Schlagwort: Sehen

[Sehenswert] Seaspiracy, A plastic ocean & Blackfish

Da ich aktuell nicht wirklich eine Serie zum Schauen habe, gibt es primär Dokumentationen für mich. Die lassen einen zwar eher mit Verzweiflung und Wut statt mit guter Laune zurück, aber ach, Augen verschliessen hilft ja auch nicht. Also wer ein bisschen Zeit hat und sich mit den Themen Meereswelt und Zerstörung beschäftigen will, diese drei Dokus fand ich in letzter Zeit besonders sehenswert!

SEASPIRACY

Ist der Plastikstrohhalm, der aus jedem Restaurant verbannt wird, wirklich der Schuldige, wenn es um das Sterben der Meeresschildkröten geht? Diese Doku ist enorm augenöffnend, wenn man mit gutem Gewissen seinen zertifiziert gefangenen Lachs isst und sich nicht bewusst ist, was das alles auslöst! Sehr, sehr sehenswert und nichts für schwache Mägen! Ich esse seit ich neunzehn bin weder Fisch noch Fleisch, aber spätestens nach dieser Doku hätte ich damit aufgehört!

A PLASTIC OCEAN

Vom Thema her sehr ähnlich, aber diese Doku zeigt sehr eindrucksvoll, wie viel (Mikro-)Plastik in den Meeren zu finden ist und somit auch in allen Tieren, die es zu sich nehmen. Wenn da die verendeten Vögel aufgeschnitten und wirklich einfach nur Plastik in ihren Mägen gefunden wird, lässt einen das absolut nicht kalt und recht verstört zurück. Es ist eine Sache, es theoretisch zu wissen, aber wirklich noch einmal eine andere, es so grafisch zu sehen.

BLACKFISH

Ich muss gestehen, dass ich als Kind selbst bei der ein oder anderen Delfinshow und sogar in Seaworld in San Diego gewesen bin und Orkas in einer Show gesehen habe. Ohne da irgendwas zu reflektieren, wie man das als Kind wohl häufiger tut, wenn „alle anderen es ja auch machen“. Mittlerweile bin ich da etwas anderer Meinung und meide solche Orte. Wobei ich letztes Jahr im Meer an einer Whale Watching Tour teilnahm, wo wir diese majestätischen Tiere beobachten konnten und mich das wirklich sehr glücklich gemacht hat. Dass wir sie später auch einfach von Land aus sehen würden, hatte ich da noch nicht gewusst.

Die Doku nun dreht sich um Orkas und Delfine in Gefangenschaft und was dies mit ihnen macht. Schrecklich anzusehen, es bricht einem das Herz und auch die Trainer, die ja „so eine besondere Beziehung zu den Tieren haben“, sind Teil dieser Maschinerie – selbst, wenn sie es aufrichtig meinen. Leider lassen die Tiere ihre Verzweiflung dann auch an ihrer Umgebung aus, was in tragischen Unfällen endet. Die Doku ist schon 2013 erschienen und seitdem hat sich einiges in Wasserparks geändert, aber ach, sie gehören einfach nur verboten.

Vielleicht ist für den ein oder anderen von euch ja eine dieser Dokus interessant – ich habe mir auf Youtube auch noch Inside the tanks angesehen, wenn ihr kein Netflix habt und fand diese ebenfalls gut gemacht! Für dieses Wochenende will ich aber nun etwas leichtere Kost – wenn wer eine Serienempfehlung hat, gerne her damit! Sonst muss ich wohl weiter Star Trek Discovery schauen 🙂

[Sehenswert] Rick & Morty; Castlevania; Night on Earth & Indian Matchmaking!

Wenn es zu heiß ist, um tagsüber den Rolladen hochzuziehen, bin ich auch nur mässig motiviert, viel in künstlichem Licht zu lesen. Somit habe ich die letzten Tage mal wieder mehr Zeit auf Netflix verbracht und mir dabei diese drei Serien angeschaut, welche ich euch heute kurz vorstellen mag. Ok, zwei davon sind schon alt, aber hey, ich kannte sie bisher zumindest nur seeeeehr peripher 😉

INDIAN MATCHMAKING

Ich fand die Serie über eine indische Matchmakerin sehr interessant, habe ich doch selbst einige Freunde, die in arrangierten Ehen sind und war teilweise sogar bei den Treffen potentieller Ehepartner dabei (absolut verrückt für mich, aber eben auch wahnsinnig spannend). Es werden verschiedene Menschen begleitet auf der Suche nach einem Partner und ich fand besonders gut, dass es eben nicht nur in Indien sind und auch „indisch schwierigere“ Fälle sind wie z.b. jemand, der geschieden ist, Kinder hat oder auch nicht Hindu ist. Definitiv sehenswert und ein Einblick in eine Kultur, die mich auch nach über zehn Jahren und zig Indienaufenthalten immer noch fasziniert.

