Nachdem ich es letzten Monat (bei meinen Eltern) hingekriegt habe, viele Bücher aus meiner eigenen Bibliothek zu lesen und im Anschluss sogar auszusortieren, so habe ich im Juni doch wieder vermehrt Bücher aus meiner lokalen Bibliothek gelesen. Bei einigen von diesen Büchern stand ich monatelang auf der Wartelist und plötzlich kamen sie im Rudel zu mir, worüber ich mich auch gar nicht beschweren will. Insgesamt war das ein guter Lesemonat, ich habe 10 Bücher gelesen und stelle sie euch nun kurz (mit Amazon-Partnerlink) vor!


Blood, Sweat, and Pixels von Jason Schreier Anhand verschiedener Computerspiele und deren Entwicklung führt uns der Autor in die stressige Welt der Videospiel-Entwicklung. Was interessant ist, selbst wenn man keines der Spiele je gespielt hat 😉 Da ich auch mal die Übersetzung für ein Computerspiel gemacht habe, hatte ich da schon ein bisschen Insiderwissen, aber ich habe trotzdem viel gelernt und kann euch dieses unterhaltsame Buch empfehlen, wenn ihr mehr zu diesem Thema wissen wollt.

A brief history of a long war von Mariam Najem Eine Graphic Novel, die sich mit der gesamten Geschichte der Ukraine, die untrennbar mit Russland verbunden ist, beschäftigt und sehr gut zeigt, wie es zur heutigen Situation gekommen ist. Lesenswert!

A Child in Palestine: The Cartoons of Naji Al-Ali von Joe Sacco Mir war der Name Al-Ali bis dato kein Begriff, aber ich war sehr neugierig auf seine Karikaturen und habe hier einen tollen Überblick mit Kontext-Einordnung bekommen.

Eden von Marc Elsberg Jedes Buch von Marc Elsberg verschlinge ich, egal, wie dick es ist! Als ich den Buchrücken las, musste ich sofort an „Der Schwarm“ von Schätzing denken, aber es ging dann doch in eine ganz andere Richtung und auch, wenn ich nicht unbedingt so viel aus der Perspektive eines Influencers hätte lesen müssen, so wurde man durch die vielen Personen- und Ortswechsel in diesem Klimakrimi wahnsinnig gut unterhalten. Und wie immer sehr zum Nachdenken angeregt – ich habe noch Helix von Elsberg zuhause liegen und weiß jetzt schon, dass ich das bald lesen werde, aber ich spare es mir wirklich für einen Zeitraum auf, wo ich es am besten in einem Rutsch lesen kann.

It’s not her von Mary Kubica Ich habe das Buch ständig online gesehen und wollte nun selbst sehen, was es mit Mary Kubica auf sich hat. Es war sehr spannend geschrieben und man fiebert bei der Suche nach der verschwundenen Teenagerin mit. Und hier habe ich auch nicht alles kommen sehen, sondern wurde von einigen Wendungen gut überrascht. Was ich nicht anmerke, weil ich ach so schlau bin, aber weil ich soooo viel lese, dass man vieles einfach schon kennt. Hier gab es Überraschungen und ich habe mir schon ein anderes Buch von Mary Kubica in der Bib vorgemerkt.

Just Friends von Haley Pham Die Autorin hat sooo viel Kritik für ihr Debüt bekommen und auch wenn ich diese Liebesgeschichte mit viel Trauer als Thematik nicht grandios gut fand, so war es aber auch nicht so dramatisch, wie andere es kritisieren. Wir haben zwei Menschen, die seit ihrer Kindheit beste Freunde waren, dann kurz dateten und dann durch eine dramatische Wendung für viele Jahren komplett Funkstille hatten, bevor sie sich – erneut durch Drama – wieder annähern. Eine Geschichte, die schon oft erzählt wurde und ich habe mich deswegen eher gelangweilt und werde mich auch in Kürze nur noch rudimentär daran erinnern, aber grausam zu lesen, war es jetzt auch nicht.


