Kategorie: Reisen

[Reisen] Sehnsuchtsziel Norwegen!

Normalerweise findet ihr auf diesem Blog viele Reiseberichte, da ich ab 2009 eigentlich ständig in der Welt und nur wenig in Deutschland unterwegs war. Das hat sich mit meinem überstürzten Abflug aus Panama am 13.3. radikal geändert und so dachte ich mir, ich führe jetzt eine neue Blogreihe ein: die Sehnsuchtsziele! Hier will ich euch etwa alle zwei Wochen ein Land vorstellen, wo ich unbedingt (nochmal) hinwill und vielleicht hierdurch bei dem ein oder anderen das aktuelle Fernweh zu stillen und/oder für ein bisschen Reiseinspiration zu sorgen!

Beginnen will ich mit Norwegen, einem Land, welches gar nicht so weit weg von Deutschland ist und leicht mit Bahn, Flugzeug, Bus, Auto und Fähre zu erreichen ist. War ich zwar schon mehrmals in Dänemark, Schweden, Finnland, den Faroe Inseln und Island, nein, nach Norwegen habe ich es bisher noch nicht geschafft. Ich wollte es 2020 eigentlich für einige Wochen hinkriegen, hatte auch schon eine Katze zum Betreuen (und ergo mit ihr für zwei Wochen leben) gefunden, aber es sollte dann nicht sein.

Norwegen ist für mich einfach raues, brachiales, faszinierendes und „hallo Mensch, schau mal, wie beeindruckend Natur ist“-Land, welches mich nicht zuletzt durch seine Mythen neugierig gemacht hat. Hätte ich unerschöpfliche Zeit und Geld, würde ich wohl einfach einen alten Camper kaufen und mich durch das Land treiben lassen. Da das aber wohl eher nicht der Fall sein wird, hier meine Highlights, die ich unbedingt sehen und erlaufen mag!

Die Lofoten

Gaaaaaanz hoch im Norden liegen die Lofoten, 80 Inseln, welche seit etwa 6000 Jahren bevölkert sind. Hier oben ist das Leben nicht so einfach, das haben die Wikinger schon gemerkt! Meist hat man die Dörfer auf der Ostseite angesiedelt, wobei das Klima sogar überraschend „mild“ dort oben ist (danke Golfstrom) – und die Aussichten sind einfach absurd, da man riesige Berge (manchmal über 1200m) und Steilküsten direkt vor dem Fenster hat. In solch einer Umgebung habe ich mich selten lange befunden, die Faroe-Inseln sind zwar ähnlich, aber eben doch nicht genau so 😉

Hier würde ich auf jeden Fall viele Wanderungen unternehmen wollen, mir die alten Häuser/Kirchen näher betrachten, mit möglichst vielen Leuten ins Gespräch kommen (denn ich glaube, ähnlich wie im Norden Alaskas/Kanadas wohnen hier einfach nur faszinierende Persönlichkeiten) und Papageientaucher treffen! Diese niedlichen Vögelchen fehlen mir nämlich immer noch und ich will sie sooooo gerne einmal live sehen! Auf den Hering (einer der Hauptexporte von hier) könnte ich wiederum verzichten 😉

Alesund

Ich weiß nicht mehr, wie ich über diese Stadt gestolpert bin, aber ich war schockverliebt auf den ersten Blick! Dieser Artikel hat mich dann restlos überzeugt, denn er zeigt, wie wunderschön die 50.000 Einwohnerstadt ist und wie einmalig! Schon die Anreise (am besten mit Bahn & Bus) bietet atemberaubende Aussichten und dass die Stadt selbst auf drei Inseln verteilt mitten im Meer liegt, macht mich fertig! Stellt euch doch mal vor, ihr wohnt da und seht das täglich – verrückt! Man muss sich mit Fähren, Brücken und Unterseetunneln behelfen, wenn man sich fortbewegen will (und ja, für mich ist das weiterhin einfach nur aufregend, obwohl ich zumindest in Vancouver häufig die Fähre nutzen musste).

Überraschenderweise ist die gesamte Stadt ein Jugendstilmekka (sorry Darmstadt, sie gewinnt!) mit wunderschönen bunten Häusern und kleinen Gassen. Wer mehr Natur mag, kann aber gleich eine Tour zum Geirangerfjord, in den Atlantikpark oder auf die Vogelinsel Runde unternehmen – laut dem verlinkten Artikel sind auf dieser Insel auf 100 Einwohner etwa 340.000 Seevögel zu finden, hauptsächlich meine geliebten Papageientaucher (und Möwn *hust*). Und natürlich kann man auch hier super wandern und eigentlich immer eine umwerfende Aussicht haben..und stellt euch mal vor, wie hier ein Sonnenuntergang wirken muss! Hach, ich will da jetzt hin 🙂

Oslo, Bergen, Gletscher, Fjorde, Polarlichter & Rentiere

Neben diesen beiden eher unbekannteren Zielen würde ich mir aber natürlich auch Oslo und Bergen, ach, gerne auch Trondheim noch anschauen. Allein in Oslo würde ich einen kompletten Tag zimtschneckendkauend in allen Museen verbringen (es gibt über fünfzig Stück) und mich abends in einer Sauna entspannen! Auch hier im urbanen Gebiet ist die Natur schon wunderbar, Fjorde, Berge und Wälder sind nie weit entfernt! Je höher man im Norden ist, umso mehr Glück hat man auch mit Polarlichtern und wer diese noch nie erleben dürfte, es ist ein Spektakel! Am besten noch in Kombination mit vorbeihuschenden Rentieren, ich wäre hin und weg! 🙂

