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[Sehenswert] The human scale – ab 31.10.13 im Kino

Heute Abend hatte ich die tolle Gelegenheit, den Film The Human Scale schon vor dem deutschen Kinostart zu sehen. Und nicht nur das, er wurde auch umsonst gezeigt. Vielen Dank ANCB (Architekturforum Aedes) für diesen tollen Film. Ich habe hier schon einige spannende Veranstaltungen besucht und kann jedem, der sich etwas für Architektur oder auch zukunftsweisende, umweltbewußte Lebensweisen interessiert, empfehlen, hier einmal vorbei zu schauen. Es gibt eigentlich immer eine Ausstellung und oftmals eben auch thematische Abende wie heute.

Bevor ich euch meinen Eindruck zu dem Film zeige, gibt es erst einmal den Trailer (so muss ich den Inhalt nicht zusammenfassen und bleibe hier ganz objektiv..aka stumm *g*):

Der Film ist eine Dokumentation und somit nicht unbedingt ein Film, den man sich im Kino anschauen würde. Aber er schlägt (wenn auch nicht so provokant) in die Kerbe von bspw. Michael Moore und auch dieser hat es erfolgreich geschafft. Somit finden sich hier doch ein paar Zuschauer.

Ich kann den Film sehr empfehlen, er hätte für mich sogar gerne noch länger sein dürfen als die 82 Minuten. Es ist sehr interessant zu sehen, wie Städte überall auf der Welt „geplant“ werden, wie sie verändert werden, wie sie zukünftig aussehen sollen und wenn man sich mal überlegt, dass 2050 80% aller Menschen in Städten leben sollen, betrifft uns das alle.

Ich persönlich bin in den letzten zehn Jahre schon über zehn Mal umgezogen (ich zähle nicht mehr *g*) und für mich macht es natürlich einen enormen Unterschied, wo ich lebe und wie ich mich dort bewegen kann. Wie ich mich fühle, hängt natürlich von meiner Umgebung ab. Meine Eltern leben z.b. auf dem Lande, aber das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. So schön die Landschaft ist, ohne Auto ist man dort erledigt, man muss immer fahren, wenn man einmal einkaufen will oder schön essen gehen will. Auch ist man in seiner Auswahl total eingeschränkt, denn man fährt nicht eben mal 40km in die nächste Stadt, um zu H&M zu gehen. Von der Arbeitsmarktsituation und den Weggehnmöglichkeiten abends fange ich gar nicht mal an 😉 Somit zieht es mich immer in die Städte, wo ich „komfortabel“ leben kann, in dem Sinne, dass ich alles um mich habe, was ich brauche. Ich bin nicht auf das Auto angewiesen, kann mit dem Rad (ok, das wurde gestohlen) oder der ÖNV überall hinfahren. Gerade ist es Berlin, da mir die meisten anderen deutschen Städte nicht zusagen, davor war es Heidelberg & Darmstadt. Auch im Ausland zog es mich immer in die Städte, sei es nun Delhi, Varanasi oder LA gewesen. Nächstes Jahr wird es mich wohl (wenn alles klappt, wie ich es mir vorstelle) kann Vancouver gehen. Natur ist mir durchaus wichtig, aber wenn ich wählen muss (was ich in Berlin nicht muss, es ist alles wahnsinnig grün und auch das Umland am Wochenende gut erreichbar) zwischen Stadt/Land, nehme ich definitiv erstere Option.

Städte sind unterschiedlich in ihrer Lebensqualität und es ist wichtig, dass nicht die Stadt den Menschen sondern der Mensch die Stadt so formt, wie er es haben mag. Als Beispiel (kommt auch im Film vor) fand ich es total verrückt, damals mit dem Mietwagen über den Times Square zu fahren..in meinem Kopf war das ein Platz und keine Hauptverkehrsstraße, wo man andauernd Angst hatte, vom Bürgersteig zu fallen und überfahren zu werden. Mittlerweile ist es ein Platz, es dürfen keine Autos mehr fahren und das hat bestimmt viele Urlaubserinnerungen von Touristen positiv beeinflusst. Besonders spannend finde ich auch die indischen Megacities, wo ich ein tolles Seminar in Wien belegte. Diese wurden in dem Film leider gar nicht aufgezeigt..aber klar, man kann nicht alles aufgreifen und Dkaha (Bangladesch) war ja gaaaanz früher auch mal Indien und zählt somit *g*

