Diesen Monat habe ich es eeeeeeendlich einmal hinbekommen, Bücher aus meiner eigenen Bibliothek zu lesen, welche dort teilweise seit 2010 stehen und auf mich warten. Was jetzt zu spannenderen und weniger guten Leseerlebnissen geführt hat, aber vor allem auch dazu, dass ich ein paar dieser Bücher danach in den öffentlichen Bücherschränken im Umkreis verteilen konnte! Habe ich immer noch zu viele ungelesene Bücher bei meinen Eltern? Absolut, aber ich arbeite daran und gaaanz langsam werden die Regale leerer.
Insgesamt habe ich es hingekriegt, diesen Monat 13 Bücher zu lesen, woohoo. Ich habe meist morgens nach dem Aufwachen nicht Zeit am Handy verschwendet, sondern einfach dreißig Minuten gelesen und was soll ich sagen, das ist ein besserer Start in den Tag und hilft dabei, meinen SUB anzubauen. Im Nachfolgenden stelle ich euch nun alle Bücher vor, die ich gelesen habe, verlinke sie euch (mit Amazon-Partnerlink) und erzähle kurz, wie sie mir gefallen haben.
Alison von Lizzy Stewart Diese Graphic Novel über das Leben einer jungen Frau, die sich von einem viel älteren Künstler selbst zur Kunst bringen lässt, habe ich in der Bib gefunden und sehr viel Spaß beim Lesen gehabt. Wenn auch die Story irgendwie etwas mehr Tiefe hätte haben dürfen, so waren die Illustrationen eine reine Freude und haben dies für mich wieder ausgeglichen!
Careless People von Sarah Wynn-Williams Wir bekommen hier sehr viele Einblicke in die Arbeitkultur von Facebook und natürlich muss man sich beim Lesen fragen, wieviel hiervon stimmt..aber ich gestehe, ich glaube der Autorin hier recht viel und es ist erschreckend, wie dort mit Menschen umgegangen wird. Nicht überraschend, aber trotzdem erschreckend. Ich empfehle euch, hier einmal reinzulesen.
Dreh dich nicht um von Karin Slaughter Schon vorm Lesen war ich mir sicher, dass ich dieses Buch aus meiner Sammlung schon einmal gelesen habe, aber da ich mich nicht mehr an die Lösung erinnerte, las ich es nochmal. Erneut war die Story um mehrere Morde an einer amerikanischen Uni, welche von Sarah Linton aufgeklärt werden, ok, nicht weltbewegend und ich habe das Buch schnell während zwei Flügen durchgelesen. Damit ich es nicht in zehn Jahren noch einmal lese, durfte es nun in einen öffentlichen Bücherschrank umziehen. Aber natürlich lese ich weiterhin alles, was Karin Slaughter neu herausbringt.
Das Dschungelkind von C. Davis habe ich emotional bedingt gelesen. Ich kannte das Buch nicht, fand es aber (leider schon ziemlich kaputt) bei meinen Großeltern im Keller und konnte es nicht ungelesen entsorgen. Somit habe ich jetzt durch das Verfolgen von Erlebnissen eines abenteuerlichen Mädchens ein bisschen mehr Ahnung davon, wie sich britische Menschen 1940 das Leben in Indien vorgestellt haben. Im Buch gab es zu Beginn eines Kapitels oft eine Illustration und können wir das bitte wieder für alle Bücher einführen?
Eine von uns von Amelie Fried Nelly hat das perfekte Leben: verheiratet mit einem erfolgreichen Wirtschaftscoach, ein tolles Haus, zwei Kinder auf einer Privatschule und nebenbei noch ihren Video-Blog „Happy wife, happy life“. Dann verändert ein Unfall plötzlich alles und bringt einige unschöne Wahrheiten ans Licht. Wir bekommen viele Klischees, wenig Tiefe, das Buch kann man sehr schnell runterlesen, aber ich verstehe die sehr guten Bewertungen nicht. Es war ok, nicht mehr, nicht weniger, aber hätte ich es lesen müssen? Nein 😉 Kam aus dem öffentlichen Bücherschrank und darf dort wieder hin, um ein neues Zuhause zu finden, wo es mehr geliebt wird.
Gefrorene Seelen von Giles Blunt Dies war ein Buch aus dem Keller meiner Eltern, von dem niemand wusste, woher es einmal gekommen ist. Aber bei fast 30 Grad wollte ich gerne etwas über Schnee in Kanada lesen und somit war die Entdeckung einer eingefrorenen Mädchenleiche in einem Minenschacht genau meines. Dies ist der erste Band der mir unbekannten Detective John Cardinal Reihe, aber es reizt mich nicht, mehr zu lesen. Alles wirkte zu konstruiert und aufgezwungen und wäre ich nicht hier erneut im Flugzeug gewesen, hätte ich lieber zu einem anderen Buch gegriffen. Durfte dann auch wieder in den Bücherschrank.