Der Olavsweg

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch schauen würde, was Norwegen an Fernwanderwegen zu bieten hat. Dabei bin ich ziemlich schnell auf den Olavsweg gestoßen und dieses Video hat mich dann schnell begeistert! Insgesamt 660km geht es von Olso nach Trondheim, wo sich die Grabeskirche des heiligen Olavs, auf dessen Spuren wir hier pilgern, befindet (ich mag die Outdoor-Reiseführer immer sehr und werde ihn mir zulegen, sobald die Planung etwas konkreter werden kann). Das ist – wenn man auf Herbergen/Hotels, die es durchaus am Weg gibt – zurückgreifen will, wie alles in Norwegen kein günstiges Vergnügen, aber das Tolle ist, dass man in Norwegen überall zelten darf, wenn das Gebiet nicht eingezäunt ist. Was sowieso meine 1. Wahl ist, aber ich will es nur noch einmal betonen. Dadurch ist man viel freier in seiner Weggestaltung und Zeiteinteilung und muss nur für Proviant (und mal eine Dusche) zurück in die Zivilisation 😉 Wenn ich mir vier Wochen freischaufeln kann in Zukunft, will ich dieses kleine Abenteuer definitiv wagen!

Norwegen, ein Name, der bei mir sofort Fernweh auslöst und mich kribbelig werden lässt. Aktuell habe ich ja „nur“ die Mainzer Weinberge zum Austoben, wobei ich das jetzt gleich noch machen werde, dann all das Schreiben über diese phänomenale Natur hat mich munter gemacht. Steht Norwegen auch auf eurer Reiseliste? Wo dort wollt ihr unbedingt einmal hin?

[Reisen] Skifahren in den Schweizer Alpen!

Bestimmt bin ich gerade nicht die Einzige, die zuhause sitzt und plant, wo sie überall hinfahren wird, wenn es wieder möglich sein wird. Ein To-Do-Punkt, der schon ewig auf meiner Reiseliste steht, ist übrigens Skifahren! Das habe ich als Kind und Teenager nämlich heiß und innig geliebt, dann aber leider aufgegeben, da es irgendwie schwierig war, motivierte Freunde zu finden, um gemeinsam ein paar Tage im Schnee zu verbringen. Besonders gerne würde ich das in den Schweizer Alpen (Klick hier), da diese einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen haben!

Die Schweizer Alpen sind für mich die perfekte Mischung aus grandiosen Bergpanoramen, verschiedensten Skigebieten, idyllischen Bergdörfern und Ruhe. Wer es etwas luxuriöser haben will, wird sich hier auch sehr wohl fühlen – St. Moritz dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein und hier, „on top of the world“ findet man eine spannende Mischung aus Glamour und Tradition. Mich wird man tagsüber zwar eher auf der Skipiste statt in einem der Orte finden, aber abends hätte ich definitiv auch nichts gegen eine entspannende Ruhepause in der Sauna oder bei einer Massage in einem der vielen SPAs. Ob Cluburlaub mit etwas Luxus oder eine rustikale Ferienwohnung, die Schweizer Alpen haben für jeden Geschmack (und Geldbeutel) etwas zu bieten! Für mich darf es ja gerne sooo nah es nur geht an der Piste sein, damit ich morgens als erste auf dem Berg bin und durch den noch unberührten Schnee fahren kann.

Ein weiterer Anziehungspunkt der Schweiz ist für mich ihre faszinierende Mischung aus Sprachen und Kulturen. Ob Englisch, (Schweizer)Deutsch, Französisch oder Italienisch, das Stimmengewirr ist hier immer international und man lernt leicht spannende Menschen kennen. Selbst wenn es nur eine kurze Gondel-/Liftfahrt ist, langweilig wird es einem bestimmt nicht! Aber auch kulinarisch hat die Schweiz einiges zu bieten und das natürlich sowohl auf als auch abseits der Skipisten! Wir hielten es früher immer so, dass wir mittags nur eine Kleinigkeit gegessen haben und dann abends in ein Restaurant gegangen sind – ich sage nur Käsefondue, womit man so ziemlich jeden Menschen glücklich machen kann! Aber auch die Schweizer Schokolade, die man schnell mal im Lift futtern kann, muss ich erwähnen!

Aber wenn ich ehrlich bin, macht es mich am glücklichsten, wenn ich ein bisschen Zeit abseits des Trubels habe und einfach nur in der Sonne stehend auf die vielen, mich umgebenden Berge schauen und ruhig durchatmen kann. Das Matterhorn will ich definitiv mit eigenen Augen sehen und am liebsten auch noch besteigen (wobei das dann im Winter eher nicht funktioniert und es mit 4478 Metern auch definitiv eine Herausforderung ist).

Zwar macht – zumindest mir – Corona da zwar dieses Jahr noch einen Strich durch die Rechnung, aber Skifahren in den Schweizer Alpen steht nun wieder prominenter auf meiner Travel-List und meine Ski im Keller meiner Eltern sind definitiv bereit, endlich mal wieder durch Schnee gleiten zu dürfen! Wobei, auch auf Snowboarden habe ich Lust, aber das leihe ich mir dann einfach für 1-2 Tage vor Ort; denn mein Herz bleibt doch dem Skifahren treu.

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr auch schon ewig nicht mehr auf einer Skipiste gewesen und habt Lust? Oder ist/war das noch nie euer Ding? Ich glaube, seit ich mit fünf Jahren das erste Mal auf dem Anfängerhügel saß und Schnee gegessen habe, hat mich die Faszination auf Brettern einen Berg runterzubrausen, nicht mehr losgelassen!

[Reisen] Indien-Weh & meine liebsten Räucherstäbchen!

