Diesen Monat begann ich mit ein paar Tagen Urlaub, in denen ich recht viel lesen konnte, und habe insgesamt 14 Bücher gelesen, welche ich euch nun kurz vorstellen mag. Wie immer ist das eine diverse Mischung, da ich mich nicht auf ein Genre festlegen will und nach Lust und Laune lese (und manchmal auch für meine Arbeit, wenn ein Schüler sich ein Buch aussucht). Wobei ich diesen Monat auch ein paar sehr beliebte Bücher aus der Bibliothek ausleihen und selbst schauen konnte, warum sie so gehyped werden. Wie immer verlinke ich euch alle Werke mit Amazon-Partnerlink, da könnt ihr euch direkt noch mehr Bewertungen durchlesen oder das Buch auf die Wunschliste packen.
The Crystal Vase von Astrid Goldsmith Großartige Graphic Novel über den Tod einer deutschen, jüdischen Großmutter, deren Familie sich nun mit ihrem Besitz und dessen Geschichte befassen muss. Empfehlenswert!
Famesick von Lena Dunham Persönlich konnte ich mit Girls und ihrem ersten Buch nicht so viel anfangen, aber ich war trotzdem sehr neugierig auf dieses Buch. Wir lernen viel über Lena Dunham’s Gesundheit bzw chronische Erkrankungen, ihren Erfolg in jungen Jahren und dessen Folgen, ihre Abhängigkeit (& ihren Entzug) von Tabletten und ihre Arbeits- sowie romantische Beziehungen und ihren Wunsch, Mutter zu werden. Mir gefiel ihr Schreibstil hier besser und Biographien sind eh sehr schwierig zu bewerten, aber ich glaube, noch ein Buch werde ich von ihr nicht lesen.
Fürchten Lernen von Nando von Arb Illustriert werden in diesem Buch verschiedene emotionale Ausnahmesituationen, wie Panikattacken und Angstzustände, aber nee, das war nicht meines. Also ich habe es mir bis zum Ende angeschaut und durchgelesen, aber hier fehlt mir einiges.
Half his age von Jennette McCurdy Wie Famesick ist auch dieses Buch sehr gehyped und ich wollte wissen, wieso. Wir haben hier eine Liebes-/Abhängigkeitsbeziehung zwischen Waldo, einer 17-jährigen Schülerin und ihrem älteren Lehrer Mr. Korgy, welches sexuell sehr detaillreich und roh beschrieben wird. Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil halbwegs mitreißend und man hat das Buch schnell gelesen. Ich verstehe, dass es bewusst provozieren/verstören will und das durch seine Sprache auch schafft, aber sonderlich originell finde ich es nicht.
Hamnet von Maggie O’Farrell Geschrieben ist das Buch über das Leben von Shakespeares Familie, besonders über seine Frau, ganz wunderbar, aber irgendwie musste ich mich doch immer wieder dazu „zwingen“, es in die Hand zu nehmen. Vielleicht weil man das Ende schon kennt und somit war es zwar eine atmosphärisch gute Geschichte, aber es passierte einfach soooo wenig.
Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer „Debbie ist das schönste Mädchen“ ist ein Satz, den man in diesem Coming of Age Buch eines (unglücklich) verliebten Jungen sehr häufig liest. Leider geht es in diesem kurzweiligen Sommerbuch wenig um Fußball (was ich irgendwie erwartete), sondern mehr um Freundschaft, erste Liebe und andere Emotionen, die mit dem Erwachsenwerden so auftreten. Man kann es schnell lesen, aber in Erinnerung bleiben wird es mir nicht.
Lempi, das heißt Liebe von Minna Rytisalo Mein „ich fahre mit dem Auto durch Skandinavien“-Hörbuch, welches aus drei verschiedenen Perspektiven über das Leben und Lieben einer verschollenen Frau in Finnland erzählt. Teilweise sehr harte Sprache, teilweise sehr schlimme Handlungen, aber es spielte zu einer schrecklichen Zeit und ich war bis zum Ende hin gefesselt.
Local Woman Missing von Mary Kubica Die Thriller-Autorin ist sehr bekannt und ich wollte noch ein zweites Buch von ihr lesen, um mir ein besseres Urteil bilden zu können. Hier haben wir es mit verschiedenen verschwundenen Frauen zu tun, wo es auch Verdächtige gibt, es am Ende aber ganz anders kommt und ja, ich war überrascht, aber gleichzeitig war es für mich doch sehr unrealistisch/unglaubwürdig. Spannend geschrieben ist es und man liest das Buch in 1-2 Sitzungen schnell durch, aber man muss sich darauf einlassen.
