Eigentlich wollte ich letztes Jahr das Lofoten Longcrossing wandern, aber da dies logistisch (& finanziell) dann doch irgendwie komplizierter war als erwartet, ging es am Ende im August 2025 mit dem Auto von Oulu aus einmal durch Schweden und Nordnorwegen. Das Jahr davor war ich schon am Nordkap wandern (große Empfehlung!) und 2025 sollten es dann endlich die Lofoten sein. Welche durch Social Media wirklich enorm beliebt sind – also auch absolut zu recht, die Natur ist phänomenal, aber eben leider auch sehr überlaufen. Dazu dann aber später mehr 😉 Wir waren Anfang August dort, also auch direkt in der Hauptsaison, aber ich wollte möglichst gutes Wetter haben – was wir mehr als bekamen, die ersten Tage war es einfach 28 Grad heiß?


Ich dachte, ich gebe euch mal unseren genauen Reiseplan, welcher ein bisschen zu ambitioniert war (also es war viel Autofahren auf Straßen, die entweder nicht so gut, sehr voll oder mit niedrigem Tempolimit waren) und ich hätte lieber 1-2 Tage mehr Zeit und weniger Kilometer pro Tag im Auto gemacht. Also plant lieber ein paar Tage mehr ein, denn es ist wunderschön dort oben in Nordnorwegen!

Ach und Oulu ist jetzt nicht unbedingt die schönste Stadt der Welt, aber Oulu ist Europäische Kulturhauptstadt 2026, so gibt es z.B. mit AirBaltic günstige Flüge ab Frankfurt via Riga (da empfehle ich einen 1-2 Tage Aufenthalt) und ein Auto mieten ist hier nicht ganz so teuer wie in Norwegen. Plus bekommt man sehr viel Natur und den nördlichste Ikea der Welt in Happaranda zu sehen, wenn man von Oulu auf die Lofoten fährt und kann auch einen Abstecher nach Rovaniemi zum Weihnachtsmann machen 😉

Da ich alles zwischen Oulu und der schwedischen Grenze schon gut kenne, sind wir morgens einfach direkt bis nach Haparanda durchgefahren. Hier oder noch auf finnischer Seite in Tornio lohnt sich ein kurzer Stop, es gibt ein kleines, aber feines Stadtmuseum, ein Kunstmuseum und besagten Ikea, wo man günstig essen kann. Danach ging es stundenlang mehr oder weniger gerade aus durch einen grünen Tunnel, wo ab und zu Rentiere am Straßenrand standen und wir immer mal wieder anhielten, um uns kurz von den Moskitos attackieren zu lassen. Diese waren sehr zahlreich, das hatte ich nach wenigen Stechmücken in Finnland nicht kommen sehen.

Ziel dieses ersten Tages war Kiruna, da das die größte Stadt im Umkreis mit dem günstigsten Hotel (120€ für 2) war. Welches weder günstig noch seinem Preis angemessen war, aber ich sage es jetzt schon, überall in Skandinavien bezahlt man sehr viel und bekommt eher mäßige Zimmer. Oft in spektakulärer Lage, aber bequem und einladend oder schallisoliert ist etwas anderes. Hier gab es allerdings eine Gemeinschaftssauna und einen Pool, welchen man nutzen konnte, was nach dem langen Sitzen super war.

In Kiruna selbst haben wir uns ein bisschen die Altstadt angesehen und besonders die Kirche. Das habt ihr vielleicht mitbekommen, diese Kirche und andere Häuser müssen aufgrund der Miene umziehen und sie haben die komplette Kirche auf ein Gerüst und sie dann gaaaaaaanz langsam ein paar Kilometer weiter transportiert. Wir waren leider zu früh, um dieses Spektakel live zu erleben (ich sah dann später den Livestream), aber alleine zu sehen, wie sie eingepackt wurde, war spannend! Die große Miene kann man sich hier auch anschauen, ich wollte aber lieber über der Erde bleiben und die Sonne so lange es ging genießen.