Normalerweise wäre ich gerade in Varanasi und würde Diwali mit meinem Freunden (und verdammt leckerem Essen) feiern, was immer eines meiner Jahreshighlights ist. Denn wenn die gesamte Stadt am Abend in Lichtermeere getaucht wird, ist das eine Atmosphäre, die einfach nicht mehr zu beschreiben ist. Und ja, es fehlt mir sehr, dass ich das in diesem, für mich wirklich nicht leichten Jahr, nicht erleben kann.

Aber gut, da dies nun einfach nicht zu ändern ist, hoffe ich, dass ich 2021 wieder dort sein kann und muss mir bis dahin Indien eben einfach ein bisschen nach Hause holen. Was dank diverser Sachen, die ich von dort immer mitbringe, auch funktioniert und gerade trinke ich einen grandios guten Chai (frischer Ingwer ist da der Geheimtipp) und habe mir meine liebsten Räucherstäbchen angezündet, welche ich euch nun vorstellen mag!

Zunächst braucht ihr natürlich einen Räucherstäbchenhalter und ich muss gestehen, ich habe da vielleicht eher 3-4 Stück zuhause und wechsele nach Lust und Laune durch. Aktuell mag ich meinen Elefanten-Räucherstäbchenhalter (ähnlicher bei Amazon für 12€) besonders gerne und da Ganesha einem Glück bringen soll, immer her damit. Ich habe aber auch welche aus Holz bzw Silber und im Notfall tut es auch ein Apfel, sollte es mal absolut dringlich sein und nichts sonst zur Hand 😉

Was Räucherstäbchen angeht, ist die Auswahl einfach nur riesig und irgendwann ist man beim Aussuchen auch einfach überfordert und die Nase will nicht mehr. Seit Jahren schon kaufe ich gerne Sorten der indische Marke Satya Sai Baba Nag Champa, da sie sehr gut riechen, lange halten und nicht teuer sind. Sie werden mit Sandelholz hergestellt und danach mit hochwertigen Ölen behandelt. Mein Liebling ist Palo Alto (3€/Packung bei Amazon), aber im Grunde mag ich fast alle Sorten sehr gerne und habe mir noch Tree of Life, Frankincense (Weihrauch) und pures Sandelholz mitgebracht. Alles eher holzige, pure, grüne Düfte und nicht so viel blumige Sorten, denn die sind manchmal doch etwas too much für mich. Aber im Grunde würde ich euch empfehlen, euch einfach mal ein Testpaket mit verschiedenen Sorten (12Sorten um 15€) zu bestellen, welche nicht teuer sind und definitiv dabei helfen, den/die eigene/n Liebling/e zu finden!

Mein absolutes Lieblingsräucherstäbchen ist allerdings Precious Chandan von HEM Corporation (120 Stück für 12,50€ bei Amazon), denn genau so riecht Indien für mich und ich habe sofort einen Flashback, wenn ich diesen Duft in die Nase bekomme. Diese Sorte wird an vielen Tempeln benutzt und da in Varanasi an jeder Ecke ein Tempel ist, habt ihr diesen Duft ständig in der Nase. Wann immer ich einen doofen Tag habe und der aktuell deutschen Realität entfliehen mag, zünde ich mir hier ein Räucherstäbchen an. Genau diese Sorte (auf dem Bild in orangenen Stoff eingewickelt) bringe ich jedes Mal Freunden mit, da man Indien einfach nicht besser beschreiben kann, als „riech mal“, sobald man das indische Sandelholz angezündet hat.

Nachher werde ich mir wohl noch was beim Inder zu essen bestellen, ein bisschen mit meinen Freunden skypen und „feiern“ und abends irgendeinen indisch-relevanten Film schauen. Empfehlen kann ich euch jeden Film von Deepa Metha, besonders Water oder auch Hotel Salvation von Shubhashish Bhutiani , wenn ihr keinen typischen Bollywood-Film sehen wollt. In diesem Sinne, Namaste und natürlich Happy Diwali! 🙂

[Outdoor] Meine neue Hängematte von Tropilex!

Hätte mir im Februar mal wer gesagt, dass ich für laaaaange Zeit nicht mehr in einer Hängematte am Strand liegen werde, ich hätte nur laut gelacht. Denn das ist eine meiner absoluten Lieblingsaktivitäten, wenn ich in einem dazu passenden Land bin, wie ich es zu diesem Zeitpunkt Panama gewesen bin. Wirklich lieben gelernt habe ich die Hängematte als „Rumhängort“ vor Jahren schon als Doppelhängematte in Mexiko und war fasziniert, dass ich da sogar drin schlafen kann ohne a) rauszufallen und b) Rückenschmerzen zu haben.

Zwar sind Strand, Meeresrauschen, ein perfektes Buch und ein kalter Kaffee dazu war aktuell recht weit weg, aber immerhin kann ich mir eine Hängematte holen. Und diese – wenn denn der deutsche Herbst gleich ein kleiner Winter werden will – sogar indoors aufstellen. Aber ich hoffe ja auf ein paar schöne sonnige Oktobertage, an denen ich es mir auch im heimischen Garten (ohne Strand und Meeresrauschen, aber mit Buch und heißem Tee) in meiner neuen Hängematte gemütlich machen kann. Und mich so etwas von dieser allgemein, uns alle fordernden, Gesamtsituation ablenken – wenn ich schon nicht reisen kann wie geplant, dann hole ich mir das Urlaubsfeeling eben nach Hause!

Copyright des Bildes: Tropilex.com

Geworden ist es eine verspielte Bonaire Hängematte von Tropilex für eine Person (69€) und ach, ich bin ganz verliebt in die entspannende Farbkombination! Wobei es dieses Design auch noch in rot gibt, was ebenfalls schön ist, aber für mich eher Lebhaftigkeit statt Ruhe ausstrahlt und somit wurde es dann lieber diese sanfteren Farben. Insgesamt ist die Hängematte 320cm lang, davon habt ihr 200cm Liegefläche und breit ist sie 140cm (was auch noch zu zweit machbar ist, wenn man sich etwas quetscht und nicht mehr als maximal 120kg gemeinsam auf die Waage bringt). Da meine eine Hängematte auch ganz gerne mal mitnimmt, war mir noch wichtig, dass sie nicht zu schwer ist und mit einem Gewicht von 1,8kg kann ich hier noch gut leben!