Kruso von Lutz Seiler Seit Jahren habe ich mir vorgenommen, dieses Buch zu lesen und ich musste kämpfen, ich kann es nicht anders sagen. Die Geschichte, teilweise wohl selbst vom Autoren erlebt, ist wahnsinnig mitnehmend und schrecklich, teilweise sehr graphisch ekelhaft, sowie an einem Ort (Hiddensee), über den ich wenig zur damaligen Zeit wusste. Also ich habe viel gelernt in diesem Roman, der zum Ende der DDR in Ostdeutschland spielt und über das Leben der Saisonkräfte, von denen viele versucht haben, nach Dänemark zu fliehen. Lutz Seiler wird für seinen Schreibstil enorm gefeiert und mit Preisen überhäuft, was bestimmt auch gerechtfertigt ist, denn wer bin ich, das zu beurteilen. Aber manchmal hat er mich einfach in langen, wirren Sätzen verloren und ich musste immer wieder mit mir kämpfen, das Buch in die Hand zu nehmen. Aber hey, ich habe den Nachfolger schon ausgeliehen, also irgendetwas fasziniert mich wohl gleichzeitig auch daran!

Lázár von Nelio Biedermann JA! Vom Thema her war ich zunächst nur mäßig an diesem ungarischen Generationenroman interessiert, aber der SCHREIBSTIL! Er wird absolut zu recht gefeiert, denn ich habe dieses Buch nur so verschlingen und die Sätze voller Genuss nachwirken lassen. Egal, worüber Nelio Biedermann als nächstes schreiben wird, ich werde es lesen! Große Empfehlung an alle, ohne Ausnahme!

Still Missing von Chevy Stevens Ich weiß, dass ich dieses Buch schon einmal gelesen, in den Bücherschrank gestellt und dann Jahre später wieder aus einem anderen Bücherschrank wieder mitgenommen habe. Da ich mich allerdings null an die Geschichte erinnerte, las ich es an einem Reisetag in Flugzeugen & Flughäfen und wurde ganz nett unterhalten, da ich wissen wollte, wie es der entführten Frau in der einsamen Hütte irgendwo auf Vancouver Island ergeht und wieso sie eigentlich Opfer dieses Verbrechens geworden ist. Aber sonderlich gut gefiel mir der Schreibstil nicht, somit muss ich nicht noch etwas von Chevy Stevens lesen und habe hier jetzt dokumentiert, dass ich dieses Buch kenne!

The Women von Kristin Hannah Kristin Hannah ist eine Autorin, die mir online ständig begegnet und eigentlich wollte ich mir „The Nightingale“ von ihr anfangen. Jetzt war „The Women“ allerdings schneller in meiner Bibliothek verfügbar und ich bereue nichts! Kein leichtes Thema, denn wir folgen einer sehr jungen Amerikanerin als Krankenschwester in den Vietnamkrieg. Welche dort mit so viel Grausamkeit konfrontiert wird, dass sie auch zurück in den USA damit zu folgen hat – und besonders auch damit, dass niemand glaubt, dass auch Frauen in diesem Krieg waren. Somit muss sie nun auch in ihrer Heimat viele Kämpfe ausfechten, um irgendwie Hilfe zu bekommen. Enorm gut geschrieben und ich freue mich auf das nächste Werk von Kristin Hannah!


Diesen Monat waren ein paar grandiose Lese-Highlights dabei, die ich euch unbedingt empfehlen will. Selbst wenn ihr denkt, dass sie vom Thema her vielleicht nichts für euch sind, leiht sie euch aus der Bibliothek aus und schnuppert mal rein. Ich war soooo gefesselt, überrascht und hatte so absurd starke Lust weiterzulesen, dass ich teilweise nichts anderes am Wochenende getan habe. Aber es ging nicht anders und genau so soll es sein! Uuuuund traut euch an diese Klassiker, vor denen ihr Angst habt, auch sie sind lesbar (oder abbrechbar, wenn sie so gar nicht für euch funktionieren)!

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