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[Lesen] Matched & Crossed von Ally Condie

Ich weiß, ich bin hier mal wieder sooo hintendran. Aber ich habe mir die letzten Jahre einfach eingeredet, dass ich jetzt zu erwachsen für Jugendliteratur bin und somit keine mehr lese. Auch das Genre Dystopie war eher nicht meines..ich lese gerne Sachen aus dem „hier und jetzt“, da fällt es einem doch meist leichter, sich mit den Charakteren zu identifizieren.

Zum „Glück“ (ok, nicht wirklich) habe ich recht starke Einschlafschwierigkeiten und habe herausgefunden, dass mir Hörbücher hierbei helfen. So suchte ich bei Youtube herum und fand schließlich den ersten Band von „Die Tribute von Panem“ und hiermit fing alles an. Die drei Bücher wurden geradezu mit den Ohren verschlungen und ich war wieder total drin in diesem Genre – und wußte jetzt auch, wieso jeder so davon schwärmt. Daraufhin folgte ein Probeabo audible und meine neue Leidenschaft für die „Divergent“-Reihe (hier bin ich jetzt beim Hören des 2. Bandes). Als ich nun letzte Woche durch die Bücherei streifte, blieb mein Blick am Cover von „Matched“ hängen und ich erinnerte mich, auch hier schon viel positive Kritik von amerikanischen Youtuber gehört zu haben. Getreu dem Motto „schadet ja nichts“, nahm ich somit die beiden vorhandenen Bände mit:

Matched Crossed Da sie sich an jugendliche Leser wenden, sind die Schrift groß, die Sätze einfach und somit sehr schnell zu lesen. Als Nichtmuttersprachler hatte ich kein Problem, alles zu verstehen und würde die Bücher somit auch Menschen raten, die ihr Englisch aufbessern wollen. Das macht hier doch mehr Spaß und ist erfolgreicher wie bei einem Douglas Coupland 😉

Das erste Buch ist wahnsinnig spannend, man will mehr über die Welt erfahren, in der die Hauptpersonen leben und auch die Liebesgeschichte ist nett – ich habe das Buch an 2 Tagen gelesen und habe dann auch direkt mit Band 2 angefangen. Dieser wird aus zwei Perspektiven erzählt, die jeweils in kurze Kapitel gepresst werden und war ideal beim Gassigehen. Jupps, ich habe eine Buch dabei, wenn ich mit dem Hund durch den Park renne – wie immer enorm kommunikativ zur Aussenwelt eingestellt *g* Das zweite Buch fand ich jetzt nicht mehr so grandios wie den ersten Teil, aber trotzdem will ich nun auch noch den finalen Band lesen.

Hier habe ich nun das Problem, dass es ihn in den meisten Berliner Bibliotheken nicht gibt oder nur auf Deutsch. Ihn mir kaufen, will ich nicht, ihn in der übersetzten Fassung lesen allerdings auch nicht..arghs! Ich bin noch unschlüssig, was ich tun soll..in meinem Freundeskreis wird das auch keiner haben, da würde ich nur ausgelacht werden 😉 Somit..notfalls doch in den sauren deutschen Apfel beißen und immerhin wissen, wie es ausgeht.

Was mir bei dem gesamten Setting wohl am besten gefällt, ist, dass die Autorin in Utah lebt und die Canyonlandschaft somit u.a. als Inspiration gewählt hat. Mit einer „Grand Canyon“-begeisterten Mama und in New Mexico lebenden Verwandten kenne ich diese Orte zu Genüge und konnte mir sehr schnell ein Bild in meinem Kopf malen, welches auch von einer Verfilmung nicht zerstört werden wird. Jupps, verfilmt werden soll es auch noch – ich bin gespannt!

Kennt ihr die Bücher? Lest ihr noch Jugendbücher? Ich habe es wirklich lange Zeit nicht getan und die Leute eher „belächelt“, aber es ist wirklich enorm entspannende Lektüre, die man mit vielen Unterbrechungen lesen kann und komplett von der Realität abschalten kann. Wobei ich hiervon dann auch erst einmal wieder genug haben werde..plus sind mir keine weiteren Bücher mehr bekannt, die ich noch lesen könnte und die noch etwas neues bieten.

