, wer der Täter ist und insgesamt handelte mir die 27-jährige Hauptperson zu unreif, also das hat mich manchmal aus der Bahn geworfen. Aber ich hatte trotzdem eine seichte, gute Unterhaltung.
Problematic Summer Romance von Ali Hazelwood Für mich sind die Bücher von Ali Hazelwood immer solche seichten Zwischendurch-Bücher, deren Handlung ich nach zwei Wochen wieder vergessen habe. Somit lasse ich mich vom Hype zwar oft anstecken und lese dann ihr neuestes Werk, aber ganz ehrlich, mich holt sie nicht wirklich ab und auch diese Liebesgeschichte ist langweilig und zu lang für das Wenige, was passiert.
Run and Hide von Don Brown (interessanterweise verbietet mir Amazon, dieses Buch zu verlinken?) Keine leichte, aber genau deswegen so wichtige Kost, die wir alle lesen sollte. Sehr gut illustriert und ich verstehe nicht, wieso ich es nicht verlinken darf, denn ich würde es sofort weiterempfehlen!
Strange Houses von Uketsu Leider, leider war es nicht meine Geschichte, da es einfach so unrealistisch war. Aber ich lese auch wenig im Horrorbereich, also das ist eher ein Ich-Problem. Die Idee mit den Zeichnungen fand ich gut, manchmal ein bisschen zu „kindlich erklärt“, aber hm, ich weiß nicht, ob ich noch das dritte Buch von Uketsu lesen will.
Strange Pictures von Uketsu Ich war soooo gespannt auf dieses Buch und stand monatelang auf der Warteliste der Bib, bis ich es dann endlich bekam. Natürlich habe ich es gleich durchgelesen und fand es auch ganz spannend, aber nein, den Hype verstehe ich nicht. Ich mochte die Idee mit den Zeichnungen, aber manchmal war das sehr redundant und dadurch etwas langweilig. Insgesamt spannend, ineinander verwobene Geschichten, die man schnell runterlesen kann.
Swimming Lessons von Lili Reinhart Liest sich wie das Tagebuch einer jungen Frau und ich musste es – durch seine Aufmachung mit grazilen Zeichnungen – leider immer mit Rupi Kaur vergleichen und da ist dann doch ein gigantischer Unterschied. Persönlich muss ich keine weiteren Gedichte von Lili Reinhart lesen, aber gequält habe ich mich jetzt auch nicht, es hat mich nur einfach nicht sehr berührt.
An Untamed State von Roxane Gay Zufällig stolperte ich in der Bib über dieses Buch und nachdem mich Hunger von Roxane Gay vor vielen Jahren absolut beeindruckt hat, musste es mit! Eine Frau aus einer reichen Familie wird in Haiti entführt und ihr Vater weigert sich – überraschend für alle – das geforderte Lösegeld zu zahlen und sie schnell aus dieser Lage zu befreien. Es ist sehr brutal, aber auch sehr gut und ich wurde sofort mit in dieses schreckliche Setting gezogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das wird mich nachhaltig beschäftigen.
Vera Wong’s Unsolicited Advice for Murderers von Jesse Sutanto Nett und gemütlich, Vera ist einem sympathisch, bringt einen durch ihr Handeln zum Lachen, man muss beim Lesen einfach Tee trinken und das war insgesamt einfach zum Wohlfühlen, auch wenn in der Geschichte gleich zu Beginn ein Mensch getötet wurde. Den Nachfolger würde ich auch lesen und das vielleicht im Urlaub oder unterwegs, da man schnell in die Story kam und auch nicht so viel nachdenken muss.
Ein sehr durchmischter Lesemonat, von „ich kann es nicht aus der Hand legen“ bis zu „wieso nur ist dieses Buch in meiner Hand“ war alles dabei 😉 Was habt ihr diesen Monat gelesen, was auch nachhaltig begleiten wird? Kennt ihr eines der von mir gelesenen Bücher? Wenn ja, wie hat es euch gefallen?