The Nightingale von Kristin Hannah Letzten Monat las ich „The Women“ und diesen Monat folgte gleich „The Nightingale“, da ich so begeistert von Kristin Hannah war. Keine leichte Kost, schreckliche Zeiten, unvollstellbare Taten und starke Personen, die sich dagegen auflehnen. Wir folgen hier zwei Schwestern in Frankreich zur Zeit des 2. Weltkrieges, die ganz unterschiedlich mit dieser Lebensrealität umgehen. Ich will nicht mehr verraten und empfehle euch auch, möglichst unwissend in die Geschichte zu gehen. Aber kleine Warnung, das ist keine leichte Kost, kein „lese ich mal nebenbei“-Sommerbuch, das hier berührt und tut weh. Also genau wie „The Women“ und ja, ich werde wohl nach und nach alles von Kristin Hannah lesen, aber jetzt brauche ich erst mal eine Pause.
Die Physiker von Friedirch Dürrenmatt Hui, was hatte ich Spaß bei dieser grotesken Lektüre, die einen dann gleichzeitig doch ziemlich zum Nachdenken anregt. Keine 100 Seiten lang, also wenn ihr etwas Zeit habt, empfehle ich euch Dürrenmatt auch heute noch zu lesen, ein „leicht zu lesender“, unterhaltsamer Klassiker, der sich um Wissenschaftsethik, Schuld, Moral, Verantwortung etc dreht.
The Salt Path von Raynor Winn Eigentlich hätte mich das Buch sehr abholen müssen, da ich selbst Langstreckenwanderin bin. Aber irgendwie bin ich nicht so richtig mit diesem wandernden Ehepaar warm geworden, welches nach Schicksalsschlägen den South West Coast Path wandert. Welcher dann auch noch körperlich heilende Wirkung zu haben scheint..insgesamt war es nicht mein Buch und Teil 2 werde ich wohl nicht lesen, außer es kommt mit sehr starker, persönlicher Empfehlung.
Selbs Betrug von Berhard Schlink Thematisch klang das eigentlich so gar nicht nach meinem Buch, ein älterer Privatdetektiv im Raum Heidelberg soll eine verschwundene Tochter aus gutem Hause finden. Aber Schlink schreibt einfach immer so, dass ich wunderbar unterhalten bin, Spaß habe und das Buch nicht aus der Hand legen mag. Zum Glück konnte ich es im Urlaub in einem Rutsch durchlesen und da es noch zwei weitere Bücher über Selbs gibt, werde ich diese bestimmt in Zukunft lesen.
Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher Ein optisch sehr hübsches Buch über Freundschaft, Erinnerungen, Geheimnisse und Antworten, welches ich an einem Tag gelesen habe und gut unterhalten wurde, aber wirklich in meine Erinnerung wird die Geschichte nicht eingehen. Seit Kindheitstagen waren Britta, Pia und Martin unzertrennlich, doch plötzlich verschwindet Pia ohne Ankündigung und taucht erst zwanzig Jahre später wieder auf. Die Themen werden ziemlich traurig, somit ist das keine seichte Sommerlektüre, aber irgendwie fühlte es sich trotzdem nach Sommerbuch an.
Yesteryear von Caro Claire Burke Ein Buch, welches in aller Munde ist und für mich ebenfalls spannend klang. Wir haben eine amerikanische, sehr erfolgreiche Trad-Wife-Influencerin, die mit ihrem Mann und Kindern auf einer Farm das perfekte Leben zu haben scheint. Dann wird sie plötzlich in die Vergangenheit versetzt und weiß nicht, wie sie in dieser harten Realität ohne Aus-Knopf überleben soll. Die Hauptperson ist sehr unsympathisch geschrieben, was ich interessant zu lesen fand und insgesamt mochte ich das Buch – nur der Schluss war so gar nichts, aber ich bin ehrlich, ich hätte auch nicht gewusst, wie man die Story gut zu Ende bringen könnte.
Kennt ihr eines der Bücher? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Was war euer Lese-Highlight im Juli?