NIGHT ON EARTH

Eine wirklich gut gemachte, echt überraschende Tierdoku, welche mir sehr viel Freude bereitet hat. Nicht nur ist sie wunderbar anzusehen, sie hat gleichzeitig auch viel wissenswerte und noch mehr überraschende Momente. An einigen der Orten war ich nämlich schon und hätte ich mal gewusst, was da nachts so rumwuselt, wäre ich vielleicht etwas vorsichtiger durch die Gegend gestapft.

RICK & MORTY

Vor kurzem ist die 4. Staffel erschienen und da ich bisher nur einzelne Folgen von Rick & Morty kannte, dachte ich mir, wird es Zeit, einfach einmal chronologisch alle zu schauen. Gut ist, dass die Folgen je nur 20 Minuten lang sind und sich so super für zwischendurch eignen; pro Staffel gibt es glaube ich 10 Folgen, also man muss auch nicht allzu viel Zeit investieren. Die intergalaktischen Abenteuer von Großvater Rick & Enkelsohn Morty haben teilweise wunderbare popkulturelle Bezüge, gehen manchmal überraschend philosophisch-tief, dann wiederum unterhalten sie einfach nur leicht und regen die eigenen Kreativität an. Fand ich Staffel 1 & 2 wirklich verdammt gut, sind 3 & 4 nicht mehr ganz so großartig..aber vielleicht ist da auch von meiner Seite her etwas die Luft raus.

CASTLEVANIA

Auf Empfehlung eines Freundes habe ich der auf einem Computerspiel basierenden Serie Castlevania eine Chance gegeben, denn niiiiie hätte sie mich vom Trailer her angesprochen. Aber irgendwie hat es die Geschichte um Dracula, seinen Rachefeldzug an der Menschheit und seinen Jäger Simon Belmont doch geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Denn die Serie ist ganz spannend gemacht, ich war absolut verwirrt, als die 1. Staffel nach nur vier Folgen, in denen gerade mal die Charaktere eingeführt wurden, vorbei war und habe gleich weitergucken müssen. Drei Staffeln gibt es aktuell, die 4. ist schon in Planung und auch wenn ich ihr jetzt nicht unsagbar entgegenfiebere, gucken werde ich sie bestimmt. Verrückt, manchmal muss man echt aus der eigenen „Comfort Zone“ raus, um zu entdecken, was einem noch so gefallen kann.

Kennt ihr eine der Serien? Was schaut ihr aktuell gerne auf Netflix? Ich will ja unbedingt schnell diese Doku über die Zauberwürfel und dann noch die über das Leben der Bäume gucken 🙂

[Sehenswert] Marriage Story, Spinning Out & Queen of the South

Was macht man, wenn man ein krankes Hundetier zuhause hat, welches zunächst 24 Stunden Rundum-Beobachtung braucht und nachdem es ihm etwas besser geht, es draußen nass-kalt-grau ist? Genau, man nutzt den Netflix-Account eines Freundes bis zum bitteren Ende 😉 Da ich selten Zeit oder stabiles Internet habe, ist es schon einige Zeit her, dass ich mal eine Serie am Stück geschaut habe, aber genau so habe ich die letzten zwei Wochen mehr oder weniger verbracht..gut für euch, denn nun kann ich euch etwas über den sehr gehypten Film Marriage Story, die neue Netflix-Serie Spinning Out sowie die (zumindest von mir unterschätzte) mittlerweile vier Staffeln umfassende Serie Queen of the South erzählen!

MARRIAGE STORY (2020)

Man erlebt das Scheitern einer Ehe zweier sehr kreativer Menschen, die zunächst versuchen, alles für ihren Sohn und aufgrund ihrer gemeinsamen Geschichte richtig zu machen, am Ende aber doch einen anwaltsgeführten Rosenkrieg ausfechten. Von der Besetzung her musste mich der Film kriegen, ich mag Adam Driver und Scarlett Johansson sehr und auch Noah Baumbach macht per se gute Filme. Und ich will auch nicht abstreiten, dass mich der Film unterhalten hat, aber ich habe mehr erwartet.

