Kategorie: Reisen

[Reisen] Wandern im Lennebergwald bei Mainz!

Zwar liegt die Stadt Mainz nur etwa 40 Autominuten von meinen Eltern entfernt, „einfach so“ bin ich aber nur selten hingefahren, wenn ich bei ihnen zu Besuch war. Auch dieses Mal besuchte ich einen Freund, der neu in die Stadt gezogen war, doch wollte ich den Tag auch für ein kurze Wanderung nutzen und entschied mich für den Lennebergwald. Hatte ich noch nie gehört, mein Navi aber zum Glück schon und so machte ich mich auf Richtung dem Startpunkt meiner kleinen 8-Kilometer-Wanderung, an die Nothelfer-Kapelle. Eine genaue Wegbeschreibung, anhand der ich mich durch den Wald bewegt habe, findet ihr bei Outdooractive; im Wald selbst gibt es für diese Route keine Wegmarkierungen, allerdings hat die AOK verschieden lange Rundwanderwege angelegt, die gut ausgeschildert sind und bestimmt auch sehr schön!

Gestartet habe ich an einem Parkplatz, welcher überraschenderweise direkt neben einem Wildpark war und ich somit erst einmal Wildschweingrunzen beim Aussteigen hörte. Einen kurzen Abstecher später (man kann von außen die Tiere gut beobachten bzw einfach an den Gehegen entlanglaufen), hatte ich meine Dosis Schwein, Reh & Ziege und konnte mich ab an die Kapelle und dann über die Autobahnbrücke hinweg in den Lennebergwald aufmachen. Zwar hört man das Autobahnrauschen im Hintergrund, ansonsten gefiel mir der Wald aber sehr gut. Die Wege sind teilweise sehr breit, teilweise nur kleine Pfade und ich mag die Abwechslung. Ich wanderte zunächst einen kleinen Umweg und sah mir dann die Wendelinuskapellen und das -heim an. Von dort ging es hinauf zum Lennebergturm, welcher über ein paar Stufen zu erreichen ist. Den Turm selbst konnte ich leider nicht besteigen, da stand nämlich ein Bauzaun davor. Wer eine Pause braucht, hier kann man sich im Café am Turm etwas erholen.

Ich entschied mich stattdessen, die Schnellstraße zu kreuzen und mir noch das Schloss Waldthausen anzusehen. Etwas verwirrt merkte ich, dass dieses Areal (mit vielen Gebäuden) wohl von der Sparkasse benutzt wird, es gab nämlich diverse Parkplätze und viele Sparkassenschilder. Da der Wanderweg aber durch dieses Gelände ging, lief ich also mich etwas fehl am Platz fühlend weiter und kam schließlich an der Grillhütte an, wo es einen Naturerlebnispfad, Barfußwege sowie einen riesigen Kinderspielplatz gibt. Das war sehr nett gemacht und hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich hier eine Pause gemacht. Beim Förster um die Ecke konnte man auch einige lokale Spezialitäten (wie die vorher gesehenen Wildschweinchen in Burger-Form) kaufen. Für mich ging es nun auf anderen Wegen, bergauf- und bergab wieder zurück zu meinem Startpunkt, der Nothelferkapelle.

Mein erster Eindruck von der Strecke ist sehr positiv, sie bietet einem schöne Abwechslung, der Wildpark zu Beginn ist toll, die Kapellen im Wald sowie das Schloss ebenfalls. Man hat genug Möglichkeiten, sich auszuruhen, es gibt sogar Toiletten an zwei Stationen und die Grillhütte als längerer Rastplatz wäre ideal. Dort in der Nähe gibt es auch noch zwei Teiche, die ich gerne gesehen hätte, aber wie gesagt, die Zeit war zu knapp. Ich lief meine etwas über 8-Kilometer-Runde gemütlich in unter zwei Stunden durch. Nicht weit weg vom kostenlosen Parkplatz befindet sich eine große Wiese, wo viele Menschen die Sonne genossen und auch die Budenheimer Innenstadt mit vielen Cafés und Geschäften ist fußläufig zu erreichen. Also alles in allem hatte ich einen schönen Nachmittag und kann die Strecke empfehlen! Würde ich nicht so weit weg leben, könnte ich mir auch gut vorstellen, häufiger mal in der Gegend zum Laufen vorbeizuschauen!

Mainzer, outet euch! Kennt ihr den Lennebergwald und habt ihn auch schon erkundet? Mir kamen auf den Wegen kaum Wanderer, aber viele Mountainbiker entgegen, die diese Ecke für sich entdeckt zu haben scheinen. Wie hat es euch gefallen? Und wer einen Tipp für die Region Frankfurt/Darmstadt zum Wandern hat, nur her damit!

[Reisen] Wandern auf der Umstädter Panoramarunde!

Zwar bin ich in Groß-Umstadt geboren, jedoch hat es ganze 33 Jahre gedauert, bis ich die Weinstadt am Fuße des Odenwaldes endlich einmal umwandert habe. Als eine kurze Trainingswanderung hatte ich mir die Umstädter Panoramarunde an einem sonnigen Samstag ausgesucht und wie immer mir vorher die Karten und Wegbeschreibungen bei outdooractive besorgt. Gestartet wird direkt am Parkplatz an der Stadthalle in Groß-Umstadt (sehr zentral und kostenlos bzw mit Parkscheibe) und der Weg ist insgesamt recht gut augeschildert. Ein paar Mal bin ich zwar etwas vom Rundweg abgekommen (und ihn auch entgegen der Streckenbeschreibung gelaufen)  bei den insgesamt 12 Kilometern, aber das schiebe ich mal mehr auf den Anwender 😉

Ich fing also mit einem kurzen Spaziergang durch den Ort an und stieg schnell in die Weinberge hinauf. Von dort hatte man eine schöne Sicht gen Frankfurt, welche man jedoch nicht lange bewundern konnte. Denn es ging quer über eine Wiese bergab, an einem Reiterhof vorbei, dann leider etwas an einer Landstraße entlang und dann durch ein paar Obstbäume und in den Wald hinauf. Dieser Teil war sehr heiß, plant hier also lieber vormittags entlangzulaufen (ich wählte natürlich 13.00h *g*). Am Waldesrand hatte man einen grandiosen Blick sowohl Richtung Groß-Umstadt als auch auf den Otzberg – ich konnte meiner Oma quasi zuwinken. Hier hat der Odenwaldklub eine kleine Hängebrücke gebaut, die ich natürlich gleich mal austesten musste und es sind einige tolle Ausruhplätze, die sehr zum Lesen oder Picknicken einladen. Danach geht der Weg einige Zeit durch den Wald, was matschig, aber wunderschön war. So ruhig, ich begegnete keiner Menschenseele, aber überall war grünes Moos und einen Specht fand ich auch. Es geht ein wenig auf und ab, aber keine Sorge, aus der Puste kommt man nicht.

