Bei ebendieser Veranstaltung im Rahmen des Kulinarischen Kinos der Berlinale war ich zu finden (und zwar gluecklicherweise ganz vorne dran am Geschehen). Leider war Michael Braungart (Cradle to Cradle! dazu naeheres in einem weiteren Post) verhindert, doch schickte er eine wuerdige Vertretung vorbei. Weiter waren Ludwig Pawlowski (ehemals Vorstand der Berliner Wasserbetriebe), Benjamin Adrion (irgendein Exfussballer, der nun auf dem Sektor Wasser eine NGO unterstuetzt), Thomas Rudek (den nun jeder vom Berliner Wassertisch kennt) und als Moderator Peter Twiehaus anwesend. Die Diskussion spitzte sich ziemlich schnell zwischen Rudek und Palwowski zu, besonders nach dem positiven Volksentscheid am Sonntag bezueglich der Offenlegung der Teilprivatisierungsvertraege bei den Berliner Wasserbetrieben. Jedoch fand ich, dass diese Diskussion von Seitens her Rudek leider sehr viel persoenlicher und ‚haesslicher‘ gefuehrt wurde, als es haette sein muessen. Nur weil man verschiedener Meinung ist, muss man nicht seine Manieren und seinen Anstand verlieren und seinen ‚Gegner‘ verhoehnen und ihm nur ins Wort fallen. Fand ich leider sehr negativ, wenn ich rein von der Ansicht her auf seiner Seite war. Im Grunde war es seichtes Geplaenkel, welches durch das vorgestellte Crade to Cradle-Konzept fuer mich sehr interessant und neuartig wurde und auch den Film ‚We feed the world‚ wieder in mein Bewusstsein rief. Er steht schon ewig auf meiner ‚to watch-Liste‘ und endlich habe ich ihn gestern abgehakt. Und sehenswert ohnesgleichen! Also bitte, alle anschauen. Der Film endet- genau wie die Tea Time- mit der Frage, ob Wasser ein oeffentliches Gut ist oder ein Lebensmittel, genauer gesagt, ob Wasser einen Preis haben soll. Pawlowski vertrat hierbei genau wie der Chef von Nestle im Film die Meinung, dass Wasser einen Preis haben muss, da Menschen den Wert sonst nicht zu schaetzen wissen. Alle anderen Diskussionsteilnehmer einschliesslich mir waren und sind jedoch der Meinung, dass Wasser etwas ist, was jedem zur Verfuegung stehen muss und eben keinen Preis haben darf. Wobei man hier noch spezifizieren muss: ich persoenlich sehe sehr wohl ein, etwas fuer die Bereitstellung (sprich die Rohre, die Pflege, die Reparatur, die Abwasserentsorgung etc) zu bezahlen, doch Wasser an sich sollte umsonst und fuer jeden zugaenglich sein.

Hier muss man sich auch immer wieder ins Gedaechtnis rufen, auf was fuer einem Niveau wir hier in Berlin eigentlich diskutieren. Das ist doch wirklich ein Luxusproblem, da wir ja zunaechst einmal den Zugang zu Wasser haben und diesen doch gar nicht zu schaetzen wissen. Menschen muss viel mehr bewusst werden, was fuer ein ‚Luxus‘ es doch ist, dass man einfach den Wasserhahn aufdreht und Trinkwasser erhaelt! Ich meine, ganz ehrlich, das ist doch mehr als ausreichend (ich kaufe z.B. ueberhaupt kein anderes Wasser zum Trinken).

Mehr Berlinale gabs nicht fuer mich, das war aber auch vollkommen in Ordnung. Stattdessen lieh ich mir in der Stabi noch zwei tolle Hindilehrbuecher aus und habe mich brav damit vergnuegt.

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