Im Jahr 2020 stolperte ich zufällig über einen Edx-Onlinekurs zum Thema „Star Trek“ und die Auswirkungen der Serie auf kulturelle und technische Aspekte unseres Lebens. Welchen ich mir dann komplett anschaute, da ich einfach immer gerne neues lerne und mit Star Trek bisher nie wirklich in Berührung gekommen bin.

Von diesem Kurs sehr neugierig gemacht (es ist absolut faszinierend, wie viele Themen Star Trek als erste Serie/Film ins Fernsehen brachte), nahm ich mir vor, einfach einmal „Star Trek durch zu schauen„, was ja nicht sooooo lange dauern sollte, hust hust. Nunja, drei Jahre später bin ich noch immer nicht durch, denn es sind dann doch 13 Filme und 11 Serien mit zig Staffeln, die es zu bewältigen gibt!


Wobei das Wort „vorne“ natürlich sehr gerne diskutiert wird: nimmt man eine der Timelines, die in den Serien und Filmen verfolgt wird oder schaut man alles nach ihrem realen Ausstrahlungsdatum? Ich fing noch einmal ganz anders an, nämlich mit Star Trek Discovery an, da es auf Netflix verfügbar war und gut aussah – jedoch sah ich dann nur 2 der vier Staffeln und muss nun eigentlich noch mal von vorne anfangen, aber das ist ein Problem für später. Mein Problem mit Star Trek Discovery war folgendes: die Serie war zu neu mit zu vielen tollen Effekten und passte nicht so ganz zu meinem Star Trek-Bild von Schiebetüren, die noch manuell von Menschen hinter den Kulissen bedient werden mussten. Also änderte ich meine Strategie!


1. Star Trek – Das nächste Jahrhundert (1987-1994)

Ich fing halbwegs, aber nicht ganz vorne an und begleitete die Crew rund um Captain Jean-Luc Picard, First Officer William T. Riker, Lieutenant Commander Data und Geordi LaForge, Lieutenant Whorf, Schiffsärztin Dr. Beverly Crusher und Psychologin Deanna Troi, die in den unendlichen Weiten des Weltalls unterwegs ist. Ihre Mission ist es, unbekannte Lebensformen in diesen fremden Welten zu entdecken und werden hierdurch in zahlreiche Konflikte hineingezogen, welche sie selbst zum Kämpfen zwingen. Für mich sind die Borg hier ein absolutes Highlight!

Die einzelnen Folgen hängen nicht wirklich zusammen, wodurch man die Serie ziemlich lose schauen kann. Ab und zu gibt es ein bisschen weiter gefasste Handlung, aber man bekommt immer genug Erinnerung, wenn dies mal der Fall sein sollte. Zwischen den verschiedenen Charakteren kommt es besonders zu Beginn zu nur wenig Konflikten, was wohl auf Serienschöpfer Gene Roddenberry zurückzuführen ist. Aber das wird ab Staffel 3 definitiv besser und wir bekommen etwas mehr Charakterentwicklung und persönliche Dilemmata präsentiert. Einige Folgen sind absolut grottig und fühlen sich nach Lückenfüller an, andere wiederum greifen reale geo-politische Konflikte und andere kulturelle Themen auf und sind absolut grandios!

Meist habe ich so um die 10 Folgen in der Woche geschaut und fühlte mich mal mehr und mal weniger unterhalten. Die unterschiedlichen Charaktere schaffen es aber trotzdem irgendwie, sich nah an einen zu schleichen und man beginnt mit ihnen mitzufühlen. Hier kann ich mir in der Zukunft sehr gut vorstellen, ein paar meiner Lieblingsfolgen wieder anzusehen und in den Komfort dieser Serie zu flüchten!


2. Star Trek – Raumschiff Voyager (1995-2001)

Danach begleitete ich das Raumschiff Voyager rund um ihren ersten weiblichen Captain Kathryn Janeway, welche mit einigen ihnen feindlich gesinnten, gefangenen Maquis-Kämpfern an Bord, durch Aliens in den 70.000 Lichtjahre entfernten Delta-Quadranten transportiert wird. Diese müssen nun zusammenarbeiten, um wieder nach Hause zu kommen und treffen auf diesem Weg natürlich erneut unbekannte Lebensformen, die ihnen nicht unbedingt freundlich gesinnt sind.

Die Crew rund um Commander Chakotay, Lieutenant Tom Paris & Tuvok, Offizier Harry Kim, Dr. Lewis Zimmermann, B’elanna Torres, Seven of Nine und Koch Neelix hat zunächst viel mit internen Konflikten zu tun, da sie sich als eine Einheit zusammenfügen müssen. Ebenfalls müssen sie immer wieder technische Probleme sowie Knappheit an Rohstoffen und Nahrung auf unterschiedliche Weisen lösen, was zu moralischen Dilemmata führen kann. Die spannenden Themen Zeitreisen und Weltraum-Anomalien und meine lieben Borg kommen auch häufiger vor.

War Jean-Luc Picard noch sehr diplomatisch unterwegs und wollte Gewalt vermeiden, so wird in dieser Serie Gewalt als eine angebrachte Form der Konfliktlösung angesehen und somit auch angewendet. Was es insgesamt spannender (und leider auch realer) machte, da man nicht wusste, ob und wie der Konflikt gelöst werden wird. Hier hat man zwar längere Storylines, aber es gilt erneut: man muss nicht jede Folge gesehen haben, um der Handlung zu folgen, es gibt einige Füllerfolgen, die eher langweilig sind, aber im Großen und Ganzen wurde ich gut unterhalten!