Man gelangt ziemlich plötzlich wieder auf ein paar Felder, die erneut eine tolle Aussicht auf den Odenwald bieten und dann schlängelt sich der Weg am schattigen Waldrang langsam wieder gen Groß-Umstadt. Man kommt den Eselsberg herabsteigend in der Stadt an vielen alten Gebäuden vorbei und noch am Stadtfriedhof, welcher einige alte Gräber zu bieten hat. In Groß-Umstadt selbst kann man dann noch einen etwa zwei Kilometer langen, ebenfalls gut markierten, Stadtrundgang machen oder sich einfach ein leckeres Eis auf dem Marktplatz gönnen. Ich denke, wir wissen alle, was ich getan habe und auch wenn ich es dieses Mal nicht geschafft habe, sehr lecker vegan könnt ihr auch im Bistro du Chateau essen, der Kuchen war das letzte Mal ein Traum!

Ich hatte einen schönen etwa 2,5 Stunden Spaziergang und kann euch diese Runde definitiv empfehlen, wenn ihr mal in der Nähe seid. Dass ich sie irgendwann wieder laufen werde, kann ich mir gut vorstellen bzw gab es da noch die ein oder andere spannende Abzweigung, um welche ich den Weg erweitern kann, sollte ich Lust auf mehr Kilometer haben. Speziell die Weinberge sind natürlich im Herbst noch einmal spannend! Kennt wer von euch zufällig die Runde? 🙂

[Reisen] Waldzoo & Wetterpark in Offenbach!

Zwar schweife ich immer gerne in die Ferne, manchmal gibt es aber auch Neues ganz in der Nähe zu entdecken. Vor einiger Zeit habe ich mir Mama geschnappt und mich mal in Offenbach (das liegt direkt bei Frankfurt) etwas herumgetrieben. Die Stadt haben wir hierbei aber ignoriert und uns lieber im Waldzoo und im Wetterpark umgesehen. Beides super, wenn das Wetter schön ist, sonst dürfte es etwas ungemütlich sein, da es sich fast nur draußen abspielt.

Der Waldzoo Offenbach wurde schon 1965 gegründet und ist eine Ansammlung von Tieren, die verletzt abgegeben wurden oder deren Besitzer schlichtweg mit der Pflege überfordert waren. Aber auch die Polizei, die Feuerwehr und Ärzte kommen mit Tieren, die hier ein neues Zuhause finden. Somit hat sich über die Zeit eine illustre Mischung in dem kleinen Tierpark angesammelt, die man für 2,50€ (Kinder 2€) besuchen und auch mit dort gekauften Futter füttern kann. Das Areal ist nicht groß, man ist schnell durch und wir hielten uns vielleicht 30 Minuten darin auf – und ja, ich habe das sehr zutrauliche Schaf auch direkt mal gestreichelt. Wir hätten uns allerdings noch hinsetzen und etwas essen/trinken können, aber insgesamt braucht man nicht mehr als eine Stunde um alle Tierchen in Ruhe beobachtet zu haben. Die Wohngemeinschaften sind sehr witzig, ich habe nicht Kängurus mit Gänsen erwartet, aber sie harmonierten!

Nicht Tiere, sondern unser Wetter steht hingegen im Fokus des Wetterparks, welcher keine fünf Minuten mit dem Auto vom Waldzoo entfernt ist (und kostenlose Parkplätze gibt es jedes Mal reichlich). In dem schön angelegten Park gibt es verschiedene Stationen, an denen anschaulich ein Wetterphänomen erklärt werden und man kann den Rundgang gemütlich ablaufen. Wir begannen am Besucherzentrum, lernten dann, wieso es genau hagelt, welche Wolken es gibt, was genau in einer Wetterstation wie gemessen wird oder auch, wie ein Tornado entsteht. Mein Halbwissen konnte ich hier quasi nebenbei etwas auffrischen und insgesamt lädt der Park (welcher kostenlos ist) auch zum Verweilen ein. Besonders schön fand ich, dass viele verschiedene Baumarten angepflanzt worden sind und man somit mal etwas ausgefallenere Natur erlebt hat. Apropos Natur, neben dem Park sollte noch ein anderer Naturlehrpfad sein, aber das war irgendwie nur ein matschiger, unbeschrifteter Weg, wo man sich eher zum Trinken traf, das könnt ihr euch also sparen. Für den Wetterpark würde ich – solltet ihr nicht eine der Führung mitmachen wollen – auch eine Stunde einplanen, wenn ihr gemütlich lauft, alle Schilder lest und eine kleine Pause macht.

Wir haben beides an einem Sonntagnachmittag besucht und wäre noch Zeit gewesen, hätten wir bestimmt den an beiden Orten zu erwerbenden Kaffee genossen, aber wir waren doch etwas spät dran. Auch wenn ich kein Fan von Zoos bin, habe ich für den Waldzoo sehr viel Respekt, da sie sich eben um Tiere kümmern, die sonst kein Zuhause mehr hätten und wahrscheinlich eingeschläfert oder ausgesetzt werden würden. Da unterstütze ich doch gerne und bezahle den ohnehin sehr günstigen Eintritt. Aber auch der Wetterpark ist eine tolle Bereicherung, da erholende Grünfläche mit spannenden Infos gepaart wird und man dies nutzen oder eben einfach nur etwas spazieren gehen kann. Solche Parks mit unterschiedlichen Themen dürfte es gerne häufiger geben!

Kommt ihr zufällig aus der Ecke und seid schon im Waldzoo oder Wetterpark gewesen? Wie hat es euch gefallen? Und wenn wer einen Tipp hat, was man noch in/um Offenbach herum unternehmen kann, würde ich mich sehr über ein Kommentar freuen!

[Reisen] Unterwegs zum Pacific Crest Trail!

