Schlagwort: Urlaub in Deutschland

[Reisen] Tagestrip nach Düsseldorf!

Getreu meinem „ich muss mehr von Deutschland und Europa entdecken“-Vorsatz, fuhr ich die Woche nach Düsseldorf. Zwar bin ich schon ein paar Mal in der siebtgrößten Stadt Deutschlands gewesen, jedoch immer nur für Events und kenne sie somit nicht wirklich. Da meine beste Freundin dort gerade arbeitstechnisch unterwegs war, fuhr ich von Frankfurt aus mit dem Flixbus morgens hin und am nächsten Tag am frühen Abend wieder zurück. Dieser etwas über 24-Stundentrip hat mich mit dem Bus insgesamt 20€ gekostet und da kann man nicht meckern!

In Düsseldorf selbst lief ich vom Bahnhof (soooooo viele tolle türkische Bäckereien und lecker klingende asiatische Restaurants) natürlich erst einmal zur Rheinpromenade. Eigentlich wollte ich den Medienhafen erlaufen und die vielen architektonischen Wunder dort bestaunen, aber da es bitterkalt war und schneite, habe ich das dann gelassen. Stattdessen lief ich die Rheinpromenade entlang zur Altstadt, schaute ein paar Schiffen beim Vorbeifahren zu und kann mir gut vorstellen, wie schön das im Sommer ist. Hier habe ich dann gleich noch ein Riesenrad entdeckt, seit dem London Eye sprießen die ja wie Pilze aus dem Boden 😉

Durchfroren ging es dann erst einmal in die St. Lambertus Basilika und von dort weiter in die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Letztere kann ich euch nur an’s Herz legen, anhand vieler Einzelschicksale von Kindern wird das (Er)Leben des 3. Reiches präsentiert und gezeigt, wie sich dies in der Stadt gestaltete. Keine leichte Kost, aber sehr gut aufgearbeitet und ich habe bestimmt zwei Stunden hier verbracht.

Danach lief ich einfach ein wenig durch die kleinen Gassen, kam am Rathaus und verschiedenen Statuen (Radschläger-Skulptur, Jan-Wellem-Reiterbild etc) vorbei, bis ich auf die stolperte. Ihr wisst, ich gebe mein Geld lieber für Reisen und Erfahrungen aus, somit kann ich mit Chanel, Dior etc wenig anfangen. Aber ich wollte wenigstens einmal dagewesen sein.

Am Abend gingen wir sehr lecker indisch essen im Taj Mahal (esst das vegetarische Thali!) und verbrachten den restlichen Abend dann im Hotel, da wir nicht unbedingt Biertrinker sind, die durch die Altstadt ziehen. Aber das kann man hier sehr gut, denn Kneipen gibt es gefühlt an jeder Ecke! Eine sehr gute Falafel habe ich am nächsten Tag bei Cigköftem gegessen und sonst habe ich eigentlich nur Sesamringe aus der Bäckerei und Kaffee konsumiert 😉 Düsseldorf ist übrigens ganz schön teuer, ich warne euch mal vor! Selbst auf dem Markt waren die Preise teilweise abstrus..7€ für Falafel!

Am nächsten Morgen wollte ich früh mit den Museen starten, wurde von den Öffnungszeiten aber etwas ausgebremst. Am Ende sah ich mir dann das Stadtmuseum, das Geburtshaus von Heinrich Heine, die Kunsthalle und die Kunstsammlung an. Was Spaß gemacht hat, aber ich bin noch etwas verwöhnt von den Museen in London, welche ich die Woche zuvor erleben durfte und somit kam ich zu dem Fazit „nett“, aber unbedingt sehen muss man hier nichts. Leider war das Wetter nicht spaziergangspraktikabel, somit habe ich mir nicht den Japanischen Garten angesehen, empfehle ihn euch aber einfach mal, denn ich glaube, der ist wunderbar! Um kurz vor 6 fuhr mein Bus dann schon wieder und ich war zurück in Frankfurt.

