Was ist das wieder für eine illustre Mischung, die ich diesen Monat gelesen habe. Gerade erst erschienene Bücher aus der Bibliothek vermischen sich hier mit Klassikern, die ich seit meiner Schulzeit im Regal stehen habe und „irgendwann“ noch einmal lesen will. Da ich beschlossen habe, dass ich nicht mehr warten will, habe ich dieses Irgendwann nun in die Gegenwart geholt und einfach angefangen, meinen Kopf beim Lesen intensiver anzustrengen.

Was manchmal gar nicht so einfach war, da ich ofr sehr müde war, aber insgesamt sind es diesen Monat dann doch verrückte 14 Bücher geworden. Diese zeige ich euch nun kurz und gebe ein bisschen meinen Senf dazu. Wenn euch da etwas interessiert, gibt es natürlich für mehr Infos auch noch den Amazon-Partnerlink – wobei meine ausgelesenen Bücher einmal an Freunde verschenkt werden oder in den öffentlichen Bücherschrank kommen, da ich es viel mehr mag, Bücher zu tauschen statt zu kaufen.


Der Auftrag: oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter von Friedrich Dürrenmatt Ich begann das Buch mit zwei Stunden Schlaf morgens um 4 am Flughafen zu lesen und das war ein wunderbarer Fiebertraum. Von der Geschichte will ich nichts spoilern, aber jedes Kapitel besteht aus nur einem Satz und so wird man nur so eingesogen und will das dünne Werk in einem Rutsch durchlesen. Großartigst!

Corpus Delicti von Juli Zeh Normalerweise mag ich die Bücher von Juli Zeh gerne, doch hier hatte ich irgendwie Schwierigkeiten, reinzukommen, da es stellenweise sehr zäh und für mich langweilig zu lesen war. Insgesamt ist die Thematik einer zukünftigen Gesellschaft, die Krankheiten eliminieren und durch strenge Regeln Gesundheit als Normalität durchsetzen will aber sehr interessant und somit ist das Buch durchaus lesenswert.

The End of the Arab of the Future von Riad Sattouf Ich habe sooooooo lange auf dieses Buch aus der Bib gewartet und mag die Gestaltung der Graphic Novel sehr! Aber ich wusste nicht, dass es nur Teil 1 ist und somit war das zwar ein sehr spannender Lesegenuss, aber jetzt bin ich mitten in der Geschichte der in Frankreich lebenden, syrischen Familie drinnen und will wissen, wie es weitergehen wird.

A Guardian and a Thief von Megha Majumdar Wow, fantastisches, sehr trauriges Buch, über welches ich noch einige Zeit nachdenken werde. Wir befinden uns in einem von Klimawandel zerstörten Kalkutta, wo eine Familie mit Klima-Visa in den USA fliehen darf, dann aber ihre Pässe gestohlen bekommt und nun versucht, diese wiederzubekommen. Großartig geschrieben, es tut weh zu lesen und ist so nah an der Wahrheit – von Megha Majumdar will ich definitiv mehr lesen!

Guilt von Keigo Higashino Dieses Buch eines japanischen Autors wurde mit Dostojewski verglichen und natürlich musste ich es dann sofort lesen, denn das klang nach einer spannenden Kombi. Der Detektiv-Roman war dann auch in Ordnung, die einzelnen Personen gut ausgearbeitet, ich wurde ein paar mal überrascht, aber insgesamt hätte es auch 50 Seiten kürzer sein dürfen.


Im Feuer von Pernilla Ericson Es ist unmöglich, dass ich dieses Buch schon gelesen habe und trotzdem kam es mir sooo bekannt vor. Wir haben einen sehr heißen Sommer in Schweden, wo Brände Existenzen zerstören und eine Ermittlerin, die aufgrund privater Probleme aufs Land geflohen ist und ermitteln muss, wie diese Feuer entstanden sind. Es war ok, ich habe das Buch im Zug gelesen und das funktionierte super, da die Kapitel kurz und nicht sehr anspruchsvoll sind. Aber ein „wow, ich muss mehr von Pernilla Ericson“ lesen, hat es nicht in mir entfacht, es war einfach nur unterhaltend genug.