Lesenswert: Sarah Kuttner & John Grisham

Ok, besonders letzterer Name wird jetzt bestimmt ein „ach echt“ bei einigen im Kopf produzieren, aber da ich auf meinem Blog Bücher viel zu sehr vernachlässige (und dabei immer mehrere am Lesen bin), dachte ich mir, stelle ich euch mal vor, womit ich mich diese Woche so beschäftigt habe 😉

John Grisham & Sarah KuttnerBesonders stolz bin ich, dass ich beide Bücher nicht gekauft habe, sondern nur geliehen bzw einem „Bücherbaum“ entwendet habe. In Berlin (und in vielen anderen Städten) gibt es ja öffentliche Regale, wo man Bücher hineinstellen mag, die man nicht mehr braucht und andere können sie sich kostenfrei mitnehmen. Da ist der John Grisham her und wird nächste Woche auch wieder dort abgestellt – denn so spannend & gut das Buch ist, ich werde es nicht noch einmal lesen und die wenigsten in meinem Umkreis lesen englische Bücher..also ab damit zu einem neuen Besitzer und wer weiß, vielleicht finde ich beim Abstellen ja wieder etwas spannendes. Sarah Kuttner kommt zurück in die Bibliothek 😉

John Grisham – The Confession Normalerweise gehen Krimis/Thriller eher weniger an mich, aber schon das Cover hat mich mit „an innocent man is days from execution. Only a guilty man can save him“ gekriegt und da ich 6 Stunden Zugfahrt vor mir hatte..war die Sache geritzt. Ab Seite 300 war ich mir übrigens irgendwie unsicher, ob ich es nicht schon einmal gelesen hatte (oder es verfilmt wurde), aber das tat der Sache keinen Abbruch. Grisham wird nicht umsonst als Meister der Spannung gefeiert und das ist er/dieses Buch auch einfach. Man blätterte Seite um Seite, liest, fiebert mit und kriegt gar nicht mit, dass schon 6 Stunden Zugfahrt vorbei sind. Was aber auch gut ausreicht, um das Buch zu lesen (zumindest bei meinem Lesetempo). Ich finde, dass es in recht einfachem Englisch geschrieben ist, klar, gibt es mal Fachausdrücke, die man nicht kennt aus dem juristischen Bereich, aber da kann man drüberlesen und trotzdem den Inhalt mitkriegen. Wen das Thema Todesstrafe in den USA interessiert, das ist euer Buch! Wenn ihr dann noch Spannung mögt, umso besser. Definitiv eine Empfehlung von mir für diesen Pageturner!

Sarah Kuttner – Mängelexemplar Bisher habe ich mich gesträubt, ein Buch von Sarah Kuttner zu lesen und „Mängelexemplar“ ist mir somit gänzlich unbekannt. Woran das liegt, kann ich gar nicht genau sagen, sie ist mir nämlich nicht unsympathisch, ich habe vereinzelte Folgen von Bambule gerne gesehen und somit habe ich in der Bibliothek beschlossen, dass diese Abneigung überwunden werden muss (ihr erinnert euch, ich will raus aus meiner „comfort zone“). Das Buch liest sich runter wie nix und ich glaube, nach knapp 4 Stunden war ich durch. Es ist jetzt nicht enorm dünn, aber es liest sich locker-flockig und auch hier will man wissen, wie es weitergeht. Inhaltlich kann ich nur sagen, dass es um eine Beziehung zweier Menschen geht, die sich den aufgezwungenen Dingen des Erwachsenseins stellen und daran scheitern. Es ist witzig, klug, ironisch geschrieben und sie hat irgendwie eine Art, in der ich auch schreibe. Fand ich fast schon erschreckend, sich in der Schreibe eines anderen wiederzufinden, von dem man bisher noch nichts gelesen hat. Vielleicht daher diese unverständliche Abneigung – Selbstreflexion 😉 Auf jeden Fall ist das Buch auch keine Zeitverschwendung und ich bin sehr froh, dass es endet, wo es endet und wie es endet. Denn ab Mitte des in Berlin spielenden Buches habe ich genau dies erwartet, da ich mir dachte, wie ich die Geschichte erzählen würde. Es ist auch super für kurze Strecken mit der S-Bahn etc, man kommt schnell wieder rein, die Kapitel sind kurz und man muss ab und zu laut auflachen und verstört damit seine Mitreisenden 😉 Besonders zu empfehlen für Leute Ende 20/Anfang 30, die auch versuchen, dieses komische „Erwachsensein“, was alle Welt von ihnen erwartet, zu spielen 😉

Zwei sehr unterschiedliche Bücher, die ich dennoch sehr gerne gelesen habe und ich denke, sollte ich „Mängelexemplar“ nun auch in der Bib finden, wird es ausgeliehen..wobei ich hier auch noch einen enorm hohen Lesestapel habe..aber dieser ist eine Konstante in meinem Leben und sollte der Stapel je weg sein, würde mir etwas fehlen! Was lest ihr denn gerade so? 