Diesen verspielten Stil mit diesen hübschen Dekorationen nennt man übrigens „brasilianisch“ und die Hängematten werden sowohl dort als auch in Kolumbien und Indien aus Oeko-Tex-zertifizierter Baumwolle nachhaltig hergestellt. Insgesamt besteht sie zu 70% aus Baumwolle und zu 30% Polyester, was sich sehr angenehm anfühlt und gleichzeitig sorgen die Polyestergarne dafür, dass sich die Baumwolle nicht überdehnt und ihre Form verliert. 1% ihres Jahresumsatzes spendet Tropilex übrigens direkt an genehmigte, gemeinnützige Umweltorganisationen und das finde ich dann natürlich doppelt gut. Auch wenn ich hier kostenlosen Versand habe, hoffe ich, dass dieser Transportweg dadurch wieder ausgeglichen wird.

Super ist natürlich auch, dass diese eine der Hängematten ist, welche Regenschauer problemlos überstehen und es somit nicht dramatisch ist, wenn man sie einmal draußen lässt und es nicht schafft, sie rechtzeitig wieder reinzuholen. Benutzt ihr sie dann doch länger nicht, würde ich sie aber doch lieber an einen trockenen Ort hängen, dass sich das Material nicht verändert und z.b. seine schöne Farbe verliert.

Da ich wirklich keine gute Woche hatte (sowohl gesundheitlich als auch emotional) hatte ich noch keinen Elan, die Hängematte in diesem grauen Regenmatsch aufzuhängen und auszuprobieren – sorry! Aber sobald die ersten Sonnenstrahlen wieder am Himmel erscheinen und ich Muse habe, mich einfach nur für ein paar Stunden lesen rumbaumeln zu lassen, wird sie ihren ersten Einsatz haben, auf welchen ich mich schon sehr freue. Da jeder meiner HNO-Ärzte sagt, mein Tinnitus geht nur weg, wenn ich mich entspanne und Hängematten für mich quasi DAS SYMBOL FÜR ENTSPANNUNG sind, ist das also auch eine gesundheitsfördernde Maßnahme (sollte ich mal so mit meiner Krankenkasse argumentieren).

Habt ihr auch eine Hängematte? Ich bin jetzt stolzer Besitzer sowohl von dieser Single- aus auch schon einer älteren Doppelhängematte und freue mich schon, wenn ich vielleicht noch den ein oder anderen meiner Freunde dazu motivieren kann, sich mal mit mir ein Paar Stunden zu entspannen Auch wenn es dazu kein Meer, sondern sich färbende Blätter und Kastanien als Kulisse gibt 😉

[Reisen] Auf zu den magnetischen Steinen bei der Burg Frankenstein!

Seit einer kleinen Ewigkeit schon wollte ich mir die magnetischen Steine in der Nähe von der Burg Frankenstein bei Darmstadt ansehen und endlich habe ich es gemeinsam mit zwei Freunden geschafft. Sie befinden sich auf dem 420m hohen Ilbes-Berg (auch Magnetberg genannt) und sollen wohl durch die Hitze eines Blitzeinschlages magnetisiert worden sein. Wobei ich die Story, dass Hexen verantwortlich für diese kleine Naturmagie sind, viel besser finde 🙂 Nach dem Brocken soll der Berg nämlich der zweitgrößte Hexenkultplatz in Deutschland gewesen sein (Erinnerung an mich: ich muss noch auf den Brocken).

Wir haben unser Auto einfach auf dem kostenlosen Sommergrund Wanderparkplatz unten am Berg abgestellt und sind dann auf verschiedenen Pfaden hoch zur Burg Frankenstein gestiegen. Passt ein wenig auf, am Wochenende kommen euch hier einige Mountainbike-Fahrer entgegen und das mit gutem Tempo. Zunächst waren hier eher wenig Beschilderung, aber man muss ja eh nur „hoch“, irgendwann kamen wir aber dann doch auf den Burgensteig Bergstrasse. Dieser beginnt offiziell am Friedhof in Darmstadt-Eberstadt und begleitet euch 120km bis nach Heidelberg, wenn ihr Lust habt. Der Aufstieg hat vielleicht 40 Minuten gedauert, dann waren wir schon an der Burg Frankenstein.

Hier könnt ihr euch gegen 1€ Spende die Burgruine ansehen, euch im kleinen Biergarten eine Erfrischung holen und eine ziemlich gute Aussicht über das Umland genießen. Erbaut wurde die Burg wohl schon um 1240 und es gibt einige spannende Sagen, die sie umranken, wobei ich besonders die Idee, dass dort ein Lindwurm besiegt wurde, erwähnenswert finde! Heiraten könnte man im Standesamt hier auch, wenn man schon mal da ist!

Von der Burg müsst ihr zum burgeigenen Parkplatz laufen (wer sich den Aufstieg sparen mag, parkt einfach direkt hier), denn von dort gehen mehrere Wanderwege ab. Wir haben die Beschilderung für den Magnetberg-Weg (RW1) nicht gefunden, aber ihr lauft an einer Hütte vorbei und dann geht es links zu einem zumindest aktuell nicht sehr gepflegten Barfußpfad. Diesem folgt ihr und nach etwa 700m kommen zumindest auf der linken Seite ein paar magnetische Steine, welche übrigens aus Gabbro sind.