AAAAAAAAH, es ist soweit. Heute wird diese verrückte Idee, dass ich von der mexikanischen bis zur kanadischen Grenze laufen werde, real. Denn es geht mit Condor zunächst nach Las Vegas, wo ich den Tag verbringe (hallo all you can eat Buffet) und dann nachts in den Bus nach San Diego steigen werde. Morgen wird da dann Essen gekauft, der Rucksack „richtig“ gepackt bzw so wie ich zumindest denke, dass es geschehen sollte und am 17.5. stehe ich dann am südlichen Monument des Pacific Crest Trails. Und nehme die erste Etappe durch die Wüste von locker-flockigen 1000km in Angriff.

Da ich nicht ständig Internet (Strom, Wasser, ein Bett etc.) haben werde, kann ich hier nur in unregelmäßigen Abständen (vor-)bloggen. Mein Beauty-Herz weint zwar auch schon ein wenig, da ich kaum Sachen mitnehmen kann, aber mein Naturherz kann es gar nicht mehr erwarten. Wer Interesse hat, wie ist so sein wird, als „ganz normaler Mensch“ solch eine Fernwanderung in Angriff zu nehmen und was ich dabei so erlebe, unter Pacific Crest Trail 2018 habe ich hierfür einen kleinen Blog eingerichtet. Was natürlich ein komplett anderer Inhalt wie hier ist, aber wer Lust hat, ich würde mich sehr freuen! Wenn ihr mein Vorhaben unterstützenswert findet, ich habe mir auch eine Patreon-Seite eingerichtet sowie einen Paypal-Account.

Motivierende Kommentare sind da natürlich auch seeeeeehr gerne gesehen, denn in meinem privaten Umfeld glaubt kaum niemand, dass ich so etwas machen kann 😉 Aber ganz Widder bin ich doch sehr stur, wenn ich mir erst einmal etwas in den Kopf gesetzt habe! Und nun steige ich mit Vorfreude, Kribbeln und leichter „was zur Hölle hast du dir dabei gedacht“-Angst ins Flugzeug und kann es nicht mehr abwarten, die ersten Schritte auf dem Trail zu machen!

[Reisen] Kurztrip nach Madrid!

Bevor ich nach Madrid kam, verband ich drei Worte mit dieser Stadt: Prado & Reina Sofia. Womit ich euch schon einmal denken könnt, wo ich mich besonders lange aufgehalten habe, nämlich in diesen beiden Kunstmuseen. Aber beim Herumlaufen durch die Stadt (der Prado ist täglich ab 18.00h, die Reina Sofia ab 19.00h kostenlos) habe ich noch so viel mehr spannende Ecken entdeckt, die ich euch vorstellen mag. Vor und nach Madrid war ich jeweils ein paar Tage in Barcelona und dachte eigentlich, dass mir die katalanische Küstenstadt sehr viel mehr gefallen würde. Oh, was habe ich mich getäuscht, Madrid hat mein Herz im Sturm erobert und ja, ich sage es jetzt schon, hier könnte ich definitiv ein paar Wochen bleiben! 

Nach Madrid bin ich von Barcelona (Reisebericht #1) aus mit Iberia geflogen, was schnell und günstig war und dann mit dem Zug in die Innenstadt gefahren. Dort stieg ich an der Atocha Station aus, welche mir von Freunden auch zum Ansehen ans Herz gelegt wurde. Was ich dann direkt tat und wirklich angenehm überrascht war – diese Mischung aus Palmengarten mit vielen Schildkröten gibt dem Ganzen eine entspannende Atmosphäre, was konträr zu all dem Menschengewusel um einen herum steht. Danach lief ich gemütlich zu meiner Unterkunft, dem Way Hostelwelches ich auch uneingeschränkt weiterempfehlen kann (allein, dass es jeden Morgen gratis Kaffee und Churros gab, hat mein Herz glücklich gemacht). Auf dem Weg bemerkte ich dann nahe der Station Lavapies, dass sich hier ein indisches Restaurant an das nächste reiht und hörte vereinzelt Hindi. Somit konnte ich gar nicht anders, als mir gleich mal typisch spanisch ein vegetarisches Thali zu gönnen. Nein, es kommt nicht an die aus Varanasi heran, aber das indische Essen war gut. Und es blieb nicht bei dem einen 😉

Madrid lässt sich prima zu Fuß erkunden, was ich die drei Tage dann auch ausgiebig getan habe. Am ersten Nachmittag/Abend ging es aber gleich zum Prado, wie viele Jahre wollte ich schon in diese heiligen Hallen! Dann plötzlich davor zu stehen, hat sich sehr surreal angefühlt, ich war ganz hibbelig! Man kann wie gesagt täglich ab 18.00h umsonst hinein, was ich auch ausgiebig genutzt habe. Dazu kommt ihr am besten schon knapp 30 Minuten vorher und reiht euch in die Schlange ein, damit ihr recht weit vorne steht, wenn es dann losgeht (ich hatte Buch und Abendessen dabei, damit es nicht langweilig wurde). Denn ihr habt nur zwei Stunden Zeit, bis das Kunstmuseum leider schließt und somit ist es unmöglich, bei einem kostenlosen Besuch alles zu sehen. Wenn ihr denkt, dass es dann enorm voll ist, muss ich sagen, dass sich das wirklich verlaufen hat und besonders die letzten 45 Minuten stand ich oftmals alleine in einem der Räume – und besser geht es dann doch nicht! Highlights für mich waren natürlich die Werke von Goya, Velázquez, Bosch, Botticelli, Bruegel, Rembrandt, Rubens..ach, ich könnte eigentlich jeden Künstler aufzählen! Aber auch das Gebäude an sich begeistert und würde ich in Madrid wohnen, ich habe das Gefühl, ich wäre jeden Abend hier..oder würde in eine Jahreskarte investieren und einfach diskret in den Keller ziehen!

Nachdem ihr im Prado gewesen seid, könnt ihr gleich zum Reina Sofia laufen, um eure Dosis moderner(er) Kunst zu bekommen. Hier habt ihr täglich von 19-21.00h freien Eintritt, was natürlich super passt. Highlight in diesem Museum ist Picasso’s Guernica, aber auch die anderen permanenten Ausstellungen, die mir vorher nicht bekannt waren, haben mich sehr begeistert und dazu gebracht, auch hier dreimal vorbeizuschauen! Mein Wissen an modernen, spanischen Malern wurde definitiv um Welten erweitert und hat mich so neugierig gemacht, mehr in diese Welt einzutauchen! Wenn ihr noch könnt, das Caixa Forum hat ebenfalls wechselnde, spannende Kunstausstellungen, ich sah mir bisschen Andy Warhol an.

