Wenn ich die Wahl zwischen Youtube und Netflix habe, entscheide ich mich meist für Youtube, da ich gerne so 20-30-minütige Videos als Pause zwischendurch schaue. Für eine längere Folge von 45min oder gar einen ganzen Film muss ich mich immer extra motivieren und somit wächst meine „was ich irgendwann mal gucken will“-Liste auf Netflix weiter und weiter. Beziehungsweise fast: denn Netflix nimmt gerne Filme/Serien aus ihrem Programm und zwingt mich dadurch, sie doch endlich zu schauen, bevor es zu spät ist. Wenn ich das dann mache, entdecke ich aber natürlich auf der Startseite meist wieder etwas, was interessant klingt und setze es auf die Liste – der bekannte Teufelskreis 😉
Zuletzt ist mir das „wird aus dem Programm genommen“ mit der Serie Mad Men geschehen, welche schon oooooo viele Jahre auf meiner Liste stand, ich aber irgendwie nie anfangen konnte, denn das waren viele Staffeln! Commitment-Issues? Vielleicht. Jetzt musste ich sie innerhalb eines Monats durchschauen und was soll ich sagen, top Serie! Ich bin froh, sie gesehen und einen Einblick in die damalige Zeit und die Welt bekommen zu haben und kann verstehen, dass sie so viele Menschen begeistert und unzählige Preise gewonnen hat! Teilweise war es etwas anstrengend, jeden Tag 2/3 Folgen zu schauen, aber ich hätte ja vorher anfangen können, womit ich meine irgendwann in den letzten 17 Jahren (jupps, da kam die erste Staffel raus).
Ebenso erging es mir mit der immerhin nicht ganz so alten Mini-Serie The Pacific, welche sehr gelobt wurde. Natürlich wollte ich sie sehen, allerdings ist die Thematik so grausam, dass ich mich nicht überwinden konnte, anzufangen. Meist wollte ich etwas „Leichteres“ in meiner Freizeit konsumieren, aber nun sagte Netflix, dass meine Zeit abläuft und etwa zwei Wochen später war ich mit der Serie durch. Die Schicksale der Menschen dort, egal ob amerikanische Marines, japanische Soldaten oder einheimische Zivilisten, sind einfach nur schrecklich und ja, ich habe einiges gelernt und viel nachgedacht/weiter recherchiert. Ich fand sie sehr gut gemacht, also wenn ihr z.B. „Band of Brothers“ mögt, dürfte das eine Serie für euch sein!
All the light we cannot see wollte ich eigentlich zuerst lesen und nicht anschauen. Dann fing ich aber auf einer langen Autofahrt mit dem Hörbuch an und war dann schon so weit, dass ich nicht noch einmal von vorne mit dem Lesen beginnen wollte. Also sah ich mir die Mini-Serie an, aber ach, ich bereue es doch ein wenig. So gut die Schauspieler, so schön die Szenen, so spannend die Story, so seltsam sind die Dialoge geschrieben. Das war wenig Genuss und das Ende auch irgendwie so abrupt und nicht unlogisch in meinen Augen – also Notiz an mich selbst: wenn du das Buch lesen willst, mach das und fang nicht mit der Verfilmung an!
Das waren bisher alles Serien, aber keine Angst, es stehen auch genug Filme auf meiner Watch-List. So z.B. Scoop und The King, welche thematisch nicht weiter voneinander entfernt sein könnten, bis auf dass England bei beiden eine Rolle spielt und sie auf wahren Begebenheiten basieren. The King ist wunderbar anzusehen, sehr atmosphärisch, die Schauspieler sind großartig und doch passiert sehr wenig in ganz schön viel Zeit. Auch bei Scoop passiert nicht allzu viel, wir haben ein zentrales Interview, welches ausgiebig vorbereitet wird, wie bei The King die Schlacht gegen Frankreich. Auch hier bin ich froh, dass ich beide Filme gesehen habe, würde sie aber nicht wirklich weiterempfehlen, da es einfach so viel andere, in meinen Augen, spannendere Filme für unsere begrenzte Lebenszeit gibt.
Apropos begrenzte Lebenszeit, da ich von den neueren Serien Untamed und Hostage ständig etwas online las, wollte ich sie mir auch anschauen. Untamed musste ich eben wieder suchen, da ich mich nicht mal mehr an den Inhalt erinnern konnte (so einen bleibenden Eindruck hat sie also hinterlassen). Die Serie spielt im Yosemite Nationalpark (juhu!) und dreht sich um die Untersuchung eines mysteriösen, tödlichen Sprungs einer jungen Frau. Die Landschaft ist das Highlight der Serie und ich fand interessant, wie hier teilweise durch die Abgeschiedenheit mit Pferden ermittelt wird, aber wirklich gefesselt war ich jetzt nicht. Die zweite Staffel, die es geben soll, werde ich mir nicht anschauen. Bei Hostage habe ich einen spannende, britischen Politikthriller erwartet, der sich um den entführten Mann der Premierministerin und dessen Befreiung dreht – das war allerdings nur der Anfang und danach war die Handlung für mich eher ein extrem unlogischer Fiebertraum und zum Glück gab es nur fünf Folgen, mehr hätte ich davon nicht mehr ausgehalten.
Was lerne ich daraus: keine neuen, online gehypten Serien zu meiner Liste hinzufügen, sondern weiter meine Liste abarbeiten. Da stehen noch so viele Dinge drauf, wie z.B. einige Studio Ghibli Filme, die definitiv sehenswerter sind! Jetzt bin ich aber auch noch neugierig, ob ihr eine der Serien (also Mad Men ja bestimmt) oder Filme von hier schon gesehen habt, wie eure Meinung ist und was bei euch schon viele, viele Monde auf der Watch-List steht 😉
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