Wer sich für das Thema „Städteplanung“ etwas erwärmen kann, schaut euch den Film an, er regt gut zu Nachdenken an..ich unterhielt mich noch ewig mit einem Architekturstudenten aus Jakarta im Anschluss und fühle, dass ich wieder ein wenig mehr von der Welt „weiß“ und werde definitiv noch viele Freude hiermit nerven..aber ich finde es einfach wichtig, dass wir über unsere Zukunft jetzt schon nachdenken und nicht erst dann erschrocken aufschreien, wenn sie einfach so „ganz unerwartet“ eingetreten ist.

[Unterwegs] Im Odenwald

Heute haben mein bester Freund und ich beschlossen, meinen „Heimaturlaub“ mal etwas auszuweiten. Zwar komme ich aus der Nähe des Odenwaldes, aber sonderlich viel davon gesehen habe ich noch nicht. Als Jugendlicher ist man eben eher an Stadt wie Land interessiert 😉 Ganz sachte haben wir am Rande dieser wunderschönen Region mit der Veste Otzberg angefangen..eine alte Burg, die Otto II in Auftrag gab und welche bis „vor kurzem“ noch als Gefängnis genutzt wurde. Heute kann man sie in wenigen Minuten erwandern und bekommt einen großartigen Blick:

Veste Otzberg

 

Das Städtchen da unten ist Lengfeld, kennt bestimmt kein Mensch, aber gleich nebenan liegt Groß-Umstadt und das dürfte dann vielleicht dank seiner vielen Winzer etwas bekannter sein. Den Aussichtsturm (auf dem ich hier stehe) kann man übrigens umsonst erklimmen 😉 Es war ganz schön windig da oben sage ich euch *g*

Windig

 

In der Burg selbst gibt es auch noch ein Museum und Cafe..ersteres haben wir uns geschenkt, da es im Moment eine Herr der Ringe-Ausstellung beinhaltet (wer trotzdem will:   2,50 pro Person) und nächste Woche hier die Hobbit-Tage gefeiert werden. Im Cafe gab es lecker Kaffee und sehr gut schmeckenden Kuchen (eben wie von Oma) für den kleinen Geldbeutel. Auch hier konnte man dank Panoramafenstern in irgendwie „uriger“ Atmosphäre die Aussicht genießen 🙂 Veste OtzbergSieht doch aus, als würden hier noch ein paar Ritter kampieren..hach, ich hatte spontan große Lust auf einen Mittelaltermarkt, wobei ich noch nie bei einem ebensolchen war..ich hoffe mal, die Burg wird zu Weihnachten irgendetwas machen, denn da werde ich das nächste Mal in der Gegend sein und würde mir das doch zu gerne angucken.

Das war wirklich wie Urlaub und wir sind keine 20 Minuten mit dem Auto unterwegs gewesen. Wir waren ganz allein, es war wahnsinnig still und man hat sich wirklich gefühlt, als hätte man einen kleinen Zeitsprung gemacht (ok, die Fotos mit dem iPhone zu machen hat diese Illusion dann etwas zerstört, aber whatever *g*). Wir haben uns danach noch etwas mehr Odenwald gegeben und sind nach Höchst gefahren..auf dem Weg dahin ging dann das Sommergewitter deluxe los, was uns einen traumhaften Regenbogen beschert hat..uns jedoch dazu veranlasst hat, nicht mehr auszusteigen, sondern die Tour doch nur auf der Strasse fortzusetzen.

Kleine Alltagsflucht – geglückt! Wohin seid ihr denn so zuletzt „geflohen“? 🙂 Und sagt, war schon jemand auf der Veste Otzberg? Das wäre superlustig *g*

 

[Sehenswert] Trishna (2013)

Bevor es modisch weitergeht, wollte ich euch heute mal kurz einen Film empfehlen. Normalerweise sehe ich wirklich sehr selten Filme, ich bin ein absoluter Serien-Junkie (gerade aktuell: Scandal..ich bin fast am Ende von Season 2 und hammer! Hat bei mir ein ähnliches Suchtpotential wie Homeland ausgelöst). Aber ab und an stolpere ich dann doch mal über einen Film, der gut klingt.