Zwar gibt es noch sehr viele andere sehenswerte Kunstmuseen und Galerien, ich habe aber etwas Abwechslung gebraucht und wollte unbedingt (seit ich in Mexiko gewesen bin und dort nirgends ein Maya-Dokument finden konnte) den „Madrid Codex“ im Museo de América ansehen. Das Museum ist etwas verstörend, da es allerlei zeigt, was die Spanier von ihren Eroberungsraubzügen mitgebracht haben und leider sind die Texte nur selten auf englisch übersetzt, womit ich nicht sagen kann, inwieweit dies hier kritisch aufgearbeitet wurde. Doch sind die restlichen Artefakte ebenfalls sehr interessant und ich hatte meinen Spaß auf den drei Ebenen des Museums. Welches übrigens einen tollen Blick auf die Berge ermöglicht, was ich von Madrid aus irgendwie gar nicht erwartet hatte.

Im Museo Arqueológico National musste ich auch einfach vorbeischauen und blieb am Ende über drei Stunden, so begeistert war ich! Es gibt eine Unmenge anzuschauen und dazu passend sind viele Informationen aufbereitet, wodurch der Besuch erneut sehr lehrreich war (Todesvorstellungen & -riten in den verschiedenen Epochen war genau meins und die Ägyptenabteilung ebenfalls). Besonders schön fand ich, dass außerhalb des Museums die Höhle von Altamira nachgebaut wurde und ich somit die dortigen Höhlenmalereien erleben konnte. Nicht weit weg ist die Nationalbibliothek, welche ebenfalls eine kleine Ausstellung hat, jedoch leider nur Informationstafeln auf Spanisch. Und als Ethnologin darf ich natürlich auch nicht vergessen, dass es ein Ethnologisches Museum in Madrid gibt, welches ich mir auch angesehen habe, es ist aber sehr klein und durchaus nett, aber wenn ihr nur begrenzt Zeit habt, schaut euch lieber das Museo de América an, das ist definitiv sehenswerter!

Jetzt aber mal ein bisschen mehr Dinge an der frischen Luft! Der Tempel von Debod stand hier weit oben auf meiner Liste und ich finde immer noch verrückt, dass in Madrid ein altägyptischer-unternubischer Tempel komplett wiederaufgebaut wurde. Leider war er geschlossen, aber auch von außen war er schön anzusehen – ich habe hier einfach eine Snackpause gemacht und dann vom Hügel aus noch die Aussicht auf den Palacio Real und das Umland genossen. Die mexikanische Nonne und Dichterin Juana Inés de la Cruz trifft man in Madrid auch an jeder Ecke, in dem kleinen Park rund um den Tempel kann man eine schöne Statue von ihr bewundern.

Apropos, gleich um die Ecke ist das Cervantes-Denkmal und da musste ich wirklich ein paar Minuten draufstarren, so überwältigend war dies! Und mir wieder einmal bewusst machen, dass ich immer noch nicht Don Quijote, das wohl bekannteste Werk des berühmtesten, spanischen Schriftstellers, gelesen habe, Schande über mein Haupt.

Den Palast und die gegenüberliegende Almudena Kathedrale habe ich mir nur von außen angesehen, beides kann man aber besichtigen. Einmal in der Woche findet hier eine Wachablösung statt, die mit der britischen Zeremonie vergleichbar sein soll, da ich diese aber nicht gesehen habe, kann ich leider auch nicht mehr dazu sagen. Ich sah mir den Plaza de Oriente am Teatro Real an und schlenderte dann einfach durch die Straßen, entdeckte da ein Monument, da eine Kirche, dort wiederum einen kleinen Platz. Besonders bekannt sind der Puerta del Sol und der Plaza Mayor, somit lief ich da auch vorbei, aber ich sage mal so, Plätze sind weniger mein Interessensgebiet.

Da war der riesige Parque de El Retiro viel mehr meins, den ich für Ausruhpausen zwischendurch genutzt habe. Dass direkt neben mir plötzlich ein gigantischer Baum einfach so umfiel, war auch mal ein Erlebnis, dieses Geräusch hatte ich vorher auch noch nicht gehört! Die meisten Menschen bewundern hier den angelegten See, fahren Tretboot und lassen sich die Sonne auf die Nase scheinen. Nicht geschafft habe ich es in den Casa de Campo, dieser Park soll ebenfalls traumhaft sein, wenn ihr etwas mehr Zeit habt!

Verdammt gut einkaufen kann man in Madrid natürlich auch, die Innenstadt quillt nur so über vor Geschäften, es gibt einige Fußgängerzonen, was angenehm ist und besonders die Calle Gran Vía ist Anlaufstelle vieler Touristen. Jede nur erdenkliche Fastfood-Kette scheint es hier auch zu geben und auch wenn ich eigentlich nicht so bin, ich konnte weder zu Tim Hortons (Kanada-Erinnerung in Form eines Double-Double) noch zu Taco Bell nein sagen. Beides habe ich nicht kommen sehen und war somit ganz unerwartet im 7. Himmel 😉 Tapas habe ich übrigens in Madrid nur bei 100 Montaditos gegessen, wo sie supergünstig sind – wenn man etwas trinken geht, bekommt man häufig aber auch Tapas umsonst auf den Tisch gestellt (nur leider nicht unbedingt vegetarisch).

Es gibt noch so vieles, was ich mir in Madrid anschauen will oder erneut besuchen mag, aber ich muss gestehen, ich hatte es nicht erwartet. So plante ich meinen Reise nämlich, dass ich zunächst nach Barcelona, dann nur kurz nach Madrid und dann wieder nach Barcelona fuhr, im Nachhinein hätte mir aber weniger Barcelona gereicht und dafür hätte ich mehr Madrid gewollt. Mal sehen, wann ich es erneut nach Spanien schaffe..vielleicht sind ja 2019 ein paar Wochen drinnen!

Seid ihr schon einmal in Madrid gewesen? Wie hat es euch gefallen und habt ihr noch einen Tipp, was man unbedingt ansehen sollte?

[Reisen] Städtetrip Barcelona #1

Mitte März ging es für mich von Frankfurt aus (mit Lufthansa für nur 80€ insgesamt) für etwas über eine Woche nach Barcelona und davon will ich euch heute ein wenig erzählen. Obwohl ich sehr viel reise, auf dem spanischen Festland war ich bisher noch nie und es war einfach dringend Zeit, nicht nur mein Spanisch auszutesten, sondern zu sehen, wovon so viele schwärmen, wenn es um die Küstenmetropole geht. Weit weg ist es ja wirklich nicht und ich bin es auch nicht gewohnt, nur mit Handgepäck zu fliegen, aber ach, was war das entspannt! Und so schnell! Von wegen drei Stunden vorher am Flughafen sein, Schlange am Gepäckaufgabe-Counter stehen, etc..ich sollte wirklich häufiger solche europäischen Kurztrips machen (sagte sie und hat den Flug nach Las Vegas schon gebucht *g*).