Wir hatten leider keinen Kompass dabei (das will ich aber nochmal sehen), doch auch mein Hausschlüssel wurde leicht angezogen, sodass wir uns sicher waren, dass wir an den richtigen Steinen sind. Wobei spannend ist, dass diese nicht durchgehend gleich stark magnetisch scheinen, denn an einigen Stellen war die Anziehung stärker, an anderen kaum zu spüren. Insgesamt aber einfach eine sehr lustige Erfahrung, dass sie wirklich magnetisch sind.

Der RW1 soll zwar ein Rundweg sein, wir sind aber dann doch einfach umgekehrt und wieder zurückgelaufen. Wir kamen noch am Erlebnispfad vorbei und haben das „Summloch“ ausprobiert, aber das war eine komische Erfahrung. Man soll hier einfach den Kopf in das Loch stecken und summen, wie der Name schon minimal erahnen lässt. Meiner Freundin und mir tat das aber enorm in den Ohren weh, unser männlicher Begleiter fand es absolut nicht schlimm..also irgendwas stimmt hier auch nicht ganz 😉 Dann liefen wir noch durch den Kräutergarten der Burg, wo man offiziell zum Riechen der vielen Pflanzen animiert wird (ich sage nur Cola-Kraut) wieder gemächlich bergab zum Auto. Auch wenn wir insgesamt vielleicht „nur“ 5km gelaufen sind, durch die Hitze und das vorherige Kuchenessen waren wir ganz schön platt!

Insgesamt ist die Gegend sehr schön, der Wald war eine Wohltat für die Seele und wenn man von den Kamikaze-Radfahrern absieht, war es für einen Samstag absolut leer dort oben und somit nur ruhig und entspannend. Wäre es nicht so drückend-heiß gewesen, wären wir wohl noch eine größere Runde gelaufen, aber da ich aktuell keine zehn Minuten mit dem Auto entfernt wohne, geht es da die Tage definitiv nochmal hin..vielleicht ja sogar nachts zum Komet-Gucken, Neowise versteckt sich nämlich immer noch vor mir :/

Habt ihr zufällig einen Tipp in der Umgebung Darmstadt, wo man schön wandern gehen kann? 🙂

[Reisen] Ich durfte mit Tapiren kuscheln!

Tapire sind meine absoluten Lieblingstiere und ich bin schon durch zig Dschungel auf diversen Kontinenten gewandert, um endlich mal einen zu treffen. Was leider nie passiert ist. Bis jetzt. Denn dank eines Freundes, der eine Tierpflegerin hier in Deutschland kennt, durfte ich doch tatsächlich mit ins Tapirgehege und habe mit einem zuckersüßen Mutter-Sohn-Duo kuscheln dürfen!

Tapire sind einfach nur wunderbar sanfte, gemächliche Tierchen, die es LIEBEN, gestreichelt und gekratzt zu werden. Dazu legen sie sich dann auch gerne auf die Seite, damit man auch gut an den Bauch und Hals drankommt. Und schlafen dann auch einfach mal ein 🙂

Das hier sind mittelamerikanische Tapire, es gibt auch noch den schwarz-weißen Schabrackentapir in Südostasien und den Flachland-, Berg- und Kabomitapir in Südamerika. Tapire lebten übrigens schon vor 14 Millionen Jahren, absolut verrückt, dass es sie noch immer gibt. Denn so niedlich sie sind, sie sind auch etwas tollpatschig, rennen gerne mal panisch weg, wenn man sie erschreckt und sie sehen auch nicht allzu gut. Dafür können sie aber gut schwimmen und es gibt lustige YT-Videos, wo sie sich erst auf den Grund sinken lassen und dann dort tauchend auf der Suche nach Nahrung entlang „spazieren“. Die beiden hier haben leider kein Schwimmbecken, aber haltet euch fest – ich darf nächsten Monat zum Tapir-Duschen wiederkommen!

Meine beiden Süßen hier brachten 160kg und 250kg auf die Waage, was man nicht unterschätzen darf. Mama legte sich nämlich beim Streicheln einfach mal auf den schlafenden Sohnemann, welcher dann panisch aufsprang und wir uns alle gleich mal in Sicherheit brachten. Denn so lieb sie sind, aus Versehen können sie einem doch mal auf den Fuß treten. Ein herausragendes Tapirmerkmal ist ganz klar der Rüssel und ach mein Herz – erst wurde ich abgeleckt, dann war mein Finger im Mund und dann der Rüssel in meinen Haaren, welche gleich mal versucht wurden, ob sie nicht doch essbar sind <3

Jupps, das war mit Abstand der beste Tag 2020 und ein richtiges Lebenshighlight für mich, denn einen Tapir treffen stand da ganz weit oben. Dass es dann zwei wurden, welche sich auch noch ewig kuscheln lassen und neugierig mit einem interagieren, ist natürlich noch besser! Wir haben dann noch einen wundervollen Blick hinter die Kulissen gekriegt, kleine Totenkopfäffchen gefüttert und diverse Tiere in Ruhe beobachten können. Für jemanden, der Zoos sehr kritisch gegenübersteht, war das für mich definitiv ein „komischer“ Besuch, aber ach, die Freude über die Tapire hat dann doch alles überschattet.

Am liebsten hätte ich sie ja mitgenommen und bei meinen Eltern einfach in den Garten gestellt, dass ich sie jetzt jeden Tag besuchen kann..aber ich habe gesehen, wie sehr sie in ihrem aktuellen Zuhause geliebt und gekuschelt werden, was sich sehr gut angefühlt hat! 🙂

[Reisen] Wandern auf dem Kungsleden in Schweden!