[Lesenswert] Pippa Lee, Miss Wyoming, Der Koch & Tod durch Ertrinken

Habe ich schon erwähnt, dass die 5 Euro Jahresgebühr für die Bibliothek hier in Berlin meine Investition 2013 war? Wenn nicht, sie war es 😉 Meine Amazonwunschliste wird zwar länger, aber ich versuche, sie auf diesem Wege doch irgendwie abzuarbeiten. Und natürlich die Bücher zu lesen, von denen ich schon wieder vergessen hatte, dass ich sie einmal lesen wollte. Durch die Bibliothek streifen und sich einfach treiben lassen, ist eben auch toll – da findet man super Sachen! Da Literatur hier bisher viel zu kurz kam, zeige ich euch nun jeden Monat, was so bei mir gelesen wird 🙂

Lesenswert Oktober(zwecks Inhaltsangabe/andere Kritiken verlinke ich die Bücher auf Amazon, aber keine Angst, ich kriege da nix, wenn ihr drauf klickt)

Pippa Lee von Rebecca Miller Habe ich mir als „sachte“ Lektüre mitgenommen, da es einfach nach Klischee-Frauen-im-mittleren-Alter-Roman klang. War es aber überraschenderweise gar nicht. Stattdessen hat es mich echt gefesselt, wobei gar nicht einmal soviel Handlung geschah, aber die Psyche der Hauptperson wunderbar gezeichnet wurde. Das Ende kam ziemlich abrupt und irgendwie war es mir nicht ganz „rund“. Aber wir hatten kurzweilige Freude. Es ist sehr einfach geschrieben, teilweise langweilen die Satzkonstruktionen etwas – aber für unterwegs in der Bahn ist es super. Auch als Urlaubslektüre würde ich es empfehlen!

Miss Wyoming von Douglas Coupland Wer noch nichts von diesem großartigen Autor gelesen hat, auf geht’s. Er zeichnet seine Personen immer so facettenreich, sie sind immer skurril, aber doch zum „Damit-Identifizieren“. Bücher von Coupland wirken noch lange nach, man mag mit anderen Leuten darüber sprechen und teilweise regen sie enorm zum Nachdenken an! Bei diesem Buch habe einzelne Sätze echt zu abendfüllenden Diskussionen über das Leben & die Welt geführt. Die Geschichte ist unterhaltsam, man legt das Buch nur ungern aus der Hand. Wirklich toll und hätte ich es auf englisch gehabt, wäre ich noch glücklicher gewesen. Da hat die Bib hier aber wohl ihr Limit erreicht *g* Wer auf verrückte Geschichten steht, in denen man sieht, ob/wie Menschen sich ändern können..euer Buch!

Der Koch von Martin Suter Mit „Small worlds“ hat mich Martin Suter gekriegt, ich habe mich sofort in seine Art des Schreibens verliebt! Er erzählt so klar, aber lässt die banalsten Dinge interessant und spannend erscheinen und ich lese seine Bücher in höchstens zwei Tagen durch! Nicht, weil ich arbeitslos auf der Couch hänge, sondern weil ich einfach muss. Meine Agenda 2013 ist es, alle seine Werke zu lesen und ich bin gerade schon mitten in „Der Teufel von Mailand“ (gestern ausgeliehen). Egal, was er beschreibt, egal, wie uninteressant das Thema scheint, man wird von der ersten Seite gefesselt. So auch bei „Der Koch“. Toll ist, man lernt nebenbei eine ganze Menge (hier über Tamilen in der Diaspora, genauer in der Schweiz) und fühlt sich trotzdem keine Sekunde lang „belehrt“. Ich kann gar nicht genau sagen, wie er es macht, aber für mich ist er wirklich einer der besten zeitgenössischen Autoren! Wer noch kein Buch von ihm gelesen hat, ich kann euch „Der Koch“ sehr als Einstieg empfehlen, wenn ihr euch (wie ich) für die Krankheit Alzheimer interessiert, lest zuerst „Small worlds“.

Tod durch Ertrinken von T. C. Boyle Ebenfalls ein Autor, von dem ich „alles“ lesen mag. Wer Kurzgeschichten mag, T.C. Boyle ist euer Mann! Seine Sammlungen sind so verrückt, sie sind inhaltlich unfassbar verschieden und lösen die unterschiedlichsten Gefühle in einem aus. Zwischen in der Öffentlichkeit laut loslachen müssen und vor Schock mit offenem Mund dasitzen, kann man hier auf zwei Seiten haben 😉 Ich schreibe selbst (Kurz-)Geschichten und für ein Seminar bei Boyle würde ich viel geben. Seine Kurzgeschichten habe ich nun fast durch, jetzt geht es an die Romane. Ebenfalls wie Martin Suter eine totale Empfehlung, wenn ihr noch nie etwas von ihm gelesen habt. Mir hat er die Augen geöffnet, was man mit Worten erreichen kann, wie man Emotionen wecken kann und wie man die verrücktesten Geschichten erzählen kann. Boyle ist für mich der Motor für kreative Energie in mir 😉

Die Bücher sind nun wieder in der Bibliothek und werden hoffentlich gut gelesen..Bücher, die nur herumstehen, machen mich traurig. Da ich natürlich nicht nur zum Abgeben hingehen kann, habe ich schon einige neue Exemplare hier, die ich euch dann im November vorstellen werde. Über Buchempfehlungen oder einfach ein Kommentar, was ihr gerade lest, freue ich mich natürlich sehr! 