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Der Flughafen von Barcelona ist super an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden und ich habe gleich einen Tipp für euch. Statt mit einem der Busse oder der Metro zu fahren und viel zu viel Geld zu bezahlen, fahrt mit dem Zug. Der fährt ebenfalls zentrale Stationen an, braucht auch nicht länger und kostet wenn ihr euch eine 10-er Karte am Automaten direkt am Bahnsteig kauft, knapp 1€. So günstig und bequem bin ich selbst in Delhi noch nicht an den Flughafen gekommen 😉

Übernachtet habe ich einmal bei einem Couchsurfing-Host direkt in der Innenstadt, was grandios war und dann noch im Fabrizzios Terrace Youth Hostel. Ich mage beide Varianten, da man bei ersterem eben einen direkten Einblick in das Leben dort erhält, bei zweiterem aber unabhängiger ist und auch andere Reisende kennenlernt – somit war ein geteilter Aufenthalt genau das Richtige für mich. Das Hostel kann ich uneingeschränkt empfehlen, die Lage nahe der Sagrada Familia ist großartig, die Terrase traumhaft und die Tatsache, dass es den ganzen Tag über Kaffee und Frühstück gab, muss ich auch kurz erwähnen. Für einen nachmittäglichen Zwischenstop war die Lage ebenfalls super! Jetzt aber zu den Dingen, die ich mir den Tag über so angesehen habe, wobei ich mich heute mehr auf die Outdoor-Sachen fokussiere und morgen dann mehr auf die Museen eingehen werde!

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Natürlich war mein erstes Anlaufziel die Familia Sagrada von Gaudi, welche übrigens 2026 endlich fertig werden soll. Bucht euch die Tickets vorher im Internet (ich machte das einen Tag im Voraus), das kostet nicht mehr, erspart euch aber das lange Anstehen an der Kasse und das blöde Warten (man kann die Karten dort nicht für „sofort“, sondern nur für ein paar Stunden später erwerben). Ich habe mir noch einen Podcast über den Bau der Kathedrale heruntergeladen und mich dann circa 1,5 Stunden in ihr vergnügt. Das Lichterspiel durch die bunten Glasfenster ist traumhaft, durch die Bauarbeiten ist es aber doch sehr laut und die Masse an Menschen hat mich dann dazu veranlasst, mich erst an die Seite zu setzen und dann (mit nur einem Blick in das dazugehörige Museum aka ein Raum mit Schildern) das Gelände zu verlassen. Man kann auf die Türme per Aufzug hoch, das wollte ich aber nicht wirklich, Aussicht kriegt man auch anders!


Da es ein toller Tag war, entschied ich mich, von dort zu den Bunkers del Carmen hinaufzusteigen, was doch etwas anstrengend war, euch aber mit einem tollen Blick belohnt. Von hier kann man zum MUHBA Museum oder auch zum Park Guell (wo ich übrigens nicht war) laufen, ich habe aber einfach nur in der Sonne sitzend die Aussicht über die Stadt und das Meer genossen. Auf dem Rückweg legte ich dann eine erneute Pause im Parc de les Aigües ein und schaute den Papageien (!) zu – eine sehr ruhige, kleine Oase mitten in der Stadt!


Wer Natur mag, aber kein Auto hat, um die Umgebung zu erkunden, in den Parc Montjuic habe ich mich wirklich verliebt. Hier stehen so viele tolle Pflanzen (mein Kakteen-Herz hüpfte) und Bäume, man hat erneut grandiose Aussichten, es gibt aber auch einen Friedhof, einen Botanischen Garten, verschiedene Bauwerke und angelegte Parkanlagen sowie Museen zu entdecken. Ich hatte gar nicht genug Zeit, mir alles anzusehen (oder mit der Gondel zu fahren), aber sollte ich wieder nach Barcelona kommen, wäre das eine meiner ersten Anlaufstellen! Von dort kann man bequem zum Hafen laufen, sich das Maritime Museum, das Kolumbusdenkmal (der steht auch überall..) und das Einkaufszentrum Maremagnum anschauen. Nicht, dass ich letzteres unbedingt sehen wollte, ich musste einfach nur mal auf’s Klo und dass es da kostenloses WIFI gab, hat dann auch nicht geschadet. Einkaufen könnt ihr dort natürlich auch oder neben dran ins Aquarium gehen, das habe ich aber beides nicht getan.


Wenn wir jetzt schon am Meer sind, Barcelona hat natürlich auch einige Strände zu bieten und was war es toll, auch dort einfach hinlaufen zu können (hier kommt ihr an massig afrikanischen Straßenhändlern vorbei, die u.a. sehr schöne Tücher aus Indien anbieten). Begonnen habe ich am Barceloneta, wo ich mit ein paar alten Männern Domino spielte, den Möwen und glücklichen Hunden etwas zuschaute und dann mit einem Kaffee in der Hand weiterwanderte. Man kann gar ewig am Strand entlanglaufen, mein liebster Strand ist recht weit weg, nämlich der Playa de Llevant. Hier befindet sich auch das Museum Blau, welches ich architektonisch sehr spannend fand und wieder ein Einkaufszentrum, das Diagonal Mar, wo viele wegen Primark hinfahren.

Wenn ihr noch nicht genug gelaufen seid, kann ich euch noch den Parc de la Ciutadella ans Herz legen. Hier gibt es auch einen Zoo, den ich mir nicht angesehen habe, aber insgesamt ist der Park schön angelegt, man hat einen riesigen Brunnen, einen Teich, wo Leute Tretboot fahren, viel Grünfläche zum Liegen, Palmen und auch das katalanische Parlament, welches man sich von außen anschauen kann. Einen Triumphbogen findet man auch, mit welchem ich irgendwie nicht gerechnet hatte und somit verwirrt davor stand 😉


Barcelona ist eine erstaunlich grüne Stadt, ich war sehr überrascht, wie viele kleine und große Parks man findet, um einen kurze Pause zu machen, zu picknicken und sich in ein Buch oder einen Podcast zu vertiefen. Die Bewohner der Stadt waren sehr entspannt und immer zu einem kurzen Plausch bereit, wobei ich jederzeit mein holpriges Spanisch angewendet habe und dafür viel Lächeln zurückbekam (also keine Angst, man pocht nicht darauf, dass ihr Katalan sprecht). Da es noch kein Strandwetter war, saß ich dort auch immer ziemlich alleine, was sehr entspannend war und mit einem heißen Kaffee auch gar kein Problem, also Frühling als Reisezeit passt meiner Meinung nach super und es ist eben noch nicht zu überlaufen und überteuert!