Ok, eigentlich ist es noch zu früh, um darüber zu schreiben, da ich nicht weiß, ob es wirklich realisierbar ist. Aber eigentlich wollte ich diesen Sommer den nördlichen und südlichen Kungsleden (insgesamt 806km) durch Schweden wandern. Mein Freund vom PCT aus Kanada wird mich leider nicht begleiten können, aber a) kann ich das auch ziemlich gut allein und b) will einer meiner Freunde aus Stockholm zumindest ein paar Kilometer mitlaufen 🙂

Somit habe ich es nun gewagt und mir den Outdoor Kungsleden Guide bestellt und fleißig durchgelesen. Natürlich sind es andere Herausforderungen, die es hier zu bewältigen gibt, aber die Basics wie „vertraue dir selbst“, „überlebe auch drei Tage Dauerregen mit einem Lächeln“ und „beherrsche, dein Zelt in jeder Wetterlage aufzubauen“ habe ich immerhin schon drauf! Der Trail wird dieses Jahr wohl ziemlich überlaufen sein, da die meisten Schweden im eigenen Land Urlaub machen, aber der südliche Abschnitt wird definitiv Einsamkeit haben. Braunbären, Elche, Vielfraße und Massen an Rentieren aber auch, also nicht nur Menschen und natürlich wahnsinnig beeindruckende Landschaft. Ich bin so ein kleiner Fan von rauer, brachialer Natur, wie ich sie in Island und auf den Faröer Inseln bisher kennenlernen durfte und bin somit sehr gespannt, was (Nord-)Schweden mir da zu bieten hat. Bisher kam ich über Stockholm noch nie hinaus, das muss geändert werden!

Eine Sache, die mich sehr überrascht hat, ist, dass man teilweise über Seen übersetzen muss. Das geht manchmal, indem man die wenige Mal am Tag fahrende Fähre erwischt, aber auch per bereitliegendem Ruderboot. Und wenn ich eines nicht habe, dann sind es Armmuskeln. 500 Meter vielleicht, aber 4 Kilometer sind glaube ich irgendwie utopisch. Mal sehen, was man sich hier einfallen lassen kann 😉

Noch habe ich natürlich nicht konkret gebucht, ich bin ja eher vorsichtig, was im Moment alles angeht (nein, ich gehe nicht ins Restaurant oder mal schnell bei H&M vorbei, da es für mich einfach unnötiges Risiko ist), aber wenn werde ich wohl nicht mit der Bahn fahren, sondern eben einfach nach Stockholm fliegen. Denn das ist aktuell definitiv sehr erschwinglich und irgendwie auch nicht mehr Risiko, wie vier Züge (und somit Bahnhöfe) zu erleben. Aber wie gesagt, noch ist das nur die Idee, bisher hat 2020 ja den meisten von uns einen dicken Strich durch diverse Pläne gemacht. Und das Letzte, was ich will, ist in Schweden stranden.

Ist wer von euch den Kungsleden vielleicht schon gewandert und hat ein paar Tipps parat? Wie handhabt ihr es im Moment mit der Urlaubsplanung, gibt es sie überhaupt? Hat noch wer schwedischen Sommer im Auge?

[Reisen] Unterwegs auf dem Morgenbachtal-Rundweg am romantischen Rhein!

Statt Via de la Plata heißt es für mich aktuell „explore your own hood“, also entdecke Wanderwege vor deiner Haustür 😉 Mit zwei Freunden, die ebenfalls langsam Blut geleckt haben, machte ich mich also auf, nicht nur den Rhein um Bingen etwas näher kennenzulernen, sondern eben auch, den Morgenbachtal-Rundweg (14km hatten wir am Ende) entspannt zu laufen!

Rundwege sind natürlich grandios, weil man problemlos wieder am Auto ankommt und sich logistisch keinen Kopf machen muss. Gleichzeitig habe ich aber immer weniger Erwartungen an die Schönheit des Weges, da er eben „im Kreis verlaufen muss“. Hier wurde ich aber sowas von aus den Socken gehauen, ich wollte es nicht glauben!

Landschaftlich bietet uns die Natur rund um den Rhein wunderschönen alten Wald, mit Schluchten und Gebirgsbächen, bisschen was zu klettern, Hängebrücken, Naturerkundungspfade, wundervolle Panoramaaussichten und natürlichen Burgen und Schlösser. Die Region Rheinhessen ist schließlich nicht umsonst UNESCO-Weltkulturerbe und hat statistisch gesprochen alle 1.5km eine neue Burg zu bieten. Ich sage euch, mein Herz hüpfte ständig, so schön war es und gleichzeitig so ruhig und erholsam!

Ausgeschildert ist die Route super, ihr lauft auf dem Rheinburgenweg sowie dem Soonwaldsteig durch den Binger Wald und achtung, steht plötzlich auf dem Rheinhessischen Jakobsweg! Wie ich es nicht glauben wollte, da jammere ich ständig, dass ich aktuell auf keinem Jakobsweg bin und schwupps, stehe ich drauf. Dass ich das Muschellogo dieses Jahr doch noch sehen würde, habe ich wirklich nicht mehr gedacht!

Die Strecke ist nicht sehr anspruchsvoll, wir sind sie gemütlich in vier Stunden gelaufen (mit einer Mittagspause am Wasser) und konnten uns immer gut unterhalten. Es geht ein paar Mal steil hoch, aber eben nur wenige Minuten, wodurch es sich aushalten lässt. Besonders schön fand ich, dass man auch ein wenig Klamm durchwandert, irgendwie schaffe ich es nämlich immer, genau dann eine Klamm durchwandern zu wollen, wenn die Welt untergeht und mich der Regen abhält. Hier hat es endlich mal geklappt.