Düsseldorf-Fazit: nett, man kann problemlos 1-2 Tage ohne Langeweile herumkriegen, im Sommer ist es bestimmt super an der Rheinpromenade und die Gärten machen mich neugierig. Sollte ich noch einmal die Zeit haben oder es auf dem „Weg“ liegen, würde ich mir sehr gerne den Medienhafen noch ansehen und im Botanischen Garten vorbei huschen. Und bei Sattgrün essen, hier gibt es ein veganes Buffet, welches super aussah, aber die Filialen waren so voll und ich hatte keine Lust zu warten, bis ein Tisch frei wird.

Habt ihr noch ein paar Düsseldorf-Tipps? Wie gefällt euch die Stadt?

[Reisen] Kurztrip nach Bamberg!

Letztes Wochenende war ich gemeinsam mit meinem Opa und meiner Mama in Bamberg, einer Ecke Deutschlands, die ich bis dato noch nicht kennenlernen durfte. Bisher hatte ich es nämlich nur für einige Stunden nach Würzburg geschafft (dort ist die Residenz sehr sehenswert). Gestartet haben wir unseren Roadtrip in der Nähe von Aschaffenburg und sind auf Landstraßen durch den Spessart gefahren. Wenn man Zeit hat, ist das durchaus sinnvoll, da es einfach so viel spannender als die Autobahn ist und man durch wunderschöne, wenn auch tierlose, Natur fährt. Gehalten haben wir in Gemünden am Main, wo wir kurz durch die historische Altstadt schlenderten und dann am Marktplatz im Cafe Maxl Bäck stoppten. Wer Fachwerk und alte Stadtmauern liebt, das kleine Städtchen ist genau eures! Da der Main direkt vor der Tür ist, könnte man sich auch dort in Biergärten setzen, wir waren jedoch mehr auf Kaffee und handgeschlagene Brezeln gepolt.

Zunächst ging es nicht direkt nach Bamberg, sondern in die Ortschaft Baunach, welche circa 15 Kilometer entfernt liegt. Denn hier lag unsere Unterkunft, das Gästehaus am Sonnenberg. Die Besitzerin ist ein absoluter Schatz, so freundlich und hilfsbereit und man geht hier einfach diesen Service-Extraschritt, damit der Gast sich wie zuhause fühlt. Wir haben uns sofort wohlgefühlt und das dörfliche, ruhige Idyll genossen – besonders ich, da mich meine drei Baustellen vor meiner Berliner Wohnung echt in den Wahnsinn treiben. Man wohnt quasi über/unter den Besitzern in frisch renovierten Zimmern und hat sein eigenes Bad und eine Küchenecke, wo man sich Kaffee/Tee zubereiten kann. Besonders schön ist der Balkon, auf dem wir den Nachmittag verbracht haben.

Baunach

In Baunach selbst kann man nicht soooo viel unternehmen, wir haben den Mittagsschlaf meines Opas genutzt und uns einmal das Schöner Leben Outlet angesehen, welches viele nette Sachen hatte, aber ich habe mir abgewöhnt, Sachen zum Hinstellen zu kaufen, nur weil sie eben schön aussehen. Für Leute, die auf Deko stehen oder sich gerne mit Handarbeit beschäftigen, ist das aber bestimmt besuchenswert. Dann kann man noch einen Naturlehrpfad um den Südsee laufen, welcher knapp 4 Kilometer lang ist. Das taten wir, doch bis auf die vielen Schwäne am See und kleinen Fische am Main gegenüber, sah man dort jetzt keine überragende Natur. Gegessen haben wir in Baunach einmal im Obleyhof, was von der Atmosphäre echt historisch war. Das Essen war Hausmannskost, ich bekam Pfannkuchen, die wie bei meiner Oma schmeckten und es war sehr günstig. Bestellt nur keine „süße Apfelsaftschorle“, da kippen sie barbarisch Limo mit Apfelsaft zusammen, statt Most mit Wasser, wie ich es dachte. In der Brauerei Sippel gab es für uns im Biergarten Abendessen und besonders mein Opa war von seiner Wurst- und Käseplatte begeistert. Man sitzt hier schön entspannt unter Bäumen und die Bedienung war sehr freundlich. Ebenfalls wieder enorm günstig, ich war verwirrt, da ich Bayern per se teurer in Erinnerung hatte.