Der Beginn kriegt einen gleich, die beiden hatten als Aufgabe ihres Meditatoren, Briefe an den jeweils anderen zu schreiben und aufzulisten, was sie an ihm mögen. Man merkt, dass beide Parteien sich sehr schätzen, dass viel Liebe zwischen ihnen existiert (hat) und irgendwie kann man gar keine Seite mehr unterstützen, da man will, dass es beiden gut geht – eben auch ohne das gemeinsame Happyend. Einige Szenen wirkten sehr künstlich (ok, ich habe noch keine Scheidung hinter mir..), die Dialoge etwas realitätsfern und die Charaktere zu überzeichnet. Aber vom Schnitt der Szenen und der gewählten Musik war ich wiederum angetan. Insgesamt ja, schaut ihn euch an, aber nochmal sehen muss man ihn auch nicht.

SPINNING OUT (2020)

Als ich den Trailer sah, wusste ich sofort, muss ich sehen! Was nicht an meiner Liebe zum Eiskunstlauf liegt, ganz im Gegenteil, sondern an Kaya Scodelario, welche die Hauptrolle der Eiskünstläuferin Kat spielt. Wer die Schauspielerin nicht kennt, kennt wohl auch nicht die Serie Skins (bitte die UK-Version und nicht, was man da für den US-Markt kopiert hat) und muss diese Bildungslücke dringend schließen. Nach wie vor eine meiner absoluten Lieblingsserien!

Die Serie hat eine Staffel und ist damit glaube ich auch beendet; zumindest erwartet euch kein unglaublicher Cliffhanger am Ende, ich hätte mir aber wohl auch noch eine weitere Staffel angesehen. Kat ist bipolar, ebenso ihre Mutter und trainiert gemeinsam mit ihrer Schwester täglich in der Eishalle, um irgendwann einmal zur Olympiade zu gelangen. Dann jedoch beendet ein tragischer Sturz fast ihr Leben und ihre Karriere. Dieses Trauma muss sie überwinden, was sie am Ende aber nicht alleine schafft (obwohl sie sich als lone wolf sieht), sondern mit Hilfe ihres neuen Partners. Natürlich ein bad boy, der auch ihr Herz schon irgendwie verletzt hat, aber Paarlauf könnte ihre nächste Karriere sein.

Es ist ein leichtes coming of age Drama, welches einen mitnimmt, nicht zu viele Überraschungen parat hat und einen Eiskunstlauf mehr wertschätzen lässt. Also genau das, was man will, wenn man ein verregnetes Wochenende hat, an welchem man sich von einem kranken Hundetier ablenken will!

QUEEN OF THE SOUTH (2016- )

Viel zu lange stand Queen of the South auf meiner Watch-List, denn ich habe die Serie komplett vergessen 😉 Leider gibt es sie nicht auf Spanisch bei Netflix, das in Kombination mit englischen Untertiteln würde mich noch glücklicher machen, aber gut! Ich mag in Mexiko spielende Serien sehr, hier haben wir das Leben von Teresa Mendoza im Vordergrund, deren Freund Guero für ein Kartell arbeitet. Er gibt ihr ein Telefon mit den Anweisungen, dass dieses nur klingeln wird, wenn er tot ist und sie dann fliehen muss. Als dies dann eintritt, beginnt für Teresa eine Flucht um Leben und Tod, wobei sie sich immer tiefer in die Kartellstrukturen begibt.

Staffel 1 fand ich absolut großartig und ich will das Buch von Arturo Pérez-Reverte, auf welchem die Serie basiert, unbedingt lesen. Schnell. Ich mochte das Erzähltempo, die unerwarteten Wendungen und die verschiedenen Charaktere sehr, die durchaus auch mal recht schnell sterben. Nicht wie bei GoT, aber trotzdem gut! Ich bin gerade am Ende der zweiten Staffel, welche ich nicht mehr ganz so grandios fand, aber man will doch immer „nur noch eine Folge mehr“ schauen, also fesseln tut sie mich und das macht eine gute Serie doch aus. Klar, einiges ist schon enorm unglaubwürdig, aber andererseits habe ich jetzt auch weniger Kartell-Erfahrungen, also vielleicht läuft der Hase wirklich so. Es sind vier Staffeln draußen, die fünfte wird ebenfalls produziert und ich würde sagen, so habe ich noch einiges zu tun, bis es Frühling ist oder ich wieder unterwegs 😉

Eso es todo, das sind meine aktuellen Serientipps, die ich mit euch teilen wollte. Habt ihr schon eine davon gesehen, wenn ja, wie gefällt sie euch? Und was schaut ihr aktuell? Bei Netflix kam ja einiges raus, ich war am Anfang doch sehr überfordert, was ich denn jetzt eigentlich schauen mag!