[Lesenswert] Kathy Reichs

Normalerweise stellt man ja einzelne Bücher vor..da dies hier aber auch kein normaler Bücherblog ist, sondern ich einfach auch wahnsinnig gerne lese, entfernen wir uns von diesen Konventionen und schwupps: ich empfehle euch heute eine Autorin 😉

Kathy Reichs dürfte dem ein oder anderen vielleicht schon ein Begriff sein; wenn nicht, kennt ihr die TV-Serie Bones? Im Deutschen glaube ich noch mit „Die Knochenjägerin“ untertitelt. Hierbei handelt es sich um eine ganz interessant gemachte Serie um die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan, die eben „Bones“ genannt wird und mit ihrem Team ungelöste Morde untersucht. Genauer untersucht sie die sterblichen Überreste, die vom FBI (David Boreanaz – aber jeder, der mit „Buffy“ aufgewachsen ist, nennt ihn nur „Angel“ *g*) in ihr Labor gebracht werden..was in der Serie oftmals doch etwas langweilend auf Dauer ist, da meist jede Folge nach diesem Schema abläuft, wird in den Büchern durch die nebenbei laufende Rahmenhandlung spannend gehalten!

Kathy Reichs Spider Bones

 

Aus der „Bones“ Reihe sind mittlerweile einige Bücher von Kathy Reichs erschienen – man muss sie jedoch nicht zwingend der Reihenfolge nach lesen, da man zu Beginn immer eine kleine Einführung bekommt..aber natürlich ist es schöner, wenn man die Entwicklung der Personen und ihrer Beziehungen zueinander chronologisch erlebt 😉

Ich empfehle die Bücher natürlich im Original, sprich auf englisch zu lesen. Das ist auch gar nicht allzu schwer, es gibt halt einige medizinische Fachbegriffe, die man vorher nicht kennt..die mir aber auch im Deutschen nicht geläufig waren und ich auch dort hätte nachschauen müssen 😉 Ansonsten liest es sich flott runter und es ist wirklich enorm spannend geschrieben. Nehme ich ein Buch von Kathy Reichs in die Hand, ist es spätestens zwei Tage später ausgelesen..somit empfehle ich es mal für den Urlaub oder wenn ihr ein ganz faules Wochenende vor euch habt 😉

Kathy Reichs Flash and bones

 

Wer einen etwas schwachen Magen hat, teilweise geht man ganz schön ins Detail, wie die Leiche zugerichtet ist oder was man jetzt mit den Überresten im Labor anstellt..also vielleicht vorher lieber nichts essen 😉 Ich finde es ehrlich gesagt, ziemlich interessant. Das Tolle ist hierbei eben auch, dass es stimmt.

Die Autorin ist nämlich quasi selbst die Hauptperson 😉 Sie ist nämlich forensische Anthropologin (ich übrigens Kulturanthropologin, was so komplett anders ist *g*) und weiß genau, worüber sie schreibt. Auch wurde sie schon von der Polizei bei ihrem Beruf zu Rate gezogen und somit ist es auch immer sehr spannend, da die Fälle durchaus von der Realität beeinflusst worden sein könnten. Ich finde die Bücher ähnlich spannend wie die von Simon Beckett, jedoch ist mir „Tempe“ einfach sympathischer – ob das wohl der Frauenbonus ist? *g*

Und noch ein lustiger Fakt zum Schluss: in der TV-Serie schreibt „Bones“ ebenfalls Bücher über eine forensische Anthropologin – und diese nennt sie Kathy Reichs. Der Kreis ist somit geschlossen 😉

Kennt wer die Bücher? Gefallen sie euch? Oder schaut ihr euch lieber die Serie an? 

Lesenswert: "Ein Atemzug entfernt" von Heather Gudenkauf

Diese Woche starten wir mit einem Buch, welches ich dank BloggdeinBuch und dem Mira Taschenbuch Verlag lesen durfte. Als die Zusage kam, habe ich mich sehr gefreut, da der Psych Thriller einfach nur wahnsinnig spannend klang. Ich sage schonmal vorweg, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht!

Ein Atemzug entfernt

Worum geht’s  
Ein bewaffneter Mann betritt eine Schule in Iowa und nimmt eine Schulklasse samt Lehrerin als Geisel. Man weiß nicht, wer er ist noch was er will..die Polizei lässt sich auf das Spiel ein, muss gleichzeitig aber auch die Eltern unter Kontrolle halten und mit dem winterlichen Schneesturm umgehen.