bamberg

Jetzt aber mal zum eigentlichen Reiseort Bamberg: das Städtchen hat eine tolle Atmosphäre, die alte Innenstadt mit vielen Fußgängerzonen zieht sich über zwei Flüsse (die Regnitz teilt sich hier) und man sieht ständig eine Kirche oder ein anderes altes Gebäude. Mit dem Dom, der Neuen Residenz und dem Kloster St. Michael hat man auch ständig etwas Hübsches in der Ferne zu bewundern. Man kann sich hier wunderbar treiben lassen und auch wenn es vor Parkhäusern und Anwohnerparkplätzen nur so wimmelt, man findet doch auch immer noch eine Möglichkeit, sein Auto innenstadtnah kostenfrei abzustellen (ich parkte in der Schlüsselstraße). Wir besichtigten den Dom zuerst, welcher definitiv sehenswert ist, auch wenn man nicht gläubig ist und wegen Papst Clemens oder dem Nagel, mit dem Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, kommt. Danach schauten wir uns gegenüber in der Bibliothek eine Sammlung alter Schriften an, die ebenfalls sehr eindrucksvoll war – hier kamen wir nur durch Zufall hin, denn es war nicht sonderlich beworben. Im Anschluß erholten wir uns etwas im Rosengarten der Neuen Residenz, wo ein wahres Blumenmeer mich nasal fast überforderte. Die Aussicht von hier auf Bamberg ist absolut spitze! Sehr interessant zu betrachten, ist das Alte Rathaus, welches auf einer Brücke über der Regnitz thront und auf den ersten Blick so fehl am Platz wirkt. Man gewöhnt sich dann aber doch daran und es ist ein Anblick, den man definitiv nicht mehr vergessen wird. Für die Altenburg, welche über Bamberg wacht, hatten wir leider keine Zeit mehr, sollte ich aber noch einmal herkommen, steht diese ganz oben auf der Liste!

bamberger Dom

Essenstechnisch wird man in Bamberg überfordert, es gibt einfach so viele Möglichkeiten! Besonders Brauereien sind an jeder Ecke und man sollte das Rauchbier (welches nach Schinken schmeckt) einmal probiert haben. Ich trinke kein Bier, weder Mama noch Opa fanden es jetzt sonderlich gut, aber hey, es war eine Erfahrung. Da wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir in Klein Venedig oder doch mittendrin essen wollten, ging es schlussendlich zur Brauerei Schlenkerla, wo wir gerade noch einen Tisch bekamen. Das Essen war typisch fränkisch und ebenfalls wieder reichlich. Die vegetarische Option war eine Ofenkartoffel mit Sour Cream und Salat, die in Ordnung, jetzt aber kein kulinarisches Highlight war. Die Wurstplatte meines Opas war übertrieben viel – hier hätten auch zwei Personen von essen können. Zum kleinen Snack zwischendurch ging es noch zum Bäcker Fuchs, um die Bamberger Backspezialität Ahornla zu probieren. Schmeckt im Grunde wie ein sehr knuspriges Croissant!

Kloster St Michael

Rosengarten Bamberg

Auch wenn es auf den Bildern nach Weltuntergang aussieht, Bamberg ist eine „Draußensitz“-Stadt, überall sind Tische aufgestellt und besonders auf den Brücken sammelt sich die Menge, um den Abend zu genießen. Wir sahen hier kurz einigen Kajakfahrern zu, die sich der Strömung entgegenstellten und schlenderten dann weiter durch die Innenstadt. Einkaufswütige kommen hier bestimmt auch auf ihre Kosten, es reiht sich Geschäft an Geschäft an Geschäft – nur die Briefmarken waren Samstagmittag schon ausverkauft. Wer es sportlicher mag, Radfahrer trifft man an jeder Ecke, es muss also ein paar schöne Touren rund um die Stadt geben, doch dafür war es einfach zu heiß!

Wer einen Kurztrip für Erholung und Kultur sucht, dem kann ich das kleine Bamberg sehr ans Herz legen. Besonders, wenn man wie wir außerhalb schläft und in der Natur so richtig ausspannen kann und dann eben immer schnell reinfährt, wenn man etwas entdecken mag. Zwei Tage sind meiner Meinung nach genau richtig, da alles so nah beieinander liegt und man ohne zu hetzen, von A nach B und C laufen und zwischendurch lecker essen kann. Nicht ganz mit Berlin zu vergleichen, wo ich manchmal 40 Minuten Bahn fahre, bis ich am Ziel bin 😉 Überrascht wurde ich von der fränkischen Küche, die zwar per se nichts vegetarisches zu haben scheint, doch gab man sich überall Mühe und ich fand immer etwas. Ebenfalls überrascht – ich muss es noch einmal erwähnen – war ich von den gastronomischen Preisen, die einfach sooo günstig waren und auch dass viele Sehenswürdigkeiten wie der Dom keinen Eintritt gekostet haben, sehr sympathisch!