Ich darf nicht schlafen von S.J. Watson Christine wacht ohne Erinnerung auf, doch ist sie plötzlich viel älter und hat einen Ehemann, welchen sie nicht kennt. Ihr wird erklärt, dass durch einen Unfall ihr Gedächtnis beeinträchtigt wurde und sie nach dem Schlafen erneut alles vergessen haben wird – somit beginnt sie, mit ihrem Therapeuten gemeinsam, ein Tagebuch zu führen, um herauszufinden, was passiert ist. Spannend, da man immer überlegt, wer hier gerade wohl die Wahrheit sagt oder warum gelogen wird, aber zum Ende hin wird es zu „offensichtlich“ und etwas langweilig. Insgesamt aber kurzweilig, schnell zu lesen und jetzt nicht mehr in meinem Bücherregal.
Im Durcheinander der Liebe von Francois Lelord Dieses Buch habe ich in meinem Besitz, da ich alles über Inuit lese, was mir in die Hände kommt. Aber ganz ehrlich, das war eher meh, also wir haben den Inuk Ulik, welcher als Repräsentant seiner Menschen nach Paris kommt, sich dort aber in Männer-Frauen-Beziehungen verliert. Lelord als Psychiater versucht hier, uns unsere eigene Kultur zu spiegeln, sie aus anderen Augen zu zeigen, aber es verliert sich in solch langweiligen Stereotypen..oder ich bin einfach die falsche Person für dieses Buch. Es durfte nach der Lektüre ebenfalls ausziehen!
Jenseits der Untiefen von Favel Parrett Ein trauriges, raues Buch mit einer auf Tasmanien spielenden Familiengeschichte, die einerseits kurz und knapp erzählt wurde, mir aber irgendwie zu wenig gab, um richtig mitzufühlen. Wobei ich immer wieder daran denken muss, also einen bleibenden Eindruck hat das Schicksal der drei Brüder bei mir hinterlassen. Hier würde ich gerne ein weiteres Werk der Autorin lesen, dieses muss ich aber nicht in meinem Schrank haben, somit tschüss.
Kalteis von Andrea Maria Schenkel Mit Tannöd konnte ich nicht warm werden, aber ich war neugierig, ob dieses Werk von Schenkel mir besser gefällt. Klares JA! Wir haben eine Reihe von ermordeten Frauen und suchen einen Mörder in den 30er Jahren in München, während wir gleichzeitig der jungen Kathie folgen, die in der Stadt ihr Glück finden will. Es ist brutal, es ist hart zu lesen, aber es ist sehr gut geschrieben und ich war gefesselt. Aber auch dieses Buch durfte nach dem Lesen ausziehen, denn noch einmal lese ich Krimis/Thriller eigentlich nicht.
Mothballs von Sole Otero Soooo wunderschön illustriert, diese dicke Graphic Novel war ein fantastisches Lese-Erlebnis. Dabei ist die Geschichte der italienischen Urgroßeltern, die aus politischen Gründen nach Argentinien fliehen und sich dort ein neues Leben aufbauen müssen, alles andere als schön. Aber die Geschichte über mehrere Generationen hinweg zu verfolgen, macht visuell richtig Spaß und ich habe schon ein weiteres Werk von Sole Otero in der Bib bestellt. Wunderbar und das beste Buch im Mai für mich!
Sogar Papageien überleben uns von Olga Martynova 2010 habe ich die Autorin auf der Frankfurter Buchmesse lesen hören und musste das Buch direkt kaufen. Seitdem stand es im Schrank und jetzt habe ich es zwar gelesen und einige konzeptuelle Dinge auch toll gefunden, aber insgesamt war das Lesevergnügen eher mäßig, da ich vielem in der Story, die zwischen Deutschland und Russland spielt, nur bedingt folgen konnte. Schade (und ja, es durfte ebenfalls ausziehen).
Unser Tag ist heute von Virginie Grimaldi Das Cover hat mich gekriegt und ich habe es im öffentlichen Bücherschrank mitgenommen, als ich die anderen Bücher gerade hingebracht habe. Wir haben die 74-jährige Jeanne, die nach dem Tod ihres Mannes aus finanziellen Gründen zwei Zimmer in ihrer Wohnung untervermieten muss. Sie bekommt eine junge Frau und einen jungen Mann, welche unterschiedliche Geschichten haben, als Untermieter und wir lesen, wie sich dies entwickelt. Es war ein nettes Buch, aber auch hier war ich nur bedingt emotional berührt, also es war nett, aber nicht „wow“. Dafür, dass diese Autorin in Frankreich so gefeiert wird, habe ich einfach mehr erwartet. Ich habe es meiner Mama gegeben, aber danach darf es dann auch wieder in en Bücherschrank.
Ihr seht, der Mai war nicht DER Monat, wo ein Lese-Highlight das nächste jagt, aber das ist auch ok. Besonders freut mich, dass ich zehn Bücher von meinem SUB gelesen und danach aussortiert habe, also endlich mal wieder ein bisschen Fortschritt in meinen eigenen, zweireihig stehenden Bücherregalen gemacht habe. Normalerweise lese ich sehr viele Bücher aus der Bibliothek, da ich sie nicht kaufen will und vernachlässige, was in meinen eigenen Schränken steht. Durch die zwei Wochen Urlaub bei meinen Eltern konnte ich da aber nun wirklich einiges lesen und auch, wenn da noch sehr viel mehr Bücher auf mich warten, das fühlt sich gut an!