Wie ist’s
Unsagbar spannend! Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so erhält man immer wieder wichtige Hinweise/Rückblicke, die für die „Aufklärung“ des Buches wichtig sind. Man verschlingt die Seiten nur so, da man wissen will, wer dieser ominöse Geiselnehmer ist, was seine Motive sind und wie es wohl ausgeht. Also wer eine schlaflose Nacht mag, here we go! Ich habe das Buch glücklicherweise an einem Samstag angefangen und habe es Samstagnacht dann durchgelesen aus der Hand gelegt. Dank der vielen wechselnden Perspektiven wird das Buch einfach nicht langweilig! Man „leidet“ mit den einzelnen Personen mit, versucht mit ihnen gemeinsam hinter die Lösung zu kommen und hofft, dass keiner von ihnen sterben wird, da man sich schnell an die Personen gewöhnt hat.

Heather Gudenkauf ist eine in den USA hoch gefeierte Autorin, ich hatte vorher noch nichts von ihr gehört. Dieses Buch hat mich nun aber dazu bewegt, ihre anderen beiden Bücher „Das Flüstern der Stille“ und „Vermächtnis des Schweigens“ auf meine Wunschliste zu schreiben und bei meinem nächsten „Thriller“-Anfall zu bestellen. Apropros bestellen, dieses Buch gibt es für 8,99 Euro unter anderem hier!

Wer Thriller mag, der wird hiermit sehr viel Freude haben! Aber auch Menschen wie ich, die „mal“ einen Thriller lesen, kann ich es empfehlen, da es durch die spannende Schreibweise und die vielen Perspektivenwechsel einfach zu lesen ist und einfach Spaß macht. Das war eine schöne Wochenendlektüre, für die Bahn kann ich sie nur bedingt empfehlen, ich würde wohl meine Station verpassen (wollen), da ich weiterlesen würde 😉

[Lesenswert] im Doppelpack: Flying Moon vs Champagner & Stilettos

Mein literarischer Montag musste heute ausfallen und somit gibt es jetzt eben am Samstag gleich zwei Bücher..wobei ich beide jetzt zwar gelesen habe, aber ganz ehrlich so toll fand ich sie nicht. Da man aber nicht immer nur tolle Kritiken schreiben kann, gebe ich jetzt hier auch mal kurz meinen Senf dazu. Kurz, weil ich trotzdem keine Lust darauf habe, lange negative Kritiken zu schreiben..wobei so negativ sind sie nun auch wieder nicht, aber seht selbst 😉

Flying Moon

„Flying Moon“ von Katrin Bongard ist ein Jugendbuch und ein typischer „coming of age“ Roman. Ich habe es beim Welttag des Buches gewonnen und fand es da zwar ganz nett klingend, aber im Laden gekauft hätte ich es auch da nicht. Mit 28 bin ich nun einfach nicht die Zielgruppe und ja, das Buch ist nett. Aber mehr auch nicht. Die Geschichte liest sich enorm schnell runter und irgendwie passiert immer das, was man erwartet. Wirklich überraschende Wendungen in der Handlung gibt es nicht. Wobei das denke ich gut daran liegen kann, dass ich eben kein Teenager bin, sondern jetzt auch schon viele Bücher gelesen und viele Dinge selbst erlebt habe..da muss man sich als Autor doch etwas mehr einfallen lassen.

Für Teenager aber ist das Buch super und es kommt auch eine Fortsetzung..wer weiss, vielleicht kriegt es jetzt mal eine deutsche Autorin hin, auf die Jugendbestsellerliste ganz ohne magische Elemente zu kommen 😉 Bis dahin dürfte man aber bitte noch die echt vielen Rechtschreibfehler aus dem Buch entfernen, die nerven beim Lesen nämlich sehr.

Champagner und Stilettos

„Champagner und Stilettos“ ist thematisch ein typischer Lauren Weisberger Roman (zumindest nach den Google-Ergebnissen) und wird von mir in die „Chick-Lit“ Schublade eingeordnet. Ich habe ihn mir unterwegs gekauft, da ich noch 6 Stunden Busfahrt vor mir hatte und es sonst nur Thriller an der Autobahnraststätte gab. Er war recht unterhaltsam, aber eben ziemlich belanglos und auch hier war wieder so, so vieles absehbar. Die Personen wurden mir auch irgendwie nicht „tief“ genug vorgestellt, es war alles so „naja, dann passiert das jetzt“. Empathie aufbauen geht anders. „Der Teufel trägt Prada“ hat mir da (in der Filmversion) wirklich besser gefallen; andere Bücher von der Autorin kenne ich nicht. Aber es ist wie gesagt auch einfach nicht mein Genre. Das Buch steht jetzt schon bei Booklooker drin und vielleicht findet es auf diesem Wege noch jemanden, der es zu schätzen weiß. Sonst spende ich es an Oxfam, wenn ich wieder genug Bücher beisammen habe 🙂