Diesmal fiel ich über Trishna, der mich dank dieser Faktoren köderte: spielt in Indien, ist aber kein Bollywoodfilm; zeigt die Rolle der Frau; behandelt das Thema „Liebe“ im indischen Kontext; Freida Pinto spielt mit; und ich konnte ihn auf Hindi mit deutschem Untertitel gucken (da ich Hindi ja halbwegs passabel spreche, war es toll, hier genau zu gucken, was ich verstehe und wo es vorbei ist). Natürlich gibt es in auch auf deutsch und ohne Untertitel:

 

Ich tue mich immer schwer, mit Filmen, die in Indien spielen aber so vollkommen von der von mir dort erlebten Realität abweichen. Hier ist das anders! Ich war sowohl in Rajasthan unterwegs (und auch in der Stadt Jaipur, wo der Film teilweise spielt) sowie in Mumbai und finde die Darstellung sehr gut gelungen. Wir haben hier den Kontrast Stadt-Land, indisch-westlich, Bildung-wenig Bildung zwar sehr hart aufgezeigt, aber klar muss man das überspitzen, damit es auch wirklich jeder Zuschauer begreift *g* Die Musik im Film passt hervorragend und übermittelt auch durch ihre Lautstärke, wie es sich anfühlt..hach, was vermisse ich gerade meinen liebsten Rikshafahrer in Delhi 🙁

Es werden so viele Facetten des Lebens in Indien aufgegriffen, dass ich gar nicht auf alle eingehen mag. Besonders gut ist das weibliche Leben dargestellt, die Macht des Vaters/der Familie und wie sehr die äußeren Umstände einen Menschen beherrschen können. Da ich das Ende nicht verraten mag, sei hier nur gesagt, ich habe es nicht kommen sehen! Und finde es hervorragend!

Wer also mal etwas anderes sehen mag, dem kann ich den Film echt ans Herz legen. Er wird unter die Haut gehen und einen definitiv zum Nachdenken anregen..und zum Verzweifeln, wie schwer es in vielen Ländern ist, eine Frau zu sein..

Mission: 1 Staffel "Game of thrones" in einer Nacht

Es gibt so Serien, zu denen man sich überwinden muss und sich dann Hals über Kopf verliebt. So ging es mir mit „Homeland“, was ich dann quasi nur zum Schlafen ausmachte und so erging es mir auch mit „Game of thrones“. Wieso? Weil beides thematisch eigentlich so gar nicht meines ist. Besonders letzteres mit dem Fantasy-Element..nie würde ich von selbst drauf kommen. Dann wurde mir aber so davon vorgeschwärmt, dass ich mir die erste Folge ansah. Und in alles verliebte! Die Sprache, die Kulisse, die vielen Handlungsstränge..die erste Staffel und ich hatten ganze drei Tage miteinander, in denen ich sie verschlang.

Dann kam die Pause. Und dann folgte peu a peu die zweite Staffel. Ich hasse es aber, Serien „richtig“ zu gucken, also im Sinne nur eine pro Woche und dann warten..da warte ich lieber richtig und gucke sie erst, wenn die Staffel komplett ist. Das tat ich dann auch, fand aber nie den richtigen Moment, um wieder anzufangen. Dann saß ich Ende März in den USA und sah sie..die erste Folge der dritten Staffel..ich frage mich echt noch immer, was mich da geritten hat..wieso zur Hölle habe ich mir die (auch noch im Free-TV mit Werbeunterbrechungen) angesehen..arghs!

Naja ok, ich weiss, wieso..weil ich endlich wissen will, ob die zweite Staffel so schwach ist wie alle sagen 😉 Ich bezweifle es nämlich irgendwie. So wurde ein Freund geschnappt, dazu Kaffee und Schoki und gesagt „wir stehen erst auf, wenn wir die 2. Staffel geguckt haben“. Das war gestern Abend, wir hielten von 12 bis halb 6 morgens durch..danach war die Aufnahmekapazität erreicht..und wir hätten besser planen und früher anfangen sollen. Aber wir haben 5 Folgen, sprich die halbe Staffel geguckt. Und jetzt muss ich mit mir ringen, nicht weiterzugucken, da wir Sonntag die „restlichen“ 5 gucken können. Ich finde es noch immer wahnsinnig spannend, bisher sind überraschend wenig Sex- und noch weniger Drachenszenen dabei..aber ersteres finde ich gut verkraftbar 😉