Am nächsten Morgen ging es los und wow, nach wenigen Kilometern hörte die Straße auf, asphaltiert zu sein und ich fuhr Ewigkeiten über Schotter. Kenne ich von den Northwest Territories aus Kanada schon und bin somit recht entspannt, hier brach aber gleich mal was am Auto ab und klapperte dann für die restlichen 1400km 😉 Mit einem Mietwagen würde ich hier definitiv noch vorsichtiger sein, denn insgesamt sind die Straßen hier oben durch das Wetter echt in einem schlechten Zustand und die Schlaglöcher sehr tief.

Erster Stop heute war der Abisko Nationalpark, wo u.a. der Kungsleden startet (noch so ein „wollte ich eigentlich wandern“-Ort). Hier sind wir drei kurze Rundwanderungen gelaufen, welche alle absolut herrlich waren und die Menschenmassen hielten sich in Grenzen. Also der Parkplatz und das Besucherzentrum waren voll, aber sobald man ein paar Hundert Meter gelaufen war, war man ziemlich alleine. Wundervolle Wasserfälle, Flüsse, Seen und einige nachgebaute Sami-Häuser – wir hatten Spaß!


Anschließend fuhren wir durch das schwedisch-norwegische Grenzgebiet und wow, ist es hier schön! Bergig, man sah noch Schnee, absurd große Seen und überall Steine. Ich war sehr glücklich und hätte am liebsten hier eine Nacht verbracht. Häuser gibt es hier, aber die sahen alle eher privat aus, schade. Die Grenze war unspektakulär und kurze Zeit später hatte man einen tollen Blick auf Narvik, wo wir nicht hinfuhren, sondern direkt weiter gen Lofoten. Wir machten diverse Stops, weil es einfach zu schön ist, um direkt vorbeizufahren, ich musste häufiger meine Kombination „Höhenangst + über Brücken fahren“ überwinden und am Ende kamen wir in Sandtorgholmen bei unserem Hotel (154€ für 2) an.


Die Lage war mega, direkt am Wasser und wir hatten tollen Meerblick vom Bett aus. Der Strand vor der Tür mit türkisem, soooo klarem Wasser lud zum Spazieren ein und wir haben hier so viele Seeigel gefunden! Ein paar Schafe als Nachbarn gab es auch noch und hach, es war so erholsam, dass wir auf der Rückfahrt nochmal für einen kurzen Spaziergang gestoppt habe.

Am nächsten Tag ging es mit vielen Zwischenstops (halt, wie schön ist das!) nach Svolvaer, wo wir eigentlich den Tjeldbergtinden wandern wollten. Als wir versuchten, das Parkticket zu lösen (Parken ist ein großes Problem, die kleinen Städte sind nicht auf die vielen Touristen vorbereitet und es gibt akuten (Park-)Platzmangel), als die Welt unterging. Im strömenden Regen wollten wir nicht hoch wandern, um keine Aussicht zu haben und so gingen wir spontan in das sehr kleine Aquarium.


Anschließend gab es wieder viele kurze Halte, manchmal an sehr vollen Stränden, manchmal sehr alleine in der Natur und am Ende kauften wir dann noch kurz was zum Abendessen in Leknes ein. Unsere Unterkunft Statles Rorbu (133€ für 2) war auch wieder direkt am Wasser (wobei der Meerblick hier etwas unbezahlbar war und wir hatten somit nur eine Terasse mit Hausblick) und wir konnten noch eine kleinen Spaziergang machen, wo wir am Ende den Sonnenuntergang auf einem großen Felsen (Mortsund) erleben durften. Hier fühlte es sich richtig nach „ich bin am Ende der Welt“ an und das raue Wetter mit starkem Wind war grandios!



