Schlagwort: amerikanische Serien

[Sehenswert] The Bridge America / The Americans / Between / The Bronze

Serienjunkie? Ich? Absolut! Seit mein bester Freund seinen Netflix-Account mit mir teilt, ist es auch nicht unbedingt besser geworden und ich konnte ein paar Serien durchschauen oder anfangen, die ich schon ewig sehen wollte. Nicht, dass das meine Liste sonderlich verringert hätte und hey, am 25. November kommt die neue Gilmore Girls (aus vier 90-minütigen Episoden bestehende) Staffel heraus..hach, ich freu mich! Bis zur Zwischenzeit hoffe ich, vielleicht doch noch gute Dramaserien zu entdecken, gerade halte ich mich mit The Fosters über Wasser, was nicht schlecht, aber auch nicht das Nonplusultra ist. Empfehlungen nehme ich gerne entgegen!

THE BRIDGE AMERICA (2013)

Hier haben wir eine amerikanisch-mexikanische Version der ursprünglich dänisch-schwedischen Krimiserie „The Bridge“. Diese habe ich noch nicht gesehen und muss mal mit der ersten Folge anfangen, um zu sehen, ob es „unterschiedlich“ genug ist, diese auch noch zu schauen. Wobei ich mir da recht sicher bin, denn in meiner Version geht es um die Grenze zwischen Mexiko mit den Themenschwerpunkten Drogen, Korruption und Kartellgewalt sowie die vielen verschwindenden Frauen aus Juarez – das kann ich mir für die skandinavische Version irgendwie nicht so vorstellen. Die Serie ist sehr grafisch, sehr brutal und nichts für schwache Nerven, ich warne euch vor. Für mich ist das kein „juhu“-Punkt, für die Story hier aber einfach essentiell, da es auch in der Realität so ist. Die beiden Hauptdarsteller Diane Kruger (als amerikanischer Detective Sonya Cross aus El Paso) und Demian Bichir (als mexikanischer Detective Marco Ruiz) spielen einfach nur grandios, besonders Kruger hat mich umgehauen, da ich nicht wirklich hohe Erwartungen an sie hatte! Sehr facettenreiche Charaktere, auch die Nebenrollen sind gut enorm besetzt und man schwankt ständig zwischen (Anti-)Sympathien und Miss-/vertrauen, was einfach Spaß macht! Ebenfalls sehr gut finde ich, dass spanisch gesprochen wird und man einfach Untertitel bekommt, hier nimmt man nebenbei auch gleich noch ein wenig neuen Wortschatz mit. Wer weiß, wann man mal korrupter Grenzbeamte bestechen muss oder einen Drogendeal verhandeln – nach der Serie könnte man es auf jeden Fall! Cliffhanger gibt es bei fast jeder Folge und man muss einfach weiterschauen. Zum Ende der ersten Staffel hin denkt man, dass es nur eine Staffel gäbe und die hätte auch gereicht, denn die zweite Staffel ist zwar auch gut, aber eben nicht so genial wie die erste Staffel.

THE AMERICANS (2013)

Diese Serie steht seit drei Jahren auf meiner „to watch“-Liste, da ich nur Gutes über sie gehört habe und somit waren meine Erwartungen echt hoch. Die Thematik „KGB-Spionage in den USA zu Zeiten des Kalten Krieges“ klang für mich zwar interessant, aber irgendwie nicht soooo fesselnd, dass ich die Episoden nur so durchschauen würde. Die Serie dreht sich um das Ehepaar Elizabeth und Philip Jennings, die ein Coverleben als glückliche Vorstadtamerikaner mit zwei Kindern führen, die nichts über die wahre Identität ihrer Eltern wissen. Es wird sowohl dieses „Alltagsleben“ thematisiert als auch die Schwierigkeit, was es bedeutet, eine falsche Identität zu leben und sich irgendwie auch in ihr wohlzufühlen. „Philip“ würde nämlich am liebsten den Spionage-Job an den Nagel hängen und dieses falsche Leben Realität werden lassen, doch da hat er die Rechnung ohne die patriotisch Einstellung von „Elizabeth“ für ihr Heimatland gemacht. Kompliziert wird ihr Leben durch den Einzug eines FBI-Agentens im Nachbarhaus (natürlich!), welcher KGB-Agenten aufspüren soll. Ich bin noch immer in der ersten Staffel, die ich gut finde, aber das Erzähltempo ist etwas langatmig und wie erwartet, fesselt mich die Serie nicht ungemein. Für verregnete Sonntage (Berlin, was ist das denn für ein Sommer?!) funktioniert sie allerdings sehr gut, ob ich sie komplett durchsehen werde, ist allerdings fraglich – noch bin ich emotional nicht allzu sehr an die Charaktere gebunden (irgendwie funktioniert Keri Russell in dieser Rolle nicht für mich).