Ihr seht, beide Bücher haben mich nicht begeistert. Aber so ist es nunmal, wenn man etwas außerhalb des eigenen Gusto liest. Dass sie doch einmal gefallen, ist da die Ausnahme. Aber da ich meine Grenzen gerne immer wieder überschreite, lese ich auch immer wieder fachfremdes (demnächst geht es an SCI-FI). Also ich weiss, vielen werden diese Bücher gefallen und das ist ja auch gut so – denn wenn jeder denselben Geschmack hätte..gäbs ja nicht mehr allzu viele Bücher nicht 😉

Lesenswert: Zeitoun von Dave Eggers

Hallo hallo meine Lieben! Starten wir in diese Woche mit einem literarischen Meisterwerk (anders kann ich es nicht nenne), welches ich in nur zwei Tagen verschlungen habe! Leider, denn eigentlich wollte ich diesen freien Tag zum Lesen nutzen, nun muss ich mich neuorientieren *g*

Es handelt sich um das Buch Zeitoun von Dave Eggers. Ich habe es mir irgendwann letztes Jahr gekauft (es wurde ziemlich gehypt vor einiger Zeit, dann flaute das aber auch wieder schnell ab), da ich es als Vorbereitung auf meine Zeit in New Orleans lesen wollte. Da ich so im Stress war, habe ich es aber nicht geschafft und so lag es dann lange Zeit auf meinem Bücherstapel herum und ich fand nie die Zeit oder Laune dafür.

Zeitoun von Dave Eggers

Worum geht’s
Das Buch spielt kurz vor und während Katrina. Dave Eggers lehnt sich hier an das wahre Schicksal der Familie Zeitoun an und hat hierfür sehr viele Interviews mit den Betroffenen, aber auch weiteren wichtigen Personen für dieses Buch geführt. Es spiegelt eine ganz andere Geschichte wider als wir durch die Medien erhalten haben, was ich besonders spannend finde.

Zeitoun ist Syrer, somit Muslim und lebt mit seiner Frau (einer konvertierten Amerikanerin) und seinen Kindern in New Orleans. Er hat sich eine Baufirma aufgebaut und beschließt, als die ersten Hurrikane-Warnungen kommen, in der Stadt zu bleiben, um seine Häuser im Auge zu behalten. Frau und Kinder schickt er zu Verwandten und bleibt nur mit einem Kanu zurück. Als der Strum dann wütet und die Tage danach fährt er mit dem Kanu durch die Stadt, hilft wo immer er kann und wird schliesslich auf „Terrorismusverdacht“ festgenommen und mehrere Tage festgehalten und behandelt, als sei die Stadt im Krieg und es sei seine Schuld..zum Ende schreib ich jetzt mal nix, man will das Buch ja vielleicht noch lesen 😉

Wie ist’s
Genial! Das Buch fesselst von der ersten Seite an. Dave Eggers schreibt sehr gut, die Wortwahl ist sehr treffend, die Sätze gerne an die Situation angepasst (und dann z.b. verschachtelt). Man erhält viele wichtige Informationen, wie die Lage damals war und kann wirklich alles vor dem eigenen inneren Auge sehen. Bilder im Buch verstärken dies noch und es ist einfach etwas anderes, ob man über eine fiktive Person oder eben über eine wahre Begebenheit liest. Ich war oftmals fertig mit den Nerven, wie Menschen sich in Ausnahmesituationen verhalten und habe häufig hinterfragt, was ich wohl tun würde.

Man erfährt auch sehr viel über das Leben als Muslim in den USA, der 11. September wird als Thema immer wieder präsent und man erfährt auch die Geschichte der Hauptperson, was ich sehr interessant fand. Auch wurde immer wieder der Islam thematisiert und aus dem Koran zitiert.

Mich hat das Buch sehr begeistert, ich empfehle es ausnahmslos weiter und es hat mir nochmal ein ganz anderes Bild von New Orleans gegeben. Ich war ja dieses Jahr schon dort und fand es sehr toll, aber hiermit..hat die Stadt nochmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Würde ich Sterne vergeben auf einer Skale von 1-10, wäre das hier eine 10! Thema, Schreibstil, Spannungsgrad..perfekte Symbiose!

Lesenswert: It’s kind of a funny story von Ned Vizzini

Diese Woche starten wir wieder mit einer klitzekleinen Buchbesprechung (wir erinnern uns ja an meinen Vorsatz, mindestens 1 Buch die Woche zu lesen und ich sage euch, da habe ich jetzt schon einiges mehr geschafft..aber man musste erstmal wieder reinkommen!).