Juhu, endlich etwas weniger Kilometer dachte ich. Aber nach einiger Diskussion beschlossen wir, jetzt auch wirklich bis ans Ende, nämlich nach Å. Das waren nochmal Hin- und Zurück 150km und da das eine einspurige, sehr volle Straße ohne Seitenstreifen (hallo all ihr Fahrradfahrer!) war, dauerte das sehr lang. Aber es war so malerisch, all diese kleinen Fischerorte mit den roten Stelzenhäusern und direkt dahinter diese mächtigen Berge, und ich verstehe auch wirklich, wieso hier jeder hin will. Zum Ende hin wurde es seeeeeeehr voll, wir bekamen aber am Å Aussichtspunkt noch einen Parkplatz und liefen dort dann für vielleicht eine Stunde herum. Ich bin sehr froh, dass ich dort gewesen bin, Vögel mit dem Fernglas beim Füttern ihrer Jungen beobachten konnte, ein bisschen über die Felsen klettern und mir die raue Meeresluft durchs Gesicht blasen lassen konnte.



Mit vielen Zwischenhalten (ein Strand war absurd schön, aber ich finde den Namen gerade nicht mehr), ging es dann bis nach Fiskebøl. Von dort kann man nämlich eine Fähre nach Melbu nehmen, was einerseits ein tolles Erlebnis und anderers eine super Zeitersparnis ist, da man keinen großen Umweg fahren muss. Gekostet hat das für unser Auto um die 11€ und die Fahrt dauert nur 25 Minuten. Man konnte sowohl drinnen als auch auf dem Deck die Aussicht genießen und das war wunderbar. Danach fuhren wir direkt nach Sortland, wobei ich eigentlich noch das Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes besichtigen wollte, aber der Tag war schon zu lang.


Sortland oder auch die blaue Stadt, habe ich ausgesucht, da das Hotel dort nicht so teuer war (272€ für 2 Nächte), aber das einzig Gute hier war das Frühstück im Billardsalon nebenan. Also dreckig, laut und unser Meerblick war zwar gegeben, aber dass da noch zwei gigantische Parkplätze und eine Straße dazwischen waren, wurde verschwiegen. Ich nenne mal nicht den Namen, aber geht bitte in das Scandic-Hotel, welches nicht viel teurer war 😉

Das Wetter war morgens leider nicht so schön und es war Regen vorhergesagt. Somit entschieden wir uns gegen die Fahrt nach Nyksund, um die Dronningruta zu laufen. Denn das sind zwar nur 15km, man soll aber 5-8 Stunden einplanen und nee, da wollte ich wenn zumindest blauen Himmel. Stattdessen liefen wir also erst mal durch Sortland, was nicht allzu lange dauert und ja, das war nett, aber nicht so „wow, hier muss man gewesen“ sein.


Dann suchten wir uns – das Wetter wurde nämlich besser, in den Lofoten geht das sehr schnell – eine Wanderung in der Nähe und fanden Steiroheia. Direkt bei Sortland geht es gut den Berg hoch, zunächst noch auf einem Weg, später klettert man direkt über die Felsen und trifft viele nette Schafe. Welche schneller und weniger jappsend als ich da hochlaufen. Unterwegs gibt es noch eine Hütte zum Ausruhen und hach, es war herrlich! So viele tolle Aussichten, so viel schöne Natur direkt um einen herum und endlich die Ruhe, die ich hier in den Hotels vermisse. Also ja, die Dronningruta ist vielleicht bekannter, aber so ein Tag ohne viel Autofahren einfach nur in der Natur war genau, was ich gebraucht habe.

Hallo du mein Lieblingstag, welcher so unerwartet kam! Ich muss kurz ausholen: mein Freund ist kein Freund von Booten oder Schiffen und hat sich schon monatelang auf den 7. Tag mental vorbereitet. Denn da habe ich ihm etwas geschenkt, was wir in Andenes machen werden und ein sehr kleines Boot beinhaltet. Als ich aber schaute, was man so zwischen Sortland und Skarsteindalen machen kann, fand ich Bleik. Und Bleik ist allen ein Begriff, die wie ich großer Papageintaucher-Fan sind. Denn dort gibt es direkt vorm Strand einen großen Felsen, wo sich im Sommer etwa 100.000 (!!!) dieser niedlichsten aller Vögel treffen.