Da mein Lieblingscharakter (siehe unten) schön präsent ist und ich auch die anderen Handlungen Intrigen wahnsinnig spannend sind, gefällt mit die Staffel bisher gut. Nicht ganz so suchterzeugend wie die erste, wo man echt Cliffhanger an Cliffhanger baute und man einfach immer „noch schnell eine Folge“ gucken musste, aber weiterhin gut im Niveau.


(Bild via weheartit)

Auf der „to-do“ Liste stehen aber auf jeden Fall noch die Bücher, da die Serie doch sehr zusammengeschrieben und gekürzt sein soll und ich kann es nicht anders sagen, aber ich habe hier wohl Fantasy-Blut geleckt..bzw ist das so eine gute Mischung zwischen allem und mir gefallen die verschiedenen Welten/Völker einfach wahnsinnig gut 🙂


(Bild via weheartit)

Und die folgenden zwei Dinge hätte ich doch auch ganz gerne..bisschen Mode, bisschen Eiserner Thron im Sommerlook 😉


(Bild via weheartit)


(Bild via weheartit)

Outet euch, GoT-Gucker und schwärmt mit mir zusammen? Wer ist schon bei Staffel 3? Und wie ist die bisher so? 🙂


Venedig in Mainz.

Ein Freund von mir hat bei einer Ausstellung zum Thema „Venedig“ in Mainz mitgewirkt, welche ich mir angesehen habe. Es wurden die entstandenen Bilderserien von einer Exkursion von Kommunikationsdesignstudenten in die italienische Stadt im Wasser ausgestellt und einige haben mir sehr gut gefallen.

Ich selbst war schon in Venedig und finde es besonders nachts sehr beeindruckend atmosphärisch gesehen. Seit ich „Tod in Venedig“ von Thomas Mann gelesen habe, hat die Stadt diesen Status von Verfall und Chaos für mich und ich fand spannend zu sehen, was andere Menschen für Interpretationen liefern. Auf jeden Fall werde ich auch nochmal (jetzt in erwachsen und mit guter Kamera) hinfahren und besonders nachts ein paar Bilder machen.

Zum Thema Venedig gibt es einen recht guten Dokumentarfilm von 2012: das Venedigprinzip. Solltet ihr einen Einblick in die Stadt, die mittlerweile täglich mehr Besucher wie Einwohner hat, haben wollen, der fern der touristischen Klischees ist, kann ich ihn euch ans Herz legen. Es geht hier um das Sterben der Stadt, um Menschen, die aufgrund der steigenden Mietpreise wegziehen müssen, um Menschen, die Wohnungen dort nur zu Prestigezwecken kaufen, aber nie darin wohnen, um riesige Luxusdampfer, die den Bewohnern die Bilder von den Wänden schütteln und und und..bedrückend und zum Nachdenken anregend.

VenedigausstellungVenedigausstellungVenedigausstellung

Die Ausstellung fand im PENG statt, einem ehemaligen Autohaus, was eine wunderbare Kulisse hergab. Irgendwie auch im Zerfall und gerade deswegen doch so passend. Hier finden auch immer wechselnde Ausstellungen statt, diese hier ist leider schon vorbei, also wer in Mainz ist, schaut dort doch mal vorbei. Ist auch gleich am Hauptbahnhof, also sehr leicht zu erreichen!

Venedigausstellung

Venedigausstellung
Venedigausstellung
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Leider hatte ich selbst nur mein Handy als Kamera dabei und dann haben die doofen Rahmen noch so gespiegelt, das war echt suboptimal 🙁 Aber vielleicht könnt ihr doch einen kleinen Eindruck bekommen. Die Bilder sollen wohl irgendwo an der FH ausgehangen werden, sollte sich wer dafür interessieren, kann ich mich gerne erkundigen, wann und wo man sie sich weiterhin anschauen (und natürlich auch erwerben) kann.