Seid ihr schon einmal in Bamberg oder der Ecke gewesen? Für meinen Opa geht es in Kürze nach Regensburg, für mich in zwei Wochen nach Kopenhagen/Malmö, was kilometertechnisch sogar kürzer ist *g* Ich bin schon gespannt, wie ihm diese Stadt gefallen wird und nehme mir vor, dieses Jahr auch noch mindestens eine deutsche Stadt zu besichtigen und nicht immer nur in die Ferne zu schweifen! 

[Reisen] Kurztrip nach Rügen!

Von Berlin aus ist es nicht allzu weit bis ans Meer und somit haben wir das letzte lange Wochenende genutzt und haben uns auf zur größten, deutschen Insel gemacht. Für mich war es das erste Mal Rügen, bisher hatte ich es nur bis nach Stralsund geschafft und das musste geändert werden. Die Stadt (mit dem Ozeaneum) kann ich euch für ein Wochenende aber auch empfehlen, mir gefiel es dort gut und es gibt auch einiges zu tun. Da dieses Mal aber Meer und Erholung im Vordergrund standen, tankten wir dort nur kurz und machten uns auf zur Rügenbrücke!

Kap Arkona

Wir hatten uns überlegt, einen Tag im Norden und einen Tag im Süden der Insel zu verbringen. Gebucht haben wir unsere Unterkünfte über Booking.com, wo ich seit Jahren schon buche (und nein, das ist kein bezahlter Post *g*), da die Preise eigentlich immer die günstigsten sind, die ich so finde und man oft bis 18.00h am Anreisetag noch kostenlos stonieren kann. Da wir etwas auf den Preis achten mussten, schliefen wir eine Nacht in Lohme im Am Ostseegarten (71€ für’s Doppelzimmer) und eine Nacht in Bergen im Gesellschaftshaus (64€ für’s Doppelzimmer mit Frühstück). Wirklich grandios waren beide Unterkünfte nicht, aber da wir eh nur zum Schlafen dort waren, war das abgewohnte, etwas lieblose Flair ok. Besonders in Lohme war die Lage soooo toll, man hatte einen wunderbaren Blick auf das Kap Arkona und der Sonnenuntergang war verzaubernd. Warum die Besitzerin keine Stühle auf die Terrasse gestellt hat, dass man sich hier gemütlich ein paar Stunden hinsetzen kann, ich weiß es nicht. Schade!

Kap Arkona

Erster Punkt unserer Liste war dann das Kap Arkona, welches wir von Lohme aus in 20 Minuten mit dem Auto erreichten. Die Straßen waren trotz Feiertag ziemlich leer, Rügen ist eher eine Fahrradfahrergegend würde ich sagen. Was auch eine super Sache ist, uns war es nur zu heiß. Ist man länger dort, lohnt ein Fahrrad oder aber der Bus, denn irgendwie kostet Parken überall Geld und nicht gerade wenig. Wir parkten am letzten Parkplatz vor Kap Arkona (4€) und liefen dann die knapp 2,5km bis zu den Leuchttürmen. Unterwegs gibt es viele Imbißbuden und Gaststätten, welche allerdings voll von fröhlichen „Herrentags“-Feiergruppen waren und so marschierten wir weiter. Am Kap selbst kann man die Türme besteigen, wir wollten eigentlich in den Bunker, aber der hat nur von 12-14.00h auf und das klappte leider nicht. Somit gab es dann hier doch eine Portion Pommes (3€) und wir machten uns die Treppen hinunter. Ab hier wird die Landschaft traumhaft, das Wasser ist so klar und die Kreidefelsen sind einfach nur beeindruckend. Wirklich viele Menschen waren hier nicht unterwegs und so konnten wir die Aussicht in Ruhe genießen und bis zum Fischerdorf Vitt laufen, von wo wir dann wieder zurück zum Parkplatz gewandert sind.