Jetzt kann man an diesem Strand in Bleik entlanglaufen, Schafe am Strand streicheln und diesen Felsen in der Ferne sehen (sehr idyllisch, haben wir auch gemacht und viele andere, sich jagende Vögel beobachtet), aber die Papageientaucher sieht man nicht, man kann höchsten erahnen, dass da viel durch die Luft fliegt.


Oder man kann eine Puffin Safari buchen, wo man auf einem älteren Boot mit einem älteren sehr sympathischen Mann für 1,5 Stunden näher an diese Insel heranfährt. Also natürlich nicht zu nah, man will die Puffins ja nicht stören, aber eben so, dass man sie mit und ohne Fernglas gut sehen kann. Was für mich ein absoluter Traum war und die schlechten Handybilder können das gar nicht zeigen, aber man kann die niedlichen Vögel so gut erkennen, da sie sehr nahe über einem fliegen und neben einem im Wasser eintauchen oder auf der Oberfläche dahingleiten.


Bei der Rückfahrt ging dann die Welt unter und es wurde ganz schön wild auf dem Wasser, aber zum Glück dauert es nicht allzu lange. Das Gewitter hatte richtige Endzeitstimmung und wir mussten noch zu unserem Hotel auf einem Berg fahren. Ich war sehr gespannt, denn das Hotel war in einer ehemaligen Militäranlage und die Bewertungen waren sehr durchmischt, da anscheinend primär Angeltouristen dort übernachten, welche laut und müffelnd sein können. Ganz ehrlich, wir hatten einen gigantischen Raum (80€) mit bequemem Betten, zwei Couchen, Tischen, Sesseln und einem Bad, welches mit seiner Heizung sogar unsere Kleidung wieder trocken bekam. Dazu eine sehr saubere Gemeinschaftsküche, die wir zum Kochen benutzten und das Highlight: einen Saal mit Billard- und Tischtennistischen, die man kostenfrei benutzen durfte. Was wir dann vollkommen alleine taten, während das Gewitter draußen richtig Spektakel machte. Es klingt komisch, aber für mich war das ein perfekter Tag!

Am nächsten Morgen mussten wir früh losfahren, denn wir hatten in Andenes eine Wal-Safari gebucht. Ich habe diese schon in Kanada und den USA gemacht, war immer wahnsinnig begeistert und wollte meinem Freund dieses Erlebnis auch einmal geben. Und jetzt kommt das ABER (& ich verlinke den Anbieter auch nicht): es war schrecklich. Statt – wie ich es kenne – mit einem Speedboat rauszufahren, wurden hier Massen an Leuten rangeschifft und es ging in insgesamt drei vollbesetzten Booten los. Was erstmal ewig dauert, bis jeder angezogen, geprüft und im Boot war. Dann fuhr man gar nicht so weit raus, das braucht man hier nicht, weil der Meeresgrund schnell tief wird und dann dümpelte man. Was nicht gut ist, so wurden in unserem Boot gleich mal ein paar Leute seekrank.