Mir gefällt besonders gut das Bild von dem Passagier im Vaporetto (den Schiffstaxen in Venedig), da die Farben dem Ganzen so etwas surreales geben..hat irgendwas von in Berlin feiern gewesen und nun auf dem Nachhauseweg-Seiend..und ja, hierbei höre ich in menem Kopf „Sky and Sand“ von Kalkbrenner..minimal klischeehaft, ich weiss *g* Das Bild ist passenderweise auch von dem Freund, der mich mit zur Ausstellung genommen hat..und vielleicht kann ich ihn ja überzeugen, dass ich die genau richtige Besitzerin für dieses Bild bin 😉

Gefallen euch die Bilder? War schon wer in Venedig und/oder will (wieder) hin? Und kennt wer den Film?

Sehenswert: Oh Boy (2012)

Dass dieser Film mit Preisen überschüttet wird (siehe gestern bei den Lolas) wundert mich nicht, ich finde ihn auch grandios und wollte schon länger über ihn schreiben. Ich sah ihn nämlich dank Lufthansa auf dem Rückflug von Toronto im April. Allerdings dachte ich da, dass das wohl ein schon älterer, allerdings an mir vorbeigegangener Film gewesen sei, da er wohl kaum beworben wurde. Er sah nach einer kleinen Produktion aus und noch keinem Kino Blockbuster.


(na gefällt’s?)

Der Trailer zeigt gleich die erste Besonderheit, der Film spielt in schwarz-weiss. Für mich genial, für viele bestimmt abschreckend. Aber so wird eine ganz andere, aber für Berlin doch so passende Atmosphäre geschaffen. Ja, genau in Berlin und man kann viele Orte wiedererkennen und klischeehaft für einen Stadtteil stehen sehen 😉

Tom Schilling spielt hier Niko, der Ende 20 ist und so verloren scheint. Jura-Studium schon vor Jahren hingeworfen, wird er vom ahnungslosen Papa zwar (zunächst) noch finanziert, treibt aber einfach so durch sein Leben ohne eine Perspektive. Und nimmt einen auf stille, langsame Art mit. Genau diese Art berührt einen zutiefst und gibt ein sehr spannendes Potrait dieses Menschens ab. Man findet sich oftmals selbst in ihm wieder und will ihm einfach nur einen Kaffee reichen, da sein Tag so kräftezerrend ist.

Ich bin von dem Film begeistert und mag hier gar nicht mehr verraten, aber er lohnt sich. Für mich der beste deutsche Film seit langem, ich mache hier eigentlich einen großen Bogen drum, da ich kein Til Schweiger Fan bin 😉 Aber bei Oh Boy lohnt sich die Ausnahme definitiv und ich bin wahnsinnig froh, dass Lufthansa ihn im Angebot hatte!

Also wer heute an diesem verregneten Samstag vielleicht 90 Minuten Zeit hat, einen Kaffee schnappen und angucken!

 

Sehenswert: Albatross (2011)

Irgendwie bin ich gerade auf dem „Coming of Age“-Filmtrip..literarisch hatte ich diesen passenderweise schon zu meiner Jugend, aber da gab es all diese guten Filme noch nicht. Auch entdeckte ich erst jetzt „bewusst“ die wirklich wunderbare Schauspielerin Felicity Jones und muss nun all ihre Filme gucken. Gut, dass da „Coming of Age“-Themen dabei sind und somit stelle ich euch heute kurz „Albatross“ vor. Schon aus dem Jahre 2011, aber ich habe bis gestern noch nie von diesem Film gehört..also keine Ahnung, ob er bei uns überhaupt je in den Kinos war.

(die Landschaft der „Isle of Man“, wo fast der komplette Film gedreht wurde, ist ein Traum!)

Kurz gesagt geht es natürlich um „Erwachsenwerden“, „sich selbst finden“, sehr viel um Freundschaft, Vertrauen, aber auch das Thema „Schreiben“ und das Leben eines Schriftstellers werden behandelt. Man kann sich sehr leicht mit den Personen identifizieren, da sie zwar kaputt, aber doch noch im normalen Rahmen sind. Man findet schnell in die Story hinein und ist gespannt, wie es ausgeht.

Kein Film, der enorm zum Nachdenken anregt, aber dennoch sehr viel Spass beim Anschauen macht. Die Schauspieler sind sehr authentisch, die Landschaft ist einmalig und dann natürlich der Akzent..hach, den könnte ich mir stundenlang anhören (und irgendwie habe ich das Bedürfnis, da mal hinzufahren).