So, das war es mit der heutigen Natur, morgen folgt dann die Kultur 🙂 Wenn ihr noch einen Park oder Strand in Barcelona entdeckt habt, der Erwähnung verdient, lasst es mich doch in den Kommentaren wissen!

[Reisen] Kurztrip nach Mailand #2

Hier kommt nun Teil 2 meines Mailand-Trips, wer sich den ersten Teil durchlesen mag, hier entlang! Beginnen wir historisch mal vorne, Mailand hat nämlich noch erstaunlich viele Ausgrabungen aus Zeiten der Römer zum Entdecken und das über die gesamte Stadt verteilt. War mir vorher nicht bewusst, fand ich sehr spannend anzusehen und auch das Archäologische Museum (kostenlos täglich ab 16.30h) sowie die sich nebenan befindende Kirche San Maurizio sind einen Besuch wert. Letztere hat mich aufgrund ihrer Farbenpracht an die Sixtinische Kapelle erinnert und die Zweiteilung der Kirche (damit die Nonnen nicht vom gewöhnlichen Volk gesehen werden konnten) war mal etwas anderes.

Natürlich will man das Letzte Abendmahl von da Vinci sehen, wenn man denn in Mailand ist. Hier muss man die Karten leider recht weit im Voraus buchen, ich hatte Glück, dass jemand eine Woche vorher wohl seine Karte zurückgegeben hat und konnte sie online für 12€ direkt kaufen, statt mit einer der überteuerten Touren doch noch irgendwie hineinzugelangen. Man muss zu einer bestimmten Zeit dann erscheinen, da alle 15 Minuten nur 30 Besucher hineingelassen werden und man hat dann ebenfalls nur 15 Minuten Zeit, das Kunstwerk sowie ein weiteres, was die Kreuzigung Jesu zeigt, zu bewundern. Manchmal gehen 15 Minuten ja so gar nicht rum, hier war es wirklich zu kurz, ich hätte da noch eine ganze Weile verbringen können. Die Seite, wo ihr das Ticket kaufen könnt, ist zwar nur auf italienisch, aber wenn ich das konnte, könnt ihr das auch, keine Angst.

Da sich die Gemälde nicht in der Kirche Santa Maria delle Grazie befinden, sondern neben ihr, lohnt es sich, diese Kirche davor/danach zu besichtigen. Ich habe da vielleicht aus Versehen einer Beerdigung beigewohnt, da ich lesend in der Bank saß und erst bemerkte, was um mich herum geschah, als die Türen zugeschlagen und der Sarg nach vorne getragen wurde. Auch eine sehr ungewöhnliche Erfahrung, da ich bisher noch nie auf einer Beerdigung war *klopf auf Holz*

Die Sforza Burg ist ein Museumskomplex, welcher schon an sich sehr sehenswert ist. Erneut ist der Eintritt ab einer Stunde vor Schließung frei und das habe ich ausgenutzt und mir direkt Die Unvollendete von Michelangelo angesehen. Hier war es recht voll, in den restlichen Museen auf dem Gelände war man aber ziemlich alleine und so wandelte man durch enge, dunkle Gänge, in denen sich schon da Vinci herumgetrieben hat und macht immer wieder lustige Entdeckungen. Leider war das Wetter nicht schön, sonst hätte ich hier auch ein kleines Picknick gemacht.

Zufällig erfuhr ich, dass im Mudec (dem ethnologischen Museum) aktuell eine Frida Kahlo Ausstellung zu finden ist und ach, ich konnte nicht nein sagen. Viele der Werke, die ich bewundern durfte, hätte ich sonst erst irgendwann in Mexico City gesehen und ich brauchte etwas zur Aufmunterung, also bin ich mit der Tram auf gut Glück hin und konnte mir vor Ort direkt ohne Anstehen eine Karte kaufen (so viel zu man MUSS vorbuchen). Lockere 2 Stunden habe ich mit Frida verbracht und auch wenn ich den Personenkult um sie nicht ganz nachvollziehen kann (bzw mag ich die Wandgemälde von Diego einfach mehr), war ich doch enorm glücklich, dass ich The Love Embrace of the Universe, the Earth (Mexico), Myself, Diego and Senor Xolotl endlich direkt bewundern konnte. Da ich (wieso auch immer) keinen Eintritt für das ethnologische Museum zahlen musste, sah ich mir das auch noch an, was auch nett war, aber jetzt kein einzelner „to do“-Punkt werden sollte, dafür war es dann doch zu klein.

Ebenfalls absolut beeindruckend ist der Mailänder Friedhof Monumentale, welchen ich mir an meinem letzten Morgen noch schnell auf dem Weg zum Bahnhof angesehen habe. Hier liegen nicht nur viele bekannte italienische Persönlichkeiten (Francesco Hayez habe ich besucht), sondern das Gelände ist einfach riesig und die Mausoleen, die dort stehen, lassen einen sprachlos zurück. Solche gigantische Bauten, in welche sehr viel Zeit und Überlegung investiert wurde, verrückt. Aber auch die normalen Gräber sind sehr aussergewöhnlich, teilweise sehr alt und die Atmosphäre ist sehr friedlich, hier hätte ich gerne noch mehr Zeit verbracht. Sollte ich noch einmal nach Mailand, steht neben Dom, La Scala und Pinacoteca di Brera der Friedhof an vierter Stelle, die ich erneut besuchen mag!

All die Kirchen, Straßenecken, kleinen Geschäftchen, die ich unterwegs so entdeckt habe, kann ich leider nicht namentlich nennen, aber Mailand ist dafür gemacht, zu Fuß erkunden zu werden. So stolperte ich zum Beispiel an der Wall of Dolls (eine Installation gegen Gewalt an Frauen) und einigen tollen Graffitis vorbei, welche einen guten Kontrast zum „alten“ Gefühl der Stadt gegeben haben und zeigen, dass sie eben im Heute angekommen ist. Achja, viele Italiener sprechen kaum Englisch, aber mit Händen/Füßen und viel Lachen kam ich immer durch, mal mit Latein, mal mit Spanisch und wirklich jeder war verdammt nett zu mir 🙂

Seid ihr auch schon in Mailand gewesen? Was hat euch besonders gut gefallen? Wenn ihr noch ein paar Tipps habt, schreibt sie doch in die Kommentare, da freuen sich bestimmt die anderen Leser (und ich notiere sie mir, sollte ich auch noch einmal hinkommen, man soll ja nie nie sagen).