[Sehenswert] You & Sex Education auf Netflix!

Zwar laufen meine Serien (Shameless, Grey’s Anatomy & The Rookie) im Moment schon wieder, doch wollte ich mal etwas Neues sehen. Auf Netflix starten aktuell zumindest gefühlt jeden Tage neue Serien und besonders viel hatte ich von You sowie Sex Education gehört. Zeit also, mir einen verregneten Abend auf der Couch zu gönnen.

Sex Education hat zunächst einmal acht Folgen mit etwa einer Stunde Laufzeit, da bekommt ihr also einen laaaaaangen Abend hin, wollt ihr alle durchschauen. Es dreht sich um das Leben des Teenagers Otis, welcher mit seiner alleinerziehenden Mutter irgendwo im ruralen Groß-Britannien lebt. Seine Mutter ist Sextherapeutin, was sein Leben definitiv beeinflusst, da sie ihn selbst gerne als Forschungsobjekt betrachtet. Gemeinsam mit seinem besten Freund bestreitet er seinen Alltag, bis Maeve durch einen Zufall in sein Leben tritt. Die beiden bemerken nicht nur, dass sie sich durchaus sympathisch sind, sondern dass sie gemeinsam mit einer „Sexklinik“, welche an ihrer Schule definitiv benötigt wird, etwas Geld machen können.

Man weiß hier natürlich schon ziemlich schnell, welche Wendung die Geschichte nehmen wird und somit fand ich die einzelnen Episoden nett, aber hatte nie das Verlangen, unbedingt sofort noch eine zu schauen. Sie sind jetzt mehr so unter der Woche nach und nach geschaut worden, aber den Hype verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Kann man, muss man aber nicht wirklich gesehen haben, da gibt es doch sehr viel besseres auf Netflix (ich empfehle euch Wild, Wild Country, ist zwar eine Doku, aber ich war gefesselt!).

You wurde mir ebenfalls von Freundinnen empfohlen und somit habe ich es versucht, obwohl der Trailer mir irgendwie schon etwas suspekt war. Es geht um einen Mann, welcher sich seinem Objekt der Begierde durch soziale Medien näher bringt und sich schließlich in ihr Leben drängt, ohne dass sie Verdacht schöpft. Ihre Freundin jedoch findet einige Zufälle gar zu zufällig und beginnt, nachzuhaken.

Ich mag Penn Badgley und Shay Mitchell, aber irgendwie wurde ich mit der Serie nicht warm. Bei Folge vier habe ich aufgegeben, es ist zwar gut gemacht, da die Geschichte sich langsam entwickelt und in die Psyche von Joe vordringt. Aber Stalking ist dann doch etwas zu nah an meiner eigenen Lebensrealität gebaut und somit muss ich mir das dann nicht in meiner Freizeit zur Entspannung ansehen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das vielen von euch gefallen wird – schaut euch einfach den Trailer einmal an.

Netflix, das war jetzt mal leider nichts mit uns beiden im Januar, mal sehen, was du dir für Februar so ausgedacht hast! Wobei, wenn wir ehrlich sind, zähle ich einfach nur die Tage bis zur finalen Game of Thrones Staffel runter – wem geht es noch so? 🙂

[Sehenswert] Lion – Der lange Weg nach Hause (2016)

Als ich das erste Mal von dem auf einer wahren Begebenheit basierenden Film Lion – Der lange Weg nach Hause hörte, war sofort klar, dass ich ihn mir zeitig ansehen muss. Dass er mittlerweile für drei Oscars nominiert wurde, zeigt, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine da stehe, wobei ich jetzt sagen muss, dass ich etwas enttäuscht bin, aber dazu gleich mehr!

Worum geht’s Die Story beginnt in einem kleinen indischen Dorf, wo der fünfjährige Saroo und sein älterer Bruder Guddu ihrer anscheinend alleinerziehenden Mutter finanziell unter die Arme greifen und helfen wollen. Sie gehen nachts in Züge und schauen, ob sie dort etwas finden, was andere Passagiere verloren haben. Der kleine Saroo wird aber schnell müde und sein Bruder beschliesst somit, ihn an einem Bahnhof eine Weile schlafen zu lassen. Als Saroo wieder aufwacht, ist von seinem Bruder keine Spur zu finden und er besteigt einen Zug, wo er erneut einschläft. Als er erneut zu sich kommt, ist der Zug in Bewegung und stoppt erst wieder im 1600 Kilometer entfernten Kolkata. Dort beginnt für den kleinen Jungen ein Irrweg durch die fremde Stadt, wo er zunächst keinerlei Hilfe erhält, schließlich aber in ein Waisenhaus kommt und dort von einer australischen Familie adoptiert wird.