Also, wer gerade noch einen Film für einen Mädelsabend sucht, der nicht allzu frauenklischeehaft ist, dem kann ich diesen sehr ans Herz legen..wobei alleine gucken mit einer Packung Ben & Jerry’s geht auch gut, ich habe mich mal für den Selbstversuch geopfert!

Ist hier noch jemand so verzaubert von Felicity Jones? Ich glaube, sie gefällt mir so gut, da sie „real“ ist und keine dieser bis zum Ende gephotoshopten Hollywoodstars ist..sondern irgendwie so hm „geerdet“..schwer zu beschreiben, aber sehr sympathisch!

Sehenswert: Vielleicht lieber morgen (2012)

Endlich ist der Film auch im Deutschen draußen und darf nun auf meinen Blog. Ich gucke Filme immer im Original, wer das hier auch machen mag, der sucht nach „The Perks of Being a Wallflower“ 🙂

Der Film beruht auf eben jenem Roman, den ich geradezu verschlungen habe. Normalerweise würde ich dann nie den Film ansehen, da ich mir meine eigenen Vorstellungen nicht zerstören mag, aber hier haben die Schauspieler (Logan Lerman, Emma Watson, Ezra Miller (!) und Nina Dobrev) für ein Umdenken gesorgt. Die Angst, dass es zu sehr „banale Teenie-Komödie ohne Tiefgang“ wird, wurde zum Glück gebannt.

Trailer mit schon mehr Filmdetails:

Die Geschichte wird sehr schön erzählt, die Schauspieler sind wirklich sehr überzeugend und besonders die Musik passt richtig, richtig gut (sowas ist mir wichtig!). Man wird in die Story hineingezogen, entdeckt nach und nach, worum es eigentlich geht und hat immer wieder einen „kleinen“ Überraschungseffekt. Das Thema „Liebe“ kommt hier natürlich – wie auch im Buche – nicht zu kurz und ja, es ist ein „Coming of Age“-Roman, den man sich aber definitiv auch anschauen kann, wenn man schon erwachsen ist. Kein Film, der sonntagnachmittags auf Pro Sieben läuft 😉

Thematisch geht es um Tod, Kindheitstrauma, Selbstmord, Erwachsenwerden, erste Erfahrungen, Liebe..alles, was ein richtiger „Coming of Age“ Roman/Film normalerweise beinhaltet. Ebenfalls sehr wichtig ist das Thema Literatur, welches durch den Lehrer aufgegriffen wird, der der Hauptperson immer wieder Bücher für „nebenher“ gibt. Diese werden dann rezensiert und animieren den Zuschauer durchaus, mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen. Wobei es hier schon echt die „Klischeestandardbücher“ sind und somit kenne ich sie alle schon..ich hatte ja auch meine „Coming of Age“-Phase 😉

Besonders gut gefällt mir Ezra Miller, der einfach genial spielt. Einige werden ihn bestimmt aus „Californication“ kennen, wo er der süß-naive Freund von Becca war 😉 Ja, auch er ist mittlerweile erwachsen geworden und spielt so überzeugend..es war eine Freude, ihm zuzusehen 🙂

Ein Film, mit etwas Tiefgang, der nachwirkt, einen aber nicht tagelang nachts wachliegen lässt..eine schöne Zwischenmischung, den ich definitiv weiterempfehlen kann (wobei mir das Buch doch besser gefiel, aber das ist eigentlich immer so).

Sehenswert: Girls

HBO macht immer wieder sehr gut Serien und gibt auch Serien eine Chance, die vielleicht nicht den Allgemeingeschmack treffen oder einfach vom Thema nicht für jeden passend sind. Die Serie Girls ist so ein Experiment gewesen, welches so erfolgreich war, dass Lena Durham sofort eine zweite Staffel hinterherwerfen durfte. Wobei ich gestehen muss, dass die zweite Staffel mir bisher nicht sonderlich gut gefällt, sie ist deutlich schwächer.