Wir fanden dann einen männlichen Pottwal, der in der Nähe eines beschäftigten Fischerboots frühstückte und sahen ihn genau drei Mal kurz an der Oberfläche und sofort wieder abtauchen. Dabei war diese Situation einfach schrecklich, drei Boote umkreisten diesen Wal und es fühlt sich nur falsch an, wie hier „Jagd“ gemacht wurde, um ihn immer wieder zu finden, wenn er auftauchte. Denn wenn man keinen Wal sieht, hat der Anbieter eine Garantie, dass man eine zweite kostenlose Fahrt bekommt – und die wollen sie einem natürlich nicht geben. Somit waren diese – meine drei Videos vom Wal sind keine Minute lang insgesamt) – paar Sekunden aus der Ferne bei starkem Wellengang etwas Dunkles im Wasser sehen, genug, um ihren Auftrag erfüllt zu haben und es ging ohne Erklärung oder zurück. Also Wal & check, fertig. Viel früher als geplant und alles ohne Erklärung – meine Erwartung war, dass wir noch zu einem anderen Ort fahren, wo sich normalerweise Orkas aufhalten, aber das wurde nicht mal erwähnt und insgesamt haben wir einfach kaum Infos über die Tiere und über ihre Forschung (was sie sehr betonen, weil das legitimiert ja, dass man Massen an Touristen hier hinbringt).

Eine absolut unschöne Erfahrung und ich war sehr traurig, denn ich wollte mit diesem Geschenk eine einmalige Erfahrung teilen und es war überhaupt nicht wie bei meinen vorherigen Trips mit EINEM kleinen Boot, Ruhe, einem Guide, der viel erzählt und man fühlt, wie wichtig ihnen die Tiere sind. Unser Guide wusste nichts über das Tier, ich habe dann von einem anderen Guide an Land Infos über Name, Alter etc bekommen. Enttäuschend :/

Danach liefen wir einmal komplett durch Andenes, aber so viel gibt es dort nicht zu sehen und so fuhren wir noch einmal nach Bleik, wo wir es toller fanden, entspannten uns am Strand, beobachteten Vögel und besichtigten die Andoya Space Station. Hier sollte sogar an diesem Tag eine Rakete gelauncht werden, aber wir haben nichts davon gesehen bzw war auch nirgends abgesperrt, also vielleicht wurde das aufgrund des starken Windes verschoben. Interessant war es auf jeden Fall zu entdecken, dass es hier oben Raketen-Tests gibt, inmitten dieser tollen Natur.

Nach einer Nacht mit verdammt gutem Schlaf ging es nach einem kurzen letzten Spaziergang am Europäischen Nordmeer setzten wir uns ins Auto und fuhren los. Da wir jetzt die Straße auf der anderen Inselseite nutzten, sahen wir viel Neues und erneut gab es sooo viele „WOW“-Momente. Welcher dann noch davon getoppt wurde, dass da einfach eine Elchkuh mit Baby an der Straße stand – und sogar wartete, dass wir drehen und sie fotografieren konnten. Es waren nur wenige Minuten, aber ich war hin und weg! Bisher habe ich Elche nur in Alaska & Kanada getroffen, dies waren die ersten in Europa.


Wir hielten für einen kurzen Spaziergang entlang eines Wasserfalls hinter der norwegischen Grenze in Schweden, also genau diesem Landstrich, der mir auf der Hinfahrt so gut gefallen hat. Wenn es machbar ist, will ich nächstes Jahr unbedingt noch einmal hier hoch! Dann gab es erneut einen Halt im Abisko Nationalpark zum Beine vertreten sowie in Kiruna, um ein bisschen Essen für den Abend einzukaufen.

Denn uns erwartete ein großes und sehr gemütliches Ferienhaus in Krokfors (90€ für 2), direkt an einem gigantischen See, wo wir gemütlich am Steg Kaffee trinken und sogar Kanu fahren konnten. Wir haben einen wunderbar entspannten Abend in dieser himmlischen Ruhe verbracht, umgeben von Natur und – wie wir später gelernt haben – direkt neben einem Gebiet, wo Elche leben. Diese haben wir nicht gesehen, aber die ganze Kalix-Gegend ist super schön und hat viel für Outdoor-Liebhaber zu bieten.