Natürlich könnt ihr euch Burg Rheinstein noch anschauen, wir haben das corona-bedingt ausfallen lassen, denn der gesamte Wanderweg, ach was, die Region ist eben doch ein kleiner Menschenmagnet und war sonntags dementsprechend voll. Das verläuft sich aber irgendwann im Wald wieder und wir haben bestimmt zwei Stunden keine Menschenseele mehr getroffen – leider aber auch kein Tier, wobei die vielen Hochsitze vermuten lassen, dass hier nachts der Bär steppt (oder zumindest der Hirsch). Wer es etwas historischer mag, man kann sich auch die Überreste der Villa Rustica ansehen und Informationsschilder lesen – ein römischer Gutshof, welcher sogar noch halbwegs gut erhalten ist. Und natürlich müsst ihr versuchen, alle 46 geschnitzten Baumgesichter zu finden, bevor ihr euch Steckeschlääfer-Klamm aufmacht.

Rundum ein herrlich gelungener Wanderweg, welchen ich sofort wieder laufen würde, allerdings nicht am Wochenende und nicht, wenn es zu heiß ist. Denn im Wald wurde es streckenweise ganz schön schwül und ich hatte nicht viel Wasser mit. Wobei ich dummerweise meinen Wasserfilter zuhause gelassen habe, mit dem hätte ich hier an vielen Ecken schnell meine Flasche auffüllen lassen können. Wir sind den Weg mit der Beschreibung von Outdooractive gelaufen, mein Freund hatte aber auch noch Komoot offen – falls ihr die App habt, wir fanden sie hilfreich. Ein mich sehr anlächelndes Buch, in welchem es um noch sehr viel mehr Wanderungen in der Mainz-Bingen-Worms-Region geht, ist Wanderungen für die Seele von Frank Hamm (je nachdem, ob Kungsleden im Sommer funktioniert oder nicht, darf das vielleicht bei mir einziehen *g*).

Kennt ihr diesen Rundweg schon oder habt eine andere, sehr empfehlenswerte Wanderung in der Region im Kopf? Ich suche auch immer noch etwas für Darmstadt, da Burg Frankenstein leider bisher geschlossen war und ich doch mal irgendwo „hoch“ will. Also gerne her mit euren Empfehlungen 🙂

[Reisen] Wandern in El Valle (Panama) oder wie man sich gekonnt eine Rippe bricht!

Im Februar und März habe ich mich 3 Wochen in Nueva Gorgona (eine winzige mehr oder weniger gated community expat-Gemeinde an der Pazifikküste etwa 80km von Panama City weg) aufgehalten. Das Leben direkt am Strand, mit Meeresrauschen zum Einschlafen und so vielen braunen Pelikanen, wie man sich nur wünschen kann, war definitiv traumhaft. Aber wenn ich wirklich wählen müsste, dann bin ich wohl doch Berg > Meer-Mensch. Denn auf Dauer wurde mir das doch zu langweilig.

Da Autofahren in Panama irgendwie ganz schön stressig ist (die Straßen sind teilweise katastrophal und die anderen Fahrer unberechenbar..von den ständigen Straßensperrungen mal abgesehen), wollte ich mich mit dem viel zu teuren Auto meiner Hosts hier nicht allzu weit wegbewegen. Nach ein bisschen googlen entschied ich mich dann, mir El Valle (de Anton), auch Anton Valley genannt, anzuschauen, denn der Blogpost von Jackson hierzu klang sehr verlockend. Dort im Hochland gab es einen Vulkan und viele spannend klingende Wanderwege.

Für die knapp 60km brauchte ich zwei Stunden (Stau und Schlaglöcher deluxe) und kam morgens kurz vor 9 an. Teilweise hatte der Weg schon wahnsinnig schöne Aussichten und diverse Echsen, die mir über die Straße rannten. Die kleinen Dörfer, durch die man kam, waren ebenfalls spannend anzusehen und ständig winkte mir jemand zu 🙂 Ich parkte in El Valle einfach auf der Hauptstraße und lief dann gen Start des La India Dormida Trails. Am Eingang bezahlt man $3, bekommt ein Armband und dann geht es los. Der – wie ich finde absolut katastrophal angelegte – Trail geht an ein paar wenig spektakulären Wasserfällen sowie Steininschriften unbekannter Herkunft vorbei. Da er matschig-nass und voller wackeliger Steine war, habe ich es hier in den ersten fünf Minuten hingekriegt, so dumm hinzufallen, dass ich mir eine Rippe brach (und später noch ins Krankenhaus musste) und diverse blaue Flecken einfing, also seid vorsichtig!

Zunächst geht es durch dichten Regenwald und es begann sogar, richtig doll zu regnen. Ich hatte mir für meine Tasche einen Müllbeutel mitgenommen, was wirklich gut war, denn der Rest von mir war klatsch-nass nach etwa einer Stunde durch diesen Dauerregen laufen. Hat der Luftfeuchtigkeit übrigens keinen Abbruch getan und das Grün des Waldes nur umso mehr strahlen lassen. Da man sich (passt auf, ich habe einmal eine Abzweigung verpasst und lief circa 10 Minuten einen falschen Trail, wie mir ein Mann mit Machete mitteilte *g*) ständig bergauf bewegt, kommt man dann aber plötzlich an die Regen-/Dschungelgrenze und steht vor grasig-kahlen Gipfeln, wo kein Baum mehr steht. Man übrigens auch nicht lang, der Wind hier oben war so stark, dass er mich erstmal nach hinten umgeworfen hat.

Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man dann die schlafende Silhouette der Häuptlingstochter, welche sich der Legende nach unglücklich verliebt umgebracht haben soll. Nun kann man entweder umdrehen und den Trail wieder zurückgehen (oder einen Rundweg nutzen); ich entschied mich jedoch auf einem weniger ausgetretenen Pfad erst zu einem Gipfelkreuz zu laufen, welches ich in der Ferne sah und dann quer durch den Dschungel wieder runter nach El Valle; da es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen, sah ich hier wunderbar viele Vögel, sogar ein Tukan flog an mir vorbei! Im Grunde kann man einfach so lange am Kraterrand entlanglaufen, bis man keine Lust mehr hat, Wege nach unten gibt es ständig. Seid euch nur bewusst, dass es wirklich windig und rutschig ist, mit Kindern würde ich diese Wanderung nicht empfehlen.

In El Valle gibt es noch weitere Wanderwege, aber ich hatte mittlerweile doch recht starke Schmerzen und die Landschaft hätte sich nicht so enorm verändert. Wer mag, kann aber noch zu „besonders schönen“ Wasserfällen (Pozo Azul Waterfalls sowie Chorro El Macho) und zu heißen Quellen (Pozos Termales) laufen, sich die Nationalblume Panamas in der La Orquideria ansehen oder die goldenen Frösche, welche leider nicht mehr in der Natur anzutreffen sind, im Golden Frog Refuge am Hotel Campestre (inklusive kurzer Wanderung zu „quadratischen“ Bäumen) besuchen. Wer Schmetterlinge mag, es gibt auch noch eine Schmetterlingsfarm oder das Serpentario, wenn euch eher nach Schlangen der Sinn steht.

Öffnungszeiten und mehr Infos zu allen Attraktionen findet ihr hier, ich wollte mir die Schlangen und Frösche ansehen, konnte das aufgrund der Schmerzen dann leider aber nicht. Da meine Hosts hier den Lonely Planet Panama rumliegen hatten, hatte ich den als Vorbereitung mal durchgeblättert, aber aktuelle Infos findet ihr meiner Meinung nach besser online!

Es gibt eine große Markthalle in El Valle und an einem großes Markt unter freiem Himmel kam ich auch noch vorbei; am Ende gab es für mich aber nur was vom Bäcker sowie frische Ananas. Aber wer mag, es gab viele Stände mit Kunsthandwerk aus der Gegend, was definitiv nett anzusehen war und einfach jeder hat für euch ein Lächeln übrig und ist an euch interessiert! Super zum Spanisch-Üben! 🙂

Insgesamt hatte ich einen schönen Tag im Hochland von Panama, welches mich sehr positiv überrascht hat – und hätte ich mir nicht die Rippe gebrochen und mich somit selbst etwas außer Gefecht gesetzt, wäre ich wohl noch ein zweites Mal hingefahren, um einen oder zwei andere Wanderwege auszuprobieren. Also solltet ihr mit dem Gedanken spielen, in Panama abseits stark touristischer Pfade zu wandern, das dürfte eures sein!

[Reisen] Quo vadis, 2020.

Wie bei vielen von euch, sind auch meine Reisepläne für 2020 im Moment erst einmal auf Eis gelegt. Meine Travel Bucket List für dieses Jahr mit zehn Ländern und sechs Städten ist schon unmöglich zu realisieren und ich bin im Moment echt sehr glücklich, dass ich schon sechs Wochen Panama erleben durfte, bevor es in die häusliche Quarantäne und dieses komische Stillstand-Leben ging.

Aktuell sollte ich eigentlich gerade auf der Via de la Plata in Spanien unterwegs sein und von Sevilla bis ans (mittelalterliche) Ende der Welt laufen. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass das demnächst wieder möglich sein wird und mir irgendwann das (kühler werdende) Wetter einen Strich durch die Rechnung machen wird, beginne ich nun, etwas in die fernere Zukunft zu planen. Denn ich habe das Gefühl, dass ich meine Reisepläne mit Juli durch Schweden wandern, September nach Indien reisen und Dezember für neun Monate nach Neuseeland gehen auch canceln kann.

Doch vielleicht wird es uns möglich sein, nicht nur innerdeutsch, sondern vielleicht sogar wieder innerhalb Europas zu reisen und somit wäre es doch gar keine schlechte Idee, wenn es kälter wird, in den Süden zu ziehen. Die Kanarischen Inseln (dieser link) kenne ich nicht wirklich, ich war mal als Kind auf Gran Canaria, aber sonst fahren da eher meine Eltern hin. Wobei man dort auch sehr schön wandern können soll und sie sind ja recht schnell zu erreichen. Ich habe definitiv schon wieder Meer-Bedarf, mir fehlt es, mit dem Meeresrauschen aufzuwachen und den ersten Kaffee zu trinken, während ich den Pelikanen beim Formationsfliegen zuschaue, hach!

Spontan sprechen mich besonders Fuerteventura und Lanzarote aufgrund ihrer verrückten Landschaft an und auf den Teide will ich schon ziemlich lange steigen (ok, auf die Zugspitze auch, vielleicht kriege ich das durch den diesjährigen Heimatzwangsurlaub ja hin). Und am besten wird der Inselaufenthalt dann noch mit einem Stopover in Madrid verbunden, denn ganz ehrlich, meine Laune kann dringend ein paar Stunden Prado und Reina Sofia vertragen! Seit ich 2018 das erste Mal in der Stadt war, will ich nämlich unbedingt wieder hin (hier ein paar meiner Madrid Tipps, wie man möglichst günstig dort überlebt und trotzdem jede Attraktion mitnehmen kann).

2020, keiner hat dich so kommen sehen und auch vor Corona hast du mir schon ein paar richtige Brocken in den Weg geworfen, statt mich sacht in diese Dekade gleiten zu lassen. Aber das ist ok – statt meinen zehn Ländern und sechs Städten, was eh ziemlich exzessiv ist, nehme ich jetzt eben „vielleicht geht ja Spanien im Winter“ als groben Plan und ansonsten..schauen wir einfach, was das Leben bringt. Geht es euch ähnlich?