Es geht um das Leben von vier Freundinnen in New York, welches komplett konträr ist zu dem der Personen aus z.b. Gossip Girl und Sex and the City. Hier ist alles weniger „schicke“, die Klamotten sind trotzdem oftmals toll, aber eben nicht von Chanel etc..sondern sie sehen eher so aus, wie es sich das Mädchen von nebenan leisten kann. Auch gibt es hier keine fancy Wohnungen, Traumjobs etc..sondern man sieht, wie die vier versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen und oftmals gnadenlos scheitern. Die Serie ist für mich besonders durch ihre Musik hervorgetreten und die kurzen Folgen kann man schnell gucken 😉 Klar gibt es immer Charaktere, die einem sympathischer sind – hier muss ich ehrlich gestehen, dass ich keinen „Liebling“ habe, sondern alle faszinierend finde. Wer also mal etwas „anderes“ sehen mag, ich füge hier mal den Trailer bei, der zwar vieles aus dem Zusammenhang reisst (wie immer halt), aber auch einen guten ersten Eindruck vermittelt..ich wollte danach auf jeden Fall sofort losgucken 🙂

Wenn wer eine ähnliche Serie auf Lager hat, ich suche immer nach Neuem!

(Dank dieser Serie habe ich übrigens erst Robyn entdeckt – ihr Lied „Dancing on my own“ eines meiner absoluten Lieblingslieder lief nämlich am Ende einer Folge in einem so traurig-herzzereissenden Moment..grandios!)

Sehenswert: Homeland

Mit dieser Empfehlung komme ich locker ein Jahr zu spät, ich weiss, ich weiss..aber ich hatte es einfach nicht geschafft, vorher mit Homeland zu beginnen. Auslöser war diesen Sonntag auch nur dies hier:

Superbowl 2013
Genau, ich bin ein heimlicher Superbowl-Gucker..wobei eigentlicht nicht heimlich 😉

Da man dann vorher ja eh schon auf der Couch lag und Sat1 sich entschied, an diesem Tag die ersten beiden Folgen Homeland anzugucken, dachte ich mir, versuche ich es doch mal. Eigentlich schaue ich Serien immer nur im Originalton, somit Premiere, Premiere 😉 Und was soll ich sagen, die Serie hat eine Sogwirkung, unglaublich! Was Claire Danes da abliefert, ist ebenfalls unsagbar gut, aber auch die anderen Schauspieler stehen hier nicht zurück. Die Serie spielt sehr mit dem Zuschauer, will ihn verwirren, ihn an sich und seinem Urteilsvermögen zweifeln lassen und dies gelingt sehr gut!

Nach diesen ersten zwei Folgen besorgte ich mir gleich die restliche 1. Staffel (auf englisch, die Übersetzung ging einfach nicht..) und was soll ich sagen, ich habe selten so gefeiert, dass ich krank war 😉 Denn heute (ja, es ist gerade einmal Dienstag!) kann ich schon mit der 2. Staffel beginnen..diese werde ich nicht ganz so verrückt am Stück runtergucken, aber definitiv noch in dieser Woche fertigkriegen..eine 3. Staffel ist für den Herbst schon wieder angekündigt und ich bin gespannt. Die Serie „24“ hatte in den ersten beiden Staffeln eine ähnliche sogartige Wirkung auf mich, danach wurde es aber für mich einfach nur noch laaaaangweilig..hoffen wir mal, Homeland kriegt das hier besser hin 😉

Also, ich kann echt nur empfehlen, mal die ersten beiden Folgen (die gibt’s auf Sat1 eine Woche lang kostenlos zum Anschauen) anzusehen, auch wenn man die Thematik im ersten Moment vielleicht nicht unsagbar spannend findet..sie ist es aber definitiv! Auch ist die Serie wirklich eine herrliche Ausnahme zu so vielen Weichspüler-Serien, die zwar auch alle nette Unterhaltung und Ablenkung vom Alltag geben..aber hier hat man wirklich auch „Inhalt“ der zum Nachdenken anregt und einfach zeigt, wie Paranoid sovieles in den USA mittlerweile ist (um hier mal ganz knapp zusammengefasst was zu sagen *g*)..

Jetzt gibts eine Folge zum Nachmittagskaffee und dann wird brav weitergearbeitet! Kennt hier wer Homeland? Hats wer Sonntag gesehen? Wie gefiels euch? 🙂

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