Kap Arkona

Kap Arkona

Kap Arkona Ostsee Rügen

Danach fuhren wir zurück nach Lohme und suchten uns ein Restaurant für das Abendessen. Was gar nicht so leicht ist, wenn man weder Fleisch noch Fisch isst, was es hier natürlich primär gab. Wir entschieden uns schlussendlich für König Gustav in Sassnitz und oh gott, ich kann nicht genug davon abraten! So einen schlechten Service, geschmackloses überteuertes Essen und Unfreundlichkeit gepaart mit Dreistigkeit hatte ich wirklich seit Jahren nicht mehr! Hier will man wohl, dass die Touristen gar nicht erst wiederkommen und für so zwei Stunden hat uns dieses Erlebnis echt den Urlaub vermiest. Normalerweise bin ich nicht so, aber hier wäre ich am liebsten einfach aufgestanden und gegangen, so schlimm war es. Der Sonnenuntergang hat uns dann aber doch gerettet und wir hatten eine wunderbare ruhige Nacht und einen tollen Start in den nächsten Tag! Wir haben auf das Frühstück im Hotel verzichtet, direkt unten am Hafen gibt es aber das Cafe Niedlich, wo man schön sitzen und eine Kleinigkeit zu sich nehmen kann.

Sonnenuntergang Lohme

Den nächsten Tag fuhren wir nur durch den Nationalpark Jasmund, da meine Begleitung kein Fan von langen Wanderungen ist, was man hier ja am besten tun kann. Sollte ich noch einmal herkommen, wird auf jeden Fall gewandert, die Landschaft schreit danach! So fuhren wir aber nach Prora, da wir unbedingt das Dokumentationszentrum Prora (6€/ermäßigt 3€) besichtigen wollten. Ein Besuch hier passt vielleicht nicht zum unbeschwerten Strandurlaub, ist aber absolut empfehlenswert! Das KdF-Seebad Rügen bei Binz wurde zu Zeiten des Nationalsozialismus entworfen und gebaut, aber dann aufgrund des Krieges nie fertiggestellt und für seinen ursprünglichen Zweck genutzt. Jetzt steht dieses 4,5km lange Monument hier als Mahnmal und Zeichen des damaligen Größenwahnsinns herum und ist einfach nur bedrückend. Die Ausstellung zeigt einen sehr informativen 30minütigen Film und hat dann noch sehr gut konzipierte Ausstellungen zur Thematik. Nehmt euch zwei Stunden, ich habe dort echt viel gelernt und es hat nachhaltig gewirkt.

KdF Seebad Prora

Danach gab es die kurze Ostseebad-Tour durch Binz, Sellin und Baabe bis nach Göhren, wo wir Mittagspause im Cafe Jung machten. Ich empfehle mal dreist meinen nicht unbedingt gesunden Nuss-Striezel, aber er war himmlisch lecker! Belegte Brötchen, Salate und kleine Sachen wie Suppen gibt es hier aber auch und man sitzt gemütlich mitten in der Stadt. Von hier kann man zur Kreidefelsen-Schifffahrt aufbrechen, wir haben stattdessen aber einfach die Sonne und das Meer genossen. Danach fuhren wir am Jagdschloss Granitz vorbei zu Karl’s Erlebnishof nach Zirkow, weil ich das zufällig im Internet entdeckt hatte. Wir wussten gar nicht so genau, was uns auf diesem Erdbeerhof erwartet, aber oh, was war es toll! Zunächst kann man in eine gigantische Scheune gehen, an deren Wänden die weltgrößte Kannensammlung zu bestaunen ist 😉 Weit spannender ist aber, dass es hier zig Produkte vom Hof gibt, also alles aus Erdbeeren, aber noch viel mehr. Man kann sich munter durchs Sortiment kosten und das haben wir auch getan. Die Marmeladen und das Brot waren soooo gut, dann gab es Dips, die ebenfalls enorm lecker waren und Sanddornsaft, der so gar nicht unser Fall war. Es ist verrückt, was man alles aus Erdbeeren machen kann, von Senf über Honig zu Brot und Keksen gibt es hier einiges zu entdecken. Natürlich gibt es auch noch eine große „Lifestyle“-Abteilung mit Dekosachen, Kleidung, Büchern und anderen Mitbringseln. Wem das nicht reicht, ein großes Restaurant, welches so gut roch, gibt es auch noch. Es gibt auch Vorführungen, wie z.b. die Bonbons dort direkt vor Ort gemacht werden, die man dann auch kaufen kann. Wir waren ziemlich lange hier drinnen, draußen ist nämlich mehr für die Kinder mit Streichelzoo, Rutschen, Klettergeräten etc (und einem Pfannkuchenhaus). Die meisten Attraktionen sowie der Eintritt zum Hof sind kostenlos und aufgrund der Deko wirklich sehr schön anzusehen!