Das heutige Buch habe ich mir aus Kanada mitgebracht, es lag auf einem Tisch, welcher großspurig mit „diese Bücher müssen sie mit 21 gelesen haben“ übertitelt war. Da ich die anderen Bücher alle kannte und mir dieses null sagte, durfte es schwupps bei mir einziehen. Und nein, das bereue ich nicht. Es handelt sich – wie uns die Überschrift ja schon verraten hat – um „It’s kind of a funny stroy“ von Ned Vizzini. Im Deutschen ist es auch schon unter „Eine echt verrückte Story“ erschienen und kostet in der Taschenbuchausgabe 8,99 Euro:

It's kind of a funny story by Ned Vizzini

Worum geht’s
Wir haben hier einen klassischen „Coming of age“-Roman, welcher sich jedoch dem Thema Depression widmet. Erzählt wird die Geschichte von dem 14-jährigen Craig, der nachdem ihm der Sprung auf die Traumschule gelingt, mit allem überfordert zu sein und keinen Spaß mehr in seinem Leben hat. Als er schliesslich Angst hat, sich selbst umzubringen, geht er kurzentschlossen in die Notaufnahme eines Krankenhaus und landet dort im psychiatrischen Teil. Hier nun lernt er alles mögliche über sich aber auch über seine Mitmenschen kennen.

Wie ist’s
Das Buch ist sehr einfach zu lesen, bietet sich also auch für Leute an, die gerne etwas auf englisch lesen würden, sich es aber nicht unbedingt zutrauen. Oder man nimmt die deutsche Variante, hier kann ich aber nichts zur Übersetzung sagen..oftmals sind die ja leider gruselig ohne Ende *g* Man liest das Buch trotz der bedrückenden Thematik sehr schnell runter, da man einfach wissen will, wie es weitergeht und Craig ist ein sehr sympathischer Charakter. Sein Humor ist wunderbar, bringt den Leser zum Lachen und gleichzeitig beschreibt er Depressionen so treffend, dass es einen schon fürchtet.

Ned Vizzini war selbst einige Tage in einer Jugendpsychiatrie und hat direkt danach mit dem Verfassen dieses Buches angefangen und das merkt man sehr. Viele Dinge sind so beschrieben, dass sie selbst erlebt sein müssen und nicht von Fachtexten erfahren und umgewandelt worden sind. Für Leute, die sich also mit dem Erfahren von Depressionen beschäftigen wollen und keine schwere Fachlektüre haben wollen, das ist echt ein guter Einstieg um zu entdecken, wie die Betroffenen fühlen.

Fazit
Ich kann das Buch einfach nur empfehlen (bzw habe ich das schon getan im wahren Leben und das heisst was *g*). Ned Vizzini hat noch mehr Bücher geschrieben und ich werde mir hier wohl noch das ein oder andere anschauen, wenn es thematisch passt. Von reinen „Coming of Age“ Romanen habe ich nämlich jetzt erstmal genug.

Vielleicht habe ich dem ein oder anderen ja jetzt Lust auf das Buch gemacht – ansonsten bin ich natürlich auch sehr neugierig, was ihr gerade so lest..Inspiration findet man ja überall!

Lesenswert: Going La La von Alexandra Potter

Da stand ich also bei Oxfam und wollte ein Buch kaufen..da es weder Krimi noch Sci-Fi sein wollte (in Darmstadt irgendwie 90% des Buchbestandes) sah ich mir die englischen Bücher an, aber fand auch nichts. Schliesslich nahm ich das Buch „Going La La“ mit, da es mich allein wegen „La La“ ansprach. Eines meiner liebsten Lieder ist nämlich La La Land von Green Velvet 😉

Das Buch schreit vom Cover her schon Chiiiiicklit und hey, das ist es auch genau. Und somit leider gar nicht meines. Aber eine Bewertung kriegt es trotzdem 😉


(die Credits für das Bild gehen an Treasurebelle und sie hat das Buch (zweite von oben) in sehr passendes Ambieten eingefügt)

Worum geht’s
Die Protagonistin Frankie verliert innerhalb einer Woche zuerst ihren Job und dann auch noch ihren Freund. Anstatt eines Heiratsantrages bekommt sie von ihm nämlich an ihrem Geburtstag (in einer Bolinghalle) eine Trennung. Da ihre beste Freundin London verlassen hat, um ihn Los Angeles Schauspielerin zu werden, packt Frankie nun kurzerhand ihre Tasche (und ihre zwei Katzen) ein und macht sich auf dem Weg. Schon auf dem Flughafen begegnet sie einem ruppigen Mann, den sie auch in LA immer wieder trifft und…(jetzt wissen ja alle schon, was passiert *g*)