I’m thinking of ending things von Iain Reid Ein Buch, welches man am besten ohne Vorwissen anfängt und deswegen will ich auch nicht spoilern. Aber das ging in eine gaaaanz andere Richtung als ich erwartet habe und wow, bis zum Ende hin war ich mir nicht wirklich sicher, was ich hier lese. Nach dem Ende auch nicht, da musste ich dann das Internet befragen und am liebsten hätte ich das Buch direkt noch einmal gelesen, um es nun wirklich zu verstehen. Leider musste es zurück in die Bib, aber ich glaube, das werde ich irgendwann kaufen, um es noch einmal zu lesen und ja, ich denke sehr oft darüber nach.

It had to be you von Mary Higgins Clark & Alafair Burke Dies war mein erstes Buch von diesem Autorinnen-Duo und es ist fesselnd geschrieben. Aber leider war mir viel zu früh der Täter bekannt und es kam kein unvorhergesehener Plottwist mehr. Was ja auch mal gut, da realistisch, sein kann und es schreckt mich jetzt nicht ab, noch einmal etwas von den beiden zu lesen. Aber umgehauen wurde ich jetzt auch nicht.

Little Fires Everywhere von Celeste Ng Ihr Debüt fand ich großartig und auch mit Little Fires Everywhere gelingt Ng der Blick in die amerikanische Vorstadt mit all ihren ungeschriebenen Verhaltensregeln. Ein paar Handlungsstränge wirkten mir zu konstruiert und die Personen haben mich dieses Mal auch nicht so sehr gekriegt, aber insgesamt wurde ich gut unterhalten und würde auch das nächste Buch von ihr sofort lesen wollen.

Pause von Lena Kupke Großartig, man leidet hier so mit und es kommen Gefühle/Situationen aufs Papier, die man vielleicht selbst schon erlebt oder zumindest sehr gut nachvollziehen kann. Unsere Protagonistin zieht im Erwachsenenalter wieder bei ihren Eltern ein, was schon unter normalen Umständen schwierig ist. Hier haben wir allerdings noch diverse Faktoren, die das erschweren und ach, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Schlafes Bruder von Robert Schneider Es ist kein einfach zu lesendes Buch und hat teilweise sehr brachiale Sprache, aber es fesselte mich auch beim zweiten Mal wieder sehr und es wird zum Ende hin einfach immer besser und auch verstörender. Wenn ihr diesen Klassiker noch nicht kennt, versucht es mal und lasst euch nicht abschrecken, es lohnt sich!

Der Tod in Venedig von Thomas Mann Wir mussten dieses Buch in der Schule lesen und zu Tode analysieren, was mir nicht so viel Freude bereitet hat. Nachdem ich dieses Jahr nun die Buddenbrooks gelesen habe und gut unterhalten wurde, versuchte ich es erneut mit diesem kurzen Werk. Es wird zum Ende hin besser, aber sooo begeistert war ich leider nicht davon.

Der Vorleser von Bernhard Schlink So alle zwanzig Jahre darf man dieses Buch lesen, denke ich und ich fand es weiterhin gut, wenn auch weniger in die Tiefe gehend, als ich es erinnerte. Die Geschichte kennt bestimmt fast jeder, wir haben eine Liebesbeziehung mit großem Altersunterschied, welche plötzlich endet und die Personen treffen sich zufällig vor Gericht wieder, wo eine schreckliche Vergangenheit offenbart wird.

The Wilder Way von Eva zu Beck Ich habe über die Jahre einige Videos der sympathischen Autorin gesehen und wollte somit auch ihr Buch lesen. Was gute Unterhaltung war und mich zu einigen Orten geführt hat, die ich selbst noch besuchen will. Wenn ihr jemand wie ich seid, der gerne einfach recht planlos (mit dem Auto) durch die Welt fährt und anhält, wenn & wann es ihm gefällt, ist das vielleicht auch ein Buch für euch!



Insgesamt wirklich ein toller, in diverse Richtungen gehender Lese-Monat, der mir viel Spaß bereitet hat! Da meine Bibliothek ihr Ausleihsystem umgestellt hat, stapeln sich aber jetzt schon wieder eine Reihe von Büchern für September, die ich dringend lesen und zurückbringen muss und somit werde ich wohl weniger Zeit haben, aus meinen eigenen Regalen zu lesen. Wobei sich das wirklich lohnt, ich habe so tolle Bücher (Schlafes Bruder!) wiederentdeckt und auch ein bisschen mehr Platz schaffen können!

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