BETWEEN (2015)

Die Bewohner der kanadischen Stadt Pretty Lake beginnen ohne ersichtlichen Grund zu sterben. Die Regierung beschließt daraufhin, den Quarantänezustand auszurufen und niemandem mehr hinein oder hinaus zu lassen. Es kristallisiert sich nach und nach heraus, dass alle Bewohner über 21 gestorben sind und die Jugendlichen/Kinder, die noch dort sind, müssen beginnen, ihr neues Leben in dieser abstrusen Situation anzunehmen. Insgesamt gibt es zwei Staffeln a sechs Episoden (44minütig), wovon die erste Staffel so fesselnd war, dass ich ein Wochenende beschäftigt war. Es war eher wie ein dystopischer Film und hatte Tendenzen zu Battle Royal. Als es dann vom „neuen Alltag der Jugendlichen“ in die Verschwörungstheorien und in die zweite Staffel überging, schwächelt die Serie meiner Meinung nach und auch das „hier können wir eine dritte Staffel anbringen“-Ende fand ich nicht so pralle. Aber per se fand ich die Idee gut und hätte diese Serie sogar lieber als Buch gelesen.

THE BRONZE (2015)

Auch wenn ich nur selten Filme schaue, The Bronze mit Melissa Rauch (die ich in The Big Bang Theory liebe) musste ich sehen, nachdem ich zufällig über den Trailer stolperte. Als ehemaliges Turnkind habe ich eine Schwäche für Filme/Serien, die in diesem Bereich angesiedelt sind und in dieser Kombination aus Drama/Satire/Komödie war es auch genau mein Ding! Wir haben die ehemalige Olympionikin und „Stolz ihrer Stadt“ Hope, die nach ihrer vorzeitig beendeten Karriere nicht wirklich wieder in der Realität anzukommen scheint. Statt neue Pläne zu schmieden, verbringt sie die Tage in der Mall oder im Bett, bestiehlt ihren Vater und lässt sich von den Restaurantbesitzern der Stadt durchfüttern. Um an Geld zu kommen, lässt sich sie schließlich überzeugen, eine neue Turnhoffnung in der Stadt zu trainieren und daraus besteht eine recht dysfunktionale Trainer-Turner-Beziehung. Der Film startet etwas langsam, gebt ihm eine Chance und stört euch nicht an der etwas „starken“ Ausdrucksweise und plötzlicher Nacktheit von Hope, das funktioniert hier erstaunlich gut. Melissa Rauch spielt eine großartige, so facettenreiche Rolle und ich hoffe, noch mehr solcher Auftritte von ihr zu sehen!

Wir haben also Kriminalität in Mexiko, Spionage während des Kalten Krieges, ein Massensterben und eine gefallene Heldin – ich sollte echt lustigere Dinge ansehen, wobei ich bei The Bronze durchaus häufiger mal laut lachen musste (aber ich mag schwarzen Humor eben). Wenn ihr Serienempfehlungen habt – die nicht unbedingt in diese Genres passen müssen – nur her damit! Gerade redet ja jeder von Stranger Things, mal sehen, ob ich mich hierzu überwinden kann (ist nämlich eigentlich nicht wirklich mein Geschmack). Hat es wer von euch schon gesehen?

[Sehenswert] Momentane Serien-Lieblinge

Während man die Filme, die ich dieses Jahr bisher gesehen habe, an einer Hand abzählen kann, bin ich was Serien betrifft, seeeeehr viel mehr motiviert. Es gibt aber auch einfach viel zu viele gute Serien (in den USA), die man gesehen haben muss. Doch stehen auch auf meiner Liste noch einige Klassiker wie „The Sopranos“ und „The Wire“, die ich noch nicht gesehen habe..aber das kommt noch. Zur Zeit bin ich gerade mitten in den folgenden Serien gefangen bzw habe sie gerade „beendet“:

SUITS

Anwalttserien habe ich früher sehr gerne gesehen, besonders Ally McBeal und natürlich Boston Legal. Da ich zunächst dachte, dass Suits nur ein schlechter Abklatsch von letzterer sei, habe ich die Serie seit 2011 beharrlich ignoriert. Da sie nun auch in Deutschland läuft (ich habe keinen TV, also keine Ahnung auf welchem Sender), schwärmten mir nun einige Freunde hiervon vor und ich habe dann auch mal reingeschaut. Natürlich im Originalton, sonst hänge ich mich wieder zu sehr an der schlechten Übersetzung auf und war amüsiert. Es ist keine Serie, die man folgenweise runtergucken muss, dazu ist es doch zu „eintönig“ (verrückter Fall, der gelöst werden muss durch schlaues Schachspiel der Anwälte), aber die Serie unterhält und kann angesehen werden 😉 Für kurzweilige Unterhaltung kann ich sie empfehlen, oder eben für jemanden, der Serien nicht unbedingt konsequent schauen mag; hier kann man durchaus mal ein paar Folgen auslassen und weiß trotzdem noch, worum es geht. Zwar keine Innovation von der Story her, aber es ist endlich mal wieder eine Anwaltsserie in meinem Leben, die Spaß macht!