Wie ist’s
Sehr vorhersehbar, alle Klisches, die man hat, kriegt man auch. Es soll „Wohlfühlatmosphäre“ geben, aber mir war das alles einfach viel zu flach und ach..nee, obwohl es nicht dick war und sehr einfach geschrieben (wer sich langsam an englische Bücher ranwagen mag, hiermit geht das super), habe ich echt lange gebraucht, da ich mich einfach etwas zwingen musste, es wieder in die Hand zu nehmen. Es ist aber wirklich typische Chicklit-Lektüre und wer so etwas mag, wird auch mit diesem Buch seine Freude haben.

Alexandra Potter war mir bis dato hin unbekannt, sie hat aber schon einige Bücher in diesem Genre geschrieben; dieses hier wird gerade verfilmt und ja, es wird dann auch eine der typischen Hollywood-Romantik-Komödien werden, die eine nette Ablenkung vom Alltag sind, aber nicht sonderlich lange nachwirken.

Ein Buch, was ich für immer mal zehn Minuten in der Bahn gut empfehlen kann, für mehr bei mir leider aber auch nicht..aber immerhin weiss ich das jetzt 😉 Und auch, dass meine LA-Erinnerung hart von dieser hier beschriebenen abweicht!

Kennt wer das Buch oder die Autorin?

Lesenswert: Ein ganzes halbes Jahr

So, da ich ja jetzt jede Woche wieder mindestens ein Buch lesen mag, dachte ich mir, werde ich den Montag (jetzt nicht zwanghaft, aber wäre doch eine gute Idee) nutzen, um das jeweils letzte Buch vorzustellen. Diesmal ist es ein Buch, was gerade einfach überall zu sein scheint und somit fast jeder auch schon darüber gelesen hat. ich halte mich kurz 😉

„Ein ganzes halbes Jahr“ (ich will hier einfach IMMER „ein ganzes halbes Leben“ schreiben) ist von Jojo Moyes und erzählt eine aussergewöhnliche, sehr traurige Liebesgeschichte aus Sicht der Protagonistin Lou. Spannend finde ich hierbei aber, dass die Perspektive auch mal getauscht wird und man die Ereignisse oder wichtige Rückblenden mit anderen Augen sieht bzw liest.

Die Geschichte ist nett, das Buch liest sich enorm gut runter und (auch wenn man es doch eigentlich weiss) man muss es einfach fertig lesen. Sowohl Mama als auch ich haben es an einem Tag gelesen. Es wird oft mit „Zwei an einem Tag“ verglichen, ich finde es jedoch nicht so stark. Die Hauptthematik, die das Buch dominiert, finde ich sehr spannend und man fragt sich oft selbst, wie man wohl entscheiden würde, wenn man in den verschiedenen Häuten der Menschen dort stecken würde..regt zum Nachdenken an, gefällt mir sehr. Aber ob man hierfür wirklich so viele Seiten füllen musste..hm!

Weniger gut gelungen finde ich die Charaktere; sie sind mir irgendwie zu konstruiert, zu sehr in ein Klischee-Schema gezwungen und ja, ich kann mich nicht gut in sie hineinfinden. Dazu handeln sie oftmals einfach so, „wie man es erwartet oder schon tausendmal gelesen hat“..man hat nicht das Gefühl, dass es reale Menschen sind..schwer zu beschreiben, was ich hier meine..aber alles von der „gezwungenen Kreativität von Lou“ bis hin zu dem „fremdgehenden Ehemann“ sind einfach naja..Dinge, die so einfach immer benutzt werden, wenn ein Autor etwas verdeutlichen will. Hier hätte ich mir einfach mehr Tiefe und „Anderssein“ gewünscht.

Auch die Liebesgeschichte ist einfach etwas unrealistisch in meinen Augen..aber ok, da hat jeder bestimmt eine Meinung zu und da ich sie euch jetzt nicht schon erzählen will..selber lesen 😉 Ich finde ja auch „Shades of Grey“ enorm konstruiert wirkend und das verkaufte sich ja auch wie heisse Semmeln 😉

Das Buch ist ein super Allrounder-Geschenk für eigentlich jede Frau, egal ob 20-jährige Tochter oder 45-jährige Tante oder oder..also wer ein Geschenk sucht, mit der er nichts falsch machen will und es ein Buch sein soll, dem kann ich es empfehlen. Die Lobeshymnen auf Amazon zum Beispiel kann ich nicht teilen, aber es ist definitiv auch kein schlechtes Buch. Und wohl sehr dem Allgemeinen-Buchgeschmack passend.

Hat es wer von euch schon gelesen? Wenn ja, wie fandet ihr es?