Er wächst (gemeinsam mit seinem ebenfalls aus Indien kommenden Adoptivbruder) nun in einer weißen Familie in Tasmanien auf, denkt anscheinend nicht sonderlich über seine Vergangenheit nach, bis er durch eine indische Süßigkeit erstmals Flashbacks erhält. Von da an kommen immer mehr Erinnerungen zurück und er beschliesst, nach mittlerweile 25 Jahren seine indische Familie mithilfe von Google Earth zu finden.

Wie ist’s Meine Erwartungen waren immens, denn hier hat man nicht nur eine richtig gute, wahre Story, sondern auch mit den Schauspielern Dev Patel (als Saroo), Rooney Mara (als seine Freundin in Australien), Nicole Kidman (als Adoptivmutter) und Regisseur Garth Davis (den ich von „Top of the Lake“ liebe) einfach nur die optimalen Voraussetzungen. Den Trailer fand ich ebenfalls sehr gut gemacht und somit freute ich mich auf zwei Stunden filmischen Hochgenuss.

Doch leider kam es dann ein wenig anders, denn das Erzähltempo ist soooooo langsam, es passiert so wenig, man hat ständig (zwar wunderschöne, aber nicht wirklich zu irgendwas beitragende) Landschaftsaufnahmen und die Gespräche ziehen sich so sehr. Nach ich glaube etwas über einer Stunde ist man dann endlich mehr oder weniger in der Gegenwart angekommen, in welcher man aber trotzdem noch ständige Rückblenden hat. Mag ich diese Erzählweise eigentlich, war sie mir hier viel zu häufig. Wenigstens die Filmmusik war super, hiermit konnte ich mich dann immerhin dadurch wieder zu neuer Konzentration motivieren.

Die Schauspieler überzeugen größtenteils, besonders beeindruckend ist der 5-jährige Saroo, gespielt von Sunny Pawar. Durch seine Mimik transportiert er unglaublich viel und allein für ihn sollte man die erste Stunde durchhalten. Warum Nicole Kidman für ihre Rolle hier eine Oscarnominierung bekommen hat, ist mir allerdings nicht ersichtlich – primär weint sie in ihren wenigen Auftritten.

Der Titel sagt es ja, man hat hier wirklich einen „langen Weg“ vor sich, die Story hätte man in viel weniger Zeit erzählen können oder eben noch ein paar andere Ebenen einfügen können. Die Liebesgeschichte z.b. wirkt aber enorm konstruiert und bringt einem nicht viel, da hätte man mehr Tiefe und Charakterentwicklung einbringen können. Genau wie die Beziehung zwischen den beiden Adoptivbrüdern noch mehr hergegeben hätte, schade! Apropros konstruiert, hier muss ich noch kurz einschwenken, so viele Dialoge wirken absolut künstlich und fehl am Platz, genau wie die Tatsache, dass nie über die Adoption gesprochen wurde etc. Also ich kann da keine persönlichen Erfahrungen einbringen, aber das fühlte sich als Zuschauer alles ganz komisch und unrealistisch an. Und wieso muss man denn, wenn man beginnt, sich etwas depressiv und fanatisch mit einem Thema zu beschäftigen, auf einmal nur noch Hoodies tragen, um mal eines der Stereotype zu nennen, die mich an dem Film genervt haben.

Wer lieber seine eigene Version der Story haben mag (hätte ich das mal getan), ein Buch gibt es natürlich auch..oder ihr googlet mal ein wenig und lest euch in die wahre Geschichte ein, die mich sehr viel mehr gekriegt hat als die Verfilmung. Das war schön, denn am Ende des Filmes sieht man dann wie es in Wahrheit endete und endlich hatte ich auch Gefühle und Gänsehaut, konnte mich reinversetzen und mitfiebern. Ich hatte viele Tränen erwartet, die während des Filmes fließen würden, am Ende waren es aber doch null.

Habt ihr den Film schon gesehen oder wollt ihn noch sehen? Mich würde ja sehr interessieren, wie er euch gefallen hat! Kann wer was zum Buch sagen?

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