HOUSE OF CARDS 

Wenn ihr diese Serie anfangt, nehmt sie euch an einem freien Wochenende vor, denn ihr werdet Folge für Folge verschlingen! So ein Suchtpotenzial hatte ich seit Homeland nicht mehr! Kevin Spacey ist grandios, man hasst ihn, trotzdem ist er einem irgendwie sympathisch und die Serie überrascht. In der zweiten Staffel House of Cards es zwei Folgen (1 & 11), in denen ich es so habe nicht kommen sehen und einfach nur hin und weg war! Hier hatte der Schreiber keine Angst vor Veränderung, würde ich mal nebulös formulieren. Das Format mit dem direkten Ansprechen des Zuschauers ist ebenfalls sehr toll, auch die Musik und ach..das ganze Thema der Intrige und dem Kampf um Macht in der amerikanischen Politik ist irre spannend und ich kann es jedem nur empfehlen. Sehr lustig war auch ein Selbstversuch einiger amerikanischer Politiker, die Sätze aus der Serie an ihren Kollegen ausprobieren (ich versuche mal den Artikel zu finden und euch einzubinden). Bisher mein Serienhighlight 2014 und ich bin schon enorm gespannt, mit was Netflix als nächstes um die ecke kommen wird!

SCANDAL

Wir sind wieder in Washington und ebenfalls wieder in der Politik; mittlerweile drei Staffeln Scandal habe ich mehr oder weniger hinter mir und auch wenn einige Sachen sehr konstruiert und unglaubhaft wirken, die Hauptperson Olivia Pope zieht mich immer wieder in ihren Bann und ich will einfach wissen, wie es weitergeht. Die erste Staffel war enorm spannend, die zweite plätscherte etwas dahin und auch die jetzige dritte Staffel ist solide, aber nicht enorm suchterzeugend. Was durchaus in Ordnung ist, da man ja nicht Zeit hat, jeden Tag 5 Stunden irgendwelche Serien zu sehen, sondern sich mit einer gut begnügen kann. Die einzelnen Folgen haben oft ein recht identisches Schema, wie auch Suits, aber da man weiß, was man bekommt, sehe ich sie mir eben dann an, wenn ich darauf Lust habe. Ich hoffe allerdings, dass die momentane Staffel noch etwas an Spannung gewinnt, Potential dazu ist nämlich vorhanden und ich hoffe, dass der Plot in diese Richtung weiter ausgebaut wurde. Ich bin gespannt!

Neben diesen Serien schaue ich im Moment auch noch Grey’s Anatomy, Hart of Dixie und The Vampire Diaries..aber da diese Serien bestimmt eh schon jedem bekannt sind, erwähne ich sie nur mal der Vollständigkeit halber im Nebensatz. Die sind alle ganz gut für’s Herz und wenn man mal wieder etwas Mitleiden will (besonders Grey’s Anatomy funktioniert da bei mir hervorragend).

Was schaut ihr euch momentan sehr gerne an? Könnt ihr mir eine (sehr gerne wenig bekannte) Serie empfehlen? Ich würde hier sehr gerne auch deutsche Serien vorstellen, aber irgendwie gibt es die zu meinem Geschmack passend nicht 🙁

Sehenswert: Girls

HBO macht immer wieder sehr gut Serien und gibt auch Serien eine Chance, die vielleicht nicht den Allgemeingeschmack treffen oder einfach vom Thema nicht für jeden passend sind. Die Serie Girls ist so ein Experiment gewesen, welches so erfolgreich war, dass Lena Durham sofort eine zweite Staffel hinterherwerfen durfte. Wobei ich gestehen muss, dass die zweite Staffel mir bisher nicht sonderlich gut gefällt, sie ist deutlich schwächer.

Es geht um das Leben von vier Freundinnen in New York, welches komplett konträr ist zu dem der Personen aus z.b. Gossip Girl und Sex and the City. Hier ist alles weniger „schicke“, die Klamotten sind trotzdem oftmals toll, aber eben nicht von Chanel etc..sondern sie sehen eher so aus, wie es sich das Mädchen von nebenan leisten kann. Auch gibt es hier keine fancy Wohnungen, Traumjobs etc..sondern man sieht, wie die vier versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen und oftmals gnadenlos scheitern. Die Serie ist für mich besonders durch ihre Musik hervorgetreten und die kurzen Folgen kann man schnell gucken 😉 Klar gibt es immer Charaktere, die einem sympathischer sind – hier muss ich ehrlich gestehen, dass ich keinen „Liebling“ habe, sondern alle faszinierend finde. Wer also mal etwas „anderes“ sehen mag, ich füge hier mal den Trailer bei, der zwar vieles aus dem Zusammenhang reisst (wie immer halt), aber auch einen guten ersten Eindruck vermittelt..ich wollte danach auf jeden Fall sofort losgucken 🙂

Wenn wer eine ähnliche Serie auf Lager hat, ich suche immer nach Neuem!

(Dank dieser Serie habe ich übrigens erst Robyn entdeckt – ihr Lied „Dancing on my own“ eines meiner absoluten Lieblingslieder lief nämlich am Ende einer Folge in einem so traurig-herzzereissenden Moment..grandios!)