Karl's Erlebnishof Zirkow

Nun machten wir uns auf nach Bergen zu unserer zweiten Unterkunft. Die Stadt kann man gemütlich zu Fuß erkunden, wir haben uns die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern sowie die Kirche und die Besucherinformation angesehen und dann am Marktplatz idyllisch im Cafe gesessen. Auch hier war es wieder sehr ruhig und entspannt, alle Touristen waren wohl noch am Wasser. Essenstechnisch ging es dann zu Viet-Thai-Chi, wo ich meine buddhistisch Fastenspeise bekam und mein Freund sich am All you can eat-Buffet für 8,50€ vergnügte. Es war jetzt kein kulinarisches Highlight, aber in Ordnung. Zum Weggehen fanden wir aber irgendwie nichts hier, die Sisha-Bar um die Ecke war jetzt nicht so ganz unseres und die anderen Kneipen waren entweder Raucherkneipen oder zu..rüganer Nachtleben, wo bist du?

Am nächsten Morgen gab es dann schnell noch Frühstück, was aus Brötchen mit Nutella und Joghurt mit Müsli bestand und es ging über Landstraßen zurück nach Berlin. Jetzt habe ich auch endlich mal Bilder zu den Namen der Straßenbahnstationen hier, denn wir waren u.a. in Prenzlau, Pasewalk und Greifswald. Empfehlen kann ich euch einen Halt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, wo es wieder landschaftlich wunderschön war und wir in Chorin am Bahnhof lecker Kaffee tranken und gemütlich im Nirgendwo verweilten.

Seid ihr schon einmal in Rügen gewesen und habt vielleicht noch ein paar Tipps, was man sich auf der Insel anschauen sollte? Es war definitiv ein schöner Ausflug und ich kann mir vorstellen, wieder hinzufahren. Wobei ich die Nordsee irgendwie doch schöner finde, wenn ich ehrlich bin!

[Reisen] Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Seit ich das erste Mal von der Idee des Baumkronenpfades gehört hatte, stand für mich fest, dass ich mich irgendwann einmal trotz meiner enormen Höhenangst dort hinauf trauen werde. Nachdem ich letztes Jahr nun über diverse Hängebrücken in Kanada laufen musste, bin ich zwar noch immer mit Angst dabei, weiß aber, dass mich Höhe rational betrachtet nicht umbringt und man die Panik und den zu schnellen Herzschlag bis zu einer gewissen Höhe doch irgendwie noch mit ruhigem Atmen in Schach halten kann. Beste Voraussetzungen also, um mich in die Baumkronen zu begeben und somit ging es mit Mama in den Nationalpark Hainich im schönen Thüringen.

Baumkronenpfad Hainich

Dieser Nationalpark gilt als „Urwald mitten in Deutschland“ und ist von Eisenach bequem von der Autobahn aus zu erreichen. Die Landschaft wechselt sich mit Feldern, leichten Hügeln und Wäldern ab und war trotz Wochenende und tollem Wetter nicht überlaufen. Das Nationalparkzentrum liegt direkt am Buchenwald, man kann dort (solange man will für 1€) parken und sich direkt seine Eintrittskarten für den Baumkronenpfad kaufen. Erwachsene kosten 8,50€ und es gibt ermäßigte Tickets für Studenten für 3€. Somit war das auch kein sonderlich teures Vergnügen. Nachdem man die Karten hat, kann man sich entweder gleich die angrenzende Ausstellung ansehen oder zum Baumkronenpfad gehen, welcher 5 Minuten zu Fuß entfernt ist.