[Reisen] Kurztrip nach Mailand #1

Über meinen Geburtstag habe ich mir vier Tage in Mailand gegönnt, eine Stadt, von der ich schon viel gehört, aber noch nie da gewesen war. Da ich mir für 2018 unter anderem reisetechnisch vorgenommen habe, etwas mehr von „meinem“ Europa zu entdecken und da war dies doch eine gute Wahl! Nach Milano bin ich dieses Mal mit dem Zug gefahren, was von Frankfurt aus 7,5 Stunden dauert und die Strecke durch die Schweiz ist traumhaft schön! Wenn ihr Zeit habt oder eben mal nicht fliegen wollt, kann ich euch das definitiv empfehlen. Gekostet hat mich die Fahrt einfach um die 70€ (in der ersten Klasse dank Sparpreis) und da kann man nicht meckern. Dass auf der Rückfahrt kurz vor Frankfurt ein Stellwerk kaputtging, was zwei Stunden Verspätung bedeutete, war ärgerlich, aber ach, ich hatte ja zum Glück keinen weiteren Termin mehr. Und auch wenn ich eigentlich keine Reiseführer lese, bevor ich in eine Stadt fahre, habe ich den Dumont Mailand-Reiseführer von Mama geschenkt bekommen und dann bei der Bahnfahrt eben doch noch ein paar spannende Sachen erfahren 🙂

In Mailand gibt es soooooo viel zu entdecken, dass man sich vorab einen groben Plan machen sollte und gegebenenfalls auch ein paar Sachen vorbuchen. Gewohnt habe ich in einem bezahlbaren Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad (30€) in der B&B Residenza Paradiso, welche zwar etwas außerhalb lag, aber da man entweder für 1,50€ in 25 Minuten mit der Tram in die Stadt fahren oder die 5 Kilometer laufen konnte, war das vollkommen in Ordnung. Die Residenz hatte mehr AirBnB-Flair und fühlte sich mehr danach an, dass ich eine große Wohnung für mich alleine hatte. Das war super 🙂 Über das Bidet im Zimmer musste ich auch erstmal herzhaft lachen, das stand da ziemlich planlos, aber hey, nach Indien kann mich so gar nichts mehr überraschen.

Mailand kann man herrlich zu Fuß erlaufen, die Sehenswürdigkeiten liegen nahe beieinander und wenn man doch einmal etwas länger laufen muss, findet man zig Kirchen auf dem Weg, die man sich auch noch ansehen kann. Ich glaube, in so vielen Kirchen wie ich in diesen vier Tage war, war ich in den letzten zehn Jahren zusammen. Aber da sie alle wunderschön anzusehen waren, wurde es mir einfach nicht langweilig! Zentral gelegen ist der Mailänder Dom, welchen man natürlich besichtigen kann. Besonders schön soll der Blick vom Dach aus über die Stadt sein, da bei mir das Wetter leider nicht mitgespielt hat, habe ich das aber nicht erleben können. Stattdessen lief ich zufällig daran vorbei, als es ein kostenloses Konzert von Bach (die Johannespassion) gab und habe mir dies zwei Stunden anhören können. Was durchaus ein einmaliges Erlebnis war, in solch einer Kulisse!


Vom Dom aus kann man durch die Galleria Vittorio Emanuele II (eine enorm luxuriöse Einkaufspassage, welche einen Besuch lohnt) zur La Scala Oper gelangen. Eine Vorführung dort anzusehen, stand ebenfalls auf meiner Liste und somit fand ich mich um 17.00h am Ticketschalter ein, wo man für die abendliche Vorstellung mit Glück noch extrem reduzierte Restkarten bekommen kann. Es dauerte zwar eine Stunde, bis ich meine Karte hatte, aber ich konnte mir am selben Abend dann für 11€ in der Empore vorne (mit Superblick) ein Ballett mit Stücken von Mozart und Mahler ansehen. Was absolut grandios war und ich kann jedem nur empfehlen, sich solche günstigen Restkarten zu besorgen, denn auch diesen Abend werde ich nicht vergessen!

Ebenfalls direkt am Dom befindet sich das Museo del Novecento, ein verdammt gutes modernes Kunstmuseum, welches jeden Tag die letzten zwei Stunden umsonst ist. Dieses habe ich mir angesehen, spannende, neue Künstler entdeckt und gleichzeitig tolle Ausblicke auf den Dom gehabt. Achja, das Museum für moderne Kunst (die letzten 60 Minuten ist der Eintritt umsonst) ist ebenfalls einen Besuch wert und liegt zwischen zwei ebenfalls sehr schönen Parkanlagen, wo man sich etwas von den vielen neuen Eindrücken erholen kann. In dem Museum befindet sich der einzige Van Gogh Italiens, welcher nicht in Rom zu finden ist und auch andere namenhafte Künstler wie Picasso und Gauguin findet man hier. Überlaufen waren beide Museen nicht, was sehr angenehm war. Natürlich musste ich auch in die Pinacoteca di Brera, da ich unbedingt „Der Kuss“ von Francesco Hayez und einiges von Bellini, Caravaggio, Mantegna und vielen anderen sehen wollte. Nebenan befindet sich wieder ein kleiner Park, welcher zum Verweilen einlädt.

Um euch nicht mit Ideen, was man in Mailand machen kann, zu überschütten, beende ich Teil 1 und morgen geht es dann mit dem zweiten Teil weiter, wo es unter anderem zum Letzten Abendmahl von da Vinci und der Unvollendeten von Michelangelo geht, aber auch zu Frida Kahlo und dem Ethnologischen Museum sowie dem absolut beeindruckenden Friedhof und ein paar weiteren Kirchen 🙂 Fazit bisher: Mailand ist absolut sehenswert, ich würde euch vier Tage raten, um euch in Ruhe alles anzusehen und wenn man sich etwas informiert, kann man auch sehr günstig rumkommen, wie ich es bei den Museen (und den kostenlosen Eintritten) oder der Oper und den reduzierten Tickets gemacht habe.

[Reisen] Ausflug ins Technikmuseum Speyer!