3. Star Trek – Deep Space Nine (1993-1999)

Was war ich gespannt auf meine erste Star Trek Serie, die nicht mehr an Bord eines Raumschiffes spielt, sondern auf einer festen Raumstation und gleichzeitig Stützpunkt der Föderation, nämlich Deep Space Nine. Captain Benjamin Sisko bekommt die Leitung dieser Station nahe des Planeten Bajors, was sich jedoch als alles andere als einfach erweist. Unterstützung erhält er hierbei u.a. von Kira Nerys (First Officer von Bajor), Jadzia Dax (Wissenschaftlerin), Miles O’Brian (Operations Officer), Odo (Sicherheitschef), Julian Bashir (Arzt), Quark (Barbetreiber) und einem uns schon bekannten Klingonen aus früheren Serien, den ich aber nicht verraten mag.

Wunderbar bei dieser Serie ist, dass sie sehr modern ist. Man hat zwar immer noch kleine Handlungen, die in einer Folge abgeschlossen werden können, aber eben sehr viele große Rahmenhandlungen, die ständig wichtig sind und sich spannend entwickeln. War die Raumstation ehemals von Cadassians besetzt, welche den Planeten Bajor blutig unterwarfen, so ist sie nun in Hand der Föderation, welche zwischen diesen beiden Kulturen steht und diplomatisch zu sein versucht. Als dann noch ein Wurmloch entdeckt wird, welches es ermöglicht, vom Alpha- in den unbekannten Gamma-Quadranten zu reisen, kommt mit den Dominion noch ein weiterer, sehr starker Erzählstrang hinzu.

Obwohl ich mit Benjamin Sisko und seiner irgendwie ständig latent sexuellen Art jedem gegenüber nicht sonderlich warm wurde, ist das bis jetzt für mich die beste Star Trek Serie! Die Charaktere hier sind oftmals nicht gut oder böse, sondern schwingen dazwischen hin und her, was sie zu moralischen Urteilen befähigt, welchen man als Zuschauer nicht unbedingt folgen will – was es eben sehr unvorhersehbar macht. Also auch wenn ich ein kleines Picard-Fangirl bin und es wunderbar fand, dass es auch schon einen weiblichen Captain gab, würde ich euch Deep Space Nine am meisten ans Herz legen, wenn ihr nur eine Star Trek-Reihe schauen wollt!


4. Star Trek – Enterprise (2001-2005)

Was mich nun zu meiner aktuellen Serie bringt und hach, natürlich waren meine Erwartungen nach DS9 hoch, aber dass sie soooo untertroffen werden, habe ich nicht kommen sehen. Bisher habe ich in über zwei Wochen nur 9 Folgen der ersten Staffel sehen können, da ich sie so enorm langweilig und fade finde. Und während ich alle anderen Vorspanne sehr mochte, besonders musikalisch ist dieser hier mit Gesang einfach nur grausam.

Die Serie spielt zeitlich vor allen anderen Star Trek Serien, was lustig ist, da sie viel der Technologie, die man nun gewohnt ist, noch nicht haben. Captain Jonathan Archer, seine Offiziere Malcolm Reed, Trip Tucker, T’Pol, Linguistin Hoshi Sato und Schiffsarzt Phlox, welche den Weltraum entdecken. Bisher hatten die „befreundeten“ Vulkanier den Menschen einige technische Entwicklungen vorenthalten, sodass sie nicht selbst auf Erkundungstour gehen können, was nun aber durchgesetzt wird.

Bisher gab es einige First Contact Folgen, die mit sich brachten, dass es sprachliche Barrieren gab, die Hoshi lösen musste und dann die Frage, welche Technologie man welcher Kultur zeigt. Also alles schon mal da gewesen, das ist nur quasi die ältere Version davon in meinen Augen. Besonders die Charaktere Malcom und Reed sind so flach ausgearbeitet, dass ich sie bis jetzt nicht wirklich auseinanderhalten kann, denn niemand hat Persönlichkeit. Bis auf den Captain, der sehr von diesem amerikanischen Helden in sich vereint. Ich hoffe sehr, dass es noch besser werden wird, aber die Serie wurde nach vier Staffeln abgesetzt, was wohl eher dagegenspricht 😉 Wenn ich damit durch bin, wird es natürlich nochmal ein Fazit geben und wer weiß, vielleicht habe ich mich getäuscht!


Wie ihr seht, habe ich noch keinen Star Trek Film gesehen, was aber hauptsächlich daran liegt, dass diese aktuell weder bei HBO noch bei Netflix (bis auf 2) stehen und ich mir nicht Amazon Prime leisten will. Vielleicht ändert sich das irgendwann wieder, ich drücke mir die Daumen 😉 Und bin natürlich neugierig: gibt es unter euch Star Trek Fans? Wenn ja, welcher Film/Serie/Episode war euer Highlight? Oder geht diese SciFi-Serie so gar nicht an euch?

2 Comments on [Sehenswert] Mein Mammutprojekt „Star Trek“

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