Baumkronenpfad Hainich

Wir wollten zunächst hoch hinaus und liefen durch den Wald zum Beginn des Baumkronenpfades. Dieser besteht aus einem Pfad aus zwei Schleifen zu je 238 und 308 Metern, welcher schön breit und nicht wackelnd angelegt ist. So haben auch Leute mit Höhenangst die Möglichkeit, sich hier rauf zu trauen. Dann gibt es noch einen Baumturm“, der 44 Meter hoch ist und eine tolle Aussichtsplattform mit genialer Sicht über das Thüringer Becken bietet. Ich habe mich hochgeschleppt, aber wieso muss man hier wieder solche Metalltreppenstufen nutzen, die Löcher haben, wodurch man runterschauen kann. Das ging gar nicht, ich konnte hier nur auf die Wand und das Geländer schauen, bis ich gut verschwitzt oben war 😉 Was sich aber gelohnt hat, nach ein paar Minuten konnte ich auch die Aussicht genießen und da der Turm aus Beton ist und stabil war, fühlte ich mich halbwegs wohl..bis ich wieder runter musste.

Baumkronenpfad Hainich

Für Abenteurer gibt es auch noch Kletterstationen, wo meine Mama ihren Spaß hatte, ich mich aber nur zu einer einzelnen Netzakrobatik überwinden konnte. Im Nachhinein fühlt man sich super, aber wenn man nur auf einem Netz in ca 20 Metern Höhe steht..das kostet einen schon Nerven! Ich habe die Kinder beneidet, die ohne Angst hier überall herumgeturnt sind.

Baumkronenpfad Hainich

Baumkronenpfad Hainich

An den beiden breiten Pfaden sind viele Schilder angebracht, die einem den Lebensraum Buchenwald und seine Bewohner näher bringen. Dies auf einfache, seichte Art und Weise, was schön gemacht war und auch nicht langweilig wurde. Natürlich kann man sich auch einer Tour anschließen, wo man noch mehr Erklärungen bekommt, wenn man möchte. Wir haben darauf verzichtet und waren nach knapp einer Stunde mit dem Baumkronenpfad durch.

Baumkronenpfad Hainich

Im Anschluß ging es nun zurück ins Informationszentrum, wo eine sehr schön gemacht, interaktive Ausstellung auf den Besucher wartet. Wir sahen uns einen Film über den Hainich und seine scheuen Bewohner, die Wildkatzen an und lernten viel über die gesamte Flora und Fauna der Region. In dem angenehm gestalteten Holzhaus kann man sich definitiv noch einige Zeit aufhalten und es hat mich an einige Besucherzentren in Kanada erinnert. Da der Hainich sehr gut zum Wandern geeignet ist, stehen einem die Mitarbeiter hier bei Fragen zur Verfügung und bietet auch genug Informationsmaterial an. Hätte meine Mama nicht Knieprobleme, wir wären noch zu der kurzer Wanderung zum Wildkatzendorf aufgebrochen.

Einziger Nachteil unseres Besuches im April war, dass die Bäume noch keine Blätter hatten, man sich also nicht wie in einem Blättermeer in den Baumkronen gefühlt hat. Dadurch hatten wir aber eben kaum andere Besucher, Ruhe, viel Platz und den ungebremsten Blick nach unten 😉 Ich fand es super so, werde mir aber einen anderen Baumkronenpfad (es gibt ja mittlerweile einige in Deutschland) noch einmal in voller Blätterpracht ansehen, damit ich beides erlebt habe. Ansonsten fand ich unser kleines „Urlaub vor der Haustür“-Abenteuer toll, wir haben uns noch ein wenig Eisenach (Lutherhaus! Wartburg!) und die Innenstadt von Erfurt (was bist du hübsch!) auf dem Weg angesehen und somit kenne ich wieder ein kleines Stück Deutschland mehr!

Seid ihr auch schon einmal auf einem Baumkronenpfad gewesen? Wenn ja wo und könnt ihr ihn empfehlen? Irgendwie macht man ja viel zu selten Kurzausflüge im eigenen Land, für mich gehts eigentlich immer nur mit dem Flugzeug weit weg..somit steht noch mehr hier entdecken für dieses Jahr auf der Agenda – Geheimtipps anyone? 🙂