Der Februar war so gar nicht mein Monat, was meine Gesundheit anging und so lag ich primär in meiner Wohnung herum. Anfang März fiel mir dann aber doch echt die Decke auf den Kopf und so kam mein bester Freund vorbei und schnappte mich zu einem Ausflug ins Technikmuseum Speyer. Da er ebenfalls krank war, gaben wir ein super Team ab und verbrachten so 4 Stunden im Museum. Wer mehr Zeit hat, der Dom in Speyer ist ebenfalls sehr sehenswert!

Vorneweg, ich liebe Museen, aber Technikmuseen sind weniger meines, die Ausnahme war bisher das Deutsche Museum in München, welches mich nachhaltig begeistert hat. Sonst halte ich mich aber an Kunst oder Ethnologie..selten noch Naturkunde, aber Technik ist nicht mein Steckenpferd. Sind mein bester Freund und ich gemeinsam im Urlaub, teilen wir unsere Tage da auch immer etwas auf, sodass er sich seine und ich mir eben meine Museen anschauen kann. Neben dem Technikmuseum in Speyer gibt es noch ein weiteres in der Nähe, in Sinsheim, aber fragt mich nicht, was der Unterschied ist 😉

Das Technikmuseum hat einen Parkplatz, welcher 2€ kostet, was bei den 21€ (!!) Eintritt meiner Meinung nach aber mal locker drin sein dürfte. Nungut, dafür hatten wir den Eintritt in das IMAX-Kino, welchen wir dann auch nutzten und uns einen Film über die Unterwasserwelt Neuguineas ansahen. Mir wurde dieses Mal auch trotz sich bewegender Leinwand nicht schlecht, aber allzu spannend war der kindgerechte Film nicht, da hätten auch dreißig Minuten gereicht – oder wir hätten uns für die National Geographic Reportage über Jerusalem, die später lief, entscheiden sollen. Das Museum besteht aus dem Hauptgebäude, wo man Eintrittskarten, Souvenirs, Arkaden, das Kino, ein Kiosk sowie die erste riesige Ausstellungshalle mit Fahrzeugen aus jeglichen Epochen hat. Diese Halle kann aus Denkmalschutz nicht geheizt werden, somit bringt euch dicke Sachen mit, es war gut kalt. Hier haben mir die Erklärungen etwas gefehlt, man konnte sich auch nicht in die Autos setzen etc und ja, das war etwas langweilig.

Dann ging es in den Innenhof, wo man in Hubschrauber, Flugzeuge, Schiffe und ein Uboot klettern konnte und das hat um Welten mehr Spaß gemacht! Wir haben zwar beide mit Höhenangst gekämpft, aber es war spannend, sich mal in einen Helikopter zu setzen..und ganz vielleicht habe ich mich in einem russischen Flugzeug, einem Antonov, so gekonnt hingesetzt, dass erst einmal die Bank unter meinem Gewicht zusammenbrach (was ich im Hinterkopf behalte, sollte ich mal mit Aeroflot fliegen müssen).

Danach ging es in die Raumfahrt-Halle, wo wir uns ein Space-Shuttle, das russische BURAN und z.b. den Nachbau der ISS angeschaut haben. Ansonsten hatte diese Halle noch sehr viel mit Motorrädern, was wir jedoch weniger spannend fanden. Somit ging es in den Hangar 10, das Restaurant des Museums, wo ich mir Kaffee (2,40€) und eine Portion Pommes (2,50€) gönnte. Preislich in Ordnung, kulinarisch kein Hochgenuss. Anschließend ging es noch über den Parkplatz in das Museum Wilhelmsbau und wer Kuriositätenkabinette mag, wird es lieben! Auf vier Etagen gibt es eine bunte Zusammenstellungen von Puppen, Kleidung, Musikinstrumenten, ausgestopften Tieren und aktuell einer skurrilen Lindenstraßen-Ausstellung..hier musste ich herzhaft lachen, so absurd war es 🙂

Allerdings gab es hier wirklich viel zu entdecken und auch die nicht ganz so technikaffinen Besucher finden bestimmt ein paar spannende Sachen. Für das Maritimmuseum hatten wir – obwohl es nur ein Raum war – dann leider keine Zeit mehr. Dafür, dass es ein Samstagmittag war, muss ich sagen, war sehr wenig los, wir mussten nie anstehen oder irgendwo warten. Das könnte aber daran gelegen haben, dass es der erste schöne Tag Anfang März gewesen ist und wahrscheinlich alle lieber die Sonnenstrahlen genossen haben.

Insgesamt hatten wir ein paar schöne Stunden, aber allein wegen dem Preis würde ich nicht noch einmal hingehen, das ist einfach zu teuer. Bedenkt man, dass man als Familie hingeht, hat man locker 50€ nur an Eintritt weg und nee..da gehe ich doch lieber in drei Kunstmuseen für den Preis 🙂 Sollte ich aber mal wieder in der Nähe sein, würde ich mir die Stadt Speyer mal genauer ansehen – da habe ich Jahre in Heidelberg gewohnt, habe es aber nie hingeschafft, da ich immer an der Uni oder auf irgendeiner Party am Wochenende war.

Seid ihr schon einmal im Technikmuseum gewesen? Wie hat es euch gefallen? Falls ihr Tipps für Museen in Barcelona und Madrid habt, nur her damit, da bin ich nämlich gerade unterwegs!

[Reisen] Exil im Winter-Wonderland!

Gerade geht es hier etwas ruhiger zu, da ich in der finalen Endphase (also so richtig!) meiner Dissertation stecke und für wenig anderes Zeit und Gehirnkapazität habe. Gesetzt habe ich mich somit schon ins Exil, kein Witz, meine temporäre Bleibe liegt am Waldrand auf einem Berg und hier läuft einem einfach mal ein Fuchs vor der Tür vorbei 😉 Drei Wochen habe ich noch und immer, wenn Panik, Schreibblockade oder andere Komplikationen wie Kopfschmerzen kommen, laufe ich einfach durch den Wald! Höhentraining also quasi auch noch. Und damit es hier etwas zu sehen gibt, könnt ihr mich bei meinem täglichen Spaziergang bei Heidelberg gleich mal begleiten!

Genug Winter hatte ich für dieses Jahr dann auch, wobei ich diese klare Luft echt vermisst habe. Also dann, drückt mir die Daumen, dass ich hier nicht durchdrehe 🙂 Und sollte wer einen Tipp für eine besonders tolle Wanderstrecke bei Heidelberg haben, gerne her damit!