Und dann war der Urlaub schon fast vorbei, verrückt. Nach einem Kaffee am See ging es ins Auto, entlang an sehr viel Wasser (und einem Flugzeug aus dem 2. WK) und natürlich wurde erneut bei IKEA gestoppt sowie im letzten schwedischen Supermarkt, um sich eine „Bunte Tüte“ aus diversen Süßigkeiten selbst zusammenzustellen. Macht sehr viel Spaß und ist um einiges günstiger als in Finnland, wo alles mit Zucker teurer ist.

Wenn ihr noch einmal halten wollt, sind Simo zum Wandern, die Gegend rund um Kemi am Meer, sowie Haukipudas & Ii direkt bei Oulu sehr schöne Orte, um eine Pause zu machen. Ich wollte noch schnell der Ostsee Hallo sagen, aber dann auch einfach nur noch in die Sauna.


Dass sich die Lofoten aufgrund ihrer spektakulären Landschaft lohnen, steht außer Frage 🙂 Mir hat es sehr gut gefallen und hinter jeder Ecke sieht es wieder ein bisschen anders aus und somit gibt es auch nichts, wo ich sagen würde, da muss man nicht hin. Für Sortland würde ich weniger Zeit einplanen und lieber durch eine Nacht in Narvik oder in dem norwegisch-schwedischen Grenzgebiet ersetzen, wenn das funktioniert.

Mit einem Auto ist man sehr flexibel und einige der Wanderwege gehen direkt an/auf der Straße entlang, was mir weniger gut gefiel. Diese menschenleere, tagelang unberührte Natur findet man hier weniger, dafür gibt es einfach nicht genug Insel(n). Wir haben alles vorgebucht und für die Hauptsaison empfehle ich euch das, denn die meisten Hotels und auch Campingplätze waren ausgebucht. Es gibt ein paar kostenlose Möglichkeiten für Camper/Vans zum Übernachten, aber hier sollte man rechtzeitig da sein.

Und jetzt kommen wir schon zum oben angesprochenen Problem, wovon ich selbst Teil bin: es gibt zu viele Touristen hier. Es ist überall voll, ihr findet immer mal wieder Orte, wo ihr kurz alleine seid, aber die sind eher rar. Stattdessen sind überall Touristen, jedes dritte Auto mit einem deutschem Nummernschild, ansonsten sooo viele Mietwagen und ich war wirklich überrascht, wie viele Menschen hier Urlaub machen (können). Denn es ist nicht so einfach zu erreichen und sehr teuer, also egal ob Hotel, Restaurant oder das Einkaufen im Supermarkt. Wir hatten unser eigenes Auto, haben günstig im Supermarkt oder mal eine Pizza gegessen und hach, ich wollte nicht auf mein Konto schauen 😉 Ah, ja, also Vegetarier ist es nicht so einfach, eine Auswahl zu finden, das meiste Essen ist doch Fisch und Fleisch. Schweden war da erstaunlicherweise viel besser geeignet.

Die Einheimischen sind genervt und ich verstehe sie, denn ich war auch genervt. Viele kleine, enge Straßen und zu viele Autos, Radfahrer und Fußgänger sind hier ihr Alltag und auf den Parkplätzen gibt es keine/kaum freie Plätze. Eine Wanderung konnten wir z.B. nicht machen, weil der Trail mitten im Nirgendwo an einer Straße losging und der Parkplatz schon morgens überfüllt war. Norwegen überlegt, Quoten einzuführen und ich verstehe sie, denn so kann es dort nicht weitergehen. So schön die Natur dort auch ist, es gibt in Norwegen/Schweden/Finnland so viele andere ebenfalls tolle Orte, wo man die Natur noch in Ruhe genießen und sich einfach mit seinem Zelt eine Auszeit abseits der Menschenmassen gönnen kann. Ich war z.B. vor mittlerweile neun Jahren auf den Faroer Inseln und würde das eher empfehlen, wenn man brachiale Natur, aber Einsamkeit haben mag, hier habe ich sogar noch ein Video gedreht:

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